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Porträts und Berichte über Leichtathleten und Funktionäre aus der Region (Seite 7)

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Wolfgang Budde NLV-Bezirk Weser-Ems (4.11.2009) 
Anna-Lena Freese FTSV Jahn Brinkum (13.11.2009) 
Nicole Marahrens LG Weserbergland (16.11.2009) 
Karen Piel LG Weserbergland (17.11.2009) 
Renate Behrens LG Weserbergland (18.11.2009) 
Andreas Oberschilp LG Bremen-Nord (19.11.2009)  
Wolfgang Zikownia SG Rodenberg (27.11.2009) 
Cornelia Schwennen SV Concordia Emsbüren (2.12.2009)  
Stefan Hölscher LG Weserbergland (2.12.2009) 
Deborah Brodersen LG Weserbergland (9.12.2009) 
Marie Holzschuh LG Weserbergland (16.12.2009) 
Manfred Bublitz ESV Eintracht Hameln/LG Weserbergland (16.12.2009) 
Fabian Brunswig LG Braunschweig (18.12.2009) 
Andreas Oberschilp LG Bremen-Nord (28.12.2009) 
Carsten Horn VfL Suderburg (30.12.2009)  
Joachim Peest LG Weserbergland (5.1.2010)  
Carolin Nytra Bremer LT (6.1.2010) 
Andreas Hülskamp BV Garrel (12.1.2010) 
Eibo Eiben SC Dunum (14.1.2010) 
Caroline Neckel LG Lüneburg Stadt-Land (15.1.2010) 
Deborah Brodersen LG Weserbergland (26.1.2010) 
Johanna Kühn Post SV Stadthagen (27.1.2010) 
Horst Schäfer VT Ruinteln (27.1.2010) 
Enno Tjarks VfL Germania Leer (28.1.2010) 
Horst Schrader TuS Celle (29.1.2010) 
Oliver Nauermann TV Norden (11.2.2010) 
Jens Ellrott TuS Komet Arsten / Bremer LV (11.2.2010) 
Maren Kock LG Emstal Dörpen (12.2.2010) 
Hermann Dressel Bremer LV (17.2.2010) 
Mareike Witt LG Delmenhorst/Diepholz (19.2.2010) 
Heinz Engelke NLV-Kreis Cloppenburg (26.2.2010) 
Constantin Jäkel LG Kreis Verden (4.3.2010) 
Karl-Heinz Lippold NLV-Kreis Salzgitter (7.3.2010) 
Lisa-Marie Müller MTV Vechelde (10.3.2010) 
Reintraut Rattay LG Peiner Land (12.3.2010) 
Pavel Mokrys LG Peiner Land (17.3.2010) 
Heinrich Deutsch MTV Salzgitter (23.3.2010) 
Hermann Luttmann SG Unterstedt (6.6.2010) 
Paul Krempel u. Lennart Carstens TSV Verden / LG Kreis Verden (8.6.2010) 
Jörg Hilbert Bremer LT / BTV von 1877 (10.6.2010)   
John-David Reiß SC Weyhe (11.6.2010) 
Sarah Weigel LG Kreis Verden (11.6.2010) 
Fabian Schmidt LG Kreis Verden (21.6.2010)  
Viktor Kuk OSC Damme (22.6.2010) 
Geronimo von Wartburg LG Kreis Verden (26.6.2010) 
Ute Schröder TSV Asendorf (1.7.2010) 

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DELMENHORSTER KREISBLATT vom 4. November 2009 
“Mir geht es um das Wir-Gefühl"
Wolfgang Budde führt den Leichtathletik-Bezirk

Von Klaus Erdmann
Der engagierte Funktionär Wolfgang Budde (Delmenhorster TV) hat während des Verbandstages des Leichtathletik-Bezirks
Weser-Ems
in Cloppenburg den Vorsitz übernommen. Der 54-Jährige gehört seit 1974 dem Delmenhorster Kreisvorstand an und
fungiert seit dem Februar 2008 als dessen Chef.
dk: Wie ist der Wechsel an der Bezirksspitze vonstatten gegangen?
Wolfgang Budde: Mein 64-jähriger Vorgänger Reinhard Knoop hatte den Posten zehn Jahre lang inne und hat ihn nun aus Alters-
gründen abgegeben. Ich bin bereits im Mai angesprochen worden, habe mich aber erst spät entschieden. Jetzt freue ich mich auf
die Aufgabe, zumal dem zehnköpfigen Vorstand engagierte Mitstreiter angehören.
Wie groß ist der Bezirk Weser-Ems?
In den 17 Kreisen vertreten wir rund 17.000 Leichtathleten.
Welche Aufgaben stehen auf den ersten Plätzen Ihrer Prioritätenliste?
Mir geht es um das Wir-Gefühl. Ich möchte es fördern bzw. herausholen, denn es war in der Vergangenheit kaum vorhanden.
Obwohl der Bezirk Weser-Ems etwa ein Drittel der Landesfläche ausmacht und zirka 30 Prozent der Bevölkerung stellt, trat er in
der Vergangenheit innerhalb des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes kaum in Erscheinung. Wir müssen die Rolle, die
uns zusteht, wahrnehmen. Ich möchte auch die Sportler mit ins Boot holen. Wir müssen unbedingt unsere Stärken herausstellen,
natürlich in Zusammenarbeit mit den anderen Bezirken.
Wie sieht es im Bezirk mit der Nachwuchsarbeit aus?
Gut. Der Bezirk verfügt über hervorragende Schülerzahlen. Für 2010 planen wir wieder Schüler-Vergleichskämpfe mit den in der
Region Oldenburg vertretenen Vereinen.
Stehen ausreichend ehrenamtliche Helfer zur Verfügung?
Innerhalb des Vorstandes läuft es reibungslos. In einigen Kreisen gibt es allerdings große Probleme. Dort fehlen funktionierende
Vorstände.
Ist nach Ihrer Wahl damit zu rechnen, dass alle hochkarätigen Wettkämpfe im Delmenhorster Stadion stattfinden?
(lacht). Mit Sicherheit nicht. Wir richten am 5. September die Fünfkampf-Landesmeisterschaften der Männer, Frauen und Seni-
oren aus - aber diese Titelkämpfe sind bereits vor meiner Wahl nach Delmenhorst vergeben worden.

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 13. November 2009 
Der Traum von Olympia oder . . .
. . . wie der Floh nach Singapur kommt / Anna-Lena Freese vom FTSV Jahn Brinkum ist eine der talentiertesten
Sprinterinnen in diesem Lande

Von lars Lucke
Brinkum. "Kann ich mal mitmachen?", kam es schüchtern, aber doch irgendwie selbstbewusst von der Bahnbegrenzung. Frank
Krüger, heute Jugendtrainer mit A-Lizenz in der Abteilung Leichtathletik des FTSV Jahn Brinkum, kann ein Schmunzeln nicht
verkneifen, wenn er sich an den Tag erinnert, als die etwa zehnjährige Anna-Lena Freese zum ersten Mal bei seinem Training auf-
tauchte. Das Mädchen hatte bislang beim TuS Varrel trainiert und schon hier erste Hinweise auf ihr ungewöhnliches Sprinttalent
abgeliefert. Frank Krüger war damals, etwa fünf Jahre muss es wohl her sein, noch für den Jugendbereich des LC Hansa Stuhr
aktiv, aber dieser kleine Flitzer aus dem Nachbarverein war ihm natürlich nicht entgangen. Wen wundert's, dass es keiner weiter-
en Überredungskünste bedurfte, die Trainingsgruppe bekam neuen Zuwachs - und der hatte sich einiges vorgenommen.
Aber der Reihe nach, denn Schuld an allem sind eigentlich die Bundesjugendspiele. Schon in der Grundschule konnte Anna-Lena
Freese bei besagten Sportfesten vom Springen - egal ob hoch oder weit - und Laufen nie genug bekommen. Ihre Klassenlehrerin,
die das energiegeladene Treiben ein ordentliches Weilchen beobachtet hatte, gab den entscheidenden Tipp: "Du springst die
ganze Zeit rum wie ein Floh, mach das doch mal richtig im Verein." Grundschullehrerinnen wissen halt Bescheid und kennen ihre
Pappenheimer.
Wie klug und weitsichtig dieser Rat war, wird spätestens in diesen Tagen offensichtlich und schriftlich bezeugt, wenn die DLV-
Bestenliste 2009 erscheint. Mit ihren Bestzeiten über 100 Meter - regulär 12,15 Sekunden, bei zu starkem Rückenwind 11,9 Se-
kunden - und 200 Meter (24,69 sec.) gehört Anna-Lena Freese zu den besten vier Sprinterinnen ihrer Altersklasse in Deutschland
und kann sich berechtigte Hoffnungen darauf machen, an den European Olympic Youth Trials in Moskau teilnehmen zu dürfen.
Die finden im Mai kommenden Jahres statt und dienen zur Qualifikation für die erstmals ausgetragenen Olympischen Spiele der
Jugend in Singapur 2010.
An ehrgeizigen Zielen besteht in diesen Tagen kein Mangel. Aber wie es im Sprichwort so schön heißt: "Vor den Erfolg hat der
liebe Gott den Schweiß gesetzt." Sechs Trainingseinheiten in der Woche mit Krafttraining, Tempoläufen und allem drum und dran
stehen auf der Agenda, da bleibt kaum Zeit für andere Dinge. Da muss die Motivation unbedingt stimmen. Insbesondere wenn
man wie Anna-Lena eigentlich ein Teamplayer ist. Nur gut, dass die Freundinnen dann gleich auf den Nebenbahnen in den Start-
blöcken hocken. Mit Janicke Wolpmann, Henrike Prokopp, Denise Wessel und eben Anna-Lena Freese hat Trainer Frank Krüger
ein Team zusammengefügt, dass durch die Bank sehr flink zu Fuß ist, starken Mannschaftsgeist besitzt und dabei auch noch
Erfolg hat. Es war kein Zufall, dass die Vier bei der 4x100-Meter-Staffel bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend B bis ins
Finale vorpreschten und dabei renommierte Clubs wie Bayer Leverkusen hinter sich ließen.
Die mit dem "Staffelcharakter"
Gerade das System Staffel - man gewinnt zusammen, man verliert zusammen - kommt dem Charakter Anna-Lena Freeses
durchaus entgegen, die einen guten Anteil an ihrem sportlichen Erfolg auch der Unterstützung ihrer Eltern zuschreibt. Vielleicht
lassen sich ja Schlüsse daraus ziehen, dass es ihr schon als Kind, noch bevor sie zur Leichtathletik wechselte, beim Jiu Jitsu
gar nicht passte, ihre Gegnerinnen auf die Matte zu werfen. Von selbigen geworfen zu werden, aber erst recht nicht. Sie verortet
sich selbst in der Kategorie "sanfter Typ" und geht eigentlich nur dann die Wände hoch, wenn sie mal wieder eine Klopperei
zwischen ihren beiden Katzen schlichten muss. Die neigen nämlich dazu, kleinere Zwistigkeiten überaus lebendig und notfalls
auch an der Decke hängend auszutragen. Dabei ist zuviel Gedöns ihre Sache nicht.
Klar, Erfolg und Anerkennung für überdurchschnittliche Leistungen sind eine angenehme Geschichte, aber die Bodenhaftung darf
man eben nicht verlieren. Darum zählen zu den großen Zielen 2010 neben der Teilnahme an den Olympischen Spielen der Jugend
in Singapur auch der Realschulabschluss und ein reibungsloser Wechsel ans örtliche Gymnasium. Diese Ziele sind für sie gleich-
wertig.
Außerdem würde sie gerne den eigenen Kopf noch besser in den Griff bekommen. Denn was die Nervenstärke angeht, gibt's noch
reichlich Luft nach oben. Mitunter sitzen doch zu viele Gedanken mit in den Startblöcken. Die Bedeutung mentaler Stärke hat sie
allerdings unlängst während eines 200-Meter-Laufs erkannt, als sie bei 150 Metern an Position fünf liegend beschloss: "Das geht
so nicht, die hol ich mir noch!" - und das Rennen anschließend tatsächlich noch gewann. Seitdem hat ihr Trainer den Begriff
"Wundertüte" ins Spiel gebracht - alles ist möglich! Alles ist möglich. Das Talent hat Anna-Lena Freese in die Wiege gelegt be-
kommen. Nicht ohne Stolz erzählt Frank Krüger, dass sie Zeiten laufe wie seinerzeit die Weltklassesprinterin Marlies Göhr im
gleichen Alter, die immerhin als erste Frau und Weltrekordlerin 1977 die 100 Meter offiziell unter 11 Sekunden lief. Ihr Laufstil er-
innert ein bisschen an den derzeitigen Über-Läufer Husain Bolt, auch sie hat für ihre stattliche Größe von 1,78 Meter eine außer-
gewöhnlich hohe Schrittfrequenz wie sie sonst nur kleinen Läuferinnen eigen ist. Aber Talent und Stil sind die eine Seite, Trai-
ningsfleiß und die Fähigkeit, über die eigenen Grenzen hinauszugehen, auch wenn es keinen Spaß macht, die andere.
Wie es mit ihrer Sprintkarriere weitergeht, werden wohl schon die kommenden Wochen und Monate andeuten, wenn das an-
strengende Aufbautraining für die wichtige Saison 2010 durchzustehen ist. Die richtige Mischung aus Ehrgeiz und Gelassenheit
scheint sie mitzubringen, schließlich kommen nach den Olympischen Spielen eben auch wieder die Deutschen Meisterschaften,
oder wie es uns der große Fußball-Trainer Sepp Herberger einst lehrte: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Eines aber ist ganz
sicher: Wenn sich Anna-Lena Freese im kommenden Jahr tatsächlich für die Olympischen Spiele der Jugend qualifizieren sollte,
dann brennt in ihrem Heimatort Stuhr-Moordeich nicht nur eine olympische Fackel, dann brennt so richtig die Luft. Wenn aber
nicht, dann bleibt Moordeich trotzdem Moordeich und Anna-Lena Freese eine außergewöhnlich schnelle Läuferin. 

DEISTER- UND WESERZEITUNG (DEWEZET) vom 16. November 2009 
Marahrens: "Mein erster Titel war der schönste"

Leichtathletik.
Nicole Marahrens ist nicht nur eine der erfolgreichsten Leichtathletinnen der LG Weserbergland, sondern auch
eine der sympathischsten. Nach fast 20 Jahren beendet das 32-jährige “Golden Girl” ihre Karriere - mit Tränen in den Augen und
einem Lächeln auf den Lippen. Nach ihrer Verabschiedung bei einer Feierstunde in den Medienräumen der Dewezet sprach unser
Mitarbeiter Andreas Rosslan mit der Leichtathletin, die sich zukünftig als Trainerin bei der LG Weserbergland um die Talentförder-
ung kümmern möchte.
Nicole Marahrens, warum wollen Sie eigentlich ihre Laufschuhe an den Nagel hängen? Den jüngeren Läuferinnen
können Sie doch noch locker Paroli bieten.

Das stimmt. Ich bin immer noch ganz gut in Form, weil ich dreimal pro Woche trainiere. Als Leistungssportlerin kann ich nicht
von heute auf morgen ganz aufhören. Aber ich bin jetzt 32 Jahre alt. Nach meinem Studium möchte ich mich voll und ganz auf
mein Berufsleben konzentrieren.
Ist Ihnen die Entscheidung, die aktive Karriere als Leistungssportlerin zu beenden, schwer gefallen?
Ja, absolut. Bei meiner Verabschiedung hatte ich mit den Tränen zu kämpfen. Das waren fast 20 wunderschöne Jahre meines
Lebens, die ich nicht vermissen möchte.
Was werden Sie denn am meisten vermissen?
Auf jeden Fall die Reisen. Ich habe durch die Leichtathletik viele schöne Länder auf dieser Welt kennengelernt. Ich war unter
anderem in China, in Namibia und in Kanada. Das war einfach toll. Ohne den Sport wäre ich vielleicht nie dort gewesen.
Sie haben fast täglich trainiert. Ist die Freizeit dabei eigentlich zu kurz gekommen?
Nein. Die Leichtathletik war mein Leben. Ich habe mich nie zum Training quälen müssen, weil es mir immer sehr viel Spaß ge-
macht hat.
Als eine der “Golden Girls” der LG Weserbergland haben Sie viele nationale und internationale Erfolge gefeiert.
Welcher Titel wird Ihnen besonders in Erinnerung bleiben?

Mein erster Deutschen Meistertitel als Juniorin war für mich etwas ganz besonderes. Ich kann mich noch ganz genau daran er-
innern, wie ich in dem Rennen auf den letzten Metern noch eine Läuferin überholt habe. Das war 1997. Für mich war mein erster
Titel der schönste. Das war ein unvergesslicher Moment.
Aufgrund Ihrer schlanken Figur, ihrer langen Beine und ihres eleganten Laufstils werden Sie mit einer Gazelle ver-
glichen. Haben Sie das gewusst?

Das höre ich heute zum ersten Mal. Mein Trainer Werner Scharf hat immer sehr viel Wert auf Koordination und Technik gelegt.
Das spiegelt sich in meinem Laufstil wider. Wenn ich etwas kräftiger gewesen wäre, hätte ich vielleicht sogar noch schneller
laufen können. Aber ich hatte keine Lust, viel Krafttraining zu machen, weil ich Angst hatte, dass ich zu viele Muskeln bekomme.
Was war für Sie eigentlich der schwerste Moment in ihrer Karriere?
Das war im Dezember 1999. Ich hatte damals das Ziel, mich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Ich war so schnell und
so gut drauf wie noch nie zuvor. Und dann habe ich mich bei einem Tempolauf in der Halle schwer verletzt. Das war damals ein
herber Rückschlag für mich. Der Sehnenriss warf mich bestimmt ein halbes Jahr zurück.
Stimmt es, dass Sie als junges Mädchen beim Waldlauf entdeckt wurden?
Ja, das stimmt. Ich hatte damals mit meinem Vater an einem Crosslauf teilgenommen. Hinterher hat Werner Scharf bei meinen
Eltern angerufen, und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, beim TV Stadtoldendorf zu trainieren. So fing alles an.
Was haben Sie ihrem Trainer zu verdanken?
Alles was ich sportlich erreicht habe, habe ich Werner Scharf zu verdanken.
Bleiben Sie nach ihrer Karriere der LG Weserbergland erhalten?
Ja - als Trainerin.
==> Ein weiterer Bericht über Nicole Marahrens vom 29. Januar 2007  

DEISTER- UND WESERZEITUNG (DEWEZET) vom 17. November 2009
Flott unterwegs: Piel sprintet ins Rampenlicht 

Sie ist die schnellste Frau der LG Weserbergland und kann auf eine erfolgreiche Leichtathletik-Saison 2009 zurückblicken. “Ich
bin zufrieden mit den Ergebnissen dieses Jahres. Darauf lässt sich aufbauen”, zieht Karen Piel eine positive Bilanz. Nach länger-
er Verletzungspause war sie Anfang des Jahres vom VfL Wolfsburg in die Trainingsgruppe von Werner Scharf gewechselt und
beendete eine lange Durststrecke. In die Hallensaison stieg die sympathische Sportlerin, die Vereinsmitglied im TSC Fischbeck
ist, mit dem Gewinn des A-Jugend-Landestitels und Bestzeit über 60 Meter (7,78 Sekunden) ein. Die 19-jährige Arzthelferin hatte
dann auch einen starken Auftritt bei den Landesmeisterschaften der Frauen, wo sie sich den Titel im 60-Meter-Sprint in guten
7,70 Sekunden holte und auch mit der Frauenstaffel über 4 x 200 Meter Meisterin wurde. Einen vierten Platz verbuchte Karen Piel
zudem mit dem Frauenquartett der LGW bei den nationalen deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig.
Anfang Mai stieg die Sprinterin in die Freiluftsaison ein und qualifizierte sich mit 12,34 Sekunden frühzeitig für die deutschen
Meisterschaften. “Besonders gefreut habe ich mich aber über die 24,53 Sekunden und den Landestitel über 200 Meter in Papen-
burg”, verrät die Leichtathletin. Dort lief sie auch zum Sieg über 100 Meter. 12,06 Sekunden bedeuteten eine neue Bestzeit.
Gegen starke Konkurrenz erreichte Karen Piel bei den deutschen Meisterschaften in Rhede das Finale über 200 Meter und war
mit dem sechsten Platz nach eigenem Bekunden “sehr zufrieden”. Zum Abschluss der Leichtathletik-Saison 2009 ließ es die
LGW-Sportlerin dann noch einmal richtig “krachen”. Sie holte sich die Sprint-Krone und den Vizemeister-Titel über 100 und 200
Meter bei den norddeutschen Jugend-Meisterschaften in Salzgitter.
“Sehr viel Spaß macht mir das Training bei Werner Scharf. Er vermittelt sein Wissen in angenehmer, lockerer Atmosphäre und ist
immer für mich da”, sagt sie über ihren Coach und ihr erstes Jahr in der LG, das sie mit den Plätzen zwei und drei in der nieder-
sächsischen Rangliste beendet. Keine Angst hat Piel vor dem Sprung in die Frauenklasse. Für 2010 erwartet sie weitere Leist-
ungssteigerungen und über 100 Meter eine Zeit unter 12 Sekunden. Ihre Freizeit verbringt Karen Piel oft mit Mannschaftskame-
radin Viktoria Kortegast. Und an den Wochenenden geht die 19-Jährige - wenn nicht gerade Meisterschaften auf dem Programm
stehen - auch schon mal in die Disco. Auch dort soll sie eine “flotte Sohle” aufs Parkett legen.  

