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6. swb-Marathon in Bremen am 19. September 2010

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WESER KURIER vom 25. November 2009
Start und Ziel am Marktplatz
Zentralbereich des Bremen-Marathons zieht 2010 um

Von Stefan Freye
Bremen. Ein Laufwettbewerb steht für Bewegung. Der swb-Marathon macht da keine Ausnahme. Die Bremer Veranstaltung wird
im kommenden Jahr jedoch nicht nur einige tausend Teilnehmer auf die Strecke schicken. Sie wird sich in 2010 auch selbst be-
wegen. Umziehen, um genau zu sein. Denn am 19. September wird der Start-Ziel-Bereich nicht wie gewohnt auf der Bürger-
weide liegen. Das Zentrum der Veranstaltung befindet sich dann auf dem Marktplatz und in dessen Nachbarschaft. "Dort können
wir die Stadt noch besser präsentieren und gleichzeitig die Veranstaltung attraktiver machen", sagt Herwig Renkwitz, der sport-
liche Leiter.
Wenn alles klappt, dürfte sich ja auch ein ziemlich schönes Bild ergeben zwischen Rathaus, Schütting und Bürgerschaft: Die
Läufer werden dieses ehrwürdige Ambiente vermutlich mehr zu schätzen wissen als den eher schlichten Einlauf auf der Bürger-
weide, und die Zuschauer haben nun noch mehr Gelegenheiten, das Feld in der Innenstadt zu beobachten. Wenn alles klappt.
Denn eines steht auch fest: Mit dem Umzug auf den Marktplatz sind logistische Herausforderungen verbunden. Auf der Bürger-
weide konnte der Marathon-Club bislang ein, zwei Messehallen nutzen und diese in Duschen oder Umkleiden verwandeln. Zudem
wurde in den letzten Jahren das ohnehin für den Freimarkt aufgestellte Hanse-Zelt vorübergehend umfunktioniert. Der 6. swb-
Marathon beginnt dagegen bei Null, nun müssen die nötigen Räumlichkeiten gefunden und eigene Zelte aufgebaut werden. "Wenn
wir nicht sicher wären, dass wir das hinbekommen, würden wir es nicht machen", betont Organisationsleiter Utz Bertschy. Der
Marathon-Club Bremen hat in den vergangenen Wochen diverse Gespräche mit den Behörden geführt, um den Umzug in die
richtigen Bahnen zu lenken.
Mag die Umsetzung auch schwierig sein, so scheinen die Vorteile doch zu überwiegen. Neben dem aufgewerteten Ambiente des
Zentrums war etwa die Bremer Straßenbahn AG "schwer begeistert" (Bertschy), weil der öffentliche Nahverkehr deutlich entlastet
wird, und für den Individualverkehr steht der wichtige Findorff-Tunnel wieder zur Verfügung. Auf die neue Lösung kam der Mara-
thon-Club indes nicht ganz freiwillig: Weil am 3. Oktober des kommenden Jahres die Feierlichkeiten zum 20. Tag der Deutschen
Einheit in Bremen stattfinden, musste der Termin vorgezogen werden. Am 19. September steht die Bürgerweide aufgrund der
"HanseLife" jedoch nicht zur Verfügung. 

Presseinformation vom 11. Juli 2010 (Veranstalter)
Trainigsauftakt für Daheimgebliebene
1. AOK Spendenlauf zur Vorbereitung auf den 6. swb-Marathon in Bremen

Bevor die ganze Region beim 6. swb-Marathon am 19. September die Laufschuhe schnürt und direkt am Roland in der guten
Stube Bremens der Startschuß fällt, finden erneut unsere schon traditionellen Vorbereitungsläufe statt. Der Marathon Club
Bremen, in Zusammenarbeit mit dem Lauffachgeschäft SportZiel, lädt zum 1. AOK Vorbereitungs-/Spendenlauf in den Rhododen-
dronpark am 18. Juli. Ab 8.00 Uhr können egal ob nun Gelegenheitsläuferinnen oder erfahrenen Marathonis einen 5 km langen
Rundkurs durch eine der schönsten Parkanlagen Norddeutschlands beliebig oft laufen. Für Verpflegung ist bestens gesorgt und
diese Läufe dienen nicht nur zur optimalen Vorbereitung auf den 6. swb-Marathon, sondern traditionell auch dem guten Zweck.
Statt dem obligatorischen Startgeld werden Spendenboxen aufgestellt. Dieses Jahr gehen die eingesammelten Gelder zu gleichen
Teilen an die MISSION MENSCHLICH und die BREMER ENGEL. Weitere AOK Vorbereitungs-/Spendenläufe finden am 8. August
im Bürgerpark und am 29. August am Werdersee statt.
Die Stiftung MISSION MENSCHLICH fördert Projekte, die nicht in den Haushaltsrechnungen vorgesehen sind und umso mehr auf
praktische Unterstützung angewiesen sind. Hilfe, die ankommt, ganz konkret vor Ort. Wir wollen nicht hinnehmen, dass die Armut
weiter wächst. Die Initiative BREMER ENGEL hilft den betroffenen Kindern und ihren Familien, die durch die Diagnose einer
schweren Krankheit in eine Notlage geraten sind und der Betreuung und Unterstützung bedürfen. Die mobile Familienhilfe hilft die
Lebensqualität kranker Kinder und deren Angehörigen zu verbessern
Wir bitten für unsere Logistik um eine unverbindliche Anmeldung.
==> Alle Infos zu den Vorbereitungs-/Spendenläufen

Presseinformation vom 26. Juli 2010 (Veranstalter)
Der Roland freut sich auf den 6. swb-Marathon in Bremen
Start und Ziel des überregional sehr beliebten Volkslaufes auf dem Marktplatz / Mit Gänsehaut die Sehenswürdig-
keiten der Stadt erleben

