1. Volksbank Stabhochsprung-Meeting am 23. Juni 2007 in Langen

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NORDSEE ZEITUNG vom 18. April 2007
Höhen bis zu 5,90 Meter erwartet
Elite der Stabhochspringer treffen sich in Langen

Bremerhaven.
Die Elite der Stabhochspringer will am Sonnabend, 23. Juni, in Langen ganz hoch hinaus. Gegen 18.30 Uhr
startet ein Weltklassefeld beim 1. Internationalen Volksbank Stabhochsprung-Meeting. Höhen bis zu 5,90 Meter werden erwartet.
Ein Garant dafür ist der derzeitige deutsche Jahresbeste Bjöm Otto von der LAV Bayer Uerdingen Dormagen, der in diesem Jahr
schon 5,90 m in der Halle gesprungen ist. Der 1,91 m große 30-jährige Athlet ist in diesem Jahr in Top-Form und wurde bei der
Hallen-Europameisterschaft in Birmingham Dritter. Dazu wurde er 2005 Studentenweltmeister. Im vergangenen Jahr sprang er
schon 5,82 m in der Freiluftsaison und wurde in diesem Jahr deutscher Hallenmeister vor Tim Lobinger & Co. Björn Otto wird
sich beim Volksbank Stabhochsprung-Meeting in einem starken Feld wiederfinden, denn weitere Verhandlungen laufen mit Tim
Lobinger, Lars Börgeling, Danny Ecker, Richard Spiegelburg und dem großen Nachwuchstalent Fabian Schulze. Es sieht sehr
danach aus, dass sich die komplette nationale Spitze in Langen treffen wird. Weiterhin werden fünf bis sechs internationale Top-
Springer erwartet, die das Springerfeld in Langen komplettieren sollen.
Gesprungen wird auf einer mobilen Stabhochsprunganlage mitten in Langen vor der Volksbank. Die Zuschauer sind nicht nur
hautnah dabei, sondern haben die Athleten auch vor Augen. Dafür sorgen Tribünen, die mit einer Höhe von 4,50 m für eine große
Übersicht sorgen. Eine Sitzplatzkarte kostet im Vorverkauf sechs Euro und an der Tageskasse neun Euro. Sitzplatzkarten
sollten sich die Zuschauer ab Anfang Mai sichern, denn von dort aus hat man eine optimale Aussicht und es wird nur ein ge-
wisses Kontingent zur Verfügung stehen. Bereits ab 16 Uhr beginnt am 23. Juni ein Vorprogramm. Die Volksbank sorgt für ein
Bungee-Jumping für Kinder. Eine Großleinwand hält die Zuschauer auf dem laufenden.

NORDSEE ZEITUNG vom 10. Mai 2007
Zwei Hochkaräter an der Angel
Stabhochspringer Ecker und Börgeling in Langen

Bremerhaven
(nz). Zwei weitere Hochkaräter in der Stabhochsprung-Szene haben für das internationale Volksbank Stabhoch-
sprung-Meeting am 23. Juni in Langen zugesagt. Neben Björn Otto sind zwei weitere 5,90-m-Springer mit von der Partie: Danny
Ecker und Lars Börgeling. Auch beim jüngeren Publikum sind beide sehr bekannt, denn bereits zwei Mal haben Sie das Turm-
springen von Stefan Raab auf Pro Sieben gewonnen. Die beiden Athleten können einiges aufweisen. Danny Ecker wurde 2007
Hallen-Europameister in Birmingham. Seine Bestleistung liegt bei 6,00 m, die er in der Saison 2001 sprang. Damit hält er auch
den Deutschen Hallenrekord. Er ist mehrfacher Olympia-Teilnehmer und in bestechender Form. Der 1,92m große Athlet wird von
Lezek Klima trainiert und startet für die LG Bayer Leverkusen.
Sein Trainingskollege Lars Börgeling steht dem nichts nach. Auch er hat eine Bestleistung von 5,85 m vorzuweisen. Auch er trai-
niert bei Leszek Klima und startet für die LG Bayer Leverkusen. Zu seinen Erfolgen gehören mehrere deutsche Meistertitel und
mehrfache Teilnahmen an Europa- und Weltmeisterschaften. Seine größten Erfolge feierte der 28-Jährige vor zehn Jahren, als er
Junioren-Europameister wurde, und 2001, als er den EM-Titel U 23 gewann.
12 Athleten zugelassen
Für die Zuschauer wird das Meeting ein Highlight. Derzeit laufen mit weiteren Athleten Verhandlungen. Insgesamt werden maxi-
mal zwölf Athleten zugelassen. Der Eintritt im Vorverkauf beträgt 6 Euro, an der Tageskasse 9 Euro. Die Eintrittskarten sind in
Kürze erhältlich.

