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Porträts und Berichte über Leichtathleten aus der Region (Seite 3)

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Stephan Röttger LG Osnabrück (29.1.2007)
Nicole Marahrens LG Weserbergland (29.1.2007)  
Silvia Braunisch LGG Ganderkesee (1.2.2007)  
Sadik Klingenberg LG Emstal Dörpen (3.2.2007)  
Carsten A. Mattejiet SOL Osterholz / TV Lilienthal (7.2.2007) 
Julian Lake TV Hude (8.2.2007)  
Birgit Bischof LGG Ganderkesee (10.2.2007) 
Jörg Busse VfV Hildesheim (10.2.2007) 
Marina Kortenbrock SG Essen-Garthe-Molbergen (15.2.2007) 
Jonna Tilgner Bremer LT (17.2.2007)  
Daniel Kruse SV Germania Helmstedt (17.2.2007)    
Jörg Valentin TV Norden (21.2.2007)  
Dieter Sethmann TSV Gnarrenburg (10.3.2007) 
Sabine Rahn VfL Wolfsburg (10.3.2007)   
Cathleen Tschirch / Werner Scharf LG Weserbergland (20.3.2007)
Jala Gangnus / Edgar Eisenkolb LG Weserbergland / Leitender Landestrainer (21.3.2007)
Nicole Großkopf LGG Ganderkesee (22.3.2007) 
René Herms LG Braunschweig (23.3.2007) 
Sebastian Fiene LG Peiner Land (18.4.2007) 
Lorena Keding LG Weserbergland (19.4.2007) 
Friedrich-Wilhelm Schneider LG Braunschweig (5.5.2007) 
Lisa Husmann SV Union Salzgitter (5.5.2007)  
Jana Bindzus TV Langen (16.5.2007)
Jürgen Hold LG Kreis Verden (20.6.2007) 
Sven und Jens Kösters LG Papenburg-Aschendorf (1.8.2007)
Vivien Tiedemann LG Nordheide (9.8.2007)
Julia Maaß MTV Jahn Schladen (10.8..2007)
Andrea Pelka LC 93 Delmenhorst (27.8.2007)
Markus Wenzel TSV Jahn Varlosen (27.8.2007)
Tim Schwarzmeier Bremervörde / TSV Bayer 04 Leverkusen (2.9.2007)
Joachim Kitzel Delmenhorster TV (12.9.2007) 
Mark Kölzow LAV Zeven (29.9.2007)
Thomas Ruminski SV Eintracht Hiddestorf (9.10.2007)
Frank Baumgärtner LG Lüneburg Stadt-Land (11.10.2007)
Susanne Fröhlking BV Garrel (20.10.2007) 
Thomas Ruminski SV Eintracht Hiddestorf (24.10.2007)
Andreas Kuhlen LG Braunschweig (14.11.2007)
Vivian Sinnen SV Brake (15.11.2007) 
Sören Ludolph LG Nordheide (24.11.2007)
Sven Knipphals VfL Wolfsburg (8.12.2007)

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NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 29. Januar 2007
Training nach Schichtdienst

Lingen.
Der 19-jährige Stephan Röttger vom VfL Lingen (jetzt LG Osnabrück) war im vergangenen Jahr der beste jugendliche
Sprinter in Niedersachsen. 2006 gewann er vier Landestitel und zwei norddeutsche Titel in den Sprintwettbewerben in der Halle
und im Stadion. Er schraubte seine Bestleistungen auf 10,82 Sekunden über 100 m, auf 21,67 Sekunden über 200 m und 48,64
Sekunden über 400 m. Bei den Deutschen Meisterschaften behauptete er sich unter den besten Jugend-Sprintern im Deutschen
Leichtathletik-Verband (DLV), der ihn in einem Länderkampf einsetzte. Auch im Weitsprung (6,92 m) zeigte Stephan großes
Talent. Seine Vielseitigkeit bewies er zudem mit dem Gewinn der Landesmeisterschaft im Zehnkampf der A-Jugend.
Dabei begann seine sportliche Karriere eher unauffällig. Als Zehnjähriger schloss er sich dem VfL Lingen an, musste von seinem
Wohnort Andervenne, wo er bei den Heidekrautern noch Fußball spielte, von seiner Mutter zum Training mit Trainer Norbert
Christel nach Lingen gebracht werden. Sein sportlicher Durchbruch kam im ersten B-Jugend-Jahr, im zweiten konnte er bereits
DM-Erfahrungen sammeln. Der Niedersächsische Leichtathletikverband berief ihn in seinen Kader. In der A-Jugend-Klasse ent-
wickelte er sich zum dominierenden Sprinter in Niedersachsen.
Um dahin zu kommen, hatte er es als einer der wenigen Nicht-Schüler unter den Top-Nachwuchssportler nicht leicht. Er absol-
viert an der Erdölraffinerie Emsland eine Ausbildung als Chemikant, die er in diesen Tagen abgeschlossen hat. Im letzten Jahr
musste er sein drei- bis viermaliges Training in der Woche nach seinem Schichtdienst ausrichten und mal vor oder nach der
Arbeit, teilweise allein ohne seine Kollegen vom VfL und seinen Heimtrainer Dr. Remling durchführen. Umso höher sind seine
Leistungen zu bewerten. Schade nur, dass dieser talentierte und erfolgreiche Sprinter mit Jahresbeginn zur LG Osnabrück ge-
wechselt ist, wo er zusammen mit den Emsländern Frank Schnieders, Timo und Torsten Gruber die Truppe von Trainer Anton
Siemer (ebenfalls gebürtiger Emsländer) verstärkt.  

Presseinformation vom 29. Januar 2007 (Von Manfred Scholz)
Nicole Marahrens - auf dem Weg nach oben
Leichtathletik.
Mit zwei DM-Titeln im letzten Jahr mit den Staffeln der LG Weserbergland war Nicole Marahrens eigentlich am
Ziel ihrer Träume. Doch mit ihren Auftritten in den Einzelrennen über 400- und 200 Meter war die 29-jährige Top-Sprinterin in der
letzter Zeit nicht zufrieden. Nach Veränderungen im Training geht der Zug nun wieder nach oben. Am Wochenende wurde sie
vielbejubelte Landesmeisterin über 200 Meter in starken 24,07 Sekunden und besiegte dabei die amtierende Deutsche Meisterin
Jala Gangnus (24:12 Sekunden). Über ihre erstaunliche Leistungsentwicklung sprach mit ihr unser Mitarbeiter Manfred Scholz.
Worauf ist die Leistungsexplosion zurückzuführen?
Nicole Marahrens: Ich trainiere wieder mehr im Sprintbereich, lasse die langen Läufe weg, weil ich nun nicht mehr speziell für
400 Meter trainiere.

Haben Sie in den letzten zwei Jahren etwas falsch gemacht?
Nicole Marahrens: Ich habe eigentlich nichts falsch gemacht. Ich habe nur anders trainiert und die 400 Meter im Hinterkopf ge-
habt. Das waren dann längere Läufe, die aber zu Lasten der Schnelligkeit gegangen sind.

Die Konzentration liegt also auf der Verbesserung der Sprintfähigkeit. Ist da noch Raum für Ihre “geliebten” 400 Meter?
Nicole Marahrens: Die 400 Meter habe ich immer noch im Hinterkopf. Ich habe mir selbst als Ziel gesetzt, sobald ich deutlich
unter 24 Sekunden laufe, wage ich auch wieder einen Start über 400 Meter.

Auch schon in diesem Sommer?
Nicole Marahrens: Ich denke ja, wenn ich von Verletzungen verschont bleibe.
Was auffällt ist, das Sie ihre alte Kämpfernatur wiedergefunden haben und richtig locker geworden sind.
Nicole Marahrens: Das stimmt, das war in letzten Jahren etwas verloren gegangen, aber die Bereitschaft zu kämpfen und locker
zu bleiben, habe ich heute wieder mit großer Freude und Erleichterung gespürt.

 Ganz unschuldig daran ist auch nicht ihr Trainer Werner Scharf. Der hatte am Sonntag ein zufriedenes Lächeln in den Mund-
winkeln und sagte: “Nach der Stagnation in den letzten zwei Jahren freue mich über Nicole’s Leistungsentwicklung. Wir trainier-
en wieder so wie früher, das schlägt bei ihr gut an und die Erfolge sieht man ja. Wenn sie gesund bleibt, wird das über 200 Meter
in diesem Jahr nicht schlecht. Wenn die Leistungsentwicklung so weiter geht, schau’n wir sicher im Sommer mal, was über 400
Meter so geht”. 

DELMENHORSTER KURIER vom 1. Februar 2007
Alte Liebe neu entdeckt
Silvia Braunisch findet ihr Glück in der Leichtathletik

Von unserem Redakteur Sascha Eggebrecht
Ganderkesee. Eigentlich wollte Silvia Braunisch nur das Sportabzeichen bei der LGG Ganderkesee ablegen. Eigentlich. Denn
dann kam alles ganz anders. Schnell wurde die 47-Jährige danach Mitglied der Frauen-Staffel und bei ihrem ersten großen Auf-
tritt bei den Landesmeisterschaften 2005 holte sie sich gleich den Titel im Fünf-Kampf.
Eines Tages hatte Silvia Braunisch den Entschluss gefasst, das Deutsche Sportabzeichen der Leichtathletik abzulegen. Einfach
so, nur aus Spaß. "Ich hatte mir die Liste mit den geforderten Zeiten und Höhen der verschiedenen Disziplinen angesehen und
gedacht, dass ich das locker schaffen müsste", sagt die Hausfrau. Gesagt, getan. Das Abzeichen war schnell bestanden. Was
dann kam, war für die Sportlerin dann aber doch überraschend. "In der Staffel fehlte eine Läuferin. Es traute sich zunächst aber
niemand im Verein mich anzusprechen, da ich doch wesentlich älter bin als ich aussehe", erzählt sie. Eines Tages nahm aber
LGGG-Trainerin Dorle Rackebrandt ihren ganzen Mut zusammen und fragte sie. Mit Erfolg. Denn Silvia Braunisch hatte das Alter
für die Seniorenklasse locker erreicht. Zuvor hatte die 47-Jährige nur zwei Jahre aktiv Leichtathletik betrieben.
Sie erinnert sich: "Damals wohnte ich noch in Süddeutschland. Auf der Schwäbischen Alb in Bad Beuren habe ich zwischen
meinem zwölften und 14. Lebensjahr diesen Sport betrieben." Doch nach einem Wohnortswechsel nach Nürtingen war ihre sport-
liche Karriere für gut 30 Jahre unterbrochen. "Ich wollte in dem dort ansässigen Verein nicht bleiben, weil mir die Mädchen dort
viel zu hochnäsig waren", erklärt sie. Erst mit ihrer Tochter Corinna fand sie im Jahr 2003 wieder den Weg zurück in die Leicht-
athletik - allerdings als Zuschauerin. "Ich bin nie auf die Idee gekommen, selbst wieder aktiv Leichtathletik zu betreiben", gesteht
sie. Bis zu dem Zeitpunkt, wo sie unbedingt das Sportabzeichen machen wollte. Dann ging alles ganz schnell. "Da ich sehr be-
weglich bin, ist es mir nicht schwer gefallen, die Bewegungsabläufe der einzelnen Disziplinen wieder zu erlernen."
Dann der große Augenblick im Jahr 2005. "Vor der Landesmeisterschaft ging es mir gar nicht gut. Ich war so nervös und aufge-
regt, dass ich sogar Durchfall hatte. Doch kurz vor dem Start war die ganze Nervosität wie weggeblasen", erzählt sie. Und als sie
nach den fünf Disziplinen 100-Meter-Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung, Hochsprung und dem 800-Meter-Lauf sogar die Goldme-
daille in Empfang nehmen durfte, war sie endgültig mit dem Bazillus "Leichtathletik" infiziert. Heute kramt sie gerne ihren prall-
gefüllten Ordner durch, in dem alle gewonnenen Urkunden und Zeitungsartikel fein säuberlich abgeheftet sind. Für die Zukunft
wünscht sie sich natürlich weitere Urkunden und Berichte. Und damit sie auch weiterhin erfolgreiche Schlagzeilen schreibt, trai-
niert sie sehr hart. "Im Winter geht es drei Mal in der Woche zum Training. Im Moment bilden die Sprungkraft und die Ausdauer
die Trainingsschwerpunkte", sagt Silvia Braunisch, die in diesem Jahr auf jeden Fall wieder bei der Landesmeisterschaft im Fünf-
kampf ganz oben auf dem Treppchen stehen will. "Wenn ich nicht das Ziel hätte, könnte ich etwas anderes machen."  

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 3. Februar 2007
Ehrgeiz als Markenzeichen

Lehe.
Das große Talent für den Laufsport des heute 17-jährigen Jugendlichen Sadik Klingenberg aus Lehe wurde in der Schule
erkannt. Sadik, der vorher Fußball gespielt hatte, wechselte die Sportart und schloss sich mit 14 Jahren der LG Emstal Dörpen
an. In nur einem Jahr brachte er es unter der Anleitung von Trainer Arno Kosmider vom Laufanfänger zum Landesmeister. Sein
erster Niedersachsen-Titel - er gewann ihn 2004 beim Cross in Hameln - war gleichzeitig der 100. Landestitel der LG Emstal
Dörpen. Diese Titel- und Rekordsammlung erweiterte Sadik Jahr für Jahr.
Klingenbergs Trainingsfleiß und seine Zuverlässigkeit schätzt Trainer Arno Kosmider besonders, und hinter dem Stichwort "Ehr-
geiz" setzt er gleich drei Ausrufezeichen. "Der gibt sich in keinem Rennen vor der Ziellinie geschlagen!" Der Niedersächsische
Leichtathletikverband honorierte Erfolge, Leistungsfähigkeit und Einsatz mit der Berufung in den Landeskader D. Das vergangene
Jahr war das bisher erfolgreichste: Sadik gewann die Landestitel der B-Jugend-Klasse im 5000-m- und 1500-m-Lauf und siegte
bei den Norddeutschen Meisterschaften im 3000-m-Lauf. Medaillenchancen hatte er sich bei den Deutschen Jugendmeister-
schaften im 1500-m-Lauf ausgerechnet. Nach Vorlaufsieg wurde er im Finale infolge einer Rempelei mit Sturz um seine Chancen
gebracht und musste sich mit dem sechsten Platz begnügen.
In diesem Jahr hat Sadik, der in die A-Jugend-Klasse aufgerückt ist, noch nicht ins Wettkampfgeschehen eingegriffen, weil er
gerade seinen Grundwehrdienst in Stralsund absolviert. Nach dem Realschulabschluss hat er sich für fünf Jahre bei der Bundes-
wehr verpflichtet und will dort auch das Abitur machen. Seine sportlichen Ziele hat Sadik natürlich nicht aus den Augen verloren.
Er trainiert in seiner Freizeit weiter nach Plänen seines Trainers, der sich auf Sadiks Zuverlässigkeit, Fleiß und Ehrgeiz verlassen
kann. Endlaufteilnahmen (1500 m/3000 m) bei den Deutschen Jugendmeisterschaften sind das Ziel. 

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 7. Februar 2007
Stets Respekt vor der Strecke
Carsten A. Mattejiet hat jetzt 200 Marathon- und Ultraläufe absolviert

Von unserem Redakteur Carsten Spöring
Lilienthal. Nun liegt der 200. Lauf hinter ihm. Nicht irgendein Lauf über irgendeine Distanz, sondern mindestens 42,195 Kilo-
meter sind es immer gewesen. "In 15 Jahren habe ich 200 Läufe über den klassischen Marathon oder noch länger absolviert",
erläutert der Lilienthaler Carsten A. Mattejiet. Der 200. war jetzt der 39. Kreuzdeich-Marathon in 3:22:26 Stunden. Laufsport be-
treibt Mattejiet seit 1978. Nach einem folgenschweren Autounfall, bei dem ihm beide Beine gebrochen worden waren, durfte er
auf ärztlichen Rat nur noch Leichtathletik betreiben. Und da entdeckte er die Liebe zum Laufen. "Da wir damals unmittelbar an
der Breitenbach-Talsperre in Hilchenbach-Allenbach wohnten, hatte ich ein prima Trainingsgelände vor der Haustüre", sagt
Mattejiet rückblickend. Die Berge brachten die nötige Kraft in die Beine, und das mache bekanntlich ja schnell.
Es war im September 1992 in Duisburg, als Mattejiet erstmals an der Startlinie eines Marathonlaufes stand. "Für Marathonläufer
war ich sehr jung", erkannte er, der 23-Jährige, bei einem Blick in die Gesichter der Mitstreiter, "und unerfahren lief ich meinen
ersten Marathon in 4:04 Stunden". Schon damals fand Mattejiets Regeneration eher im nächsten Wettkampf statt, als in mehr-
monatiger Rennabstinenz - seinen nächsten Marathon absolvierte er nur vier Wochen später in Frankfurt und war mit 4:00:23
Stunden auch schon ein wenig schneller geworden. Sehr rasch freundete sich Mattejiet auch mit dem Lager der Ultraläufer und
der Extremläufer an. Nur ein Jahr nach seinem Marathon-Debüt trat er zum 24-Stunden-Lauf in Schmallenberg mit seiner unge-
wöhnlich langen Runde von 7,68 Kilometern an. 124,678 Kilometer waren nach einem Tag durch die Höhen des Rothaargebirges
gelaufen.
Doch Mattejiet dürstete nach mehr. Mal gab er sich eine Zeit lang mit Marathonläufen zufrieden, dann mussten es wieder Ex-
tremdistanzen sein.So stellte er seine persönliche Bestleistung im 24-Stunden-Lauf im Jahre 1995 in Basel mit 201,065 Kilo-
metern auf und legte im selben Jahr in den 48 Stunden von Köln 277,855 Kilometer zurück. Sein Ziel aber war noch mehr, der
Spartathlon in Griechenland, das schwerste Ein-Tages-Rennen der Welt. Zehn Marathons an zehn Tagen lief er zur Vorbereitung
in Kassel, wurde so nebenbei Westfalenmeister im 100-Kilometer-Straßenlauf - und scheiterte Wochen später dennoch auf dem
Wege nach Sparta.
Noch einmal, im Jahre 2000, wurde Mattejiet durch einen Krankenhausaufenthalt weit zurückgeworfen. Die Ärzte retteten aber
sein Bein, und so war ihm das Laufen zwei Jahre später wieder vergönnt. Inzwischen reist Mattejiet nicht mehr so viel für seine
Langstreckenläufe - er organisiert sie oftmals in Lilienthal vor der eigenen Haustür. Mit 3:27:49 Stunden erreichte der 37-Jährige
dort auch seine Marathon-Bestzeit des Jahres 2006. 68 Mal ging der Lilienthaler allein im Vorjahr auf eine Lang-Distanz, 200
Starts sind es jetzt in seinem Läuferleben geworden. Dennoch geht Carsten A. Mattejiet noch immer bewusst in jedes einzelne
Rennen: "Egal, wie viele Läufe ich schon habe und laufen werde: Der Respekt vor der Strecke sollte immer da sein". 

