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****************************************************************************************************************************************************** BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 9. Mai 2009 "Braunschweig ist unsere erste Option" Leichtathletik-Verband will seine Titelkämpfe 2010 nach Niedersachsen vergeben Von Ute Berndt Braunschweig. Die vollen Ränge und die tolle Stimmung im Braunschweiger Stadion in den Jahren 2000 und 2004 hat man beim Deutschen Leichtathletikverband nicht vergessen. Als es gestern bei einer Sitzung der Veranstalter von Meisterschaften in Darm- stadt darum ging, mögliche Ausrichter für die deutschen Titelkämpfe 2010 zu benennen, habe es ein klares Votum gegeben, be- richtet Rita Girschikofsky, Präsidentin des Niedersächsischen Verbandes (NLV): "Braunschweig ist unsere erste Option." Damit ist die erste Hürde überraschend schnell genommen. Die Bewerber Wattenscheid und Ulm stellen sich hinten an. Nun nimmt Girschikofsky Anlauf, um auch die zweite, höhere Hürde zu bewältigen und die Stadt Braunschweig diesmal von der Aus- richtung der Titelkämpfe zu überzeugen. Zuletzt war der NLV dort abgeblitzt, beim Versuch, sich zum dritten Mal in Folge mit Braunschweig für die Olympiaqualifikation (2008) zu bewerben oder für die WM-Qualifikation in diesem Jahr. Das Problem: Der DLV verlangt von den Ausrichtern 125 000 Euro für seine Titelkämpfe. "100 000 Euro müsste die Stadt zahlen, 25 000 können über Sponsoren fließen", präzisiert Girschikofsky die gestern vereinbarte Regelung. Ob sie das Geld diesmal von der Stadt be- kommt, will sie nächste Woche klären. In die Quere kommen könnte den Leichtathleten ein größerer Ausbau des Stadions. Wird nur die Nordkurve überdacht, müsste dies bis zu den Meisterschaften abgeschlossen sein. Organisatorische Probleme hingegen werden nicht erwartet. "Wir haben ja genügend Erfahrung", sagt Otto Schlieckmann, Cheforganisator 2000 und 2004.
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 27. Mai 2009 Aussagen der Stadt sorgen für Verwunderung Leichtathleten bezweifeln, dass Braunschweiger Verwaltung großen Aufwand mit Deutscher Meisterschaft hat Von Christian Schiebold Braunschweig. Mit seinen Aussagen zum Thema deutsche Leichtathletikmeisterschaft in Braunschweig hat sich Sportdezernent Wolfgang Laczny beim Niedersächsischen Leichathletik-Verband (NLV) keine Freunde gemacht. Laczny hatte im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt, dass die Behörde wegen des Organisationsaufwandes vor den Titelkämpfen 2000 und 2004 praktisch lahmgelegt gewesen sei und man deshalb gut überlegen müsse, ob die Stadt so ein Großereignis 2010 wieder stemmen könne. "Diese Aussage ist schlicht und ergreifend falsch", ärgert sich NLV-Präsidentin Rita Girschikofsky und wehrt sich vehement gegen den Eindruck, der Verband sei faul. "Das lassen wir nicht auf uns sitzen." Girschikofsky betont, dass man der Stadt sowohl 2000 als auch 2004 fast alle Aufgaben im administrativen Bereich mit Ehrenamtlern und Praktikanten abgenommen habe. Der Verband habe nahezu komplett die ganze Vorbereitung der Wettkämpfe geleistet: angefangen von der Kartenabwicklung über den Platzaufbau bis hin zur Herrichtung der Pressetribüne. "Daher weiß ich nicht, welchen logistischen Aufwand Herr Laczny meint. Wir haben keine Kapazitäten der Stadt blockiert." In anderen Städten sei es sogar üblich, dass die Verwaltung einen Teil dieser Aufgaben übernehme. Auch Lacznys Aussage, dass die deutsche Leichtathletik zuletzt an Aufmerksamkeit verloren habe, will die NLV-Präsidentin so nicht stehen lassen. Ganz im Gegenteil: Sie sei sich sicher, dass die Weltmeisterschaft, die im August in Berlin stattfindet, die Sportart wieder beflügeln wird. Bis Anfang Juni muss sich die Stadt entscheiden, ob sie ihren Hut für die Deutsche Meisterschaft 2010 in den Ring wirft und als Ersatz für Kassel einspringt. Für die Austragung der Titelkämpfe müsste die Kommune 125 000 Euro an den Deutschen Leicht- athletik-Verband zahlen. Sollte Braunschweig kein Interesse signalisieren, spiele das den Fußballern in die Karten, befürchtet Girschikofsky. Schließlich lasse sich dann nicht mehr rechtfertigen, warum das Eintracht-Stadion noch eine Laufbahn benötige. Sportdezernent Wolfgang Laczny war nicht zu erreichen, er weilt im Urlaub. Ein Stadt-Sprecher bestätigte jedoch, dass Lacznys Aussagen nicht aus der Luft gegriffen seien.
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 5. Juni 2009 Studie: Hoher Werbewert auch für die Stadt Braunschweig könnte von den Leichtathletik-Titelkämpfen im nächsten Jahr enorm profitieren Von Ute Berndt Braunschweig. Die Möglichkeit, im Sommer 2010 die deutschen Meisterschaften der Leichtathleten in Braunschweig auszu- richten, sorgt für Euphorie. "Seit dem ersten Zeitungsartikel werde ich von allen Seiten angesprochen, dass es toll wäre, die Ver- anstaltung wieder hier zu haben", sagt Otto Schlieckmann, Organsationschef der nationalen Titelkämpfe 2000 und 2004 im Ein- tracht-Stadion. "Wir haben seit der Wintersaison Weltklasseleistungen in zuletzt unbekanntem Maße", konstatiert der Vorsitzende des MTV Braunschweig ein Aufblühen der deutschen Leichtathletik. Die bevorstehende Weltmeisterschaft in Berlin beflügle die Athleten, wecke bundesweit neues Interesse für die Sportart und werde nächstes Jahr weiter positiv ausstrahlen. "Das ist also ein sehr guter Zeitpunkt, da müssten wir wieder viele Leute ins Stadion locken können", wirbt Schlieckmann für die Ausrichtung der Titel- kämpfe, die gleichzeitig die Qualifikation für die EM 2010 in Barcelona sind. Die Gegenargumente hatte Braunschweigs Sportdezernent Wolfgang Laczny genannt: Die Verwaltung könne die Zusatzbelastung kaum stemmen, und der Gegenwert an Städtewerbung sei zu gering. Hier widerspricht Schlieckmann und zitiert eine Studie über die Meisterschaften 2008 in Nürnberg. Die Berliner Firma Landau Media hatte für den Deutschen Leichtathletikverband den Werbe- wert der Veranstaltung für die DLV-Sponsoren, aber auch für die Stadt Nürnberg ermittelt. Allein aus Berichten der Printmedien ergab sich demnach ein Werbewert von rund 1,15 Millionen Euro für die Kommune. Dazu kamen 2:40 Stunden Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. "Für Braunschweig würde die DM doch gut ins Konzept passen, nach der Stadt der Wissen- schaft und der Kultur auch mit dem Sport als Teil der Kultur weiter auf sich aufmerksam zu machen", meint Schlieckmann Derweil weist Laczny die Anmerkungen Rita Girschikofskys in einer Stellungnahme zurück. Die Präsidentin des Niedersächs- ischen Leichtathletikverbandes hatte gesagt, der NLV habe der Stadt 2000 und 2004 fast alle administrativen Aufgaben abge- nommen. Dies träfe nicht zu, sagt der Sportdezernent. "Denn diese Aufgaben obliegen nicht der Stadt, sondern sind vom Veran- stalter selbst zu erbringen." Bei den Leichtathletik-Großveranstaltungen 2000 und 2004 sowie dem Landesturnfest 2008 habe man laut Laczny jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass die vorhandene Personalressource nicht ausreiche. "Der umfangreiche Forder- ungskatalog des NLV lässt sich mit dem vorhandenen Stammpersonal der Sportverwaltung nicht neben dem Tagesgeschäft be- wältigen." Die Stadt werde den Bewerbungsantrag des NLV aber weiterhin wohlwollend prüfen.
