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Porträts und Berichte über Leichtathleten und Funktionäre aus der Region (Seite 4)

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Paul Thielecke-Klein TV Norden (15.12.2007)
Mona und Malena Dietel SV Lemwerder (19.12.2007) 
Janek Vollmerding VSK Osterholz-Scharmbeck / SG Osterholzer Leichtathleten (24.12.2007)
Heiko Lersch SV Brake (24.12.2007) 
Fredrik Branscheidt OTB Osnabrück (24.12.2007)
Paul Dittmer MTV Hanstedt (29.12.2007) 
Ricarda Uhlenbrock LG Osnabrück (8.1.2008) 
Svenja Drechsler LG Hannover (15.1.2008) 
Philip Rietz VfL Germania Leer (17.1.2008) 
Derk Peters SV Georgsheil (24.1.2008)
Daniel Gruber LG Emstal Dörpen (29.1.2008) 
Carola und Malyzia Vömel LG Kreis Verden (31.1.2008)
Ulrich Garde LGG Ganderkesee (2.2.2008) 
Arno Kosmider LG Emstal Dörpen (5.2.2008) 
Jamil Akkad VfL Löningen (7.2.2008) 
Steffen Brümmer VfL Löningen (21.2.2008) 
Pavel Mokrys LG Peiner Land (22.2.2008) 
Ernest Radulian LG Wennigsen/Egestorf (23.2.2008)
Jürgen “Jonny” Seifert TuS Huchting (23.2.2008)
Renate Bartschat NLV-Kreis Delmenhorst / Delmenhorster TV (26. und 28.2.2008) 
Gerhard Weidner TSV Salzgitter (15.3.2008) 
Julian Lake TV Hude (20.3.2008) 
Jonna Tilgner Bremer LT (25.3.2008)
Christine Fuchs LG Bremen-Nord (26.3.2006) 
Patrick Jochmann LG Osnabrück (30.3.2008)
Torsten Husak Delmenhorster TV / NLV-Kreis Delmenhorst (3.4.2008) 
Stefan Hölscher LG Weserbergland (9.4.2008)
Wolfgang Budde NLV-Kreis Delmenhorst (10.4.2008) 
Karl-Ludwig Rittel LC 93 Delmenhorst (11.4.2008) 
Jan-Hendrick Seiler SV Nienhagen (8.5.2008)
Jens Nerkamp BV Garrel (22.5.2008) 
Lisa-Marie Müller MTV Vechelde (13.6.2008)
Florian Reichert TSV Kirchdorf (14.6.2008)
Sebastian Fiene LG Hannover (28.6.2008)
Wilfried Becker KLV Diepholz (30.6.2008) 
Matthias Meyer LG Hanstedt/Wellendorf/Wriedel (5.7.2008)
Sven Schröder TSV Asendorf (10.7.2008) 
Neele Eckhardt TSV Asendorf (16.7.2008)
Sebastian Fiene LG Hannover (29.7.2008) 
Haika Laube TSV Wehdel (2.8.2008)

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OSTFRIESISCHER KURIER vom 15. Dezember 2007
“Paule” überlegt noch: 100 m oder Zehnkampf?
Leichtathletik: Norder Talent Thielecke-Klein im Findungsprozess / Fünf DM-Teilnahmen innerhalb eines Jahres

Von Ingo Janssen
Norden. Zum Gesprächstermin in den Räumlichkeiten des Schnellrestaurants erscheint Paul Thielecke-Klein mit leichter Ver-
spätung - er musste sich erst noch Musik auf den MP3-Player laden. Seine Mutter fährt den 21-Jährigen im schnittigen Sport-
wagen vor. Anschließend geht es mit dem Zug weiter nach Hannover. Bei Leichtathletik-Kollegen gönnt sich “Paule” ein erhol-
sames Wochenende, was im fast abgelaufenen Jahr äußerst selten vorkam. Der Sport steht beim größten Norder Talent ganz
obenan. “Ich habe mir viel vorgenommen”, betont der frisch gebackene Abiturient, der sich im Sommer mit dem Reifezeugnis in
der Tasche vom Ulrichsgymnasium verabschiedet hat. Derzeit befindet sich “Paule” allerdings noch im Findungsprozess. Die
Frage ist, ob er den Schwerpunkt weiter auf den Zehnkampf legt oder sich doch auf die 100-Meter-Sprintstrecke spezialisiert.
 Als er die dritte Klasse der Grundschule Im Spiet besuchte, deutete Thielecke-Klein erstmals sein Potenzial an. Bei den
Bundesjugendspielen stach er auch die älteren Jahrgänge aus. Er sammelte die meisten Punkte aller Pennäler. Die Auszeich-
nung als bester Sportler des Jahres war ihm gewiss. “Meine Sportlehrerin Frau Itzenga hat mir damals den Tipp gegeben, mich
beim Norder TV anzumelden”, kann sich der Anhänger des SV Werder Bremen noch gut an seine Anfänge als Leichtathlet er-
innern. Thielecke-Klein genoss wie Frank Müller, der spätere zweifache Teilnehmer an den Olympischen Spielen, und andere
Top-Athleten des NTV die vielseitige Ausbildung bei Trainerin Ingrid Eilers. Die inzwischen 79-Jährige, die nach wie vor viermal
pro Woche in der Halle oder auf dem Sportplatz steht, brachte ihm Sprinten, Weit- und Hochsprung, Kugelstoßen oder Hürden-
lauf bei. Bei seinem ersten Wettkampf belegte der gebürtige Hesse, der im Alter von acht Jahren von Gießen nach Norden zog,
den zweiten Rang. Ehrgeizig wie er damals schon war, fühlte er sich mehr als erster Verlierer denn als Gewinner der Silber-
medaille.
Um sich ganz auf die Leichtathletik zu konzentrieren, verabschiedete er sich mit zwölf Jahren von seinem zweiten Hobby Fuß-
ball: Die D-Junioren des FC Norden mussten sich einen neuen Torwart suchen. Nach einem kleinen Durchhänger und Meinungs-
verschiedenheiten mit Trainer Edzard Alberding nahm Hans-Bernd Eilers den damals 17-Jährigen unter seine Fittiche. “Paul ist
zu einer Persönlichkeit gereift”, lobt der Coach seinen Schützling. Thielecke-Klein hat beim NTV auf Eilers’ Anraten als zweiter
Sportler nach Christian Kaufmann das Freiwillige Soziale Jahr (FJS) angetreten, anstatt den angedachten Auslandsaufenthalt zu
wagen. Anschließend wird studiert, voraussichtlich Jura in Hannover. Jeden Nachmittag arbeitet er jetzt mit dem jüngsten Leicht-
athletik-Nachwuchs auf dem Wildbahngelände. Zeit zum eigenen Training bleibt da noch genug. Sieben bis acht anstrengende
Einheiten mit Deich- oder Treppenlaufen im Motodrom Halbemond oder Kraftzirkel stehen pro Woche auf dem Programm. “Ich
quäle mich gern beim Training”, grinst Thielecke-Klein. Besonders wichtig bei aller Schinderei: Das intensive Aufwärmen, viel
Gymnastik und die Übungen zur Stabilisierung der Muskulatur. “Ich glaube, dass ich deshalb auch seit über zwei Jahren von
Verletzungen verschont geblieben bin und mich deshalb so gut entwickeln konnte”, sagte der 1,81 m lange Athlet.
Die Formkurve des Hobby-Pokerspielers, der gern mal im Freundeskreis die Karten auspackt und die Sonnenbrille zur Tarnung
aufsetzt, zeigt jedenfalls stetig nach oben. In diesem Jahr hat er es auf rekordverdächtige fünf Auftritte bei den Deutschen
Meisterschaften gebracht. “Das hat meiner Meinung nach nicht einmal Frank Müller geschafft”, vermutet Eilers. Höhepunkt war
die Bronzemedaille mit dem NTV in der Mannschaftswertung bei der Zehnkampf-DM in Vaterstetten. Dort sorgte der Norder auch
für den Paukenschlag: Über die 100 m - der Auftaktdisziplin - verbesserte er seine Bestzeit auf 10,79 Sekunden - bei lausigen
zehn Grad Celsius und völliger Windstille. “Da habe ich natürlich gemerkt, dass ich über die 100 m gutes Potenzial besitze”, so
Thielecke-Klein, der sich aber noch nicht festlegen will, ob er dem Zehnkampf treu bleibt oder künftig ausschließlich spurtet. “In
der Hallensaison konzentriere ich mich auf den Sprint, dann sehen wir weiter.” 

DIE NORDDEUTSCHE (Weser Kurier) vom 19. Dezember 2007
Musikalischer Ausgleich mit Saxophon und Geige
Lauffreaks Mona und Malena Dietel vom SV Lemwerder haben ehrgeizige Ziele / Hier asiatische Schriftzeichen, da
die Werder-Raute

Von unserem Mitarbeiter Tobias Dohr
Kreis Wesermarsch. Es würde wahrlich kaum jemanden, der die Familie Dietel kennt, weiter verwundern, wenn eines Morgens
plötzlich eine Tartan-Laufbahn rund um das freistehende Einfamilienhaus im Delmenhorster Brauereiweg verlegt wäre. Denn mit
Mona und Malena Dietel leben hier zwei absolute Laufsportfreaks. Die für den SV Lemwerder startenden Schwestern haben ehr-
geizige Ziele und trainieren für diese überaus hart. In nackten Zahlen bedeutet das: sechsmal die Woche Training. Am Montag
stehen Krafteinheiten auf dem Programm, insgesamt legen Mona und Malena Dietel rund 80 Trainingskilometer in der Woche zu-
rück. Und als wäre das nicht genug, fahren beide am trainingsfreien Donnerstag auch noch zur Musikschule. Die 17-jährige Mona
spielt Geige, während sich ihre ein Jahr jüngere Schwester auf das Saxophon spezialisiert hat. "Das ist ein guter Ausgleich",
erklärt Malena. Genau wie das Qigong, das die beiden Dietel-Schwestern gemeinsam mit ihrer sechsköpfigen Leistungsgruppe
beim SV Lemwerder einmal wöchentlich machen. Trainer Karl Spieler überlässt nichts dem Zufall, wenn es um die Verwirklichung
der ehrgeizigen Pläne geht. "Die deutsche Spitze wäre ein Traum", sagt Mona Dietel. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter
Weg.
Den Weg zur Trainingsstätte nach Lemwerder legen die Schwestern übrigens häufiger schon einmal zu Fuß, beziehungsweise
im Laufschritt zurück. Das ist möglich, weil das Elternhaus am äußeren Rand von Delmenhorst liegt und der Weg deshalb relativ
kurz ist. China-Fan Mona hat jüngst ihr Zimmer im oberen Stock komplett umdekoriert. Ein frisches mintgrün ziert nun die
Wände. Daran hängen verschiedene chinesische Bilder und Rahmen mit asiatischen Schriftzeichen. Hinter dem Schreibtisch
blickt ein chinesischer Drache auf einen herab. "Selbst gemalt", erklärt Mona, "ein Geschenk von einer guten Freundin." In den
Regalen stehen reihenweise Bücher, aber "momentan komme ich leider nur dazu, in den Schulbüchern zu lesen." Das Abitur
wirft langsam seinen Schatten voraus.
Damit hat Malena noch etwas Zeit. Im Zimmer der jüngeren Dietel-Schwester überwiegt ganz klar ein Accessoire: die Werder-
Raute ziert ein kleines Kopfkissen, eine Fahne und ein kleines Stofftier. Auch Malena möchte ihr Zimmer demnächst neu ge-
stalten. "Ich weiß aber noch nicht genau, welche Farbe ich nehme", berichtet der Werder-Fan. Und als wäre Schule, Laufen und
Saxophon noch nicht genug, steht in einer Ecke auch noch eine Gitarre. Dafür bleibt jedoch nur wenig Zeit. Genau wie für andere
Hobbys. Allerdings vermissen Mona und Malena Dietel diese auch nicht wirklich. "Laufen ist genau unser Ding", sagen beide uni-
sono. Und für die beiden Hasen Stubsi und Pünktchen finden die beiden Schwestern auch zwischen den vielen Trainingseinheiten
noch ein bisschen Luft. "Wir wollten auch immer gerne einen Hund haben, aber dafür ist die Zeit dann einfach nicht da", liefert
Mona Dietel auch gleich die Begründung für das Fehlen eines weiteren Familienmitgliedes.
Neid oder Konkurrenz gab es bei den Lauftalenten dem Vernehmen nach noch nie. "Im Gegenteil, wir ermutigen und ziehen uns
eher gegenseitig", sagt Mona Dietel. Auf diese Weise sprangen bereits mehrere Bestzeiten heraus. Beide befinden sich bereits
unter den deutschen Top 50 in ihrer Altersklasse. Doch es gab auch weniger gute Zeiten. "Ich litt fast ein Jahr unter starkem
Eisenmangel, war total schlapp und antriebslos, obwohl ich trainiert habe wie verrückt", erinnert sich Mona Dietel. Erst durch den
Sport sei man so richtig auf das Problem gestoßen. "Ich war kurz davor, hinzuschmeißen, weil es so frustrierend war. Aber im
Nachhinein hat es mich nur stärker gemacht."
Nun steht erst einmal Weihnachten an. "Da kommen Oma und Opa immer zu uns", freut sich Malena auf ein schönes Fest.
Dass da auch Geige und Saxophon gespielt wird, versteht sich von selbst. Und auch die beiden Adventskalender, die im Treppen-
flur hängen, sind dann endgültig geleert. Das in der Nacht auf Weihnachten allerdings ein hektisch betriebsamer Weihnachts-
mann im Delmenhorster Brauereiweg gesichtet wird, der eiligst eine Tartanbahn um das Dietel-Haus verlegt, dürfte doch eher ins
Reich der Weihnachtsmärchen verbannt werden.  

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 24. Dezember 2007
Zum Geist kommt der begabte Körper
Janek Vollmerding verbringt viel Zeit mit der Leichtathletik und ein wenig mit dem Gedichte-Schreiben

Von unserem Redakteur Carsten Spöring
Osterholz-Scharmbeck. Vielleicht lag der römische Dichter Juvenal ja doch nicht so falsch, als er vor knapp 2000 Jahren sein
"mens sana in corpore sano" formulierte, aus dem spätere Generationen dann etwas verfälscht machten, dass ein gesunder
Geist in einem gesunden Körper wohne. Beim Osterholz-Scharmbecker Janek Vollmerding jedenfalls beinhaltet der Spruch eine
ganze Menge Wahrheit, er ist nicht nur begeisterter Gedichte-Schreiber, sondern eben auch begabter Leichtathlet. Dabei hat
Janek Vollmerding erst seine dritte Leichtathletiksaison hinter sich gebracht, und dennoch gilt er als eines der großen Talente im
Kreis Osterholz. Der B-Jugendliche, der Anfang Januar 17 Jahre alt wird, hat vor allem im Hochsprung und Stabhochsprung seine
Stärken - "meine besten Disziplinen", wie er es selbst nennt.
Beim Springen mit dem Stab steigerte sich der Sportler, der für den VSK Osterholz-Scharmbeck in der Startgemeinschaft Oster-
holzer Leichtathleten antritt, in diesem Jahr von 3,50 Metern auf 3,90. Das bedeutete jetzt am Ende des Jahres Platz fünf in der
Landesbestenliste - nur vier Niedersachsen, allerdings alle ein Jahr älter als Vollmerding, überquerten 4,00 Meter. Beim Hoch-
sprung sind es Vollmerdings diesjährige 1,79 Meter, die ihn in die Landesstatistik einziehen ließen. Platz 17 bedeutet die Leist-
ung, in Braunschweig aufgestellt.
Der Hochsprung war es auch, mit dem Janek Vollmerding Mitte 2005 auf sich aufmerksam machte. Gerade einmal zwei Wochen
war er im Training bei den VSK-Leichtathleten, als er ohne große Technik, aber eben mit guter Sprungkraft ausgestattet, 1,56
Meter überquerte. Dabei war es eher Zufall, dass er in der Leichtathletik landete. Bevor er 2001 nach Osterholz-Scharmbeck zog,
hatte er wohl schon mal Fußball gespielt, "aber ich bin nicht so der Ballsporttyp" (Vollmerding). Dann legte seine Mutter dem
damals 14-Jährigen eine Liste mit Sportarten im VSK vor. Janek Vollmerding entschied, Trampolin "ist nicht so mein Ding" und
ging zu den Leichtathleten. "Die haben mich herzlich empfangen", sagt er heute rückblickend. Also blieb er dabei und feierte
eben auch schnell Erfolge. Dass es aber Zeit, viel Zeit, kostet, noch besser zu werden, erkannte er auch schnell, "das ist schon
sehr einnehmend und erfüllend". Aber der Gymnasiast, der heute die 11. Klasse besucht, akzeptierte das. Und so ist er nun zu-
meist viermal die Woche beim Training zu finden, montags zum Kraftaufbau mit Circuittraining, mittwochs wird gelaufen und ge-
turnt, freitags ist Wurftraining angesetzt, sonntags geht es erneut zum Laufen.
Solch ein Training deutet eher auf einen Allrounder hin, und tatsächlich fühlt sich Janek Vollmerding auch beim Mehrkampf nicht
unwohl. So lobt er an den Wurfdisziplinen, die bei ihm eigentlich noch verbesserungsbedürftig sind ("Die Kraft habe ich ja eigent-
lich"), das technisch Anspruchsvolle: "Das ist eine Sache, die mir an der Leichtathletik gefällt". Ganz und gar keinen Gefallen
findet er lediglich am abschließenden Rennen eines Mehrkampfes: "Wie ganz viele Leichtathleten mag ich die Langlaufdisziplin-
en ja gar nicht" - Langlauf beginnt für ihn bei den 1000 Metern. Doch auch das wird ihm sein Coach Reinhard Wagner eines
Tages vielleicht noch beibringen. Auf seinen erfahrenen Übungsleiter nämlich lässt Janek Vollmerding nichts kommen: "Reinhard
ist ein hervorragend guter Trainer".
Und wie soll es 2008 sportlich aussehen? "So genau habe ich mir das noch gar nicht überlegt", lautet die Antwort. Vielleicht mal
4,00 Meter mit dem Stab springen, um ganz vorne zu sein. Und Sport ist ja auch nicht alles. Der begeisterte Gedichte-Schreiber
hat am Gymnasium nämlich mit einem Freund eine "AG Kreatives Schreiben" gegründet". Auch da möchte Janek Vollmerding
vorankommen. Mens sana in corpore sano.  

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 24. Dezember 2007
Trotz tückischer Krankheit plant Heiko Lersch die DM-Teilnahme
Drei Monate nach einer Operation schafft der Geher schon wieder acht Kilometer

Von Manfred Nolte
Delmenhorst. Den August des Jahres 2007 wird Heiko Lersch nicht so schnell vergessen. Kurz nach der Teilnahme an der
Europameisterschaft der Geher bekam er nach einer Untersuchung die niederschmetternde Diagnose Darmkrebs. Es folgten
Chemotherapie und im September eine Operation. Der 68-Jährige erhielt einen künstlichen Ausgang. Etwa zeitgleich erkrankte
auch seine Frau an Krebs und musste operiert werden. Lersch steckte die Schicksalsschläge schnell weg und entwickelte sport-
liche Ambitionen. Vor der Erkrankung hatte er ein tägliches Trainingsprogramm von 15 bis 20 Kilometer absolviert, doch nun galt
es wieder, ganz vorsichtig zu beginnen. “Ich habe zunächst nur zwei Kilometer absolviert. Mittlerweile sind es schon acht Kilo-
meter und so hoffe ich, dass ich im September 2008 wieder an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen kann”, versprüht der
Ausdauersportler Optimismus. Dabei muss er Tag für Tag nach Oldenburg fahren, um die Chemotherapie über sich ergehen zu
lassen.
Sportlich gesehen ist Lersch eigentlich ein Spätberufener. Er hielt sich mit Laufen und Radfahren fit bevor es vor gut 25 Jahren
zu den großen Zeiten der Volksläufe kam. Bei diesen Veranstaltungen wurden auch Märsche angeboten und da mischte auch
Lersch mit. In Delmenhorst gab es eine kleine Geherszene, die mit Julius Müller einen ganz großen Sportler in ihren Reihen
hatte. Der war Deutscher Meister und machte sich auch international einen Namen. 1972 nahm Lersch erstmals an einer
Deutschen Meisterschaft teil. Damit begann eine interessante Karriere. Höhepunkte waren die Teilnahme an Europameister-
schaften in Frankreich, Dänemark, England, Polen und Italien, wobei für Lersch Plätze unter den ersten Zehn heraussprangen. In
den Jahren 2005 und 2006 holte er sich den Titel eines Landesmeisters und bei Deutschen Meisterschaften sprangen in Leipzig
und Kerpen jeweils vierte Ränge heraus. Gerne erinnert sich der mittlerweile für Brake startende Delmenhorster an die Teilnahme
beim traditionellen Geherwettbewerb auf der Strecke Rom-Casteldangolfo. Auf der 36-Kilometer-Distanz machte Lersch einen
guten Eindruck. Einige Male hat er sogar die 50 Kilometer in Angriff genommen.
“Beim Gehen kommt es viel auf die Taktik an”, weiß Lersch. Früher ist er zu schnell angegangen und brach auf der 20-Kilometer-
Distanz nach 15 Kilometern ein. Bei seinen Wettbewerben ist seine Frau stets dabei. Sie misst die Abstände zu den Gegnern
und so weiß Lersch stets, wie er sich sein Rennen einteilen muss. Unberechenbar sind die Wettkampfrichter, die auf ein sauber-
es Gehen achten. “Ich bin schon fünf Meter vor dem Ziel rausgeflogen”, schüttelt Lersch den Kopf. Im September will er bei den
Deutschen Titelkämpfen mitmischen. Dabei spielt die Platzierung nicht die ganz große Rolle. Lersch möchte gut trainiert und fit
an den Start gehen. Die tückische Krankheit, gegen die er derzeit mit Macht ankämpft, soll dann vergessen sein und das Trai-
ningsprogramm wieder 15 bis 20 Kilometer täglich betragen. 