DELMENHORSTER KURIER vom 8. Februar 2007
Lieber Laufen statt Glotzen und Daddeln
Julian Lake ist erst seit anderthalb Jahren Leichtathlet, will aber schon dieses Jahr den Sprung zur Deutschen
Meisterschaft schaffen

Von unserer Mitarbeiterin Simone Meißner
Hude. Rot ist die Farbe von Julian Lake. Das Trikot des 16-Jährigen ist Rot, der Sportwagen auf dem Poster in seinem Zimmer
ist Rot, und sein Lieblings-Fußballverein trägt auch die Farbe Rot. Fußball spielt er aber nicht mehr. Knieprobleme und Unzu-
friedenheit führten Julian in eine ganz andere sportliche Richtung. Der linke Verteidiger des FC Hude ist heute erfolgreicher
Leichtathlet beim TV. "Ich muss mit mir selbst zufrieden sein, sonst ist es ein vertaner Wettkampf", erzählt Julian und blickt auf
seine Anfänge zurück.
Weit muss er nicht zurückdenken: Vor eineinhalb Jahren fing alles an. Damals schaute er seiner jüngeren Schwester Laureen
beim Training zu. "Mein Trainer Thomas Budde hat mich einfach angesprochen, ob ich nicht mal mitmachen wolle", erinnert sich
der 16-Jährige. Er wollte. Bereits in der Schule war er der Beste, wenn die Bundesjugendspiele und Leichtathletik auf dem
Stundenplan standen. Für viele seiner Mitschüler ein Graus. Nicht so für Julian. "Das muss in den Genen liegen", lächelt der
junge Sportler. Papa Alfred war in seiner Jugend auch Leichtathlet. Die Familie hat es irgendwie in den Beinen: Joggen, Sprint,
Marathon. "Das kann ich am besten", sagt Julian, der auch ziemlich hoch und ganz schön weit springen kann. Seinen Schwer-
punkt legt der 16-Jährige aber auf den Blockwettkampf-Lauf. Mit 100 und 2000 Meter Lauf, 80 Meter Hürden, Weitsprung und
Ballwurf. "Am liebsten laufe ich die 100 Meter. 2000 Meter sind ’ne Hammerstrecke. Die habe ich aber auch schon ein paar Mal
gemacht", erzählt er. Die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften auf 2000 Meter verfehlte Julian um elf Sekunden. Er lief
die Strecke in 6:41 Minuten. Auf jeden Fall war es für ihn kein vertaner Wettkampf: "Immerhin war ich selbst mit mir zufrieden."
 Zufrieden war er auch über das Ergebnis, das er vergangenen Herbst in Oldenburg erreichte, wo er sich für die Landesmeister-
schaft in Hannover qualifizierte. Vor zwei Wochen belegte er dort den vierten Platz über 400 Meter. Und wenn dort im Endlauf nur
Jungs des Jahrgangs 1991 gelaufen wären, hätte er sogar den zweiten Platz belegt, so schrammte er knapp am Edelmetall vor-
bei. In diesem Jahr will er auch beim Oldenburger City-Lauf und beim Cross-Lauf in Sandkrug mitmachen - sofern keine Wett-
kämpfe dazwischen kommen. "Im vergangenen Jahr wurde ich außerdem Kreismeister in der Gruppe Schüler A M15 beim
Cross-Lauf", ergänzt der Teenager, der lieber sein rotes Trikot anzieht und sich bewegt, anstatt vor dem Computer oder dem
Fernseher abzuhängen.
Vorbildlich. Seine Eltern sind stolz. "Momentan habe ich ein Mal die Woche Hallentraining, laufe ein Mal pro Woche mit meinem
Trainer und jogge ein Mal in der Woche durch den Hasbruch", zählt Julian auf. Die restlichen Tage büffelt er für die Schule. Was
er nach dem Abitur in drei Jahren machen will, weiß er noch nicht genau."Ich habe noch drei Jahre Zeit. Mal gucken. Vielleicht
wird ja die Leichtathletik zu meinem Beruf", sagt er und lächelt wieder. Die Olympischen Spiele seien schon ein großer Traum.
Gern würde er einmal mit der Sprint-Elite um die Wette laufen. Aber alles zu seiner Zeit. Als nächstes muss er sich auf die
Deutsche Meisterschaft konzentrieren - seine, und auch die von seinem Lieblingsverein Bayern München.   

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 10. Februar 2007
Europameisterin sagt dem Leistungssport ade
Birgit Bischof wird jetzt walken, Rad fahren und schwimmen

Von Anke Bayer-Thiemig
Heide. Juli 2002: Birgit Bischof sicherte sich im 80-m-Hürdenlauf den Europatitel. August 2001: Mit insgesamt fünfzehn Landes-
meistertiteln kehren die Leichtathletik-Senioren der LGG Ganderkesee aus Oldenburg zurück. Überragende Athletin der Meister-
schaft erneut Birgit Bischof, die “sich in der Form ihres Lebens” befindet. Einen Monat zuvor gibt es drei Deutsche Titel über 100
und 200 m sowie über 80 m Hürden. Nur ein Jahr später erneut zwei Deutsche Titel über die 80 m Hürden und im Fünfkampf.
Außerdem stehen auf dem Bischof-Konto etliche Bezirks- und Landesrekorde.
“Eigentlich wollte ich so noch ein paar Jahre weiter machen”, erzählt die 50-Jährige. Doch Gelenkbeschwerden zwingen sie zum
Aufhören. “Zumindest mit dem Leistungssport”, erklärt die zweifache Mutter. Ab jetzt wird die Sportlerin eher walken, Rad fahren
und schwimmen. Aber nur, wenn es die Zeit erlaubt. Denn Birgit Bischof ist nicht nur wieder in ihr altes Berufsleben eingestiegen.
Sie ist nicht nur als mathematisch-technische Assistentin bei der EADS Astrium (und dort in der Qualititätssicherung für Soft-
ware-Systeme in der Raumfahrt) tätig, sondern auch täglich in der “verlässliche Grundschule” als Betreuungsperson engagiert.
Außerdem bleibt sie der Leichtathletik ein kleines Stück erhalten. Mit einer B-Lizenz in der Tasche wird sie weiterhin die zwölf-
und 13-jährigen Schüler der LGGG trainieren.
Seit ihrem 16. Lebensjahr hat Birgit Bischof ein Faible für Leichtathletik. Und hier insgesondere fürs Laufen. “Weil ich es am
besten konnte.” 1998 gab es durch ein Sportabzeichen einen Zweitanfang. Sie gehörte zu der LGGG-Staffel mit Inge de Groot,
Hilke Glander, Dorle Rackebrandt, die 2001 und 2003 Deutsche Vizemeisterin wurde. “Und wenn wir gestartet sind, sind wir auch
immer Landesmeister geworden”, erinnert sich die Leistungssportlerin. “Das war’s”, erklärt Birgit Bischof schon beim ersten Ge-
spräch am Telefon. Es fällt ihr schwer, mit dem Sport aufzuhören. Natürlich wird sie weiterhin im Stadion zu finden sein. “Das
Interesse bleibt ja bestehen”, so die Sportlerin, die viele Leute in der Szene kennt.     

HILDESHEIMER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 10. Februar 2007
Leichtathlet Jörg Busse hört auf

(wgk)
Der bekannte Weit- und Dreispringer Jörg Busse (VfV Hildesheim) beendet seine Leichtathletik-Laufbahn. Eine Arthrose
im Fuß gab den Ausschlag, dass ihm Sportarzt Dr. Jens Becker raten musste, Abschied vom Sprint und Sprung zu nehmen.
Busse, inzwischen 25 Jahre alt, litt zuletzt selbst beim Gehen unter Schmerzen, da ihm zusätzlich eine Zyste zwischen den
Zehen zu schaffen machte. “Ich könnte mich zwar fit spritzen lassen. Das kommt aber nicht in Frage”, meinte der elffache
Niedersachsenmeister und zigfache Bezirksmeister mit Bestleistungen im Dreisprung von 14,83 m, im Weitsprung von 7,20 m
und 11,18 Sekunden über 100 m. Als Jugendlicher vertrat er in einem U18-Länderkampf die deutschen Farben.
Derzeit betreibt Busse Judo und intensives Krafttraining mit schweren Hanteln. Seitdem er nicht mehr läuft und springt, hat er
bereits zehn Kilogramm Körpergewicht zugenommen. “Aber für eine schnelle Ehrenrunde mit grüner Perücke und Eintracht-
Fahne in der TUI-Arena langt es noch”, lacht der Handball-Fan.     

NORDWEST ZEITUNG vom 15. Februar 2007
Gelassene Überfliegerin hebt nicht ab
Leichtathletik: Marina Kortenbrock belegt Platz sieben bei den Deutschen Jugendmeisterschaften

Von Stephan Tönnies
Essen. Für die 17-jährige Hochspringern Marina Kortenbrock von der SG Essen-Garthe-Molbergen sollte das Überqueren der vier
Meter langen Latte Ende Januar bei den Hallenmeisterschaften der niedersächsischen Leichtathleten zu einem Höhepunkt ihrer
noch jungen Laufbahn werden. Sie siegte in Hannover in der Konkurrenz der weiblichen Jugend A mit einer Höhe von 1,76 Meter.
Damit übersprang sie innerhalb kürzester Zeit zum zweiten Mal die Norm für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Sindel-
fingen. Allerdings knüpfte sie in Sindelfingen nicht an ihre starken Leistungen an. Sie übersprang 1,70 Meter und belegte den
siebten Platz. Trotzdem ist sie nicht unzufrieden: “Eigentlich war es ganz okay. Ich wollte versuchen, an meine Bestleistung her-
anzukommen”, sagt sie. Wegen eines technischen Fehlers habe sie den Sprung auf das Treppchen verpasst, analysiert sie. “Ich
habe mich zu schnell zur Latte gedreht.”
Die Fähigkeit zur Selbstkritik ist ein Teil ihres Charakters. Das weiß auch ihr Trainer Harald Prepens. “Ich brauche im Training
nicht viel ansprechen. Sie merkt genau, was beim Sprung schief lief.” Prepens ist von seinem Schützling begeistert: “Es ist er-
staunlich, wie routiniert sie in die Wettkämpfe geht. Sie ist nie hektisch oder gestresst.” Aber natürlich ist Marina nicht perfekt.
Auch sie erlebt Tage, an denen sich Fehlversuch an Fehlversuch reiht. Ob es läuft oder nicht, spüre sie schon beim Aufwärmen,
sagt sie. Diese Schwankungen sind aber bisher so selten wie eine Vollkorndiät beim Gallier Obelix.
Absolute Ausnahmen sind bei ihr auch Wochenenden, an denen sie auf Partys oder in die Disko gehen kann. “Die Wettkämpfe
finden meisten am Wochenende statt. Da ist es nicht gerade clever, am Vorabend bis spät in die Nacht um die Häuser zu
ziehen. Da bleibt nur kurz Zeit ,Hallo’ zu sagen, und dann geht es ab nach Hause, damit ich morgens ausgeruht in den Wett-
kampf gehen kann”, sagt Marina.
Auch abseits der Hochsprungmatte ist Marina hellwach. Seit dem 1. August vergangenen Jahres absolviert sie bei der Essener
Firma Vogelsang eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin. Da bleibt nicht viel Zeit zum Ausspannen und Füße hochlegen.
Schließlich geht’s nach der Arbeit am Zeichenbrett und dem Jonglieren mit Bleistift, Radiergummi und Anspitzer zum Training. In
der Wintersaison steht sie vier- bis fünfmal in der Woche in der Halle und verbessert ihre Ausdauer, stärkt ihre Sprungkraft und
arbeitet an den turnerischen Grundlagen. Im Sommer geht es ins Freie. Während andere Athleten lieber auf der Tartanbahn statt
in der Halle schwitzen, ist Marina es egal, wo sie trainiert: “Da mache ich für mich keine großen Unterschiede.”
Darüber hinaus nimmt sie noch an den Lehrgängen des niedersächsischen Landeskaders teil. Im April geht es zum Beispiel
nach Spanien ins Trainingslager. Diesen Termin hat sie sich im Kalender schon rot angekreuzt. “Da freue ich mich sehr drauf.
Es macht immer viel Spaß.” Die Freude am Sport ist auch der Hauptgrund, warum Marina bei jeder Einheit mit vollem Einsatz
bei der Sache ist und Gedanken an einem Abend auf dem Sofa schnell verschwinden. “Natürlich würde ich mal gerne nichts tun,
aber dazu ist mir der Sport zu wichtig.” Trotz der Erfolge bei der Niedersachsenmeisterschaft oder zuletzt in Sindelfingen möchte
sie sich nicht spezialisieren. “Ich habe noch den Mehrkampf im Programm. Und das soll auch weiterhin so bleiben.”
Ab und an muss Marina aber dann doch kurz innehalten, um ihre bisherige Laufbahn Revue passieren zu lassen. “Vor gut zehn
Jahren bin ich mit der Leichtathletik angefangen. Es ist schon erstaunlich, wie meine Entwicklung bisher verlaufen ist”, sagte sie
nachdenklich. Wie es in diesem Jahr sportlich weitergehen soll, hat sie sich auch ohne Bleistift schon im Kopf vorgezeichnet.
“Ganz klar: Ich möchte über 1,80 Meter springen - das habe ich mir fest vorgenommen.”  

WESER KURIER vom 17. Februar 2007 
Schnelles Laufen und gutes Essen
Bremen ist für Jonna Tilgner nicht nur wegen ihrer sportlichen Erfolge eine hervorragende Adresse

Von unserem Mitarbeiter Marc Gogol
Bremen. Jonna Tilgner mag taktische Rennen. "Ich laufe die 400 Meter deshalb lieber in der Halle als draußen", gesteht die 22-
jährige Leichtathletin vom Bremer Leichtathletik Team (BLT) etwas überraschend. Doch vielleicht liegt das auch ein wenig an den
gerade in der Halle erlaufenen Erfolgen, die der Psychologie-Studentin an der Bremer Universität glänzende Zukunftsperspektiven
beschert haben. Eigentlich ist Jonna Tilgner 400-Meter-Hürdenspezialistin. Eine nicht häufig im Blickpunkt stehende Disziplin in
der Leichtathletik. Doch die Bremerin, deren Karriere mit zehn Jahren beim MTV "Friesen" Bakede in der Nähe von Hannover be-
gann, hat die lange Hürdenstrecke spätestens seit vergangenem Sommer wieder vermehrt in den Blickpunkt gerückt. Den Titel
der Deutschen Juniorenmeisterin und Platz vier bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen holte Jonna Tilgner zusammen
mit ihrem Trainer Jens Ellrott für das BLT in die Hansestadt. Und das war keine Eintagsfliege, denn jetzt im Winter findet Jonna
Tilgners "Sommermärchen" seine Fortsetzung. Deutsche Hochschulmeisterin über 200 Meter sowie zweifache Norddeutsche
Meisterin über 400 Meter und mit der 4 x 200-Meter-Staffel des BLT innerhalb von 90 Minuten waren erst der Anfang. Denn dann
folgte der Auftritt beim internationalen Meeting in Leipzig, wo Jonna Tilgner mit 53,26 Sekunden über 400 Meter und Platz drei
endgültig ihre Ambitionen auf Einsätze in der deutschen Nationalmannschaft untermauert hat.
Aktuell rechnet die Bremerin mit der Berufung in die deutsche 4 x 400-Meter-Staffel für die Hallen-EM in Birmingham. Die dies-
jährige Universade im August in Bangkok oder die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking sind greifbar. Dabei
begann in Bremen alles mit einem Anruf. "Ich hatte nach meiner Zeit im Sportinternat in Rostock und einem Jahr bei der LG
Weserbergland 2005 die Spikes schon an den berühmten Nagel gehängt", erinnert sich die Deutsche B-Jugend-Meisterin von
2001, "dann kam ich studienbedingt nach Bremen und habe den Landestrainer angerufen - an dessen Geburtstag, es war reiner
Zufall." "Jonna ist dann am gleichen Tag noch bei mir ins Vorbereitungstraining auf die Hallensaison eingestiegen, wobei wir bis
zum Frühjahr erst einmal versucht haben, trainingsmethodisch einen gemeinsamen Weg zu finden", erzählt Trainer Jens Ellrott
weiter. Eine zunächst ungewohnte Aufgabe für den Hürdensprint-Experten: "Ich habe bei den Langhürden absolutes Neuland be-
treten und dabei auch von der Erfahrung meiner Athletin profitiert." Die hat Jonna Tilgner mit Sicherheit und sie weiß auch, was
sie an ihrem Trainer und an Bremen hat. "Die Stadt gefällt mir. Es gibt viele Plätze zu entdecken - auch solche, an denen man
gut essen kann." Ein Schmunzeln huscht über Jonna Tilgners Gesicht, denn damit hat sie in ihrer BLT-Trainingsgruppe genau
eine weit verbreitete Leidenschaft getroffen. 
==> Weitere Berichte über Jonna Tilgner vom 6.1.2005 / 20.1.2006 