Etliche Ortsbegehungen mussten gemacht werden, viele Gespräche wurden geführt, um bei allen Verantwortlichen und Betroffen-
en letzte Zweifel zu zerstreuen. Die Konzeption des gesamten Start-/Zielbereiches ist von dem Gedanken getragen, mit den not-
wendigen Aufbauten so wenig wie möglich in die Infrastruktur und die Anmutung der vorhandenen historischen Gebäude und deren
Bewirtschaftung einzugreifen.
Egal ob der Deutsche Bank-10 km Lauf, der AOK-Halbmarathon oder die vollen 42,195 km gelaufen werden: Vor dem Kulturerbe
Bremer Rathaus zu starten, mit dem Dom im Rücken und vom Roland beobachtet, dürfte für eine ganz besondere Atmosphäre
unter den Teilnehmern sorgen. Dass sich in diesem Ambiente auch gleich noch das Ziel befindet, wird die Attraktivität des 6. swb-
Marathon am 19. September zudem steigern. Der Streckenverlauf ist im Vergleich zum Vorjahr nur etwas optimiert worden. Er-
neut führt die Strecke durch die Innenstadt, Neustadt, Habenhausen, Hastedt, Schwachhausen, Horn, Finndorf, Überseestadt und
Peterswerder. Zur Freude der vielen Teilnehmer werden somit wieder zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Stadt sportlich erkundet.
 Auf eine weitere Besonderheit des Umzugs weist Herwig Renkwitz, der sportliche Leiter, hin: “Im Gegensatz zur Bürgerweide
verfügen wir nun durch die Obernstrasse über eine richtige Start- bzw. Zielgerade. Da kommt nicht nur für die Zuschauer richtig
Stimmung auf”. Daran mag es gelegen haben, dass alle beteiligten Behörden dem Umzug aufgeschlossen gegenüber standen und
in den vielen Gesprächen der vergangenen Monate grünes Licht gaben. Ganz sicher aber trug die nun entzerrte Verkehrssituation
zum positiven Echo bei: Die BSAG wird mit dem neuen Start-Ziel-Bereich deutlich weniger Probleme mit dem öffentlichen Nahver-
kehr haben. Der Findorff-Tunnel - bisher ein Nadelöhr der Streckenführung - bleibt am 19. September vom Marathon völlig unbe-
rührt.
Die Resonanz ist das eine, etwas anderes die Umsetzung. “Die logistische Herausforderung war sicher größer”, sagt Organisa-
tions-Leiter Utz Bertschy. Auf die gewohnten Messehallen und das Hanse-Zelt auf der Bürgerweide kann nicht zurückgegriffen
werden. Der Marathon-Club hat auch mit der Hilfe des Bremer Bühnenhauses entsprechende Räumlichkeiten gefunden und wird
zudem Zelte auf dem oberen Domshof aufbauen. Dass sich diese Arbeit lohnen wird, steht für die Beteiligten jedoch außer Frage.
“Einmal in der “guten Stube” zu laufen - nicht nur für Bremer ein Ereignis, was zu Gänsehaut führt!”, findet Utz Bertschy. 

Presseinformation vom 3. August 2010 (Veranstalter)
2. AOK Vorbereitungslauf am 8. August im Bürgerpark
Training für den 6. swb-Marathon in Bremen und Spendenlauf für 'Bremer Engel' und die 'Mission Menschlich'

Der Startschuß für den 6. swb-Marathon am 19. September rückt immer näher und ab jetzt sollten die Trainingseinheiten immer
intensiver und umfangreicher werden. “Unser Ziel, die Monotonie im Training, durch neue Strecken aufzulockern, wird sensationell
gut angenommen. In der Gemeinschaft macht das Laufen eben mehr Spaß” so Utz Bertschy vom Marathon Club Bremen. In Zu-
sammenarbeit mit dem Lauffachgeschäft Sport Ziel lädt er zum 2. AOK Vorbereitungs-/Spendenlauf am 8. August in den Bürger-
park. Ab 8.00 Uhr können Gelegenheitsläufer-/innen oder erfahrene Marathonis einen 5 km langen Rundkurs durch die grüne
Lunge Bremens beliebig oft laufen. Für Verpflegung ist, dank VILSA und REWE, bestens gesorgt und da kein Startgeld gezahlt
werden muss, konnten schon beim 1. AOK Vorbereitungslauf fleißig Spenden für MISSION MENSCHLICH und die BREMER
ENGEL gesammelt werden.
Start/Ziel ist am 8. August im Bürgerpark in Höhe der Polizeiwache (Eichhörnchen-Wache) Parkallee / Ecke Schwachhauser
Ring. Aus logistischen Gründen wird um eine unverbindliche Anmeldung Online oder unter Tel.: 04 21 / 33 04 820 gebeten. Der 3.
AOK Vorbereitungs- / Spendenlauf findet am 29. August am Werdersee statt.
Die Stiftung MISSION MENSCHLICH fördert Projekte, die nicht in den Haushaltsrechnungen vorgesehen sind und umso mehr auf
praktische Unterstützung angewiesen sind. Hilfe, die ankommt, ganz konkret vor Ort. Wir wollen nicht hinnehmen, dass die Armut
weiter wächst. Die Initiative BREMER ENGEL hilft den betroffenen Kindern und ihren Familien, die durch die Diagnose einer
schweren Krankheit in eine Notlage geraten sind und der Betreuung und Unterstützung bedürfen. Die mobile Familienhilfe hilft die
Lebensqualität kranker Kinder und deren Angehörigen zu verbessern.
==> Alle Infos zu den Vorbereitungs-/Spendenläufen

Presseinformation vom 24. August 2010 (Veranstalter)
3. AOK Vorbereitungs-/Spendenlauf am 29. August am Werdersee
Trainingscountdown für den 6. swb-Marathon am Roland