NORDWEST ZEITUNG vom 24. Dezember 2007 (Hier veröffentlicht am 27. Dezember 2007)
“Beim Dreisprung springt man wie ein Känguru”
Interview: Der Löninger Leichtathlet Fredrik Branscheidt blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Von Steffen Szepanski
Frage: Herr Branscheidt, Sie sind bisher vor allem als Dreispringer in Erscheinung getreten. In diesem Jahr haben Sie aber mit
dem Fünfkampfteam des Osnabrücker TB Platz eins der deutschen Jahresbestenliste erobert. Haben Sie sich jahrelang auf die
falsche Disziplin konzentriert?

Branscheidt (lacht): Das habe ich mich auch gefragt. Ich habe ja eigentlich fast nur für die Sprungdisziplinen trainiert und nie ge-
dacht, dass es im Fünfkampf so gut laufen würde. Trotzdem bleibt der Dreisprung meine wichtigste Disziplin - aber ich werde
jetzt auch öfter mal einen Fünfkampf angehen.
Frage: Der Dreisprung gehört ja nicht gerade zu den bekanntesten Disziplinen der Leichtathletik. Wie sind Sie zum Dreisprung
gekommen?

Branscheidt: Ich habe ja beim VfL Löningen mit der Leichtathletik angefangen, und da gab es mit Ludger Ammerich einen sehr
guten Springer. Da habe ich das auch mal ausprobiert und schnell Erfolg gehabt.
Frage: Was macht den Reiz des Dreisprungs aus?
Branscheidt: Die Flugphasen. Man springt ja wie ein Känguru, ist lange in der Luft. Man muss nur immer auf den Moment kon-
zentriert sein, an dem man wieder den Boden berührt. Wenn man die Technik beherrscht, macht es riesigen Spaß.
Frage: Wieso sind Sie vom VfL Löningen zum Osnabrücker TB gewechselt?
Branscheidt: Ich habe meinen Zivildienst in Osnabrück abgeleistet und bin deshalb umgezogen. Außerdem ist meine Leistung zu
 der Zeit etwas stagniert, und in Osnabrück gibt es viele gute Springer. Hinzu kam der Reiz, im Mehrkampf zu trainieren.
Frage: Zurzeit geht es mit Ihrer Leistung bergauf. Welche Ziele haben Sie für das Jahr 2008?
Branscheidt: Ich werde mit meiner Ausbildung fertig und muss mich auf mein Examen konzentrieren. Aber wenn ich im Drei-
sprung die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften schaffe, werde ich natürlich antreten und dort mein Bestes geben.
Frage: Aber jetzt wird erst einmal Weihnachten gefeiert. Wie läuft das bei einem ehrgeizigen Leichtathleten ab? Gilt da: Mager-
kost statt Schlemmen?

Branscheidt: Na ja, an Weihnachten kann man sich dann schon mal etwas mehr gönnen. Aber danach ist auf jeden Fall wieder
gesunde Ernährung angesagt.
Angehender Physiotherapeut
Fredrik Branscheidt ist 24 Jahre alt und gebürtiger Lüdenscheider. Mit neun Jahren kam er aus Nordrhein-Westfalen nach Löning-
en. Branscheidt begann 2001 mit der Leichtathletik beim VfL Löningen und wechselte später zum Osnabrücker TB. Zurzeit ab-
solviert er in Osnabrück eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Die Wochenenden verbringt er in Löningen, wo er auch noch
Handball spielt. 

HAMBURGER ABENDBLATT vom 29. Dezember 2007
Dittmers Reise nach Moscow
Vierjähriges Stipendium an der University of Idaho für deutschen Vizemeister über 110-Meter-Hürden

Von Markus Steinbrück
Hanstedt. Ein ähnliches Missgeschick wie dem "Globetrottel", der eine Reise ins australische Sydney buchen wollte und statt-
dessen in Sidney in der amerikanischen Einöde landete, könnte man auch Paul Dittmer unterstellen. Allerdings ist es bei dem
21-Jährigen Absicht, wenn er am 3. Januar nicht in die russische Hauptstadt, sondern in die 21 000-Einwohner-Stadt Moscow im
US-Bundesstaat Idaho startet. Dittmer beginnt dort ein Studium an der University of Idaho, lebt und trainiert zunächst vier Monate
unweit der kanadischen Grenze und der Pazifikküste, bevor er Ende Mai nach Deutschland zurückkehrt. Seine sportliche Leiden-
schaft, der Hürdensprint, hat dem deutschen Vizemeister vom MTV Hanstedt den Aufenthalt ermöglicht. Die mit starkem Sport-
zweig ausgestattete 12 000-Studenten-Uni, an der einst Zehnkampf-Weltmeister und Atlanta-Olympiasieger Dan O'Brien stu-
dierte, stellt dem sympathischen Hanstedter ein vierjähriges Stipendium zur Verfügung.
Auch wenn der Sport ihm die Tür geöffnet hat, sieht Dittmer den Trip nicht nur unter sportlichen Gesichtspunkten. "Ich will mir
über meine berufliche Zukunft klar werden. Mit 21 müsste man ja langsam wissen, wohin es geht", betont der junge Mann mit den
Rastazöpfen, der nach dem Abitur 2006 am Gymnasium Winsen seinen Zivildienst in einem Krankenhaus in Hannover ableistete.
Seine Unentschlossenheit verdeutlicht auch, dass sich Dittmer auf kein konkretes Studienfach festgelegt hat: "Das erste Semes-
ter ist eine Art Einführung, bei der man in alle möglichen Bereiche hineinschnuppert. Danach könnte ich mir Psychologie und
dann Design vorstellen." Erste Erfahrungsberichte hat Dittmer vom holländischen Hürdensprinter Mike van Kruchten eingeholt, der
seit einem halben Jahr dort studiert und "super happy" ist.
Unter sportlichen Gesichtspunkten begreift der Spezialist über 110-Meter-Hürden, der sich 2007 um drei Zehntelsekunden auf
13,78 Sekunden steigerte, den USA-Aufenthalt als Chance, im Training Neues auszuprobieren. "Sicher bringe ich Dinge mit, die
nicht schlecht sind", erhofft sich der Niedersachsenrekordler, der seit frühester Kindheit vom Trainer-Ehepaar Christa und Wolf-
gang Striezel in Hanstedt betreut wird. Die Zusammenarbeit mit anderen Trainern hat Dittmer in Hannover bei Landestrainer Albert
Becker schätzen gelernt. Nun wartet mit Wayne Phipps ein "harter Hund" auf ihn. Phipps, der auch die Kanadierin Angela
Whyte - stand 2007 über 100-Meter-Hürden im WM-Finale von Osaka - betreut, lässt die Athleten fünf- bis sechsmal pro Woche
je drei Stunden trainieren. Besonders die für deutsche Verhältnisse (zwei Stunden) ungewohnte Länge wird für Dittmer eine Um-
stellung.
Der geht die Sache entspannt an. "In diesem Jahr steht außer einem Länderkampf gegen Polen nichts Großes an. Die Spiele in
Peking sind für mich nicht erreichbar", schätzt der Hanstedter die Folgen eines eventuellen Leistungsabfalls als wenig gravierend
ein. "Bislang konnte ich meine Vorjahresbestzeit im Folgejahr stets stabilisieren und hatte mindestens einen Ausreißer nach
oben. Das soll auch 2008 so bleiben", formuliert er seine Saisonziele. Die Hallensaison in Deutschland bestreitet er diesmal
nicht, im Nordwesten der USA gibt es keine. Dafür startet die Freiluftsaison dort Anfang April. Nach seiner Rückkehr Ende Mai
kann Dittmer nahtlos in die mitteleuropäische Freiluftsaison einsteigen, bevor es Anfang September wieder gen Idaho geht. Bis
dahin hat "Paule" dann bestimmt auch einen Plan, wohin die berufliche Reise geht.
==> Ein weiterer Bericht über Paul Dittmer vom 21.10.2004 

STADTBLATT OSNABRÜCK (Januar 2008)
Allen davonlaufen
Sie ist die schnellste junge Frau der Stadt und sprintet für die LG Osnabrück / Woher kommt diese Power, Ricarda
Uhlenbrock ?

Ein Interview mit Ricarda Uhlenbrock finden Sie hier (PDF)  

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Wolfenbüttel) vom 15. Januar 2008
Svenja Drechsler zieht die Notbremse
Talentierte Leichtathletin beendet ihre Karriere

Nach einer Verletzungsphase von einem Jahr wird die elfmalige Landesmeisterin (Kugel, Diskus, Speer) und Norddeutsche
Meisterin Svenja Drechsler in den leichtathletischen Ruhestand gehen - aus Vernunftsgründen. Das teilte ihr Vater Frank in
Schladen mit: "Die einjährigen Bemühungen der Verbandsärzte und Physiotherapeuten im Olympiastützpunkt Hannover sowie
das spezielle Aufbautraining mit Landestrainer Thorsten Frey haben nicht die erhoffte Wirkung erzielt." Obwohl der niedersächs-
ische Landesverband sowie die LG Hannover weiter auf das außergewöhnliche Talent seiner Tochter bauen wollten, habe sich die
18-jährige Kaderathletin nach langen Überlegungen zur Aufgabe ihres Kader- und Internatsplatzes entschlossen. Nach Drechslers
Aussagen geht sie schweren Herzens. Sie habe dort im Kreis gleichgesinnter Sportler eine wunderschöne Zeit verbracht, viele
Freund- und Bekanntschaften auch mit Spitzensportlern geschlossen.
"Ihr Sport war ihr Lebensinhalt, aber sie will nicht mehr mit Schmerzen trainieren", betonte der Vater. Vor allem wolle sie Spät-
schäden ausschließen, um nicht ihren angestrebten Beruf, der mit Sicherheit im medizinischen Bereich steht, zu gefährden. "Ich
möchte mich bei meinem ehemaligen Trainer Cord Husmann und meiner Physiotherapeutin Frau Kühl bedanken", verkündete
Drechsler, die das Angebot des Landestrainers annehmen und weiterhin im Olympiastützpunkt das so genannte "Abtrainieren"
wahrnehmen wird.  
==> Ein weiterer Bericht über Svenja Drechsler vom 6.4.2005 

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 17. Januar 2008
Ein Leeraner will hoch hinaus
Hochspringer Philip Rietz schraubt Bestmarke weiter nach oben

Von Uwe Prins
Leer. Vor fast genau zehn Jahren, am 1. April 1998, trat Philip Rietz der Leichtathletikabteilung von Germania Leer bei. Am
Sonnabend erlebte der 16-Jährige den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere: Bei den Ostfriesischen Hallenmeisterschaften in
Emden stellte der Hochspringer mit 1,88 Metern nicht nur eine neue persönliche Bestleistung auf, sondern gewann auch den
Titel in der männlichen Jugend B. “Etwas überrascht war ich schon”, sagt der Leeraner. “Aber nur ein bisschen. Ich wusste ja,
dass ich im Moment ganz gut in Form bin.” Der Mann lächelt sympathisch, von Überheblichkeit keine Spur - stattdessen ist die
Freude fast greifbar: “Meine Bestmarke stand bei 1,80 Meter. Acht Zentimeter - das ist natürlich schon ein gewaltiges Stück
besser.” Werner Ostermeyer freut sich mit. “Ich glaube, der Philip hat im Laufe der letzten Jahre erkannt, was er drauf hat. Und
jetzt setzt er das um”, sagt der Abteilungsleiter von Germania Leer.
2004 erscheint Rietz erstmals in den Bestenlisten - mit einer Höhe von 1,34 Meter. Stück für Stück wird die Latte anschließend
höher aufgelegt. Im April vergangenen Jahres gelang der erste richtig gute Sprung: Bei einem Sportfest in Stuhr bei Bremen bleibt
die Stange bei 1,76 Metern liegen - da jubelte auch Germania-Trainer Stefan Böckmann, der Rietz mittlerweile unter seine Fitt-
iche genommen hat. Beim Leichtathletik-Hallenmeeting im Dezember in Dortmund verbesserte sich der Leeraner nochmals um
vier Zentimeter, ehe am Sonntag die erneute Steigerung folgte. Am kommenden Wochenende schnürt Philip Rietz in Hannover
als Ostfrieslandmeister die Schuhe - übrigens ohne den ganz großen Druck: “Es wäre schön, wenn ich die Leistung von Emden
bestätigen kann. Aber wenn es ein schlechter Tag wird, was ja auch immer mal passieren kann, dann wäre das ärgerlich, aber
kein Weltuntergang.”
So redet ein junger Mann, der zielstrebig ist, sich von zu hohen Ansprüchen aber nicht die Luft nehmen lässt. Nach dem Real-
schulabschluss im Sommer hat er sich an den Berufsbildenden Schulen angemeldet. Ziel ist das Fachabitur Wirtschaft. Deshalb
fiel am Dienstag auch das Training aus: “Ich muss für eine Bio-Klausur pauken.” Was nach dem Abitur kommt, weiß Rietz noch
nicht. “Ich lasse das langsam auf mich zu kommen.” Diese Einstellung lebt er auch im Sport: Der 1,85 Meter große Teenager,
der für seinen Ehrgeiz kein Vorbild benötigt - und auch keines hat - sagt nicht, dass er bald die Zwei-Meter-Marke knacken will.
Er lächelt lieber verschmitzt - und belässt es bei ruhigen Tönen: “Ich würde mich gerne kontinuierlich steigern.” Ein Leeraner will
hoch hinaus - auf seine ganz eigene Art. 

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 24. Januar 2008 (hier auf der Seite erst am 28. Januar veröffentlicht)
Ehemaliger Kickers-Torjäger stürmte zum Kugelstoßen
OZ-Serie: Multitalent Derk Peters vom SV Georgsheil gehört zu den besten Werfern Deutschlands

Von Georg Lilienthal
Ostfriesland. Als kleiner Knirps spielte Derk Peters Verteidiger beim VfB Münkeboe. Als großer Junge brachte er es bis zum
Torjäger bei Kickers Emden. Trotz der beachtlichen Entwicklung stürmte das Multitalent vor zwei Jahren den Kickern davon. Sein
Interesse gilt zwar immer noch runden Sportgeräten. Doch er hat nicht mehr den Ball am Fuß, sondern Kugel oder Diskus in der
Hand. Der ehemalige Torjäger geht nun auf Weitenjagd und gehört zu den größten Wurftalenten des Landes. “Als Leichtathlet bin
ich noch einen Tick besser”, glaubt der 16-Jährige aus Uthwerdum, der jahrelang zwei Sportarten parallel betrieben hat.
“Irgendwann wurde der Aufwand zu groß. Da musste ich mich entscheiden.” “Schade”, bedauerte sein Emder Fußballtrainer
Rainer Daniel den Entschluss. “Derk war ein toller Stürmer. Er hat unserer C-Jugend den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga
gesichert.” 20 Tore erzielte der kopfballstarke Angreifer in der Saison 2005/2006. Rainer Daniel ist vor allem das Emder 3:3 gegen
den späteren Meister BW Lohne in Erinnerung. Da gelangen Derk Peters drei Tore für Kickers und Thorsten Tönjes alle Treffer
des Gegners. “Tönjes gehört nun zum U17-Nationalteam und spielt für Werder in der B-Jugend-Bundesliga”, sagt Daniel.
Derk Peters hat sich selbst eine ähnliche Entwicklung nicht zugetraut. “Für ganz nach oben hätte es nicht gereicht.” Als Kugel-
stoßer und Diskuswerfer des SV Georgsheil geht es bei ihm hingegen immer höher hinaus. “Er besitzt herausragendes Talent”,
sagt sein Trainer Michael Mücher. “In Niedersachsen ist er der Beste seiner Altersklasse.” Das unterstrich Derk Peters vor einer
Woche in Hannover, als er wieder einmal einen Landestitel im Kugelstoßen gewann. Der 16-Jährige wuchtete das Fünf-Kilo-Gerät
schon über die 17-Meter-Marke und trainiert täglich für größere Weiten. “Er gehört zu den Sportlern, die man manchmal im
Training bremsen muss”, sagt Mücher. Doch dann geht Derk Peters häufig zum theoretischen Unterricht am PC über. “Er kennt
die neuesten technischen Feinheiten von Werfern aus aller Welt”, lacht Mücher. “Und wenn morgen ein Diskuswerfer in Israel
mehr als 65 Meter wirft, dann weiß das Derk als Erster.”
Der junge Mann betreibt sein Hobby eben mit Leidenschaft. “Ein Leben ohne Sport ist für mich schwer vorstellbar”, sagt Derk
Peters. Ob Fußball-Bundesliga, Handball-Europameisterschaft oder Australian Open - er hat bei vielen Disziplinen seinen Fern-
seh-Spaß. In seinem eigenen Sport möchte er es mal bis zur nationalen Elite der Männerklasse schaffen. Eine Rückkehr auf den
Fußballplatz ist ausgeschlossen - das würde auch gewichtsmäßig problematisch. Bei seinem Abschied vom Fußball wog der
1,85 große Athlet 83 Kilo. Nun bringt Derk Peters bereits zwölf Kilo mehr auf die Waage - und hat damit ein klassisches Werfer-
Gewicht.  

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 29. Januar 2008
Zuverlässig - Erfolgsorientiert

Lingen
(bo). Einer der besten norddeutschen Mittelstreckenläufer war 2007 Daniel Gruber von der LG Emstal Dörpen. Er wurde
Norddeutscher Meister im 800-m-Lauf und im Crosslauf der A-Jugend, erreichte bei der Jugend-DM das 1500-m-Finale. Sein
Sportlehrer am Gymnasium Georgianum in Lingen entdeckte sein großes Talent für den Laufsport. Daraufhin schloss sich der
Listruper 2003 der Trainingsgruppe um Ludger Fehren bei Concordia Emsbüren an und beendete seinen ersten Wettkampf gleich
mit einem überzeugenden Sieg. 2004 folgten Landes- und norddeutsche Titel über 1000m, im Crosslauf und "Bronze" beim DLV-
Talentecross. Höhepunkt war 2005 der Gewinn der Deutschen Jugendmeisterschaft im 10-km-Straßenlauf zusammen mit Marcel
und Ingo Schneiders. Danach warf ihn eine Verletzung zurück, aber 2006 wurde er wieder Landesmeister über 800m.
Da seine Trainingspartnerin Cornelia Schwennen ein Studium in Hannover begann und Trainer Ludger Fehren beruflich stark bean-
sprucht war, wechselte Daniel 2007 zur LG Emstal Dörpen und zu Trainer Arno Kosmider. Hier verstärkte er das Schnelligkeits-
training, ohne die Ausdauer zu vernachlässigen. Das wirkte sich durch deutliche Steigerungen seiner Bestzeiten auf den Mittel-
strecken spürbar aus. Als "absolut zuverlässig, konsequent und erfolgsorientiert" bezeichnet Arno Kosmider den Listruper - ähn-
lich wie auch Grubers Trainingspartnerin Maren Kock, mit der er häufig auf der Bahn in Lingen trainiert. Zur Zeit laboriert Daniel an
einer Fußverletzung, hält sich mit semispezifischem Training fit. Im Februar steigt er wieder ins Lauftraining ein. Außerdem steht
im Frühjahr auch das Abitur an. Danach will Daniel Gruber neben dem Studium weiter Leistungsport treiben. Vielleicht gelingt
dann erneut die Qualifikation für den Endlauf bei einer Deutschen Meisterschaft...  