NORDSEE ZEITUNG vom 23. Mai 2007
Fabian Schulze sagt für Langen zu

Langen.
Noch ein Hochkaräter für das Stabhochsprung-Meeting am 23. Juni in Langen: Fabian Schulze ist der beste deutsche
Nachwuchsspringer. Mit einer persönlichen Bestleistung von 5,81 in (2006) und 5,83 in (2007 in der Halle) ist der 23-jährige be-
reits in der internationalen Spitze angekommen. Bei der Hallen-WM in Moskau wurde er Vierter. Der für das LAZ Salamander
Kornwestheim startende Athlet wird von Ivan Magura-Böhm trainiert. Fabian Schulze verstärkt damit das starke Feld bei dem von
der Volksbank gesponserten Stabhochsprung-Meeting. Die Veranstalter verhandeln zurzeit noch mit Richard Spiegelburg (per-
sönliche Bestleistung: 5,85 m) und auch mit Tim Lobinger. Sollten diese beiden Athleten auch noch in Langen starten, dann
wären die sechs besten deutschen Stabhochspringer in Langen dabei. Ergänzt wird das Feld am 23. Juni durch sechs inter-
nationale Top-Springer. Die Zuschauer dürften also einen spannenden Wettkampf erleben. Einen Favoriten kann man nicht be-
nennen, das Wetter und die Tagesform werden wohl über den Sieg entscheiden. Wenn die Bedingungen gut sind, könnten die
Zuschauer sogar einen neuen Rekord erleben.

NORDSEE ZEITUNG vom 7. Juni 2007
Der 5,81-Meter-Mann kommt
Tim Lobinger hat für das Stabhochsprung-Meeting in Langen zugesagt -- Zeitgleich Europacup

Langen.
Zugesagt hat er, ob er kommt, ist aber noch nicht klar. Tim Lobinger will zwar am Volksbank Stabhochsprung-Meeting
in Langen am 23. Juni teilnehmen, doch einen Sprung über 5,81 m könnte ihm einen Strich durch die Rechnung machen. Denn
durch diesen Sprung empfahl er sich auch für den Europacup in München, der am gleichen Wochenende stattfindet. Ein deutscher
Stabhochspringer wird dort starten und der Deutsche Leichtathletik Verband nominiert immer den derzeit stärksten Springer. Ob
das im Moment Tim Lobinger ist, oder ihn Danny Ecker noch überflügelt, steht noch in den Sternen.
Falls Lobinger aber nicht zum Sprung in Langen ansetzt, bekommen die Zuschauer neben der deutschen Elite sechs weitere aus-
ländische Springer zu sehen, die zur Spitze in diesem Sport zählen. Diese Springer stehen aber noch unter Beobachtung, denn
für das Stabhochsprungtreffen in Langen soll den Besuchern etwas geboten werden. Deshalb treffen die Organisatoren die Aus-
wahl erst nach den erbrachten Ergebnissen. Tim Lobinger wird aber auf jeden Fall in Langen zu sehen bleiben, denn auf einer 10
Quadratmeter großen Videowand wird der Europacup aus München übertragen.
Wer sich selbst mal im Stabhochsprung in luftige Höhen schwingen möchte, hat dazu ab 16 Uhr Gelegenheit. Damit es mit dem
Fliegen auch klappt, gibt es tatkräftige Schützenhilfe. Die Eintrittskarten für das Stabhochsprung-Meeting gibt es ab sofort im Vor-
verkauf. Sie sind in allen Filialen der Volksbanken und beim Veranstalter ExecutiveSports, Langener Landstraße 262 in Bremer-
haven, zu kaufen. Im Vorverkauf kosten die Eintrittskarten 6 Euro, an der Tageskasse 9 Euro.