“Da in knapp 21 Tagen am Roland der Startschuss fällt, erwarten wir wieder jede Menge Läufer-/innen, die bestens versorgt ihr
Training bereichern wollen” so Utz Bertschy vom Marathon Club Bremen mit Blick auf den 6. swb-Marathon. In Zusammenarbeit
mit dem Lauffachgeschäft Sport Ziel, lädt er am 29. August zum 3. und letzten AOK Vorbereitungs-/Spendenlauf an den Werder-
see. Am Sonntag ab 8.00 Uhr können nun zum letzten Mal Gelegenheitsläuferinnen und/oder erfahrene Marathonis einen 5 Kilo-
meter langen Rundkurs beliebig oft laufen, optimal trainieren und dabei Erfahrungen austauschen. Für Verpflegung ist dank der
Sponsoren und vielen freiwilligen Helfern wieder bestens gesorgt und frei nach dem Motto: “Tu Gutes und Laufe”, konnten schon
bei den beiden vorangegangenen AOK-Vorbereitungsläufen fleißig Spenden für MISSION MENSCHLICH und die BREMER ENGEL
gesammelt werden. Start und Ziel ist am 29. August am Werdersee/Deichschart. Aus logistischen Gründen wird um eine unver-
bindliche Anmeldung Online oder unter Tel. 04 21 / 33 04 820 gebeten.
Die Stiftung MISSION MENSCHLICH fördert Projekte, die nicht in den Haushaltsrechnungen vorgesehen sind und umso mehr auf
praktische Unterstützung angewiesen sind. Hilfe, die ankommt, ganz konkret vor Ort. Wir wollen nicht hinnehmen, dass die Armut
weiter wächst. Die Initiative BREMER ENGEL hilft den betroffenen Kindern und ihren Familien, die durch die Diagnose einer
schweren Krankheit in eine Notlage geraten sind und der Betreuung und Unterstützung bedürfen. Die mobile Familienhilfe hilft die
Lebensqualität kranker Kinder und deren Angehörigen zu verbessern.
==> Alle Infos zu den Vorbereitungs-/Spendenläufen

WESER KURIER vom 14. September 2010  
Start und Ziel in der guten Stube der Hansestadt
6. swb-Marathon in Bremen / Terminkollisionen erforderten einen Umzug in die Innenstadt

Am 19. September wird der Startschuss fallen zum swb-Marathon in Bremen. Er geht bereits zum sechsten Mal über die Bühne,der große Lauf durch die Stadt. Die Überraschung wird sich schon deshalb in engen Grenzen halten. Die Veranstaltung ist längst
angekommen und ein fester Bestandteil des Sportkalenders geworden. In diesem Jahr aber feiern die Organisatoren des Mara-
thon-Clubs trotzdem eine Art Premiere. Denn los geht es nicht wie bislang auf der Bürgerweide, der 6. swb-Marathon wird auf dem
Bremer Marktplatz gestartet. Zwar liegen nur rund 1500 Meter zwischen altem und neuem Zentrum. Doch ganz leicht war dieser
Umzug nicht. Er erzählt deshalb auch die Geschichte der Organisation einer Großveranstaltung. Sie dauert lange und geht selten
einen geraden Weg. Sie ist intensiv.
Im Herbst 2009 ist der 5. swb-Marathon gerade seit ein paar Wochen Geschichte, da stellen sich die ersten Fragen hinsichtlich
der kommenden Veranstaltung. Sie werden aufgeworfen durch eine große Fete, die Bremen am 3. Oktober 2010 bevor steht: Die
Feierlichkeiten zum 20. Tag der Deutsche Einheit. Angesichts dieses Festes ist schon mal klar, dass der swb-Marathon doch
nicht der angedachten Terminplanung folgen kann. Beim fünften Mal war man nämlich erstmals vom September auf das erste
Oktober-Wochenende ausgewichen und sehr zufrieden mit dieser Lösung. Der Berlin-Marathon, sonst oft zeitgleich mit der Veran-
staltung in Bremen, lag nun zwei Wochen vor dem swb-Marathon, und auch das Wetter hatte in den vergangenen Jahren selten
einen Unterschied zwischen Ende September und Anfang Oktober gemacht. Heraus kam jedenfalls ein neuer Melderekord (5500),
der mit knapp 5000 Läufern auch in einem Teilnehmerrekord mündete. Die Idee, zukünftig immer auf den ersten Sonntag im Okto-
ber auszuweichen, hatte etwas - bis deutlich wurde, dass die Einheitsfeiern in 2010 dies verhindern würden. Damit nicht genug:
Da die Feierlichkeiten zu einem wesentlichen Teil in der Überseestadt geplant sind, hätte auch der 26. September zu einer Kolli-
sion geführt. Dann ist man bei dem neuen Quartier nämlich bereits mit umfangreichen Aufbauarbeiten beschäftigt, was den er-
probten Streckenverlauf des swb-Marathons in diesem Bereich deutlich eingeschränkt hätte. Um den Parcours wie gewohnt laufen
zu können, musste die Veranstaltung eine weitere Woche vorgezogen werden. Allerdings ist auch dieser Termin nicht ohne
Haken, und der befindet sich auf der Bürgerweide: Am 19. September geht dort noch die HanseLife über die Bühne. Die große
Messe und der swb-Marathon auf engstem Raum - das funktioniert nicht. Also kam der Umzug ins Spiel.
Weil man den ehrwürdigen Marktplatz ohnehin schon immer im Auge gehabt hatte als durchaus ausbaufähigen Höhepunkt der
Marathon-Strecke, lag die Entscheidung nahe: 2010 soll der Lauf in Bremens guter Stube gestartet und beendet werden. Damit
fing die Arbeit allerdings erst an. Der Marktplatz erscheint nämlich nur dann richtig groß, wenn man nicht einen Start-Ziel-Bereich,
Zelte für die Duschen, Umkleiden und Logistik, eine Bühne sowie die Messe unterbringen muss. Sucht man Platz für all diese
Dinge, kann selbst aus dem großen Marktplatz ein Plätzchen werden. Zudem sind vom Marathon auf dem Marktplatz deutlich
mehr Menschen betroffen, als auf anderem Gelände. "Man weiß nie, ob man jemanden vergessen hat", sagt Organisationsleiter
Utz Bertschy. Bereits im vergangenen Jahr wurden deshalb erste Gespräche geführt über den bevorstehenden Umzug, auch erste
Skizzen über den Aufbau wurden gezeichnet, mussten aber ebenso schnell wieder verworfen werden. "Die Planung stand mehr-
fach", erinnert sich Bertschy an den Verlauf des Frühjahrs. Er musste die "Idee der Veranstaltung" oft erst noch vermitteln, ehe so
manche Hürde aus dem Weg geräumt war. "Fünfzig Prozent unserer Arbeit ist Stadtmarketing, wir wollen Bremen wirken lassen
und den Marktplatz nicht zupflastern", betont Bertschy. Einen Zweifel, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat, hegt er allerdings
nicht; als "Gänsehaut-Ereignis" bezeichnet Utz Bertschy das neue Zentrum zwischen Rathaus und Schütting, Dom und Roland.
Ganz abgesehen davon, dass die Veranstaltung nun erstmals in ihrer Geschichte über eine Start- und Zielgerade verfügt. Denn die
Felder von Marathon, Halbmarathon und 10-Kilometer-Lauf werden die große Obernstraße nicht nur gleich nach dem Start pass-
ieren, sondern auch über die Flaniermeile einlaufen. Schließlich waren auch BSAG, Stadtamt und Polizei, seit Jahren verlässliche
Partner des Marathon-Clubs, ausgesprochen angetan von den neuen Umständen: Weil der Weg in die Innenstadt nun weniger
gekreuzt wird, dürften sich die Behinderungen des öffentlichen Nahverkehrs ebenso reduzieren wie die Belastung der eingesetzten
Polizeikräfte. Man geht nämlich davon aus, dass in diesem Jahr rund 15 Prozent weniger Beamte angefordert werden müssen.
Das sind gute Nachrichten, und deshalb ist man beim Marathon-Club auch ziemlich zufrieden mit dem Verlauf des Umzugs. Ob-
wohl doch alles so kompliziert begonnen hatte. "Manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden", sagt Herwig
Renkwitz, sportlicher Leiter des swb-Marathons. (Stefan Freye)