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 6. Juni 2009 Braunschweig will für Kassel einspringen Stadt gibt beim Leichtathletik-Verband Bewerbung für deutsche Meisterschaften 2010 ab / Kein Konkurrent Von Marc Rotermund Braunschweig. Die Stadt Braunschweig bewirbt sich nun doch um die Ausrichtung der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Juli nächsten Jahres. Dass sie in vier Wochen während des Verbandstages in Ulm den Zuschlag erhält, gilt als sicher. Es gibt aktuell keinen Mitbewerber. Kassel hatte seinen Verzicht auf die Wettkämpfe vom 16. bis 18. Juli 2010 erklärt, weil die Arena dort nicht rechtzeitig fertig wird. Bis zuletzt hatte Braunschweig mit sich gerungen, ob sich eine erneute Bewerbung nach 2000 und 2004 lohnt. Es lohnt sich offenbar, vor allem aus Marketinggründen. ARD und ZDF übertragen mehrere Stunden direkt. Dass im Eintracht-Stadion im Sommer Bauarbeiten beginnen, würde die Veranstaltung nicht beeinträchtigen, heißt es von der Stadt. Sie muss vor den deutschen Meisterschaften eigenen Angaben zufolge knapp 100 000 Euro investieren, zum Beispiel für eine Weitsprunganlage. Vorgezogen wird die Sanierung der sanitären Anlagen. Außerdem zahlt Braunschweig 125 000 Euro an den Deutschen Leichtathletik-Verband, um die Wettkämpfe ausrichten zu dürfen. Dieses Geld werde aber von Sponsoren über- nommen, sagt Oberbürgermeister Gert Hoffmann. Er betont: "Angesichts der dramatischen Steuerausfälle hätte ich es nicht ver- treten können, die geforderte Bewerbungssumme aus dem Haushalt aufzubringen." Wie schon in den Jahren 2000 und 2004 wird wohl MTV Braunschweigs Vorsitzender Otto Schlieckmann die Organisation über- nehmen. "Ich stehe zur Verfügung, falls wir tatsächlich den Zuschlag erhalten sollten", sagt Schlieckmann und bekommt noch heute eine Gänsehaut, wenn er an die vergangenen Titelkämpfe in Braunschweig denkt mit Stars wie Heike Drechsler, Lars Riedel und Dieter Baumann. "Beide Veranstaltungen waren hervorragend", erinnert er sich und hofft auf ähnliche Zuschauerzahlen wie vor neun beziehungsweise fünf Jahren. "2000 waren zweimal 20 000 Zuschauer da, 2004 zweimal 15 000", weiß der Organisations- Leiter noch ganz genau. Sein Wunsch: Die Heim-WM im August in Berlin soll eine Leichtathletik-Euphorie auslösen. "Davon würden wir sicher profitieren, zumal 2010 auch die EM stattfindet und der Weg nach Barcelona nur über Braunschweig führt." Die deutschen Meisterschaften in unserer Region - das würde auch Robert Novak begrüßen. Er ist Sprecher der Leichtathletik-Fan- gruppe Wolfsburg, die zu den größten Deutschlands gehört. "Es war immer klasse in Braunschweig. Als sportbegeisterter Mensch freue ich mich auf einen weiteren Höhepunkt", sagt Novak und frohlockt: "Braunschweig statt Kassel - klasse!"
Presseinformation vom 3. Juli 2009 (Stadt Braunschweig) DLV hat zum dritten Mal Deutsche Leichtathletikmeisterschaften nach Braunschweig vergeben Sportdezernent Laczny: "Ein Kompliment an Wettkampfbedingungen für Leichtathleten in unserem Stadion" Braunschweig. "Ich freue mich, dass Braunschweig erneut Austragungsort für die Deutschen Leichtathletikmeisterschaften (DLM) geworden ist", kommentierte Kultur- und Sportdezernent Wolfgang Laczny die Entscheidung des Deutschen Leichtathletik- verbandes (DLV), die DLM 2010 nach Braunschweig zu vergeben. "Hier zeigen sich die Vorteile eines multifunktionalen Stadions gegenüber einem reinen Fußballstadion. So wird es möglich, auch große und attraktive Veranstaltungen anderer Sportarten nach Braunschweig zu holen." "Ich sehe in dem wiederholten Zuschlag für die DLM auch ein Kompliment an die Stadt, dass sie bei früheren Meisterschaften ihre Rolle als Gastgeberin für den DLV und die vielen Besucher hervorragend ausgefüllt hat und die Sportlerinnen und Sportler im städt- ischen Stadion sehr gute Wettkampfbedingungen vorgefunden haben", fuhr Laczny fort. "Diese Bedingungen werden sich noch ein- mal verbessern, wenn die Nordkurve bis zum Beginn der DLM im Juli 2010 ausgebaut sein wird und dadurch widrige Windverhält- nisse verhindert werden. Ich bin überzeugt, dass dieses nationale Großereignis in der Sportstadt Braunschweig und der sportbe- geisterten Region wie bei früheren Leichtathletikmeisterschaften auf große Resonanz stoßen wird." Um noch offene Fragen der Sponsoring-Verträge zu klären, wird die Stadt DLV und Sponsoren zu einem Gespräch einladen. Laczny: "Dazu sind wir gern bereit, und ich bin sicher, dass wir die Regelungen schnell in eine Form gebracht haben werden, mit der sich alle Seiten einverstanden erklären und von der alle Seiten profitieren." Das Gespräch wird in Kürze stattfinden. Braunschweig war bereits in den Jahren 2000 und 2004 Austragungsort der Deutschen Leichtathletikmeisterschaften und 2005 fanden in der Stadt die Deutschen Jugendmeisterschaften statt.