DEISTER- UND WESERZEITUNG (DEWEZET) vom 18. November 2009
"So schnell werdet ihr mich nicht los ..."

Ein gutes Pflaster war das slowenische Ljubljana für Renate Behrens von der LG Weserbergland: Bei den Europameisterschaften
der Senioren holt sie sich den Titel im Dreisprung mit 10,16 Meter. Je eine Silbermedaille erreichte die 52-Jährige im Weitsprung
mit 4,89 Meter und mit der deutschen 4 x 100-m-Staffel. Bereits zum Jahresauftakt hatte Behrens mit einem deutschen Hallen-
rekord von 9,83 m im Dreisprung ein Zeichen gesetzt. Den Rekord im Freien hält sie seit 2008 mit 10,16 m.
Ihrer Favoritenrolle gerecht wurde die LG-Sportlerin auch bei den deutschen Meisterschaften 2009 in Vaterstetten. Sie sicherte
sich den Titel im Dreisprung mit einer Weite von 9,82 m. Im Weitsprung steht ihre Bestleistung bei 5,01 m. “Diese Leistung
macht mich besonders stolz, denn ich bin 2007 als einzige 50-Jährige auf der Welt über fünf Meter gesprungen”, freut sich die
Athletin. In ihrer Jugend hatte sie nur “normalen” Vereinssport betrieben, “ohne großartige Leistungen”, wie sie sagt. 1997/98 stieg
sie wieder ins Wettkampfgeschehen ein und wechselte vom VfL Hildesheim zur LG. Trainer Scharf konnte sie nach 30-jähriger
Pause wieder für den Hürdenlauf begeistern.
“Die Gesundheit meines Sohnes liegt mir am Herzen, er benötigt zur Zeit meine Hilfe. Deshalb muss ich mit dem Sport kürzer
treten”, berichtet Renate Behrens - und fügt schnell hinzu: “Aber keine Angst, ich komme wieder, so schnell werdet ihr mich nicht
los …” 

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 19. November 2009
Vom starken Raucher zum Vorzeige-Athleten

Von Christiane Golenia
Verden. Die Veränderung vom passiven Couch-Potato zum aktiven Ausdauersportler streben inzwischen viele bequem geworde-
ne Mitmenschen an, doch bei den allerwenigsten entwickelt sich daraus eine Karriere zum Spitzensportler wie bei Andreas
Oberschilp. Im Alter von 29 Jahren kaufte sich der Verdener sein erstes Paar Laufschuhe. Mittlerweile, mit knapp 42 Jahren, ist
Oberschilp einer der schnellsten Langstreckenläufer Norddeutschlands. Die Geschichte des Läufers Andreas Oberschilp, nach-
zulesen auf der Homepage des Verdeners unter www.oberschilp.info, ist beeindruckend. Sie begann im Jahr 1996.
Oberschilp, seinerzeit starker Raucher und zudem übergewichtig, wollte seine mangelnde Fitness nicht länger akzeptieren und
begann deshalb mit regelmäßigem Lauftraining. "Am Anfang habe ich gerade mal einen Kilometer am Stück hingekriegt", erinnert
sich der Verdener. Dennoch: Spaß am Laufen hatte er eigentlich schon als Jugendlicher auf dem Bolzplatz gehabt. Und allmäh-
lich wuchsen seine Ambitionen. 1997 wagte er sich beim Verdener Citylauf an seinen ersten Wettkampf. Auf Anhieb blieb er über
zehn Kilometer unter 40 Minuten, damals noch inoffiziell, denn die Kampfrichter ließen ihn eine Runde zu viel laufen.
2001 schloss sich Oberschilp der LG Bremen-Nord an. Der Verdener wurde immer schneller. Ein echter Leistungssprung gelang
ihm dabei 2004, nachdem er endgültig mit dem Rauchen aufgehört hatte. Seine vorläufig größten sportlichen Erfolge sammelte
Andreas Oberschilp in den vergangenen drei Jahren als mehrfacher deutscher Meister und Vizemeister bei den M40-Senioren.
Parallel dazu wurde der Diplom-Sozialpädagoge als Lauftherapeut, Nordic-Walking-Instructor und Personal-Trainer tätig. Die wohl
stärkste Leistung gelang ihm in diesem Jahr mit dem Bremer Landesrekord über zehn Kilometer in 31:25 Minuten.
Andreas Oberschilp trainiert als Autodidakt. Aus diesem Grund dürfte er sein läuferisches Potential selbst am allerbesten ein-
schätzen können. "Es sind noch einige Reserven vorhanden", ist er sich sicher. Somit dürfte es der Konkurrenz auch bei seinen
nächsten Rennen in zwei Wochen beim Sandberg-Cross in Barrien äußerst schwer fallen, ihm den Sieg streitig zu machen. 

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 27. November 2009
Wolfgang Zikownia steht für Ehrenamt im Sport

Leichtathletik
(cwo). Wolfgang Zikownia von der SG Rodenberg feiert heute seinen 88. Geburtstag und begeht ein Jubiläum, das
nur wenige Sportler in ihrem Leben erreichen. Seit 80 Jahren ist der rüstige Rodenberger im Sportverein aktiv und geht in seinem
eigenen Sportlerdasein wie auch seinem ehrenamtlichen Engagement vollends auf. Wolfgang Zikownia begann 1929 in der TG
Schöneweide in der Nähe von Berlin mit dem Turnen und der Leichtathletik. Im DJK Oberspree erlernte er das Rüstzeug für seine
später so erfolgreiche sportliche Karriere. In das Schaumburger Land verschlug es Zikownia nach Ende des Zweiten Weltkrieges,
als er eine Anstellung beim Telegrafenbauamt Bielefeld annahm.
Unter Fritz Buer begann er in der SG Rodenberg in der Handballabteilung, wagte aber auch Ausflüge zum Turnen und in die neu
gegründete Tischtennis-Abteilung. 1953 gründete der Zikownia die Leichtathletik-Abteilung der SG Rodenberg und formte als
leitender Trainer aus einem losen “Haufen” talentierter Sportler ein schlagkräftiges Team. “Unvergessen sind mir die Vergleichs-
wettkämpfe mit dem SC Berlin und TUSEM Essen, die mehrfach mit über 50 Aktiven in Rodenberg zu Gast waren”, denkt
Zikownia voller Enthusiasmus zurück. Auch nachdem er 1970 die Leitung des Trainingsbetriebs in die Hände von Manfred Herde
übergab, wirkte Zikownia ehrenamtlich als Kampfrichter, Trainer und Vorstandsmitglied des KLV Schaumburg weiter. Zwischen
1955 und 1970 war er - teilweise auch in Doppelfunktion - unter anderem als Sport-, Jugend- und Frauenwart tätig. Seit 1957 bis
heute ist Wolfgang Zikownia engagierter Sportabzeichenprüfer. Weit über 3.000 Einzelsportabzeichen und nahezu 200 Familien-
sportabzeichen hat der Jubilar in mehr als 50 Jahren an Athleten der SG Rodenberg verleihen können. Er selbst erwarb im Jahr
2002 das Goldene Sportabzeichen mit der Zahl 50, für sein fünfzigstes erfolgreich erworbenes Sportabzeichen.
Am leichtathletischen Wettkampfsport hat Zikownia bis zum vergangenen Jahr aktiv teilgenommen. Seinen größten Erfolg feierte
er im Jahr 2001 mit dem Gewinn des Deutschen Meistertitels im Diskuswerfen der Senioren. “Mit 33,05 Meter habe ich in dem
Jahr auch deutlich die Senioren-Bestenliste in Deutschland angeführt”, gibt Zikownia gerne Auskunft. Bis heute hält der Roden-
berger sieben Bezirks- und zehn Kreisrekorde in den Altersklassen M 75 bis M 85. “Wenn man in den ersten 50 Jahren seiner
aktiven Zeit keine großen Erfolge gehabt hat, kann man es eben in den zweiten 50 Jahren versuchen”, sagt Zikownia lachend und
lässt durchblicken, dass er noch lange nicht Schluss machen will mit der sportlichen Betätigung. “Individueller Leistungssport
lässt sich hervorragend mit Breitensport wie dem Sportabzeichen vereinbaren. Mir hat es immer viel Freude bereitet, die ehren-
amtlichen Tätigkeiten zu verbinden und zu sehen, wie viel Freude Sport vermitteln kann.” Stolz ist Zikownia auf den Schaumburger
Bürgerpreis, der ihm im Jahr 2007 für sein “ehrenamtliches Lebenswerk” verliehen wurde. “Es ist schön zu sehen, dass das, was
man für andere tut, gewürdigt wird. Ehrenamtliches Engagement erhält das Vereinsleben und bereitet junge Menschen für einen
erfolgreichen Lebensweg vor.” 

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 2. Dezember 2009 
“Abschied fällt schwer”

Emsbüren
(um). “Natürlich fällt es mir nicht leicht”, sagt Cornelia Schwennen. Doch in der neuen Saison schließt sich die her-
ausragende Leichtathletin von Concordia Emsbüren der LG Braunschweig an. Schwennen, die am 13. Dezember bei den Cross-
lauf-Europameisterschaft im irischen Dublin startet, sagte jetzt den Braunschweigern zu, die schon im vergangenen Jahr ange-
fragt hatten. “In Braunschweig ist alles vielleicht ein bisschen geregelter”, sagt die 22-Jährige, die in Hannover im siebten Se-
mester Tiermedizin studiert, sodass auch die räumliche Distanz zu ihrem Heimatverein groß war. Die Anfrage der LG sei in-
teressant gewesen. Dort darf sie wohl auf etwas mehr Unterstützung hoffen. Die hatte ihr zuletzt auch die Concordia mit einem
Höhentrainingslager gewährt. Aber die LG verfügt über einen eigenen Förderverein. In den letzten Jahren, betont Schwennen,
hätten ihre Eltern einiges in den Laufsport investiert.
Die Läuferin, die ihrer umfangreichen Titelsammlung in diesem Jahr auf der Bahn die Meisterschaft über 5000 Meter der Juni-
orinnen hinzufügte, bei der Europameisterschaft in Litauen Achte wurde und beim U-23-Länderkampf gegen Österreich und die
Schweiz einen Sieg über 3000 Meter feierte, bleibt ihrem Heimatverein verbunden. “Da zahlen wir weiter Familienbeitrag”, will sie
bei dem emsländischen Klub weiter als Mitglied geführt werden. Bei den Concorden war sie auch schon beim Schwimmen,
Kinderturnen und im Fußball aktiv. Bei den Leichtathleten begann sie mit der Einschulung nach ihrem ersten Start beim Citylauf.
Zunächst mit einer Stunde Training in der Woche, dann wurde es immer mehr. Zu ihrem langjährigen Trainer Ludger Fehren pflegt
sie gute Kontakte. “Er steht mir weiter mit Rat und Tat zur Verfügung.” Gemeinsam wollen sie beim Silvesterlauf in Münster
starten.
Die Leichtathletin will jetzt ihr Studium möglichst in der Regelzeit (elf Semester) beenden. Dann wäre sie 2012 fertig. Danach
möchte sie sich zumindest eine Zeit lang stärker auf das Laufen konzentrieren. Vielleicht ist ja noch mehr möglich...

DEISTER- UND WESERZEITUNG (DEWEZET) vom 2. Dezember 2009 
Mit Volldampf auf den Thron der Dreispringer

Das Fliegen ist “sein Ding”, auch wenn er nach zwei oder drei Sekunden schon wieder zur Landung ansetzt. Der 17-jährige
Lauensteiner Stefan Hölscher geht für seinen Stammverein MTV Coppenbrügge in der Leichtathletik-Gemeinschaft Weserberg-
land als Drei- und Weitspringer an den Start. Aber auch die Staffeln profitieren von seinen Sprintfähigkeiten. Als ihm vor drei
Jahren Sprint-Ass Nicole Marahrens beim Trainingslager auf Sylt “ein gewisses leichtathletisches Talent” attestierte, ging er fort-
an bei Trainer Scharf dreimal in der Woche zum zielgerichteten, intensiven Training über. Das führte schon 2008 zu Erfolgen, be-
sonders in seiner Lieblingsdisziplin, dem “hop, step and jump”, wie der technisch anspruchsvolle Dreisprung auch genannt wird.
Jeweils ein dritter Platz bei den Landesmeisterschaften in der Halle und im Freien sowie Platz drei eine Klasse höher bei der A-
Jugend waren die Ausbeute.
“Mein schönstes Erlebnis war die Berufung in den Landeskader und damit verbunden ein Trainingslager mit den besten deutschen
Drei- und Weitspringern in Kienbaum”, erzählt Hölscher mit Begeisterung. Noch besser, trotz einiger Fußprobleme, verlief das
Sportjahr 2009 mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Landesmeisterschaften in der Halle und im Freien. “Die absolute Krön-
ung war allerdings der Sprung auf 13,34 Meter bei den Norddeutschen Meisterschaften in Lübeck - und das vor den Augen meiner
begeisterten Eltern”, berichtet Hölscher von einem spannenden Wettkampf, als er beim letzten Sprung sich gleich um acht Zenti-
meter steigerte - und doch noch gewann. “Diese Bestleistung, und das mit Fußproblemen, war schon erstaunlich”, lobte sein
Trainer, zumal er schon am Tag zuvor mit 6,46 m den vierten Rang im Weitsprung erreicht hatte.
2010 startet Hölscher als 18-Jähriger bei der A-Jugend. Da weht ein anderer Wind. Aber das weiß der Lauensteiner. Sein größter
Wunsch: “Ich will verletzungsfrei durch die Saison kommen.” Er ist optimistisch, dass es dann auch mit der Erfüllung der Kader-
normen von 14 Metern im Dreisprung und 6,80 Metern im Weitsprung klappt. “Bei den Meisterschaften will ich vorn mit dabei sein
und hoffe, dass die Schnürsenkel in meinen Sprung-Spikes halten …” Die alten hatten sich nämlich bei den Titelkämpfen in Salz-
gitter aus “Altersgründen” gleich zweimal zerlegt. Ideale “Arbeitsbedingungen” findet Hölscher nach wie vor bei seinem Trainer,
dessen Lockerheit und Trainingsmethoden er schätzt. Da bleibt dann in seiner Freizeit aber kaum noch Zeit fürs Trompete spielen
und Mountainbike fahren. (olz) 

DEISTER- UND WESERZEITUNG (DEWEZET) vom 9. Dezember 2009
Brodersen bejubelt Sprung in die Weltklasse

Das ist die absolute Krönung, ich darf mit zur Weltmeisterschaft”, jubelte die 16 Jahre alte Deborah Brodersen von der LG Weser-
bergland am 21. Juni dieses Jahres, nachdem die Siebenkämpferin in Ratingen die geforderten 5200 Punkte um 39 Zähler über-
boten hatte. “Eine Bestleistung, zwei Disziplinen waren o.k., der Rest allerdings durchwachsen”, so ihre Bilanz nach 100 m
Hürden, Hochsprung, Kugelstoßen, 200 m, Weitsprung, Speerwurf und dem 800-m-Lauf.
Das Ticket für die U18-WM im italienischen Brixen hatte sie damit als Zweite hinter Kira Biesenbach (5480) vom TSV Bayer
Leverkusen gelöst und gleichzeitig einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere gesetzt. Dass sich Brodersen drei Wochen später
auf Anhieb mit einem ausgezeichneten sechsten Platz und 5211 Punkten in der Weltelite der Juniorinnen etablierte, damit hatte
sie am wenigsten gerechnet. Die Gymnasiastin, die seit 16 Monaten im hannoverschen Sportinternat lebt, lernt und trainiert, lag
am ersten Tag sogar auf Rang vier, bevor sich dann der gewaltige Wettkampfstress bemerkbar machte und sie unter ihrer Best-
leistung von Ratingen blieb. Trotzdem gab es Lob von Bundestrainerin Eva Rapp: “Deborah hat in diesem Jahr einen großen Leist-
ungssprung gemacht. Für mich ist sie ein ungeschliffener Diamant.” Brodersens Landestrainerin Beatrice Mau-Repnak sprach
von einem “super Siebenkampf”. Die gebürtige Rintelnerin ist nicht nur ein großes Mehrkampftalent, sondern auch eine Hoch-
sprung-Spezialistin. Mit 1,79 m führt sie die Landesbestenliste an. “Deborah ist ehrgeizig, zielstrebig - und ich kann mich auf sie
verlassen, eine Besonderheit ist ihre Nervenstärke und Ausgeglichenheit”, sagt die Landestrainerin.
Erster Höhepunkt 2010 ist das Mehrkampf-Meeting in Ratingen, das über den weiteren Saisonverlauf entscheidet. Zur Disposition
stehen die U 20-WM, der Thorpe Cup und die deutschen Meisterschaften. Im Hochsprung kann sich Brodersen für die 1. Olymp-
ischen Jugendspiele in Singapur empfehlen, die europäische Entscheidung ist Ende Mai in Moskau. Brodersens Saisonziel heißt
“Weiterentwicklung”. So sieht es auch die Bundestrainerin. “Ich möchte im nächsten Jahr 5400 Punkte im Siebenkampf erreich-
en. Aufgrund der großen Konkurrenz im DLV-Team ist die Teilnahme an der U 20 WM eher unwahrscheinlich, aber es gibt ja
noch den U 18 Länderkampf”, sieht die junge Bundeskader-Athletin, die im März nächsten Jahres 17 wird, ihre sportliche Zukunft
ganz realistisch. (olz)
==> Ein weiterer Bericht über Deborah Brodersen vom 29. Oktober 2008  

DEISTER- UND WESERZEITUNG vom 16. Dezember 2009
Schnelle Marie: Keine Hürde ist zu hoch
 