WESER KURIER vom 14. September 2010
Große Läuferszene
Bereits 4000 Anmeldungen

Früher war es einfacher, eine große Laufveranstaltung zu organisieren. Zumindest was die zu erwartenden Teilnehmerzahlen be-
traf. Damals gab es nämlich noch so etwas wie eine klar umrissene Läuferszene, und es gab noch nicht so viele große Veran-
staltungen. Da konnte man sich ziemlich genau ausrechnen, wer sich anmelden würde zum jeweiligen Lauf. Aber das war einmal.
Vieles hat sich geändert. Es beginnt bei der Zahl der Marathon-Läufe. Die ist in den vergangenen Jahrzehnten von 50 (1980) auf
mehr als 150 allein in Deutschland geklettert. Die Auswahl für die Läufer und Läuferinnen ist also groß. Deren Anzahl allerdings
auch. Wusste man früher genau, in welchen Vereinen die Marathonis zu Hause sind, ergibt sich heute ein beinahe unüberschau-
bares Bild. Allein der harte Kern von Marathonläufern wird auf rund 100 000 geschätzt, 1980 waren es lediglich 10 000 gewesen.
Damit ist alles ist ein wenig individueller geworden, und das erschwert die Prognosen deutlich. "Eine klare Planung ist nicht mehr
möglich", sagt Utz Bertschy, Leiter der Organisation des swb-Marathons und früher selbst aktiver Läufer. Der Marathon-Club
zählte nach Ablauf der letzten Meldeperiode Anfang September rund 4000 Anmeldungen. Das waren zwar weniger als im vergang-
enen Jahr, aber ein Anlass zur Sorge bestand darin nicht.
Schließlich hat Utz Bertschy in diesem Jahr noch weitere Faktoren ausgemacht, die eine Vorhersage schwierig machen: "Erst
war der Winter sehr lang, und dann kam im Sommer die Hitze dazu." Heißt: Die Vorbereitung auf die Läufe am 19. September
verlief nicht unbedingt reibungslos. Weshalb viele Athleten die Entscheidung über ihren Start beim 6. swb-Marathon bis zuletzt
hinauszögern und nachmelden könnten. Derzeit lässt sich zudem ja auch gar nicht vorhersagen, welches Wetter die Teilnehmer
am kommenden Sonntag erwartet. Der Melderekord aus dem Jahr 2009 (5500) kann also immer noch gebrochen werden. (sfy)

WESER KURIER vom 14. September 2010
Zuschauer, Musik, Fanschal, Läufer und Ruderer
Vielfältiges Rahmenprogramm mit 14 DJs, Fußballathmosphäre am Weserstadion und vielem mehr

Ein Teil des diesjährigen Rahmenprogramms nahm schon am 4. Oktober 2009 Gestalt an. Bereits beim 5. swb-Marathon hatte
sich die Zahl der "aktiven Zuschauer" nämlich deutlich erhöht - obwohl die Nacht zum Laufsonntag mit Wind und Regen damals
kein gutes Wetter versprochen hatte. Diesmal sollten es also zumindest nicht weniger werden. Die Aufgabenstellung ist ja auch
nicht so kompliziert: Einfach einen Teil zur Unterstützung der Lauffelder beisteuern, also Bänke und Tische auf den Gehwege,
Musikboxen raustragen oder auch zur Trommel greifen. Das ist ganz nach dem Geschmack der Verantwortlichen, die setzen
schließlich auf die vielen kleinen "Volksfeste" am Rand der Strecke. Wie in jedem Jahr wiederholt Orga-Leiter Utz Bertschy auch
diesmal seinen Appell: "Kommt an die Strecke und macht Krach." Man kann schließlich machen, was man will, der menschliche
Faktor ist durch nichts zu ersetzen. "Bei allem, was wir selbst auf die Beine stellen", seien die Zuschauer immer noch am wich-
tigsten, betont Bertschy.
Dabei haben sie vom Marathon-Club schon eine ganze Menge auf die Beine gestellt. Um den wesentlichen Teil des geplanten
Rahmenprogramms kümmerte sich wie immer DJ Toddy. Er hielt das Jahr über den Kontakt zu seinen Kollegen und setzt diese
auch beim 6. swb-Marathon wieder an verschiedenen Orten ein. Vor drei Jahren hatte er mit neun DJs angefangen, mittlerweile
kann er auf 14 Kollegen zurückgreifen. "Unsere Bandbreite hat sich vergrößert", sagt Toddy. Viele der eingesetzten DJs bringen
ihren Stil ein in das musikalische Programm am Rand der Strecke. Der eine spielt Ballermann-Hits, andere wiederum setzen auf
Pop, Clubmusik oder Rock - die professionellen Musikmacher dürften ähnlich bunt aufgestellt sein wie die Läuferfelder selbst.
Warum er nach wie vor so früh morgens so viele Nachtschwärmer an die Player bringt, erklärt DJ Toddy mit seiner eigenen Motiv-
ation: "Es macht jedes Jahr sehr viel Spaß. Schließlich ist der swb-Marathon längst ein prägendes Element und eine feste Größe
in Bremen."
Etwas Besonderes haben sich die Veranstalter diesmal einfallen lassen für das Weserstadion. Die Strecke vorbei an den Türmen
der Nordgeraden wird diesmal nicht nur an Werder erinnern, sie wird auch ein bisschen nach Werder aussehen. Ein 100 Meter
langer Fanschal sowie diverse Fahnen stellen Fußballatmosphäre her. Zudem legt mit Stadion-DJ Choco in diesem Bereich ge-
nau der richtige die Musik auf. Die Weser etwas weiter abwärts kommt es zu einer interessanten Zusammenarbeit zwischen zwei
Sportarten: Läufern und Ruderern. Am 19. September geht nämlich auch der Achter-Cup an der Weser über die Bühne. Dessen
Finalläufe sollen beginnen, nachdem der letzte Starter des Marathons die Schlachte passiert hat. Bis dahin soll sich das gesamte
Unterhaltungsprogramm des Achter-Cups liebevoll um die Betreuung der vielen Läufer kümmern. Ein Streckenabschnitt in der
Überseestadt ist dagegen längst eine feste Größe: Nachdem die Läufer und Läuferinnen über den roten Teppich mitten durch
einen Eingang des Speicher I gelaufen sind, erwartet sie auch in diesem Jahr wieder ein kleines Fest. Hier sorgen Cheerleader,
ein weiterer DJ sowie jede Menge Besucher für die nötige Unterstützung. (sfy) 