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 25. August 2009 Titelkämpfe in Braunschweig in Gefahr Deutscher Leichtathletik-Verband will eine Garantieerklärung der Stadt und nicht mit Sponsoren verhandeln Von Ute Berndt Braunschweig. Die Weltmeisterschaft in Berlin mit den erfolgreichen wie sympathischen deutschen Athleten hat eine Traumvor- lage gegeben für den Ausrichter der deutschen Meisterschaften 2010. Dass dies Braunschweig sein wird, ist aber wieder unsicher. Eigentlich schien alles nur noch eine Frage von Vertragsdetails zu sein. Die Stadt hatte sich mit dem Niedersächsischen Leicht- athletikverband (NLV) im Juni um die Titelkämpfe vom 16. bis 18. Juli 2010 beworben. Und der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) hatte die Veranstaltung, gleichzeitig Qualifikation für die Europameisterschaft in Barcelona, nach Braunschweig vergeben. Weil die Stadt die 125 000 Euro Austragungsgebühr, die der Verband verlangt, nicht aus Haushaltsmitteln aufbringen will, hatte sie Sponsoren akquiriert, die dafür einstehen. So weit, so gut und unstrittig. "Dann macht es Ulm halt nochmal" Sportdezernent Wolfgang Laczny hatte damals erklärt, leicht knifflig seien lediglich noch Verhandlungen um Gegenleistungen für die Braunschweiger Sponsoren. Denn der DLV hat wie üblich seinen Hauptwerbepartnern exklusive Rechte zugesichert. Doch dies ist wohl gar nicht das Problem. Man begrüße es, dass Braunschweig Werbepartner für die Leichtathletik gewinnen konnte und werde sich diesbezüglich sicher einig, sagt Frank Lebert, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft des DLV. "Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass wir gegebenenfalls woanders hingehen müssen", sagte er im Blick auf andere Streitpunkte. Nach der WM würde weiter diskutiert. Konkreter wollte er nicht werden, Rita Girschikofsky schon. "Momentan wissen wir nicht, wie es weiter- geht", sagt die NLV-Präsidentin. Die Stadt sei nicht bereit, für die 125 000 Euro eine Garantieerklärung abzugeben, die der DLV von allen Ausrichter-Städten seiner Wettkämpfe verlangt, egal wer die Rechnung wirklich bezahlt. In einer früheren Presseerklär- ung der Stadt Braunschweig heißt es aber, der DLV müsse "die Vertragsverhandlungen direkt mit den Sponsoren führen". Doch dazu ist der Verband nicht bereit. Immerhin hieße das, sechs Einzelverträge auszuhandeln. "Das kann man nicht verlangen", findet Girschikofsky. "Die Stadt und der NLV sind die Partner des DLV, nicht die Sponsoren." Sie steht unter Zeitdruck, hat alle großen Braunschweiger Hotels für die Zeit der Meisterschaft geblockt und muss die Buchungen bis 31. August tätigen. Zudem gilt es, ein Organisationskomitee zu bilden. "Das ruht alles, man kann ja nicht Leute ansprechen und später sagen, ätsch, ihr habt umsonst gearbeitet." Dass der DLV in einer schlechten Position ist, weil er die DM bereits nach Braunschweig vergeben hat, glaubt sie nicht. "Dann macht es Ulm halt nochmal", ist Girschikofsky überzeugt. Und auch DLV- Chef Clemens Prokop meint: "Wir haben ja unseren Pool von Ausrichterstädten." Von der Stadt war keine Stellungnahme zur aktuellen Lage zu erhalten, nur der Verweis auf die alte Presseerklärung. Und Laczny ist noch zwei Wochen im Urlaub.
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 17. September 2009 Kompromiss für Leichtathletik-DM in Braunschweig Stadthallen-GmbH soll als Mittler aktiv werden Von Ute Berndt Braunschweig. Dass die deutsche Leichtathletik-Meisterschaft 2010 wie geplant in Braunschweig ausgetragen wird, hängt nach wie vor am seidenen Faden. "Aber ich bin jetzt wieder etwas optimistischer", sagt Braunschweigs Sportdezernent Wolfgang Laczny. "Man spricht miteinander, damit haben wir eine Basis", freut sich Rita Girschikofsky, Präsidentin des Niedersächsischen Leichtathletikverbands. Es gibt zumindest eine Idee, wie die Differenzen überbrückt werden können. Zur Erinnerung: Die Stadt will die vom deutschen Verband geforderte Garantieerklärung für 125 000 Euro Gebühr nicht abgeben, sondern hat Sponsoren dafür gewonnen. Der DLV hat zwar nichts gegen diese Fremdfinanzierung, will aber nicht mit sechs Sponsoren einzeln verhandeln und möchte zudem das Geld gesichert haben, auch wenn ein Sponsor abspringt. Stadion-Chef Lemke soll Vertrag aushandeln Nun hat sich Stephan Lemke, Chef der städtischen Stadthallen-GmbH, eingeschaltet und mit DLV-Generalsekretär Frank Hensel verhandelt: "Wir versuchen das Ding zu retten." Lemke möchte mit dem DLV einen Nutzungsvertrag fürs Stadion schließen und die vom Verband eingeräumten Werberechte an die Braunschweiger Sponsoren weitergeben. Der Verband hätte wie gewünscht nur einen Ansprechpartner, die Sponsoren bekämen ihre Gegenleistungen. Eine Garantieerklärung darf die Stadthallen-GmbH allerdings auch nicht geben. Laczny begrüßt den Kompromiss: "Wir vermeiden eine Haftung mit dem städtischen Haushalt und geben dem DLV andererseits hinreichende Sicherheiten." Denn von den Sponsoren, wie der Landessparkasse oder BS Energie, die der Stadt zuliebe einsteigen, sei ja keiner finanziell gefährdet. Ob Lemkes Vertrag letztlich von beiden Seiten abgenickt wird, ist noch offen. Der DLV hat sich inzwischen abgesichert: Wattenscheid und Ulm würden die Titelkämpfe zur Not kurzfristig über- nehmen.