Sie ist die schnellste Sprinterin der LG Weserbergland - und das mit noch nicht einmal 15 Jahren! Die Halvestorferin Marie Holz-
schuh
lief in diesem Jahr die 100 Meter in 12,03 Sekunden - eine fantastische Zeit für eine Schülerin, die in Hameln das Vikilu-
Gymnasium besucht. Auch die 24,59 Sekunden über 200 Meter bei den deutschen Jugendmeisterschaften waren ein Top-Ergeb-
nis. Die A-Schülerin trat gegen meist zwei Jahre ältere Sprinterinnen eine Klasse höher in der B-Jugend an. Zum Ende der Saison
steht sie deutschlandweit auf dem sechsten Platz, über 100 Meter ist Marie Ranglisten-Neunte und bei den Schülerinnen die
Nummer Zwei. Noch besser sind ihre Platzierungen auf Landesebene: hier rangiert sie gleich fünfmal auf Platz Eins. “Der Sieg
beim Meeting “Weltklasse hinterm Deich” im ausverkauften Stadion in Cuxhaven war mein schönstes Erlebnis”, schwärmt Marie,
die dort zum ersten Mal Autogramme geben musste. “Meine selbst gesetzten Ziele, aber auch die meines Trainers Werner
Scharf, habe ich in diesem Jahr weit übertroffen”, zieht Holzschuh Bilanz.
Die aus der Nachwuchsabteilung des ESV Eintracht Hameln stammende Sportlerin, die auch viel Spaß an der digitalen Foto-
grafie hat, trainiert dreimal in der Woche. Für 2010, ihrem ersten Jugendjahr, hat sie sich viel vorgenommen: “Ich will deutsche B-
Jugend-Meisterin über 200 m werden und über 100 m das Finale erreichen”, gibt sie selbstbewusst zu verstehen. Aber auch die
Staffelrennen mit ihren Teamkameradinnen Deborah Brodersen, Monja Hahn, Lea-Marie Lange und Nele Lenhard und der Start im
LG-Siebenkampf-Team stehen ebenso auf ihrem sportliche Wunschzettel wie erste internationale Erfahrungen sammeln bei den
“European Youth Olympic Trials” in Moskau oder den ersten olympische Jugendspielen in Singapur. Trainer Werner Scharf ist
überzeugt, dass Marie “ganz viel Potenzial” hat. Er hält den Ball aber bewusst flach, denn das erste Jahr in der B-Jugend ist sehr
schwer, zumal Holzschuh hier auf ältere Jahrgänge trifft. (olz)
==> Ein weiterer Bericht über Marie Holzschuh vom 15. August 2009  

Presseinformation vom 16. Dezember 2009 (Von Manfred Scholz)
Manfred Bublitz wird 70
Leichtathletik.
Gern hört er die Frage nicht, wie lange er denn noch laufen will. Als noch 69-Jähriger beantwortet er sie aber prä-
zise: “So lange ich noch schneller bin als Läufer, die meine Kinder sein könnten, werde ich noch laufen”. Demnach hat das Aus-
nahmetalent Manfred Bublitz vom ESV Eintracht Hameln noch viele schöne Jahre in der Laufszene vor sich. Denn erst vor einer
Woche hatte er gezeigt, was in ihm steckt. Er kam als insgesamt Zehnter, gleich hinter der jungen Garde, in guten 30:51 Mi-
nuten nach sieben Kilometer beim Finkenbornlauf wieder ins Ziel. Dass er dabei 15 seiner “möglichen Kinder” hinter sich ließ, ist
für den Kfz-Elektromeister, der am Freitag, 18. Dezember, 70 Jahre alt wird völlig normal.
Normal war der Start in seine einmalige Läufer-Karriere allerdings nicht, denn bis seinem 39. Lebensjahr hatte er überhaupt kei-
nen Sport getrieben. Mit Heinz Lorenz fand er beim TSV Groß Berkel seinen ersten Laufpartner und Gefallen an den langen
Strecken. Nach vielen Stadion- und Crossläufen blieb 1981 bei seinem ersten Marathonlauf die Uhr bei 3:27:52 Stunden stehen.
Bei seinen regelmäßigen langen Läufen über bis zu drei Stunden über den Görgesplatz zum Schweineberg “kannte ich bald jeden
Stein und jeden Baum, aber die Erfolge blieben nicht aus”. Viele seiner 25 Marathonläufe beendete er unter drei Stunden und
1984 qualifizierte sich Bublitz mit 2:44 Stunden für die Deutschen Meisterschaften. 1985 wechselte er zum ESV und wurde 1987
mit Manfred Hoppe und Joachim Strube deutscher Crossmeister. Sehen lassen konnten sich auch seine Bestzeiten: 5000m in
16:26, 10 Kilometer in 34 Minuten, 25 Kilometer in 1:30 Stunden und sein Stundenlauf-Rekord liegt bei 16 665 Metern.
"Als ich 1999 in den Ruhestand ging, konnte ich auch mein Training optimaler gestalten, entschied mich aber für die kürzeren
Strecken”, erzählt der ehemalige Geschäftsmann, der oft am Feierabend vom Güterbahnhof bis zu seinem Haus in Fischbeck lief.
Deutscher Meister wurde er im Crosslauf zweimal, 1999 und 2000 und im Jahr 2002 holte er sich den Weltmeister-Titel im 10-
Kilometer-Straßenlauf zusammen mit Peter Lessing und Harald Popig im italienischen Riccione. Immer auf dem Siegertreppchen
stand er bei mehreren internationalen Meisterschaften und er war überall ein respektierter Gegner. “Ein Höhepunkt meiner sport-
lichen Laufbahn war die Wahl zum Seniorensportler des Jahres 2006, das war ein ganz besonderes Ereignis, zeigte es mir doch,
welchen Bekanntheitsgrad ich mir sportlich erarbeitet hatte”, denkt er gerne zurück.
Sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen liegt Bublitz nicht. In seiner Altersklasse rangiert er auch in diesem Jahr in sechs Diszi-
plinen, von einer Meile bis 10 000 Meter auf Platz Eins der niedersächsischen Rangliste. Training steht bei ihm nach wie vor
sechsmal in der Woche auf dem Programm, “aber kürzer so um die 45 Minuten, dass bekommt dem Körper besser”, sagt er und
bedauert, dass er ab Januar kürzer treten muss, denn dann geht es für zwei Monate nach Ghana, wo er nicht zum ersten Mal
aktive Entwicklungshilfe leistet und junge Menschen in die Technik der Einspritzpumpen einweiht. Glückwünsche wird er an
seinem Ehrentag nicht annehmen können, es sei denn, die Gratulanten begeben sich zu ihm und seiner Frau Brigitte in die
Sonne nach Las Palmas.   

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 18. Dezember 2009  
Fabian Brunswig im Nationalteam

Als Krönung seines starken Leichtathletik-Jahres wurde LG-Läufer Fabian Brunswig ins Nationalteam berufen. "Dass meine Zeit reichte, um in den Bundeskader zu kommen, wusste ich. Aber dass es sogar für die Nationalmannschaft reicht, hat mich über-
rascht", sagt der 16-Jährige Eintracht-Athlet, der nun auf internationale Starts 2010 hofft. In der abgelaufenen Saison war er auf
seiner Paradestrecke über 1500 Meter bei den deutschen Jugend-Meisterschaften als jüngster Starter nur knapp an Bronze vor-
beigelaufen. In seinem Jahrgang jedoch war Brunswig über 1500 (4:05,05 Minuten) und über 3000 Meter (8:54,36) der schnellste
deutsche Athlet 2009.
"Ihn zeichnet absoluter Ehrgeiz aus", lobt sein Trainer Ralf Weber. "Nächstes Jahr ist es mein Ziel, bei der DM aufs Treppchen zu
kommen, vielleicht sogar den Titel zu holen", sagt Brunswig. Dann sind seine B-Jugend-Konkurrenten, die dieses Jahr schneller
waren, in die A-Jugend gewechselt. (UB)
==> Ein weiterer Bericht über Fabian Brunswig vom 8. Januar 2009   

DIE NORDDEUTSCHE (Weser Kurier) vom 28. Dezember 2009
Bei einer Wette das läuferische Talent entdeckt
Spätstarter Andreas Oberschilp hat sich schnell vom Jäger zum Gejagten entwickelt

Von Marc Gogol
Bremen-Nord. Er läuft und läuft und läuft... Was ursprünglich ein Spruch über den VW Käfer ist, gilt - im übertragenen Sinne -
auch für den Langstreckenläufer Andreas Oberschilp von der Leichtathletikgemeinschaft Bremen-Nord. Denn der 42-Jährige ist
nunmehr seit mehr als zwölf Jahren auf Laufbahnen, Straßen und Crossstrecken sportlich zu Hause und hat in den vergangenen
vier Jahren beachtenswerte überregionale Erfolge eingefahren.
Im beinahe abgelaufenen Jahr 2009 standen beispielsweise der deutsche Vizemeister-Titel in Otterndorf über zehn Kilometer
Straße in der Altersklasse M40 sowie der DM-Titel in der LG Nord-M40-Mannschaft zusammen mit Christian Pundt und Torsten
Naue zu Buche. Bei dieser deutschen Meisterschaft entriss Andreas Oberschilp seinem Vereinskameraden Torsten Naue auch
den prestigeträchtigen Bremer Landesrekord in der Hauptklasse über die zehn Kilometer auf der Straße, verbesserte zeitgleich
seinen eigenen M40-Landesrekord und stellte außerdem neue M40-Landesbestmarken über 5000 Meter auf der Bahn und im
Halbmarathon auf. Weitere fünf Bremer M40-Landesrekorde auf den Bahn-Strecken von 800 bis 3000 Metern nennt der in Verden
wohnhafte LG Nordler (Stammverein TSV St. Magnus) bereits aus den Jahren 2007 und 2008 sein Eigen. Eine Bilanz, die vor
einem guten Jahrzehnt noch nicht einmal andeutungsweise absehbar war.
"Bis 14 habe ich noch Fußball gespielt, dann war aber Schluss mit Sport", gesteht der Diplom-Sozialpädagoge und jetzige
Diplom-Lauftherapeut sowie Nordic Walking Instructor. Gelegentliches Fahrradfahren bis zum Erwerb des Führerscheins war in
dieser Zeit die einzige körperliche Anstrengung, die Andreas Oberschilp bewusst ausübte. Danach war jedoch auch mit dem
Radeln Schluss. Abhängen war angesagt. "Diesen Zustand behielt ich mehr als zehn Jahre lang bei. Ich rauchte etwa 25 Ziga-
retten am Tag, trank gerne Bier und fühlte mich lange Zeit ganz wohl", schreibt er auf seiner Internet-Seite www.oberschilp.info.
Zum Glück gab es - aus heutiger Sicht - ein paar Ereignisse, die Andreas Oberschilp zu einem positiveren Lebenswandel ver-
halfen.
Da war Mitte der 90er Jahre der Freibad-Besuch in Verden mit einer Freundin, bei dem Andreas Oberschilp auf der 50-Meter-Bahn
schnell aus der Puste kam. Oder die Wette mit seinem Bruder Anfang der 80er Jahre, dass er auf der Laufbahn in Kirchlinteln die
1500 Meter unter fünf Minuten laufen könne. Er konnte, rund viereinhalb Minuten benötigte er in langen Hosen. "Von da an wusste
ich, immer wenn ich eine Laufbahn gesehen habe, dass ich in dieser Disziplin recht gut bin." Andreas Oberschilp kaufte sich sein
erstes Paar Laufschuhe, ein Lehrbuch von Thomas Wessinghage und begann ohne Anleitung und Gruppenanbindung mit regel-
mäßigem Lauftraining.
2001, also nach rund fünf Jahren beharrlicher und zunächst mühsamer Aufbauarbeit, schloss er sich der LG Bremen-Nord an.
Das LGN-Aushängeschild Torsten Naue war auf das Potenzial des vereinslosen Läufers aufmerksam geworden und versuchte, ihn
für den Wettkampfsport im Verein zu begeistern. Andreas Oberschilp: "Ich wollte damals beim Verdener Aller-Stadt-Lauf gleich
gegen Torsten Naue gewinnen. Als ich gemerkt habe, dass das nicht ging, habe ich meine Ziele erst einmal neu definiert, wollte
schnellster Verdener sein. Das klappte." Inzwischen ist Andreas Oberschilp längst nicht mehr der Jäger, sondern meistens der
Gejagte.
Kürzlich holte er sich den Sieg bei der Syker-Weyher Cross-Serie, bestehend aus fünf Läufen im November und Dezember, wo er
meist mit Doppelstarts über die Mittel- und die Langstrecke aufwartete. 2010 wird sein viertes Jahr in der Altersklasse M40 sein.
Bei den deutschen Cross-Meisterschaften am 6. März in Stockach (Baden) rechnet sich der Nordbremer gute Chancen in der
Einzelwertung aus, da die Strecke nicht allzu lang ist, was Andreas Oberschilp entgegen kommt. In der LG Nord-Altersklassen-
Mannschaft scheint eine Wiederholung des DM-Triumphes von 2008 im thüringischen Ohrdruf möglich. In diesem Ort finden 2010
auch die deutschen Zehn-Kilometer-Straßenlauf-Meisterschaften statt, bei denen Andreas Oberschilp einiges zu verteidigen hat.
 "Ich plane trainingsmäßig aber nicht weit im voraus, lasse die Wettkampftermine eher auf mich zukommen. Ich gehe das relativ
zeitnah an", sagt der Mann, der die Balance im Leben gefunden zu haben scheint. Denn zusätzlich zum Leistungssport legt
Andreas Oberschilp viel Wert auf den gesundheitlichen Aspekt des Laufens und der Bewegung allgemein. Und das nicht nur bei
sich selbst, sondern auch bei seinen Kursteilnehmern in der Lauftherapie: "Laufen spielt für mich im Leben eine große Rolle. Es
bringt eine ganzheitliche Bereicherung, sowohl auf der leistungssportlichen als auch auf der gesundheitlichen Ebene."
==> Ein weiterer Bericht über Andreas Oberschilp vom 19. November 2009 

ALLGEMEINE ZEITUNG UELZEN vom 30. Dezember 2009
"Es gibt keine Ausreden"
Carsten Horn vom VfL Suderburg startet morgen zu seinem 57. Volkslauf des Jahres

Von Alexander Barklage
Uelzen. Zugspitze, Brocken, Ostsee - es gibt wohl fast kein Fleckchen Erde in Deutschland, auf dem Carsten Horn noch keinen
Volkslauf absolviert hat. Der 38-jährige Suderburger ist passionierter Läufer und hat in diesem Jahr an 56 Volksläufen teilge-
nommen. Der 57. und letzte des Jahres folgt am morgigen Donnerstag beim alljährlichen Möllner Silvesterlauf.
Seine Begeisterung für die Langstrecken entdeckte Horn vor acht Jahren, als er erstmals zwei- bis dreimal in der Woche laufen
ging. Vorher hatte er bis zur B-Jugend Fußball gespielt beim SC Kirch.-/Westerweyhe als Torwart, doch ist dabei sehr erfolglos
geblieben, wie er selbst zugibt. An seinen ersten Wettkampflauf kann er sich gut erinnern. Horn: "Das war 2002 in Celle. Dort bin
ich 15 Kilometer gelaufen, seitdem starte ich dort jedes Jahr." Bis Ende 2006 lief er die Wettkämpfe, ohne einem Verein anzuge-
hören. Seit 2007 ist Horn im Trikot des VfL Suderburg unterwegs und hat bis heute an rund 120 Rennen teilgenommen. "Seitdem
ich dem VfL beigetreten bin, ist es viel mehr geworden mit dem Laufen. Ich habe so viele neue Freunde kennen gelernt. Es macht
einfach mehr Spaß, mit Gleichgesinnten zu laufen", ist Horn begeistert. Seit zwei Jahren nimmt er regelmäßig am Salah- und
Uhlenköper Cup teil (die Laufserien in den Landkreisen Lüneburg und Uelzen). Im Jahr 2009 hat der Westerweyher rund 3500
Kilometer abgespult, wenn man die Trainingskilometer hinzuzählt.
Horn trainiert oft gemeinsam mit dem ebenfalls laufbegeisterten Ehepaar Frank und Britta Giesen, mit dem er auch oft zu den
verschiedenen Wettbewerben fährt. Eine Trainingspause legt er eigentlich nur zwischen Dezember und Januar ein, gezieltes Trai-
ning erfolgt zweimal im Jahr. Dann bereitet er sich mit einem zehnwöchigen Übungsplan im Frühjahr und im Herbst auf Marathon-
läufe vor. 2009 stehen acht "Finisher" für den Uelzener zu Buche, das heißt, er ist bei acht Marathonläufen ins Ziel gekommen.
Und bei seinen letzten 42,195 Kilometern in Hösseringen im November lief er persönliche Bestzeit mit 2:51:52 Stunden. Den
Marathon gewann er. Horn: "Highlight ist jedes Jahr wieder der Rennsteig-Marathon Mitte Mai. Auch bei der Herbsthärte in Hitz-
acker laufe ich immer gern, auch wenn es jedes Jahr wieder weh tut, sich den steilen Anstiegen zu stellen." 2008 beendete Horn
sogar den tragischen Zugspitzlauf, bei dem zwei Teilnehmer wegen Erfrierungen starben. "Es war eine Riesenerfahrung, dabei
gewesen zu sein, auch wenn die Umstände im Nachhinein nicht die besten waren", erinnert sich Horn.
Für 2010 hat sich der 38-jährige hohe Ziele gesteckt. "Ich will meine Marathonzeit verbessern und unter 2:50 Stunden laufen.
Außerdem möchte ich erstmals an einem Ultra-Marathon über 72 Kilometer teilnehmen." Auf die Frage, warum er so gern den
Individualsport Laufen mag, antwortet er spontan: "Beim Laufen bin ich für meine Leistung selbst verantwortlich, jeder ist auf sich
gestellt, es gibt keine Ausreden." Am liebsten läuft Horn, der in seiner Freizeit gern Rockkonzerte besucht, allein im Wald: "Die
Stille dort ist herrlich."  