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 31. Januar 2008
Sportlich der Tochter nachgeeifert
Nach Malyzia hat auch Carola Vömel ihre Begeisterung fürs Laufen entdeckt und ist äußerst erfolgreich

Von unserem Mitarbeiter Arne Tonn
Morsum. Im Leistungssport ist es keine Seltenheit, dass Kinder und Jugendliche in die Fußstapfen ihrer Eltern treten und sich,
meistens relativ erfolgreich, in der gleichen Sportart versuchen. Der umgekehrte Fall bildet dagegen die Ausnahme. So können
Carola und Malyzia Vömel in dieser Hinsicht durchaus als Exoten bezeichnet werden. Beide Mittelstreckenläuferinnen sind für
die LG Kreis Verden (LGKV) am Start. Während die zwölfjährige Tochter Malyzia bereits über eine dreijährige Wettkampferfahr-
ung verfügt, ist die 43-jährige Mutter eine Neueinsteigerin, was die läuferische Auseinandersetzung mit der Konkurrenz um Zeiten
und Platzierungen betrifft. Nicht zuletzt ist es der "erfahrenen" Malyzia zu verdanken, dass ihre neue Laufpartnerin ohne jegliche
Vorerfahrung in diesem ungewöhnlichen Einstiegsalter vom Ehrgeiz gepackt wurde. "Ich wollte nicht mehr nur die Rucksackträ-
gerin bei den Wettkämpfen meiner Tochter sein. Da lag es für mich einfach nahe, auch mit dem Laufen zu beginnen", erklärt die
gebürtige Bremerin. In den vergangenen Sommerferien erfüllte das Duo gemeinsam die Bedingungen für das Deutsche Sportab-
zeichen und die bislang passive Zuschauerin der beiden Vömels nahm dieses zum Anlass, sich aus einem untrainierten Zustand
Kondition anzueignen. Im Gegensatz zu vielen anderen Läufern forderten der Lauf-Anfängerin die ersten Trainingswochen keine
Überwindung ab. Diese Unbeschwertheit im Umgang mit der neuen Herausforderung ist auch einer der wichtigen Gründe, die da-
zu führen, dass sich die bisherige Wettkampfbilanz von Carola Vömel nur schwerlich mit der von Exoten im Sport vergleichen
lässt.  
Ihre Erfolgsstatistik liest sich eher wie die eines zuverlässigen Medaillenlieferanten. In ihrem ersten Rennen am 4. November 2007
lief die Morsumerin über vier Kilometer beim 104. Ellernbruch-Waldlauf mit 20:07 Minuten auf Anhieb als Erste durchs Ziel. Dieser
Lauf bildete gleichzeitig den Auftakt zum Syke-Weyher Cross-Fünfer, einer Laufserie mit fünf verschiedenen Cross-Strecken, die
im Dezember mit dem 28. Country-Lauf in Syke endete. Ihrer gelungenen Premiere ließ Carola Vömel mit zwei weiteren ersten
Plätzen und zwei zweiten Plätzen den Gesamtseriensieg bei den Frauen folgen. Die unterschiedlichen Altersklassen sind dabei
für sie nur nebensächlich. "Ob nun W 35, W 40 oder W 45 spielt keine entscheidende Rolle. Ich messe mich gerne mit der ge-
samten Konkurrenz, egal wie jung oder alt sie ist."
Tochter Malyzia läuft auf Grund ihres Alters zwar noch kürzere Distanzen, kann aber mit dem erfolgreichen Abschneiden ihrer
Mutter locker mithalten. Am Ende konnte die junge Leichtathletin des TSV Morsum beim Syke-Weyher Cross-Fünfer sogar vier
Einzelstrecken für sich entscheiden. Darüber hinaus erzielte die Nachwuchshoffnung der LGKV auch schon beachtliche Ergeb-
nisse auf der Bahn. Auf Bezirksebene ist die Zwölfjährige Dritte über die 800 Meter."
In erster Linie wählen wir unsere Starts nach den Bedürfnissen meiner Tochter aus. Bei den Läufen will ich dann mit gutem Bei-
spiel vorangehen und bloß nicht aufgeben müssen. Sie soll ihr Talent irgendwann nicht einfach wegwerfen und das will ich ihr so
gut es geht auch vorleben", steckt die spätberufene Mittelstrecklerin ihre eigenen Ambitionen zurück. Dass es sich hierbei nicht
nur um hohle Phrasen handelt, beweist die Sekretärin des Bremer Polizeipräsidenten, wenn beide Vömels gemeinsam in einem
Rennen am Start sind, wie zum Beispiel über 4,5 Kilometer beim Silvesterlauf in Stuhr-Fahrenhorst. Dort kam Malyzia mit 20:11
Minuten zwei Sekunden vor Carola Vömel ins Ziel, woraufhin die Tochter ihr zweitplatziertes Elternteil anschließend mit der
Frage, ob ihr das nicht peinlich wäre, konfrontierte. Doch die Mutter hatte kein Problem damit. Aber auch ohne ihre gelegentlich
bewusste Zurückhaltung, ist bei Carola Vömel noch einiges Laufpotenzial nicht ausgeschöpft. "Da ich durch meinen späten Ein-
stieg die ganzen Strecken nicht kenne, weiß ich auch nicht, was mich erwartet und passe meine Belastung dementsprechend
an", beschreibt die erfolgreiche Newcomerin ihre ersten Wettkampferfahrungen.
Als sie am 20. Januar zum zweiten Mal beim Ellernbruch-Waldlauf startete und ihre Zeit über vier Kilometer gleich um eineinhalb
Minuten auf 18:36 Minuten verbesserte, deutete Carola Vömel ihre bestehenden Steigerungsmöglichkeiten auf den Mittelstrecken
an. Jüngst gab’s den ersten Platz beim Waldkater-Cross über 4200 m. Durch zweimaliges Training in der Woche sollen die Leist-
ungen weiter ausgebaut werden. Ein baldiger Wechsel auf noch längere Distanzen, wie beispielsweise die des Marathons, ist da-
gegen nicht angedacht. "Mit vier bis fünf Kilometern kann ich ganz gut leben." Aber spätestens, wenn ihre Tochter Malyzia auch
für diese Distanzen die Vorreiterrolle übernimmt, dürfte Carola Vömel wohl ins Grübeln kommen.  

DELMENHORSTER KUIER vom 2. Februar 2008
Die Liebe zur Kugel
Ulrich Garde ist einer der besten Senior-Leichtathleten der LGG Ganderkesee

Von unserem Redakteur Andreas D. Becker
Delmenhorst-Ganderkesee.
Ulrich Garde war schon immer ein Werfer. Es gibt Typen, die können einfach loslaufen und rennen
allen weg. Es gibt welche, die springen wie ein Flummi. Und Ulrich Garde war eben der, der alles, was ihm in die Hand gedrückt
wurde, weit wegwarf. Er macht das heute noch gern. Mit dem Speer, dem Hammer und der Kugel taucht der Leichtathlet der
LGG Ganderkesee deswegen auch wieder in der Landesbestenliste auf. Für Garde ist das nichts Besonderes mehr. Er taucht ja
immer auf, seit Jahren. Was natürlich das Besondere ist. Vor allem mit der Kugel ist er immer einer der Besten, im vergangenen
Jahr wurde er in der Altersklasse M40 mit 13,72 Metern Zweiter. Das Ergebnis war so gut, dass er damit in der offenen Wertung
aller Männer Zehnter wurde. Er kann sich also auch mit den deutlich jüngeren Kugelstoßern aus Niedersachsen immer noch
messen.
"Es gab einmal eine Zeit, da habe ich wirklich intensiv auf Leistung trainiert", erzählt der Berufssoldat. Das war während seines
Betriebswirtschaft-Studiums in Hamburg. "Da hatte ich mir schon vorgenommen, zumindest auf Landesebene und in Nord-
deutschland vorne dabei zu sein." Eine Silbermedaille bei der Landesmeisterschaft und ein vierter Platz bei der Norddeutschen
Meisterschaft sprangen damals heraus. "Aber als das Studium vorbei war, konnte ich nicht mehr so intensiv trainieren." Wie das
eben so ist, der Job geht vor, dann kommt die Familie dazu. Seiner Kugel ist er aber natürlich treu geblieben. "Ich laufe manch-
mal auch. Und ich springe auch, mal weit, mal hoch", sagt er. Er macht eben all das, was die Leichtathletik hergibt. Aber am
meisten stößt und wirft er eben. Und ein bisschen von dem Ehrgeiz aus Studententagen ist natürlich auch übrige geblieben. Zwar
geht es dem zweifachen Vater in erster Linie darum, Spaß an der Bewegung zu haben, ohne dass ihn irgendwelche Wehweh-
chen daran hindern, aber er will sich auch mit seinen Konkurrenten messen. "Mein Jahreshöhepunkt ist immer die Deutsche
Meisterschaft. Da trainiere ich auch gezielt drauf hin", gibt er zu. Zwei Silbermedaillen hat er da schon gewonnen, eine in der
M35, eine in der M40. Und einen vierten Platz hat er in der M35-Konkurrenz der Europameisterschaft geschafft. In Dänemark war
das. Es waren seine größten Erfolge.
Angefangen hat der Delmenhorster mit der Leichtathletik beim Delmenhorster TV. Weil er Basketball in der Schule gut fand,
wechselte er dann aber zu den Korbjägern - wer gut werfen kann, ist auch bei denen gut aufgehoben. Irgendwann gefiel ihm das
Gruppengefüge dort nicht mehr, und er kehrte zurück auf die Aschenbahn, zur Weitsprunggrube und natürlich dem 2,13 Meter
großen Wurfkreis, in dem sich der Kugelstoßer seinen Schwung holen darf. Dabei blieb er dann, ganz konsequent, ganz treu.
Nach seiner Bundeswehrzeit in Cuxhaven kam er zurück nach Delmenhorst, suchte einen neuen Verein. Und fand die Werfen-
Springen-Laufen-Oldies der LGG Ganderkesee. "Inge de Groot hat mich angesprochen", erzählt er. Der Wechsel war genau die
richtige Entscheidung. "Wir haben mit den Leichtathleten auch ein sehr angenehmes Drumherum." Soll heißen: Die Männer und
Frauen trainieren nicht nur zusammen, sondern unternehmen auch in ihrer Freizeit etwas gemeinschaftlich. Laut Garde ist das
einer der Schlüssel zum Erfolg. Die gute Stimmung sporne zu Höchstleistungen an. "Und dann haben wir natürlich gute Trainer",
sagt er. Die dafür sorgen, dass die Namen ihrer Schützlinge stets in den Seniorenbestenlisten auftauchen.  

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 5. Februar 2008
Professionelles Verhalten

Lingen.
Hinter vielen herausragenden Leistungen und Erfolgen emsländischer Leichtathleten steht der Name Arno Kosmider. Mit
seinem professionellen Einsatz hat der zurzeit einzige aktive A-Trainer in der emsländischen Leichtathletik eine große Zahl von
Athleten zum Erfolg geführt. Der Lingener begann 1962 als aktiver Leichtathlet beim VfL. Seine Spezialdisziplin wurde der Speer-
wurf (Bestleistung 62 m). Nach der Ausbildung zum C-Trainer trainierte er ab 1973 die weibliche Jugend des VfL Lingen mit Er-
folgen bei Landesmeisterschaften und darüber hinaus. Wegen Meinungsverschiedenheiten wechselte er 1992 zur LG Emstal-
Dörpen, wo gerade Trainer Hermann Albers aufgehört hatte.
Aus anfangs einer Trainingseinheit pro Woche ist eine intensive, zeitaufwendige Trainingsarbeit geworden. Die lohnte sich, wie
133 Landestitel, 57 Norddeutsche Meisterschaften und acht Deutsche Jugendmeisterschaften in den unterschiedlichsten Diszi-
plinen zeigen. Die meisten Titel sammelte Annette Koop (-Wiegmann), die seit ihrem 14. Lebensjahr mit Arno Kosmider trainiert:
15 DM-, 15 EM-Titel und fünf WM-Titel in den Wettkampfklassen Ü30!
Wie kaum ein anderer Leichtathletik-Trainer hat er sich - seinem Vorbild Gerd Osenberg von Bayer Leverkusen nacheifernd - in
die viele Disziplinen der Leichtathletik wie Sprint, Mittelstreckenlauf, Hürdenlauf, Weit- und Hochsprung, Diskus- und Speerwurf
und Kugelstoß eingearbeitet. "Ihr seid keine Profis", pflegt er seine Athleten anzusprechen, "aber ein gewisses professionelles
Verhalten erwarte ich von euch. Dazu gehören konsequentes und diszipliniertes Training. Dann stellen sich auch die Erfolge ein."
Recht hat er, wie die Erfolgsbilanz zeigt.

NORDWEST ZEITUNG vom 7. Februar 2008
Ballsicher, besonnen und pfeilschnell
Porträt: Jamil Akkad aus Lindern zählt zu Niedersachsens besten Fußballern und Läufern

Von Stephan Tönnies
Lindern. Jamil Akkad ist schnell. Pfeilschnell. Seine Schnelligkeit würde sogar Speedy Gonzalez, der schnellsten Maus von
Mexiko, ein respektvolles Raunen abringen. Allerdings jagt Jamil Akkad nicht über mexikanische Landstraßen, sondern als
Sprinter über Tartanbahnen und Fußballfelder. In beiden Sportarten zählt er in Niedersachsen zu den besten seines Fachs. Jamil
ist 14 Jahre alt und kommt aus Lindern. Seine sportliche Laufbahn als Leichtathlet begann wie bei vielen anderen Kindern auch:
recht unspektakulär. Während des Linderner Kirmeslauf vor acht Jahren entdeckte die Löninger Leichtathletiktrainerin und ehe-
malige Spitzen-Athletin Antonia Beyer sein Talent und nahm ihn kurz beiseite. Sie fragte ihn, ob er nicht Lust habe, zukünftig
unter ihren Fittichen zu trainieren. “Ich war sofort begeistert”, erinnert sich Jamil. Und seitdem trainiert er mit Feuereifer.
Aber die Leichtathletik alleine kann Jamils sportlichen Tatendrang nicht bremsen. Er ist auch ein leidenschaftlicher Fußballer.
Erst spielte er bei Schwarz Weiß Lindern - logisch. Dann wechselte er zum VfL Löningen. Sein Lauftraining vernachlässigte er
trotzdem nicht. Und das zahlte sich bald aus. Der Schüler des Cloppenburger Gymnasiums “Unserer Lieben Frau” sammelt
Meistertitel wie der gallische Druide Miraculix Mistelzweige für seinen Zaubertrank. Mit der 3x1000-Meter-Staffel zählt er zu den
besten Läufern Niedersachsens. Im Block-Mehrkampf (Sprung- und Lauf), im Weitsprung und über die 300-Meter-Sprintstrecke
ist er in seiner Altersklasse in Niedersachen die Nummer eins. Seine Trainerin Antonia Beyer, die Jamil zusammen mit ihrem
Mann Armin betreut, ist von seinem Eifer begeistert. “Er ist in Sachen Trainingsarbeit ein Musterschüler”, sagt sie und beschreibt
in als aufmerksam und ungeheuer ehrgeizig.
Doch ganz gleich, wie viele Erfolge er als Leichtathlet feiert, seine große Leidenschaft ist der Fußballsport. Sein Talent blieb nicht
lange verborgen. Zur Spielzeit 2007/2008 wechselte er zum C-Junioren-Bezirksoberligisten BV Cloppenburg. BVC-Coach Horst
Kröning hält große Stücke auf Jamil. “Er ist ein ganz ruhiger und feiner Junge”, sagt Kröning. Den Sprung vom Kreisligisten VfL
Löningen auf die Bezirksebene hat er ebenso souverän gemeistert wie einen 300-Meter-Sprint in einem Endlauf. “Seine fußballer-
ischen Qualitäten sind schon sehr weit ausgeprägt. Er hatte keinerlei Eingewöhnungsprobleme”, erzählt Kröning. Jamil selbst
fühlt sich in Cloppenburg pudelwohl. “Ich bin von meinen Mitspielern sehr gut aufgenommen worden”, sagt er. “Es macht mir viel
Spaß, in diesem Team spielen zu dürfen.” Der Defensivspezialist hat mit seiner Mannschaft in dieser Saison noch viel vor. “Wir
haben durchaus die Möglichkeit, Meister zu werden. Das ist jedenfalls mein Ziel.” Seit dem Wechsel zum BV Cloppenburg hat
der sprintstarke Neuntklässler einen proppevollen Terminkalender. Neben dem Leichtathletik- und dem Fußballtraining kommen
noch die Einheiten beim Stützpunkt sowie die Einsätze für die Auswahl des Niedersächsischen Fußballverbandes hinzu - von
den schulischen Pflichten ganz zu Schweigen. “Die hohe Belastung hat mir am Anfang doch sehr zu schaffen gemacht”, erzählt
Jamil.
Zum Glück haben seine Trainer ihn stets genau im Blick. “Wenn ich merke, dass es ihm zu viel wird, schalten wir im Training
einen Gang zurück”, sagt Antonia Beyer. Im Wettkampf gibt Jamil dagegen immer Vollgas - egal, in welcher Disziplin oder auf
welcher Position. So setzte Horst Kröning Jamil, der eigentlich Abwehrspieler ist, einfach mal als Rechtsaußen ein. “Ich wollte
schauen, wie er sich da so schlägt", sagt Kröning. Der Trainer kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: Jamil erzielte zwei Tore
und bereitete einen weiteren Treffer vor. “In Zukunft werden wir ihn öfter auf verschiedenen Positionen testen”, sagt Kröning.
Obwohl Jamil noch jung ist, hat er schon einen klaren Berufswunsch: “Mein Ziel ist es, Profifußballer zu werden.” Und er weiß
auch genau, wo: “Es wäre der absolute Wahnsinn, einmal in der englischen Premier League zu spielen.” Jamil liebt den Fußball
auf der Insel. “Dort gibt es kein Ballgeschiebe wie in der Bundesliga. Das Spiel ist viel schneller.”
Mit jeden Tag auf dem grünen Rasen kommt er seinem großen Traum näher. Schließlich hat er schon jetzt Angebote größere
Vereine vorliegen. Der VfL Wolfsburg und der VfL Osnabrück haben bereits angeklopft. Aber selbst Jamil hat irgendwann einmal
die Nase von Doppelpässen, Taktik und Laufschuhen voll. Dann unternimmt er in seiner knapp bemessenen Freizeit viel mit
seiner Freundin oder hört gerne Musik.  

NORDWEST ZEITUNG vom 21. Februar 2008
Angler und Läufer aus Leidenschaft
Porträt: Steffen Brümmer aus Löningen zählt zu den talentiertesten Leichtathleten Niedersachsens

Von Stephan Tönnies
Löningen. Steffen Brümmer ist ein Wanderer zwischen zwei Welten. In der einen wird es mitunter richtig stressig. Er besucht
schließlich die 8. Klasse des Copernicus Gymnasiums Löningen, und Schule und Hausaufgaben nehmen ihn - wie jeden anderen
Schüler auch - voll in Anspruch. Anschließend geht es für Steffen auf die Tartanbahn - Kilometerfressen. Der 14-Jährige zählt zu
den hoffnungsvollsten Talenten der Leichtathletik-Abteilung des VfL Löningen. Führt er also ein Leben zwischen Pausenglocke
und Startschuss? Mitnichten. Nur allzu gerne taucht Steffen in eine zweite Welt ein, in der von Hektik keine Spur zu finden ist.
Steffen ist nicht nur ein begeisterter Läufer, sondern auch ein Angler aus Leidenschaft. “Ich brauche das Angeln, um einen Aus-
gleich zu haben und mich zu entspannen”, sagt Steffen. “Eine Teilnahme an einem Wettbewerb kostet schließlich viel Energie.”
Alleine schon die Anspannung vor einem Rennen sei sehr groß. “Schließlich will man ja auch gewinnen”, sagt Steffen, ohne
seinen Ehrgeiz zu verbergen.
Bis jetzt hatte Steffen keine Probleme, die ganz normale Nervosität eines jeden Athleten vor einem Lauf in positive Energie umzu-
wandeln. Insbesondere auf der 1000-Meter-Strecke fühlt er sich auch unter Druck wie zu Hause. Vor kurzem holte er bei der
Niedersachsenmeisterschaft in Hannover sogar den Titel. “Das war natürlich eine super Sache”, freut sich Steffen noch immer.
Dieser Titel ist auch ein Ausdruck dafür, dass er sich in der Leichtathletikabteilung des VfL Löningen pudelwohl fühlt. “Es macht
mir hier einfach sehr viel Spaß. Das Training ist zwar anstrengend, aber immer witzig. Ich fühle mich bei meinen Trainern Armin
und Antonia Beyer sehr gut aufgehoben.” Deshalb ackert und rackert er mehrmals in der Woche auf der Tartanbahn oder bei
Waldläufen. Schließlich hat Steffen einen großen Traum. “Ich möchte einmal bei den Deutschen Meisterschaften an den Start
gehen.”
Allerdings denkt er trotz dieses Zieles nicht daran, eine Karriere als professioneller Leichtathlet anzustreben. “Das ist noch viel zu
weit weg. Außerdem kann ich ja nicht vorhersagen, ob ich von schweren Verletzungen verschont bleibe oder nicht.” Bisher hat er
jedenfalls Glück gehabt. Steffen war noch nie ernsthaft verletzt - obwohl er auch noch in der C-Jugend des VfL Löningen Fußball
spielt. Mit seinen läuferischen Fähigkeiten ist er dort vielseitig einsetzbar: “Entweder spiele ich in der Abwehr oder im Sturm auf
der rechten Seiten.” Eines ist für ihn aber schon klar: Sollte er sich einmal zwischen Fußball und Leichtathletik entscheiden
müssen, wird er wohl die Stollenschuhe an den Nagel hängen. Aber das ist Zukunftsmusik. “Zurzeit bekomme ich beides unter
einen Hut.” Gleichwohl hat Steffen nicht nur Sport im Kopf. So läuft es in der Schule für ihn derzeit sehr gut, obwohl er Mess-
diener ist und derzeit noch für die Fischerprüfung büffelt. Und die hat es genauso in sich wie ein 1000-Meter-Rennen. Neben sieb-
zehn Theoriestunden muss er noch eine schriftliche Prüfung und eine praktische Prüfung ablegen.
Steffen nimmt dieses harte Programm aber mit der Gelassenheit und Ruhe eines Hobbyanglers auf sich. “Manchmal ist das nicht
einfach. Aber ich angle gern. Nach der bestandenen Prüfung darf ich dann endlich auch an der Hase angeln.” Bis dahin dauert es
zwar noch eine Weile, aber Langeweile quält Steffen nicht, muss er doch an vielen, vielen Wochenenden seine Laufschuhe aus
dem Schuhschrank kramen. Schließlich warten auch in dieser Saison wieder große Herausforderungen auf ihn. Bei den Leicht-
athletik-Veranstaltungen sind auch seine Eltern Alwin und Petra immer mit dabei. “Sie begleiten mich zu den Wettkämpfen oder
fahren mich zum Training. Ihnen habe ich viel zu verdanken. Es ist schon toll, wie sie sich für mich ins Zeug legen”, freut sich
Steffen über die Unterstützung seiner Eltern.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Peine) vom 22. Februar 2008
Pavel Mokrys: "Seitdem ich laufen kann, mache ich Leichtathletik"
A-Schüler der LG Peiner Land möchte 2008 noch zwei Leistungsgrenzen überspringen

Pavel Mokrys wurde in diesem Winter zweifacher Schüler-Landesmeister in Hannover im Hoch- und Weitsprung und gewann zu-
sätzlich die Bezirksmeisterschaft im Hochsprung am vergangenen Sonntag in Salzgitter. Im PN-Gespräch berichtet der Leicht-
athlet der LG Peiner Land, wie es zu dieser Leistungsexplosion kam.
Pavel, erst einmal alles Gute zur gewonnenen Bezirksmeisterschaft im Hochsprung. Wie lief es für dich?
Der Wettkampf verlief ganz gut, da ich jede Höhe nur einmal springen musste. Das kam mir entgegen, da ich seit der Landes-
meisterschaft eine Verletzung im Oberschenkel habe. Deswegen habe ich aufgehört, als ich wusste, dass ich gewonnen habe.
Bei der Landesmeisterschaft hast du mit 5,58 m im Weit- und im Hochsprung mit 1,65 m schon persönliche Bestleistungen auf-
gestellt. Wie weit beziehungsweise hoch soll es dieses Jahr draußen noch gehen?