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 26. September 2009 Fast alles klar für die Titelkämpfe in Braunschweig Verhandlungen zwischen Leichtathleten und Sponsoren kurz vor Abschluss Von Ute Berndt Braunschweig. Ende nächster Woche hofft Stephan Lemke die frohe Botschaft verkünden zu können, dass die deutsche Leicht- athletik-Meisterschaft 2010 tatsächlich im Braunschweiger Stadion über die Bühne geht. Der Chef der Stadthallen-GmbH hatte sich vergangene Woche die Rückendeckung des städtischen Sportdezernenten Wolfgang Laczny geholt, dass er als Unterhändler zwischen dem Deutschen Leichtathletikverband und dessen Vermarktungsgesellschaft DLP auf der einen sowie der Stadt und ihren Sponsoren auf der anderen Seite tätig werden kann. Daraufhin erhielt der Braunschweiger von den Leichtathletik-Verantwortlichen eine Liste mit werblichen Gegenleistungen, die die hiesigen Sponsoren für die 125 000 Euro Ausrichtungsgebühr bekommen können, die sie für die Stadt zu übernehmen bereit sind. "Im Moment rede ich mit den Sponsoren über diese Pakete und hoffe, dass wir nächste Woche durch sind", sagt Lemke optimis- tisch. Auch DLP-Geschäftsführer Frank Lebert, der es abgelehnt hatte, mit jedem Braunschweiger Sponsor einzeln zu verhandeln, gibt sich inzwischen zuversichtlich: "Ich hatte gute Gespräche mit Herrn Lemke, und wir gehen fest davon aus, dass die nächsten Meisterschaften in Braunschweig stattfinden." ==> Mehr Berichte zum Thema finden Sie weiter oben.
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 10. November 2009 Ein Modell, das Schule machen könnte 2010 übernehmen erstmals Sponsoren die Ausrichtungsgebühr für eine deutsche Leichtathletik-Meisterschaft Von Christian Schiebold Braunschweig. Leichtathleten sind in aller Regel Einzelkämpfer. Teamwork war hingegen gefragt, um die Deutschen Meister- schaften 2010 in Braunschweig ausrichten zu können. "Wir ziehen alle einem Strang - das ist sensationell", betonte Ulrike Kayser, Sprecherin der Volksbank, gestern bei einer Pressekonferenz, als die Kooperation vorgestellt wurde. Das Kreditinstitut ist eines von sechs Unternehmen, die zusammen die Ausrichtungsgebühr in Höhe von 125 000 Euro an den Deutschen Leichtath- letik-Verband überweisen. Neben der Volksbank haben noch die Braunschweigische Landessparkasse, BS-Energy, Volkswagen Financial Services, die Nibelungen Wohnbaugeselleschaft und die Braunschweiger Verkehrs AG ihre Hand am Staffelstab. Erstmalig wird diese Bewer- bungssumme nämlich nicht aus dem städtischen Haushalt aufgebracht. "Der Verband hat eingesehen, dass die Kommunen in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht mehr über diese Mittel verfügen", berichtet Braunschweigs Sportdezernent Wolfgang Laczny von den Gesprächen mit dem DLV, für die er jede Menge Ausdauer brauchte. "Das war ein Verhandlungsmarathon." Das Ergebnis, sprich das innovative Finanzierungskonzept, könne sich jedoch sehen lassen. "Das Modell könnte Schule machen", glaubt Laczny. Vom 16. bis 18. Juli 2010 werden Deutschlands beste Leichtathleten im Braunschweiger Stadion um die nationalen Titel kämpfen. Insgesamt rechnet Rita Girschikofsky, Präsidentin des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes, mit 1000 Aktiven, darunter auch viele Top-Stars. "Es müssen fast alle antreten, weil es um die Qualifikation für die EM in Barcelona geht" sagt Girschikofsky, die nun umgehend mit Otto Schliekmann, dem Präsidenten des MTV Braunschweig, das Organisationskomitee bilden wird. "Wir werden sofort loslegen. Bis Juli ist nicht mehr viel Zeit." Sorgen bereite ihr, dass der Termin der Wettkämpfe in den Sommerferien liegt. So hätten viele Kampfrichter für diesen Zeitraum schon Urlaub gebucht. Sportdezernent Laczny ist trotzdem davon überzeugt, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg wird. Er sei sich sicher, dass man Meisterschaften erleben werde, die die beiden vorherigen Titelkämpfe noch toppen werden. Dazu werde auch der bis dahin abge- schlossene Nordkurven-Ausbau beitragen. "Endlich haben wir dann keine Fallwinde mehr. Das war immer ein Ärgernis für die Athleten", weiß Laczny. Umso mehr Rückenwind erhoffen sich die Partner dafür beim Zuschauerinteresse. Spätestens seit der erfolgreichen WM in Berlin im Sommer ist Landessparkassen-Vorstand Kurt Gliwitzky frohen Mutes: "Leichtathletik ist wieder in." ==> Ein weiterer Bericht zum Thema auf der Home-Page des NLV
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 17. Dezember 2009 Finalkämpfe kompakt am Abend Organisationsteam für Leichtathletik-DM steht Von Ute Berndt Braunschweig. "Normalerweise haben wir zwei Jahre Vorbereitung, diesmal müssen wir es in sieben Monaten schaffen", bringt Frank Kowalski die große Herausforderung auf den Punkt. Bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig am 17. und 18. Juli 2010 fungiert er als Meetingdirektor. Beim deutschen Verband (DLV) ist Kowalski Direktor Veranstaltungsmana- gement, eine Abteilung, die es bei den früheren DM-Auflagen in Braunschweig, 2000 und 2004, noch nicht gab. "Wir sind jetzt besser aufgestellt beim DLV und können besser operativ eingreifen", verdeutlicht er. "Aber wir sitzen in Darmstadt und sind auf die Erfahrung und die Kontakte vor Ort angewiesen." Die sollen, wie bereits bei den Titelkämpfen zuvor, Otto Schlieckmann und Rita Girschikofsky beisteuern. Der Vorsitzende des MTV Braunschweig vertritt den Standort Braunschweig, die Präsidentin des Niedersächsischen Leichtathletikverbandes, den NLV, der offizieller DM-Ausrichter ist. Mit Kowalski bilden sie den Vorstand des Organisationskomitees. Das OK, dem auch noch Vertreter der Stadt und der Stadthallen-GmbH sowie die Leiter diverser Arbeitsgruppen angehören, tagt bis zur DM noch viermal in Braunschweig. Beim ersten Treffen hat man sich auf drei Ziele für die Arbeit der nächsten Monate fest- gelegt: Die Athleten sollen Top-Bedingungen vorfinden, mit dem Schub der Heim-WM in Berlin soll das Stadion möglichst an beiden Tagen voll werden, und es muss eine Dramaturgie für die beiden Veranstaltungstage geben. Relativ kompakt sollen vor- mittags die Vorkämpfe und abends die Finalwettbewerbe über die Bühne gehen, was Zuschauern und Fernsehanstalten entgegen kommt.