Presseinformation vom 5. Januar 2010 (Von Manfred Scholz)
“Joachim Peest ist eine echte Verstärkung für die LG Weserbergland”
Zweiter der Landesbestenliste über 200 Meter

Leichtathletik.
"Ich will es 2010 unbedingt wissen, ob noch was geht”, sagt der 22-jährige Joachim Peest, der zum Anfang des
Jahres von der LG Hannover zur LG Weserbergland wechselte. Der sympathische Sprinter, der im fünften Semester Mechatronik
an der Uni Hannover studiert, hat sich nach seinem größten Erfolg, als er 2006 norddeutscher Jugendmeister über 200 Meter
wurde, nicht optimal weiterentwickelt. Dafür gibt es viele Gründe, einer ist nach seiner eigenen Ansicht, dass er sich selbst nicht
genug gefordert hat. Seit Mai 2009 trainiert Peest in der Trainingsgruppe von Werner Scharf in Hannover und erste Erfolge waren
die Verbesserung seiner 200 Meter Bestzeit auf 22,09 Sekunden. Auch die 10,98 Sekunden über 100 Meter sieht er als gute
Grundlage für die neue Saison und freut sich auch auf die Staffelrennen mit den Männern der LG. Mit seinem ehemaligem Team
war er Landesmeister und Vierter bei den deutschen Juniorenmeisterschaften mit der 4x100m-Staffel geworden.
"Ich denke, dass ich mit Werner Scharf noch mal was reißen kann, wenn nicht jetzt, wann dann, denn ich bin im fünften Semes-
ter, das Berufsleben naht und ich weiß nicht, ob ich mein anschließendes Masterstudium in Hannover absolvieren werde”, sieht
Peest optimistisch in die Zukunft. "Joachim kenne ich schon viel Jahre, er ist ein talentierter Sprinter und passt sehr gut zu uns.
Er wird auf den Sprintdistanzen noch zulegen und in diesem Jahr auch eine 21er Zeit über 200 Meter laufen”, freut sich der LG-
Trainer auch auf eine Verstärkung der Staffeln von 100 bis 400 Meter.
Der Vereinswechsel gehört für Peest dann auch zu den Veränderungen dazu. Er bleibt allerdings weiter Mitglied im TuS Bothfeld,
wo er mit fünf Jahren anfing Sport zu treiben und 2003 nach vielen Jahren als Hand- und Basketballer zur Leichtathletik kam.
Beim Training absolviert er zur Zeit fünf bis sieben Einheiten, dass soll im Sommer mehr werden. Dann kommt die Uni etwas
kürzer, denn dort hat er klug vorgearbeitet. Sehr gerne trainiert er Sprünge auch weiterhin beim Landestrainer Frank Reinhard,
"denn für mich sind dies Zubringerleistungen für den Sprint” und wenn er dann noch Zeit hat, spielt er mit einer Gruppe ehemaliger
Leichtathleten um Stephan Steding Basketball, "aber richtig in ner Liga”, fügt er an und ach ja, "Musik höre ich wirklich sehr
gerne”.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 6. Januar 2010
"Jedenfalls würde ich nie mit kurzen Hosen Hürdenlauf trainieren"
Interview mit Carolin Nytra über Karambolagen im Training, Geldverdienen, die WM, ihren Freund und Doping

Braunschweig.
Nach Weihnachten ist sie ins Trainingslager nach Südafrika geflogen. Zuvor war sie in Braunschweig, um für die
deutschen Meisterschaften am 17./18.Juli zu werben. Hürdensprinterin Carolin Nytra (Bremer LT) ist eine der jungen deutschen
Leichtathleten mit sympathischer Ausstrahlung und Potenzial. Mit Sportredakteurin Ute Berndt sprach sie über ihr Leben als
Spitzensportlerin, die Folgen der WM in Berlin, ihre Beziehung zu Weitspringer Sebastian Bayer, aber auch Doping.
Sie sind 2001 bei der Jugend-DM schon mal in Braunschweig gestartet. Welche Erinnerungen haben Sie?
Es war meine erste DM, da bin ich ohne große Erwartungen angetreten, habe meine Bestzeit um eine halbe Sekunde gesteigert,
bin gleich ins Finale gekommen und Siebte geworden - eine positive Überraschung. Insgesamt war es ein aufregendes Erlebnis,
spannend, kribbelig. Bei Jugendmeisterschaften ist ja immer auch auf den Tribünen einiges los. Aber für mich war es so oder so
ein Highlight.
Welche Eindrücke hat die Weltmeisterschaft in Berlin bei Ihnen hinterlassen?
Es war eine tolle Erfahrung, und ich habe viel gelernt. Vor allem was die Konzentration auf den Wettkampf angeht. Dass ich mich
beim Aufwärmen auf mich konzentrieren muss und nicht denke, oh, die anderen sind so toll und ich nicht. Dadurch hab‘ ich mich
fertiggemacht. Bei Olympia in Peking war das noch okay, es war mein erster großer Wettkampf. Aber in Berlin habe ich mich
über mich geärgert. Bei der EM in Barcelona darf mir das nicht mehr passieren.
Helfen da Kopfhörer und Sonnenbrille wie bei Ariane Friedrich?
Ja, das machen die anderen auch. Und das ist die Tour, die ich nun wohl auch fahren werde, zumindest draußen. Wenn man
eine Brille aufhat, schränkt das doch etwas den Blickwinkel ein - aber eigentlich ist es mehr ein Signal an mich selbst.
Hat die WM den deutschen Leichtathleten etwas gebracht?
Deutschland konnte live sehen, dass die deutsche Leichtathletik nicht tot ist. Von Peking bis Berlin haben wir uns echt wieder
hochgearbeitet. Und ich denke, 2010 ist von uns Jüngeren einiges zu erwarten, das haben wir in Berlin schon angedeutet.
Haben Sie nach der WM mehr Aufmerksamkeit erfahren?
Ja, es kamen viel mehr Medienanfragen. Und im Supermarkt werde ich auch ab und zu erkannt.
Kamen auch Sponsoren dazu?
Nee, es ist sogar einer abgesprungen. Aber mein Hauptgeldgeber, eine Bremer Logistikgesellschaft, hat zum Glück den Vertrag
verlängert. Mein Studium zahlt ein Energieunternehmen, also ist mein Berufsleben abgesichert.
Ihr Freund Sebastian Bayer, Hallen-Europameister im Weitsprung, hat offensichtlich in Hamburg ein deutlich verbesser-
tes Angebot bekommen und ist aus seinem Vertrag in Bremen ausgestiegen. Neidisch?

Nein. Für mich gab es keinen Grund aus Bremen wegzugehen. Ich kann hier mit meinem Trainer Jens Ellrott weiterarbeiten, mit
dem ich meine Erfolge gefeiert habe. Sebastian hat vom HSV ein sehr viel besseres Angebot bekommen. Aber man muss es mal
so sehen: Wenn er die 8,71 Meter zu den Hochzeiten gesprungen wäre, dann wäre er noch in andere Dimensionen vorgestoßen.
Spätestens seit Sie bei der deutschen Meisterschaft 2009 innerhalb weniger Minuten beide Gold geholt hatten und sich
vor den Kameras küssten, werden Sie als "Traumpaar" verkauft und nach ihrem Privatleben gefragt. Nervt das inzwisch-
en?

Es nervt nicht, wir haben es ja nicht inszeniert - und leider damit auch keinen Cent verdient. Inszeniert war es wohl von den Orga-
nisatoren bei der DM in Ulm, wovon wir nichts wussten. Aber ich denke, der Zeitplan in Braunschweig wird auch wieder ent-
sprechend ausfallen...
Leben Sie noch zusammen?
Ja, wir wohnen weiterhin in Bremen. Es war die Grundvoraussetzung für Sebastians Wechsel nach Hamburg, dass wir uns nicht
trennen. Sein Bundestrainer arbeitet in Hamburg, aber sonst trainiert er auch oft bei uns in Bremen mit.
Ist das problemlos möglich? Gab es nicht Verstimmungen im Verein wegen seines Wechsels?
Zuerst gab es Diskussionen, aber mittlerweile hat sich alles friedlich geregelt. Jetzt ist alles okay. Das muss doch auch jeder
verstehen: In Hamburg wurde Sebastian für drei Jahre abgesichert, während bei uns das Geld immer nur für ein Jahr wirklich fest
zugesagt ist.
Wie vereinbaren Sie Leistungssport und Studium?
Ich studiere Sportmanagement in Oldenburg. Das ist ein Online-Studiengang speziell für Leistungssportler, mit dem ich mich
abends beschäftige. Anders ginge es gar nicht. Wir gelten zwar als Amateursportler, aber ich trainiere den ganzen Tag. Leicht-
athletik ist mein Acht-Stunden-Job. Eine Trainingseinheit dauert drei Stunden, davon mache ich zehn, elf pro Woche. Und die
Regeneration gehört ja auch noch dazu.
Rennt man eigentlich als Spitzenläuferin noch gegen die Hürden?
Das kommt vor, zum Glück nicht so häufig. Meist, wenn ich schon etwas kaputt bin. Aber es ist von Jahr zu Jahr weniger ge-
worden, sagen wir dreimal pro Halbjahr, meist mit dem rechten Knie. Aber das merke ich erst abends, wenn ich vom Sofa auf-
stehen will. Jedenfalls würde ich nie mit kurzen Hosen Hürdenlauf trainieren - das ist der Lerneffekt.
Wie lauten Ihre Ziele für 2010?
In Braunschweig möchte ich auf jeden Fall meinen vierten DM-Titel und meinen Meisterschaftsrekord angreifen. Und bei der EM
möchte ich dann ins Finale und dort eine gute Rolle spielen.
Und was wünschen Sie sich von der Leichtathletik 2010?
Dass sie sauberer wird. Dass es gelingt, die Sündenböcke rauszuziehen, die es gibt. Damit es für uns einfacher wird, unsere
Leistung in Relation zu setzen und unsere Wertschätzung steigt. Denn weltweit befinden wir uns ja nur im Mittelfeld, obwohl wir
gute Leistungen bringen.
Sagen Sie also, im Ausland wird gedopt, aber die deutschen Athleten sind sauber?
Ich würde nie sagen, die oder die Konkurrentin ist voll. Aber ich stehe eben schon ab und zu neben einer, die Muskelstrukturen
hat, die ich mit 20 Jahren Krafttraining nicht bekommen könnte. Oder die an den Beinen männliche Muskeln hat, die Frauen nicht
ausprägen können. Es gibt Athletinnen ohne jegliche Fettschicht und mit sehr tiefer Stimme.
Fühlen Sie sich auch wegen der strengen deutschen Meldepflichten ungerecht behandelt?
Vor kurzen habe ich erfahren, dass ich in den höchsten Testpool aufgerückt bin, mich also für jede Stunde des Tages abmelden
muss. Das ist in Ordnung, aber es müsste für die Athleten einfacher gehen. Zum Beispiel funktioniert es nicht über Handy, und
nach 18 Uhr läuft bei der Nada nur ein Anrufbeantworter. Da geht es international anders zu. Als es darum ging, dass die Wada-
Kontrolleure Diplomatenstatus bekommen sollen, damit sie überall in der Welt testen können, haben Jamaika und die USA nicht
zugestimmt. So was regt mich auf. Leistungssprünge sind sicherlich möglich. Aber ich sage: Wenn ihr nichts zu verbergen habt,
dann zeigt doch mal, womit man solche Muskeln bekommt.

NORDWEST ZEITUNG vom 12. Januar 2010 
“Trainiere drei bis vier Einheiten pro Woche”
Leichtathletik: Andreas Hülskamp, Nachwuchsläufer des BV Garrel, peilt 2010 neue Bestzeiten an

Von Bodo Tarow
Der 14-jährige Garreler Andreas Hülskamp katapultierte sich 2009 in die Spitzenklasse der deutschen Leichtathletik. Über 3000
Meter ist er der schnellste Schüler Deutschlands.
Frage: Sie haben ein unglaublich erfolgreiches Jahr mit mehr als 20 Siegen, zahlreichen Titeln und persönlichen Best-
zeiten hinter sich. Wie lauten Ihre Ziele für 2010?

Hülskamp: 2009 war echt ein tolles Jahr für mich. Über 3000 Meter war ich in Deutschland der Schnellste, über 5000 Meter
Zweitschnellster und über 1000 Meter hat es noch zum achten Platz gereicht. Konkrete Ziele für das Jahr 2010 kann ich aber gar
nicht nennen. Es gibt wieder viele Meisterschaften und Wettkämpfe. Auf jeden Fall versuche ich, meine 2009 aufgestellten per-
sönlichen Bestzeiten über diese drei Strecken zu verbessern.
Frage: In wenigen Tagen stehen die niedersächsischen Hallenmeisterschaften in Hannover und im Februar in Löningen
die Landes-Crossmeisterschaften auf dem Programm. 2009 haben Sie die Hallentitel über 1000 Meter und 3000 Meter und
die Crossmeisterschaft eingefahren. Werden Sie auch 2010 dreimal jubeln können?

Hülskamp: Ich möchte auf jeden Fall vorne dabei sein. Ich starte 2010 aber bei den Schülern A, M 15, und da wird es nicht ein-
facher. Die Konkurrenz ist groß. Im Cross weiß man nie genau, wie’s läuft. In der Halle sollte es auf meiner Lieblingsdisziplin,
den 3000 Metern, eigentlich klappen. Über die 1000 Meter ist mein Dauerkonkurrent Tilmann Petersen aus Pattensen sehr stark.
Warten wir mal ab, wie es läuft.
Frage: Spüren Sie Druck?
Hülskamp: Nein. Mir macht das Laufen unglaublich viel Spaß. Ich sehe das Ganze eher locker. Und ich weiß, dass man nicht
immer ganz oben stehen kann.
Frage: Haben Sie ein Vorbild, dem Sie nacheifern?
Hülskamp: Nein. Darüber habe ich mir auch noch nie Gedanken gemacht. Ich laufe, wie gesagt, weil es mir Spaß macht. Ich
versuche, für mich das Beste herauszuholen.
Frage: Wer hat Ihr Talent entdeckt und Sie zum Laufen gebracht?
Hülskamp: Wie mein Bruder habe ich früher beim BV Garrel Handball gespielt. Dann bin ich zweimal einfach so beim Garreler
Freimarktslauf mitgelaufen. Nach der dritten Teilnahme habe ich gemerkt, dass mir das Laufen liegt und mich bei der Leichtath-
letik-Abteilung des BV Garrel angemeldet. So gesehen, bin ich schon mein eigener Entdecker.
Frage: Wie oft trainieren Sie in der Woche?
Hülskamp: Pro Woche spule ich drei bis vier Einheiten mit meinen Trainern Volker Herrmann und Fabian Kühling ab. Volker
Herrmann koordiniert auch meine Starts.
Frage: Wie viele Kilometer kommen dabei in der Woche zusammen?
Hülskamp: Keine Ahnung. Damit habe ich mich noch nicht so genau beschäftigt. Meine Trainer dosieren meine Einheiten. Der-
zeit geht bei dem Wetter nicht so viel. Da sind wir überwiegend in der Halle.
Frage: Bleibt Ihnen da neben Training und Schule überhaupt noch Freizeit?
Hülskamp: Doch schon. Das geht alles. Ich verbringe noch ausreichend Zeit mit meinen Freunden
Frage: Streben Sie eine Karriere als Laufprofi an?
Hülskamp: Das steht noch in den Sternen. Für mich steht aber schon jetzt fest, dass ich in Garrel die Realschule beenden
möchte und dann das Abitur machen werde. Was danach kommt, weiß ich noch nicht. 

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 14. Januar 2010
Läufer auch als Fußball-Trainer erfolgreich
66-jähriger Eibo Eiben führt seit 1972 die Leichtathletik-Abteilung des SC Dunum an

Von Horst Kruse
Dunum. “Ich war überrascht und fühle mich sehr geehrt", sagt Eibo Eiben. Am Sonnabend hatte der 66-Jährige vom SC Dunum
bei den ostfriesischen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in Emden den Dr.-Schaumburg-Preis erhalten. Mit dieser Auszeich-
nung wird jedes Jahr in Ostfriesland eine Person geehrt, die sich um die Leichtathletik verdient gemacht hat. “Eigentlich steht mir
alleine der Preis gar nicht zu, denn wir machen alles im Team", sagt Eiben bescheiden. Dabei ist der Rentner schon seit fast vier
Jahrzehnten ehrenamtlich tätig.
Seit 1972 steht er an der Spitze der Leichtathletik-Abteilung des SC Dunum. “Wenn das hier weitergeführt werden soll, dann
übernimm du das." Mit diesen Worten überredete damals ein Lehrer, den es beruflich nach Lüneburg zog, den gelernten Landwirt
Eiben zur Übernahme der Leichtathletik-Abteilung. “Ich war Fußballer, habe Schüler-Mannschaften trainiert, darum hat er mich
wohl ausgewählt", erinnert sich Eiben. “Ich bin dabei geblieben, weil es mir viel Spaß macht." Allerdings hätte er auch nichts da-
gegen, wenn er ein wenig kürzertreten könnte. “So langsam sollten mal die Jungen ran", findet Eiben, der nach wie vor aber gerne
mit jungen Menschen zusammenarbeitet. So ist er seit Rentenbeginn vor eineinhalb Jahren auch wieder Fußball-Trainer. “Beim
SC Dunum trainiere ich mit Heini Lackner die D-Jugend." Übrigens mit Erfolg. Am Sonntag gewann die Mannschaft den
Strudden-Cup.
1980 übernahm Eiben auch den Vorsitz im Leichtathletik-Kreis Wittmund. Gemeinsam mit Dieter Lunz und Herma Brahms grün-
dete er in der Samtgemeinde Esens den Lauftreff Schaffhauser Wald im SC Dunum. Eiben, der nach der Aufgabe der Landwirt-
schaft bis zum Eintritt in die Rente noch 20 Jahre als Altenpfleger tätig war, organisierte in den vergangenen Jahrzehnten etliche
Lauf-Wettbewerbe im Harlingerland. Selber läuft er auch noch. “Im vergangenen Jahr habe ich in Oldenburg noch einen Halbmara-
thon geschafft", sagt Eiben, der es auf der Strecke inzwischen aber gerne gemütlicher angehen lässt. So entstand auch in den
vergangenen Jahren die Idee zu Volksläufen ohne Zeitnahme. “Wir machen einen Lauf für alle, die um die 60 Jahre und älter sind",
sagt Eiben. “Den haben wir vor fünf Jahren erstmals angeboten, es ist eine schöne, runde Sache, sehr gemütlich", sagt Eiben.
“Zwischendurch legen wir einen Boxenstopp ein, trinken Tee und unterhalten uns."
Ähnlich gemächlich geht es beim Etappenlauf von Holtriem bis nach Wittmund zu. “Von Lauftreff zu Lauftreff", ist das Motto. “Die
Idee dazu kam mir gemeinsam mit Volker Rieken 2008 beim Ossiloop", erzählt Eiben. “Dort ist inzwischen alles so voll und hek-
tisch. Außerdem haben wir uns gesagt: Einen Lauf durch das schöne Harlingerland könnten wir auch mal anbieten." Die Premiere
2009 glückte, in diesem Jahr ist die zweite Auflage geplant. Beteiligt sind die Lauftreffs vom SV Ochtersum, SC Dunum, BSC
Burhafe und MTV Wittmund. “Vielleicht kommt noch der eine oder andere Verein dazu", hofft Eiben. “Dann könnten wir eventuell
bis Neuharlingersiel oder Carolinensiel laufen." Wichtig ist ihm aber, dass es ein Lauf ohne Zeitnahme bleibt. “Zwischendurch
sollte Zeit für eine Tasse Tee sein." 