Trainer Helmward Möller traut mir zu, dass ich 2008 noch die sechs Meter schaffe. Das wäre schon sehr schön. Im Hochsprung
peile ich 1,70 Meter an.
Wie kannst du dir selbst diese Leistungssteigerung erklären?
Ich habe eigentlich ganz normal trainiert und mich gut auf die Hallensaison vorbereitet.
Möchtest du dich später auf den Sprungbereich spezialisieren oder soll es in eine ganz andere Richtung gehen?
Ja, im Jugendbereich möchte ich mich hauptsächlich auf den Weit- und Hochsprung konzentrieren. Momentan mache ich aber
auch noch viele andere Disziplinen nebenbei, zum Beispiel Hürdenlaufen.
Welche sportlichen Ziele oder auch Wünsche hast du für die Zukunft?
Ich möchte später Anschluss an die deutsche Spitze finden. Wenn alles gut klappt, dann wäre es ein Traum, Deutschland inter-
national vertreten zu dürfen. Wenn ich das einmal erreichen will, muss ich elastischer werden und mich immer gut dehnen. Daran
muss mich mein Trainer oft erinnern.
Seit wann gehst du der Leichtathletik so zielstrebig nach, wann gab es die erste Trainingseinheit?
Seit dem ich laufen kann, mache ich Leichtathletik. Ich habe damals bei der Frau meines jetzigen Trainers in der Krabbelgruppe
begonnen.
Was gefällt am Training am besten und was machst du nicht gern?
Am meisten Spaß macht das Hockey und Basketball spielen im Winter in der Halle. Wenn wir dann im Sommer auf die Bahn
gehen, sind die Tempoläufe immer sehr anstrengend und fordern einem alles ab.
Du hast ja auch noch einen jüngeren Bruder, Bela. Gibst du ihm Tipps?
Ich versuche ihn immer zu motivieren, vor allem beim Springen. Hinweise zur Technik kann ich ihm aber nicht so viele geben.

DEISTER-LEINE-ZEIUNG vom 23. Februar 2008
Der Ehrenpreis für einen Erfolgstrainer
Freude bei Ernest Radulian, LG Wennigsen/Egestorf

Barsinghausen
(aam). Sie sind die wichtigsten Sponsoren des Sports, ohne die viele Talente vermutlich auf der Strecke bleiben
würden: die ehrenamtlich tätigen Menschen, die aus ihren Sprösslingen das Maximum herausholen wollen. Einer von ihnen:
Ernest Radulian. Der Leichtathletik-Trainer von der LG Wennigsen/Egestorf bekam für sein herausragendes Engagement den
Ehrenpreis verliehen. "Er hat sein ganzes Leben dem Sport gewidmet, seine Kräfte, sein Wissen, sein Einsatz galt vielen jungen
Sportlern", lobte Laudatorin Michaela Henjes, Vizepräsidentin des Landessportbundes (LSB). Besonders freue es sie, dass
einem Kandidaten der Preis verliehen wird, der nicht im Bereich der medienträchtigen Ballsportarten arbeite. "Ernest Radulian hat
sich als Experte einen Namen gemacht", gratulierte Henjes.
"Das ist eine ganz große Überraschung", rang Radulian nach Worten. Dass der 75-jährige Rumäne auch weiterhin mit Herzblut
bei der Sache ist, unterstrich er, als ihm die Frage gestellt wurde, was ihn am meisten im Sport ärgere: Leichtathletik habe mit
viel harter Arbeit zu tun - er fände es schade, wenn Talente ihr Können fürs Vergnügen aufgeben würden. Radulian, der selbst ein
begabter Leichtathlet gewesen ist, aber durch eine Verletzung schon früh seine Laufbahn als aktiver Sportler aufgeben musste,
hat in seiner mehr als 50-jährigen Trainerlaufbahn eine herausragende Trainer-Bilanz: Insgesamt 33 Landestitel konnten junge
Leichtathleten unter seiner Regie erringen, mehr als 250 Kinder haben bei ihm die ersten Schritte in die Leichtathletik gemacht.
"Ich hoffe, ich kann noch einige Jahre weiter machen."

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 23. Februar 2008
Grundsätzen stets treu geblieben
Leichtathlet Jürgen "Jonny" Seifert denkt noch lange nicht ans Aufhören

Von unserem Redaktionsmitglied Arndt Möhlmann
Kirchweyhe. Immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Nie Langeweile aufkommen lassen. Nicht einrosten. Diesen Grund-
sätzen ist er in allen Lebenslagen gefolgt. Und er hat sie bis heute nicht aus den Augen verloren. Auch wenn seine wilden Zeiten
der Vergangenheit angehören. Die Rede ist von Jürgen "Jonny" Seifert. Den heute 72-Jährigen zog es als jungen Mann in die
weite Welt. Als Opalgräber, Cowboy und Holzfäller schlug er sich sechs Jahre in Australien durch. Die nächste Station hieß
Hongkong. Zurück in Deutschland begann er mit 32 Lenzen eine Karriere als Zollbeamter. Eigentlich untypisch für Jonny Seifert.
Zum ersten Mal schien eine gewisse Normalität in sein Leben eingetreten zu sein. Doch weit gefehlt. Er galt von Anfang an als
Exot unter den Kollegen. Seine unkonventionelle aber fundierte Vorschriftenauslegung war sein Markenzeichen. "Besonders
meine Vorgesetzten hatten es nicht leicht mit mir. Ich bin oft angeeckt. Allein meine langen Haare haben sie zur Verzweiflung ge-
bracht", schmunzelt Seifert. Er sei im Herzen nie ein richtiger Beamter gewesen. Daraus hat er auch zu keinem Zeitpunkt einen
Hehl gemacht. Luft verschaffte er sich in seinen Gedichten, die er in seiner Freizeit noch heute leidenschaftlich gerne schreibt.
 In Bezug auf seine zweite große Leidenschaft, dem Sport, hat Jonny Seifert ebenfalls vielseitige Erfahrungen gesammelt und
viel Neues ausprobiert. "Als kleiner Junge war Fußball für mich das Größte. Doch es hat nie gereicht, um richtig erfolgreich zu
sein", bedauert Seifert. Denn seine Devise lautet: "Wenn ich eine Sportart ausübe, habe ich auch den Ehrgeiz, möglichst erfolg-
reich zu sein." Also hörte er mit dem Fußball auf. Es folgten weitere Versuche im Tischtennis und Handball, ehe er durch einen
Zufall in der Leichtathletik landete. "Als ich beim Zoll anfing, suchten sie dort Speerwerfer für den Betriebssport. Bei meinem
ersten Versuch habe ich auf Anhieb 52 Meter geworfen. Da ist die Leidenschaft für das Speerwerfen bei mir entfacht worden",
erinnert sich Seifert noch genau an die Anfänge. In dieser Disziplin fühlte er sich pudelwohl. Doch 1975 erlebte er die "bitterste
Stunde meiner Sportkarriere". Nach einer Operation an der Schulter war kein Speerwerfen auf hohem Niveau mehr möglich. "Das
war sehr ärgerlich, da der Arzt eine Fehldiagnose gestellt hat. Er hat eine angebliche Eckgelenksprengung festgestellt und sofort
operiert. Dabei war es lediglich eine Entzündung. Ich habe heute teilweise noch Schmerzen", erzählt Seifert.
Davon ließ er sich aber nicht unterkriegen. Im Gegenteil: Der Fokus wurde fortan vornehmlich auf den Diskuswurf und das Kugel-
stoßen gelegt. Und das mit Erfolg. Unzählige Titel wie Landesmeister, Norddeutscher Meister oder gar Deutscher Meister sind
Beleg dafür. Zuletzt wurde Seifert in Fulda Deutscher Seniorenmeister im Diskuswurf der Altersklasse M70. "Das war einer der
schönsten Momente in meiner Karriere. Denn der Erfolg kam doch etwas überraschend", schildert der Titelträger. Von dem
Sprichwort "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist" will der erfahrene Leichtathlet des TuS Huchting allerdings nichts
wissen. "Ich habe noch keinen Gedanken ans Aufhören verschwendet. Der Spaß am Sport ist immer noch da. Außerdem ist die
körperliche Fitness wichtig für den Alltag", nennt der fitte Allrounder einen positiven Nebeneffekt. Mit täglichen Gymnastik- und
Dehnübungen hält er seinen Körper in Schuss. Dazu kommen jeweils einmal in der Woche die Einheiten in der Halle und im
Fitness-Studio. Motto: "Von nichts kommt nichts". Deshalb wird im Sommer auf dem Platz trainiert. Für die Zukunft hat sich
Seifert wieder ehrgeizige Ziele gesteckt. So steht die Titelverteidigung bei den Deutschen Meisterschaften in Schweinfurt ganz
oben auf der Wunschliste. Zudem strebt er eine Teilnahme bei den diesjährigen Europameisterschaften in Slowenien an. "Wenn
meine sportliche Form stimmt und die Chancen auf einen Endkampfplatz da sind, werde ich wohl dabei sein", lautet der Plan.
Doch egal ob es klappt oder nicht - Langweile kommt bei Jonny Seifert garantiert nicht auf.
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DELMENHORSTER KREISBLATT vom 26. Februar 2008
Übergabe des Staffelstabes bei den Leichtathleten
Interview: Nach 15 Jahren gibt Renate Bartschat den Vorsitz des NLV-Kreises Delmenhorst ab

Von Klaus Erdmann
Delmenhorst. Im Rahmen der heutigen Jahreshauptversammlung des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes (NLV), Kreis
Delmenhorst (20 Uhr, Hotel Thomsen), endet eine Ära. Renate Bartschat, die in den vergangenen 15 Jahren an der Spitze dieses
Zusammenschlusses stand und zuvor vier Jahre lang als Kampfrichterwartin für den Kreis zuständig war, gibt ihren Posten ab.
Die 62-Jährige steht auch dem Delmenhorster TV vor.
Nach 15 Jahren räumen Sie den Platz an der Spitze des LA-Kreises. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?
Renate Bartschat: Ich selber war als Jugendliche begeisterte Läuferin und Weitspringerin und bin durch meine beiden leichtath-
letisch begabten Kinder seit 1985 aktiv am Geschehen des Delmenhorster Leichtathletik-Kreises beteiligt, zunächst als Kampf-
richterin. Durch Bruno Schminke, der mich in die administrativen Dinge der Vorstandsarbeit einwies, bekam ich einen hervor-
ragenden Mentor. So kam es fast zwangsläufig, dass ich, als er in “Rente” gehen wollte, seine Nachfolge übernahm. Nach nun
über 20 Jahren aktiver Zeit glaube ich, dass es notwendig ist, neuen Gedanken den Weg frei zu machen.
Welche Ereignisse bezeichnen Sie als Highlights Ihrer Amtszeit?
Die großen Landesmeisterschaften, die wir ausrichten durften. Nach dem Ausbau des Stadions mit einer Kunststoffbahn hatten
wir die Möglichkeit zu beweisen, dass wir solche Herausforderungen meistern können. Seit 1991 mit den Senioren-Meister-
schaften haben wir fast jährlich eine große Meisterschaft oder auch einen norddeutschen Jugend-Vergleichskampf ausgerichtet.
Besonders schön fand ich auch damals die Schülermeisterschaften. In guter Erinnerung habe ich auch die Meisterschaften 2006
der Männer, Frauen und Jugend. Da lief alles perfekt.
Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Welche Punkte heften Sie in der Rubrik “negativ” ab?
Na ja, Nörgler gibt es immer. Wir können immer nur unser Bestes geben und sind sehr engagiert ehrenamtlich tätig und da ärgert
es einen schon, wenn wegen Nichtigkeiten gemotzt wird.
Wenn alles nach Plan läuft, überreichen Sie den Staffelstab an Wolfgang Budde, Ihren bisherigen Stellvertreter. Was geben Sie
ihm mit auf den Weg?

Ratschläge braucht er nicht mehr von mir. Er ist schon so lange dabei, dass er sehr selbständig und gut arbeiten kann. Um Rat
fragen darf er mich selbstverständlich immer, das durfte ich bei Bruno Schminke auch. Aber alle guten Wünsche, die bekommt
er von mir. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen, denen man sich stellen muss.
Wer Renate Bartschat und ihr unermüdliches Engagement kennt, kann sich nicht wirklich vorstellen, dass Sie sich von der
hiesigen Leichtathletik-Szene verabschieden.

Ich habe ja selber Schuld, dass ich noch in diesem Jahr richtig ran muss. Ich habe uns die Landesmeisterschaften der Senioren
nach Delmenhorst geholt und fühle mich deshalb organisatorisch dafür verantwortlich. Aber es ist schon so, dass sich damit ein
Kreis schließt. Meine ersten Meisterschaften, allerdings noch als Kampfrichterwartin, waren ebenfalls die Landesmeisterschaften
der Senioren.  

DELMENHORSTER KURIER vom 28. Februar 2008
Zupackend, nicht schweigend
Renate Bartschat zieht sich ganz langsam aus dem NLV-Kreis Delmenhorst zurück

Von unserem Redakteur Andreas D. Becker
Delmenhorst. Renate Bartschat war nie still, sie hat immer den Mund aufgemacht. Unkritisch rumsitzen lag ihr nicht besonders.
Wenn sie eine andere Meinung hat, redet sie. Und was sie sagt, hat Hand und Fuß. Was auch anderen auffiel, die diese Frau mit
den vielen Ideen und dem scheinbar unbändigen Tatendrang nicht einfach nur reden lassen wollten. Sie wollten, dass Renate
Bartschat mitmacht. Das war irgendwie schon immer so. Deswegen war sie nicht einfach nur Schülerin, sondern Klassensprech-
erin. Und sie war nicht einfach nur Mutter, sondern in der Schule Elternsprecherin und beim Sport Übungsleiterin, Kampfrichterin,
Funktionärin. Zuerst im Leichtathletik-Kreis, dann beim Landesverband und schließlich auch noch als Vorsitzende des größten
Delmenhorster Sportvereins, des DTV mit über 2500 Mitgliedern. Drei Ehrenämter hatte sie zu ihrer besten Zeit inne.
Nicht jammern, anpacken
Wenn Renate Bartschat daran denkt, wird ihr selbst noch mal kurz bewusst, was sie damals alles geschultert hat. Es war viel.
"Aber man kriegt das ganz einfach hin", sagt sie. Einfach machen, nicht lamentieren. Das ist Renate Bartschat. Obwohl sich die
62-Jährige ja mittlerweile auch wieder ein bisschen zurückgenommen hat. 2000 zog sie sich aus gesundheitlichen Gründen vom
Landesverband zurück. Dienstagabend reichte sie dann - um mal im Sprachbild zu bleiben - den Staffelstab im Leichtathletikkreis
an Wolfgang Budde weiter. Aber ihr Amt als Großklubchefin hat sie noch inne. "Das ist aber nicht so intensiv, wegen der Ge-
schäftsstelle, die dem Vorstand doch viel Arbeit abnimmt." Obwohl sie jetzt auch vier Wochen als Krankheitsvertretung die Ge-
schäftstelle schmiss. Es wird nicht gejammert, es wird angepackt.
Ihren Weg zur Leichtathletik fand die gebürtige Delmenhorsterin dabei über einen kleinen Umweg, nämlich ihre Tochter Katrin. Ob-
wohl sie als Kind selbst Leichtathletin war. "Aber nie so richtig im Verein, mehr in der Schule." Gut war sie trotzdem. "Ich konnte
über vier Meter weit springen. Und über 100 Meter war ich auch ganz gut." Genau weiß sie es aber nicht mehr. Ihre Urkunden-
sammlung von früher wurde beim Entrümpeln irgendwann entsorgt, Beweise für frühe Bestleistungen gibt es also keine mehr.
Auch als ihre Kinder da waren, blieb die Familie aktiv, immer noch ohne Verein. "Wir sind viel spazieren gegangen und sind dabei
immer um die Wette gelaufen. Oder über irgendwelche Dinge geklettert." Irgendwann blieb Katrins Talent aber ihren Sportlehrern
nicht mehr verborgen, die darauf bestanden, dass Renate Bartschats Tochter jetzt aber bitte mal einem Verein beitreten müsse.
So wurde aus den Bartschats eine DTV-Familie.
Und die Funktionärskarriere der Mutter und gelernten Arzthelferin begann. Es war 1984. Tochter Katrin wurde auf dem Kreistag
geehrt, und die Mutter beschloss, auch aktiv zu werden. Sie ließ sich zur Kampfrichterin ausbilden. "Ich war ja sowieso immer
mit." Und so rutschte sie tiefer und tiefer in die Szene. In den NLV-Kreis zum Beispiel als Kampfrichterwartin.
Kein Marathon für Frauen
Ihren ersten Verbandsposten bekam die lebhafte Geschichtenerzählerin übrigens auch durch reden. Bei Landeswettkämpfen kam
sie mit der damaligen Frauenwartin des NLV ins Gespräch - und als die aufhören wollte, fragte sie Renate Bartschat, ob sie denn
nicht wolle. Ja, warum eigentlich nicht? Das war Ende der 80er Jahre. "Da wurden Frauen noch diskriminiert", sagt sie. Frauen
durften nicht Hammerwerfen, Stabhochspringen oder Marathonlaufen. "Die Männer dachten, dass wir Weibchen zu schwach dafür
sind", sagt sie. Das brachte sie auf die Palme. Es war unter anderem zu ihrer Zeit, als diese Verbote kippten. "Und irgendwann
haben wir gesagt, wir brauchen keine Frauenwartin mehr, wir haben ja auch keinen Männerwart." Sie schaffte ihr Amt selbst mit
ab. Was eine der herausragenden Episoden in ihrer Funktionärskarriere war. Aber natürlich bedeutete das nicht, dass Renate
Bartschat komplett von der Bildfläche verschwand. Was auch heute noch so ist. Auch, weil sie im Kreis noch gar nicht ohne sie
können. "Aber sie müssen jetzt selbstständig werden", sagt sie. Obwohl die anderen und sie natürlich auch wissen: Wenn Not
am Mann ist, wird sie da sein. Wie immer, zupackend, nicht schweigend.
==> Interview mit Renate Bartschat vom 26. Februar 2008  

SALZGITTER ZEITUNG vom 15. März 2008
Gerhard Weidner feiert 75. Geburtstag
Salzgitteraner Geher nahm an drei Olympischen Spielen teil / Höchste DLV-Auszeichnung erhalten / "Sportliches
Urgestein"