WESER KURIER vom 14. September 2010
AOK-Familientag
Spaß an der Bewegung vermitteln

Laufen als Ereignis, das ist ein Trend, dem auch das Wochenende rund um den swb-Marathon folgt. Der AOK-Familientag am
Sonnabend, 18. September, setzt nun einen weiteren Farbtupfer, und er möchte das Angenehme mit dem Nützlichen kombinieren.
Es gehört zwar seit jeher zu den Aufgaben der Krankenkassen, sich um die Kranken zu kümmern. Längst zählt jedoch auch die
Vorbeugung zu den wichtigen Themen des Gesundheitswesens. Die AOK nennt sich ja nicht zufällig "Die Gesundheitskasse". Zu
ihrem Familientag möchte die Kasse nun vor allem den Einsteigern ein attraktives Angebot machen. "Wir wollen die Familien zum
Laufen und zur täglichen Bewegung bringen", sagt Jörn Hons, Pressesprecher der AOK. Er sieht im AOK-Frühstückslauf und dem
AOK-Kinderlauf eine gute Gelegenheit, "Kindern den Spaß an der Bewegung zu vermitteln". Und weil ausreichende Bewegung und
gute Ernährung Hand in Hand gehen sollten, setzt man noch einen drauf: Nach dem Lauf geht es zum gemeinsamen Frühstück,
am Abend folgt eine Pastaparty. Im Idealfall läuft die ganze Familie und ohne Zeitdruck durch das Ziel und geschlossen in der
Ansgari-Passage zum Essen. Wenn dann die Lust geweckt ist, geht das Konzept der AOK auf. "Man hat die Gelegenheit, in den
Laufsport reinzuschnuppern und Spaß daran zu finden. Hat man das geschafft, verselbstständigt sich das Ganze", sagt Hons.
(Stefan Freye)  

WESER KURIER vom 16. September 2010 
Das Wetter bestimmt die Teilnehmerzahl
Marathon-Organisatoren setzen auf kurzfristige Anmeldungen für Sonntag

Von Stefan Freye
Bremen. Seit dem vorigen Jahr ist der swb-Marathon richtig komplett. Neben den Läufen über zehn Kilometer, Halbmarathon und
Marathon am Sonntag sowie dem Kinderlauf am Sonnabend wurde 2009 der rund fünf Kilometer lange Frühstückslauf installiert.
Deshalb findet Utz Bertschy, dass nun auch mal alle aktiv sein könnten am Wochenende. "Es gibt eigentlich keinen Grund mehr,
nicht mitzumachen", sagt der Orga-Leiter des sechsten swb-Marathons. Zumindest einen hat er mit dieser Aufforderung offenbar
erreicht: Innensenator Ulrich Mäurer ist zwar als passionierter Radrennfahrer bekannt, wird sich beim Frühstückslauf aber auch auf
die kleine Schleife durch die Wallanlagen begeben. "Ein Marathon ist einfach zu lang, wenn man schwer ist", begründet Mäurer
schmunzelnd den Verzicht auf eine längere Strecke. Er verhindert allerdings, dass der Senator in den aktiven Genuss des neuen
Highlights der Veranstaltung kommt: Den Start und den Zieleinlauf auf dem Bremer Marktplatz. "Die Bürgerweide war doch ein
bisschen weg, der swb-Marathon ist nun erstmals wirklich im Zentrum angekommen", so Mäurer zum Umzug.
Beim Marathon-Club verspricht man sich denn auch einiges vom neuen Zentrum der Veranstaltung. Ein "Gänsehaut-Ereignis", er-
wartet Utz Bertschy für Teilnehmer und Zuschauer angesichts des Areals zwischen Schütting, Bürgerschaft und Rathaus. Es wird,
da ist sich Ulrich Mäurer sicher, dem größten Lauf der Stadt noch ein bisschen mehr "Zustimmung und Beachtung" ermöglichen.
Als ob das nötig wäre! Über 4000 Starter hatten sich bis zum Ende der Frist in der letzten Woche angemeldet. Hinzu kommen die
120 Teilnehmer an den Norddeutschen- und Landesmeisterschaften, die diesmal in Rahmen des swb-Marathons ausgetragen
werden.
Das ist insgesamt etwas weniger als im Vorjahr, entspricht aber noch immer einem sehr anständigem Niveau. Und es kann noch
kräftig gesteigert werden, wenn ab Morgen die Schalter für die Nachzügler geöffnet werden. "Die endgültige Teilnehmerzahl ist ab-
hängig vom Meldeverhalten, und das hängt natürlich auch mit dem Wetter zusammen", sagt Utz Bertschy. Der Wetterbericht
deutet nach seinen Informationen zumindest schon mal auf einigermaßen angenehme Temperaturen hin: "Es sollen 15 bis 18
Grad werden, das ist zum Laufen nahezu ideal." Ideal ist auch der Ort der Veranstaltung, weniger der Aufbau der Logistik- und
Versorgungszelte auf dem Domshof. Erst nach Ende des Wochenmarktes am Sonnabend um 16.30 Uhr beginnen die Arbeiten an
den Unterkünften. Bis dahin bildet der Messe- und Akkreditierungsbereich auf dem Ansgarikirchhof und in der anliegenden Hand-
werkskammer das Zentrum des swb-Marathons.
Was auf dem Marktplatz gilt, soll übrigens auch für die Ausweichstätte Bedeutung haben: Die Marathon-Veranstaltung möchte so
wenig wie nötig eingreifen in das historische Stadtbild, und deshalb soll auf dem Ansgarikirchhof ein gläsernes Zelt der neuesten
Generation entstehen. Noch ein bisschen zukunftsträchtiger wird allerdings die Karawane vor dem Marathonfeld ausgestellt sein.
In Zusammenarbeit mit der swb und dem Fraunhofer Institut werden unter dem Motto "Auto der Zukunft" sechs Elektroautos die
Läufer über die 42,195 Kilometer ankündigen.  
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WESER KURIER vom 20. September 2010
Marktplatz wird zur Marathon-Arena
Viel Lob von den Aktiven für die Verlegung von Start und Ziel der Wettläufe in Bremens gute Stube