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Helmstedt) von 17. Februar 2007
Daniel Kruse: An der Platte hört er auf zu laufen
Multitalent feiert morgen 20. Geburtstag - Exzellenter Tischtennisspieler und Niedersachsens schnellster Marathon-
läufer seiner Altersklasse

Von Bernd Westphal
Helmstedt. Zum einen leistet er Filigranarbeit mit dem kleinen weißen Zelluloidball und zum anderen zeigt er viel Energie beim
Langstreckenlauf und im Gelände beim Crosslaufen. Ein gewinnbringender Typ, der zudem noch viel Sympathie ausstrahlt. Die
Rede ist von Daniel Kruse, der morgen seinen 20. Geburtstag feiert. Im Tischtennis ist er beim SV Germania Helmstedt die
Nummer eins im Bezirksoberliga-Team. In dieser Sportart ist höchste Konzentration erforderlich und die setzt Kondition voraus,
die er sich als Langläufer holt. Sechsmal in der Woche sieht man ihn im Lappwald. "Am liebsten laufe ich in der Gruppe, dann
ist es nicht so langweilig", sagte Daniel Kruse, der 2006 sein Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,1 bestand und einräumt,
dass ihm das Lernen nicht besonders schwer fiel. Zur Zeit leistet er sein freiwilliges soziales Jahr beim SV Germania Helmstedt
ab, der als Wehrersatzdienststelle Anerkennung fand. "Bis zum 31. August bin ich noch an fünf Schulen in Helmstedt im Ar-
beitsgemeinschaftsbereich eingesetzt", erklärt Kruse, der danach in Hannover Sport und Mathematik studieren will.
Mit neun Jahren begann er mit dem Tischtennis und ging zur Leichtathletik, der er den Vorrang einräumte und dort mit 19 Jahren
zum Abteilungsleiter gewählt wurde. Daniel Kruse gehört zur niedersächsischen Spitzenklasse als A-Jugendlicher. In der
Landesbestenliste 2006 ist er über 5000 m unter den Top-Ten platziert. Platz zwei belegt er über 10 000 m, mit einer persönlich-
en Bestzeit von 35:29 Minuten und im Halbmarathon. "Im vorigen Jahr nahm ich erstmals in Frankfurt am Marathon teil und be-
legte bei den A-Jugendlichen in 3 Stunden und 8 Minuten den dritten Platz", berichtete Daniel Kruse, der damit in Niedersachsen
die Nummer eins ist. "Allerdings wagen sich in meinem Alter noch nicht allzu viele an diese Strecke über 42,195 Kilometer her-
an." Kreismeister wurde er mehrfach auf verschiedenen Strecken. Die Bezirksmeisterschaft im Crosslauf gewann er mit der
Mannschaft des SV Germania.
Seit drei Jahren trainiert er beim SV Germania drei Kindergruppen im Alter von 6 bis 14 Jahren. Dort ist Geduld angesagt und die
hat er. "Es macht riesigen Spaß, die Kinder an die Grundlagen der Leichtathletik heran zu führen", sagte Kruse, der auch währ-
end seines Studiums diesen Kontakt nicht abreißen lassen will. "Besonders die Wettkampfbetreuung und Mannschaftsfahrten
machen mir viel Spaß." Als Förderer und Trainer nennt er Wolfgang Henze, der sich im Laufbereich um ihn kümmerte.
Beim Tischtennis war es Gerd Duwe, der ihn über die ganze Zeit zur Seite stand und den Weg wies: "Daniel trainiert nur einmal
in der Woche. Mehr Zeit hat er nicht." Für diesen geringen Aufwand erreichte er aber recht viel. Er sammelte Kreismeistertitel in
den Schüler- und Jugendklassen. "Bei den B-Schülern war ich im Doppel Bezirksmeister und traf mit Volker Löwe bei den
Landesmeisterschaften auf Dimitrij Ovtcharow und Ruwen Filus, die zur heutigen deutschen Spitzenklasse gehören. Wir zogen
uns achtbar aus der Affäre", erinnert sich Daniel Kruse gern zurück.  

OSTFRIESISCHER KURIER vom 21. Februar 2007
Jörg Valentin hängt die Laufschuhe an den Nagel
Erfolgsläufer des Norder TV beendet Karriere nach 22 Jahren Leistungssport aus Verletzungsgründen

Norden.
“Jetzt reicht’s. Nach 22 Jahren Leistungssport will mein Körper anscheinend nicht mehr.” Jörg Valentin zieht jetzt einen
Schlussstrich unter seine sportliche Karriere. Der bekannte Langstreckler vom Norder TV hat jetzt seinen Rücktritt erklärt, nach-
dem sich erneut Entzündungen im Bereich der zweimal operierten rechten Ferse eingestellt hatten. Eine Meniskus-Operation,
zweimal die Achillessehne und ein Ermüdungsbruch machten dem sechsfachen Deutschen Seniorenmeister, früheren Deutschen
Hochschulmeister über 10 000 m, Mannschaftscross-Senioren-Weltmeister von San Juan 2003 und WM-Cross-Dritten von 2004
das Laufen schwer. Trotzdem hat der 44-jährige frühere DLV-Kader-Athlet bis zum Schluss an die Fortsetzung seiner sportlichen
Ambitionen geglaubt. Ein Start bei der Hallen- und Cross-EM in Helsinki im März war schon in Planung, Zeiten und Form waren
ansteigend. Nun aber kam der erneute Rückschlag. “Von heute auf morgen waren die Schmerzen wieder da und sie wurden er-
neut schlimmer. Mein Traum von einer guten Platzierung in Finnland war damit geplatzt”, klingt Wehmut bei Valentin durch.
 Was aber bleibt von den vielen Jahren des Laufens übrig? “Es war eine tolle Zeit mit vielen schönen Erlebnissen und Erinnerung-
en und darauf sollte man mit Stolz zurückblicken. Außerdem bleibe ich dem Laufen ja schon durch meine Tätigkeit als Journalist
beim Laufsportmagazin Spiridon erhalten”, erläutert der Sprockhöveler.
Zu seinen Top-Leistungen zählt der Wahlostfriese, der seit 13 Jahren für den TV Norden das orange-blaue Trikot überstreift und
zuvor für die LG Gevelsberg/Schwelm und Olympia Dortmund gestartet ist, die 31-mal auf der Bahn abgelieferten 30er-Zeiten über
10 000 m. Nur der Hannoveraner Markus Pingpank kann mehr Zeiten in diesem Bereich vorweisen. Besonders in Erinnerung
bleiben Jörg Valentin seine 29:46,1 Min. von Kassel 1989 und seine 29:52,5 Min. von Köln fünf Jahre später. Auch beim Halb-
marathon (21,1 km) mit 1:06:57 Std. gehörte der Haßlinghauser zu den Besten seiner Zunft. 26 Landesmeistertitel in Westfalen,
Niedersachsen und am Nordrhein, zwölf Jahre Leichtathletik-Bundesliga (DMM) mit dem TV Norden und weitere ungezählte Er-
folge bei Volks- und Straßenläufen sind weitere eindrucksvolle Indizien seiner Leistungsstärke.
  

ZEVENER ZEITUNG vom 10. März 2007
Auch mit 64 noch “aktiv sportverrückt”
Dieter Sethmann: Über Fußball zum Marathon

Von unserem Mitarbeiter Manfred Krause
Gnarrenburg. Die 64 Jahre sieht man ihm nicht an. Wenn Dieter Sethmann seine Lauferlebnisse erzählt und dabei verschmitzt
lächelt, wirkt er vielmehr recht jugendlich. Doch der Zahn der Zeit nagt selbst an seinem durchtrainierten Körper, denn vor einem
Jahr musste er sich aufgrund von Rhythmusstörungen einen Herzschrittmacher einpflanzen lassen. Das geliebte Hobby, das er
im Lauftreff des TSV Gnarrenburg betreibt, leidet allerdings nicht darunter. In jungen Jahren spielte Dieter Sethmann Fußball.
Nach der Gründung des MTSV Brillit im Jahr 1957 trug er das Trikot der Grün-Weißen und kickte dort über drei Jahrzehnte. In
der Kreisliga-Elf um Libero Uwe Teske zählte er zu den Leistungsträgern. Das Karriereende erfolgte bei den Alten Herren, als er
sich einen Knochenbruch und einen Meniskusschaden zuzog. "Dass ich aufhören musste, fiel mir nicht allzu schwer, aber ganz
ohne Sport ging es nicht. Also suchte ich nach Alternativen. Mit 44 Jahren wollte ich das Sportabzeichen machen und merkte
schnell, dass das Laufen das Wichtigste ist. Und wer gut laufen kann, macht das Abzeichen mit links", so Sethmann.
 Die Gründung der Laufabteilung seines Vereins (1987) kam gerade zur rechten Zeit, denn der drahtige Sportler hatte "Blut" ge-
leckt. Dabei fand er in Erhard Krause und Hans Gerschler ideale Trainingspartner. "Zuerst waren es Volks- und Straßenläufe, bei
denen wir starteten. Danach folgte der erste Marathon, den ich 1989 in Wellen lief", erzählt der 64-Jährige. Damit nahm der
"Wahnsinn" seinen Lauf, denn das Trio suchte immer neue Herausforderungen auf längeren Distanzen. Es folgten Teilnahmen an
Marathon-Wettbewerben in Bremen, Hamburg, Berlin und Hannover. Die Zeiten konnten sich dabei sehen lassen, pendelten sich
bei drei Stunden ein. Den schnellsten Lauf über die 42,195 Kilometer lief er im Alter von 50 Jahren mit drei Stunden und sechs
Minuten. "Es macht richtig Freude, einen Stadtmarathon zu laufen, denn dort wird man von der Begeisterung und der Anfeuerung
der vielen Zuschauer förmlich getragen. Auf den letzten Kilometern ist es dann allerdings mit dem Spaß vorbei. Dann werden die
restlichen Reserven mobilisiert und man kämpft sich ausgebrannt über die Ziellinie. Trotz der Strapazen treffen sich alle beim
nächsten Marathon wieder", so Dieter Sethmann.
Nach dem "Aus" der Laufabtellung in Brillit wechselte er 1999 zum Lauftreff des TSV Gnarrenburg und fand dort in Werner
Stelljes einen idealen Partner. "Dieter ist beim Laufen noch verrückter als ich und beweist im Wettkampf immer viel Biss. Auf ihn
ist absolut Verlass. Ansonsten ist er eher zurückhaltend und stellt sich lieber hinten an”, so Stellies. Während der Saisonvorbe-
reitung "reißen" beide locker zwischen 70 und 120 Kilometer in der Woche ab und verheizen dabei einige Laufschuhe. "Für die
Vorbereitung auf den Marathon laufen wir nach einem speziellen Trainingsplan", verrät Dieter Sethmann, der die Teilnahme an
den Deutschen Crossmeisterschaften (2004) auf der Pferdegalopp-Rennbahn in Bremen als "besonderes Ereignis" einstuft. Mit
Platz neun erreichte er in seiner Altersklasse eine Top-Platzierung. "Der Boden war sehr tief, doch das Rennen lief prima für
mich", so Sethmann.
Mittlerweile blickt er auf viele Erfolge zurück: Mit der Mannschaft - aber auch als Einzelkämpfer. "Beim 24-Stunden-Lauf in
Schenefeld siegten wir mit der Mannschaft und bewältigten 316 Kilometer. Den EWE-Nordsee-Lauf, der über eine Strecke von 80
Kilometer ging, habe ich in der Klasse M60 in 5:39 Stunden gewonnen", erzählt der agile Rentner. Vor vier Jahren beendete er
das aktive Berufsleben und hat zu Hause absolut keine Langeweile. "Neben den sportlichen Aktivitäten gibt es auf unserem
großen Grundstück in Brillit stets etwas zu tun. Hinzu kommt, dass wir gerne reisen und oft mit dem Wohnwagen unterwegs
sind. Im Winter fliegen wir dann in den warmen Süden", so Sethmann. Gemeinsam mit seiner Frau Uschi darf es auch schon
einmal eine Bergtour in den Alpen sein, Inlinerlaufen oder Radfahren. Da die Kinder Jens und Ingo aus dem Haus sind,* genießen
die Sethmanns ihre Freiheiten nach Belieben und brauchen auf niemanden Rücksicht zu nehmen.
Dass er in die Schublade der positiv “Bekloppten" passt, hat er wiederholt unbesehen unterschrieben. Doch er liebt sein Hobby
Laufen mit dem Training und den Wettkämpfen. "Vom Typ her würde ich mich als aktiv sportverrückt beschreiben", so Sethmann.
Doch im Moment hat ihm sein Körper eine "Auszeit" verpasst. Die Achillessehne schmerzt. Da hilft selbst der beste Laufschuh
nicht - und davon hat er viele.       


WOLFSBURGER NACHRICHTEN vom 10. März 2007
"Ich will Europameisterin werden"
Leichtathletik: Hochspringerin Sabine Rahn vom VfL Wolfsburg bereitet sich auf die Senioren-EM vor

Von Hendrik Buchheister
Wolfsburg. Sabine Rahn will es wissen: Die Hochspringerin des VfL Wolfsburg bereitet sich auf die 6. Senioren-Hallen-Europa-
meisterschaften der Leichtathleten vor, die am 22. März im finnischen Helsinki beginnen. "Die EM ist der Höhepunkt der Hallen-
saison. Ich will Europameisterin werden", sagt die 39-Jährige.
In der Leichtathletik-Halle im VfL-Leistungszentrum arbeitet sie hart an ihrer Form. Eine Trainingshalle für angehende Europa-
meister stellt man sich allerdings anders vor. Irgendwie größer und vielleicht auch heller. Hier bröckelt Putz von den weißen
Wänden, die rote Farbe der Laufbahn ist ausgeblichen. An der Seite stehen dunkelgrüne Eisenschränke, die mit schweren
Schlössern verriegelt sind. Von einer Hantelbank blättert graue Farbe, das Sitzpolster ist an einigen Stellen aufgerissen und gibt
den Blick frei auf die Schaumstoff-Füllung. "Diese Halle ist für Wolfsburg schon ganz gut", sagt Rahn und schaut durch die große
Fensterfront in den wolkenverhangenen Nachmittagshimmel über der Stadt. Sie trägt ein rotes T-Shirt und eine schwarze Radler-
hose. Die Spitzen ihrer kurzen dunkelblonden Haare sind hell gefärbt, die Waden durchtrainiert. Die Hochspringerin ist in ihrer
Altersklasse äußerst erfolgreich: Weltmeisterin 2004, Vize-Europameisterin 2005, Vize-Weltmeisterin 2006 und vor wenigen
Wochen der Sieg bei den deutschen Meisterschaften in Düsseldorf. Auch bei der EM in Helsinki stehen die Chancen auf den
Titel gut. "Die Vorbereitung läuft super, ich fühle mich fit. Es kann allerdings immer mal sein, dass man im Wettkampf einen
schwarzen Tag erwischt, dann wird es natürlich eng", sagt Rahn.
1976 hat sie mit der Leichtathletik beim TV Jahn angefangen, damals war sie neun Jahre alt. "Gleich in meinem ersten Wett-
kampf habe ich einen neuen Vereinsrekord im Hochsprung aufgestellt", erzählt sie .Eine Liste, die im Leistungszentrum an einer
Pinnwand hängt, gibt Auskunft darüber, dass Sabine Rahn auch den aktuellen VfL-Rekord in ihrer Klasse hält: Im Juni 1989 über-
sprang sie 1,84 Meter. "Es ist toll, in dieser Liste zu stehen", sagt sie und packt ihre Sportsachen zusammen. In der nächsten
Woche wird sie wieder hier sein, in der nicht mehr ganz jugendlichen Halle. Es sind dann nur noch wenige Tage bis zur EM.
"Dann heißt es: Daumen drücken!"   