Von Katharina Pahl und Clemens Löcke
Salzgitter-Bad. An drei Olympischen Spielen nahm er teil - der Salzgitteraner Gerhard Weidner ist ein Ausnahmesportler.
Heute wird der heute noch aktive Sportler 75 Jahre alt. Weidner wurde am 15. März 1933 in Magdeburg als letztes von fünf
Kindern geboren. Der Salzgitteraner gehörte von Mitte der 60er- bis Ende der 70er-Jahre zu den profiliertesten Gehern des
Deutschen Leichathletik-Verbandes (DLV). Noch heute läuft der Sportsmann um den Salzgittersee oder in den Lichtenbergen -
bei jedem Wetter zieht er seine Runden.
Weidner kam über Umwege zum Gehen. Er begann zunächst als Läufer und gewann 1951 den bei den Deutschen Waldlauf-
meisterschaften in Uelzen als Rahmenwettbewerb für die männliche Jugend ausgeschriebenen Lauf über 2260 m. Danach trat er
als Läufer nicht mehr sonderlich in Erscheinung. Verstärkt spielte er von nun an Handball. Eineinhalb Jahrzehnte blieb er diesem
Sport treu. Er entwickelte sich beim Feldhandball zu einem zuverlässigen Mittelläufer.
Anfang der 60er-Jahre überredete ihn der Europameisterschafts-Teilnehmer im 20 Kilometer-Gehen, Karl-Heinz Pape, an einem
Geher-Wettbewerb teilzunehmen - und Weidner entdeckte seine Leidenschaft für diese Sportart. Der Seiteneinsteiger gewann als
33-Jähriger seinen ersten Deutschen Meistertitel im 50 Kilometer-Gehen (1966). Es folgten sowohl in Einzel- als auch in Mann-
schaftswettbewerben weitere elf Titel. Darüber hinaus stellte Weidner in seiner Laufbahn ebenso Weltrekorde auf. Der Salzgitter-
aner vertrat den DLV bei zahlreichen internationalen Meisterschaften. So war er 1968 und 1972 bei den Olympischen Spielen über
50 Kilometer sowie 1976 über 20 Kilometer am Start.
Bei den Olympischen Spielen 1972 in München waren die Geher des DLV auf der langen Strecke besonders erfolgreich: Bernd
Kannenberg gewann die Goldmedaille über 50 Kilometer, Gerhard Weidner belegte bei starker Konkurrenz den sechsten Platz.
Das Mitglied des TSV Salzgitter nahm zudem an einer Welt- und vier Europameisterschaften teil. Insgesamt wurde Weidner 62
Mal in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Hätte es 1980 nicht den Olympiaboykott von Moskau gegeben, vielleicht wäre
es die Olympia-Stunde des Gerhard Weidner geworden. "Ich war gut in Form - ich hätte wie in München unter die ersten sechs
kommen können", erklärt Weidner. "Doch für die Sportler, für die es die ersten Olympischen Spiele gewesen wären, war es
schlimmer", fügt der Salderaner hinzu. Der gelernte Installateur gewann seinen letzten Titel in der allgemeinen Klasse mit 46
Jahren im August 1979 in Stuttgart, als er über 20 Kilometer erfolgreich war. Auch als Senioren-Geher nahm Weidner bis zum
vergangenen Jahr an nationalen und internationalen Meisterschaften teil - in der Regel erreichte Weidner das Ziel als Deutscher
Meister, Europa- und Weltmeister.
Seine Leistungen wurden mit Ehrungen gewürdigt. So wurde ihm das Silberne Lorbeerblatt verliehen. Im gleichen Jahr (1979)
erhielt er die höchste DLV-Auszeichnung, den Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis. "Nur einmal im Leben erhält ein Leichtathlet diese
Auszeichnung", berichtet Weidner stolz. Auch die Stadt Salzgitter zeichnete den Ausnahmesportler aus. Im vergangenen Jahr
entschied sich Weidner nach 40 Jahren, mit dem Gehen aufzuhören. Nun hält sich der Vater eines Sohnes wieder mit dem
Laufen fit. "Fünf Trainingseinheiten stehen pro Woche an." Insgesamt legte Weidner zu Fuß eine Strecke von 230 000 Kilometern
zurück - er umrundete also sechsmal die Welt. "Ohne Zweifel kann Gerhard Weidner als das sportliche Urgestein Salzgitters
gezählt werden. Mit Weidner vollendet heute einer der erfolgreichsten Leichtathleten Niedersachsens sein 75. Lebensjahr",
gratuliert Clemens Löcke, Pressesprecher des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes. Seinen heutigen Geburtstag feiert
Weidner im Kreise seiner Familie.  
==> Ein weiterer Bericht über Gerhard Weidner vom 15. März 2003 

NORDWEST ZEITUNG vom 20. März 2008
In Berlin wird ein Traum wahr
Porträt: Leichtathlet Julian Lake aus Hude startet im Sommer bei der DM

Von Marlene Meyer
Hude. “Die 100 Meter sind zu kurz, dafür bin ich einfach zu groß. Die 200 Meter kann eigentlich jeder laufen. Bei den 400 Metern
frage ich mich immer: Warum tust du dir das an? Die sind eine wirkliche Überwindung. Aber das Gefühl hinterher ist einfach nur
saugeil”, beschreibt Julian Lake seine Lieblingsstrecke. Der 17-jährige Huder ist erst seit etwa zweieinhalb Jahren der Leichtath-
letik verfallen. Kaum zu glauben, wenn man seine Erfolge betrachtet: Hallenlandesmeister mit der 4x200 Meter Staffel B-Jugend
(16 und 17 Jahre), dritter Platz bei der A-Jugend im Einzelwettkampf und erst vor kurzem Kreismeister beim Crosslauf in Sand-
krug. Und das sind lediglich die Titel aus dem Jahr 2008, also aus den letzten gut zweieinhalb Monaten. Außerdem wurde Lake
bei der NWZ-Wahl zum Sportler des Jahres im Landkreis Oldenburg Dritter. “Ich habe mich schon über die Nominierung vom
Verein gefreut. Das Ergebnis hat mich dann noch viel mehr überrascht”, erklärte das Aushängeschild der Leichtathletikabteilung
des TV Hude.
In diesem Jahr tritt Lake im Sommer bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin an. “Meine Tante wohnt in Berlin, daher kenne
ich das Olympiastadion. Dort zu laufen war schon immer mein großer Traum”, freut sich Lake, dessen Wunsch bald wahr werden
kann - solange er verletzungsfrei bleibt. Im vergangenen Jahr bremste ihn bei den Freiluft-Landesmeisterschaften ein Muskelfaser-
riss, der ihn aber nicht am Titelgewinn über 200 Meter hinderte. Dort erreichte er auch seine Bestzeit auf dieser Strecke, die bei
23,7 Sekunden liegt und mit der er nach eigener Aussage “überhaupt nicht zufrieden” ist. So ist sein Ziel auch die Steigerung
dieser Zeit sowie der über 400 Meter, die bei 53,2 Sekunden liegt. Weiterhin strebt er bei den Deutschen die Endläufe über 200
und 400 Meter im Einzel sowie den Endlauf mit der 4x100 Meter Staffel an. Darauf arbeitet er gemeinsam mit seinem Trainer
Thorsten Budde zielstrebig hin. Er trainiert dreimal die Woche insgesamt sechs Stunden lang, dazu kommt einmal in der Woche
ein zweistündiges Hallentraining. Außerdem geht er einmal in der Woche Joggen. “Wenn der Großteil der Freiluftsaison gelaufen
ist, werde ich mich am Weitsprung versuchen, bei dem mir früher die nötige Absprunghöhe fehlte”, berichtet Lake, dessen Best-
marke im Hochsprung bei 1,68 Meter liegt.
Neben dem vielen Training kommt aber auch die Schule nicht zu kurz. Lake besucht in Oldenburg die elfte Klasse des Graf-
Anton-Günter-Gymnasiums. Nach dem Abitur möchte er ein Jahr im Ausland - bevorzugt im englischsprachigen - verbringen.
Anschließend will er ein Studium zum Sportmediziner aufnehmen. Bevor er vom Leichtathletik-Virus infiziert wurde, spielte er fast
zehn Jahre Fußball. Daran hinderten ihn vor einigen Jahren gesundheitliche Probleme, so dass er damals über seine heute 15-
jährige Schwester Laureen Bekanntschaft mit seinem jetzigen Trainer machte. Da hat er dann zuerst auch andere Disziplinen
ausprobiert und ist im Fünfkampf angetreten, bevor er sich auf den Sprint festlegte.
Aber auch seine Eltern sind begeisterte Sportler: Mutter Cornelia war früher eine erfolgreiche Handballerin, Vater Alfred war eben-
falls Fußballer und Leichtathlet bzw. Läufer. Den Ballsport hat Julian Lake aber nicht ganz aufgegeben: In der Werder-Bastion der
Familie Lake hält er dem erbitterten Widerstand zum Trotz die Flagge des FC Bayern München hoch.
==> Ein weiterer Bericht über Julian Lake vom 8. Februar 2007 

NEUE DEISTER-ZEITUNG vom 25. März 2008
"Die Spezialistinnen müssen mit mir rechnen"
Jonna Tilgner arbeitet auf Peking 2008 hin / Schuften für Olympia-Qualifikation in Flagstaff/Arizona

Leichtathletik.
Das Jahr hat gut angefangen für Jonna Tilgner. Die aus Bakede stammende Hürdenspezialistin, die einst für die
LG Weserbergland startete und mittlerweile das Trikot des Bremer LT trägt, holte zunächst bei den deutschen Hallenmeister-
schaften in Sindelfingen Silber über 400 Meter. Wenige Tage später wurde sie zu Bremens Sportlerin des Jahres gekürt. Alles
wie im Vorjahr. 2007 holte sie später noch Bronze bei der Studenten-WM in Bangkok. Fernost ist auch in diesem Jahr das Ziel
der 23-Jährigen: Im Sommer will sie bei den Olympischen Spielen in Peking dabei sein. Dafür schuftet sie derzeit im Höhentrai-
ningslager in Flagstaff/Arizona in der Nähe des Grand Canyons. Mit Jan-Erik Bertram sprach sie über ihre Pläne für 2008.
Ihr großes Ziel für dieses Jahr ist Peking. Wie beurteilen Sie Ihre Chancen, dabei zu sein ?
Die Chancen stehen nicht schlecht. Für einen Einzelstart über 400 Meter Hürden muss ich meine Bestzeit noch einmal von
55,96 auf 55,35 Sekunden steigern. Das ist nicht utopisch, bedeutet aber noch ein bisschen harte Trainingsarbeit. Für die 4x400-
Meter-Staffel werden fünf Läuferinnen mit nach Peking genommen. Wenn ich mein Potenzial von letztem Jahr über die Flach-
distanz etwas steigern kann, dann müssen die Spezialistinnen mit mir als Konkurrenz rechnen.
Was haben Sie sich sonst für 2008 vorgenommen ?
Mein Psychologie-Studium geht natürlich weiter. Und auch wenn ich jetzt fürs Olympiajahr weniger Kurse eingeplant habe,
möchte ich die Pflichtveranstaltungen auf jeden Fall bestehen.
Wie geht es sportlich weiter bis Olympia ?
Die Hallensaison ist vorbei. Ich bin wieder voll in der Sommer-Vorbereitung. Die nächsten Wettkämpfe fangen erst wieder im Mai
an - und dann ist bis zu den Deutschen Meisterschaften Anfang Juli Zeit, die Qualifikationsnormen für Olympia zu laufen.
Sie sind gerade für drei Wochen im Trainingslager in Flagstaff/Arizona. Wie sieht der Tagesablauf dort aus?
Wir haben pro Tag zwei Trainingseinheiten gegen 10 und 15 Uhr. Die Trainingsstätten sind in der Stadt verstreut, sodass wir
meistens auch ein bisschen fahren müssen. An den ersten Abenden waren wir abends schlagkaputt. Das lag sicherlich auch an
der Zeitumstellung und der Höhe von 2050 Metern.
Bleibt denn Zeit, den Grand Canyon zu besichtigen ?
Eingeplant ist es. Allerdings ist es natürlich grundsätzlich wenig Urlaub, wenn man in einem Trainingslager ist.
Wie häufig sind Sie denn noch in der alten Heimat Bakede ?
Das ist wirklich leider sehr selten geworden. Mein Lebensmittelpunkt befindet sich jetzt in Bremen, wodurch mir meistens die
Zeit fehlt, nach Bakede zu fahren.
==> Weitere Berichte über Jonna Tilgner vom 6.1.2005 / 20.1.2006 / 17.2.2007 

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 26. März 2008
Spätstarterin und Doppelweltmeisterin
Christine Fuchs will ihren fünften internationalen Titel

Von Gerrit Dauelsberg
Schierbrok. Wenn Menschen eine große Begabung besitzen, wird diese meistens im Kindesalter entdeckt. Geschieht das
nicht, bleibt das Talent oft ungenutzt und die ganz großen Erfolge bleiben aus. Im Falle der Schierbrokerin Christine Fuchs ist
alles anders: Im Alter von 49 Jahren begann sie mit dem Laufen, zwei Jahre später war sie W50-Cross-Weltmeisterin. 17 Jahre
danach ist diese ungewöhnliche Geschichte noch nicht zu Ende: Am 3. August will sie in Ljubljana/Slowenien ihren W65-Europa-
meister-Titel im Marathon verteidigen.
“Experten haben einmal ausgerechnet: Wenn ich früh angefangen hätte, wäre ich wahrscheinlich in der Weltspitze mitgelaufen”,
erzählt die heute 68-Jährige, die für die LG Bremen-Nord startet. Olympische Spiele, hohe Preisgelder und ein Platz im Rampen-
licht wären möglich gewesen - doch Christine Fuchs trauert dem nicht nach: “Das bringt ja leider nix.” Stattdessen will sie die
Jahre ans Ende ihrer Karriere hängen, die sie vorher verpasst hat: “Ich möchte mit 80 Jahren noch eine WM laufen”, lautet ihr Ziel.
In ihrer Jugend und im frühen Erwachsenen-Alter war Christine Fuchs lange Zeit auf der Suche nach der richtigen Sportart. Sie
spielte lange Jahre ernsthaft Handball und betrieb darüber hinaus Leichtathletik, Turnen, Schwimmen und Squash.
Ihre wahre Passion entdeckte sie schließlich an der Seite ihres Mannes Alfred. Im Jahre 1989 begannen die beiden gemeinsam
mit dem Joggen. Schon früh fielen dem Ehemann die ungewöhnlich guten Zeiten seiner Frau auf: “Du läufst ja fast so schnell wie
die im Wettkampf”, bemerkte Alfred Fuchs. Danach ging alles ganz schnell: Schon zwei Jahre später startete sie als völlig unbe-
kannte Größe bei der Cross-Weltmeisterschaft in Turku/Finnland. Auf Anhieb holte sie den Titel und feierte ihren bislang schönst-
 en Erfolg - es sollte jedoch noch lange nicht der letzte gewesen sein. “Bei mir ging es eigentlich immer nur bergauf”, sagt
Christine Fuchs rückblickend und ihr Karriere-Verlauf gibt ihr Recht: Weitere große Erfolge feierte sie 1992 als Weltmeisterin
über 25 Kilometer und Vizeweltmeisterin über 10 Kilometer (jeweils W50). 1997 holte sie sich erstmals einen EM-Titel, als sie
über die 10-Kilometer-Distanz ihre W55-Konkurrenz in die Schranken wies. Im Jahre 2006 folgte dann der bislang letzte inter-
nationale Titel: Bei der W65-Europameisterschaft im Marathon überquerte Fuchs erneut als erste die Ziellinie. Zu diesen vier
internationalen Titeln erhielt sie im Jahre 2002 eine weitere große Auszeichnung: An der Seite von Werder-Torwart Frank Rost
wurde sie Bremer Sportlerin des Jahres.
Den ersten große Rückschlag erlitt Christine Fuchs im vergangenen Jahr. Ihre gesamte Karriere über war die Sportlerin verletz-
ungsfrei geblieben, bis ihre Gesundheit ihr ausgerechnet beim Saisonhöhepunkt einen Streich spielte: Bei der Marathon-Seni-
oren-weltmeisterschaft in Riccione/Italien musste sie bei Kilometer 35 an zweiter Stelle liegend aufgeben. Danach erholte sie
sich scheinbar schnell, doch vier Wochen später holte sie ihr Leiden wieder ein: Beim swb-Marathon in Bremen musste Fuchs
erneut aufgeben, erst danach wurde die wahre Ursache diagnostiziert: Ein Ermüdungsbruch zwang sie fortan zu einer Trainings-
pause. Jetzt ist Christine Fuchs wieder da und trainiert wie eh und je fünf bis sechs Mal die Woche. Und auch wenn ihr der -
häufige Sturm in den vergangenen Wochen das ein oder andere Mal den letzten Nerv raubte: Die 68-Jährige hat nach wie vor
Spaß am Laufen.
Kürzertreten kommt für sie nicht in Frage: “Ich habe immer noch die Motivation Titel zu gewinnen”, sagt sie. Im August stehen
die Chancen auf ihren fünften internationalen Titel gut, wie sie beim Härtetest Anfang März in Antalya gezeigt hat. Bei diesem
Halbmarathon hatte sie ihre Altersklasse im Griff und siegte mit riesigem Vorsprung. Doch auch wenn es in Ljubljana nichts wird
mit dem EM-Titel: Christine Fuchs hat bereits bewiesen, dass es nie zu spät ist sein Talent in Erfolge umzumünzen.
==> Ein weiterer Bericht über Christine Fuchs vom 26.9.2001  

OSNABRÜCKER NACHRICHTEN vom 30. März 2008
"Die Erwartungen nicht zu hoch schrauben"

Osnabrück
(eb). Da staunte der erfahrene Trainer Anton Siemer nicht schlecht. Vor ihm stand ein 13-jähriger Youngster, der
kess antwortete: "Ich will Olympiasieger werden..." Das war im Sommer 2003. Und eigentlich hatte Siemer damals nur wissen
wollen, was den jungen Mann aus Remsede (Bad Laer) denn motiviert habe, beim Leichtathletiktraining der LG Osnabrück mitzu-
machen. Heute, mehr als vier Jahre später, gehört Patrick Jochmann zu den talentiertesten Sprinttalenten über 100 und 200
Meter bundesweit. Im Nachwuchsbereich sammelt er Titel, Podestplätze und regionale Rekordzeiten in Serie (u. a. mehrfacher
Niedersachsenmeister und Bronzemedaillen-Gewinner bei den "Deutschen" der B-Jugendlichen mit der 4x100-m-Staffel, Berufung
in den U18-Nationalkader).
Jochmanns Einsatz, um erfolgreich zu sein, ist groß. Neben seiner beruflichen Tätigkeit (Fachoberschule Völker-Schule in Osna-
brück, schulbegleitendes Praktikum bei der Firma Sanicare) trainiert der 17-Jährige im LGO-Kader fünf bis sechs Mal pro Woche.
Sein Antrieb: "Über sich hinauswachsen und etwas schaffen, an das kein anderer glaubt." Trainer Siemer muss bei seinem auf-
strebenden Schützling allerdings gelegentlich auf die Euphoriebremse treten, ohne ihm die Leidenschaft zu nehmen: "Patrick ist
ohne Zweifel ein Riesentalent. Körperlich und auch psychisch bringt er beste Voraussetzungen mit. Aber die Einflüsse gerade in
diesem Alter sind sehr vielfältig. Man kann nur die Voraussetzungen schaffen, seinen Weg muss Patrick alleine gehen. So lange
der Spaß und nicht der Erfolg im Vordergrund stehen, sind wir auf einem guten Weg."
Dass die Bäume für Jochmann noch nicht in den Himmel wachsen, bekam der Sprinter bei den jüngsten A-Jugend-Hallenmeister-
schaften in Düsseldorf zu spüren. Da kam das frühe Aus über 60 m schon im Halbfinallauf. "Indiskutabel" nannte Trainer Siemer
diesen Auftritt. Sich aus dem Loch zu buddeln, in das er fiel, wird für Jochmann nun die vorrangige Aufgabe sein. Sein Coach
betont: "Wichtig ist es für Patrick und sein Umfeld, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Man muss auch mit Rück-
schlägen fertig werden und auf manche Starts und Erfolge im Sinne einer langfristigen Leistungsentwicklung verzichten." Siemer
weiter: "Unsere leistungsstarke Trainingsgruppe ist dabei eine große Hilfe. Ansonsten ist es für Patrick vorrangig, den Spagat
zwischen Schule und Sport zu schaffen. Dann kann er vielleicht einmal seinen Traum verwirklichen und sich ganz auf den Sport
konzentrieren." Zunächst steht für Jochmann aber noch das Abitur an der Völkerschule in Osnabrück an - und vielleicht die er-
hoffte Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann.  