DLV-Presseinformation vom 18. Dezember 2009 (Von Anja Herrlitz) Ticketing-Start für Deutsche Meisterschaften in Braunschweig Am heutigen Freitag um 12 Uhr fiel der Ticket-Verkauf-Startschuss für die Deutschen Meisterschaften im kommenden Jahr in Braunschweig. Am 17. und 18. Juli kämpfen die deutschen Athleten dann nicht nur um Titel und Medaillen, sondern auch um die Plätze im DLV-Team für die Europameisterschaften in Barcelona (26. Juli bis 1. August). Hürdensprinterin Carolin Nytra (Bremer LT) peilt in Braunschweig ihren vierten Titel in Folge an, bevor es bei der EM ins Finale gehen soll. “Die Deutschen Meister- schaften sind neben der EM sicherlich das Highlight der Saison”, sagte Carolin Nytra am Freitag auf einer Pressekonferenz in Braunschweig. “Nach meinem Hattrick im vergangenen Jahr würde ich gerne zum vierten Mal in Folge gewinnen und vielleicht auch den Meisterschaftsrekord angreifen.” Diesen hatte sie im vergangenen Jahr in 12,78 Sekunden selbst aufgestellt. Den Grund- stock für die nächste Saison legt sie mit ihrem Trainer Jens Ellrott in einem Trainingslager in Südafrika vom 27. Dezember bis 16. Januar. “Sicherlich kann das nächste Jahr einfacher werden als die WM-Saison”, sagte er. “Wichtig ist, dass Carolin ohne Ver- letzung und Rückschläge durch die Vorbereitung kommt.” Dann könne es in Barcelona zu einem “großen Finale” kommen, in dem auch sein Schützling mitmischt. Zuvor kommt es aber zu spannenden und hochklassigen Finals bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig. “Wir arbeit- en vor allem an der Dramaturgie mit kompakten Finalprogrammen”, sagte Frank Kowalski, Veranstaltungsdirektor im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). “Wir haben zudem für die Zuschauer eine bewusst günstige Preispolitik verfolgt”, betonte er. Die günstigste Dauerkarte für eine Familie gibt es bereits für 25 Euro, Einzelpersonen können beide Meisterschaftstage für 12 Euro (ermäßigt 9 Euro) erleben. “Zudem gibt es bereits jetzt eine garantierte Fernsehübertragung von je bis zu zwei Stunden pro Tag bei ARD und ZDF”, sagte er. Für optimale Rahmenbedingungen will die Stadt Braunschweig sorgen. “Selbstverständlich wollen wir an die Erfolge der Jahre 2000 und 2004 anknüpfen, als die Deutschen Meisterschaften bereits in Braunschweig stattfanden”, sagte Braunschweigs Bürger- meisterin Friederike Harlfinger. “Die Stadt Braunschweig wird alles unternehmen, damit auch die dritten Deutschen Meister- schaften zu einem großen Erfolg werden.” Und Rita Girschikofsky, Präsidentin des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes (NLV), fügte hinzu: “Wir sind optimistisch, dass wir optimale Rahmenbedingungen bieten werden. Wichtig sind hierfür viele ehren- amtliche Mitarbeiter.” Gesichert ist bereits die finanzielle Unterstützung. “Mit einem Sponsorenpool regionaler Unternehmen sind die Rahmenbeding- ungen sicher”, sagte Wolfgang Laczny, Schul-, Kultur- und Sportdezernent der Stadt Braunschweig. Und er ist sich sicher: “Das Berliner WM-Publikum war sicher ein gutes, aber das Publikum in Braunschweig wird mindestens genauso gut.” Tickets für die Deutschen Meisterschaften in Braunschweig gibt es seit dem 18. Dezember über www.eventim.de und über die Telefon-Hotline 0 18 05 / 99 44 09. Ab dem 4. Januar 2010 sind Tickets auch über die bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Weitere Informationen zu den Deutschen Meisterschaften und Ticketpreisen finden Sie auf www.leichtathletik.de.
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 9. Juli 2010 Nordtribüne soll Wind abweisen Leichtathletik-Meisterschaften bieten Neuerungen für alle Beteiligten - Wettkämpfe auf riesiger Videowand Von Ute Berndt Braunschweig. Bessere Bedingungen für die Athleten, mehr Unterhaltung und Service für die Fans. Das versprechen die Organi- satoren der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig. Unser Überblick zeigt, was am 17./18. Juli neu sein wird. Nordkurve "Schon optisch ist das geschlossene Stadion mit hoffentlich vollen Rängen ein wunderschönes und motivierendes Bild für die Ath- leten", sagt Braunschweigs Veranstaltungschef Otto Schlieckmann. Vor allem aber hoffen die Verantwortlichen, dass die neue Tribüne den Wind abhält. Bei den Titelkämpfen 2004 bekamen die Sprinter bei typischer Westwindlage Sturm und Regen direkt ins Gesicht. "Selbst wenn es wieder windig würde, wäre nun davon viel weniger zu spüren", verspricht Schlieckmann und erwartet gute Sprintleistungen wie bei der Meisterschaft 2000 in Braunschweiger. "Unsere Bahn ist eigentlich recht schnell." Videowand Der Deutsche Leichtathletikverband hat richtig investiert und bietet den Zuschauern im Stadion die Wettkampfbilder auf einer riesigen, zehn mal acht Meter großen Videowand. Ein Kamerateam des DLV macht extra Aufnahmen dafür. Termin Deutsche Meisterschaften erst zwei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt - das hat es in neuerer Zeit noch nicht gegeben. "Der Grund ist, dass die Europameisterschaft in Barcelona mit Ende Juli sehr früh liegt, und wir andererseits der Fußball-WM aus dem Weg gehen wollten", erläutert DLV-Veranstaltungschef Frank Kowalski. Ob diese Periodisierung den EM-Leistungen der deutsch- en Athleten gut oder schlecht bekommt, wollte noch niemand vorhersagen. Zeitplan So kompakt und publikums- wie fernsehgerecht waren die Entscheidungen noch nie in die letzten zwei Stunden der Wettkampf- tage geballt. Am Samstag bilden der Frauen-Hochsprung und die Sprints mit dem 100-Meter-Lauf der Männer den Schlusspunkt, Sonntag die Staffeln und der Speerwurf der Frauen. Siegerehrungen Möglich macht die Straffung des Sportprogramms die Idee, die zeitraubenden Siegerehrungen aus dem Innenraum des Stadions zu verbannen. Dabei erhalten die Sieger dort nur Blumensträuße, und die richtige Siegerehrung findet dann auf einem Podest im Außengelände des Stadions statt, wo die Gastronomie- und Sportmesse-Zelte stehen. "Dort sind nach den Wettkämpfen mehr Menschen als im Stadion", sagt Schlieckmann. "Und die Fans können sich dann sofort bei den Athleten Autogramme holen." Die Leichtathletik-Großvereine und die Spitzenathleten hätten diese Idee bereits abgenickt, berichtet der Braunschweiger. Aber laut Kowalski gibt es trotzdem noch einige Diskussionen beim DLV, ob diese Ehrungs-Revolution tatsächlich wie geplant über die Bühne geht. Ergebnisdienst Erstmals sollen die Fans die Ergebnisse live auch in ihrem Internet-Handy ablesen können. Blindenkommentare Zwei Reporter werden das Geschehen im Stadion für Blinde kommentieren. Für diesen Service sind noch rund 15 Plätze frei. Anmeldung: DM-Geschäftstelle, 05 31 - 4 36 33. ==> Weitere Informationen zu den Deutschen Meisterschaften finden Sie auf www.leichtathletik.de.