LANDESZEITUNG FÜR DIE LÜNEBURGER HEIDE vom 15. Januar 2010 
"Fauli" ist jetzt richtig fleißig
Läuferin Caroline Neckel vom MTV Treubund träumt von Olympia - Kampf gegen den inneren Schweinehund

Von Celia Renz
Lüneburg. Mit professionellen Laufschuhen betritt Caroline Neckel die Tartanbahn beim MTV Treubund Lüneburg. Das war nicht
immer so. Noch vor einem Jahr lief die jetzt 13-Jährige jeden Wettkampf barfuß. Und das aus einem einfachen Grund: Ihre Zeiten
waren besser, da sie mit den Spikes, die unter den Sportschuhen angebracht sind, nicht zurecht kam. Bei Mitstreitern stieß
Caroline häufig auf staunende Gesichter. "Die haben mich immer gefragt, was wäre, wenn mir jemand auf die Füße tritt, und ob
das nicht weh tut. Aber ich weiß gar nicht, was die haben", so die Schülerin, die mittlerweile aber den Umgang mit den Spikes
gelernt hat.
Seitdem geht sie also mit Schuhen auf Rekordjagd. Auf die Frage nach ihren größten Erfolgen fallen ihr sofort drei Ereignisse ein:
Im September 2008 brach sie bei einem Wettkampf in Adendorf den 27 Jahre alten Kreisrekord, lief ihre Paradedisziplin, die
800 m, in 2:32 Minuten. Es folgte der Sieg bei einem Sichtungsrennen im Olympiastützpunkt Hannover im März vergangenen
Jahres, und zuletzt stellte sie im Sommer 2009 mit einer Zeit von 2:28 Minuten einen neuen Stadionrekord in einem stark be-
setzten Wettkampf in Wehdel auf.
Doch so erfolgshungrig war Caroline nicht immer. "Ganz am Anfang bin ich immer allen hinterhergelaufen", so die Gymnasiastin,
die wegen ihrer Trainingsträgheit damals schnell den Spitznamen "Fauli" verpasst bekam. Neben der Leichtathletik war sie auch
im Judo und Fußball aktiv. "Den Ball hat sie aber bis heute nicht verstanden", fügt ihr Vater scherzend hinzu. Seit drei Jahren hat
sie nun aber ihr Training intensiviert. Unterstützt wird sie dabei vor allem von ihrem Vater und ihrem Großvater, die beide auch
Leichtathleten sind. Bis zu viermal trainiert sie in der Woche, dabei wird sie nun ein Jahr lang einmal die Woche ein Schnupper-
training bei der LG Nordheide absolvieren. Wohin es sie nach diesem Jahr verschlägt, weiß sie jedoch noch nicht. "Das Sport-
internat Hannover wäre schon interessant", sagt Caroline, die sich mehrere Optionen offen halten will. Klar ist für sie jedoch, dass
sie Trainingsgegner auf ihrem Niveau braucht. Denn Caroline verfolgt ehrgeizige Ziele. "Eine Olympia-Teilnahme wäre toll, aber
dafür müsste ich meinen inneren Schweinehund noch öfter besiegen", sagt die Schülerin, deren Vorbild 5000-m-Läufer Dieter
Baumann
ist. Um sich hochzupushen, schaute sie sich früher vor jedem Wettkampf ein Video von dessen Olympia-Sieg an.
"Wenn ich schlecht drauf bin, mache ich das auch heute noch."
In dieser Saison will sie neben ihrer Schwäche, dem Sprint, noch fleißiger werden, denn Caroline weiß: "Man muss sich einfach
aufraffen, Erfolge geben einem dann einen richtigen Flash." Neben dem Sport lässt sie vor allem ihrer Kreativität freien Lauf,
bastelt beispielsweise Geburtstagsgeschenke für Freundinnen. Rekordsprinter Usain Bolt kann Caroline jedoch nicht so begeis-
tern. "Es kommt mir schon ein bisschen spanisch vor, dass er immer so frei ist und einen Rekord nach dem anderen bricht",
nimmt sie Bezug auf die anhaltenden Dopingverdächtigungen in ihrem Sport. Sie glaubt vielmehr, dass man nur durch hartes
Training Rekordzeiten laufen kann und sagt damit ihrem inneren Schweinehund den Kampf an. 
==> Korrekturen/Richtigstellungen durch Webmaster in kursiv 

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 26. Januar 2010
Deborah Brodersen: Auf den Spuren von Siebenkampf-Ass Carolina Klüft

Leichtathletik
(cwo). “Das war ein Hammer-Jahr”, freut sich die 16-jährige Rintelnerin Deborah Brodersen, wenn sie an die
Leichtathletik-Saison 2009 zurückdenkt. “Dass mein erstes Jugend-Jahr so gut läuft, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.”
“Debbie”, wie sie von ihren Freunden genannt wird, hatte nach ihrem Wechsel an das Sportinternat in Hannover und in die Trai-
ningsgruppe der Mehrkampf-Landestrainerin Beatrice Mau-Repnak durchaus mit einer Teilnahme an der U-18-WM geliebäugelt,
wirklich gerechnet hat sie damit nicht. Riesengroß war der Jubel im Juni, als Bundestrainerin Eva Rapp die junge Siebenkämpfer-
in nach einer starken Leistung bei der WM-Ausscheidung in Ratingen nominierte. Die gebürtige Rintelnerin, die inzwischen für die
LG Weserbergland startet, präsentierte sich beim internationalen Kräftemessen im italienischen Brixen topfit und wurde über-
raschend Sechste im Siebenkampf der Altersklasse U 18. “International zu starten ist schon etwas anderes, als bei regionalen
Sportfesten oder Landesmeisterschaften. Nach dem Speerwerfen hatten wir in Brixen vier Stunden Pause bis zum abschließen-
den 800-Meter-Lauf. Der Tag war dadurch so lang, dass man noch kaputter war als sonst.”
Trotz ihrer internationalen Erfolge startet “Debbie” auch weiterhin gerne in den heimischen Gefilden. “Ich laufe jedes Jahr mindest-
ens einmal in Stadthagen die 100 Meter. Dort habe ich beinahe immer meine Saisonbestzeiten erzielt - also ein wirklich gutes
Pflaster für mich!” Aber auch außerhalb der Wettkampfbahn kommt die 16-Jährige gerne ins heimische Rinteln zurück. Sie ge-
nießt dann die Ruhe mit ihrer Familie oder trifft sich mit alten Schulfreundinnen wie Nina und Anna Lena.
Oft ist sie am Wochenende aber auf Wettkämpfen oder Lehrgängen, wo sie gemeinsam mit Deutschlands Top-Mehrkämpfern
trainieren und ihrem Vorbild, der schwedischen mehrfachen Siebenkampf-Weltmeisterin Carolina Klüft, nacheifern kann. Wie Klüft
im Weitsprung hat auch Brodersen mit dem Hochsprung eine Disziplin, in der sie regelmäßig die Spezialistinnen ärgert. “Im
Siebenkampf habe ich in diesem Jahr wohl keine Chance auf einen internationalen Einsatz. Dafür sind, selbst wenn ich die Norm
schaffe, die älteren deutschen Konkurrentinnen zu stark. Deshalb werde ich versuchen, mich im Hochsprung für die U-18-Olym-
piade und vielleicht auch die U-20-WM zu qualifizieren.” Im vergangenen Jahr wurde Deborah Brodersen ohne spezielles Hoch-
sprung-Training mit übersprungenen 1,74 Meter Vierte bei den deutschen Jugendmeisterschaften. Inzwischen steht ihre persön-
liche Bestleistung bei 1,80 Meter.'
Für die herausragenden Leistungen trainiert Brodersen sieben Mal pro Woche. “Durch die Schulzeit-Streckung auf 13 Jahre habe
ich genug Zeit für das Training”, lobt “Debbie”, die zur Zeit die elfte Klasse besucht und Englisch und natürlich Sport zu ihren
Lieblingsfächern zählt, die hervorragenden Rahmenbedingungen in Hannover. Ihre berufliche Zukunft plant die Siebenkämpferin
bereits mit Bedacht. “Ich kann mir gut vorstellen, zur Polizei zu gehen. Durch die Sportfördergruppe hätte ich dann auch weiterhin
die Möglichkeit, Wettkampfsport zu betreiben. Oder vielleicht studiere ich auch Jura.”
==> Weitere Berichte über Deborah Brodersen vom: 29. Oktober 2008 / 9. Dezember 2009 

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 27. Januar 2010 
Johanna Kühn glänzt als "Allround-Talent"

Leichtathletik
(hga). Sie ist groß, schlank und eine sympathische Einzelkämpferin: die 14-jährige Johanna Kühn geht für den
Post SV Stadthagen als erfolgreiche Leichtathletin an den Start. Das unterstreicht die Liste der Erfolge im Jahr 2009: Nieder-
sächsische Landesmeisterin im Siebenkampf, ein siebter Platz bei den deutschen Schülermeisterschaften sowie ebenfalls ein
siebter Platz auf der deutschen Bestenliste, Landesrekord im Dreikampf, seit 2004 bis Ende 2009 23 Kreisrekorde in verschiede-
nen Disziplinen.
Vor sechs Jahren beginnt die Laufbahn der Schülerin des Wilhelm Busch Gymnasiums. Der Spaß am Sport ist die Triebfeder für
den Beitritt zum PSV. Nach und nach erkennen Trainer und Betreuer das Talent. Ihr heutiger Trainer Marco Leszczynski nimmt
sie als zwölfjährige unter seine Fittiche. Der Coach findet Stärken in vielen Disziplinen und führt Kühn an den Siebenkampf heran.
Der Siebenkampf besteht aus Kugelstoßen, Speerwurf, Weitsprung, Hochsprung, Hürdenlauf, 100-Meter-Lauf und dem abschließ-
enden 800-Meter-Lauf. Die Wurfdisziplinen und das Kugelstoßen liegen Kühn besonders. Als besondere Stärke gilt die Fähigkeit
der jungen Athletin, sowohl mental als auch physisch einen solchen Wettkampf auf hohem Niveau zu absolvieren. Zum sammeln
wertvoller Erfahrungen bestreitet Kühn auch Wettkämpfe gegen Spezialisten in Einzelwettkämpfen. Der große Traum ist die natio-
nale Bühne. Die Doppelbelastung von Leistungssport und Schule meistert Kühn bislang gut. Allerdings wäre der Erfolg ohne die
Hilfe der Eltern - der Fahrdienst ist immer zur Stelle - nicht möglich.

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 27. Januar 2010
Der "nimmermüde" Horst Schäfer ist topfit und erfolgreich mit 69 Jahren

Leichtathletik
(cwo). Vier Kreismeistertitel, vier Bezirksmeistertitel, fünf Podestplatzierungen bei den Niedersachsenmeister-
schaften, eine Silber- und zwei Bronzemedaillen bei den deutschen Meisterschaften, Sieger des Deutschland-Cups und als Krön-
ung die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften - die Erfolgsbilanz von Horst Schäfer ist wie bereits in den vergangenen
Jahren beeindruckend lang. Der für die Vereinigte Turnerschaft Rinteln startende Schäfer ist einer der erfolgreichsten Senioren-
Mehrkämpfer der niedersächsischen Leichtathletik. Seine Paradedisziplin ist der Zehnkampf, aber auch im Hürdensprint sowie in
den Wurf-Disziplinen heimst der 69-Jährige regelmäßig Siege und vorderste Platzierungen ein. “Der größte Erfolg 2009 war
zweifelsohne der Gewinn der Bronzemedaille im Zehnkampf bei den Weltmeisterschaften im finnischen Lahti. Eine Podestplatz-
ierung bei internationalen Meisterschaften ist mir zuvor erst einmal gelungen - 1994 war es ebenfalls die Bronzemedaille im
Zehnkampf.”
Dabei hat sich der gebürtige Wilhelmshavener erst spät der Leichtathletik zugewendet. “Bis zu meinem 32. Lebensjahr habe ich
Fußball gespielt. Mit dem SV Wilhelmshaven sogar in der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse. Das waren die Zeiten,
als Uwe Seeler in der Oberliga (vergleichbar mit der heutigen Bundesliga) kickte.” Zu seinen Fußballer-Zeiten errang Schäfer so-
gar einmal den Titel des “Wilhelmshavener Stadtmeisters der Nicht-Leichtathleten” und erinnert sich schmunzelnd daran, wie
sehr es ihn damals gefreut hatte, als Fußballer die so todernsten Leichtathleten aufzumischen. Nach der Fußballerzeit und dem
Umzug nach Exten versuchte sich Schäfer gemeinsam mit seiner Frau Inge in den verschiedensten Sportarten - darunter auch
Triathlon und 100 Kilometer-Lauf. Ingo Germer war es, der ihn schließlich zur Leichtathletik und in die VT Rinteln lockte. Seinen
ersten Zehnkampf absolvierte Schäfer bei einer Jedermann-Veranstaltung in Ahlen. “Der Stabhochsprung war dabei ohne jede
Vorerfahrung ein Totalausfall. Inzwischen klappt es aber recht gut”, zeigt sich der Allrounder zufrieden mit den Trainingsleistungen
der vergangenen Jahre.
“Der Sport hat immer eine ganz wichtige Rolle in meinem Leben gespielt und das soll auch so bleiben, so lange es geht”, stellt
Schäfer, der insgesamt elf Bezirks- und drei Niedersachsenrekorde in der Senioren-Leichtathletik hält, fest. Ab der Saison 2010
startet Schäfer in der Altersklasse M70 und auch dort werden, wenn alles nach Plan läuft, einige Rekorde zu seiner erfolgreichen
Bilanz hinzukommen.
==> Ein weiterer Bericht über Horst Schäfer vom 12. Oktober 2005 

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 28. Januar 2010
Langersehnter Flug über magische Grenze
Ein Leeraner will hoch hinaus: Enno Tjarks übersprang 2,01 Meter / 2,06 Meter im Visier

Von Horst Kruse
Leer. Auf diesen Flug hat Enno Tjarks lange gewartet. Am 3. Januar erfüllte sich der Traum des 23-Jährigen vom VfL Germania
Leer. Beim Hallensportfest des SV Werder Bremen überquerte der Hochspringer erstmals in seinem Leben die Zwei-Meter-Marke.
Mit 2,01 Metern gewann der Leeraner den Wettkampf der Männer in der Leichtathletikhalle des Weserstadions. Die Freude da-
rüber ist riesig: “Seit zwei Jahren war ich immer wieder dran an dieser magischen Grenze. Nun hat es endlich geklappt." Im
zweiten Versuch flog Tjarks in Bremen über die 2,01 Meter. Nervös war er nicht. “Komischerweise", sagt Tjarks. “In dem Wett-
kampf passte einfach alles - Athletik, Anlauf, Absprung." Und auch der Kopf spielte mit. “Es war eine reine Kopfsache, denn die
Höhe passte schon lange, das wusste ich", sagt Tjarks, der mit übersprungenen 1,99 Metern als Dritter der Niedersächsischen
Bestenliste des vergangenen Jahres geführt wird.
Dabei hat er gar keinen Trainer. “Seitdem Stefan Böckmann uns 2008 aus beruflichen Gründen verlassen hat, trainiere ich ge-
meinsam mit Phillip Rietz." Sein Trainingskumpel von Germania ist ebenfalls hoch talentiert. Der 19-Jährige gewann vor zehn
Tagen mit 1,99 m in Hannover nicht nur Silber bei den Landesmeisterschaf­ten der Jugend A, sondern qualifizierte sich mit dieser
Höhe gleichzeitig für die DM der Jugend. “Das hat er prima gemacht", lobt Tjarks, der am vergangenen Wochenende in Hannover
mit 1,98 Metern bei den Männern ebenfalls Silber gewann. “Es war die Höhe, die ich konstant springen kann", sagt Tjarks. “Mit
der Platzierung bin ich super zufrieden."
Täglich zwei Stunden trainiert der 1,90 Meter große Tjarks gemeinsam mit Phillip Rietz in der BBS-Sporthalle. Trotz des Winter-
wetters werden auch im Freien Einheiten eingelegt. “Lange Sprints und Ausdauer können wir in der BBS-Halle nicht trainieren",
sagt Tjarks. Deshalb geht es auch bei Schnee und Eis immer mal wieder raus auf die Anlage am Pastorenkamp. Trainiert wird
täglich nach Feierabend. Tjarks ist bei der Firma Neemann OHG in Leer beschäftigt. Dort hat er gelernt und neben der Prüfung
zum Industriekaufmann auch ein dreijähriges Betriebswirtschafts-Studium an der Berufsakademie Ost-Friesland in Leer absolviert.
“Bachelor of Arts in Business Administration" ist die offizielle Bezeichnung. Hochleistungssport und Beruf lassen sich gut ver-
einbaren, meint Tjarks. “Während des Studiums war es manchmal anstrengend, aber es klappte ganz gut."Seit zehn Jahren ist
er bei den Leichtathleten, seit 2003 Leistungssportler. Neben dem Hochsprung ist Tjarks auch bei den Turnern des TV Leer aktiv.
“Hochsprung ist ja Akrobatik, erfordert auch turnerisches Können", sagt Tjarks. “Das er­gänzt sich gut."
Um im Leistungssport Erfolg zu haben, seien drei Dinge wichtig, meint Tjarks: Ein hohes Maß an Eigeninitiative, eiserner Wille
und Spaß am Sport. Von alledem hat er noch genug und deshalb höhere Flüge im Visier. “2,04 bis 2,06 Meter sind bei meinem
Körper durchaus drin." Unter Druck setzt er sich dabei aber nicht. “Um diese Höhe zu schaffen, muss alles stimmen." So wie bei
seinem Sprung über die magische Zwei-Meter-Marke.  

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Gifhorn) vom 29. Januar 2010 
Horst Schrader sammelt weiter Medaillen
Leichtathletik: Abbesbütteler feiert seinen 75. Geburtstag und denkt an weitere Titel und Rekorde

Von Gundolf Tospann
Abbesbüttel. 24 Landesmeister-, 20 norddeutsche Meister- und 5 deutsche Meistertitel lautet die beeindruckende Bilanz der
letzten zehn Jahren von Läufer Horst Schrader aus Abbesbüttel. Noch beachtlicher: Diese sportlichen Erfolge holte ein Mann, der
am kommenden Sonntag seinen 75. Geburtstag feiert. Der für den TuS Celle startende Läufer ist in seiner Altersklasse M75 über
100, 200 und 400 Meter und in der Halle über 60 und 200 Meter einer der erfolgreichsten in Deutschland.
Erst jüngst hat der schnelle Senior aus dem Papenteich seiner schon umfangreichen Sammlung an Urkunden und Medaillen ei-
nige weitere hinzugefügt. Bei den offenen Hallenmeisterschaften in Halle an der Saale gewann er die 60 Meter in 8,89 Sekunden
und stellte als Sieger über die 200 Meter mit 29,72 Sekunden einen neuen Hallenrekord auf. Auf beiden Strecken war er übrigens
schneller als die Gewinner der "Youngster" in der Altersklasse M70 und M 65. "Erst in der M 60 war einer schneller. Und der ist
immerhin zwölf Jahre jünger", erzählt der Abbesbütteler stolz.
Diesen Stolz bewegt Horst Schrader jedoch nicht, demnächst seine Beine öfters hochzulegen. Ganz im Gegenteil: Bei den
deutschen Meisterschaften in Sindelfingen am 13. und 14. Februar will er den deutschen und gleichzeitigen Weltrekord über 200
Meter der M 75 in der Halle knacken. Der steht bei 28,98 Sekunden. "Ich habe ein gutes Gefühl, dass ich das schaffen kann",
gibt sich der Pensionär zuversichtlich. Dass seine Einschätzung keine Floskel ist, bewies Schrader am vergangenem Wochen-
ende bei den offenen Bezirksmeisterschaften in Magdeburg. Er gewann die 200 Meter in 29,32 Sekunden - eine klare Steigerung
zu dem Lauf in Halle. "Ich bin schon ganz zufrieden", wertet Schrader, der auch die 60 Meter in 8,91 Sekunden gewann.
Der Trainingsaufwand des erfolgreichen "Oldie-Sprinters" hält sich übrigens in Grenzen. Neben Krafttraining in der Abbesbütteler
Sporthalle geht es lediglich drei Mal die Woche allein in den Wald in Sichtweite seines Hauses. "Dort mache vorwiegend Intervall-
Training", erzählt Horst Schrader. Ein Karriereende hat der 75-Jährigen übrigens noch nicht in Sichtweite. "Es macht einfach zu-
viel Spaß. Ein paar Jahre habe ich noch vor mir." 

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 11. Februar 2010
Lauftalent träumt von Deutschland-Trikot
Leichtathlet Oliver Nauermann hofft auf Teilnahme an internationalen Wettkämpfen

Von Til Bettenstaedt
Norden. Die Nacht vor dem Erfolg war kurz und unruhig. Oliver Nauermann hatte sich am vergangenen Sonnabend schon um
kurz nach 23 Uhr schlafen gelegt, um möglichst ausgeruht bei den Norddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften zu starten. “Ab
Mitternacht stand dann aber mein Handy nicht mehr still. Familie, Freunde und Bekannte wollten mir zum Geburtstag gratulie-
ren", erzählt der nun 19 Jahre alte Norder. Geschadet hat ihm der Schlafentzug offenbar nicht. Denn das Lauftalent feierte nicht
nur seinen Ehrentag, sondern auch den Titelgewinn über 800 Meter “Mit diesem Sieg und dem dritten Platz bei der 4 x 400-m-
Staffel der Männer bin ich nach den zwei Seuchenjahren sehr zufrieden”, sagt Oliver Nauermann, der für den TV Norden startet.
Der angehende Abiturient hatte zuletzt mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen, ist erst seit Anfang des Jahres wieder richtig
fit. “Neben einem Muskelfaserriss, einer Bandscheiben-Verletzung und einer Achillessehnen-Entzündung war ich auch an
Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt”, sagt der Leichtathlet und hofft, dass seine Krankenakte nun endlich geschlossen ist.
 Für den Titel bei den Norddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Hannover hat Oliver Nauermann hart gearbeitet. “Ich ver-
suche täglich zu trainieren, mache viele Dauer- und Tempoläufe, aber auch oft Sprungübungen.” Die Einheiten sollten möglichst
abwechslungsreich sein. Oft ist der Ostfriese allerdings alleine unterwegs. “Leider gibt es in Norden nur wenige Mittelstreckler,
mit denen ich trainieren könnte”, sagt der Sportler der Woche. Dass Oliver Nauermann so erfolgreich ist, liegt wohl an seiner
Familie, die sich durchaus als sportverrückt bezeichnen lässt. Vater Hubert war leidenschaftlicher Basketballer, Mutter Silke
Ruderin und sein Bruder Philip wechselte erst vor wenigen Tagen aus der B-Jugend von Kickers Emden zu Fußball-Zweitligist
Hansa Rostock. “Auch von meinem zwölf Jahre alten Bruder Leonard wird man noch einiges hören”, sagt Oliver Nauermann über
den talentierten Nachwuchskicker des Süderneulander SV. Er habe zwar auch immer gerne Fußball gespielt, sei aber im Laufen
einfach stärker gewesen.
Der Sieg in der Landeshauptstadt hat Oliver Nauermann Appetit auf mehr gemacht. “Ich habe mir noch einige Ziele gesteckt, die
ich erreichen möchte.” Als nächste Hürde wolle er seine derzeitige Bestzeit von 1:53,17 Minuten knacken, um die 800 Meter
irgendwann sogar unter 1:50 Minuten zu laufen. “Ein Traum wäre es außerdem, einmal im Deutschland-Trikot an einem inter-
nationalen Wettkampf - wie der U20-Weltmeisterschaft - teilzunehmen”, sagt das ostfriesische Lauftalent. Um seine Ziele und
Träume zu verwirklichen, will sich Oliver Nauermann von nichts und niemandem stoppen lassen - schon gar nicht von kurzen und
unruhigen Nächten. 