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 3. April 2008
Frischer Wind dank Torsten Husak
Leichtathletik: Der 22-Jährige bekleidet im DTV und im NLV-Kreis Delmenhorst wichtige Ämter

Von Klaus Erdmann
Delmenhorst. Wenn sich Torsten Husak auf dem theoretischen oder auch auf dem praktischen Sektor dem hiesigen Leichtath-
letik-Nachwuchs widmet, kann ihm niemand etwas vormachen. Der ehemalige Diskuswerfer und Kugelstoßer sammelte als
Jugendlicher hervorragende Erfolge, verweist auf mehrere Niedersachsen-Meisterschaften, einen Titel auf norddeutsche Ebene so-
wie einen sechsten und einen siebten Platz bei den “Deutschen”. Damit verfügt er, der seit rund zehn Jahren dem Delmenhorster
Turnverein angehört, über eine imponierende Visitenkarte - und das mit 22 Jahren. “Seit fast drei Jahren bin ich nicht mehr aktiv”,
erklärt Husak. Das ist angesichts seines großen Talents natürlich schade - auf der einen Seite. Andererseits profitiert die hiesige
Leichtathletik-Szene nun von dem sehr engagierten Funktionär Husak, denn der junge Mann sorgt zweifelsohne für frischen Wind.
 Er, der sehr viel Zeit der Leichtathletik widmet, fungiert nicht “nur” als Trainer, sondern er leitet nach Gesprächen mit der DTV-
Vorsitzenden Renate Bartschat seit dem Herbst des vergangenen Jahres auch die Leichtathletik-Abteilung des Großvereins und
übernahm vor rund fünf Wochen ferner das zuvor verwaiste Amt des Jugendwartes innerhalb des Delmenhorster NLV-Kreises.
“Zunächst”, erinnert er sich, “habe ich nur Daniel Uvarovsky trainiert.” Als dieses Duo erste Erfolge meldete, erhielt er weitere An-
fragen, vergrößerte sich der Kreis seiner Schützlinge. “Ich bin gut in die Aufgabe reingewachsen und fühle mich sehr wohl”, bringt
Husak sein Wirken beim DTV, dem im Schülerbereich 30 und bei den Jugendlichen zehn Leichtathleten angehören, auf einen
knappen Nenner. Wolfgang Budde, der Renate Bartschat als Chef des hiesigen NLV-Kreises ablöste, blieben die Ergebnisse der
Husakschen Arbeit natürlich nicht verborgen. Es lag nahe, sich die Dienste des Vereinsmitgliedes auch für die Kreisvorstand zu
sichern, um auch hier neue Wege zu beschreiten. “Es bedurfte einiger Maßnahmen, um alles unter einen Hut zu bringen”, erklärt
Husak, der sich an der Bremer Hochschule inmitten eines Elektronik-Studiums befindet (viertes Semester) und der anschließend
noch Sport und Mathematik auf Lehramt studieren möchte. “Allerdings mussten die Trainingspläne meinen Stundenplänen ange-
passt werden”, betont Husak lachend.
Der Gesprächspartner legt in diesem Zusammenhang großen Wert auf die Feststellung, dass er die talentierten Leichtathletik-
Youngster natürlich nicht alleine trainiere. So steht ihm seine Vereinskollegin Yasmin Homeyer zur Seite, mit der er ein gutes
Team bildet. Hinzu kommt, dass die jungen Aktiven des DTV und die gleichtaltrigen Eintracht-Vertreter gemeinsam trainieren. Bei
diesem Club nehmen Andreas Lersch und Denise Homeyer die Plätze auf der Trainerbank ein. “Wir stimmen uns immer ab und
gewährleisten, dass einer von uns das Training leiten kann”, nennt Husak nur einen der zahlreichen Vorteile, den diese vereins-
übergreifende Maßnahme allen Beteiligten beschert. Gerade in Zeiten, in denen auch die Leichtathleten große Anstrengungen
unternehmen, um Nachwuchs für ihre attraktive Sportart zu gewinnen und bei der Stange zu halten.
Beim Werfertag, der am Sonnabend im Stadion auf dem Terminkalender stand, drängten sich auch junge Athleten in den Vorder-
grund. “Einige sind schon seit länger dabei, bei Wettkämpfen jedoch noch nicht so sehr in Erscheinung getreten. Andere widmen
sich erst neuerdings der Leichtathletik”, informiert Husak. Anfangs sei bei einigen Eltern Skepsis spürbar gewesen. “Das hat
sicherlich an meinem Alter gelegen”, lacht der gebürtige Delmenhorster. Inzwischen wissen die Eltern, dass ihre Sprösslinge bei
Husak bestens aufgehoben sind: “Etwaige Befürchtungen bestehen nicht mehr.” Ganz im Gegenteil: “Die Eltern sind gut dabei.
Sie fahren und betreuen die Kinder, unterstützen mich und stärken so natürlich auch meine eigene Motivation”, berichtet Husak.
Und: “Einige Eltern wollen demnächst vielleicht sogar Kampfrichter-Aufgaben übernehmen.” Budde und sein Team werden diese
Aussage mit Freude vernehmen.
==> Weitere Berichte über Torsten Husak vom 5.12.2001 / 6.12.2003  

Presseinformation vom 9. April 2008 (Von Manfred Scholz)
Stefan Hölscher macht große und weite Sprünge
Leichtathletik.
Große und vor allen Dingen weite Sprünge will der 16-jährige Dreispringer Stefan Hölscher von der LG Weser-
bergland in seinem ersten Jahr in der B-Jugend machen, auch wenn sie in der neuen Klasse vielleicht nicht gleich zu den tollen
Erfolgen wie im letzten Jahr in der Schülerklasse führen. Der Lauensteiner Junge, der an der KGS Salzhemmendorf im zehnten
Jahr die Schulbank drückt, meldete sich mit elf Jahren beim MTV Coppenbrügge an, ohne besonders regelmäßig zu trainieren.
Die Initialzündung erfolgte dann vor zwei Jahren beim gemeinsamen Trainingslager auf Sylt mit den Athleten der LG Weserberg-
land, wo Top-Sprinterin Nicole Marahrens Stefan und seinem Bruder Michael bestätigte, dass sie wohl leichtathletisch talentiert
wären. Seitdem trainiert Hölscher regelmäßig dreimal in der Woche bei LG-Cheftrainer Werner Scharf in Stadtoldendorf.
 Von Erfolg gekrönt war diese mit den Eltern abgesprochene Verbindung schon in der letzten Saison, Stefan wurde Vizemeister
in der Halle und im Freien Landesmeister und Norddeutscher Meister im Dreisprung. Bei seiner ersten Berufung zum Länderver-
gleichswettkampf erzielte er als Sieger seine aktuelle Bestleistung von 12,49 Meter. “Mein schönstes Erlebnis war, das mich der
Landestrainer nach dem Länderkampf trotz fehlender Norm (12,50 Meter) in den Landeskader berufen hat”, erzählt Hölscher, der
sich mit einer Bestleistung von 12,79 Metern als Dritter bei den Meisterschaften am Anfang des Jahres revanchierte. “Über
Ostern waren die zehn Tage Kadertraining im Kreise der besten Weit- und Dreispringer im Bundesleistungszentrum Kienbaum
mit dem Landestrainer Frank Reinhard dann sehr schön, auch wenn ich mich infolge der hohen Trainingsbelastung leicht im
Innenfuß verletzt habe”, berichtet er begeistert von vielen positiven Erfahrungen.
Nach seinen Zielen für die neue Saison befragt, muss er nicht lange überlegen: ”Im Dreisprung will ich die Quali von 13,30 Meter
für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Berlin erreichen und im Weitsprung ist 6,47 Meter (aktuell 6,04 Meter) mein Ziel”.
Sein Trainer Werner Scharf schätzt Hölscher als talentierten, zielbewussten, sehr konzentrierten und ehrgeizigen jungen Mann,
der weis was er will und dementsprechend trainiert. “Stefan wird, wenn er von Verletzungen verschont bleibt, in den nächsten
Jahren im Sprint, Weit- und Dreisprung weit nach vorne kommen”, gibt sich Scharf zuversichtlich. Hölscher, der in seiner Freizeit
Trompete bläst und sehr gern Mountainbike fährt, schätzt an seinem Trainer besonders dessen Lockerheit, die spielerischen
Trainingsmethoden und ganz besonders das “Coole” an ihm - eigentlich ideale Bedingungen für eine erfolgreiche Zusammen-
arbeit.  

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 10. April 2008
Kreis-Chef Wolfgang Budde plant eine weitere Verjüngung
Leichtathletik: Der neue Vorsitzende sieht sich mit vielen Aufgaben konfrontiert

Delmenhorst.
Der “Neue” ist ein “alter Hase”: Wolfgang Budde, der vor rund sechs Wochen das Amt des Vorsitzenden des
Leichtathletik-Kreises Delmenhorst übernahm und damit die Nachfolge der langjährigen Chefin Renate Bartschat antrat, kennt
sich in der hiesigen Szene bestens aus. Der 52-Jährige ist bereits seit vielen Jahren als Funktionär tätig und hat sich unter
anderem bei zahlreichen Meetings einen beachtlichen Erfahrungsschatz erarbeitet. “Seit 1976 gehöre ich dem Vorstand an”,
blickt Budde zurück. Seinerzeit sei er, der schon immer Spaß an Statistiken gehabt habe, mit Abstand das jüngste Mitglied der
Führungsriege des hiesigen Kreises des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes (NLV) gewesen. In den vergangenen Jahren
habe er sich innerhalb des Vorstandes mehr und mehr engagiert, betont Budde, der bereits das Amt des stellvertretenden Vor-
sitzenden inne hatte und bei Wettkämpfen insbesondere in seiner Eigenschaft als Kampfrichterwart zu den gefragtesten Per-
sonen gehörte.
Natürlich darf die Frage nach seinen Plänen nicht ungestellt bleiben. “Ich strebe eine weitere Verjüngung des Mitarbeiterteams
an”, nennt der Bauleiter einen zentralen Punkt seines Aufgabenfeldes. Er habe bereits diverse Gespräche geführt. Beispielsweise
mit dem 22-jährigen Torsten Husak, Leiter der DTV-Leichtathletikabteilung und Jugendwart des NLV-Kreises. Beispielsweise mit
Andreas Lersch, engagierter Eintracht-Trainer, der ebenfalls seine Bereitschaft bekundet hat, verstärkt mitzuarbeiten. Budde
denkt in diesem Zusammenhang an einen “Informationstisch”, den er ins Leben rufen will: “Ich möchte möglichst alle Vereine ins
Boot holen.”
Auch die Vereinigung der Läufer, Springer und Werfer, der neben den erwähnten Vereinen DTV und Eintracht auch der TuS Heid-
krug, TV Jahn (Leichathletik-Gemeinschaft Delmenhorst/Diepholz) und Laufclub 93 angehören, sieht sich mit negativen Fakten
konfrontiert. ““Wir müssen dringend etwas tun, denn wir verzeichnen bei den Aktiven einen deutlichen Rückgang”, betont Budde.
Der DTVer fügt hinzu: “Von der allgemeinen Entwicklung bleiben wir natürlich nicht verschont”. An Ideen mangelt es ihm nicht.
So sei man bestrebt, Schüler für die Leichtathletik zu gewinnen. Nach den Sommerferien sollen die diesbezüglichen Kontakte
und Gespräche intensiviert werden.
Auch die Außendarstellung soll verbessert werden. So sucht Budde “händeringend” einen Webmaster, der den Internet-Auftritt
des Kreises betreut. Wer Spaß an der Technik habe, könne sich gerne melden. Apropos Suche: Zusätzliche Starter für diverse
Wettbewerbe im Stadion werden ebenso benötigt wie Funktionäre, die im Wettkampfbüro mitarbeiten oder die Zeitmessanlage
bedienen. Die neue Anlage kommt übrigens beim Läufertag am 19. April zum Einsatz, ehe bei den Landesmeisterschaften am
7. und 8. Juni der erste “echte” Einsatz vorgesehen ist. Bei vergangenen Treffen der Leichtathletik wurde wiederholt das Fehlen
hiesiger Aktiver bemängelt. Dieses Problem dürfte schon recht bald endgültig der Vergangenheit angehören, denn nach Diskuss-
ionen im Herbst folgten laut Budde weitere “gute Gespräche”. Der Kreischef: “Auf diesem Gebiet wird es 2008 besser aussehen.”

DELMENHORSTER KURIER vom 11. April 2008
Ab jetzt läuft er wieder rund
Karl-Ludwig Rittel feiert Comeback nach 18 Monaten

Von unserem Redakteur Nils Hartung
Delmenhorst. Der hagere Mann mit dem silbergrauen Haar und den lustigen Augen weiß, was leiden bedeutet. Karl-Ludwig
Rittel vom Laufclub 93 Delmenhorst ist Läufer. Doch ein stinknormaler Marathon über 42,195 Kilometer ist längst nichts Beson-
deres mehr für ihn: Sein persönliches Karriere-Highlight war der sogenannte Spartathlon. Hinter diesem schönen Namen verbirgt
sich ein Rennen über 250 Kilometer von Sparta nach Athen, das Rittel in 34 Stunden absolviert hat.
Angefangen mit dem Laufen hat der 56-Jährige im Alter von 35 Jahren. Damals hat er noch geraucht und wog 92 Kilogramm.
Heute ist davon nicht mehr viel zu sehen: Durchtrainiert wirkt er, hat schon lange mit dem Qualmen aufgehört und wiegt nur noch
78 Kilogramm. "Mein Kampfgewicht liegt eigentlich bei 74 Kilogramm, aber ich habe erst im Januar wieder mit dem Laufen be-
gonnen", erzählt Rittel. Davor setzte ihn eine hartnäckige Fußverletzung für 18 Monate außer Gefecht. Um zumindest einiger-
maßen in Form zu bleiben, setzte er sich in der Zeit jeden Tag auf sein Fahrrad und riss Kilometer ab. Beim ersten Auftritt in
Cuxhaven, seinem Comeback-Marathon, schaffte er schon wieder eine beachtliche Zeit von 3:23:55 Stunden. Das bedeutete
Rang zwei in seiner Altersklasse und den 19. Platz in der Gesamtwertung. Doch die reine Freude an der Qual ist nicht das, was
Rittel am Ausdauersport reizt. Er liebt es einfach, sich in der Natur zu bewegen. "Beim Laufen im Freien den Regen oder den
Schnee zu spüren, sich frei in der Natur zu bewegen, dass macht für mich das Besondere am Laufen aus", schwärmt er. Musik
beim Training ist deshalb für ihn auch absolut tabu. "Dann höre ich die Vögel ja gar nicht", erklärt er. Eine andere Sportart kam
für Rittel nie in Frage. "Ich bin kein Feinmotoriker, da blieb fast nur laufen übrig", gesteht er, der auch schon Deutscher Meister
im Mannschaftslauf über zehn Kilometer wurde.  
Besondere Rücksicht bei der Ernährung nimmt der Delmenhorster nicht. Vor einem Marathon isst er ganz normal, zwei Toasts
mit Marmelade zum Beispiel. Von Nudelorgien, wie sie andere feiern, hält Rittel nicht viel. Nur bei der Ausrüstung achtet er genau
auf das richtige Schuhwerk. Eine Einstellung, die er bei vielen Freizeitsportlern vermisst. "Man kann im ältesten T-Shirt und in
einer abgewetzten Trainingshose rausgehen, aber bei den Schuhen muss man schon ein bisschen mehr aufpassen. Und da sehe
ich immer wieder Freizeitläufer, die in Hallenschuhen draußen laufen. Dann wundern sie sich, dass sie nach dem dritten Mal
Rückenschmerzen bekommen", betont der 56-Jährige. Selbst trainiert Rittel jeden zweiten Tag mindestens 15 Kilometer, am
Wochenende sogar mehr. Er ist mittlerweile überall gelaufen: In New York, dem Mekka aller Marathon-Läufer, in Moskau, Berlin,
Hamburg, Hannover, Österreich, und, und, und. Trotzdem gibt es noch zwei Strecken, die ihn besonders reizen. "In der Mongolei
gibt es einen 100-Kilometer-Lauf und auf der Insel La Réunion veranstalten sie eine Insel-Tour, da will ich noch teilnehmen", er-
zählt Rittel. Und lächelt - trotz, nein: wegen der vielen Kilometer, die noch vor ihm liegen. 

CELLESCHE ZEITUNG vom 8. Mai 2008
Weg damit: Seiler wirft Rekordweiten
14-jähriger Leichtathlet im Leistungszentrum

Nienhorst.
Er läuft an, stoppt, lässt los und schaut hinterher - der Kugel, dem Ball, dem Speer oder der Scheibe. Wenig später
erfährt er das Ergebnis von den Messern - wieder ein Rekord. So ergeht es Jan-Hendrick Seiler aus Nienhorst häufig. Egal ob
Diskus- oder Speerwurf, Kugelstoßen oder Schlagballwerfen - der 14-Jährige ist einfach ein Wurftalent. Das hat mittlerweile auch
Thorsten Frey, Blocktrainer Wurf beim Niedersächsischen Leichtathletikverband, erkannt und ihn zum Training nach Hannover ins
Leistungszentrum eingeladen. Dort trainiert Jan-Hendrick nun regelmäßig. Seine eigentliche sportliche Heimat ist aber der SV
Nienhagen.
Seit den Bundesjugendspielen in der Grundschule kommt er von der Leichtathletik und speziell von den Wurfsportarten nicht
mehr los. Während andere Kinder in Vereinen Bälle kicken, übt er viel lieber, seine eigenen Bestleistungen beim Kugelstoßen
und Co. zu verbessern. Auch in den Laufdisziplinen überzeugt er. “Ich habe einfach gemerkt, dass mir diese Sportarten besser
liegen”, sagt Jan-Hendrick. Bereits 2005 gewann der 186 Zentimeter große und etwa 83 Kilo schwere Leichtathlet die Bronze-
medaille bei den World Junior Games in Hamburg im Kugelstoßen. 2007 siegte er bei der Bezirksmeisterschaft im Wurf. Beim
“Fest der 1000 Zwerge” in Hamburg im selben Jahr stieß er die Kugel 15,45 Meter weit und steht damit bundesweit an erster
Stelle.
Auch in diesem Jahr war er schon sehr erfolgreich. Bei den Werfertagen in Delmenhorst und Suderburg belegte er jeweils den
ersten Platz in den Disziplinen Ballwurf, Speerwerfen und Kugelstoßen. In Delmenhorst sicherte er sich zusätzlich Rang eins im
Diskuswerfen. Für die Einzellandesmeisterschaften in Hameln am 28. und 29. Juni hat er sich damit qualifiziert. Und bei der
Bahneröffnung in Nienhagen erreichte er im Blockwettkampf Wurf den zweiten Platz. “Mein Ziel sind erst einmal die Deutschen
Meisterschaften”, gibt der Nachwuchsathlet einen Ausblick. Die Deutsche Meisterschaft im Blockwettkampf und Achtkampf ist
am 9. und 10. August im nordrhein-westfälischen Rehde. Aber jetzt stehen erst einmal die Bezirksmeisterschaften im Blockwett-
kampf (Langen, 18. Mai) und in den Einzeldisziplinen (Stade, 24. Mai) an. Danach soll es zur Landesmeisterschaft im Vierkampf
am 8. Juni nach Bremen gehen.
Bei den Wettkämpfen immer dabei ist sein Vater und sportlicher Förderer Uwe Seiler. “Er ist einfach ein Supertalent”, lobt der
stolze Vater. Auch beim SV Nienhagen ist man von den Fähigkeiten des Sportlers überzeugt. Spartenleiter Erik Wickinger: “Auf
Landesebene gibt es niemanden, der ihn schlägt. Er könnte ein Zugpferd für den Verein und die Leichathletik werden.” Mit den
Olympischen Spielen in Peking wird es in diesem Jahr nichts, dafür ist Jan-Hendrick noch zu jung. Vielleicht ist er ja in vier
Jahren in London mit dabei. Mit einer Nummer kleiner würden sich Jan-Hendrick und sein Vater auch zufrieden geben: 2010 ver-
anstaltet Singapur die ersten Olympischen Spiele der Jugend.

NORDWEST ZEITUNG vom 22. Mai 2008
Nerkamp heiß auf blaue Berliner Bahn
Leichtathletik: Garreler Topläufer bleibt trotz aller Erfolge bescheiden / 2008 schon drei Bestzeiten

Von Bodo Tarow
Garrel. Früher spielte Jens Nerkamp mal Fußball - nicht überragend, aber auch nicht schlecht. Anschließend widmete er sich
zwei Jahre lang ausschließlich dem Schulsport. Zur Leichtathletik kam er nur per Zufall. Jetzt zählt er zu den talentiertesten
Läufern Niedersachsens. “Meine frühere Sportlehrerin Maria Kammertöns vom Cloppenburger Clemens-August-Gymnasium hat
mich 2003 zum Citylauf geschickt”, erinnert sich Nerkamp. “Dort habe ich gleich Platz vier belegt.” Anschließend ging alles ganz
schnell: Der heute 18-Jährige trainierte bei seinem Heimatverein BV Garrel locker mit. Sein Vereinskamerad Fabian Kühling
stellte ihn dann Trainer Heiner Göttke vor. Bis heute arbeitet Nerkamp mit dem aus Kneheim stammenden früheren Spitzen-
sprinter des VfL Löningen erfolgreich zusammen.
In zwei Jahren will Nerkamp das Technische Gymnasium erfolgreich abschließen. “Danach möchte ich gerne in den gehobenen
Dienst der Kripo”, hat der 1,78 Meter große und 63 Kilo leichte Topläufer konkrete berufliche Vorstellungen. Bis dahin wird Ner-
kamp noch rund 10 000 Trainingskilometer abreißen. “Ich trainiere siebenmal in der Woche für ein- bis eineinhalb Stunden. Pro
Woche kommen da im Schnitt 80 Kilometer zusammen.” Den Rest seiner “noch ausreichenden” Freizeit verbringt der Eistee- und
Nudelliebhaber am liebsten mit Freundin und Freunden, Musikhören oder einem guten Buch.
Seine Eltern Brigitte und Josef Nerkamp unterstützen ihn, wo sie nur können. “Ich habe ihnen viel zu verdanken. Ohne ihre Hilfe
könnte ich wohl nicht an so vielen Wettkämpfen teilnehmen”, sagt er. Nerkamp, der auf der Bahn, in der Halle und auf Crossrund-
kursen zu Hause ist, hat bereits drei Niedersachsenmeisterschaften sowie einen norddeutschen und fünf niedersächsische Vize-
titel gewonnen. Dreimal gab es Bronze. In den Bestenlisten des Landkreises Cloppenburg taucht er mehrfach ganz oben auf.
Trotz aller Erfolge bleibt er auf dem Teppich. Ob er der beste Läufer im Kreis sei, könne und wolle er nicht sagen. Tatsache ist
aber, dass es für ihn in dieser Saison blendend läuft. Nachdem der noch sponsorenlose Mittelstreckler (“Über den einen oder
anderen Unterstützer würde ich mich natürlich freuen”) bereits in der Halle und im Cross gute Platzierungen erreicht hatte, lief er
auf der Bahn über 5000 Meter (15:43,79 Minuten) und über 1500 Meter (4:00,92 Minuten) Bestzeiten. Wie selbstverständlich
stellte er im Zuge der Einweihung der Garreler Bahn auch über 3000 Meter eine neue persönliche Bestmarke auf. In 8:59,33
Minuten knackte er die Neun-Minuten-Schallmauer und schob sich auf Rang neun der Top-Ten auf dieser Strecke im Landkreis.
 Die Tickets für die deutschen Meisterschaften der A-Jugend im Juli in Berlin hat er über 5000 Meter und 1500 Meter schon in der
Tasche. “Berlin ist für mich der absolute Saison-Höhepunkt”, sagt Nerkamp. “Ich möchte mich dort im vorderen Teil des Feldes
behaupten”, hofft er, auf dem blauen Kunststoff-Oval des Olympia-Stadions eine tolle Leistung zeigen zu können. Überdies wird
er auch versuchen, sich über 3000 Meter zu qualifizieren, um sich dann “in Ruhe auf eine Strecke zu konzentrieren”.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Peine) vom 13. Juni 2008
Lisa-Marie Müller hat einen langen Atem - 800 Meterlauf für sie zu kurz
16-jähriges Leichathletiktalent vom MTV Vechelde im Interview - Ziel: Deutsche Meisterschaft

Die 16-jährige Lisa-Marie Müller vom MTV Vechelde erlief sich in der noch jungen Leichtathletik-Saison schon einige Titel: Im
April wurde sie Niedersächsische- und Norddeutsche Meisterin im 10 km-Straßenlauf. Vor wenigen Wochen folgten die Gewinne
bei der Bezirksmeisterschaft über 1500 m und 3000 m. In der aktuellen Kreisbestenliste führt sie alle Strecken von 800 m bis
10 km an. Mit ihr sprach PN-Mitarbeiter Steffen Knoblauch.
Frau Müller, Sie haben dieses Jahr schon einige Erfolge feiern können. Wie erklären Sie sich die enorme Steigerung
ihrer Leistung?