NORDSEE ZEITUNG vom 16. Juni 2007
Danny Ecker blickt in Richtung Gold
Stabhochspringer am 23. Juni in Langen dabei

Bremerhaven
(maf). Motivation hat Danny Ecker eigentlich noch nie gebraucht, um sich in luftige Höhen zu schrauben. Doch
seit dem 1. Dezember 2006 hat der Stabhochspringer eine zusätzliche Motivationsspritze. Die hat einen Namen und ist weiblich:
Marie, seine Tochter. Durch den Nachwuchs hat sich sein Zeitgefühl verschoben. Da fühlen sich zwei Wochen Trainingslager viel
länger an. "Das war schon hart", sagt der 29-Jährige. Der Familienvater hat Verantwortung übernommen. "Ich springe für die Fa-
milie", sagt er und spielt abwechselnd mit seinem Ehering und den Klettverschlüssen seiner Manschette, die er an der rechten
Hand trägt. Ratsch. Seit einer Woche ist sein Handgelenk ruhig gestellt, erst Gips, dann Manschette - Sehnenscheidenentzünd-
ung.
Doch den Leistungssportler haben ganz andere Verletzungen nicht aus der Bahn geworfen, auch wenn er die Situation nervig
findet. Alternatives Training sei nicht sein Fall, das steht jedes Mal dann an, wenn Verletzungen das "normale" Training verhindern.
Dann muss er seine lädierten Stellen mit speziellen Übungen wieder auf Trab bringen. "Von denen gibt es viele an meinem
Körper." Doch er lässt den Kopf nicht hängen. Stabhochsprung, das sei sein Leben, sagt er. "Es ist aber schon einfacher, wenn
ich zwei Mal die Woche springen kann", sagt er. Dann sei der erste Wettkampf auch nicht so schwierig. Den hat er am Mittwoch
in Cottbus, drei Tage später ist er zum ersten Mal beim Stabhochsprungmeeting in Langen am 23. Juni dabei. Auf diesen Wett-
kampf ist er schon sehr gespannt.
"Durch so eine enge Gasse anzulaufen, da fühlt man sich schon ziemlich beobachtet", sagt er und lacht. Organisator Carsten
Decker von ExecutiveSports erläutert den Aufbau mitten in Langens Innenstadt. "Der Anlauf der Stabhochspringer ist 46 Meter
lang. Die Tribüne mit 800 Plätzen rechts und links ist zehn Meter kürzer. Das heißt: Die Zuschauer sind hautnah dran." Für den
Aufbau der mobilen Anlage in der Debstedter Straße sind schwere Jungs gefragt und ein Gabelstapler. Eine Palette bringt mehr
als 200 Kilo auf die Waage, mit denen wird die Matte aufgebockt. Hinter der Anlage ist ein zwei Meter hoher Bauzaun. Darüber
schwebt eine zehn Quadratmeter hohe Videoleinwand. Sehr zur Freude von Ecker. "Beim Wettkampf hapert es mit meinem Kurz-
zeitgedächtnis. Ich vergesse, wann ich dran bin und wer schon gerissen hat", sagt er - ratsch. So hat er aber seine Leistungen
und die der Konkurrenz im Auge.
Fest im Visier hat er auch eine weitere Goldmedaille. Olympische Spiele 2008 in Peking. Dort will er seinen großen Traum wahr
machen. Wie es sich anfühlt, Europameister zu werden, hat er in diesem Jahr schon erfahren. Gold bei der Hallen-EM in Birming-
ham. Die Medaille hängt zwar nicht an der Wand. "Aber sie ist in Reichweite", sagt er geheimnisvoll lächelnd und - ratsch - der
Stolz ist ihm anzusehen. Die anderen Trophäen seiner sportlichen Karriere sammelt der 29-Jährige in einem Karton.
Schwierige Anreise per Flug
Die Anreise per Flugzeug wird allerdings schwierig für die Stabhochspringer. Mit den meterlangen Stäben in Bremen zu landen,
das sei nicht möglich, erzählt Decker. Hamburg wäre der nächste Anlaufpunkt. Derzeit befinden sich die Stäbe von Hochspringer
Tim Lobinger auch noch auf einem Flughafen. Wer neben den Deutschen Danny Ecker, Lars Börgerling, Björn Otto, Richard
Spiegelburg, Fabian Schulze und Dennis Leyckes noch in Langen an den Start gehen wird, stehe noch nicht fest, sagt Decker.
Am Sonnabend wird Danny Ecker vor dem Wettkampf wieder zehn Minuten den Hotelflur hoch und runterlaufen, den Sprung visu-
alisieren, wie er es nennt. Dann wird er unter die Dusche springen und sich für den großen Sprung vorbereiten. Ein Limit an Höhe
gebe es nicht, sagt er. Aber mit 5,70 Meter wäre er der WM-Qualifikation einen Schritt näher. Kein Seitenwind und keiner von
vorne - das sind die Bedingungen in Langen. Wieder lächelt Danny Ecker erwartungsfroh. "Dann noch eine leichte Brise von hinten
und 30 Grad - das wäre dann ideal.  