Presseinformation vom 20. März 2007 (Von Manfred Scholz)
Cathleen Tschirch - schnellste Europäerin über 200 Meter
Werner Scharf - der erfolgreiche Sprinttrainer

Leichtathletik.
Ihr Start bei den Europameisterschaften 2006 in Göteborg ist Geschichte, allerdings nicht ihr sensationeller Auf-
tritt bei den deutschen Hallenmeisterschaften in diesem Jahr in der Leipziger Arena. Cathleen Tschirch von der LG Weserberg-
land beendete dort die Hallensaison mit der europäischen Jahresbestzeit von 23,11 Sekunden über 200 Meter. Diese hat immer
noch Bestand und hinter ihr rangieren mit Tatyana Levina (23,33 Sekunden) und Yuliya Guschina (23:39 Sekunden) zwei starke
Russinnen. Über die Planungen für die kommende Freiluftsaison sprach LG-Pressesprecher Manfred Scholz mit der sympath-
isch Athletin und ihrem Trainer Werner Scharf beim Training im Sportleistungszentrum in Hannover vor ihrer Abreise ins Trainings-
lager nach Südafrika.
Cathleen Tschirch, zweimal Gold und einmal Bronze bei der DM in der Halle, was will man mehr?
Das stimmt, mehr konnte ich nicht erreichen, aber es war halt mit viel Training und harter Arbeit verbunden. Mit den Erfolgen bin
ich natürlich zufrieden, aber es gibt einige Dinge, die man besser machen kann, nicht alles ist optimal gelaufen.
Verraten sie uns Details?
Wir haben uns die Videos angeschaut und natürlich Verbesserungsmöglichkeiten gesehen. Daran werden wir arbeiten.
Sie sind bis zur nächsten Hallensaison mit 23,19 Sekunden Europas schnellste Frau über 200 Meter in der Halle.
Das ist natürlich schön und eine tolle Zeit, aber ich gebe nicht so viel darauf, da in dieser Saison weniger Frauen 200 Meter in
der Halle gelaufen sind, da die Strecke bei der EM nicht gelaufen wurde.
Wie sehen ihre weiteren Ziele für dieses Jahr aus?
Erstes Ziel ist es, die langen Vorbereitungen auf die neue Saison in den Trainingslagern in Südafrika und später in Portugal ge-
sund zu überstehen, denn da kommt ganz schön was auf mich zu. Danach kommen die ersten Wettkämpfe und sehr spät im
Juli die Deutschen Meisterschaften.
Und dann kommt Ende August die WM in Osaka.
Mein Ziel ist mit der deutschen 4x100 Meter-Staffel nach Osaka zu fahren. Darüber, ob ich mich für einen Einzelstart (Qualizeit
23,10 Sekunden) qualifizieren kann, mache ich mir jetzt noch keinen Kopf. Fazit: in der Hallensaison habe ich viel Spaß am
Laufen gehabt, es hat alles gut funktioniert und ich bin gesund geblieben.
Werner Scharf, wie lautet ihr Fazit nach dieser einmaligen Hallensaison?
Das war schon fast genial, was die Frauen der LG, aber vor allem Cathleen Tschirch als die überagende Sprinterin in Deutsch-
land über 60-, 200 Meter und in der Staffel in der Halle geleistet hat, da geht kein Weg dran vorbei.
Was sagen sie zu den 23,19 Sekunden von Cathleen Tschirch?
Das sie eine 23,30 laufen kann, das habe ich erwartet, aber das sie die 200 Meter in 23,19 Sekunden “ballert” war auch für mich
eine freudige Überraschung. Sie sollte bei den Hallenmeisterschaften ihre Bestzeit rennen und das hat sie geschafft.
Welche Ziele und Erwartungen haben sie an kommende Freiluftsaison, 23,10 Sekunden ist die Qualifikationszeit für die WM in
Osaka?

Ich hoffe, dass Cathleen zwei, dreimal eine 22-er Zeit läuft in der Saison, wenn sie gesund bleibt. Es bedarf hier noch der Ab-
stimmung des Trainingsplanes vom Bundestrainer Thomas Krämer, den sie aus Südafrika mitbringt, auf die individuellen Bedürf-
nisse der Athletin.
Was ist das Geheimnis ihrer Erfolge als Trainer, immerhin haben sie die Frauen mit den schnellsten Beinen des Nordens Cath-
leen Tschirch, Nina Giebel, Nicole Marahrens und Jala Gangnus in den letzten Jahren zur deutschen Sprintelite geführt?

Es gibt nicht so sehr viele Geheimnisse, aber über die reden wir natürlich nicht. Mal was neues ausprobieren und wenn es wirkt,
dies an den Athleten anpassen. Wir haben auch eine harmonische Trainings-Gruppe in der viele schnelle Jungs drin sind, hier
werden die Mädels gefordert, sie müssen auch mal hinterher und nicht immer gegeneinander laufen.
==> Ein weiterer Bericht über Cathleen Tschirch vom 24.10.2005  

Presseinformation vom 21. März 2007 (Von Manfred Scholz)
Jala Gangnus: Junioren-EM hat Priorität
Edgar Eisenkolb: WM-Start ist durchaus möglich

Leichtathletik.
Es noch ganz schön frisch um neun Uhr morgens auf der Mehrkampfanlage neben der AWD-Arena in Hannover,
aber die Sonne scheint. Jala Gangnus läuft unter den Augen ihres Trainers Edgar Eisenkolb 100 Meter-Intervalle auf dem weichen
Rasen und im Hintergrund dreht Norddeutschlands schnellster Sprinter Rainer Schulze von der LG Wilhelmshaven nach seiner
OP die ersten vorsichtigen Runden. Nach der erfolgreichen Hallensaison und ein paar Tagen Urlaub zur Regeneration ist Gangnus
schon wieder im normalen Trainingsalltag angekommen. Sie ist heute sehr früh dran, denn der Nachmittag ist in dieser Woche
für ein Praktikum zur beruflichen Information bestimmt. Vor ihrer Abreise zu einem dreiwöchigen Trainingslager in Südafrika
sprach Manfred Scholz mit der niedersächsischen Leichtathletin des Jahres und der Hamelner Sportlerin des Jahres sowie ihrem
Trainer Edgar Eisenkolb, dem leitenden Landestrainer im NLV und DLV-Disziplintrainer, über die bevorstehende Freiluftsaison.
Jala Gangnus, stimmt sie die erfolgreiche Hallensaison zuversichtlich in Bezug auf die kommende Saison?
Das kann man nicht unbedingt sagen, draußen zu laufen ist wieder etwas ganz anderes. Ich hatte ja auch in der Halle noch Pro-
bleme mit meiner Fußverletzung und laufe soviel wie möglich ohne Spikes. Es geht schon ganz gut, ich habe auch viel daran ge-
arbeitet.
Heißt das große Ziel in diesem Jahr WM in Osaka?
Oh je, bis Osaka ist es noch lange hin, da müssen wir erst mal schaun, wie es bei mir so läuft. Für mich persönlich wichtiger ist
die Junioren U23-Europameisterschaft im ungarischen Debrecen Mitte Juli. In der Woche darauf sind die Deutschen Meister-
schaften in Erfurt und wenn es bis dahin gut läuft und es dann mit Osaka klappt, wäre das schön. Wenn nicht, macht das nichts,
denn ich bin erst 20 Jahre alt und habe noch einige Jahre vor mir.
Edgar Eisenkolb, wie lautet ihr Fazit im Rückblick auf die Hallensaison?
Jala Gangnus hat in diesem Winter zum ersten Mal gut vorbereitet eine ganze Hallensaison durchgezogen. Sie hat mit 23,70
Sekunden über 200 Meter ihre alte Bestzeit deutlich getoppt, insofern bin ich zufrieden.
Der Beginn der Saison war etwas schwierig?
Wir sind nicht mit so ganz großen Rosinen im Kopf in die Saison gestartet, hätten uns aber schon gewünscht, dass die eine
oder andere Zeit besser wäre. Aber am Ende ist Jala noch nie so schnell aus der Hallensaison herausgegangen.
Wie sieht der weitere Saisonverlauf aus?
Nach drei Wochen Trainingslager in Südafrika kommen wir wieder nach Hannover zurück und es gibt zur Regeneration eine
lockere Woche. Ende April sind Jala Gangnus und Cathleen Tschirch für 12 Tage in Monte Gordo (Portugal) beim Stabwechsel-
Lehrgang der deutschen 4 x 100 Meterstaffel mit dem Bundestrainer dabei. Dann kommt der Europa-Cup in München, die Juni-
oren-EM, die DM, Qualifikationsrennen in Deutschland und die WM in Osaka.
Wie sehen sie die Chancen eines Starts bei der WM?
Beide LG-Sprinterinnen haben sehr gute Chancen sich da reinzulaufen. Wenn man davon ausgeht, dass die Entwicklung beider
nicht stagniert und sie sich auch mit ihren 100- und 200-Meter-Leistungen weiterentwickeln, dann haben sie gute Aussichten für
einen Einsatz in der Staffel. Sicherlich ist die Konkurrenz der eher prädestinierten 100-Meter-Läuferinnen mit Sina Schielke und
Verena Sailer in Deutschland sehr stark, aber wenn unsere Mädels von Anfang an dabei sind, sehe ich gute Chancen, vielleicht
auch mit einem Einzelstart über 200 Meter, wenn sie die Norm von 23,10 Sekunden laufen können. 

NORDWEST ZEITUNG vom 22. März 2007
Die Summe der einzelnen Teile
Nicole Großkopf schätzt vielseitige Disziplinen des Mehrkampfs

Von Benjamin Klare
Ganderkesee. Zwölffache Regionsmeisterin 2006, amtierende Landesmeisterin im Kugelstoßen und bei den Deutschen Schüler-
meisterschaften im Mehrkampf ein sehr guter 14. Platz - die Liste der Erfolge von Nicole Großkopf ist lang. Heute vor genau zwei
Wochen ist ein weiterer Titel hinzugekommen: Die Leichtathletin aus Ganderkesee wurde zur Sportlerin des Jahres im Landkreis
Oldenburg gewählt. “Ich habe absolut nicht damit gerechnet, dass ich gewinnen könnte”, zeigte sich die 15-Jährige überrascht
von ihrem knappen Sieg. Mit 1858 Stimmen hatte sie genau neun mehr als die zweitplatzierte Kampfsportlerin Wiebke Staak
vom JC Achternmeer. Dabei hätte der Vorsprung deutlicher sein können. “Meine Trainerin Dorle Rackebrandt hatte noch 20
Stimmen zu Hause gehabt”, lacht Nicole Großkopf über das kleine Malheur. “Ihr gehört mein Dank, denn sie hat sich sehr für
mich eingesetzt.”
Vor sechs Jahren kam die Gymnasiastin über eine Schulfreundin zur Leichtathletik. “Sie hat mich einfach mal mit zum Training
genommen”, erinnert sich die 15-Jährige an die Anfänge bei der LGG Ganderkesee. Schnell war klar, dass ihre Stärken vor allem
im Mehrkampf liegen. “Ich bin in allen Disziplinen gutes Mittelmaß”, sagt die Zehntklässlerin bescheiden. “Die Summe macht’s,
wenn alle Leistungen zusammengezählt werden”, beschreibt Nicole Großkopf ihr Erfolgsrezept. Wenn dann auch noch “Nicole-
Wetter” ist, wie ihre Trainerin es nennt, kann nicht mehr viel schief gehen. “Es sollte nicht zu heiß sein, und ein laues Lüftchen
darf auch wehen”, sagt die Leichtathletin schmunzelnd.
Besonders das Laufen (Kurzstrecke und Hürden) und der Hochsprung haben es der Ganderkeseerin angetan. Dabei kommt der
Nachwuchssportlerin auch ihre Körpergröße von 1,76 Meter zugute. “Durch meine Schrittlänge habe ich Vorteile gegenüber klein-
eren Läuferinnen”, sagt Großkopf, “wo sie zwei Schritte brauchen, mache ich nur einen.” Überwindung kostet es sie aber noch,
längere Strecken zu laufen. “Als ich mit dem Sport angefangen hatte, habe ich sehr unter Asthma gelitten”, blickt die Schülerin
zurück, “doch durch die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft sind die Symptome inzwischen fast weg.” Ein bisschen
Angst vor Atemproblemen, etwa auf der 800-Meter-Strecke, habe sie aber dennoch.
Dreimal pro Woche trainiert Nicole Großkopf bei der LGG Ganderkesee, um vielleicht eines Tages genauso erfolgreich zu sein
wie ihr Vorbild - die schwedische Mehrkämpferin Carolina Klüft. Auch für Fußball kann sich die 15-Jährige begeistern und fährt
öfters mit Freundinnen ins Bremer Weserstadion. Als Leichtathletin gefallen dem Werder-Fan - wie sollte es auch anders sein -
natürlich die filigranen Bewegungen des Brasilianers Diego am besten.
==> Ein weiterer Bericht über Nicole Großkopf vom 28.7.2006  

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 23. März 2007
René Herms schnuppert erstmals Höhenluft
Neu-Braunschweiger fliegt mit großem DLV-Tross nach Südafrika auf 1400 Meter

Von Ute Berndt
Braunschweig. Für René Herms ist in dieser Saison fast alles anders. Neuer Trainer, neuer Verein, neues Umfeld und jetzt
auch noch neue Methoden - der Neu-Braunschweiger setzt auf dem Weg zur WM im August in Japan erstmals auf Höhentrai-
ningslager. Morgen geht es los, dann fliegt der 24 Jahre alte mehrfache deutsche 800-Meter-Meister für drei Wochen nach Pot-
chefstroom in Südafrika. Dort versammelt der Deutsche Leichtathletik-Verband erstmals viele seiner Top-Athleten im Ausland.
Die 400-Meter-Läufer, die Sprinterinnen, der Hürdenkader und einige Zehnkämpfer sind dabei, mit DLV-Trainern, Heimtrainern und
der medizinischen Abteilung ergibt das einen rund 40-köpfigen Tross. "Ich freue mich, dass es zu einer solchen Zusammenarbeit
auf hohem Niveau kommt", sagt der leitende Bundestrainer Jürgen Mallow.
Für Herms steht allerdings nicht das Training mit anderen Spitzenkönnern im Mittelpunkt. Dazu hat sein sehr auf Ausdauerein-
heiten abgestimmter Trainingsablauf zu wenig gemeinsam mit jenem der Sprinter. Er hat als Begleiter für die täglichen Kilometer
seinen Dresdener Trainingspartner Sebastian Möser dabei, mit dem er auch das Zimmer teilt. "Es ist mein erstes richtiges Trai-
ningslager mit meinem neuen Trainer Dietmar Jarosch, und es ist das erste Mal, dass ich Höhentraining mache", nennt er seine
Herausforderungen. Nach Potchefstroom, das in der Nähe von Johannesburg auf 1400 Metern Höhe liegt, folgt Ende April ein
Trainingslager in Namibia auf 1800 Metern Höhe und dann kurz vor der Weltmeisterschaft noch eins bei Insbruck, wo Herms und
Co. auf 2200 Meter Höhe schlafen und in der Ebene trainieren sollen.
Wie sein Körper auf die Höhe reagiert, weiß der Mittelstreckler der LG Braunschweig noch nicht. Aber er hat bereits versucht, es
herauszufinden. Herms hat sich zusammen mit anderen Athleten für eine Studie zur Verfügung gestellt. Dazu hat er kürzlich in
Heidelberg in einer "Höhenkammer" trainiert, bei der nicht - wie in Kienbaum - der Druck, sondern der Sauerstoffgehalt verändert
wurde. "Das war nicht so schlecht, und jetzt in Südafrika probiere ich es unter realen Bedingungen", sagt er und ist gespannt.
Von Diskussionen, ob für die 800- Meter-Strecke Höhentraining überhaupt etwas bringt, will er nichts mehr hören. "Ich meine, ja
und freue mich, dass ich mal einen anderen Weg gehen kann als ich es die letzten neun Jahre getan habe." 

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Peine) vom 18. April 2007
Hoch hinaus: Sebastian Fiene trainiert in Südafrika
400-Meter-Läufer arbeitet mit Ingo Schultz und Bastian Swillims an der Ausdauer

Von Katharina Pahl
Beim Thema Südafrika träumen wohl viele Menschen von einem Urlaub in diesem Land. Der Peiner Leichtathlet Sebastian Fiene
besuchte die Republik, allerdings standen keine Safaris, sondern hartes Training auf dem Programm. Zweieinhalb Wochen
Höhentrainingslager in der Nähe von Johannesburg gehörten für den 400-Meter-Läufer zur Vorbereitung auf die kommende Saison.
Gut 35 Athleten des Bundeskaders Langsprint arbeiteten in Potchefstroon besonders an der Ausdauer. "Die ersten Tage war ich
schon ganz schön aus der Puste", gibt Fiene zu. Schließlich musste sich der Körper zunächst an die Höhe gewöhnen. 27 Ein-
heiten in 18 Tagen musste der Hohenhamelner, der für die LG Peiner Land startet, in der Hitze meistern. Einige Einheiten bestritt
Fiene mit dem ehemaligen Vize-Weltmeister Ingo Schultz und dem amtierenden Vize-Hallen-Europameister Bastian Swillims.
"Bastian hat mir einige Tipps gegeben. Er sagte, dass man darauf achten sollte, dass die Fußgelenke und der Rumpf stabil sind.
Das bringt ein paar Zehntel."
Vom Land hat Fiene nichts gesehen. "Wenn wir nicht trainiert haben, dann haben wir die Pausen zum Ausruhen genutzt. Ich war
ja auch nicht zum Urlaub machen da", betont Fiene, für den es in gut einer Woche bereits zum zweiten Höhentrainingslager geht.
Dann reist der Schüler für drei Wochen nach Namibia. "Ich fahre das Training jetzt etwas runter, um dann nochmal voll anzu-
greifen." Denn während in Südafrika die Läufe einer niedrigen Intensität (85 bis 90 Prozent der Bestzeit) entsprachen, steht in
Nambia bereits eine höhere Intensität (90 bis 95 Prozent) an.
"Langsam, aber stetig" lautet die Devise. Muss er auch, schließlich geht es für ihn um die Qualifikation zur Junioren-Europa-
meisterschaft im Juli im niederländischen Hengelo. Dafür muss das junge Talent eine Zeit von 47,30 Sekunden laufen bezieh-
ungsweise unterbieten. Mitte Juni startet Fiene bei einem speziellen Jugendwettkampf in Potsdam, bei dem er die Qualifikation
einfahren will - Fiene startet in der U 20. Zudem möchte er sich auch für die Staffel empfehlen. "Auf der Staffel liegt mein Haupt-
augenmerk."  