NEUE BRAUNSCHWEIGER vom 14. Juli 2010 Perfekte Bedingungen für Titelkämpfe Braunschweig ist idealer Austragungsort für Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften Von Martina Jurk Braunschweig. Die schlechte Nachricht: Wer nicht bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am Wochenende dabei ist, verpasst etwas. Die gute Nachricht: Es gibt für alle Kategorien noch Karten. Die deutschen Top-Athleten gehen am Sonnabend und Sonntag im Eintracht-Stadion an den Start, darunter Diskus-Weltmeister Robert Harting, die Vize-Weltmeisterinnen im Hammerwurf und Kugelstoßen, Betty Heidler und Nadine Kleinert, Hochspringerin Ariane Friedrich. Die Starterliste ist komplett, 1250 Sportler haben gemeldet. Nach 2000 und 2004 werden zum dritten Mal die nationalen Leichtathletik-Titelkämpfe in Braun- schweig ausgerichtet. “Hier haben nicht nur die Athleten ideale Bedingungen, sondern auch die Zuschauer”, meint Otto Schlieck- mann vom Organisationskomitee. Eine Premiere bei dieser DM: 1000 Teilnehmer des Sternlaufs treffen am Sonntag vor den Finalkämpfen (13.40 Uhr) im Stadion ein. Braunschweig ist zu einer Top-Adresse für Leichtathletik-Titelkämpfe geworden: gut besucht, bestens organisiert, ideale Größe. Mit dem Ausbau der Nordkurve ist das Stadion jetzt komplett überdacht. Extra-Bonus für die Zuschauer: Sie sind ganz dicht dran am Geschehen. “Von allen Plätzen aus können die Besucher die insgesamt mehr als 40 Wettkämpfe sehr gut ver- folgen”, verspricht Otto Schlieckmann. Trotzdem werde in der Südkurve eine 80 Quadratmeter große Videowand installiert. Unab- hängig von Fernsehkameras sei der ausrichtende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit einem eigenen Aufnahmeteam dabei, um die Bilder von den Entscheidungen auf die Videowand zu projizieren. Ziel: EM in Barcelona Eine besonders spannende Atmosphäre entsteht bei nationalen Titelkämpfen immer dann, wenn es um etwas mehr geht. Und so ist es auch bei diesen Deutschen Meisterschaften. Für einige Athleten ist Braunschweig die letzte Chance, sich für die Europa- meisterschaften eine Woche später in Barcelona zu qualifizieren. Höchstens drei Athleten pro Wettbewerb fahren zur EM. Wer das sein wird, entscheidet sich an diesem Wochenende in Braunschweig. Bereits am Montag will der DLV die nationale Starter- liste bekannt geben. Hervorragende Leistungen erwartet Otto Schlieckmann bei den Sprintwettbewerben. “Bei den derzeitigen Wetterbedingungen kommen die Läufer schnell auf optimale Betriebstemperaturen.” Als Lokalmatadore sind fünf Läufer der Leicht- athletik-Gemeinschaft (LG) Braunschweig am Start. Noch nie war die Vorbereitungszeit für eine Großveranstaltung dieser Dimension so kurz wie bei dieser DM. Ein halbes Jahr - für Schlieckmann grenzwertig. Der Grund: Es blieb lange unklar, ob die Meisterschaften überhaupt in Braunschweig stattfinden würden. Die vom DLV geforderten 125 000 Euro konnte und wollte die Stadt nicht aufbringen. Schließlich fanden sich sechs Unter- nehmen, die in den “DM-Topf” einzahlten. Die Schwierigkeit dabei war, dass es zu Konflikten mit den Sponsoren des DLV hätte kommen können. “Die Braunschweiger Unternehmen waren einverstanden, öffentlich nicht im Zusammenhang mit der DM zu werben. Die Bedeutung der Veranstaltung war ihnen das wert. Das war eine schwierige Gratwanderung, ob das so funktioniert, aber nun eine Besonderheit, dass es gelungen ist”, betont Otto Schlieckmann. Karten für Bus und Bahn Knapp 400 000 Euro kostet die Veranstaltung. Finanziert wird das Ganze aus Sponsoren- und Eintrittsgeldern. Zweimal 20 000 Karten könnten verkauft werden. Bislang wurden 14 000 Tickets abgesetzt. Bei den beiden Meisterschaften 2000 und 2004 sind so viele Karten verkauft worden, dass die Veranstaltungen mit einem finanziellen Plus abgeschlossen wurden. Schlieckmann hofft diesmal auf eine “schwarze Null”. Der Vorverkauf (keine extra Gebühren) läuft bis Freitag 18 Uhr an allen bekannten Vorverkaufs- stellen und im Internet. Die Eintrittskarten gelten gleichzeitig als Fahrausweise für den Öffentlichen Nahverkehr. Jeweils ab 10 Uhr sind die Kassen am Stadion geöffnet. Gut für Braunschweig Nicht unerheblich ist der wirtschaftliche Faktor der DM für Braunschweig, denn knapp 4000 Hotelbetten sind zwei Tage lang aus- gebucht. Mehr als 100 Journalisten aller namhaften Zeitungen sowie 145 TV-Mitarbeiter sind akkreditiert. 350 ehrenamtliche Helfer vornehmlich aus der Region sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. 150 Kampfrichter überwachen die Wett- kämpfe. Otto Schlieckmann ist besonders gespannt auf die Entscheidung im Weitsprung der Männer. “Sebastian Bayer will nach seiner Fußverletzung über die Acht-Meter-Marke springen.” Mit 8,49 Meter im vergangenen Jahr landete er auf Position zwei der ewigen nationalen Freiluft-Bestenliste. ==> Weitere Informationen zu den Deutschen Meisterschaften finden Sie auf www.leichtathletik.de.