NORDSEE ZEITUNG vom 22. Juni 2007
Zum Fliegen nach Langen
Stabhochsprung in der Langener Innenstadt / Verkehr wird umgeleitet / Ecker sagt kurzfristig ab

Bremerhaven
(maf). Eine große Hürde hat Danny Ecker auf seinem Weg zur Weltmeisterschaft genommen. Der Stabhoch-
springer sprang beim Lausitz-Meeting in Cottbus am Mittwoch 5,80 Meter. Zehn Zentimeter weniger hätten für die WM-Qualifika-
tion auch gereicht. Ein Mal muss er diese Höhe noch schaffen. Das wird aber nicht in Langen sein. Seit einer Woche trägt Danny
Ecker keinen Gips mehr. Durch eine Sehnenentzündung musste er für den Wettkampf in Cottbus fitgespritzt werden. Es hat sich
gelohnt: Er wurde Erster. Ein Wermutstropfen: "Ich werde wohl die nächsten Wettkämpfe absagen müssen", sagte Ecker, Organi-
sator Carsten Decker bekam gestern die Nachricht: "Wirklich schade, ich hätte ihn gern hier gehabt."
Auf Deckers Teilnehmerliste stehen aber noch andere Hochkaräter. Zum Beispiel Vizeeuropameister Lars Börgeling, der in Cott-
bus auf eine Höhe von 5,65 m kam. Die Bestleistung von Björn Otto liegt 20 Zentimeter höher. Auf diese Höhe kam auch Richard
Spiegelburg, der in Langen ebenfalls mit von der Partie sein wird. Der höchste Sprung von Fabian Schulze liegt bei 5,81 m.
Zu den Deutschen gesellen sich noch zwei Polen, ein Russe und ein Niederländer. Der Pole Pzemyslaw Czerwinski ließ die Latte
bei einer Höhe von 5,80 Meter liegen. Sein Landsmann Lukasz Michalski blieb weit drunter. 5,45 Meter schafft er, was aber auch
an seinem Alter liegt. Der Stabhochspringer ist Jahrgang 1988. Der Niederländer Looije belegte den achten Platz bei der Europa-
meisterschaft letztes Jahr. Seine Bestleistung liegt bei 5,71 Meter. Zwei Plätze dahinter lag bei der EM 2006 Sergey Kucheryanu.
Die 5,70 Meter sind seine beste Leistung. Der Russe ist bereits gestern in Hamburg gelandet. Mit den Sprungstäben kann er
nicht in Bremen landen. Deshalb der Umweg über Fuhlsbüttel. Die anderen Athleten werden heute im Laufe des Tages erwartet.
Sie reisen aber nicht mit dein Flieger an.
Morgen, ab 18 Uhr werden die Zuschauer die "Stabis" in der Langener Innenstadt fliegen sehen. Ob sich noch zwei weitere Ath-
leten - ein Russe und ein Schwede - in die Teilnehmerliste eintragen werden, wird sich erst heute klären.  