NEUE DEISTER-ZEITUNG vom 19. April 2007
Lorena Keding will 2007 alle Hürden nehmen
13-jährige Eimbeckhäuserin vom MTV Messenkamp zur LG Weserbergland / Mehrkampf im Blick

Leichtathletik
(gö). In Eimbeckhausen ist sie zu Hause, in Springe besucht sie das Otto-Hahn-Gymnasium und seit Jahresbe-
ginn startet sie für die LG Weserbergland in Hameln. Die 13-jährige Lorena Keding will in der Wettkampfsaison 2007 alle Hürden
nehmen. Das hoffnungsvolle Nachwuchstalent ist mit ihren zwölfjährigen Zwillingsschwestern Amelie und Alena vom MTV
Messenkamp nach Hameln gewechselt. Im Kreis der dortigen Schülerinnen und Schüler, die im ersten und zweiten Jahr der B-
Klasse zweimal wöchentlich zwei Stunden im Weserbergland-Stadion trainieren, hat sich Lorena schnell eingelebt. "Sie wurde
gleich von allen freudig aufgenommen, zumal sich die Mädchen von den verschiedenen Wettkämpfen und Meisterschaften auf
Bezirksebene des vergangenen Jahres bereits kannten", so Uwe Beerberg, LG-Trainer der B-Schülergruppe.
"Es macht einen Riesenspaß, auf diesen tollen Kunststoffanlagen zu trainieren und dann auch die Wettkämpfe zu haben", meint
Lorena Keding, die von einer tollen Truppe beim jüngsten Training sprach. Die Entwicklung von Lorena und ihren Geschwistern
liegt den Eltern Astrid und Rüdiger Keding sehr am Herzen, so dass sie den Schritt ihrer Kinder vom MTV Messenkamp zur LG
Weserbergland vollzogen. In der neuen Umgebung steht das Grundlagentraining mit der Hinführung zu den Blockwettkämpfen in
den B- und A-Schülerklassen im Vordergrund. "Wir richten auch den Blick auf den späteren Siebenkampf", so Beerberg.
Im Mehrkampf sind der Hochsprung und das Diskuswerfen Lorena Kedings Paradedisziplinen. In der Landesbestenliste nimmt
sie nach einjährigem Training unter dem Messenkämper Torsten Hülsemann mit 19,70 Metern den achten Platz (im Bezirk Platz
drei) ein. Ihre bemerkenswerten 1727 Punkte im Blockwettkampf "Wurf" (75 Meter, 60 Meter Hürden, Weitsprung, Hochsprung,
Ballwurf) bedeuten Platz sechs in der Landesbestenliste. Ihre Bestleistung des Vorjahres im Hochsprung bescherte der Eim-
beckhäuserin mit 1,38 Metern Platz zehn in der Bezirksbestenliste. In der Hallensaison sprang sie in Bad Münder bereits 1,40
Meter. Und das Saisonziel 2007? "Im Hochsprung möchte ich mich auf 1,50 Meter verbessern und meine Punktzahlen im Mehr-
kampf kräftig steigern."      

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Wolfenbüttel) vom 5. Mai 2007
Langlauf kann auch eine Therapieform sein
Friedrich-Wilhelm Schneider: Aktiv trotz Krebs-OP

Von Hartmut Mahnkopf
"Laufen kann auch eine zusätzliche Therapie sein." Das erzählt Friedrich-Wilhelm Schneider aus Wolfenbüttel. Trotz einer Krebs-
erkrankung und kürzlicher Chemotherapie treibt der 63-Jährige Ausdauersport. Zuletzt startete er bei den Norddeutschen Meister-
schaften im 10 Kilometer-Straßenlauf für die LG Braunschweig. Nach 46:41 min belegte Schneider in der Altersklasse M60 den
zehnten Platz.
Laufen baut Stress ab
Sport betreibt er schon seit Jugendzeiten. Erst als Leichtathlet auf der Bahn. Danach seit vielen Jahren als begeisterter Lang-
läufer und Skilangläufer. "Ich kann das Laufen wirklich nur empfehlen. Dabei kann man sich gedanklich mit sich selbst beschäft-
igen und so den Stress abbauen. Das ist wichtig", erklärt er. Bei zahllosen Lauf- und Skilanglauf-Veranstaltungen erreichte er in
seiner Altersklasse gute Platzierungen. Etwa bei der Schweizer Berglaufmeisterschaft oder den Norddeutschen Meisterschaften
im Marathon. Nach der Krebsoperation vor zwei Jahren startete Schneider schon im folgenden Herbst beim Braunschweig-
Wolfenbüttel Marathon.
Immer optimistisch
Natürlich ist dem Wolfenbütteler klar, dass er nach seiner Erkrankung nicht wieder an die Leistungen und Laufzeiten früherer
Jahre anknüpfen kann. Trotzdem ist er optimistisch und hofft, dass sich sein Blutbild täglich bessert. Denn am Sonntag möchte
der Unermüdliche an der Marathon-Landesmeisterschaft in Hannover teilnehmen und im Juni an der Deutschen Berglaufmeister-
schaft in Müllheim im Schwarzwald. Übrigens ist der Ausdauersportler begeisterter Fotograf und hatte schon eigene Fotoaus-
stellungen.   

SALZGITTER ZEITUNG vom 5. Mai 2007
"Fehler muss ich nur gut beherrschen"
Hammerwerfen: Lisa Husmann wirft neuen Kreisrekord - Ihr Traum sind die Olympischen Spiele 2012 in London

Salzgitter-Bad.
Bei einer landesoffenen Bahneröffnung in Verden gelang es der Union-Hammerwerferin Lisa Husmann erneut,
ihre Bestleistung und gleichzeitig die Bestleistung für den NLV-Kreis Salzgitter zu verbessern. Den bisherigen Kreisrekord über-
bot die 16-jährige Lisa Husmann um zehn Meter auf 47,46 m. Mit diesem Erfolg klettert sie in der Deutschen Bestenliste der
Hammerwerferinnen ihrer Altersklasse weiter nach oben. Seit vier Jahren trainiert die Schladenerin schon die für Mädchen doch
eher untypische Sportart. "Das stimmt eigentlich gar nicht, dass Hammerwerfen eine Jungs-Sportart ist", widerspricht sie. "In
Niedersachsen zum Beispiel sind viel mehr Mädchen als Jungen aktiv."
Der nächste große Wettkampf, der für Lisa ansteht, ist der internationale Werfertag in Halle an der Saale. "Dort wird sehr starke
Konkurrenz an den Start gehen", sagt Lisa. "Aber ich habe mir vorgenommen, alle meine Wettkämpfe in meiner Altersklasse zu
gewinnen. Das Wichtigste ist jedoch, dass ich eine gute Weite erziele." In diesem Jahr möchte sie noch die 50 Meter-Marke
knacken. In Halle wird Lisa auch auf ihre sportlichen Vorbilder treffen, die deutschen Hammerwerfer Betty Heidler und Markus
Essen. "Betty ist die beste deutsche Werferin und auch international ist sie ganz weit vorne mit dabei." Den einen oder anderen
Tipp für ihre Technik möchte sich Lisa bei ihrem Vorbild abholen. "Man sollte sich aber nicht zu viel abgucken, denn jede Werfer-
in hat eine eigene Technik und macht gewisse Fehler. Die beherrschen sie jedoch", sagt sie. Mit ihrer eigenen Wurfart hat so
auch Lisa Husmann bereits einige Erfolge eingefahren. Außer dem Titel der Bezirksmeisterin ist sie zudem zweimal Landes-
meisterin geworden. Doch mit den bisherigen Erfolgen gibt sich das junge Talent nicht zufrieden. "Mein Traum ist es, bei den
Olympischen Spielen 2012 in London dabei zu sein", verrät sie. 

NORDSEE ZEITUNG vom 16. Mai 2007
Auf dem Sprung nach ganz oben
Jana Bindzus ist die Siebenkampf-Hoffnung

Langen
(yvo). Jana Bindzus ist 15 Jahre alt, besitzt ein freundliches Gesicht und offene blaue Augen. Und sie hat noch mehr:
Talent und Ehrgeiz. Diese Mischung hat der Leichtathletin schon etliche Erfolge beschert. Sie ist norddeutsche Vizemeisterin im
Weitsprung - und jetzt auch Stipendiatin der Volksbank-Stiftung Bremerhaven/Cuxland.
Die Welt von Jana Bindzus ist der Sportplatz. Dort läuft sie ihre Runden, katapultiert sich meterweit über Sand, wirft den Speer
oder stößt die 4-Kilo-Kugel weit von sich. Ihre Lieblingsdisziplin ist der Weitsprung. Gesprungen ist sie schon 5,63 Meter weit.
Aber sie will weiter, muss weiter: Schließlich sind die angepeilten 5,75 Meter nur ein Steinchen im Mosaik von Janas großem
Ziel. Sie will zu den deutschen Meisterschaften. Weil sie Siebenkämpferin ist, gibt es außer dem ganz großen Sprung noch viel
mehr zu erreichen. Schneller beim 100-Meter-Lauf will sie werden, besser beim Hürdenlauf, beim Kugelstoßen. "Die Schnelligkeit
habe ich", sagt sie. jetzt muss ich sie in Technik umwandeln." Sportlerjargon. Da gebe es noch viele Kleinigkeiten, an denen ge-
feilt werden könne.
Hat sie ein Leben außerhalb des Sportplatzes? Hobbys? Jana Bindzus überlegt einen Augenblick. "Die Schule ist noch ganz
wichtig", sagt sie. Momentan geht sie in die 10. Klasse der Realschule. Dann formuliert sie noch eines ihrer Ziele. "Ich will da-
nach auf das Gymnasium gehen. Jetzt stehen bald Prüfungen an." Und sonst? Fehlanzeige. Mit den Freunden unternimmt sie
noch etwas am Wochenende. Die Familie ist stolz auf Jana, sie fördert das Leichtathletik-Talent von frühester Kindheit an. Mutter
Angelika Bindzus gibt zu, dass sich der Wochenplan der Familie ganz nach Jana richtet. "Sie ist ihr ganzes Leben lang schon in
Bewegung", sagt sie. Als kleines Kind waren es der Roller und die Inline-Skates, später die Gerätschaften des Siebenkämpfers."
Schließlich konnte sich Jana nicht nur für eine Sportart entscheiden und wählte gleich das ganze Paket.
Trainer findet Zugang
Angelika Bindzus weiß auch, dass Carsten Decker ordentlich zu Janas Erfolg beigetragen hat. "Er hat Zugang zu ihr gefunden."
Decker, der Jana beim TV Langen trainiert, weiß, was er an der 15-jährigen Athletin hat. "Sie ist ein großes Talent", sagt er. Aber
was genau ist es, das eine junge Sportlerin vom Durchschnitt unterscheidet und Hoffnungen weckt? "Eine Mischung aus psy-
chischer und physischer Kraft", sagt der Trainer. "Man kann bis zu einem gewissen Grad etwas mit Training erreichen, aber
irgendwann ist Schluss." Der Körper müsse die richtigen Voraussetzungen mitbringen. "Dann braucht es natürlich ein kontinu-
ierliches Training, und man muss auch verlieren können", weiß Decker. Beim Siebenkampf gebe es immer jemanden, der in
einer Disziplin besser sei. Damit sie nur in wenigen Disziplinen ihren Meister findet, trainiert Jana vier Mal in der Woche zwei
Stunden lang.    

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 20. Juni 2007
Vielseitiger Meister des Ausdauer-Fachs
Läufer, Triathlet und Geher Hold: Terminplan randvoll

Von unserem Redakteur Michael Schön
Verden. Jürgen Hold sammelt Titel und Medaillen wie andere Leute Briefmarken. Und das im doppelten Sinne mit größter Aus-
dauer. Nicht genug damit, dass der beim Gesundheitsamt beschäftigte Ingenieur sich schon seit 35 Jahren für die LG Kreis
Verden ins Zeug legt, er tut dies auch noch in Disziplinen, die eine permanente Überprüfung seiner Fitness auf Langzeittauglich-
keit darstellen - Gehen, Laufen, Duathlon und Triathlon. Unschwer vorzustellen, dass es auf diesen vier Ebenen eine Menge
Meriten zu erben gibt. So nimmt der 54-Jährige möglichst viele Championats bis hin zur Norddeutschen Meisterschaft mit - im
Crosslauf, im Straßenlauf und auch auf der Bahn. Sein Terminkalender ist gespickt mit Wettkampfterminen, die sich drängen und
teilweise auch überschneiden. Manche Veranstaltung, die er gerne noch besuchen würde, bleibt da buchstäblich auf der Strecke.
 So hat er in dieser Saison zu seinem ausgesprochenen Bedauern erst einen Duathlon absolviert, den aber recht erfolgreich. In
Hatten bei der Landesmeisterschaft wurde er mit sechs Minuten Vorsprung Klassenprimus in der TM 55 und ließ sogar den
wesentlich jüngeren Lokalrivalen Christian Siedlitzki aus Armsen hinter sich. Ein Erfolg, der von dem bescheidenen Verdener
freilich relativiert wird. "Christian war lange verletzt und noch nicht in Bestform. Außerdem wird beim Duathlon zweimal gelaufen,
was mir mehr entgegen kommt als ein Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen." Trotzdem ist Jürgen Hold auch beim
Triathlon seit 20 Jahren in der Erfolgsspur. Für den 29. Juli hat er die Landesmeisterschaft in Braunschweig vorgemerkt.
Noch mehr freut sich der LGKV-Dauerbrenner freilich auf die Deutschen Meisterschaften im Bahngehen (25. August in Ahlen), für
die er sich vor einigen Wochen in einem Hildesheimer 10-Kilometer-Rennen qualifiziert hat. "Das war mein erster Wettkampf seit
elf Jahren. Ein Versuchsballon, aber es lief super. Dass ich stilistisch sauber bleiben würde, war nicht unbedingt zu erwarten",
freut sich Jürgen Hold über sein Comeback als Geher. In dieser Sparte des Ausdauersports versuchte der bis dahin "eher un-
sportliche" Verdener sich erstmals 1972, bestärkt durch seine Schwester. "Ich habe Gehen zuerst mit Wandern, Walking war
damals noch kein Begriff, verwechselt", schmunzelt Hold, der jedoch schnell Kraft und Ausdauer tankte, so dass die entsprech-
enden Erfolge nicht lange auf sich warten ließen. 1977 wurde er Norddeutscher Meister über 20 km und Achter über dieselbe
Distanz bei den "Deutschen" in Hamburg. Die nationale Karriere - Berufung in den C-Kader - war jedoch nach einer Verletzung
schnell vorbei. "Ich hatte das für mich maximal Mögliche erreicht."
Dass er im Moment die Wettkämpfe in seiner Altersklasse dominiert, ist für Jürgen Hold "ganz normal". Er ist jetzt in die M 55
gekommen und da also der jüngste Jahrgang. Große Steigerungen sind in seinem Alter nicht mehr drin, solange er keine we-
sentliche Forcierung des Trainings vornimmt. Gegenwärtig begnügt er sich mit sieben etwa einstündigen Einheiten in der Woche,
eine Stunde Schwimmen inbegriffen. Für den Triathlon setzt er sich entweder zu einer 16-Kilometer-Runde über Luttum und
Weitzmühlen oder zu einer 36-Kilometer-Schleife über Holtum/Geest aufs Rad. "Mein Training baut auf Synergieeffekten auf, ist
vielseitig - und das ist der Reiz daran." Einen etwas anderen Akzent wird sein Training in den kommenden Wochen aber aufgrund
der geplanten Teilnahme am Berlin-Marathon erhalten. Jürgen Hold hat einen der begehrten Startplätze bei einer Verlosungs-
aktion gewonnen, die beim Abendlauf in Sottrum vorgenommen wurde. Hold blickt dem Rennen in der Hauptstadt mit gemischten
Gefühlen entgegen. "Eigentlich ist mir der Trainingsaufwand für einen Marathon zu hoch. Doch ich möchte zu gerne noch einmal
unter drei Stunden laufen."
==> Ein weiterer Bericht über Jürgen Hold vom 2.9.2004  

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 1. August 2007
Schlafen, Schule, Essen, Training

Für die Jugendredaktion berichten Julia Schlömer und Claudia Többen
Aschendorf. Deutschlands schnellste Zwillinge dürften nach Einschätzung der LG Papenburg-Aschendorf derzeit wohl die
Aschendorfer Sven und Jens Kösters sein. Während sich Jens bei den Landesmeisterschaften in Papenburg den A-Jugend-Titel
über 110 m Hürden sicherte, ist Sven amtierender Niedersachsenmeister der B-Jugend über 100 m. Seit mittlerweile fast sieben
Jahren trainieren die beiden 17-Jährigen bei der Leichtathletikgemeinschaft (LG) Papenburg-Aschendorf. Beide gehören inzwisch-
en längst zu den sportlichen Aushängeschildern der Abteilung.
“Vor meiner Zeit als Leichtathlet habe ich eine Zeit lang Fußball gespielt oder mich beim Trampolinturnen versucht”, berichtet
Sven Kösters. Im Alter von zehn Jahren habe ihn dann der Sportlehrer und Trainer Karl-Heinz Assmann für die Leichtathletik be-
geistert. “Seither trainiere ich erfolgreich im Verein.” Nach einem halben Jahr nahm Sven seinen Bruder mit zu den Übungs-
stunden. Jens war nicht entgangen, wie viel Spaß dem Zwilling der Sport machte und wie viel Zeit er in das Training investierte.
Nachdem die Aschendorfer zunächst mehrere Disziplinen ausprobiert hatten, spezialisierten sie sich schließlich auf den Hürden-
lauf. “Karl-Heinz Assmann prognostizierte mir von Anfang an, dass dies meine Spezialität werden würde”, erzählt Jens. “Zunächst
wollte ich ihm nicht so recht glauben. Jetzt bin ich allerdings überzeugt.”
Mittlerweile können die Zwillinge diverse Erfolge in ihrer Lieblingsdisziplin nachweisen. In der Saison 2005/2006 trainierten sie im
Landeskader, gehörten somit zu den besten Hürdenläufern Niedersachsens und holten einige Medaillen bei großen Wettkämpfen.
Jens’ größter sportlicher Erfolg ist noch in frischer Erinnerung: Bei den Mitte Juli im Papenburger Waldstadion ausgetragenen
Landesmeisterschaften gewann er den Wettbewerb über 110 m Hürden. “Einige Leute, die schon öfter etwas über meinen Bruder
in der Zeitung gelesen hatten, sind extra angereist, um ihn beim Wettkampf zu sehen”, berichtet Sven. “Ich habe sogar das erste
Mal in meinem Leben Autogramme geschrieben. Das war schon ein aufregendes Wochenende”, fügt Jens hinzu.
Doch der Erfolg hat auch seinen Preis. Bei knapp 38 Wettkämpfen im Jahr bleibt oft wenig Zeit für Freunde, Familie und Schule.
“In der Saison haben wir pro Woche einen Wettkampf und dazu noch bis zu viermal Training. In solchen Wochen besteht unser
Leben nur aus Schlafen, Schule, Essen und Training”, berichtet Jens Kösters. Das sei zwar sehr anstrengend, “aber das Training
macht uns großen Spaß. Außerdem haben wir viele neue Freunde im Verein kennengelernt. Und unsere Eltern stehen in allem,
was wir machen, voll hinter uns”, betont Sven. Anfang des Jahres bekam Jens die Chance, an einer Europameisterschaft teilzu-
nehmen. “Einzige Voraussetzung war eine bestimmte Zeit im Hürdenlauf, die ich leider nicht ganz erreichte. Vielleicht klappt es
im nächsten Jahr. Darauf werde ich auf jeden Fall hinarbeiten.” Unmittelbarer steht indes eine andere Herausforderung vor der Tür:
An diesem Wochenende, vom 3. bis 5. August, finden die Deutschen Meisterschaften (DM) in Ulm statt. Beide werden über
110 m Hürden an den Start gehen.