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 16. Juli 2010 (Zwei Artikel) Spitzentechnik und eine eigene Hymne Nie waren Titelkämpfe aufwendiger Braunschweig. Es ist angerichtet. Gestern wurde das Braunschweiger Eintracht-Stadion wettkampffertig gemacht, heute dürfen die Athleten zum Trainieren hinein. Die aufwendigsten deutschen Meisterschaften, die es je gegeben hat, sind in Braunschweig in nur sieben Monaten auf die Beine gestellt worden. "Sensationell", lobt Frank Kowalski, Veranstaltungschef des DLV die Organi- satoren vor Ort. Mit den Titelkämpfen will der Verband neue Maßstäbe setzen in Richtung Event. "Ich erwarte eine Leistungsshow der Athleten, die wir entsprechend aufbereiten und präsentieren werden", kündigt er an. Dafür hat der DLV enorm in die Technik investiert. Eine 80-qm-Videowand neben den üblichen Anzeigetafeln soll dem Publikum Wettkämpfe und Zeitlupen nahe bringen. Dazu müssen die in HD-Qualität gedrehten Fernsehbilder extra wieder technisch "ver- kleinert" werden. Gleich mehrere Moderatoren werden den Fans helfen, das Geschehen auf dem Riesenfernseher und im Stadion einzuordnen. Zum Rahmenprogramm gehört auch eine eigene Meisterschafts-Hymne. Gertrud Wagner, Kammersängerin aus Hannover, und ihr Partner Markus Matschkowski singen das eigens geschriebene Lied "Let’ go to Barcelona". "Wenn die Zu- schauer begeistert nach Hause gehen, sind wir zufrieden", sagt Kowalski. Allerdings muss es auch finanziell stimmen, doch da hat der Veranstaltungschef keine Bedenken. 15 000 Tickets sind bislang schon im Vorverkauf weggegangen, mehr als im Vorjahr in Ulm insgesamt. Kowalski rechnet mit rund 30 000 Besuchern. "Denn Leichtathletik ist keine Vorverkaufs-Sportart, wir verkaufen normalerweise nochmal so viele Karten an der Tageskasse." (UB) Endspurt bei den Aufbauarbeiten Girschikofsky: Aufbau im Zeitplan - Am Wochenende 370 Helfer im Einsatz Die ersten Leichtathleten werden heute Nachmittag mit Trainingseinheiten in Braunschweig beginnen. Doch auch ohne sie herr- schte gestern bereits geschäftiges Treiben im Stadion: Rund 30 Helfer bereiteten die Wettkampfstätten auf das Wochenende vor. Um kurz nach 13 Uhr dringt für kurze Zeit etwas von den Vorbereitungen nach Außen: Abba hallt durch das weite Rund - Sound- check. Überall wird eifrig gearbeitet, wenn auch nur von einer überschaubaren Zahl Aufbauhelfer. "An den Wettkampftagen werden 370 freiwillige Helfer in Aktion sein. 80 Prozent von ihnen kommen aus der Region, der Rest aus ganz Deutschland", sagt Rita Girschikofsky, Präsidentin des Niedersächsischen Leichtathletikverbandes. Sie deutet auf einen Betonring in der Rasenfläche: "Den haben wir gestern erst in den Boden gelassen. Natürlich kommt er nach der DM wieder heraus, sonst kriegen wir noch Ärger mit den Fußballern". Der Aufbau sei voll im Zeitplan. An der Anzeigetafel macht sich Sven Schröder nützlich. "Gestern Abend haben wir die riesigen Tanks hinter der Anzeigetafel mit Wasser gefüllt. Sie werden als Gegengewichte dienen, damit die LED-Anzeige kein Übergewicht nach vorne bekommt", erzählt er. Jetzt wird die Anzeigetafel Stück für Stück mit einer motorisierten Seilwinde nach oben gezogen. Der Sport- und Fitnesskaufmann in Diensten des niedersächsischen Leichtathletikverbandes hätte die Meisterschaft gerne auch als Athlet bereichert, "aber der Qualifikationszeitraum fiel genau in die Zeit meiner Abschlussprüfung." Einige Meter davon entfernt begutachtet Martin Finkbeiner von der Herstellerfirma Benz noch einmal die Stabhochsprung-Anlage. Der Diplom-Ingenieur ist für die Entwicklung solcher Sport- anlagen zuständig und präsentiert seinen Hammerwurf-Ring erstmals bei einer Meisterschaft. Bei der DM soll die Konstruktion vom Leichtathletik-Weltverband lizenziert werden. "Bei der WM in Berlin habe ich gesehen, wie schwer sich die Helfer beim Auf- bau des Ringes und die Kampfrichter beim Verschwenken der Konstruktion während des Wettkampfes taten. Das war der Anstoß zur Neuentwicklung." Zweifel an seinem Ring habe er nicht, versichert Finkbeiner, "aber ich bin vor jedem Wettkampf angespannt. Schließlich will ich das in mich gesetzte Vertrauen nicht enttäuschen." ==> Weitere Informationen zu den Deutschen Meisterschaften finden Sie auf www.leichtathletik.de.
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 19. Juli 2010 Kompakt und kundenfreundlich In Braunschweig feiert der Finalblock überzeugende Premiere - Zuschauer erhalten alles, nur keine Pausen Von Ute Berndt und Hans-Dieter Schlawis Braunschweig. Schon im Jahr 2000 war Braunschweig mal Vorreiter, als die deutschen Meisterschaften von drei auf zwei Tage verkürzt wurden. Diesmal erlebten die Zuschauer die Premiere des Finalblocks und feierten sie. 19 Entscheidungen zwischen 13.50 und 17.15 Uhr am Sonntag - Leichtathletik kompakt, ein Final-Feuerwerk. Da wird eine Sinfonie zum Minuten-Walzer. "Wir haben uns nach langen Diskussionen entschieden, das Programm zu straffen", sagt Clemens Prokop, der Präsident des deutsch- en Leichtathletik-Verbandes (DLV), und nennt nur einen Grund, warum Fernsehen und Fans in der Vergangenheit zu Recht murrten. "Allein für die Sieger-Ehrungen sind bisher fast vier Stunden draufgegangen." Jetzt werden nur noch die ersten Drei ge- ehrt, es gibt nur noch einen Ehrenden - was wohl der eine oder andere Funktionär erstmal verdauen musste. Die Ehrungen jetzt: Kurz und bündig, zwei Fragen an den Sieger - übertragen auf die Videowand - und nach zwei Minuten geht’s weiter zum nächsten Höhepunkt. Dramaturgie ist alles, Pausen schädlich. "Wir haben das Programm durchkomponiert", sagt DLV-Veranstaltungschef Frank Kowalski. Die Wettbewerbe werden im Stadion verteilt, damit alle etwas hautnah erleben. "Deshalb haben wir etwa den Kugelstoßring auf die andere Seite verlegt", so Kowalski. Finale auf Finale, dazwischen kurze Interviews mit Siegern und Geehrten, per Trailer vorgestellte Favoriten, Musik, eine eigene Hymne zum Beginn des Hauptprogramms wie bei großen Box-Wettkämpfen, Fehlstart-Diagramme