Ergebnisse 

1.

Sergey

KUCHERYANU

RUS

5,70m

PB

2.

Przemislaw

CZERWINSKI

POL

5,70m

SB

2.

Richard

SPIEGELBURG

GER

5,70m

SB

4.

Lars

BÖRGELING

GER

5,40m

 

5.

Björn

OTTO

GER

5,40m

 

6.

Lukasz

MICHALSKI

POL

5,40m

 

7.

Fabian

SCHULZE

GER

5,20m

 

8.

Laurens

LOOIJE

NED

5,20m

 

9.

Mateusz

DIDENKOW

POL

5,20m

 

NORDSEE ZEITUNG vom 25. Juni 2007
"Heute war ich ein Schisser"
Stabhochsprung-Meeting in Langens City

Von unserer Redakteurin Lili Maffiotte
Langen. Das Finale ging bei 5,70 Meter los. Da waren nur noch drei von neun Stabhochspringer im Rennen- Sergey Kucheryanu
aus Russland, der Pole Przemislaw Czerwinski und der Deutsche Richard Spiegelburg. Weil Kucheryanu es als Erster die 5,70
Meter schaffte, heimste er auch den Gesamtsieg ein, gefolgt von Czerwinski und Spiegelburg. Darüber freute er sich nicht nur
selbst, sondern auch Svetlana Wildt. Die ist der Einladung ihres Bruders gefolgt und bekam dadurch einen Logenplatz: Auf
Augenhöhe mit den Athleten. Bei geöffnetem Badfenster klemmte sie sich die russischen Fahne unter die Füße und sah die Himmelsstürmer an sich vorbeiziehen. Ich bin sehr glücklich, dass ein Russe gewonnen hat, sagte sie strahlend. Über einen
deutschen Sieg hätte sie sich aber auch gefreut, schiebt sie hinterher. Einer spontanen Eingebung folgend und mit viel Zielwasser
warf sie ihrem Landsmann ein Stofftier vor die Füße, der es leicht verdattert aufhob.
Für die anderen Athleten lief es dagegen nicht so gut. Fabian Schulze eröffnete das 1. Volksbanken Stabochsprung-Meeting in
der Langener Innenstadt, durfte aber auch als Erster seine Spikes wieder ausziehen. Bei 5,40 Meter war für ihn der Wettbewerb
zu Ende, zum Start lag die Latte 40 Zentimeter tiefer. "Mir hat heute der Mut gefehlt", gesteht er ein, "Ich war ein Schisser." Mit
einem weichen Stab hat er versucht, dem Gegenwind ein Schnippchen zu schlagen, der ließ sich aber nicht austricksen. "Die
Angst ist heute mitgesprungen", gibt er zu. Ein bisschen Trost gab es von der Mama, die hat er gleich angerufen.
Viel zerknirschter gab sich Björn Otto, der nur einen Sprung über 5,40 Meter schaffte. Der saß danach wie ein Häufchen Elend in
der Ecke und fummelte die Haut von den Handinnenflächen. Wenn ich wüsste, woran es gelegen hat, würde ich hier nicht sitzen",
sagt er. Auch ihm hat der Wind zu schaffen gemacht. Ein Flatterband zeigte diesen an. So still wollte sich Lars Börgeling nicht
verabschieden. Der Modellathlet stieg bei 5,40 Meter ein. und war bei 5,60 Meter raus. Da fluchte er beim Fallen seinen Frust
raus und schlug auf die Matte. Reden wollte er nicht. Erst eine Viertelstunde später zeigte er sich - und lächelte. "Ich bin ent-
täuscht von meiner Leistung", gab er zu. Gegen den Frust hat er sich für diese Woche Krafttraining verordnet.