Von Volker Junck
Bremen. "Super", "einfach toll", "die vielen Leute am Ziel und die besondere Atmosphäre vor historischer Kulisse...". Die Verleg-
ung von Start und Ziel des swb-Marathons von der Bürgerweide in die City ist bestens angekommen bei der Läuferschar. Bis auf
ein paar kleine Schönheitsfehler: zu wenig Toiletten für Frauen, kein Schutz vor dem zugigen Wind auf Domshof und nur zwei
Massagebänke bei 5000 Aktiven. Für Verköstigung, Ruhezonen oder Sachenausgabe gab es in den vergangenen Jahren trockene
und warme Messehallen. Diesmal standen die Teilnehmer schweißnass im Freien, um ihren Durst zu stillen oder mit Obst und
Butterkuchen Kalorien zu tanken.
Doch was soll's: Wer sich den Strapazen von 42, 21 oder zehn Kilometern auf städtischem Straßenbelag unterzieht, ist hartge-
sotten und freut sich vor allem, durchgekommen zu sein. Wie Christina Wessels und Ingrid Brandt aus Arsten, die sich erst in
letzter Minute für die Halbdistanz angemeldet hatten und sich jetzt darüber wundern, "wie schnell wir waren". Die Erklärung der
Hobbyläuferinnen: "Wir sind immer dem Zweistunden-Mann hinterhergerannt." Zur Erklärung für alle Nichtläufer: Damit die Aktiven
eine Orientierung zur Einteilung ihres Rennens haben, sind sogenannte Zeitläufer mit einem Ballon im Feld. Nun stehen die beiden
Frauen entspannt am Rathaus und gönnen sich ein promillefreies Weizenbier - die ultimativ größte Belohnung für fast jeden Läufer.
Unter Drohung zur Bestzeit
Jörg Aulenkamp aus Osnabrück und Jan Krahmer aus Detmold-Lippe hatten auf den letzten 20 Kilometern der Marathonstrecke
miteinander Kontakt aufgenommen und dikutieren nun ihre Zeiten. "Zehn Minuten über meiner Bestmarke", strahlt Krahmer. Der
Grund: "Weil meine Frau gedroht hat, dass ich nie wieder laufen darf, wenn ich aufgeben sollte." Bei Kilometer 30 wäre es fast
wieder soweit gewesen. Doch dann - der berühmte Ausstoß von Glückshormonen und Rückenwind in der Überseestadt. "Da habe
ich noch 50 Leute überholt", freut sich der 46-Jährige frühere Bremer über den Endorphin-Schub.
Das sind die schönen Geschichten rund ums Rennen. Petra Skalsky aus Syke, die Mutter des Siegers, ist so stolz an diesem
Tag. "Endlich hat er es geschafft nach so vielen Anläufen!" Bremen locke keine Stars mit Riesensummen, und deshalb bekämen
die Amateure auch einmal eine Chance. Sohn Martin humpelt davon, mit einer Riesenblase am Fuß. Ein Wunder, dass er dies
durchgestanden hat. Wenig später im Flugzeug nach Frankfurt trifft Skalsky einen, der es besonders eilig hatte: UN-Sonderbot-
schafter Willi Lemke auf dem Weg zu einem Gipfeltreffen mit Staatsoberhäuptern in New York. Start zum Halbmarathon um 10.50
Uhr, Zieleinlauf nach einer Stunde und 49 Minuten, schnell zum abgestellten Rad und nach Hause. Einchecken um 14 Uhr auf
dem Neuenlander Feld. Der 64-Jährige: "Dafür, dass ich nur noch einmal die Woche trainieren kann, ist das eine Weltklassezeit."
Für Jens und Ulrike Freier aus Blockdiek ging es nach einer total verkorksten Saison gar nicht um eine Superzeit, sondern nur
ums Dabeisein über zehn Kilometer. Stolz zeigen sie ihre Silberplaketten und fühlen sich als starkes Zweier-Team - "auch wenn
mir meine Frau am Ende davongelaufen ist", erzählt Jens Freier. Nun bummeln sie durch die Stadt und stellen wie alle Befragten
fest: "Die Verlegung in die Innenstadt ist toll. Hoffentlich bleibt das so." Das hoffen auch der Bremer Andreas Rzany und seine aus
Usbekistan stammende Frau Nakhsazha, sie über zehn, er über 21 Kilometer dabei mit guten Zeiten. Ihr größter Traum: einmal im
fernen Usbekistan einen Marathon laufen.
Für die Polizei war es ein relativ ruhiger Tag mit 70 abgeschleppten Wagen - weit weniger als 2009. Die Zahl der Zuschauer, mehr-
ere Zehntausend, sei in etwa gleich gewesen. Zufrieden ist auch Organisationschef Utz Bertschy, wenngleich noch logistische
Verbesserungen angesagt seien. So hatte das Technische Hilfswerk zu wenig Absperrkräfte bereit gestellt, weshalb Teilnehmer
fehlgeleitet wurden.