NORDWEST ZEITUNG vom 9. August 2007
Fürs Studium nun langsamere Gangart
Sport: Vivien Tiedemann Dritte über 1500 Meter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm

Von Claus Stölting
Bokel. Sie will es richtig machen, sagt Vivien Tiedemann. Die 19-Jährige aus Bokel hat sich vorgenommen, Medizin zu studier-
en. Und da muss sie ihren Sport - das Laufen - wohl erst einmal zurückfahren, fügt sie hinzu. Gerade hat sie bei den Deutschen
Leichtathletik-Jugendmeisterschaften in Ulm über 1500 Meter in 4 Minuten und 36 Sekunden den dritten Platz belegt, genau wie
im vergangenen Jahr. “Meine Bestzeit liegt aber vier Sekunden drunter”, erzählt die junge Sportlerin, die erst vor drei Jahren eine
Einladung in den Landeskader erhalten hatte und daraufhin ins Sportinternat am Olympia-Stützpunkt Hannover umgezogen war.
In Hannover hat sie dann auch in diesem Sommer ihr Abitur gemacht, mit einem Notendurchschnitt von 1,7. “Für Medizin benöti-
ge ich aber einen Schnitt von 1,3”, meint die 19-Jährige, die dennoch bereits für den kommenden Herbst auf einen Studienplatz
in ihrem Wunschfach hofft.
Dass sie eine gute Läuferin ist und schneller als die anderen, das wurde Vivien Tiedemann bereits beim Handball im SVE Wiefel-
stede klar. In Oldenburg, wo sie später zur Schule ging, trat sie dem VfL bei, aber eine bessere Förderung erhielt sie bei der LG
Nordheide, für die sie auch jetzt in Ulm an den Start ging. Im vergangenen Jahr belegte sie übrigens mit der Drei mal 800 Meter-
Staffel den zweiten Platz. Und in Kamen stellte sie erst kürzlich über 2000 Meter Hindernis einen neuen Landesrekord für Nieder-
sachsen
auf.
Das Talent hat sie wohl von ihrer Mutter geerbt, denn auch die Kinderärztin Dr. Ines Tiedemann war früher Leistungssportlerin -
erzählt Papa Sven. Aus dem Sportinternat in Hannover ist Vivien Tiedemann bereits wieder ausgezogen. Aber jetzt ist erst ein-
mal Pause angesagt: Gerade ist sie mit Papa auf Urlaub - in Spanien.  

GOSLARSCHE ZEITUNG vom 10. August 2007
Leichtathletin Julia Maaß genießt ihre Deutsche Meisterschaft

Deutschlands schnellste B-Jugendliche tut in dieser Woche gut daran, auf dem Geschwindigkeitssektor keine neuen Rekorde
anzupeilen. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im 100-Meter-Sprint gilt die Konzentration von Julia Maaß einigen
Trainingseinheiten auf Asphalt - in der Fahrschule. Auf gewohntem Untergrund, der Tartanbahn, wird sich die für den MTV Jahn
Schladen startende 17-Jährige erst in der kommenden Woche wieder tummeln. Denn jetzt genießt die Goslarerin die trainings-
freie Woche, die ihr Trainer Hartmut Mahnkopf gewährt hat, der leichte Stress hinter dem Steuer ist ein Klacks gegen die zuletzt
erforderlichen psychischen Anstrengungen rund um ihren Sport.
Daher wolle sie auch richtig ausspannen. Nein, kein Training, vielleicht ein bisschen joggen, vielleicht ein bisschen schwimmen.
“Ich muss jetzt erstmal den ganzen Druck loswerden und kann die Ruhe wirklich gut gebrauchen”, sagt sie. Während sie also
erst einmal ihren Triumph genießt, tüftelt Mahnkopf schon am weiteren Verlauf der Saison, die mit der EM-Teilnahme in Hengelo
und dem Deutschen Meistertitel geradezu beängstigend nach Plan gelaufen ist. “Ich freue mich vor allem deshalb, weil sich das
harte Training ausgezahlt hat.” Zuletzt habe sein Schützling immerhin sechsmal pro Woche “alles ohne Murren mitgemacht”. (sg)

DELMENHORSTE KURIER vom 27. August 2007
Den Kopfschmerzen einfach davongelaufen
Andrea Pelka vom LC 93 Delmenhorst liebt die ganz langen Strecken

Von unserem Mitarbeiter Jens Hoffmann
Delmenhorst.
Andrea Pelka hat sich einer der wohl schwierigsten und taktisch anspruchsvollsten Laufdisziplinen verschrieben,
die die Leichtathletik zu bieten hat: dem 10 000-Meter-Lauf. So manch ambitionierter Hobbysportler ist an dieser Strecke schon
gescheitert. Zu anstrengend, zu anspruchsvoll und zu trainingsintensiv lauten die gängigsten (Vor-)Urteile. Auch Andrea Pelka
vom LC 93 Delmenhorst hat die 10 000 Meter nicht zu ihrer Spezialität erklärt. Allerdings aus ganz anderen Gründen. Den für sie
sind zehn Kilometer eher zu wenig, als dass sie ihre individuellen Stärken voll zum Tragen bringen könnte. Ein Marathon oder gar
Triathlon kämen ihr deshalb eher entgegen, urteilt sie selber. Beim 2. landesoffenen Ferienabendsportfest in Delmenhorst begab
sie sich aber wieder mal auf die 25 Stadionrunden und tat das mit dem ihr eigenen Ehrgeiz.
Fünf Mal pro Woche 60 bis 90 Kilometer
Vor ihrem Start, der letztlich erst gegen 20.30 Uhr erfolgte, sprach sie davon, einmal die 45-Minuten-Grenze zu knacken, wobei
ihre persönliche Bestmarke bis dato im 46er-Bereich lag und sie im laufenden Jahr nie unter 47 Minuten geblieben ist. Sich
Schritt für Schritt zu steigern, daraus zieht Andrea Pelka ihre Motivation. Dafür läuft sie fünf Mal pro Woche zwischen 60 und 90
Kilometer. "Direkt vor einem Wettkampf wird’s ein bisschen weniger, schließlich muss ich dann gezielt regenerieren", erklärt die
gebürtige Delmenhorsterin, die ihr Trainingspensum mittlerweile exakt den eigenen Bedürfnissen anzupassen versteht. Keine
Frage: Andrea Pelka ist eine erfahrene Leichtathletin, allerdings keine, der das Laufen quasi in die Wiege gelegt worden ist. Erst
mit 25 Jahren habe sie überhaupt mit Joggen angefangen, bekennt sie, und das auch nur aus medizinischen Gründen. "Ich litt zu
dieser Zeit unter starken Kopfschmerzen", blickt sie auf die Mitte der 1980er Jahre zurück. Deshalb habe sie sich dazu aufgerafft,
mit dem Laufen anzufangen. Die Kopfschmerzen ließen bald nach, nur das Fieber fürs Laufen, das blieb.Andrea Pelka, die jahre-
lang Volleyball beim TV Jahn gespielt hatte, entdeckte über Umwege ihre wahre sportliche Leidenschaft. Und was einst als reines
Hobby begann, hat ab 2004 einen deutlich professionelleren Anstrich bekommen. Als die beiden Kinder "aus dem Gröbsten raus
waren", konnte Andrea Pelka noch mehr Zeit auf ihren Sport verwenden.
Das tat und tut sie mit ungebrochener Begeisterung. Persönliche Meilensteine bleiben der 46-Jährigen wohl ewig im Gedächtnis
haften. Zum Beispiel der Sieg in ihrer Altersklasse beim traditionsreichen Silbersee-Marathon in Stuhr. Ihre Zeit reichte damals
sogar für Rang zwei in der Gesamtwertung. Oder der Marathon von Burgsteinfurt, den sie in 3:57 Stunden absolvierte. "Bislang
meine beste Zeit", ergänzt sie. Auch der Jungfrauen-Marathon in der Schweiz sei ein Erlebnis der besonderen Art gewesen. "Da
ging’s nur steil bergauf", blickt sie mit einem Lächeln zurück. Andrea Pelka lächelt viel, wenn sie über ihre sportlichen Eckdaten
berichtet. Als sie das alles so erzählt, wusste sie noch nicht, dass sie ihrer Bilanz wenig später ein weiteres Kapitel hinzufügen
würde. Im 10 000-Meter-Lauf des Abendsportfestes stellte sie mit 45:52 Minuten eine persönliche Bestmarke auf. Die reichte
zwar nur zu Platz zwei in ihrer Altersklasse W45, doch das störte Andrea Pelka nicht im geringsten. Sie wird weiterlaufen und
neue Herausforderungen finden. Gestern startete sie beim Volksmarathon in Riesenbeck.

HESSISCHE NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE vom 27. August 2007
Auch per Fahrrad nicht einzufangen
Ausdauersportler Markus Wenzel im Portrait

Von Johannes Knuth
Varlosen. Stolz holt Markus Wenzel ein prall gefülltes Fotoalbum hervor. An beiden Seiten lugen Zeitungsartikel hervor. Die
Bilder zeigen den 27-jährigen bei zahlreichen Veranstaltungen. Mal steht er lächelnd im Startbereich, mal umrundet er ange-
spannt die Stadionrunde. Seit vorletztem Sonntag kann der Varloser seine Mappe um ein weiteres Kapitel erweitern. Zum dritten
Mal in Folge gewann der Leichtathlet des TSV Jahn Varlosen den Sievershäuser Crosslauf über die 12,5 km-Distanz und stellte
dabei seinen eigenen Streckenrekord von 44:26 Minuten ein.
Wenzel, der zur Zeit eine Ausbildung in einer Dransfelder Rechtsanwaltskanzlei absolviert, bestreitet seit seinem 15. Lebensjahr
Langstreckenläufe. Vater Udo hatte in damals zu einem zehn-Kilometerlauf in Hemeln mitgenommen. "Anfangs haben viele
Gleichaltrige Markus belächelt", erinnert sich Wenzel Senior, der früher im Modernen Fünfkampf aktiv war. "Das Lachen ist ihnen
jedoch gründlich vergangen, als sie mich einmal auf unserer hügeligen Dorfbahn haben laufen sehen", schmunzelt Wenzel Junior,
"da kommen die meisten von denen nicht einmal mit dem Fahrrad hinterher." Und auch viele Konkurrenten haben mittlerweile
Mühe, dem Langstreckenläufer zu folgen. Damit das auch so bleibt, trainiert der Varloser sieben Mal die Woche. Intervall- und
Ausdauereinheiten stehen stehen auf dem selbst erstellten Trainigsplan. Im Winter kommt als Ausgleich noch Krafttraining hinzu.
Und der Grund für die Schinderei, bei der er fast ausschließlich auf sich alleine gestellt ist? "Laufen und die Herausforderung,
sich mit anderen Läufern zu messen, machen mir einfach unheimlich viel Spaß", erklärt der TSV-Athlet.
Vertretern der LG Weserbergland und der LG Göttingen ist das Talent des Ausdauersportlers derweil nicht verborgen geblieben.
Doch der Varloser lehnt alle Anfragen kategorisch ab: "Ich kann meinem Dorfverein doch nicht einfach den Rücken kehren", em-
pört er sich. Und so wird Wenzel seine rund 20 Läufe pro Saison auch weiterhin in den Farben des TSV Jahn Varlosen bestreit-
en. Die nächste Herausforderung wartet bereits am 8. September: "Dann möchte ich meinen Titel über die 10 000 Meter beim
Mündener Altstadtlauf verteidigen. Auf die tolle Atmosphäre freue ich mich schon jetzt." Der 27-jährige wird seine Bilder- und
Zeitungsmappe wohl noch um einige Kapitel erweitern. 

SONNTAGS JOURNAL der BREMERVÖRDER ZEITUNG vom 2. September 2007
Von Werder zu Leverkusen
Klingt nach Fußball, aber der Ex-Bremervörder Tim Schwarzmeier macht Leichtathletik-Karriere

Von Stefan Algermissen
Leverkusen. Seine ersten Sporen in der Leichtathletik verdiente er sich in Bremervörde, heute startet er für den TSV Bayer 04
Leverkusen. Die Rede ist von Tim Schwarzmeier. Am vergangenen Wochenende hat der 21-Jährige bei den Deutschen Junioren-
meisterschaften in Hannover einen beachtlichen fünften Platz über die 800m belegt und ist mit der 4x400-Meter-Staffel seines
Vereins aufs Treppchen gelaufen - und das trotz einer langwierigen Verletzungsmisere.
Seit mittlerweile zwei Jahren startet Tim Schwarzmeier für den TSV Bayer 04 Leverkusen. Der 21-Jährige, der zuvor für den TSV
Bremervörde und nach dem Abitur für Werder Bremen startete, absolviert derzeit bei den Bayer-Werken eine Ausbildung zum
Bürokaufmann und feilt nach Feierabend an seiner Leichtathletik-Karriere. Nebenbei studiert der Leistungssportler aus Leiden-
schaft an der Fern-Uni Hagen Politik und Organisation. Nachdem das vergangene Jahr für den talentierten Athleten ziemlich ver-
korkst war, weil er fast die gesamte Saison von insgesamt drei Muskelfaserrissen außer Gefecht gesetzt wurde (Schwarzmeier:
“Wenn man plötzlich nicht mehr laufen kann, weiß man die Qualen des Trainings plötzlich richtig zu schätzen"), läuft es für ihn
im Jahr 2007 viel besser.
Bei der DM im Juli in Erfurt startete Schwarzmeier, der von Paul-Heinz Wellmann, dem 1.500m-Olympiadritten von 1972 trainiert
wird, über die 800m sowie mit der Staffel seines Vereins über 4x400m. Unterstützt von Ingo Schulz, dem 400m-Vizeweltmeister
von Edmonton 2001, landeten Tim und die Bayer 04-Staffel auf einem respektablen sechsten Platz. Im Einzellauf über 800m
schied Schwarzmeier zwar im Vorlauf aus, konnte aber lange Zeit mit seinem Idol aus Jugendtagen, dem Olympiasieger Nils
Schumann mithalten. Der 21-Jährige: "Als Kind habe ich unter seinem Poster geschlafen, jetzt laufe ich gegen ihn - ein echt
tolles Gefühl!" Noch besser lief es für den gebürtigen Bremervörder, der immer noch eine enge Bindung zu seiner Heimatstadt
hat, am vergangenen Wochenende bei den Deutschen U23-Meisterschaften in Hannover. Mit der 4x400m-Staffel belegte Tim, der
zu fast allen Wettkämpfen von seiner Freundin begleitet wird, den dritten Platz und schaffte in 3:13,79 min. den Sprung aufs
Treppchen. Im Einzellauf über 800m schaffte er trotz Erkältung die schnellste Vorlaufzeit (1:51,17 min.) und wurde im Finale re-
spektabler Fünfter.
Mit dem Stand der Dinge ist Tim Schwarzmeier zufrieden: “Am Ende des vergangenen Jahres stand ich auf Grund der vielen Ver-
letzungen vor dem Sprung zum "Hobbysportler". Deshalb habe ich mit dem Studium begonnen - ich wollte Priorität aufs Beruf-
liche legen. Doch dann ging es plötzlich steil bergauf mit meinen Leistungen." Grund genug für den Bremervörder, zunächst
weiter auf den Leistungssport zu setzen. “Erstmal möchte ich mich dem Wintertraining widmen und im Frühjahr geht’s ins
Höhentrainingslager nach Kenia." Seine sportliche Zukunft, sagt er zum SJ, hänge stark vom Verlauf des Aufbautrainings ab.
Eines aber hat sich der ehrgeizige Leichtathlet geschworen: “Ich höre nicht auf, bevor ich die 800 Meter unter 1:50 Minuten ge-
laufen bin!" 