WESER KURIER vom 11. Februar 2010
Alle Arbeit gilt Olympia 2012
Neue Folge der Reihe: Wie sie wurden, was sie sind / Leichtathletik-Trainer Jens Ellrott war erfolgreicher Judoka

Von Heinz Fricke
Bremen. Vermeintliche Kleinigkeiten haben zuweilen große Folgen. Was im Fall von Jens Ellrott bedeutet: Wenn sein Verein,
die SG Aumund-Vegesack, dem Jugend-Judo-Landesmeister Jens Ellrott vor 28 Jahren die Reise zu den norddeutschen Titel-
kämpfen bezahlt hätte, wäre er womöglich heute Judo-Trainer. "Aber ich war damals so enttäuscht, ich habe mit Judo sofort auf-
gehört", erinnert er sich. So landete Jens Ellrott irgendwann bei den Leichtathleten, mit für diesen Sport erfreulichen Konsequenz-
en: Heute gilt der Bremer Landestrainer bundesweit als Experte für den weiblichen Hürdenlauf, er führte Carolin Nytra und Jonna
Tilgner an die nationale Spitze und zur deutschen Meisterschaft. Und alle Drei haben ein gemeinsames Ziel: "Bei Olympia 2012
wollen wir unseren Höhepunkt erreicht haben", sagen sie.
Beide Eltern waren Lehrer, und so gab es für Jens Ellrott eigentlich nie Zweifel an der eigenen Lebensplanung: "Ich wollte auch
unterrichten, anderen weiterhelfen." Schon mit 16 Jahren war er Übungsleiter bei der LG Bremen-Nord - mit Neigungen zu fast
allem, was mit Sport zu tun hatte. Denn er war das, was man ein Multi-Talent nennt: Fußball, Judo, Volleyball, Formationstanz,
Leichtathletik - Jens Ellrott machte alles und stellte irgendwann fest: "Ich kann viel, aber nichts, was für ganz oben reichen
würde." Aus solchem Holz sind in der Regel gute Trainer geschnitzt, was im Fall des 43-Jährigen heißt: Sein Weg führte ohne
große Umwege zum Trainer- und Lehrerjob. Abitur an der Bördestraße in Bremen-Nord, dann Wehrdienst in Delmenhorst mit dem
Vorteil, dass er seine Übungsleiter-Jobs in Bremen nahezu ungehindert weiterführen konnte. 1987 ging es zum Sportstudium
nach Köln, als zweites Fach wählte er Russisch. "Weil alle Welt wusste, dass die Fächerkombination Englisch/Sport für Lehrer
nicht besonders vielversprechend war." Die Russisch-Kenntnisse sollten sich als nützlich erweisen. "Während meines Referen-
dariats in Werl habe ich vorwiegend Aussiedler unterrichtet, die besser Russisch sprachen als ich. Aber von denen habe ich auch
viel gelernt."
Wilhelm Brand und Hermann Dressel, zwei engagierte Funktionäre der Bremer Leichtathletik, holten Jens Ellrott 1997 nach
Bremen zurück. "Hier war eine Lehrer-Trainer-Stelle freigeworden, das war etwas für mich", erzählt er. Lehrer-Trainer-Job, das
hieß: Einen halben Tag im Schuldienst, die andere Hälfte als Landestrainer. Das war sozusagen maßgeschneidert für einen wie
Jens Ellrott, der sagt: "Bis 2012 fühle ich mich in erster Linie als Trainer, danach wird der Lehrer wohl Vorrang haben." Das
Datum hat mit den Olympischen Spielen in London zu tun und mit seinen Schützlingen Carolin Nytra und Jonna Tilgner, die sich
bis dahin viel vorgenommen haben. "Wir trainieren täglich, zehn bis zwölf Einheiten die Woche. Und nebenbei ziehen sie auch
noch ihr Studium voll durch", lobt Ellrott die Hürdenläuferinnen, die beide eher zufällig unter seine Fittiche kamen. Carolin Nytra,
eine gebürtige Hamburgerin, stellte bei einem Bundeslehrgang mit Jens Ellrott fest, dass sie die einzige Hürdensprinterin aus
dem Norden war. Jahrelang pendelte sie dreimal wöchentlich, ab 2006 zog sie ganz nach Bremen um. Etwas komplizierter war
es bei Jonna Tilgner. Die lernte vor einigen Jahren in den USA ihren heutigen Ehemann kennen, einen schwedischen Wissen-
schaftler. Der bewarb sich auch in Bremen, wurde angenommen, was Jonna Tilgner letztlich und endgültig zum Hürden-Experten
Jens Ellrott führte.
Inzwischen sind sie alle Mitglied beim TuS Komet Arsten, bei dem Jens Ellrott vor einigen Jahren - als der Verein umzog und
eine Laufbahn bekam - eine Leichtathletik-Abteilung aufbaute. Dort trainiert auch noch Carolin Nytras Lebensgefährte Sebastian
Bayer mit, die deutsche Nummer eins im Weitsprung. Beide wohnen in Habenhausen, Bayer startet allerdings künftig für den
Hamburger SV, weil - so Ellrott - "in Bremen keine entsprechenden Sponsoren zu finden waren".
Frühmorgens Training, mittags ab 12 Uhr Schule und abends wieder Training - das ist derzeit der Tagesablauf Jens Ellrotts, da
bleibt wenig Zeit fürs Privatleben. "Caro und Jonna sind die beiden Menschen, die ich mehr als alle anderen sehe", sagt er und
hat ein persönliches Defizit festgestellt: "Natürlich will ich auch irgendwann eine Frau kennenlernen und heiraten." Aber wohl
nicht vor 2012.   

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 12. Februar 2010
“Heiß auf Laufen”

Lingen-Brögbern
(um). Maren Kock, aus Brögbern stammende Langstreckenläuferin der LG Emstal Dörpen und Deutsche
Jugendmeisterin über 3000 Meter, ist immer motiviert. So überstand die 19-Jährige, die in Osnabrück eine Ausbildung zur
Pharmazeutisch-technischen Assistentin absolviert, mehrfach schwierige Verletzunsgphasen. 2006 zog sie sich einen kompli-
zierten Bruch im Fuß zu, von November 2008 bis März 2009 klagte sie über eine schmerzhafte Entzündung des Wadenbein-
köpfchens. “Das war jedes Mal ein Schock”, erklärt Kock. “Es sah übel aus. Aber Maren ist nach so langer Pause ohne Winter-
vorbereitung wieder gut reingekommen”, bescheinigt Trainer Arno Kosmider dem ehrgeizigen Talent ein gelungenes Comeback.
“Sie ist heiß auf Laufen.”
Das wurde 2009 deutlich. Mit einem “Knall” meldete sich Kock zurück: In Menden lief sie Jahresbestleistung über 3000 Meter
(9:32,10 Minuten). Damit verfehlte sie die EM-Qualifikation zwar um gut zwei Sekunden, doch der Deutsche Leichtathletik-Ver-
band (DLV) nominierte die starke Emsländerin dennoch für die Europameisterschaften im serbischen Novisad. Dort erreichte sie
den zehnten Platz. Bei den Deutschen Meisterschaften verspürte Kock zwar ein wenig Druck. Doch sie lief ohne taktische
Zwänge, wie sie es am besten kann: “Von Anfang an Dampf machen”, setzte sie die Devise um, gewann klar und verbesserte die
eigene Jahresbestleistung auf 9:30,75 Minuten. “Ich war erleichtert”, lacht Kock im Rückblick. Weil sie gut in Schwung war, nahm
die 19-Jährige auch noch die Bestleistung über 5000 Meter in Angriff. Im heftigen Wind von Bergisch Gladbach stürmte sie auf
16:48,15 Minuten.
In der DLV-Bestenliste schaffte Kock den Durchmarsch von der Jugend über die Juniorinnen bis zur Frauenklasse: Sie ist jeweils
über 1500, 3000 und 5000 Meter platziert. Die 19-Jährige, die siebenmal in der Woche trainiert und jetzt jüngste Läuferin im B-
Kader des DLV ist, hat für ein Hobby kaum mehr Zeit. Nur in der Jugendschola in Brögbern singt sie weiter. Schon seit 13 Jahren.
Kosmider weiß, warum: “Was Maren anpackt, das macht sie richtig.”
==> Weitere Berichte über Maren Kock vom 19. Januar 2006 / 29. August 2006 

WESER KURIER vom 17. Februar 2010  
Bremer Leichtathleten trauern
Geschäftsführer Hermann Dressel im Alter von 80 Jahren gestorben

Von Stefan Freye
Bremen. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Hermann Dressel im vergangenen Dezember: Der Bremer Leichtathletikverband
(BLV) feierte 60. Geburtstag, da durfte dessen Geschäftsführer nicht fehlen. Die Reden und Vorträge überließ Hermann Dressel
den Vorstandskollegen. Dabei wusste er besser als jeder andere, um was es eigentlich ging an diesem Tag. Er hat schließlich
mitgeschrieben an der Verbandsgeschichte, ohne selbst jemals in den Bestenlisten aufgetaucht zu sein. Am 3. Februar ist
Hermann Dressel im Alter von 80 Jahren gestorben. Er wird fehlen im Verband, in mehrfacher Hinsicht.
"Großer Padre" nannte ihn BLV-Präsident Matthias Reick immer, für Herwig Renkwitz, den zweiten Vorsitzenden, war Hermann
Dressel die "graue Eminenz" des Verbandes. Obwohl in den vergangenen Jahren einige Bereiche ausgelagert worden waren aus
der Geschäftsstelle im Hause Dressels, hatte dieser doch bis zuletzt leitende Funktionen übernommen und war eine Art Instanz
gewesen. "Wenn wir unterschiedliche Meinungen im Vorstand hatten, hat Hermann etwas zu diesem Thema gesagt - und danach
hat keiner widersprochen", berichtet Matthias Reick aus dem Innenleben der Sitzungen der vergangenen Jahrzehnte.
In Bremen kannten sich nicht viele so gut aus in der Leichtathletik wie Hermann Dressel. Es waren ja auch nur wenige mit so viel
Erfahrung ausgestattet wie er. Der gelernte Reedereikaufmann hatte selbst zwar Handball gespielt in seiner aktiven Zeit, über
seine Kinder Volker und die bereits 1987 gestorbene Siebenkämpferin Birgit fand Dressel jedoch den Weg in die Leichtathletik
und 1975 ins Führungsteam des BLV. In dieser Zeit wirkte er als Jugendwart, später wurde er Leistungssportreferent und schließ-
lich Geschäftsführer. An der Organisation der deutschen Meisterschaften 1983 und 1995 sowie dem Europacup 2001 in Bremen
war Hermann Dressel maßgeblich beteiligt; gemeinsam mit seiner Frau Lisa - 1997 gestorben - zählte er zum Kampfgericht der
Weltmeisterschaften 1993 in Stuttgart.
Als Matthias Reick 1999 im Bremer Leichtathletikverband mit einer jungen Vorstandsmannschaft antrat, wollte Hermann Dressel
sich zurücknehmen. Doch auf sein Fachwissen und die guten Drähte konnte niemand verzichten im Verband. "Hermann hatte so
viele Kontakte, manchmal hörte er das Gras wachsen", erzählt Reick. Gleichwohl habe er den jungen Führungskollegen nie im
Weg gestanden, wenn sie "neue Dinge anpacken" wollten. Die Gabe, sich selbst nicht allzu wichtig zu nehmen, auch sie führt zu
der Lücke, die Hermann Dressel in menschlicher Hinsicht hinterlässt. "Für mich war er in den vergangenen 30 Jahren ein väter-
licher Freund", sagt Jens Ellrott.
Der Trainer und gleichzeitige BLV-Vizepräsident wurde vor ein paar Jahren mitten in der Nacht von Hermann Dressel geweckt,
weil er vergessen hatte, seine Athleten zur deutschen Meisterschaft zu melden. Der Geschäftsführer forderte den jungen Trainer
damals zur schnellen Nachholung auf, böse war er ihm nicht. "Hermann war nicht sentimental, aber er hat eine große Herzens-
wärme ausgestrahlt", sagt Matthias Reick. Wen wundert es, dass Dressel "viele Menschen bundesweit verbunden" sind. Auch
Herwig Renkwitz ist in seiner Funktion im Bundesausschuss Wettkampforganisation des Deutschen Leichtathletik-Verbandes oft
unterwegs und hat dabei registriert, dass "Hermann im ganzen Land ein Begriff und ausgesprochen beliebt war".
Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen hat er Hermann Dressel noch vor einigen Wochen besucht. Eine kurze schwere
Krankheit hatte dessen Gang in ein Hamburger Hospiz nötig gemacht. Deshalb war allen Beteiligten klar, dass man sich verab-
schieden müsse an diesem Tag. Also wollte Herwig Renkwitz wissen, wen er zukünftig denn bloß fragen sollte bei schwierigen
Themen, und Hermann Dressel gab zurück: "Ich gucke mir das an, und wenn es nicht läuft, schreibe ich eine Mail."  

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 19. Februar 2010 
Hauptsportart bleibt eben Hauptsportart
Mareike Witt hat sich als Leichtathletin mit drei DM-Titeln national einen Namen gemacht, obwohl sie auch eine gute
Handballerin ist

Von Jens Hoffmann
Syke. Mareike Witt überlegt einen Moment und serviert dann eine Antwort, die aus ihrer Sicht die einzig plausible ist. "Ich war
eigentlich schon immer Leichtathletin", kontert die 30-Jährige die Frage nach ihrem Einstiegsalter. Dann wird sie doch noch et-
was konkreter. So um die sechs Jahre alt müsse sie wohl gewesen sein, erinnert sich Witt. Mittlerweile startet sie für die LG
Delmenhorst/Diepholz und wird seit einigen Jahren nicht nur regional, sondern auch national wahrgenommen.
Ihren bis dato zwei deutschen Meisterschaften fügte sie unlängst in Sindelfingen eine dritte über die 60 Meter Hürden hinzu. Sie
verteidigte damit ihren Titel. Aber: Mareike Witt ist keine Leichtathletin, die ihre Stärken auf eine Disziplin fokussiert. Sie ist eine
Allrounderin, eine klassische Mehrkämpferin. So gewann sie bei der DM in Fünfkampf im vergangenen Jahr Gold in ihrer Alters-
klasse W30. Doch allzu viel Aufhebens will die Sykerin um all das nicht machen: "Bei den Senioren ist das ja immer noch etwas
anderes als in einer offenen Klasse", sagt sie. Was Mareike Witt meint: Es ist ein wenig leichter, aufs Treppchen zu kommen.
Die Konkurrenz ist überschaubarer. Und Mareike Witt ist niemand, der einen persönlichen Erfolg künstlich aufhübscht. Sie wirkt
bescheiden - und zielstrebig.
Deshalb bezeichnet Mareike Witt auch einen Erfolg als ihren wohl schönsten, der sich nicht über einen Sieg oder eine Medaille
definiert. Vor zwei Jahren in Hannover wurde sie im Siebenkampf der offenen Klasse Vierte. Viertbeste in ganz Deutschland - das
klang schon richtig gut. Zudem blieb sie mit 5226 Punkten nur um vier Zähler unter ihrer Bestmarke. Dennoch relativiert Mareike
Witt auch diese Leistung: "Es war die Zeit der Olympischen Spiele in Peking, und die besten deutschen Siebenkämpferinnen
waren deshalb in Hannover gar nicht dabei." Sei's drum - die Vorstellung der Sykerin war dennoch beachtlich.
Und darum geht es ihr auch in der Zukunft. Die Finanzbeamtin möchte das Optimum für sich herausholen - sicherlich - aber das
bedeutet nicht, dass sie neue Rekorde anstrebt. Mittlerweile sei es entscheidender, die gezeigten Leistungen zu konservieren.
"Ich möchte meinen Stand halten", drückt es die Athletin aus. Das bedeutet im Umkehrschluss: Mareike Witt denkt noch lange
nicht ans Aufhören oder Herunterschrauben ihrer sportlichen Ambitionen. "Die Leistungssportlerin Mareike Witt wird es noch
länger geben", bestätigt sie. Die Handballerin Mareike Witt, die immerhin in der Landesliga beim TSV Bassum aktiv war, gibt es
dagegen seit geraumer Zeit nicht mehr. "Aber Leichtathletik war ohnehin definitiv immer meine Hauptsportart." Kein Wunder: bei
vier- bis fünf Trainingseinheiten pro Woche und der Perspektive, ab 35 auch an internationalen Wettkämpfen teilnehmen zu
dürfen. "Dann müsste man die Kosten aber selber tragen, das ist schwierig", sagt Witt und denkt ein bisschen nach: "Vielleicht
kann man das ja mal mit einem Urlaub verbinden . . ." Es wäre eine plausible Lösung.
==> Ein weiterer Bericht über Mareike Witt vom 30. Dezember 2008 

NORDWEST ZEITUNG vom 26. Februar 2010
“Ein Starter geht niemals in Rente”
Leichtathletik: Löninger Urgestein Heinz Engelke schickt seit fast 40 Jahren Läufer auf die Reise