mit Reaktionszeiten - das alles auf einer 80 Quadratmeter großen Videowand, die zudem Zeitlupen, Wiederholungen, Athleten-Reaktionen zeigt: Die neue Erleb- nis-Leichtathletik bietet dem Zuschauer alles, nur keine Pausen. Soviel Inhalt wie möglich für die Fans und vor allem das Fern- sehen. Auch wenn sie von diesen ganzen Dingen nicht viel mitbekommen hatten, und wie Ariane Friedrich vielleicht auch manchmal et- was ungehalten waren über das zeitliche Gedränge der Entscheidungen, das auch räumliche Enge zur Folge hatte - die Athleten genossen Braunschweig. "Das Publikum war großartig", meinte die Hochspringerin und erinnerte sich: "2004 bin ich hier zum ersten Mal Meisterin geworden - ich glaube, mit 1,90 Meter." "Das ist das schönste Leichtathletikstadion Deutschlands" schwärm- te Diskus Weltmeister Robert Harting von der Videowand ins Rund und bekam Unterstützung von Carolin Nytra: "Optisch sieht es wirklich sehr gut aus mit der neuen Tribüne, Braunschweig ist jetzt so ein niedlicher kleiner Kessel - und die Stimmung in meinem Endlauf ist auch richtig abgegangen." 5000-Meter-Meister Arne Gabius sprach von einem "Leichtathletik-Schmuckkästchen", das sich gegenüber den Titelkämpfen 2000 und 2004 noch schöner herausgeputzt habe. "Es ist wirklich toll hier, ich hätte nichts dagegen, hier öfter zu laufen, meinte der Tübinger und betonte, er sage das nicht, weil seine Freundin aus Braunschweig stammt. "Die Stimmung kommt ansatzweise an die von internationalen Meisterschaften heran", urteilte Hammerwerferin Betty Heidler und gab zu, von der großen Unterstützung von den Tribünen vom ersten Wurf an überrascht gewesen zu sein. "Und die haben das durchgezogen bis zum Schluss. Da will man die Fans natürlich auch nicht enttäuschen, gibt alles - und so ist meine starke Serie möglich geworden."
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 19. Juli 2010 "Wir haben Klasseleistungen gesehen" Leistungsträger machen mit guten Auftritten Hoffnung für die Europameisterschaft - Heute wird nominiert Von Ute Berndt Braunschweig. Zugegeben, es gab in Braunschweig - im Gegensatz zur Meisterschaft 2009 in Ulm - keinen Doppelerfolg des "Traumpaars" Nytra/Bayer zu feiern und auch keine andere triumphale oder rührende Geschichte, die die Titelkämpfe lange über- dauern wird. Aber das brauchte diese Veranstaltung auch nicht, denn in gut einer Woche beginnt ja schon die Europameister- schaft in Barcelona und wird ohnehin für neuen Gesprächsstoff sorgen. Die deutschen Spitzenathleten haben im Eintracht-Stadion bewiesen, das sie gut gerüstet sind. Die extrem kurze Zeitspanne, die ihnen erstmalig zwischen den beiden Saisonhöhepunkten bleibt, wurde von den meisten begrüßt. Die Form von Braunschweig, so die Theorie, lässt sich prima nach Barcelona mitnehmen und dort noch ein bisschen steigern. "Wir haben unter hervorragenden Bedingungen herausragende europäische Leistungen ge- sehen. Ich bin mit Blick auf die EM mehr als zuversichtlich", bilanzierte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen nach den zwei Tagen Spitzensport vor 30 000 Zuschauern. Mit einer Aufzählung hielt er sich gar nicht erst auf. Die vielen Medaillenkandidaten und Hoffnungsträger zu nennen, hätte nur die Gefahr geborgen, den einen oder die andere zu vergessen. Braunschweig sah, trotz nicht optimaler Windbedingungen, Weltklasse- Leistungen, wie den Hammerwurf-Meisterschaftsrekord von Betty Heidler, die Zweimeter im Hochsprung von Ariane Friedrich, die Diskusweite von Robert Harting oder die Hürdenzeit von Carolin Nytra und viele andere sehr gute Auftritte. Da war es schwer, emo- tionale Höhepunkte herauszupicken. "Für mich war es am Samstag Betty Heidler, die mit ihren überdurchschnittlichen Würfen das Publikum gleich auf ihrer Seite hatte und eingestimmt hat auf die zwei tollen Tage", sagte Kurschilgen. "Für mich war es Ariane Friedrich mit ihrem Zweimetersprung, der ein absolutes Haus war", meinte DLV-Veranstaltungschef Frank Kowalski und meinte damit, dass da noch viel Luft zwischen Friedrichs Körper und der Latte blieb. "Es war psychologisch sehr wichtig, dass sie diese Marke schafft, und das Publikum hat es gespürt und sie toll unterstützt." Ein Teil der Einfach-Normerfüller nutzte die letzte Chance, die zweite Norm zu schaffen und sich ein EM-Ticket zu sichern. Sprinter Alexander Kosenkow, Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, Diskuswerferin Sabine Rumpf, Hürdensprinter Matthias Bühler und wenige andere. Viele Läufer scheiterten allerdings am Gegenwind auf der Bahn. Und die beiden großen Sorgenkinder der Bundestrainer hatten auch nichts zu jubeln. Hochspringer Raul Spank, der WM-Dritte von Berlin, und Weitspringer Sebastian Bayer, der Halleneuroparekordler, schaffen nach ihren Fußoperationen die Norm für Barcelona nicht. Spank scheiterte allerdings hauchdünn an den geforderten 2,28 Meter, schaffte immerhin 2,25 Meter. Er kann hoffen, wegen seiner aufsteigenden Leistungs- kurve trotzdem nominiert zu werden. "Ich habe so eine Ausnahme schon mal 2008 bei Olympia in Peking gerechtfertigt, und ich glaube, das würde ich in Barcelona wieder tun", warb er für sich. Bayer hingegen blieb mit 7,71 Meter weit hinter der EM-Norm von 8 Meter. Carolin Nytra wird also wohl ohne ihren Freund zur EM reisen müssen. Nominiert wurde die EM-Mannschaft für Barcelona noch gestern Abend in Braunschweig vom Bundesausschuss für Leistungs- sport. 10 bis 15 Härtefälle würde man wohl diskutieren müssen, und maximal 80 Athleten mitnehmen, hatte Kurschilgen ange- kündigt. Öffentlich präsentiert wird das Ergebnis erst heute Mittag im Trainingszentrum in Kienbaum, wo sich zum Sommerfest des Leistungszentrums auch Kanzlerin Angela Merkel angesagt hat. ****************************************************************************************************************************************************** Nach oben Zurück zur Übersicht (Presse) Zurück zur Startseite Zurück zur vorherigen Seite ..
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