DELMENHORSTER KURIER vom 12. September 2007
Motto: Besser spät als nie
Joachim Kitzel und sein Traum von den 24,99 Metern

Von unserer Mitarbeiterin Anja Perkuhn
Delmenhorst. Beinahe lautlos schwingt die drei Kilogramm schwere Metallkugel an ihrem Draht durch die Luft. Der Werfer lässt
sie noch etwas schwingen und wirft sie dann mit einem Ruck über die Schulter ins Grüne. Knappe 22 Meter weit fliegt das Sport-
gerät. Weiten von 40 Metern erreicht man schwer, wenn man auf die beim Hammerwurf eigentlich üblichen Drehungen zum
Schwungholen verzichtet. Doch sich vor dem Wurf noch auf der Stelle zu drehen, erklärt Joachim Kitzel lachend, das hat er noch
nie gemacht, seit er den Hammerwurf für sich entdeckt hat. "Als 84-Jähriger muss das nicht mehr sein, da macht das der Körper
einfach nicht mehr mit", erklärt er. Denn nach den Drehungen schnell genug das Gleichgewicht wiederzufinden, sei mit fortge-
schrittenem Alter nicht mehr so einfach.
Joachim Kitzel ist das, was man einen klassischen Späteinsteiger nennt. Seit über 50 Jahren ist er Vereinsmitglied beim Del-
menhorster TV, doch erst vor etwas mehr als zehn Jahren wurde er aufs Hammerwerfen aufmerksam. Eigentlich wollte er nur
seiner Frau eine Freude machen und schenkte ihr ein solches Sportgerät zu Weihnachten. "Dann haben wir immer zusammen
trainiert, sie warf das Ding und ich maß die Weiten und warf es zurück", erinnert sich Kitzel schmunzelnd. Nun ist der Sport sein
Hobby, seine Verbindung zum Verein, zur Leichtathletik und den Freunden, die ebenfalls Vereinsmitglieder sind. Und vor allem
die Möglichkeit, "den Knochenapparat ein wenig in Schwung und Bewegung zu halten", sagt der 84-Jährige strahlend und stellt
sich erneut hinter die übrigen Werfer, um seinen Wurf noch ein wenig zu üben, bevor der offizielle Wettkampf beginnt.
Doch obwohl das Werfen nur eine Freizeitbeschäftigung und eine Kontaktpflege sein mag - Ehrgeiz ist natürlich auch mit im
Spiel, gibt Kitzel zu und schaut einem Hammer hinterher, der von einem anderen Teilnehmer geworfen wurde und nun mit einem
satten Ton auf dem Boden aufschlägt. "Ich versuche immer wieder noch einmal zu erreichen, was ich schon einmal geschafft
habe. Meine Rekordweite liegt bei 24,98 Metern." Doch die hat Kitzel schon seit einer ganzen Weile nicht mehr erreichen
können. "Etwa 22 Meter, mehr ist im Moment nicht drin", sagt er ein wenig verärgert. Aktuell befinde er sich in einem Formtief,
dass er sich auch nicht erklären kann. "Das kam einfach über Nacht, und plötzlich konnte ich nur noch knappe 21 Meter weit
werfen", klagt er.
Aufhören kommt nicht in Frage
Und denkt dabei aber nicht eine Sekunde daran, aufzugeben oder mit dem Sport aufzuhören: "Vor ein paar Jahren habe ich mir
mal vorgenommen, mit 80 noch mindestens 20 Meter zu schaffen." Doch wer denkt, Kitzel hätte sein Ziel erreicht, der irrt. Denn
seine derzeitigen Weiten sind kein Grund für ihn, sich auszuruhen. "Im Jahr 2006 wurden die offiziellen Werte geändert, so dass
Hammerwerfer über 80 Jahre einen Hammer verwenden sollen, der nicht mehr vier sondern nur noch drei Kilo wiegt." Was ihm
zwar mindestens drei Meter mehr bei einem Wurf einbrachte, aber sein gesamtes Konzept auf den Kopf stellte. Kitzel lächelt.
Diese Tatsache ärgert ihn nicht, sie ist nur eine weitere neue Herausforderung für ihn. Er geht erneut auf die Wurfbahn, schwingt
das Metall und schaut dem Hammer hinterher. Denn vielleicht schlägt die Kugel ja diesmal bei 24,99 Metern auf dem Boden auf.
Und wenn nicht, dann eben beim nächsten Versuch.  

ZEVENER ZEITUNG vom 29. September 2007
Sprinter verzichtet nie aufs rote Shirt
Seit 19 Jahren im sportlichen Einsatz für die LAV Zeven: Mark Kölzow

Von unserem Mitarbeiter Manfred Krause
Der Trainingsfleiß von Mark Kölzow war in dieser Saison wieder die Basis für seine starken Leistungen über 100 und 200 Meter.
Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Zittau lief der Sprinter in der Senioren-Klasse M35 persönliche Bestzeit. Seit
19 Jahren geht der Sottrumer für die LAV Zeven an den Start und war sehr erfolgreich im Einzel- und im Mannschaftswettkampf
auf Deutscher Ebene. Seine Bestzeit über 100 Meter lief er als 20-Jähriger - seinerzeit in 10,7 Sekunden. “Mark war von unserer
damaligen Gruppe der Begabteste und hatte seine Stärken zudem in seiner Ruhe. Egal, ob im Training oder im Wettkampf, der
war nie nervös. Doch auch neben dem Sport haben wir viel zusammen unternommen und uns sehr gut verstanden. In seiner Art
war er eher introvertiert, doch ein angenehmer und umgänglicher Typ", sagt der Karlshöfener Clemens Kullik, der der erfolgreichen
damaligen Jugend-Sprint-Staffel der LAV Zeven angehörte.
In seiner Altersklasse zählt er auch heute noch zu den Spitzenläufern in Deutschland und hätte im Laufe seiner Karriere durch-
aus mehr erreichen können. "Wenn Mark intensiver an seiner Beweglichkeit und der allgemeinen Koordination gearbeitet hätte,
wäre sportlich einiges mehr drin gewesen", sagt sein ehemaliger Trainer Hans-Hermann Neblung, der auch heute noch große
Stücke auf den Sottrumer hält. “Mit der Jugend-Gruppe um Mark bin ich immer zu den Wettkämpfen gefahren. Die waren abso-
lute Spitze. Leider fiel damals Juri Palisaar aus, sonst wäre er mit der 4 x 100-Meter-Staffel bei den Deutschen Meisterschaften
ganz vorne dabei gewesen." Das Thema Staffel möchte der “Macher" der LAV noch einmal aufgreifen. Neblung: “In der nächsten
Saison sollen Mark, Timm Müller und weitere Sprinter wieder an den Start gehen."
Das hört der Lehrer für Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Sport von der Haupt- und Realschule am Goldbach in Langwedel
gern. “Ich hoffe, dass es die Staffel bald wieder geben wird und wir auch regelmäßig trainieren können", wünscht sich Mark
Kölzow. Nicht einverstanden ist er mit der Bezeichnung "Senioren" für seine “Liga", in der er startet. “Die Bezeichnung ist einfach
unglücklich und Abhilfe dringend notwendig. M35 wäre in Ordnung", sagt der gebürtige Bremer, der nach Abschluss der Grund-
schule aus der Hansestadt nach Sottrum umzog. Der große Ballsportler (“ein wenig Tischtennis") war er nie, dafür fand er früh
Gefallen am Laufen. Ein guter Freund half ihm dabei “aufs Pferd", nahm ihn als Jugendlichen mit zum Training (TV Sottrum) und
seit der Zeit hat er an seinen Stärken im Sprint gearbeitet.
Er sammelte viele Trophäen. “Der Titel bei den ‚Deutschen' 2003 in der Mannschaft mit Thomas Zschiesche, Rainer und Jens
Dohrmann rufe ich mir gerne in Erinnerung", so der Sprinter. Doch auch an die Bronzemedaille als Einzelstarter bei den Deutsch-
en Meisterschaften 2005 in Schweinfurt erinnert er sich gern. Das rote T-Shirt hat er immer dabei. “Einen Wettkampf ohne das
rote Shirt, das ich vor einigen Jahren geschenkt bekam, kann ich mir nicht vorstellen. Es hat mir immer Glück gebracht und da-
her ziehe ich es immer unter das Trikot", verrät Kölzow, dessen großer Wunsch es ist, weiterhin gesund und von Verletzungen
verschont zu bleiben.
Das sportliche Vorbild, dem er in jungen Jahren in der Leichtathletik nacheiferte, will er heute nicht nennen. “Früher hätte ich ein
paar Namen genannt, aber der Dopingsumpf ist riesig und hat in enttäuschender Weise die meisten Damen und Herren ver-
schlungen. Leider ist kein Wille zur Aufklärung da und das ist traurig" Dennoch ist er froh, dass er vor Jahren den Wechsel in die
“Leichtathletik-Familie" nach Zeven vollzog. “Es ist ein großer Verein in der Region", so der Junggeselle. In der Woche trainiert er
zwei Mal und legt auch am Wochenende Schichten ein. “Da die Saison jetzt beendet ist, habe ich das Training umgestellt und
mache Waldläufe, in die ich Intervalle einbaue."
"Bereit, dazu zu lernen"
In seiner Freizeit zieht er sich gern zurück. “Ich bin gerne nach dem Trubel vom Vormittag in der Schule ein Stück für mich allein.
Dann lese ich oder pflege meine Musiksammlung mit gehobenen Stücken aus der Blues- und Rockmusik", sagt Kölzow, der
nach dem Studium und einem "Schnupperjahr" in Prag sich beruflich weiterentwickeln möchte. "Ich bin immer bereit, dazu zu
lernen. Und den Draht zu den Schülern muss man entwickeln und seine Stärken in den Vordergrund stellen." Einmal im Jahr ist
er an der Schule als Fußballer gefordert. “An dem Turnier nehme ich natürlich teil. Allerdings als Torwart und dann packe ich
meine Beine auch gut ein, damit ich von Verletzungen verschont bleibe." Dass der Fußball in den Medien eine große Präsenz
einnimmt, findet er ungerecht. “Viele andere Sportarten hätten mehr Aufmerksamkeit verdient." Denn bei den “Randsportarten"
werde häufig viel intensiver trainiert. Vielleicht nimmt der Spitzensportler ja die Talente in der LAV unter seine Fittiche. "Einen
Trainerschein würde ich gerne machen. 

Quelle: Laufmagazin SPIRIDON 9/2007
Ohne Laster zum Erfolg: Thomas Ruminski (SV Eintracht Hiddestorf)
Von Jörg Valentin

Das Porträt finden Sie als PDF-Datei hier  

LANDESZEITUNG (Lüneburg) vom 11. Oktober 2007
"Ein bisschen wie eine Sucht"
Der 19-jährige Frank Baumgärtner liebt das lange Laufen

Adendorf
(saf). Wenn Frank Baumgärtner von seinem Marathon in Bremen erzählt, dann kann man wirklich Mitleid mit ihm be-
kommen. Erst war seine Startnummer schon weg. Die ersten zehn Kilometer ging er drei Minuten zu schnell an. Nach zwei
Dritteln der Strecke war ihm fürchterlich schlecht. Und bei Kilometer 41 stürzte er und blutete an der Hand. "Da habe ich mich
nur noch irgendwie durchgequält", meint der 19-Jährige. Irgendwie ? Der Adendorfer (startet für die LG Lüneburg Stadt-Land) be-
legte bei den norddeutschen Meisterschaften Platz drei in der Männerklasse in starken 3:07:18 Stunden - eine Zeit, von der die
meisten Langstreckler auch nach vielen Jahren nur träumen können.
Das Gesunde am Marathon ist nicht der Lauf, sondern die Vorbereitung - und daher ist Baumgärtner bewusst, dass seine eher
suboptimal war. "Vor meinen ersten Marathon hatte ich vier, fünf Wochen Vorlauf", erzählt der Gymnasiast, der im kommenden
Jahr an der Wilhelm-Raabe-Schule sein Abitur bauen will - empfohlen wird eher ein halbes Jahr. Und diesmal hat er sich ebenfalls
nur rund einen Monat mit fünf oder sechs Läufen pro Woche, meist entlang des Elbe-Seitenkanals, intensiv vorbereitet. Gut für
den Körper ist das nicht unbedingt. Die Beine waren leicht verdreht, der Läufer kam kaum noch eine Treppe hoch. "Aber ich will
auch noch in zwanzig Jahren laufen können", gelobt Baumgärtner Besserung.
Eingestiegen ist der Adendorfer ganz spontan, als er seinem Rad fahrenden Vater vor zwei Jahren hinterherlief - und dieses
Tempo auf Anhieb neun Kilometer mitgehen konnte. Um seinen 18. Geburtstag herum im Vorjahr kam ihm der Gedanke: "Irgend-
wann will ich auch mal einen Marathon laufen" - vor Erreichen der Volljährigkeit darf man diese Strecke nicht in einem Wettkampf
absolvieren. Bei der Marathon-Premiere in Hannover ("da war der Start 25 Euro billiger als in Hamburg") kam er schon in 3:14:54
ins Ziel, ansonsten besteht seine Wettkampferfahrung gerade einmal aus zwei Volksläufen über zehn Kilometer. Allmählich aber
geht Baumgärtner das Laufen systematischer an, feilt am Stil, kräftigt Muskeln und Gelenke. Mit dem Lüneburger Simon
Dworatzek hat er einen in etwa gleich alten und gleich starken Trainingspartner gefunden. Außerdem schaut er einmal pro Woche
beim Lauftreff des TSV Adendorf vorbei: "Da sind die meisten natürlich viel älter. In meinem Jahrgang gibt es höchstens ein paar,
die ein bisschen das Joggen anfangen."
Für Frank Baumgärtner ist das Laufen aber mittlerweile "ein bisschen wie eine Sucht". Bei aller Qual in Bremen dachte er schon
im Zielraum: "Wann ist das nächste Mal ?" Und wie lautet die nächste Herausforderung ? Als ehemaliger Rettungsschwimmer
könnte es auch mal ein Triathlon sein oder auch ein Langlauf jenseits der 42,195. Zuerst aber ist eine Schallmauer dran: "Die drei
Stunden will ich unterbieten, vielleicht beim nächsten Marathon in Hannover. Und wenn ich nicht so gut trainiert bin, nehme ich es
als Entspannungslauf." Ein bisschen weiser ist Frank Baumgärtner doch schon geworden.  

NORDWEST ZEITUNG vom 20. Oktober 2007
Ohne Stoppuhr zu erstklassigen Zeiten
Leichtathletik: Susanne Fröhlking zählt zu den erfolgreichsten Läuferinnen im Kreis Cloppenburg

Von Wolfgang Grave
Resthausen. Wer regelmäßig in den Siegerlisten der regionalen Laufwettbewerbe blättert, findet an der Spitze des Klassements
häufig den Namen einer Frau: Susanne Fröhlking. Am vergangenen Sonntag sicherte sie sich den Titel bei den Kreismeister-
schaften im Crosslauf über die lange Strecke im Felder Forst in Essen. Dort kam sie auf der rund elf Kilometer langen Strecke
nach 47:27 Minuten ins Ziel. “Meine Bestzeit über zehn Kilometer auf der Straße liegt knapp über 40 Minuten”, sagt sie. Gleich-
wohl sind für Susanne Fröhlking Titel, Zeiten und Platzierungen zweitrangig. Für sie steht der Spaß im Vordergrund.
Susanne Fröhlking ist 43 Jahre alt. Mit ihrem Mann Torsten (45) und ihren Töchtern Laura (16) und Freya (13) wohnt sie in Rest-
hausen. Sie sagt von sich selbst, dass sie ein Mensch sei, der sich gerne bewege. “Ich genieße nicht nur das Reiten mit meinem
Islandwallach, sondern alle Arbeiten bei uns zu Hause mit den Pferden.” Im Alter von 18 Jahren begann sie zu joggen - “ab und
zu”, sagt sie und lacht. Ihren ersten Wettkampf bestritt sie erst Ende des Jahres 1996. Damals habe ein Freund sie gefragt, ob
sie nicht am Silvesterlauf in Klosterholte (Emsland) teilnehmen wolle. “Ich habe zugesagt und den Lauf gewonnen - bei minus 14
Grad”, erinnert sie sich. Spätestens von diesem Zeitpunkt an hatte sie eine neue Leidenschaft gefunden. Beim Haselünner SV
trainierte sie fortan mit wesentlich stärkeren Männern, erzählt sie. “Davon habe ich natürlich profitiert.” Zahlreiche Bezirks- und
Kreistitel sprechen eine klare Sprache.
Heute läuft sie unter anderem an der Talsperre oder mit einer Gruppe des BV Garrel, für den sie bei offiziellen Wettkämpfen auch
startet. In einer Woche reißt sie durchschnittlich 40 bis 60 Kilometer ab. Allerdings wird man während eines Trainings vergeblich
nach einer Stoppuhr an ihrem Handgelenk oder gar einem Trainer suchen. “Ich laufe nur, weil es mir Spaß macht, weil ich heiß
drauf bin”, sagt sie. Sie definiere sich halt nicht über Spitzenzeiten. Viel wichtiger sei es ihr, dass sie beim Laufen Freunde treffe
und mit ihnen rede, lache und auch mal die Sorgen des Alltags teile. “Die guten Leistungen sind ein Abfallprodukt, mehr nicht.”
Susanne Fröhlking steht mit ihrer Liebe für den Sport in ihrer Familie nicht alleine da. Ihr Mann spielt Volleyball und läuft gerne,
Freya reitet mit ihrem Pferd Dressur und Springen, und Laura tanzt Hip-Hop. Ihre Kinder fänden es toll, dass sie laufe, sagt Fröhl-
king.
Freya hat vor kurzem ebenfalls mit dem Laufen begonnen. Wie auch ihrer Tochter rät sie allen Anfängern, nie zu schnell loszu-
legen. Zu Beginn sei es wichtig, langsam und mit Gehpausen zu laufen. “Der Bänder- und Knochenapparat braucht in seiner
Anpassung länger als das Herz-Kreislaufsystem.” Der Körper sei überhaupt ein Wunderwerk der Anpassung. Fußfehlstellungen
seien zum Beispiel kein Grund, nicht mit dem Laufen anzufangen. Susanne Fröhlking gibt daher den Tipp, während der ersten
Läufe geduldig zu bleiben: “Wenn jemanden die Leidenschaft packt, wird es eh ein Selbstläufer.” Interessierte, die mit dem
Laufen beginnen wollen, können sich der Anfängergruppe des BV Garrel anschließen. Sie trifft sich montags, 19.30 Uhr, am Ver-
einsheim an der Schulstraße. 