Von Bodo Tarow
Löningen. Geht im Kreis Cloppenburg eine Leichtathletik-Veranstaltung über die Bühne, darf er nicht fehlen: Der Löninger Heinz
Engelke
schickt seit fast vier Jahrzehnten per Startschuss Läuferinnen und Läufer auf die Strecke. Und ein Ende seiner Karriere
ist nicht in Sicht. “Es gibt in unserer Branche so einen Spruch. Demnach geht ein Starter niemals in Rente”, sagt der Löninger,
der in wenigen Tagen 74 Jahre alt wird, mit einem Lächeln auf den Lippen. “Solange es die Gesundheit zulässt, werde ich wohl
weiter machen. Das ist ein schönes Hobby, bei dem man viele Weggefährten trifft.” Allerdings hängt Engelke, der seit rund 30
Jahren dem erweiterten Leichtathletik-Kreisvorstand angehört, nicht an seiner Monopolstellung als Chef-Starter. “Wir haben einige
Personen animiert, sich über Lehrgänge zum Kampfrichter und Starter ausbilden zu lassen”, sagt der in der Löninger Bauerschaft
Böen geborene Rentner.
Zur Leichtathletik fand Engelke derweil erst, als er die heimatlichen Gefilde verließ. Von 1952 bis 1955 machte er in Cloppenburg
eine Ausbildung zum Sattler und Polsterer. Mit dem Gesellenbrief in der Hand zog’s Engelke dann nach Nordrhein-Westfalen. “In
Solingen war ein großes Werk. Da konntest du für damalige Verhältnisse viel Geld verdienen.” In der Klingenstadt lernte Engelke
dann Herbert Schade kennen. Schade zählte in den fünfziger Jahren zur Weltspitze im Langstreckenlauf und gewann bei den
olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki in einem legendären Lauf Bronze über 5000 Meter. Emil Zatopek, die “tschech-
ische Lokomotive”, holte Gold und gewann bekanntlich auch noch über 10 000 Meter und im Marathon, den er zuvor noch nie
gelaufen war.
“Der Herbert hat mich fürs Laufen begeistert und zum Solinger Leichtathletik Club geholt. Das war ein feiner Kerl. Ich war zwar
meistens nicht ganz vorne dabei, aber so schlecht auch nicht”, sagt Engelke. Seine Karriere als Läufer fand früh ein abruptes
Ende. “Herbert Schade hat mich beim heimlichen Rauchen erwischt und mir die Pistole auf die Brust gesetzt. ,Laufen oder
Rauchen’, meinte er. ,Beides geht nicht’.” Engelke entschied sich damals für den “blauen Dunst”, dem er aber vor 30 Jahren
abschwor.
Die Liebe führte Engelke, der 1962 den Bund für’s Leben schloss, schließlich zurück nach Löningen. “Meine Frau kam aus
Löningen, und irgendwann wollten wir in die Heimat zurück, weil wir dort ein Haus besaßen.” Engelkes Rückkehr ins Hasetal
entging Uwe Kumpmann nicht. Kumpmann, heute Vorsitzender des Löninger Heimatvereins, leitete damals mit großem Engage-
ment die Leichtathletik-Abteilung des VfL Löningen. “Der Uwe hat unglaublich viel auf die Beine gestellt. Er hat sich einfach um
alles gekümmert”, erzählt Engelke über den Buchdruckermeister, der ihn zurück in die Leichtathletik lotste. “Ich habe wieder an-
gefangen zu laufen und an vielen Volksläufen teilgenommen. Als Uwe Kumpmann dann Anfang der siebziger Jahre Kampfrichter
und Starter suchte, habe ich spontan zugesagt”, erinnert sich Engelke an den Beginn seiner Karriere neben den Laufstrecken.
Seitdem geht ohne den Mann mit dem kleinen Waffenkoffer im Gepäck im Kreis Cloppenburg nichts mehr. “Ich musste damals
einige Lehrgänge absolvieren und durfte dann die Startschusspistole bedienen. Heutzutage brauchen Neulinge einen kleinen
Waffenschein. Mir selber wurde stattdessen vom DLV in Darmstadt eine Sondergenehmigung erteilt, weil ich schon solange da-
bei bin.” Bei wie vielen Veranstaltungen er als Starter dabei war, geschweige denn, wie viele Patronen er zum Knallen gebracht
hat, weiß Engelke nicht. Den Stellenwert der Leichtathletik an sich sieht das Löninger Urgestein mit gemischten Gefühlen. “Bei
einigen Vereinen ist leider so gut wie nichts mehr los. Wenn ich daran denke, was ein Martin Walter vor Jahren beim TV Cloppen-
burg auf die Beine gestellt hat und was dort jetzt läuft, macht mich das traurig. Bei uns in Löningen und in einigen anderen Ver-
einen gibt es erstklassige Trainer und Athleten. Es freut mich immer riesig, wenn ich unsere Talente im Wettkampf sehe. Wichtig
ist, dass die Förderung schon in den Schulen beginnt.”  

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 4. März 2010 
Mittelstreckler legt Karriere-Sprint hin
Landesmeisterschafts-Quali das nächste Ziel des spät entdeckten Talents Constantin Jäkel

Von Michael Schön
Verden. "Ich bin nur zufrieden, wenn ich gewinne. Schon ein zweiter Platz ist nicht perfekt", verrät Constantin Jäkel und gibt da-
mit eines seiner Erfolgsgeheimnisse preis. Der brennende Ehrgeiz nicht zuletzt hat aus dem Leichtathletik-Novizen in nur weni-
gen Monaten einen Leistungsträger im Langstreckler-Team der LG Kreis Verden werden lassen. So hinterließ der 20-jährige
Intscheder auch bei den jüngst ausgetragenen Crosslauf-Niedersachsenmeisterschaften in Löningen einen starken Eindruck.
11:34 Minuten benötigte er für die 3,3 Kilometer lange Männer-Mittelstrecke, war damit - auf Platz 15 - schnellster der drei an den
Start gegangenen LGKV-Junioren, die in der Teamwertung Bronze holten.
Dabei hinderte ihn auch ein gerade erst auskurierter Virusinfekt keineswegs daran, das Rennen ausgesprochen mutig anzugehen.
"Wenn ich einbreche, dann passiert es halt. Bisher ist es aber noch nicht passiert." Zuvor hatte der bei einer Größe von 1,81
Metern nur 65 Kilo schwere Athlet bei diversen anderen Crossläufen für Furore gesorgt, so mit einem Sieg im Wettbewerb der
Jugend A beim Silvesterlauf des LC Hansa Stuhr. Am vergangenen Wochenende trumpfte er auch bei den Norddeutschen Cross-
Meisterschaften in Cluvenhagen auf. Für seinen 15. Platz auf der Mittelstrecke gab es nur Komplimente.
Vom eigenen Erfolg überrascht
Auch Trainer Uwe Cordes ist angetan vom Werdegang seines neuen Schützlings, der im Sommer von dessen Freund und Schul-
kameraden Jan Roseland zu den Langstrecklern der LGKV gelotst worden war und - ohne in den Genuss eines Grundlagen-
trainings oder gar eines gut organsierten Saisonaufbaus gekommen zu sein - sehr schnell mit einer 1000-Meter-Zeit von 2:46
aufhorchen ließ. Und gleich bei seinem ersten 1500-Meter-Versuch ging er - zu seiner eigenen Verwunderung - als Sieger von der
Bahn. "Am Anfang habe ich noch versucht, seinen Eifer zu bremsen. Bei den ersten Tempoeinheiten konnte man sehen, dass er
sich ganz schön strecken musste, aber eben auch den nötigen Biss aufbringen konnte", schmunzelt Cordes, der eine etwa 20
Läufer im Alter von 14 bis 20 Jahren umfassende Gruppe trainiert.
Natürlich kommt die positive Entwicklung des Leichtathletik-Spätzünders Constantin Jäkel nicht ganz von ungefähr. "Ich hatte
schon immer Spaß am Laufen und habe es seit Jahren als Ausgleichssport betrieben", so der kurz vor dem Abitur stehende
Schüler des Gymnasiums am Wall. Das Laufen hatte er für sich auch als probates Mittel zur "Stressbewältigung" entdeckt.
Doch bis zum vergangenen Jahr wurden andere Sportarten von dem sehr aufgeschlossenen und vielseitigen jungen Mann favori-
siert. Als Neffe des erfolgreichen Morsumer Springreiters Hilmar Meyer kam er zunächst wie von selbst zum Pferdesport, den er
beim Verdener Schleppjagdverein ausübte. Unter anderem spielte er dann - natürlich als lauffreudiger Mittelfeldmann - Fußball
beim TSV Blender. "Ich bin kein Überflieger, habe aber Ehrgeiz", sagt Constantin über sich selbst. Er wechselte von der Real-
schule in die gymnasiale Oberstufe und hielt sich sogar für ein ganzes Jahr in Mexiko auf, weil er unbedingt Spanisch lernen
wollte. Ganz nebenbei absolvierte er in Monterrey, der im Nordosten des nordamerikanischen Staates gelegenen Millionenstadt,
seinen ersten Halbmarathon. Und im American Football versuchte er sich dort auch.
Die Leichtathletik scheint ihm aber mehr zu liegen. Bei der LGKV wurde er sehr gut aufgenommen. "An Uwe Cordes schätze ich
besonders seine Fairness. Wer wirklich mit Lust und Biss dabei ist, bekommt von ihm jede Unterstützung. Überhaupt haben wir
eine super Truppe." Obwohl er auch gerne Crossrennen läuft, freut er sich auf die Bahn, "weil ich mir dort die Rennen besser ein-
teilen kann". Sein Ziel im ersten Jahr als "Senior" ist die Quali für die Landesmeisterschaft, die er für die 1500 Meter anvisiert.
"Ich werde mich bestimmt noch verbessern können." Im Sommer freilich ist er zumindest vorläufig verloren für die LGKV. "Ich
habe mich verpflichtet, für längere Zeit an einem noch nicht näher definierten Projekt teilzunehmen." Natürlich will er dort auch
laufen, auf der Bahn - und vielleicht auch auf dem Rugbyfeld. 

SALZGITTER ZEITUNG (Online) vom 7. März 2010
Die Arbeit an der Basis steht im Vordergrund
Karl-Heinz Lippold engagiert sich seit über 40 Jahren vielfältig in der Leichtathletik / Schon als 17-jähriger erstes
Amt übernommen

Von Klaus Fraedrich
Salzgitter-Bad. "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm." In gewisser Weise trifft dieses Sprichwort auch auf Karl-Heinz Lippold
zu. Sein Vater, damals Leichtathletik-Abteilungsleiter beim SV Union Salzgitter, bat 1967 den 17-jährigen im Abteilungsvorstand
mitzuarbeiten. In der Abteilung ist Lippold auch heute noch als Sportwart tätig. "Meine Philosophie ist die Arbeit an der Basis,
also im Verein und auf Kreisebene. Ich finde das interessanter als im Bezirks- oder Landesvorstand", macht er aus seinen Vor-
lieben kein Hehl. Seit nunmehr 16 Jahren führt Lippold den Kreisfachverband Leichtathletik als Vorsitzender, in dem er zuvor zwei
Jahre stellvertretender Vorsitzender und außerdem zwei Jahre als Pressewart tätig war.
Auch wenn die Zahl der Ämter, die der knapp 60-jährige Lehrer für Chemie und Sport am Gymnasium Salzgitter-Bad ehrenamtlich
bekleidet bzw. bekleidet hat, so hat er auch den Kontakt zu den Aktiven nicht verloren. Als die SZ sich mit ihm über seine ehren-
amtliche Tätigkeit unterhielt, war er mit dem Training der Leichtathletikgruppe des SV Union beschäftigt. Da nimmt es nicht
Wunder, dass er im Rahmen dieses Engagements viele Landesmeister betreute. Selbst war Lippold, so lange die Gelenke mit-
spielten, noch aktiv, wobei sein Schwerpunkt auf den Wurf- und Stoßdisziplinen lag.
Engagement gewürdigt
Schon vor langer Zeit würdigte der SV Union, in dem er von 2006 bis 2009 auch als stellvertretender Vorsitzender dem Hauptvor-
stand angehörte, das Engagement des überzeugten Leichtathleten mit der Ehrenmitgliedschaft. 2009 erhielt Lippold für sein En-
gagement den Ehrenbrief der Stadt Salzgitter. In Zahlen liest sich Lippold ehrenamtliche Tätigkeit seit 1967 so: 43 Jahre Mitglied
im Abteilungsvorstand der Union-Leichtathleten, vier Jahre im Hauptvorstand des Vereins und 20 Jahre im Kreisvorstand. "Ich
finde die Verquickung von Beruf und Hobby reizvoll", bekennt Lippold. Schon häufig qualifizierten sich von ihm betreute Schul-
mannschaften für Landesentscheide und zweimal auch zum Bundesentscheid des Wettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia".
Fachkundige Kommentare
Seine durch den Unterricht geprägte Stimme, kennen nicht nur seine Schülerinnen und Schüler, sie ist bei den zahlreichen Ver-
anstaltungen, die Salzgitters Leichtathleten unter Lippolds Führung ausrichten, Begleiter der Sportlerinnen und Sportler. Egal ob
im Freien oder in der Halle, Lippold übernimmt stets fachkundig die Ansage. Das eingangs genannte Sprichwort scheint in der
Familie Lippold eine Fortsetzung zu finden, denn sein Sohn Björn engagiert sich ebenfalls vielfältig in der Leichtathletik. Ein gutes
Beispiel färbt damit ab. 

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Peine) vom 10. März 2010 
Silbermond bringt keine Rekorde
Langstreckenläuferin Lisa-Marie Müller braucht beim Training harten Rock im MP3-Player

Von Jörg David
Fast scheint es, als könne es Lisa-Marie Müller gar nicht erwarten, endlich 25 Runden im Wettkampf auf der Tartanbahn drehen
zu dürfen. "Ich freue mich schon, dass ich jetzt als A-Jugendliche endlich die 10 000 Meter laufen darf", gibt sie gern zu. Dabei
war das Lauftalent des MTV Vechelde im letzten B-Jugendjahr durchaus schon über 10 Kilometer unterwegs, allerdings beim
Straßenlauf. Da verdiente sie sich unter anderem ihre Nominierung zur Wahl der Sportlerin des Jahres. Lisa-Marie Müller wurde
Landesmeisterin und in 38:51 Minuten Dritte bei der Norddeutschen Meisterschaft, "obwohl ich da nicht richtig fit war". Dieses
Pech hatte sie 2009 auch bei anderen Saisonhöhepunkten. Dennoch wird sie in den Ranglisten auch über die 5000 Meter als
schnellste Niedersächsin geführt. Sie gewann zwei Landes- und drei Bezirkstitel.
Die Sportlaufbahn der Vechelder Gymnasiastin begann im zarten Alter von sechs Jahren beim Kinderturnen. "Aber das ist nicht
so mein Ding, auf der Leichtathletik-Bahn war es gleich am besten." Anfangs war Zwillingsschwester Laura-Sophie noch mit am
Start. Sicherlich wie die ältere Schwester Anna-Lena vom Vater Gerd Müller inspiriert, der bis zu einer Verletzung als Sportlehrer
tätig war. Während sich ihre Schwestern aus unterschiedlichen Gründen anders betätigten, blieb Lisa-Marie Müller in der Spur.
"Sie wird regelrecht unleidlich, wenn sie wegen einer Verletzung oder wegen des Wetters nicht laufen kann", plaudert der Vater
aus. Jetzt bei Eis und Schnee habe sie zumindest in der Fitness-Scheune auf das Laufband gedurft, sagt Lisa-Marie Müller. Da-
für sei sie auch dankbar, aber sie laufe eben lieber im Freien.
Bevorzuge sie die 400-Meter lange Bahn oder die Straße? "Es hat beides seine Reize", sagt die Athletin, die später einmal Sport
studieren möchte. "Den Braunschweiger Nachtlauf oder den Stadtgrabenlauf in Wolfenbüttel möchte ich schon wegen der Stimm-
ung nicht missen." Wird das Training für die immer länger werdenden Strecken nicht monoton? Schließlich will sie irgendwann
mal einen Halbmarathon laufen. Nein, sagt Lisa-Marie Müller, sie pushe sich beispielsweise mit Musik aus dem MP3-Player, was
im Wettkampf verboten sei. Das sei die einzige Art von Doping, die sie zulassen werde. Das funktioniert indes nicht mit ruhigem
Pop à la Silbermond, sondern mit hartem Rock wie den ihrer Lieblingsband Rise Against. Wenn die dann "Give it all - gib alles"
singt, dann folgt Lisa-Marie nur zu gerne - notfalls 25 Runden lang.
==> Ein weiterer Bericht über Lisa-Marie Müller vom 13. Juni 2008 

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Peine) vom 12. März 2010 
Die Spätberufene mit tollem Lauf
Reintraut Rattay ist die überragende Senioren-Leichtathletin im Landkreis Peine

Von Jörg David
Wer die 66-jährige Reintraut Rattay am Wochenende in Stockach bei der Deutschen Meisterschaft im Crosslauf beobachtete,
wird es kaum glauben können. Doch vor zwei Jahrzehnten konnte sie sich manchmal nur noch auf allen Vieren fortbewegen. "Ich
musste mich damals einer Rücken-Operation unterziehen", erinnert sich die Dauerläuferin. Während der Rehabilitation begann sie
im Zuge des Sportprogramms mit dem Laufen. Oft genug lieh sich die damals 52-Jährige einen Nachbarshund aus. Seit 1996 ließ
sie mit Ehemann Willy Rattay keinen Volkslauf aus. Die spätberufene Reintraut Rattay blieb nicht unentdeckt. "Rachida Weber-
Badili und Werner Weber sprachen uns an und holten uns 2007 zu Vater Jahn Peine", erinnert sich die zierliche Peinerin.
Im Gegensatz zu Ehemann Willi, der einst bei Bildung Fußball spielte, hatte die gebürtige Ostpreußin früher nie Zeit zum Sport.
Ihre Mutter starb am Ende des Krieges, da war sie gerade zwei Jahre alt. Und schon mit 16 verlor sie auch den Vater und wuchs
bei Pflegeeltern auf. "Nach der Hochzeit waren die Kinder da, dann musste ich die kranken Schwiegereltern und eine Tante ver-
sorgen." Das habe sie alles gern gemacht, aber das Heben der Bettlägrigen war eben zuviel für die Bandscheiben der stets zier-
lichen Reintraut Rattay. "Mehr als 52 Kilogramm habe ich nie gewogen", erzählt Rattay im schmucken Haus in der Peiner Guten-
bergstraße. Aber nach dem sie mit dem Laufen begonnen hatte, waren auch plötzlich alle Blutwerte intakt. Und die eigentlich ge-
plante zweite OP war überflüssig geworden.
"Ich konnte ihr schon vor meiner jetzigen Erkrankung bald nicht mehr folgen", gibt der anfangs ebenfalls sehr aktive Willi Rattay
zu. Jetzt begleitet er seine Frau, wenn sie sich wie jüngst in Stockach zur erfolgreichen Titelverteidigung in der Altersklasse W65
aufmacht. Außer zwei Deutschen Meisterschaften - wie im Cross siegte sie auch im 10-Kilometer-Straßenlauf - und zwei Nord-
Titeln auf diesen Strecken gewann sie mit dem deutschen Team drei Medaillen bei der Europameisterschaft im Straßenlauf in
Dänemark. Sie hält zudem acht Kreisrekorde in ihrer Altersklasse. "Abgesehen vom 800-Meter-Lauf habe ich mich über alle
anderen Distanzen verbessert, seit ich für die LG Peiner Land starte", sagt Rattay, die sich von den Webers bestens beraten
fühlt. Und so wird sie sich auch weiterhin mit Ehemann Willi im Wohnmobil zu Meisterschaften auf den Weg machen. Selbst im
Winter immer mit kurzer Hose laufend. Mit eigentlich viel zu großen Laufschuhen, damit die Füße Platz finden - und sie nie
wieder auf allen Vieren laufen muss. 