WESER KURIER vom 20. September 2010
Schnellster Bremer läuft auf dritten Platz
Keine Stars, aber große Emotionen beim 42 Kilometer langen Wettlauf durch die Hansestadt

Von Christian Palm
Bremen. Große Leistung, kleine Belohnung: 891 Läufer haben gestern den 6. Bremen-Marathon beendet und dafür nicht mehr als
eine silberne Medaille bekommen. Für die meisten war die umjubelte Ankunft auf dem Marktplatz aber Entschädigung genug. Am
Ende gewann in Bremen schon wieder ein Mainzer. An der Spitze kann es sehr einsam sein - besonders für Läufer wie Martin
Skalsky. Beim Bremen-Marathon lief der Mainzer gestern die meisten der gut 42 Kilometer allein auf Platz eins, vor sich nur ein
Auto mit der Laufzeit-Anzeige auf dem Dach und die Begleit-Motorräder. Den Lauf gewann der 32-Jährige souverän. Dass er sein
zweites Ziel, eine Zeit von unter zweieinhalb Stunden, knapp verpasste, lag an dem hohen Anfangstempo, das er und seine Be-
gleiter vorgelegt hatten. Viel zu schnell seien sie die ersten Kilometer gelaufen, beschwerten sich die Erstplatzierten nach dem
Rennen, als hätten sie nichts damit zu tun gehabt, dass es die Spitzengruppe so fix anging. Die Folge war, dass die ersten Plätze
schon nach wenigen Kilometern vergeben waren, und die Top-Läufer gegen Ende umso mehr mit dem Gegenwind auf dem Oster-
deich zu kämpfen hatten. "Der Wind war die Hölle", sagte der Zweitplatzierte Sebastian Hanelt aus Göttingen. Den Sieger
Skalsky hatten vor allem die vielen kleinen Auf- und Abstiege geschlaucht: "Ständig rauf auf den Deich, runter vom Deich - das ist
sehr anstrengend." Kein Wunder, dass die Spitzenläufer gegen Ende ihr hohes Tempo nicht halten konnten.
Vorjahressieger wird Dritter
Dass sich Sportler auch über einen dritten Platz freuen können, bewies der Lokalmatador: Vorjahressieger Oliver Sebrantke aus
Stuhr landete auf dem dritten Gesamtrang. In der Wertung der Norddeutschen Meisterschaft wurde er Zweiter hinter dem Göttinger
Hanelt. Für Sebrantke Grund genug, gleich nach seinem Zieleinlauf eine Ehrenrunde zu drehen. Skalsky, der Sieger, gab derweil
Überraschendes zu Protokoll. Er hasse Mainz, wohne dort auch nur auf der hessischen Seite und habe am Sonnabend Werder
Bremen die Daumen gedrückt.
Ein Sieg beim Marathon kann auch ein Erfolg über den eigenen Körper sein - wie für Marlies Meyer, die schnellste Frau des
Tages. Dass sie überhaupt noch über die Distanz von 42,195 Kilometern antritt, dürfte ihren Arzt überraschen. Der hatte nämlich
Anfang des Jahres bei der Kölnerin Arthrose im rechten Fuß diagnostiziert. Das hält die gebürtige Walsroderin allerdings nicht da-
von ab, schnell zu laufen. Für den Bremen-Marathon war sie anschließend voll des Lobes. Ein echter Volksmarathon sei der Lauf,
ganz ohne eingekaufte Spitzenläufer. Dementsprechend klein fiel auch die Belohnung für die Läufer aus. Für die Strapazen erhielt
jeder der 891 Teilnehmer, die das Ziel erreichten, das Gleiche: eine silberne Medaille am roten Band. Preisgelder gab es gestern
nicht zu gewinnen. Auch nicht für Sonja Rikken aus Stuhr und Frauke Fichtner von LG Kreis Verden, die die weiteren Plätze bei
den Damen belegten. Bei der Norddeutschen Meisterschaft wurden sie Erste und Zweite.
Um Siege brauchten sich die Frauen am Ende des Feldes keine Gedanken zu machen, dafür war es dort aber weniger einsam als
an der Spitze. Schon bei Kilometer zehn lernten sich Cheryl Weise und Katrin Maass kennen, 61 Jahre alt die eine, deutlich
jünger die andere. Den Rest der Strecke liefen sie gemeinsam. Viele Geschichten hörte sie von ihrer Begleiterin, erzählte Cheryl
Weise. Dass sie als Letzte den Marktplatz erreichten, spielte für sie keine Rolle. Die 61-Jährige lief jubelnd über die Ziellinie; es
war der erste Marathon, den sie beendete. Den Fahrer des Besenwagens, der sie lange verfolgt hatte, verabschiedete sie mit einer
Freude, die wohl nur jemand empfinden kann, der nach 5:55 Stunden endlich mit dem Laufen aufhören darf.