Ich habe in diesem Winter meinen Trainingsumfang gesteigert und trainiere nun vier- bis fünfmal in der Woche, dagegen war es
im vergangenen Jahr eine Einheit weniger. In diesem Winter hatte ich auch das Glück, endlich einmal durchtrainieren zu können,
da ich mir im Jahr 2007 eine Bänderdehnung zugezogen hatte, die mich zu einer längeren Pause zwang. Aufgrund der Speziali-
sierung auf die Langstrecke überwiegen nun Tempo- und Intervall-Läufe im Training, sodass ich gezielter trainieren kann.
Sie sind in diesem Jahr schon von 800 m bis 10 km fast alles gelaufen. Auf welcher Strecke sehen Sie Ihre besten
Chancen in der Zukunft?

Die 800 m zum Beispiel sind mir etwas zu kurz. Ich möchte alles ab 5 km und aufwärts laufen, das macht mir am meisten Spaß.
Ich denke, dass man auf diesen Strecken auch ganz gute Chancen hat.
Haben Sie auf diesen Strecken irgendwelche Vorbilder, zu denen Sie aufschauen?
Vorbilder habe ich keine, aber ich bewundere Jana Sussmann von der LG Nordheide. Sie ist zwei Jahre älter als ich und läuft
auch längere Strecken. Bei den Langstrecken-Landesmeisterschaften bin ich mit ihr zusammen in der weiblichen A-Jugend ge-
startet. Es war schon faszinierend, sie laufen zu sehen.
Jana Sussmann ist schon im Nationaltrikot gestartet und führt momentan die Deutsche Jugend-Bestenliste über 1500 m und 5000 m an. Was möchten Sie in Zukunft erreichen beziehungsweise wovon träumen Sie?
Mein Traum ist es, bei Deutschen Meisterschaften zu starten und dabei über 5000 m oder zehn Kilometer unter die ersten fünf
zu kommen. Wann es jedoch soweit ist, das muss man schauen.
Kommen wir noch mal zu Ihrem Training zurück. Was macht Ihnen besonders Spaß, was machen Sie gar nicht gern?
Spaß am Training habe ich eigentlich immer, insofern es nichts mit Werfen zu tun hat, das mag ich nämlich überhaupt nicht. Wir
haben aber eine sehr nette Trainingsgruppe, in der sich alle sehr gut verstehen. Aus meiner Sicht ist es etwas schade, dass es
nur wenige Läuferinnen in meinem Verein gibt, deshalb trainiere ich des öfteren auch alleine.
Haben Sie schon immer Leichtathletik betrieben?
Mit sechs Jahren habe ich angefangen, Leichtathletik zu betreiben, davor habe ich noch geturnt, das machen ja sehr viele in
Vechelde. Mit zehn Jahren habe ich dann gemerkt, dass mir das Laufen am meisten zusagt und Spaß macht. Deshalb habe ich
mich dann mehr und mehr darauf konzentriert. 

DEISTER-LEINE-ZEITUNG vom 14. Juni 2008
Florian Reichert: "Natürlich werde ich weiter laufen"

Nach einjährigem Amerika-Aufenthalt zieht der Leichtathlet des TSV Kirchdorf im Interview mit der DLZ Bilanz
Florian, du warst knapp ein Jahr in Amerika, wo genau warst du da, warum und wie kam es zu dieser Entscheidung?
Ich war am Amherst College. Das liegt im Bundesstaat Massachusetts, etwa zwei Stunden westlich von Boston. Ich habe dort
als Sprachenassistent in der Deutschen Abteilung gearbeitet. Da ich Englisch, Sport und Spanisch auf Lehramt studiere und in
naher Zukunft die englische Sprache am Gymnasium unterrichten möchte, halte ich es für unverzichtbar, eine Zeit lang in den
USA gelebt zu haben.
Du bist im College Athletics Team gestartet und konntest dir ein Bild von neuen Trainingsmethoden machen. Kann
man diese auch hier umsetzen?

Generell war es so, dass der Zusammenhalt im Team sehr viel stärker dort war. Es ist schon etwas anderes, wenn man zu-
sammen lebt, isst und täglich miteinander trainiert. Aus trainingstechnischer Sicht hat mich das Training dort nicht viel weiter
gebracht, da wir sehr viel über die Schnelligkeit gemacht haben. Das bedeutet, sehr intensives Training bei geringen Kilometer-
umfängen.
Welche Wettkämpfe bleiben dir in Erinnerung?
Ganz klar natürlich die regionalen Neuengland-Meisterschaften im Crosslauf, die ich mit meiner Mannschaft zum ersten Mal in
der fast 200-jährigen Geschichte meines Colleges zum ersten Mal gewinnen konnte.
Was ist anders in Amerika als in Deutschland?
Alles und Nichts. Was mich wohl am meisten beeindruckt hat, war die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen dort. Auch
wenn oft gesagt wird, die Amerikaner seien oberflächlich, so denke ich doch, dass durch diese "oberflächliche" Freundlichkeit
ein positiver Grundton in die Gespräche und ins alltägliche Leben kommt, der wirklich sehr angenehm ist.
Was hast du in den Ferien unternommen?
Über Thanksgiving, unser Erntedankfest, war ich in Kanada. Zusammen mit zwei spanischen Freunden hatte ich mir ein Auto
gemietet und bin nach Montreal, Toronto und zu den Niagarafällen gefahren. Das war eine tolle Reise. Allerdings war ich von den
Niagarafällen etwas enttäuscht, da diese sehr touristisch sind und ich mich gefühlt habe wie in einem riesigen Freizeitpark. Über
Weihnachten habe ich dann mehrere Reisen unternommen. Zunächst ging es zu der Familie meiner damaligen Freundin nach
San Antonio, im Bundesstaat Texas. Danach bin ich per Bus nach Los Angeles, wo ich mir mit zwei Freunden ein Wohnmobil
gemietet habe und die Küste hoch nach San Francisco gefahren bin.
Könntest du in Amerika als Student oder generell leben?
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, noch einmal in die USA zu gehen, vielleicht um meinen Doktor zu machen. Aber das ist alles
noch nicht sicher. Allerdings ist es auch so, dass das soziale Netz in den USA bei weitem nicht so gut ist wie bei uns in
Deutschland. Entweder man übernimmt Verantwortung für sein Leben und schlägt sich selbst durch, oder man landet auf der
Straße. Der Staat hilft einem im Verhältnis nur wenig.
Nun beginnt die Zeit bis zu deinem ersten Staatsexamen. Wie heißt das Thema und wann bist du damit fertig? Was
machst du anschließend?

Ich fange im Juli an meine Examensarbeit an der Uni Göttingen zu schreiben. Ich schreibe im Bereich Sportgeschichte über die
Olympischen Spiele von 1972 in München. Hier fertige ich einen Vergleich der Reaktionen auf das Attentat auf die israelische
Mannschaft in israelischen, amerikanischen und deutschen Tageszeitungen an. Ein sehr interessantes Thema, dass so noch
nicht behandelt wurde. Anschließend werde ich noch das Studium in meinem Drittfach Spanisch zu Ende bringen. Und dann
geht es wohl ins Referendariat.
Du bist nun schon zwei Wettkämpfe innerhalb der ersten Woche deiner Rückkehr gelaufen. Wie geht es weiter mit dem
Laufen? Wie sieht überhaupt deine läuferische Zukunft aus?

Natürlich werde ich weiter laufen. Dazu macht es mir einfach zu viel Spaß! Allerdings merke ich auch, dass ich in den USA sehr
intensiv Wettkämpfe bestritten habe. Immerhin habe ich dort eine komplette Cross-, Hallen- und Bahnsaison bestritten. Vielleicht
nehme ich mir deswegen erst mal eine kurze Auszeit von Wettkämpfen. Spätestens im Herbst will ich dann aber über Straßen-
läufe wieder den Einstieg hier in Deutschland finden. Dem TSV Kirchdorf bleib ich natürlich treu.
Was wäre für dich in naher Zukunft eine Herausforderung?
Ich möchte die 10 km unter 31:00 min laufen. Mit meiner Bestzeit von 31:12 min bin ich ja schon denkbar knapp dran, allerdings
braucht das eine gute Vorbereitung. Irgendwann innerhalb der nächsten fünf Jahre laufe ich sicherlich auch einen Marathon. Am
liebsten natürlich in New York.
Was hast du heute trainiert? Strecke, Tempo, Puls?
Heute bin ich endlich mal wieder mit meinem Trainer Markus Pingpank gelaufen. Das hat wirklich Spaß gemacht. Wir haben
einen lockeren Dauerlauf über 17 km im 4:20er-Tempo gemacht. 

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 28. Juni 2008
Sebastian Fiene: "Olympia 2012 wäre der Wahnsinn"
Hohenhamelner bereitet sich auf Leichtathletik-Junioren-WM vor

Von Benjamin Straub
Eine Woche ist es nun her, dass Sebastian Fiene von der LG Hannover seine Fahrkarte für die Leichtathletik-Junioren-WM im
polnischen Bydgoszcz gezogen hat. Zum zweiten Mal nach 2006 geht er nun für Deutschland an den Start. Dabei sah es vor
wenigen Monaten noch ganz anders aus bei dem 19-jährigen Hohenhamelner. Eine Achillessehnenreizung sowie Probleme mit
der Oberschenkelmuskulatur machten normales Training so gut wie unmöglich. "Ich habe in dieser Zeit versucht, mich nicht ver-
rückt zu machen und fit zu bleiben", erklärt der 400 Meter-Läufer. "Viel Aqua-Jogging stand neben Kraft- und Ausdauertraining
auf dem Programm. Das Ganze fünfmal die Woche. Eigentlich habe ich nicht mehr mit der WM-Teilnahme gerechnet", gibt Fiene
zu. Doch mit einer Zeit von 48,03 Sekunden schrammte er nur knapp an seiner Bestzeit vorbei. "Das war ein sehr schönes Ge-
fühl, es trotz des Trainingsrückstands in die europäische Top-30-Liste geschafft zu haben." Doch richtig feiern durfte er seine
Nominierung noch nicht. Denn nach der gesicherten WM-Teilnahme geht es für Fiene nun in die heiße Phase.
Am kommenden Mittwoch, 2. Juli, reist er mit dem Nationalteam nach Kienbaum bei Berlin in das Bundesleistungszentrum des
deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zum letzten Feinschliff. "Dort werden alle Schwerpunkte trainiert. Auch die Sprints
und Tempoläufe werden weiter ausgearbeitet. Im Moment trainiere ich jeden Tag in der Woche", erklärt der Abiturient. Wenn
Wettkämpfe wie am Wochenende bei der Landesmeisterschaft in Hameln anstehen, dann schraubt er das Training runter.
Langsam steigt bei dem Lauftalent die Vorfreude auf die WM. "Bisher war ich noch nicht in Polen. Ich habe mir aber auch noch
nicht viele Gedanken darüber gemacht, was mich erwartet. Die Vorfreude ist riesig. Es ist eine Ehre für mich, Deutschland ver-
treten zu dürfen", erklärt Fiene stolz. Neben der ganzen eigenen Aufregung fiebert Fiene aber auch mit der deutschen Fußball-
nationalmannschaft bei der Europameisterschaft mit. "Die Atmosphäre packt einen natürlich. Und es steigert die Vorfreude auf
meine WM-Teilnahme noch mehr", erklärt der Hohenhamelner schmunzelnd.
Die Wochen nach der WM sind für Fiene schon jetzt randvoll mit Terminen: Eine Woche später geht es nach Berlin zu den
Deutschen Jugendmeisterschaften (16. bis 19. Juli) nach Berlin. Und nur zwei Wochen später zur Deutschen Meisterschaft der
U23 nach Nürnberg. "Dort will ich mich weiter für den Nationalkader empfehlen und eine gute Zeit rauslaufen", ist Fiene ehrgeizig.
"Aber erstmal kommt jetzt die Weltmeisterschaft. Von mir aus könnte es sofort losgehen", betont der 19-Jährige. Trotz seiner
Erfahrung ist er immer wieder nervös vor Wettkämpfen. "Adrenalin muss sein. Sonst läuft definitiv etwas falsch", unterstreicht der
Hohenhamelner. "Ich werde alles dafür tun, dass wir den Endlauf erreichen."
Auch für die nächsten Jahre hat sich Fiene schon Ziele gesetzt. Nach dem Übergang in den Erwachsenenbereich, der vielen Ath-
leten schwerfällt, möchte er sich weiter auf nationaler Ebene etablieren und schließlich international angreifen. "Die Olympischen
Spiele 2012 wären der Wahnsinn." 
==> Ein weiterer Bericht über Sebastian Fiene vom 18.4.2007  

KREISZEITUNG (Diepholz) vom 28. Juni 2008
Becker - der bescheidene Chef
Sulinger seit sieben Monaten an der Spitze des Kreisleichtathletik-Verbandes / Kein zweiter Buchwald

Sulingen
(el). Viel Bedenkzeit hatte Wilfried Becker im November vergangenen Jahres nicht gehabt. Genau zwei Tage vor dem
mit Neuwahlen verbundenen Kreistag informierte der damalige erste Vorsitzende des Kreisleichtathletik-Verbandes Diepholz,
Berthold Buchwald, seinen "Vize" Becker über seine Entscheidung, nach zehnjähriger Tätigkeit nicht mehr für den Vorsitz zu
kandidieren. Der Bitte Buchwalds, seine Nachfolge anzutreten, kam Becker nach. Die Wahl erfolgte einstimmig. Nach sieben-
monatiger Amtszeit zieht der Sulinger eine sehr positive Zwischenbilanz über die derzeitige Situation und Entwicklung in Sachen
Leistungs- und Breitensport in der Leichtathletik im Kreisgebiet.
Wilfried Becker ist ein sportlicher Mensch. Der 58-Jährige geht gerne mit seinem Sohn Malte (22) skaten, spielt Volleyball und
ist begeisterter Skiläufer. Schon als Schüler war der Sulinger in seinem Heimatort Bad Essen (Kreis Wittlage) auch in der Leicht-
athletik aktiv, lief sowohl Kurz- als auch Langstrecke. Und auch an seine Versuche im Stabhochsprung erinnert sich Becker
gerne: "Als Stäbe dienten uns Bohnenstangen. Ich habe es damit immerhin bis auf 2,20 Meter gebracht." Beim Post SV Osna-
brück erlebte Becker Ende der 60er Jahre die große Zeit der Volksläufe aktiv mit. Seit 30 Jahren lebt Becker jetzt mit seiner
Familie in Sulingen, schloss sich dem TuS Sulingen an, trat der DLRG bei, bemühte sich um die Betriebssportgemeinschaft im
Amt für Agrastruktur, und, und, und... Inzwischen sind daraus für ihn zahlreiche Ehrenämter entstanden.
"Ich weiß Bertholds Arbeit zu schätzen"
Die Rückkehr zur Leichtathletik verdankt Becker vor allem seiner Tochter Janka (19). Als die angehende Sportstudentin vor vielen
Jahren als Schülerin bei Kreismeisterschaften im Sulinger Sportpark startete, erkannte Becker organisatorische Engpässe und
packte wenig später zu, "rutschte" so in die Vorstandsarbeit hinein und war dann als zweiter Vorsitzender maßgeblich an der
erfolgreichen Umstrukturierung des NLV-Kreises Diepholz zum Kreisleichtathletikverband (KLV) Diepholz e.V. beteiligt. Nach
eigener Einschätzung ist er dabei allerdings kein echter Fachmann in der bisweilen in Organisation und Regelwerk komplizierten
Leichtathletik geworden. "Da ist und war mir Berthold weit voraus, und ich weiß die von ihm geleistete Arbeit zu schätzen", er-
klärt Becker. Als sich beim Kreistag am 16. November 2007 mangels weiterer Kandidaten keine Alternative abzeichnete, über-
nahm Becker trotz einiger Bedenken den Vorsitz: "Für mich ergab sich da doch eine Diskrepanz zwischen dem, was für die Aus-
übung eines solchen Amtes erforderlich ist und dem, was ich leisten kann." Allerdings erkannte Becker auch einen Vorteil in
seiner Person: Interessenskonflikte, die Buchwald als gleichzeitiger Vorsitzender des LC Hansa Stuhr möglicherweise hatte,
existieren für ihn nicht: "Ich sehe mich in neutraler Stellung." Zudem kommen dem Sulinger in der Verbandsarbeit die Erfahrung-
en zu Gute, die er in seiner beruflichen Arbeit im Personalmanagement der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und
Liegenschaften gesammelt hat.
Mit der Person des Vorsitzenden hat sich auch der Führungsstil im KLV geändert. Becker geht die Dinge ruhig und geduldig an,
baut auf ein Miteinander, legt viel Wert auf Fairness, persönliche Gespräche und gegenseitigen Respekt. In der sehr schwierigen
Anfangsphase seiner Amtszeit konnte er davon schon viel vermitteln und so sicherstellen, dass der Sportbetrieb weitergeführt
wurde.
"Weiße Flecken beseitigen"
Mit viel Optimismus blickt Becker in die sportliche Zukunft des Verbandes, dem derzeit 15 Mitgliedsvereine mit rund 1100 ge-
meldeten Leichtathleten angehören: "Wir sind gut, innerhalb des Kreises und im Vergleich zu anderen Landkreisen, wo die
Leichtathetlik praktisch zum Erliegen gekommen ist. Dass sich gleich neun Spitzenathleten aus vier verschiedenen Vereinen für
deutsche Meisterschaften qualifiziert haben, darauf bin auch ich stolz. Vielleicht werden es künftig noch mehr." Und auch der
Breitensport liegt dem Sulinger am Herzen: "Wir haben im Landkreis einige in Sachen Sport- und Mehrkampfabzeichen sehr
aktive Vereine, die dem Verband noch nicht angehören." Becker hofft auch hier auf persönliche Gespräche und Information, um
so "einige weiße Flecken auf der Landkarte zu beseitigen". Alles in allem viel Arbeit, die derzeit für die Kreisleichtathletik vor
allem in seiner Person geleistet wird. In fachlichen Dingen hofft Becker darauf, noch mehr Mitarbeiter und Helfer für eine Zu-
sammenarbeit mit dem Vorstandsteam begeistern zu können, in dem zurzeit vor allem Wettkampfwart Jan Neubauer und
Kampfrichterwart Dieter Tjaden unentbehrliche Arbeit leisten. Denn gerade die Wettkampf-Leichtathletik ist nun einmal sehr
arbeitsintensiv: "Ich rechne da einen Helfer auf fünf startende Athleten."
Im privaten Bereich kann sich der Sulinger allerdings jetzt schon über jede mögliche Hilfe und Unterstützung durch seine eben-
falls ehrenamtlich engagierte Ehefrau Helga freuen. Bleibt die Frage, die sich bei Ehrenämtern doch oft genug stellt: Wozu dient
der ganze Aufwand? Auch hier bleibt Wilfried Becker bescheiden: "Ich erwarte keine öffentliche Würdigung. Aber jeder kleine Er-
folg, der einem Schüler gelingt, fällt auch auf mich zurück. Irgendwo war auch ich daran beteiligt. Aus dieser Erkenntnis kommt
viel Freude und Motivation."    

ALLGEMEINE ZEITUNG UELZEN vom 5. Juli 2008
Der weite Sprung in die Staaten
Matthias Meyer: Uelzens bester Leichtathlet erhält Sportstipendium

Uelzen.
Matthias Meyer von der LG Hanstedt/Wellendorf/Wriedel, erfolgreichster und bester Weitspringer aller Zeiten im Land-
kreis, verlässt Uelzen. Er wird nach seinem erfolgreich abgelegten Abitur an der University of Virginia studieren. Erst im Juni hatte
Meyer als noch 19-Jähriger mit 7,25 Metern eine neue Weitsprung-Rekordmarke für die Uelzener Leichtathletik aufgestellt. In
Chartottesville erhält der mittlerweile 20-Jährige ein vierjähriges, im sechsstelligen Dollarbereich ausgestattetes Stipendium.
Möglich wird ihm dies durch seine überdurchschnittlichen Leistungen in den Disziplinen 100 Meter, Weit- und Dreisprung. Meyer,
der bereits zu einem Schüleraustausch vor zwei Jahren eine High-School in der Nähe von Washington besuchte, fiel den da-
maligen Verantwortlichen wegen seiner Weitsprungergebnisse auf. Sein Heimtrainer Wilfried Teichmann: "Zu diesem Zeitpunkt
legte er wohl den Grundstein für ein Studium in den Staaten."
Meyers Abitur (Notendurchschnitt 1,9) und die sportlichen Erfolge öffneten ihm jetzt endgültig die Tür. Meyer: "Wenn man dann
noch ein Dreiviertel-Stipendium erhält, fällt einem die Entscheidung, vier Jahre in den USA zu studieren, wesentlich leichter."
Teichmann: "Für unsere heimische Leichtathletik ist dies zunächst mal ein herber Verlust." Doch er kann sich trösten: Matthias
Meyer bleibt weiterhin für die LG Hanstedt/Wellendorf/Wriedel und somit auch für Deutschland startberechtigt. Ab Herbst wird der
Wellendorfer unter 20000 Studenten einer von 435 sein, die einen Sportvertrag in der Tasche haben und denen damit die Mög-
lichkeit gegeben ist, an dieser Uni neben dem Studium auch noch Leistungssport zu betreiben. Teichmann: "An eine solche
Förderung ist in Deutschland in diesem Maße gar nicht zu denken. Das ist mit ein Grund dafür, dass wir nicht nur in der Leicht-
athletik hinter dem Rest der Welt hinterher hinken, wenn man mal von einigen Ausnahmen absieht."
Die Amerikaner loben, dass Meyer behutsam und dennoch leistungsorientiert aufgebaut worden sei - ein Verdienst seines Ent-
deckers und langjährigen Trainers Teichmann. Der 20-Jährige gilt als körperlich noch nicht "ausgebrannt", seine zukünftigen Be-
treuer sehen noch weitere Steigerungsmöglichkeiten. Zu Meyers Trainern in den Staaten wird unter anderem der Kugelstoß-
Weltmeister von 2005 gehören, Adam Nelson. "Weniger ist manchmal mehr", erklärt Teichmann seine Trainings-Philosophie.
Sein Schützling sei dadurch von großen Verletzungen verschont geblieben und habe seine Entwicklung im Sprung und Sprint
somit unbeirrt vorantreiben können. 