Da waren es nur noch drei. In der entscheidenden Phase lässt Czerwinski seine Musik auflegen, die Band Enya dröhnt durch die
Debstedter Straße. Richard Spiegelburg lässt sich von "Jump" (van Halen") zu Höhenflügen inspirieren. Der Russe liebt die Stille.
Er will weder rhythmisches klatschen noch Musik. Das Publikum stand. Er vertraut auf die ausgeschiedenen Polen Lukasz
Michalski und Mateusz Didenkow, die vor dem Einstichkasten stehen und das Flatterband im Auge haben. Als das schlapp an
der Stange hing, gaben sie das Signal zum Start und Kucheryanu machte sich auf den Weg, über den Steg bis zum Einstich-
kasten. Mundbewegung wie ein Fisch auf dem Trockenen, den Einstichkasten fest im Blick und rüber. In diesem Jahr sprang
noch keiner höher als er auf dem Steg, informiert der Moderator.
Da will, sich Spiegelburg nicht lumpen lassen. Auch wenn es knapp war, "ein bisschen Erfahrung an der Latte und dann klappt
das", sagte er. Auch der Pole wollte nachziehen. Küsschen in Richtung Latte, die in 5,70 Metern hängen blieb. "Ich bin noch
nicht fertig", kündigt er an. War er aber doch. Bei 5,75 Meter war es vorbei. Richard Spiegelburg, der aussieht wie eine jüngere
Ausgabe von Fernseh-Ekel Stromberg, war sehr zufrieden mit dem Wettkampf. "Ich habe jetzt viele Sprünge gemacht, um auch
Sprunggefühl zu bekommen." Ein Versprechen gibt er noch: Im nächsten Jahr komme ich wieder, und dann werde ich Erster",
kündigte er an.
In Kürze
Am
Sonnabend, genau vor 20 Jahren, hat der erste Mensch die sechs Meter übersprungen. Es war der sechsmalige Weltmeister
Sergej Bubka, der 1987 über diese Höhe flog. Nicht sein einziger Rekord: Mit 35 Weltrekorden und 43 Sprüngen über sechs
Meter ist er der erfolgreichster seiner Zunft.
Einen ganz gefährlichen Job hatten Christian Oltsch und Christian Burmeister vom TV Langen. Sie standen während der Veran-
staltung neben der Matte und fingen sowohl die Stäbe der Athleten auf als auch die herunterfallende Latte. Die mussten sie auch
wieder auflegen.
In kleinen Plastikdosen hatten sich die Stabhochspringer Magnesia mitgebracht. Mit den weißen Klumpen blieben die Hände
trocken und griffig und die Dosen markieren zusätzlich den Anlaufpunkt.
Der polnische Springer Przemislaw Czerwinski vertraute voll auf seine ausgeschiedenen Kollegen. Weil sein Trainer nicht da war,
achteten seine Landsmänner auf den Absprung, feuerten ihn an und klatschten mit ihm ab, wenn die Latte wieder in luftiger Höhe
liegengeblieben war.
Kein einziger Regentropfen. Als die Helfer am Freitag die Anlage aufbauten, wurden sie nass. Auch am Sonnabend zeigte Petrus
kein Herz. Am Sonnabendabend wurde auch er zum Stabhochsprungfan.  
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