WESER KURIER vom 20. September 2010
Jonna Tilgner würdigt Sieger des Halbmarathons
Bremer Athletin gibt den Startschuss und feuert die Teilnehmer an

Bremen
(sfy). Sie ist auf den Sprintstrecken zu Hause. Deshalb fiel es Jonna Tilgner auch leicht, den Startschuss für den Halb-
marathon zu geben und dessen Sieger zu ehren. Selber zu laufen, wäre der Athletin des TuS Komet Arsten nicht eingefallen: "Wir
machen in der Vorbereitung ja auch mal längere Läufe, aber so bei zwölf Kilometern ist Schluss." Den Teilnehmern des Halbmara-
thons ist der Respekt der Dritten der Deutschen Meisterschaft über die 400 Meter Hürden sicher, und gar "Bewunderung" hat
Jonna Tilgner für die Starter auf der Marathondistanz übrig.
Alle Teilnehmer seien für ihre Mühe aber gestern reichlich entschädigt worden, sagte Jonna Tilgner. "Hier einzulaufen, muss schon
toll sein." Das fanden sie tatsächlich, die Protagonisten des Halbmarathons. Die Zweitplazierte Fakja Hofmann und Rebecka
Weise-Jung auf Platz drei waren durchaus zufrieden mit der Atmosphäre auf dem Marktplatz. Dass es für die beiden Bremerinnen
nicht zum Sieg gereicht hatte, konnten sie verschmerzen, auch weil die Vorbereitung nicht unbedingt wunschgemäß verlaufen war.
Da sie bis vor Kurzem noch im Ramadan gefastet hatte, konnte Fakja Hofmann "nicht so trainieren, wie es sein sollte". Sie hielt
gleichwohl bis zu Kilometer elf mit der späteren Siegerin Marina Hilschenz (Wedel/Pinneberg) mit. Danach musste Hofmann, für
die LG Regensburg startend, abreißen lassen, und am Ende fehlten ihr rund zwei Minuten auf die Siegerzeit (1:18:19 std.).
Rebecka Weise-Jung erzählte im Ziel, dass sie seit anderthalb Jahren "nichts mehr gemacht" habe, bevor sie gestern über die
rund 21 Kilometer startete. Angesichts dieser Pause empfand sie die Zeit von 1:30:13 std. als "eigentlich nicht schlecht". Etwas
anders erging es dem schnellsten Lokalmatador auf der Halbmarathonstrecke: Horst Wittmershaus (SC Weyhe) gefielen Strecke
und Zieleinlauf auch sehr gut. Nur die Zeit von 1:15:54 std. hätte etwas besser sein können, meinte er. Tatsächlich hatte Witt-
mershaus keine wirkliche Chance, die beiden anderen auf dem Treppchen anzugreifen. Der Sieger Volker Goineau (1:09:55 std.)
brauchte sechs Minuten weniger, und Kevin Rolfe aus Hamburg war noch rund zwei Minuten schneller (1:13:49 std.). Rolfe hatte
zur Siegerehrung noch ein kleines Präsent für die Organisatoren des swb-Marathons mitgebracht, verpackt in ein paar warme
Worte. Er sei in Berlin zwar schneller gelaufen, sagte er. Aber die Strecke in Bremen habe er als besser empfunden, und die Zu-
schauer seien toll gewesen. Ein Lob auch an Jonna Tilgner, die zur klatschenden Menge gehörte.

WESER KURIER vom 20. September 2010
Sieger auf zehn Kilometer kennt sich in der Stadt aus
Jan Oude-Aost gewinnt / Fairnesspreis für Ingo Müller aus Bremen

Bremen
(sfy). Wenn Jan Oude-Aost von "gefühlter Heimat" spricht, dann kann er damit nur Bremen meinen: Bis vor ein paar
Jahren absolvierte er hier seine Ausbildung und lief für die LG Bremen Nord und Werder Bremen. Nun studiert er in Aachen Medi-
zin, kehrt aber manchmal an die alte Wirkungsstätte zurück. Selten ist er dabei so erfolgreich wie gestern, als er den Zehn-Kilo-
meter-Lauf in einer Zeit von 33:51 Minuten gewann. Nur rund zwei Kilometer war der ehemalige Bremer mit der Konkurrenz ge-
laufen. Dann zog Jan Oude-Aost an und distanzierte die anderen Teilnehmer, sie liefen am Ende rund eine halbe Minute nach ihm
ins Ziel. "Zwei Pfützen" hatte Oude-Aost zu passieren auf der Strecke. Ansonsten empfand er den Parcours über Schlachte und
Weserstadion als sehr gelungen. "Nur auf dem Osterdeich war es ziemlich windig." Was Ingo Müller mit dem Hinweis kommen-
tierte, dass "Jan in Aachen eben nichts mehr gewohnt ist". Der schnellste Bremer vom Marathon-Club hatte zuletzt wenig trainier-
en können und war mit deshalb dem vierten Platz auch zufrieden.
Zudem verdiente sich Müller ganz nebenbei den Fairnesspreis der Veranstaltung. Als Christian Eichinger (SV Lemwerder) direkt
vor ihm die Rückkehr zur Obernstraße verpasste und in Richtung Brill weiterlief, hatte sich Ingo Müller den dritten Platz erobert.
Als fairer Sportsmann wollte er auf diese Weise allerdings nicht aufs Treppchen gelangen. Also ließ er den Konkurrenten noch vor
dem Ziel wieder vorbeiziehen. "Ich möchte Ingo danken. Er hat mich vorgelassen, als ich mich verlaufen hatte", sagte Eichinger
bei der Siegerehrung. Sein Radbegleiter hatte den Drittplazierten irgendwann verlassen, und einen Streckenposten gab es an der
Abzweigung nicht.
Das kam ähnlich schlecht an wie die offenbar noch nicht optimierte Beschilderung der neuen Strecke. "Ich wollte eigentlich meine
Zeit verbessern", meinte Nicole Krinke, Siegerin der weiblichen Konkurrenz von der LG Nienburg nach 38:36 Minuten im Ziel.
Daraus wurde ihrer Ansicht nach nichts, weil die "Kilometerangaben auf den Schildern überhaupt nicht stimmten". Bereits 2008
hatte Nicole Krinke die zehn Kilometer gewonnen, die damalige Strecke - durch den Bürgerpark und Findorff - fand sie "klarer und
schneller". Andererseits: "Im Ziel ist es schon toll", sagte sie und traf damit die Meinung der anderen Teilnehmer. Einhellig lobten
sie den Einlauf entlang am Rathaus und direkt auf den Bremer Dom zu. Zur Siegerehrung erschien Nicole Krinke dann aber doch
nicht mehr.
==> Ergebnisse  
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