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 10. Juli 2008
Ausprobieren, was im Körper steckt
Speerwurf-Talent Sven Schröder vom TSV Asendorf hat bereits einige Rekorde gebrochen und peilt mittelfristig
die 70 Meter an

Von unserer Mitarbeiterin Christiane Golenia
Asendorf. Rückblende in das Jahr 1998. Im Sulinger Sportpark finden die Schüler-Kreismeisterschaften statt. Mit am Start: Sven
Schröder vom TSV Asendorf. Der Youngster macht seine Sache gut, siegt im Hochsprung (1,09 Meter) und im Schlagballwurf
(41,50 Meter) und wird so zweifacher Kreismeister in der Altersklasse M10. Zehn Jahre später ist Sven Schröder wieder bei den
Schüler-Kreismeisterschaften in Sulingen in Aktion. Der 20-Jährige lässt den Speer locker mal eben Richtung 60 Meter fliegen.
Keine Frage: Aus dem kleinen Blondschopf von damals ist ein Spitzenathlet geworden.
Die Leichtathletikkarriere von Sven Schröder begann früh. "Ute hat mich schon mit vier Jahren mit auf den Sportplatz genommen",
erinnert sich der Asendorfer. Ute, das ist die TSV-Trainerin und seine Mutter Ute Schröder. Die eigene Mutter als Coach zu
haben, findet Sven Schröder nicht unbedingt problematisch: "Ich denke, wir können Sport und Familie ganz gut trennen, und
wenn es mal Unstimmigkeiten gibt, sind die schnell beseitigt." Mit fünf Jahren bestritt Schröder seinen ersten Wettkampf. "7,50
Meter mit dem Schlagball waren das Ergebnis", grinst Schröder und fügt hinzu: "Mit sechs Jahren waren es dann immerhin
schon 17,50 Meter." Ute Schröder sorgte für eine solide, vielseitige leichtathletische Grundausbildung ihres Sohnes.
Die Stärke in den Wurfdisziplinen stellte sich schnell heraus, wobei als B- und A-Schüler der Umgang mit Kugel, Diskus und
Speer gleichermaßen vielversprechend war. Im Jahr 2003 wechselte Schröder zum SV Werder Bremen. Was folgte, war eine Flut
von Rekorden und Titeln. Als 15-Jähriger stellte er mit 76 Metern im Ballwurf (200 Gramm) seinen ersten Bremer Landesrekord
auf. Als B-Jugendlicher übernahm er die Rekorde im Speerwurf (59,65 Meter) und Kugelstoß (15,56 Meter). Als A-Jugendlicher,
inzwischen auf den Speerwurf spezialisiert, brachte er im vergangenen Jahr mit 62,76 Metern den Speerwurfrekord bei den Männern, Junioren und der A-Jugend in seinen Besitz. Insgesamt 52 Landesmeistertitel, davon 13 als Gesamtsieger der gemein-
samen BLV- und NLV-Meisterschaften sammelte Schröder im Werder-Trikot, bevor er Anfang 2008 zu seinem Heimatverein TSV
Asendorf zurückkehrte.
Der Sport beeinflusste auch Schule und Berufswahl. Der Asendorfer wechselte vom Gymnasium Syke zum Schulzentrum Ober-
vieland. Die "Schule mit sportlichem Profil" ermöglichte, Sport als Leistungskurs ins Abitur einzubringen. Beim Niedersächsisch-
en Leichtathletikverband fand Schröder vor einem Jahr einen Ausbildungsplatz zum Sport- und Fitnesskaufmann. Besser lassen
sich Sport und Beruf kaum unter einen Hut bringen. Im Sportleistungszentrum in Hannover sind die Wege zwischen Arbeits- und
Trainingsstätte kurz. Und das ist gut so, schließlich stehen wöchentlich fünf bis sechs Trainingseinheiten auf dem Programm, im
Winter vor allem Kraftausdauer, im Sommer mit Schwerpunkt Maximalkraft. Schröder erklärt, wie ein 60 Meter-Speerwerfer Maxi-
malkraft trainiert: "Das heißt für mich, halbe Kniebeuge mit 220 Kilo Zusatzgewicht oder Bankdrücken mit bis zu 140 Kilo."
Zehn Wettkämpfe hat Schröder jetzt in 2008 bereits hinter sich. Zur "Halbzeit" steht der persönliche Rekord jetzt bei 65,20
Metern. "66 bis 68 Meter könnten es ruhig noch werden", findet Schröder. Ideal, wenn ihm das bei seinem Saisonziel, der Teil,
nahme an den Deutschen Juniorenmeisterschaften am 26./27. Juli in Recklinghausen gelänge. Aber auch diese Weite dürften
angesichts der derzeit extrem starken Konkurrenz nur mit viel Glück zum Endkampf reichen. Schröder: "Ein Platz unter den Top
Ten wäre da schon super." Schröders sportliche Ziele gehen weit über das diesjährige Saisonziel hinaus, daran lässt der 20-
Jährige keine Zweifel aufkommen. "Wir haben in all den Jahren langfristig trainiert, um konstant und kontinuierlich die Leistung zu
verbessern", erklärt Schröder. "Im nächsten Jahr könnten die 70 Meter gelingen." Auf eine absolut mögliche Weite will sich der
20-Jährige allerdings nicht festlegen: "Der Reiz an der Sache ist doch auszuprobieren, was im Körper steckt."

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 16. Juli 2008
Neele Eckhardt ist auf dem Sprung
Das Leichtathletik-Talent des TSV Asendorf startet am kommenden Wochenende bei der Jugend-DM in Berlin -
mit 6,04 Meter im Gepäck

Von unserem Redakteur Jens Hoffmann
Asendorf. Ortstermin Weserstadion. Während sich draußen der Himmel schwarz färbt, die ersten Blitze zucken und ein gewal-
tiger Platzregen den Boden aufweicht, fließt drinnen in der Laufhalle unterhalb der Südtribüne der Schweiß. Zwischen den einzel-
nen Trainingseinheiten, die Neele Eckhardt routinemäßig mit ihrer Trainerin Ute Schröder abreißt, findet das Leichtathletiktalent
des TSV Asendorf Zeit für ein ausführliches Gespräch über ihre Wünsche und ihre Ziele.
Rückblick. Mit zehn Jahren habe sie mit der Leichtathletik begonnen, sagt die heute 16-Jährige, die 2002 dem TSV Asendorf bei-
trat. Dieser Schritt war kein spontaner, sondern ergab sich irgendwie von selbst. Neele Eckhardt hat nämlich früh gemerkt, dass
sie einen Tick weiter springen und schneller laufen konnte als ihre Altersgenossen. Bei den Bundesjugendspielen gehörte sie
folglich nie zur breiten Masse, die die obligatorische Siegerurkunde entgegennahm, nein: Bei ihr war es stets die begehrte Ehren-
urkunde. Was lag also näher, als das eigene Talent in einem Verein zu fördern. Und das junge Mädchen lernte schnell dazu.
Natürliche Fähigkeiten gepaart mit dem richtigen Training zeigten alsbald Wirkung. Mit elf Jahren erlebte Neele Eckhardt einen
ersten magischen Moment. "Ich sprang zum ersten Mal über vier Meter", erzählt sie lächelnd. "Da war ich so glücklich." 4,12
Meter waren es, um genau zu sein - das TSV-Talent knackte eine dieser für Leichtathleten so wichtigen Fixmarken.
Vor kurzem hat sie wieder einen solchen richtungsweisenden Moment erlebt. Beim Springermeeting in Garbsen landete Neele
Eckhardt nach exakt 6,02 Meter im Sand. Erstmals über sechs Meter - ein wichtiges Ereignis, ein tolles Erlebnis. Es beweist,
was für die 16-Jährige möglich zu sein scheint, zumal sie ihren persönlichen Rekord am vergangenen Wochenende nochmals
steigerte - auf 6,04 Meter. Über sechs Meter zu springen, heißt gleichzeitig zur nationalen Elite zu zählen. Es gibt nicht viele
Athletinnen in Deutschland, die selbiges schaffen. "Mit dieser Weite befindet man sich deutschlandweit schon unter den Top 30",
sagt Trainerin Ute Schröder. International gehört man mit 6,90 Meter mittlerweile zur absoluten Weltklasse.
Neele Eckhardt ist auf dem Sprung - im wahrsten Sinne des Wortes. Am kommenden Wochenende - 18. bis 20. Juli - nimmt sie
an den Deutschen Jugendmeisterschaften in Berlin teil. Im großen Olympiastadion. Diesem Highlight arbeitet sie konzentriert
entgegen. Ute Schröder ist dabei ihre große Stütze. Die Trainerin des TSV Asendorf, die unter anderem auch ihren Sohn Sven
Schröder - seines Zeichens erfolgreicher Speerwerfer - betreut, plant die gesamten Vorbereitungsphase langfristig und minutiös.
Dreimal pro Woche wird trainiert, manchmal viermal. In der Regel zwei Stunden pro Einheit. Meistens in Bremen auf Platz elf des
Weserstadions oder, bei schlechtem Wetter, in der Halle. Montags treffen sich die beiden in Asendorf und spulen dort ihr Pro-
gramm ab.
Leichtathletik ist für Neele Eckhardt im Laufe der Jahre zu einer Vollbeschäftigung geworden. "Ich da so reingewachsen", sagt
sie selbst. Und ein Leben ohne Sport? "Unvorstellbar, todlangweilig", schüttelt sie den Kopf. Ihre Freunde hätten sich daran ge-
wöhnt, dass sie selten zu Hause ist, trotzdem, oder gerade deswegen, möchte sie diese Freundschaften pflegen. "Das funktio-
niert auch", versichert der Teenager, der das Syker Gymnasium besucht, besser gesagt: besucht hat. Denn fortan bringt Neele
Eckhardt ihre schulischen und sportlichen Verpflichtungen unter einen Hut und wechselt auf ein Sportinternat nach Hannover. Die
dortige Gruppe wird von Frank Reinhardt, dem Landestrainer Sprung, geleitet. Professionelle Strukturen, die für Neele Eckhardt
maßgeschneidert sein dürften. "Es ist nicht einfach, auf einem solchen Internat angenommen zu werden. Dafür müssen die
schulischen Leistungen stimmen und die sportlichen natürlich auch", erklärt Ute Schröder. Bei Neele Eckhardt passt beides. Die
Verbindung zur Heimat werde dennoch nicht abreißen. Der TSV Asendorf bleibt ihr Verein und Ute Schröder ihre Heimtrainerin.
"Wir werden vor allem per Internet Kontakt zueinander halten", verrät Ute Schröder. Die beiden sind ein eingespieltes Team.
Erstaunlich, wenn man bedenkt, wie das heutige Vertrauensverhältnis einst begann. "Am Anfang hatte ich ein bisschen Angst vor
Ute", bekennt Neele Eckhardt. Die Trainerin kam ihr immer ein wenig streng und hart vor. Mit den Jahren musste das Urteil leicht
abgewandelt werden: Ute Schröder ist konsequent und ehrgeizig - und Neele Eckhardt dankt es ihr mit Erfolgen. Im Sprint (ihre
100-Meter-Bestzeit liegt bei 12,39 Sekunden) und vor allem im Weitsprung, ihrer Paradedisziplin. Sie ist achtfache Landes-
und x-fache Kreismeisterin. Diese Titel zähle sie gar nicht mehr, so viele sind es geworden. Sie war Sportlerin des Jahres im
Kreis Diepholz, sie sammelt Medaillen, Pokale und Urkunden wie andere Leute Briefmarken.
Und in Berlin? Auch bei der DM gehört sie auf dem Papier zum engsten Favoritenkreis, immerhin sind ihre 6,04 Meter Kreisre-
kord - nicht nur im Nachwuchs, sondern im gesamten Frauenbereich. Neele Eckhardt geht das Unternehmen DM jedoch etwas
defensiver an. Sie sagt: "Ich hoffe zunächst mal auf den Endkampf der besten Acht. Den zu Erreichen wäre schon super." Denn
bei allen bereits errungen Erfolgen scheint eines klar zu sein: Die Zukunft gehört der Asendorferin. 

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Peine) vom 29. Juli 2008
"Ich habe gezeigt, was ich laufen kann"
Leichtathlet Sebastian Fiene zieht positive Bilanz einer anfangs verkorksten Freiluftsaison

Von Jörg David
Nach zwei nationalen Meisterschaften in Folge heißt es für Sebastian Fiene jetzt erst einmal abschalten. Im beschaulichen
Schwarzwald verarbeitet der Hohenhamelner Leichtathlet die Auswirkungen einer gewiss nicht leichten Saison. Vor seinem
letzten Jugendjahr war Fiene bekanntlich von der LG Peiner Land zur LG Hannover gewechselt. Doch eine Achillessehnenreizung
sowie Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur machten normales Training über einen längeren Zeitraum so gut wie unmöglich.
 Um so erstaunlicher seine Leistungs-Explosion bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Berlin, bei der Fiene erstmals unter
47 Sekunden über 400 Meter blieb. Nach der Silbermedaille im Einzel und dem Mannschaftsgold mit der 4x100-Meter-Staffel
nahmen Fiene und seine Trainer nun den Fuß vom Gas. "Nach den tollen 46,68 Sekunden von Berlin wollten die Trainer sehen,
was ich über 200 Meter schaffen kann", erklärt Fiene. Auf seiner Paradestrecke startete er deshalb nur in der Staffel der LG
Hannover. Als Schlussläufer bestätigte er seine Berlin-Zeit mit handgestoppten 46,50 sek, "aber das ist natürlich wegen des
Wechsels schwer mit einen Einzelrennen zu vergleichen". Über die 200 Meter war Fiene ebenfalls zufrieden, steigerte er doch
wie berichtet seine Saisonbestleistung als Dritter des B-Finales auf 21,81 Sekunden. Weniger gut lief es bei der Juniorenmeister-
schaft für die Meister-Sprintstaffel. Fiene: "Unser Startläufer war schon etwas müde, und ich bin zu engagiert losgelaufen, so
dass der Wechsel misslang - ausgeschieden." Aber das sei zu verschmerzen, zumal die Juniorenmeisterschaft nicht die gleiche
Bedeutung wie die Jugend-DM habe.
So zieht Sebastian Fiene ein positives Fazit seiner Freiluftsaison: "Ich bin echt hochzufrieden. Nachdem ich noch im Frühjahr die
Seuche hatte, haben die Bundestrainer gesehen, was ich laufen kann." Jetzt kommen noch die Jugend-Mannschaftsmeister-
schaften, aber das werde eher ein Spaß. Bis zum Beginn seines Zivildienstes bei der Sportmedizinischen Abteilung des
Olympia-Stützpunkts Hannover werde Fiene kürzer treten. Außer Urlaubsreisen blickt er in dieser Zeit auch nach Peking. Wer ist
denn Fienes Olympia-Favorit auf der 400-Meter-Strecke? "Ich setze auf Jeremy Wariner, der Amerikaner wird seinen Landsmann
LaShawn Merritt noch einmal schlagen." Danach beginnen die Planungen für das Wintertraining, das sich wohl gut mit der Arbeit
als Zivi koordinieren lasse. "Gut möglich, dass ich auf die Hallensaison verzichte, weil die Belastungen auf der engeren Bahn für
Knochen und Bänder nicht das Beste sind."
==> Weitere Berichte über Sebastian Fiene vom 18.4.2007 / 28.6.2008 

NORDSEE ZEITUNG vom 2. August 2008 (hier veröffentlicht am 4. August)
"Mit links" überzeugende Weite
In Niedersachsen stößt keine Schülerin die Kugel weiter als Haika Laube vom TSV Wehdel - Auch Speer, Diskus und
Beine lässt sie gerne fliegen

Von unserer Mitarbeiterin Sabrina Knoll
Bremerhaven. Handball hat sie früher gespielt, aber einen schnöden Leder-Ball hat die 14-Jährige schon lange nicht mehr übers
Feld geworfen. Heute erzielt sie mit Speer, Kugel und Diskus überzeugende Weiten. Der Speer ist ihr am liebsten, “weil man da-
mit so unglaubliche Weiten erzielen kann", sagt die Schülerin, deren Bestmarke bei 34,56 Metern liegt. Aber Erfolg kann ein Ge-
rät auch spannend machen. So macht ihr das Kugelstoßen "schon auch Spaß". Immerhin führt sie in dieser Disziplin die Jahr-
gangs-Bestenliste des Landes Niedersachsen an. “Ich find's toll, wenn ich bei Wettkämpfen gleich zwei oder drei Meter weiter
stoße als die anderen." Dann fliegt die drei Kilogramm schwere Kugel schon mal 11,33 Meter weit.
Mit sechs Jahren beobachtete Haika vom Schulhof aus ein Training auf dem Sportplatz des TSV Wehdel. Das erste, was sie
nach Schulschluss zu ihrer Mutter sagte, war “da will ich auch mitmachen". Laufen, Springen, Werfen füllt seither ihre Nach-
mittage. “Mit einem kurzen Durchhänger", gibt Haika zu. Da war irgendwie die Luft raus, “außerdem war mir der Trainer zu
streng". Außerdem spielte Haika zu der Zeit auch noch Handball. Das wurde im vergangenen Jahr aber beendet, weil sie wusste,
dass sie beides irgendwann nicht mehr unter einen Hut kriegen würde. Wettkämpfe standen von Anfang an auf dem Programm,
auf Sportfesten sammelte Haika ihre ersten Urkunden und Medaillen. “Das war schon toll", erinnert sich die Schülerin. “So was
cooles bekommt man nicht alle Tage." Ihre Eltern sind auch mächtig stolz, Mama hat von Anfang an einen Ordner angelegt, den
sich auch Haika gerne immer wieder anschaut. Für sie ein zusätzlicher Ansporn, wenn sie sieht, “wie sich die Plätze immer
weiter verbessern".
In diesem Jahr war Haika das erste Mal bei den Landesmeisterschaften dabei, nicht, weil sie sich vorher nicht qualifiziert hätte,
sondern weil sie bisher noch nicht alt genug war. Die Quali-Weiten hat die Rechtshänderin sozusagen “mit links" geworfen. Am
Ende kehrte sie vom Hallenturnier mit einer Goldmedaille im Kugelstoßen, von den Freiluftwettbewerben mit einem ersten Platz
im Speerwerfen und einem zweiten im Kugelstoßen zurück. “Das war eine ganz knappe Sache", das weiß Heike noch ganz ge-
nau. Acht Zentimeter hätte sie “die blöde Kugel" weiter stoßen müssen, dann wäre sie als zweifache Landesmeisterin zurück-
gekehrt.
Regeneration im Zeltlager
Zweimal die Woche trainiert Haika auf dem Platz des TSV eineinhalb Stunden Werfen, dazu kommen 90 Minuten Hürdenlauf-
Training. Obwohl Haika mit der Kugel die meisten Erfolge feiert, gehören neben Kugelstoßen auch Laufen und Springen und
natürlich Speer und Diskus zu ihrem Trainingspensum. Denn frühestens mit 15 Jahren sollten sich junge Athleten spezialisieren,
heißt es. Mit Blick auf Wachstumsphase und eine mögliche Überbelastung wird außerdem im Sommer nicht trainiert. Der Körper
soll sich regenerieren. Haikas Art: Sie ist diese Woche in ein zweiwöchiges Zeltlager gestartet. Ob sie danach nicht alles wieder
vergessen hat? “Quatsch", sagt sie und schüttelt den Kopf. “Im Gegenteil. Dann ist die Motivation doch noch viel größer, weil
man sich freut, endlich wieder trainieren zu können."
Diesen zusätzlichen Schub kann sie in diesem Sommer besonders gut gebrauchen. Als Landesbeste im Kugelstoßen wurde sie
vom Verband ausgewählt, Ende August bei den Nordländerkämpfen für Niedersachsen zu starten. Danach geht es Anfang Sep-
tember zur norddeutschen Meisterschaft. Auch dafür wäre sie noch zu jung. Wer will, darf sich aber schon ein Jahr früher mit den
Älteren messen. “Mal sehen, ob es hinhaut.” 
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