LAATZENER WOCHE vom 24. Oktober 2007
Den Lebensmittelpunkt gefunden

Von Reinhard Kroll
Hemmingen. Den eigenen Mittelpunkt des Lebens zu finden, das ist für Thomas Ruminski ein wichtiges Ziel. Und weil das bei
ihm so ist, gilt für ihn: den Tag nutzen. Nicht zuletzt deswegen ist der Mittelstreckenläufer aus der Hiddestorfer Eintracht so er-
folgreich. Vergangenen Sonntag hat er in Gronau die niedersächsische Jahresbestleistung der Altersklasse M 45 im Stundenlauf
verbessert, ist präzise 16 790 Meter gelaufen, 776 Meter mehr als die bisherige Bestmarke. Thomas Ruminski strotzt nur so vor
Selbstbewusstsein, aber vor allem vor Lebensfreude. Die Bestleistung in Gronau hat er vorher angekündigt. Nicht etwa als voll-
mundiger Prahlhans, sondern mit dem felsenfesten Gefühl der Überzeugung, dass er es schaffen werde. Er hat es geschafft.
Stundenläufe sind allerdings nicht der Schwerpunkt des Leichtathleten aus Hiddestorf, sondern mehr Dekoration. Straßenläufe
über 10 Kilometer und in der Hauptsache Läufe auf der Bahn sind sein eigentliches Metier. So sieht er nach dem großartigen
Saisonabschluss in Gronau mit Spannung der Hallen- und Crosslauf-Weltmeisterschaft 2008 der Senioren im französischen
Clermont-Ferrand entgegen. "Dort strebe ich mit der deutschen Nationalmannschaft einen vorderen Platz an", sagt Ruminski.
Und wieder schwingt ein Stück Überzeugung mit.
Den Tag nutzen - diese Philosophie lebt Thomas Ruminski Tag für Tag. Sein Beruf führt ihn zwei bis drei Tage in der Woche ins
europäische Ausland. “Laufen geht überall”, sagt er mit Nachdruck. “Und auch zu beinahe jeder Zeit.” Mit anderen, aber auch
allein. So ist es keine Seltenheit, dass er frühmorgens von fünf Uhr an vor Frühstück und Job mal eben eine Stunde oder auch
mehr läuft. In Schweden zum Beispiel einmal bei 15 Grad Minus oder woanders am Abend bei 30 Grad Celsius. “Bei diesen
Läufen lerne ich Land und Leute kennen”, sagt Ruminski. Während in einem Land morgens um fünf Uhr schon das Leben zu
pulsieren beginnt, werden in einem anderen gerade die Straßen vom Dreck des Nachtlebens gereinigt. Aus diesem Grund ist für
den Hiddestorfer Laufen nicht gleich Laufen.
Dabei ist Thomas Ruminski beileibe kein gelernter Leichtathlet. Bei der SG Misburg war er Wasserballer, hat dort in der Oberliga-
Mannschaft gespielt. Aber irgendwie hat er beim Wasserball die körperliche Grundkonstellation mitbekommen, die ihm heute
Läufe über 10 000 Meter möglich machen. Wie alles angefangen hat? Seine Braut Heike läuft schon, und eines Tages legt
Thomas Ruminski ihr gegenüber das Versprechen ab: “Ich höre bis zur Heirat auf zu Rauchen und werde Marathon laufen.” Sechs
Monate später ist er beim Hannover-Marathon dabei, läuft die Strecke in für ihn phantastischen drei Stunden und 18 Minuten. Und
das bei einem wöchentlichen Trainingsaufwand von nur 70 Kilometern. Das liegt 18 Jahre zurück.
Thomas Ruminski ist und bleibt Autodidakt, die Unterstützung eines Trainers will er nicht in Anspruch nehmen. Und auch die von
Sponsoren nicht. “Dabei wäre es für mich ein Leichtes, für einen Lauf-Laden Werbung zu machen.” Für Thomas Ruminski, in-
zwischen Vater von drei Kindern und amtierender deutscher Vizemeister seiner Altersklasse über 10 000 Meter, kommt das nicht
in Betracht. Er will keinen kommerziellen Nutzen aus seinem Hobby ziehen. “Familie und Beruf stehen im Mittelpunkt”, lässt er
keine Spekulation daran aufkommen, er könnte womöglich ein Lauf-Besessener sein, dem der Blick für die wichtigsten Dinge im
Leben abhanden gekommen ist. Keine Frage: Erfolge freuen ihn, sind aber für Ruminski nicht das Größte. “Ich gönne auch ander-
en den Sieg, wünsche den Mitläufern am Start immer viel Glück.”  
==> Ein weiterer Bericht über Thomas Ruminski vom 9. Oktober 2007  

MÜNSTERLÄNDISCHE TAGESZEITUNG vom 14. November 2007
Auch lange Strecken schrecken Kuhlen nicht
800-Meter-Bestzeit lockt

Falkenberg/Braunschweig.
Richtig gut lief es in der jetzt abgeschlossenen Leichtathletik-Saison für den Falkenberger Andreas
Kuhlen. In seinem ersten Jahr für die LG Braunschweig verbuchte der 24-Jährige gleich mehrere tolle Erfolge. Dies begann schon
unter dem Hallendach, wo Kuhlen Niedersachsenmeister mit der Staffel über 3x1000-Meter wurde. Wenig später später holte das
Braunschweiger Trio die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften. Nicht nur die Platzierung, sondern auch die Zeit von
7:13,38 Minuten durfte sich sehen lassen, denn im Durchschnitt lief jeder der drei Athleten unter 2:24,5 Minuten! Nach weiteren
Niedersachsenmeistertiteln mit der Cross- und 3x1000m-Mannschaft holte sich Andreas Kuhlen auch den Titel über 1500 Meter -
und dies noch im heimischen Braunschweiger Eintracht-Stadion. Auch der Sieg beim legendären Braunschweiger Nachtlauf ging
an den 24-jährigen Falkenberger.
Neben diesen Erfolgen wurden auch die Bestzeiten nach unten geschraubt. Herausragend war die Verbesserung der 1000-Meter-
Zeit auf 2:24,78 min. Aber auch die 1500-Meter-Strecke lief Andreas schneller als je zuvor. Im Amsterdamer Olympiastadion blieb
die Zeit nach 3:50,98 Minuten stehen. Zum Ende der Saison bewies der LGB-Läufer, dass ihm auch die langen Strecken nichts
ausmachen. 32:24 Minuten über die 10-Kilometer-Strecke und für einen Mittelstreckler eine sehr respektable Marke.
Kuhlen, der auch im nächsten Jahr noch bei der LG Braunschweig unter Vertrag steht, sieht der kommenden Saison trotz der ge-
stiegenen Erwartungen locker entgegen: “Ich habe ein gutes Team um mich herum, besonders meine Familie. Wenn ich dann
noch gesund durch den Winter komme, steht einem Einzug ins Finale bei der Hallen-DM nichts im Wege.” Über seine Lieblings-
strecke, die 800 Meter, erhofft sich Andreas Kuhlen demnächst etwas mehr Glück, denn mit vier 1:52-Minuten-Zeiten verfehlte er
seine Bestzeit mehrmals knapp. Aktuell absolviert Kuhlen ein Aufbauprogramm mit vielen langen Läufen - oftmals sogar über
anderthalb Stunden. Von Dezember an werden einige kleine Trainingswettkämpfe eingestreut, ehe es im Januar wieder richtig zur
Sache geht. 

NORDWEST ZEITUNG vom 15. November 2007
Lauftalent aus Brake auf dem Weg nach oben
Leichtathletik: Vivian Sinnen liebt vor allem die Langstrecken und ist bereits Zweite in der niedersächsischen
Bestenliste

Von Thorsten Sanders
Brake. Eine zwölfjährige Brakerin schickt sich an, der hiesigen Leichtathletik-Konkurrenz die Hacken zu zeigen. Vivian Sinnen
(SV Brake) eilt von Erfolg zu Erfolg. Zu ihren jüngsten Triumphen zählt der Gewinn der Regionsmeisterschaft über fünf Kilometer
in Löningen. Ganz nebenbei verbesserte sie dabei den von ihr selbst gehaltenen Kreisrekord um eine Minute auf 20:30 Minuten
und rangiert mit dieser Zeit auf Platz zwei der niedersächsischen Bestenliste. Lediglich eine Läuferin aus Oldenburg lief eine
schnellere Zeit als Vivian. Zudem gewann sie am vergangenen Wochenende den Nord-West-Cross-Lauf in Schortens.
Woher kommt ihre Begeisterung für das Laufen? Im Jahr 2003 besuchte sie ein Fußballspiel ihres zwei Jahre jüngeren Bruders
Justin im BBZ-Stadion in Brake. Sichtlich gelangweilt vernahm sie, dass um den Platz herum das Sportabzeichen abgenommen
wurde. Das begeisterte die Gymnasiastin eindeutig mehr, sie zog sich kurzerhand ihre Straßenschuhe aus und lief mit. Schon
zu diesem Zeitpunkt fiel dem Zeitnehmer ihr außergewöhnliches Talent auf. Es folgten erste Urkunden und Pokale. Noch kurioser
fand sie zu ihrer Lieblingsdisziplin, den 5000 Metern (richtig: Fünf Kilometer). “Beim City-Lauf 2004 in Nordenham wollte ich ei-
gentlich die 3000-Meter-Strecke laufen. Ich verpasste allerdings die Abzweigung und lief aus Versehen den längeren Abschnitt”,
berichtete Vivian. Zu ihrer eigenen Verblüffung gewann sie diese Konkurrenz und ihre Liebe für den Langstreckenlauf war end-
gültig geboren.
Man mag sich fragen, wie oft sie trainieren muss, um diese Leistungen abzurufen. Der Aufwand hält sich in Grenzen, weil ein
solch junger Körper auch schnell überbeansprucht werden kann. Zweimal die Woche übt sie mit ihren Trainern Ernst Bielefeld
und Ewa Jäger, sowie mit dem ebenfalls sehr talentierten 16-jährigen Mattis Tipke. Zudem joggt sie ab und zu mit ihrem Vater
durch die Gegend. Zur Zeit trainiert sie noch alle möglichen Leichtathletik-Disziplinen, ihr Hauptaugenmerk ist dabei aber ganz
klar auf die Laufstrecken ausgerichtet.
Ein wichtiger Schritt, sich weiter zu verbessern, könnte bald folgen. Am Sonnabend, 24. November, wird sie zusammen mit ihren
Eltern am “Tag der offenen Tür” das Sportinternat in Hannover besichtigen. Hier werden nur die Besten aufgenommen, doch die
Zeiten, die gefordert werden, erzielt Vivian schon jetzt. Allerdings werden die Bewerber normalerweise erst mit 14 Jahren berück-
sichtigt, so dass die in ihrer Freizeit leidenschaftlich gern malende Vivian noch einige Zeit warten muss. Den Ehrgeiz hat sie
allemal, sich auch fortan stetig zu verbessern. Die wohltuend sympathische Nachwuchshoffnung wird alles daran setzen, ihrer
schon jetzt mit zahlreichen Pokalen und Urkunden bestückten Trophäenvitrine weitere Auszeichnungen zukommen zu lassen.

HAMBURGER ABENDBLATT vom 24. November 2007
Der lange Weg zur Weltspitze
Lauftalent Sören Ludolph wechselt nach Braunschweig und trainiert mit der 800-Meter-Elite

Von Peter Hansaul
Winsen/Amelinghausen. Manchmal ist es schon verblüffend, was daraus werden kann, wenn junge Mädchen von den Eltern
den Auftrag erhalten, auf ihren noch jüngeren Bruder aufzupassen. Birthe Ludolph hat damals ihre Sportsachen eingepackt und
den kleinen Sören mit zur Leichtathletik in Amelinghausen geschleppt. Das ist mehr als zehn Jahre her. Der kleine Junge von
damals ist inzwischen genau 182 und einen halben Zentimeter groß. Er brachte am Donnerstag genau 69,9 Kilo auf die Waage.
Und das ist für den 19-Jährigen eigentlich, wie er selbst andeutet, "ein bisschen zu fett". Denn Sören Ludoph ist ein 800-Meter-
Läufer mit großen Hoffnungen. Und wenn es um nationale und internationale Erfolge geht, zählt auf dieser Strecke jedes Gramm.
 Für seinen Sport hat das Lauftalent aus Amelinghausen, das seit Jahren für die LG Nordheide startet, schon gravierende Verän-
derungen in seinem Leben auf sich genommen. Vor drei Jahren, mit 16, verließ er das Elternhaus mit Schwester und Bruder und
zog ins Sportinternat Hannover ein. Nach dem Abitur ist er in Hannover gemeinsam mit dem Schwimmer Mario Schild in eine
Sport-WG umgezogen. Und die beiden zählen zu den ersten neun nationalen Talenten, die in Hannover die Polizei-Akademie be-
suchen und gleichzeitig Zeit und Förderung für ihren Hochleistungssport erhalten. "Diese Möglichkeit hat der Niedersächsische
Innenminister gerade erst neu eingerichtet", sagte Sören Ludolph.
Es ist sieben Jahre her, da wechselte der Junge von Amelinghausen zur LG Nordheide. Von da an hat Trainer Gerhard Prüss-
mann den begabten und zielstrebigen Athleten geführt und geformt. "Von ihm erst habe ich gelernt, wie man richtig läuft", sagte
der 19-jährige. Heute ist Sören Ludolph so weit, dass er zum Jahreswechsel den Eintritt in die große Welt der deutschen Leicht-
athletik wagen kann. Zum 1. Januar verlässt er die heimatliche LG Nordheide und wird Mitglied von Eintracht Braunschweig und
damit des "Lauf-Teams Braunschweig". Wer diese nationale Läufer-Elite mit welcher Geld-Summe unterstützt, dafür hat sich der
angehende Polizei-Kommissar nicht interessiert. Aber er freut sich darauf, mit Spitzenathleten wie Jonas Hamm, der für Finnland
bei der WM dabei war, und mit Rene Herms, derzeit Deutschlands stärkster 800-Meter-Mann, in der 3x1000-Meter-Staffel starten
zu können.
Schon im Sportinternat und auch jetzt auf der Polizei-Akademie trainiert Sören häufig zweimal am Tag, je zwei bis drei Stunden,
oft bis an die Schmerzgrenze, manchmal auch darüber hinaus. Im Training läuft er die 100 Meter locker in 11,6 Sekunden, in
einem Wettbewerb würde er wahrscheinlich 10,8 Sekunden schaffen. Seine Bestzeit über 800 Meter steht bei 1:48,44 Minuten.
"Wirklich zählt für mich aber nur, um wie viel ich mich verbessern kann", sagte der für einen Mittelstreckler recht muskulöse
Athlet mit der ausgeprägten Schnellkraft. "In diesem Jahr waren das 2,5 Sekunden." Wenn man das auf die nächsten zwei Jahre
hochrechnet, könnten das fünf Sekunden sein. Dann würde Sören Ludolph sozusagen vor der Aufnahme in die Weltelite stehen.
"Aber fünf Sekunden schneller, davon bin ich Lichtjahre entfernt", bleibt er fest auf dem Boden. Die Olympischen Spiele 2008 in
Peking, die wird er wohl im Fernsehsessel erleben. Aber ein Jahr später sind die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin.
Und dann, als wichtigstes Ziel, die Olympischen Spiele 2012 in London.  
==> Weitere Berichte über Sören Ludolph vom 14.8.2002 und 23.6.2004  

WOLFSBURGER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 8. Dezember 2007
Sven Knipphals: Ohne Sponsoren sind große Sprünge schwierig
Leichtathletik: Weitspringer und Sprinter des VfL in Sorge -- Nächstes Ziel ist die Hallen-DM

(api).
Weitsprung und Sprint - gleich zwei Disziplinen, in denen Sven Knipphals in diesem Jahr einen Riesensatz nach vorn ge-
macht hat. 2008 will der Leichtathlet des VfL Wolfsburg in die deutsche Spitze vorstoßen. Gar nicht so einfach. Denn in Sachen
Förderung ist der 22-Jährige wie viele andere Individual-Sportler aus der Region auf sich allein gestellt. Das Sport-Talent bekam
Knipphals in die Wiege gelegt. Der Großvater wurde mit dem VfL Deutscher Feldhandball-Meister, Vater Jens gehörte zur inter-
nationalen Weitsprung-Spitze, ist immer noch VfL-Rekordhalter mit 8,16 Meter.
Obwohl Sven als 16-Jähriger spät zur Leichathletik kam, hat er sich in der norddeutschen Spitze etabliert. Im Weitsprung ver-
besserte er sich 2007 von 6,97 auf 7,32 Meter, über 100 Meter Sprint von 10,90 auf 10,72 Sekunden. Das Leistungspotential
stimmt. “Aber ohne Sponsoren, etwa für sportmedizinische Maßnahmen, stoße ich früher oder später an meine Grenzen”, so
Knipphals, der seit drei Monaten Chiropraktik an der Uni Bournemouth im Südwesten Englands studiert. Dass er dort ein Sport-
stipendium bekommen hat, ist ein Glücksfall. Fördermittel in Höhe von 1000 Pfund darf er so jährlich für seinen Sport aufwenden.
Klingt viel, ist es aber nicht. Neben Ausrüstung muss Knipphals auch die Kosten für Physiotherapie und alle weiteren Behand-
lungen aus eigener Tasche zahlen. Auf der Suche nach Sponsoren in und um Wolfsburg hagelte es bislang nur Absagen. “Indi-
vidual-Sportler haben es da schwer. Aber ich gebe nicht auf”, so der VfLer - www.svenknipphals.wg.am - kämpferisch. Dreimal im
Jahr kommt er für vier bis fünf Wochen nach Wolfsburg, wo er mit Trainer Werner Morawietz arbeitet. Das nächste große Ziel sind
die Deutschen Hallen-Meisterschaften im Februar in Sindelfingen. Knipphals: “In diesem Jahr war ich zum ersten Mal dabei. Ich
denke, dass ich wieder gute Chancen habe, mich zu qualifizieren.”
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