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Peine) vom 17. März 2010 
Höhenflüge mit Pavel Mokrys
Hochsprung-Landesmeister will weiter zulegen

Von Jörg David
Wer da glaubt, dass Hochspringer von Natur aus abgehoben sein müssen, den belehrt Pavel Mokrys schnell eines Besseren. Der
Landesmeister der LG Peiner Land gehört eher zu denen, die der Sache auf den Grund gehen. Zumindest wenn alles nach seinen
Vorstellungen läuft, dann belegt das Leichtathletik-Talent des TSV Eintracht Edemissen im Sommer den Kursus "Sport-Theorie"
am Martino-Katharineum in Braunschweig. Den braucht der dritte männliche Kandidat der Wahl zum Sportler des Jahres, um sein
Abitur mit Sport-Profil abzulegen. Dazu muss er sich nicht nur mit theoretischen Grundlagen befassen, sondern auch die Schule
wechseln: Vom Ratsgymnasium soll es zum Humboldt-Gymnasium nach Hannover gehen. Mokrys hofft zudem auf einen Platz
im dortigen Sport-Internat.
"Das wären optimale Trainingsbedingungen", schwärmt der bald 16-jährige Gymnasiast. Dennoch will er auch im Mehrkampf
weiter für die LG starten, "weil ich mich da einfach wohl fühle". Derzeit hat es der Landesmeister im Hochsprung und Mehrkampf
schließlich auch nicht weit zum Training: Familie Mokrys wohnt mit Pavel, Schwester Luna und Bruder Bela am Edemisser
Mühlenberg, die Laufbahn des TSV liegt um die Ecke. "Bela und ich motivieren uns gegenseitig." So um die 13 Wochenstunden
trainiert Pavel Mokrys schon, dazu kommt gelegentliches Basketball-Training, Schulsport - ein kaum zu stillender Bewegungs-
drang. Schon jetzt ist er beim Kadertraining in Hannover. Dort will er sich weiter auf den Hochsprung konzentrieren, obwohl er
auch die Norm im Vierkampf erfüllt hat. "Aber da kann ich bei der Mutter von Eike Onnen trainieren", sagt Mokrys.
Ob er je dessen nationale Klasse erreichen kann? Der Sport-Theoretiker Mokrys hat jedenfalls gute Voraussetzungen bei sich
ausgemacht: "Ich habe die nötige Größe und gute koordinative Fähigkeiten - in der Schule kann ich auch beim Turnen mithalten."
Turnerische Elemente gehören schließlich wie Sprungkraft-Einheiten zum Hochsprung-Training. In den Vorjahren hat sich Mokrys
jeweils um 16 Zentimeter gesteigert - derzeit liegt die Bestleistung bei 1,84 Metern. Das würde zur Qualifikation für die Deutsche
Meisterschaft reichen. Seit der Nordmeisterschaft, als er den Titel wegen eines Fehlversuchs bei seiner Einstiegshöhe verpasste,
weiß Mokrys aber auch, wie tief der Fall beim Hochsprung sein kann.
==> Ein weiterer Bericht über Pavel Mokrys vom 22. Februar 2008

SALZGITTER ZEITUNG vom 23. März 2010   
Mit über 70 noch mal durchgestartet
Heinz Deutsch gelingt 54 Jahre nach seiner ersten Deutschen Meisterschaft der zweite Titelgewinn

Von Klaus Fraedrich
Salzgitter-Bad. 54 Jahre musste Heinrich (Heinz) Deutsch warten, ehe er seiner ersten Deutschen Meisterschaft eine Zweite
folgen ließ. 1955 wurde der jetzt 78-jährige Leichtathletik-Senior des MTV Salzgitter Deutscher Meister im turnerischen Zwölf-
kampf. Im vergangenen Jahr sicherte er sich dann den Titel im Kugelstoßen der Altersklasse M75.
Fast 60 Jahre ist der Malermeister sportlich aktiv und ebenso erfolgreich, denn beim Landesturnfest in Verden 1950 sicherte er
sich den ersten Landestitel im turnerischen Mehrkampf. In seiner Sportlerlaufbahn kreuzte er die Wege prominenter Sportler. So
war der dreifache Olympiasieger von 1936 im Turnen, Alfred Schwarzmann, sein Turntrainer. In der Leichtathletik erhielt er den
Schliff vom damaligen Bundestrainer Gerd Bode. Bis zum deutschen Turnfest 1963 war Deutsch sportlich aktiv, ehe er seinem
Beruf Tribut zollen musste und mit dem Sport - vorerst - aufhörte. Erst 1980, als seine drei Kinder größer waren, begann er bei
Landesturnfest in Verden wieder Sport zu treiben.
Seine jetzigen sportlichen Erfolge hatten einen weniger erfreulichen Grund. Nach einer schweren Krankheit begann er 2000 zu-
nächst langsam, wie es Deutsch formuliert, bei den Altersturnern in der Steinhorst-Riege des MTV Salzgitter. "Das habe ich gut
gepackt", freut sich Deutsch über diesen Wendepunkt. Gleich bei seinem ersten Wettkampf wurde er Landesmeister im Kugel-
stoßen und Diskuswerfen. "Das ging dann jedes Jahr so weiter", erzählt der rüstige Endsiebziger, ohne auch nur ein bisschen
seine betonte Bescheidenheit zu verlieren. Noch einmal schien der 2009 im erneuten Deutschen Titelgewinn mündende sportliche
Weg zu Ende zu sein. Nach einer Herzoperation 2006 hieß es zunächst, er solle überhaupt keinen Sport mehr treiben, an-
schließend, dass er nur langsam wieder beginnen solle. Die Einschränkung schadete nicht. Vielmehr startete Deutsch danach
erstmals beim Werfer-Fünfkampf und wurde auf Anhieb Landesmeister.
Dieser Werfer-Fünfkampf ist bereits das erste Ziel für 2010. Ob er wieder Deutsche Meisterschaften anpeilt, ist noch offen. Die
Fahrtkosten, so Deutsch, seien schon eine Belastung. Er freut sich schon wieder auf das Training auf dem MTV-Platz, bei dem
er sich einmal wöchentlich mit Salzgitters Geher-Legende Gerd Weidner trifft. Aktuell führt Heinrich Deutsch die deutsche
Bestenliste seiner Altersklasse mit 11,179 Metern im Kugelstoßen an und steht im Werfer-Fünfkampf auf Platz fünf. Neben dem
Sport kommt auch sein anderes Hobby nicht zu kurz. "Beim Restaurieren von Bildern ist es wie bei einem Wettkampf. Wenn du
dich nicht auf den Punkt konzentrierst, wird es nichts", beschreibt Deutsch seine Philosophie. Auch wenn es schon über 50
Jahre zurückliegt. Eines ärgert Deutsch noch heute. 1958 verpasste er seinen zweiten nationalen Titel im Mehrkampf, weil er in
der Gymnastik zu schlecht abschnitt. Vielleicht kommt ja 2010 ein weiterer dazu. Seine wachen Augen jedenfalls signalisieren
ungebrochene Freude am Sport. 

SONNTAGSJOURNAL (Bremervörder Zeitung) vom 6. Juni 2010 
Ausdauer und Zielstrebigkeit 
Hermann Luttmann über seine große Leidenschaft: Das Laufen

Von Wieland Bonath
Rotenburg. Einen erfolgreichen Langstreckenläufer im höchsten Verwaltungsamt des Landkreises - das gibt es nicht alle Tage.
Hermann Luttmann, der 52-jährige Chef der Kreisverwaltung, hat sich in seiner Altersklasse auf unterschiedlichen Ebenen, hoch
bis zu Deutschen Meisterschaften, und über wechselnde Strecken, bis zum Marathon, einen kleinen “Berg" an Erfolgen ange-
häuft. Urkunden und Trophäen? Natürlich, die möchte er allerdings nicht zeigen. Aber immerhin: Der eher zurückhaltende Roten-
burger Landrat gibt Einblick in seine große Leidenschaft, in der Rangfolge gleich hinter der Familie und dem Schreibtisch.
Der in Kirchlinteln im Kreis Verden geborene Hermann Luttmann muss in seinem Leben ganz weit zurückblättern, bis in die Zeit
des Abiturs, als er durch einen Schulkameraden den Weg zum Langstreckenlauf fand: “Für mich war das eine faszinierende
Welt." Eine Welt in ihren unterschiedlichen Schattierungen, der er, auch wenn es im Laufe der Zeit zu zwangsläufigen Unter-
brechungen kam, bis heute treu geblieben ist und der er so schnell nicht den Rücken kehren will. Der 52-Jährige, der als junger
Mann auch einmal Fußball gespielt hat: "Ich schätze zwar Mannschaftssportarten, aber Individualsport ist ehrlicher. Man kann
sich hinter niemandem verstecken."
Wer in seiner Altersklasse M50 über 800 und 1500 Meter in der Bezirksbestenliste auf Platz 1 stehen will, über 10 000 Meter den
zweiten Rang einnehmen will, über 5 000 Meter Dritter sein will und bei Wettbewerben immer ganz vorn sein möchte, der muss
etwas dafür tun. Trainieren, hart trainieren. Hermann Luttmann (1,77 Meter, 66 Kilogramm) spult nach oft aufreibendem Dienst
sein Trainingsprogramm mit Konsequenz ab. Auf dem Laufband im Keller, im Winter fast nur auf der Straße. Im Sommer ge-
mischt, immer wieder im reizvollen Grafel im Bereich des Bullensees. Für Hermann Luttmann (“Ich bin gern mit Menschen zu-
sammen, aber ich bin auch gern allein.") hat das Training eine besondere Bedeutung: “Man nimmt aus seinem Alltag Probleme
oder Fragestellungen mit ins Training. Beim Laufen habe ich häufig gute Ideen, wie man damit umgehen könnte. Wenn ich sie
aber nicht gleich nach dem Laufen notiere, geraten sie leider in Vergessenheit." Allerdings: Bei hartem Training - schneller Dauer-
lauf oder Intervalle - “dann wird der Kopf richtig leer. Man kann total abschalten".
Der Rotenburger Landrat, der seinen Beruf wegen der Vielfältigkeit liebt, bei dem die Uhr die Länge des Arbeitstages nicht be-
stimmt, wo Termine an Wochenenden zur Selbstverständlichkeit gehören, braucht das Laufen, den Langlauf, um sich zu ent-
spannen. Aber da ist noch ein Wesenszug, der Hermann Luttmann begleitet, der Ehrgeiz: “Bei einer Individualsportart wie es das
Laufen ist, kämpft man immer gegen sich selbst. Man steckt sich ein Ziel, zum Beispiel eine neue persönliche Bestzeit, unab-
hängig davon, welchen Platz man in dem Wettkampf belegt, ob man Erster oder 20. wird. Bei einer neuen persönlichen Bestzeit
hat man immer gewonnen."
Hermann Luttmann startet inzwischen für SG Unterstedt als einziger Langstreckenläufer. Die Rotenburger Kreisverwaltung mobi-
lisierte immerhin fünf Läufer, als es in Peine wieder einmal um ein Kräftemessen niedersächsischer Landkreise ging. Alle Ach-
tung: Die Läufer von der Wümme belegten einen respektablen zweiten Platz in der Gesamtwertung. Auch hier hatte der Chef die
Nase ganz vorn. Ein großer Bogen seiner Starts im Laufe vieler Jahre, der von der Teilnahme am Deutsch-Britischen-Wochen-
ende in Verden über die Stadt-Marathons in Berlin und Wien, die Deutsche Senioren-Meisterschaften in Scheeßel, ein großes
Sportfest in Kassel bis zum Abendlauf in Sottrum vor kurzer Zeit reicht. Das kann allerdings nur eine kleine Auswahl sein.
 Dabei ist diese Reihenfolge für Hermann Luftmann bei aller Begeisterung für das Laufen stets eisernes Gesetz geblieben: Zuerst
die Familie, die Frau und die drei Kinder. Fast von allein kommt das Gespräch zu diesem Thema: Die Freizeitangebote, so der
Landrat, seien heute erheblich größer als in der Vergangenheit. Luttmann: “Am Computer sind Erfolge leichter zu erzielen als
wenn man in einer Sportart hart trainieren muss." Deshalb sein Rat an die jungen Menschen: Sie sollten die elektronischen Ge-
räte nicht lebensbeherrschend werden lassen, sondern auf die gesunde Mischung achten. Eine Sportart zum Beispiel. Er
möchte, betont der Landrat, auf seinen Langlauf nicht verzichten. 

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 8. Juni 2010 
Hohe Ziele für Heimwettkampf
Landesmeisterschaft: Krempel und Carstens besonders ehrgeizig

Von Jürgen Thiele
Verden. Sie haben viele persönliche Interessen gemeinsam, verbringen viel Freizeit miteinander und trainieren zusammen. Ein
Außenstehender könnte sie für zwei - ungleiche - Brüder halten: Paul Krempel und Lennart Carstens zählen zu den herausragen-
den jugendlichen Diskuswerfern im TSV Verden. Im vergangenen Jahr gewannen sie jeweils den Landesjugendmeister- und den
Vize-Jugendmeistertitel in ihrer Jahrgangsstufe. Zurzeit befinden sie sich mitten in der Wettkampfsaison. Ein Höhepunkt soll in
der Heimatstadt Verden erreicht werden: Am 19./20. Juni finden im Stadion die Landesmeisterschaften der besten Leichtathleten
aus Niedersachsen und Bremen in den Klassen Männer, Frauen, männliche und weibliche Jugend B (Geburtsjahrgänge 1993 und
1994) statt.
Mit einer Weite von 48,09 m wurde der heute siebzehnjährige Lennart Carstens im vergangenen Jahr bei den Landesjugend-
meisterschaften Vizemeister im Diskuswurf, den gleichen Platz erreichte er auch bei den norddeutschen Titelkämpfen. Wenn es
um Wettbewerbe mit seinen Mannschaftskollegen geht, dann springt er auch mal hoch oder weit, läuft die 110 m Hürden oder in
der 4x100-m-Staffel, und natürlich liegt ihm auch das Kugelstoßen. Aber der Diskuswurf ist und bleibt seine Paradedisziplin. Seit
mehr als vier Jahren betreibt Lennart Carstens regelmäßig Leichtathletik - genauso wie sein Sportkollege Paul Krempel. Am
liebsten aber immer die technischen Disziplinen. So wurde er mit 14 Jahren bereits 13. im Blockwettkampf Wurf in Lage. Für die
Zukunft hat sich der Verdener viel vorgenommen. Er möchte seine Sprungkraft verbessern, seinen Trainerschein erwerben und
sich auch mal im Weitsprung versuchen.
Siebzehn ist auch der Verdener Vereinskollege Paul Krempel. Im vergangenen Jahr wurde er Landesjugendmeister im Diskuswurf
mit 49,85 m. Diesen Titel holte er sich auch im Kugelstoßen im Freien und in der Halle. Er wurde norddeutscher Jugendmeister
im Diskuswurf. Im vergangenen Winter gewann er den Titel eines deutschen Jugendmeisters mit dem Diskus und stellte mit einer
Weite von 57,37 m einen Niedersachsenrekord im Diskuswurf der B-Jugend auf. Seit Paul Krempel Leichtathletik betreibt, gilt
seine Vorliebe dem Diskuswurf. In der sportlichen Familie tut sich auch schon Schwester Isa hervor, die Zweite bei den Landes-
meisterschaften im Blockwettkampf Wurf wurde. Paul Krempels Perspektive: "Ich möchte meine Technik noch verbessern." Vier
bis fünf Mal trainieren die beiden Athleten im Stadion oder im Kraftraum. Ein hartes Pensum, bei dem viel Schweiß fließt. Eine
Hilfestellung bietet beiden auch der Landeskader der besten Diskuswerfer. Vielleicht trägt das Trainingslager des Niedersächs-
ischen Leichtathletik-Verbandes zu guten Leistungen bei, bevor es zu den deutschen Jugendmeisterschaften geht.
Ihre Erwartung für die Landesmeisterschaft in Verden definieren die beiden Nachwuchsathleten klar: Paul möchte den Landes-
meistertitel mit dem Diskus und mit der Kugel gewinnen. Lennart peilt wieder den Vizetitel im Diskuswurf an. Am 19. Juni - am
Spätnachmittag im Verdener Stadion - wird sich das Duell zwischen den beiden (und deren Konkurrenten) entscheiden.
Nach dem anstrengenden Training bleibt auch Zeit für ein wenig Spaß. So beurteilen sich die beiden gegenseitig: "Paul ist dick"
und "Lennart ist klein". Dabei lachen die Beiden, die sich schon so lange kennen. Wenn sich Klasseathleten und Konkurrenten
gegenseitig so sehen, dann wird klar, dass trotz des Trainingsstresses der Spaß für beide nicht zu kurz kommt. Denn, solche
Frotzeleien dürfen sich Freunde untereinander schon mal sagen. 

STADTTEIL-KURIER (Weser Kurier) vom 10. Juni 2010
Der Boston Marathon muss warten
Die Naturgewalten verhindern einen Start des 70-jährigen Ausdauersportlers Jörg Hilbert

Von Liane Janz
Bremen. "Wenn ich mir kein Bein breche, hält mich gar nichts vom Laufen ab", sagt Jörg Hilbert (Bremer LT / BTV von 1877)
über sich und seinen Lieblingssport. Trotz Schnee und Eisglätte begann er im Januar mit dem Training für seine Teilnahme am
Boston Marathon. Zwei Stürze, eine Rippenprellung im März und ein Magen-Darm-Infekt wenige Tage vor dem großen Ereignis
im April hielten ihn nicht ab. "Ich bin eben manchmal etwas leichtsinnig, aber wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe
ich es auch durch", so Hilbert. Seine üblichen 40 Kilometer Training pro Woche erhöhte der 70-Jährige im Januar auf 180 Kilo-
meter im Monat, im Februar lief er 250, im März 260 Kilometer. Auch seine Arthrose im rechten Fuß hat er weitgehend unter
Kontrolle. Ein Jahr lang hatte er für die Teilnahme am Boston Marathon gespart. Der Lauf sollte der perfekte Abschluss seiner 14-
jährigen Marathonkarriere sein. Flug und Hotel waren gebucht, und am Tag des geplanten Flugs war auch die Magenverstimmung
ausgestanden.
Yogatraining zahlt sich aus
Doch dann machten Hilbert die Naturgewalten einen Strich durch die Rechnung. Eine riesige Wolke aus Vulkanasche legte aus-
gerechnet an dem Wochenende weltweit Flughäfen lahm. Als er freitags im Frankfurter Flughafen ankam, erfuhr er die enttäusch-
ende Nachricht. "Ich stand richtig unter Schock und war drei, vier Tage lang nicht ansprechbar", erzählt er. Seinen Abschied vom
Marathon hat er nun um ein Jahr verschoben. Denn den Traum vom Boston Marathon will er sich auf jeden Fall erfüllen. Statt in
Boston ist Hilbert kurzerhand beim Hamburg Marathon gestartet und lief dort die mehr als 42 Kilometer in 4,24 Stunden. Und das,
obwohl er auf Streckenabschnitten, die am Wasser entlang führten, immer wieder aus seiner Trance gerissen wurde. "Ich laufe
einen Marathon immer in Trance und reduziere dabei die Arbeit meiner Sinnesorgane auf das zum Laufen nötige Mindestmaß",
erklärt Hilbert. Ab Kilometer 38 begann dann sein rechter Fuß zu schmerzen. Doch dem Umstand, aus der Trance gerissen
worden zu sein, verdankt er vermutlich auch sein gutes Ergebnis. Hilbert: "In Trance sucht der Körper automatisch das ideale
Tempo, und das ist meist etwas langsamer als in wachem Zustand." Die Fähigkeit, sich in einen Trancezustand versetzen zu
können, erwarb Hilbert durch jahrelanges Yogatraining. Die Disziplin, mit der er seinen Sport verfolgt, eignete er sich in den drei
Jahren an, die er asketisch auf dem Land lebte und dort mit dem nötigsten an Essen und Trinken auskam. So wird er nun weiter
trainieren, bis sich sein Traum vom Boston Marathon erfüllt.
Sechs bis acht Stunden in der Woche ist Hilbert auf den Beinen. Sein Trainingsgebiet ist meist der Werdersee. Wenn er
zwischendurch ein "Bergtraining" einbaut, läuft er die Autobahnbrücke bei Brinkum hoch und runter. Bis zum nächsten April will
er versuchen, durch eine spezielle Fußhaltung beim Laufen seinen rechten Fuß zu disziplinieren, so dass er die 42 Kilometer
schmerzfrei unterwegs sein kann. Wenn er nicht läuft, skatet Hilbert etliche Kilometer. Außerdem trifft er sich gern mit seinen
Laufkollegen von der Bremer Turnvereinigung (BTV) von 1877. Hier machte er 1996 das Sportabzeichen und blieb hängen, schloss
sich dem Lauftreff Henschenbusch an und arbeitete seitdem kontinuierlich an Ausdauer und Schnelligkeit. In der Vergangenheit
versuchte sich Hilbert auch schon einmal als Triathlet. "Aber nur weil ich eine Wette verloren hatte. Schwimmen und Radfahren
sind eigentlich nicht mein Sport", erzählt er. Beim Schwimmen kam Hilbert als Letzter aus dem Wasser, und beim Radfahren
ließ er lediglich zwei ältere Damen hinter sich. Beim Laufen machte er aber noch zehn Plätze gut.
Mit dem guten Ergebnis in Hamburg hofft er nun auf eine Einladung und eine Kostenübernahme durch die Veranstalter des Mara-
thons in Boston. Denn 70-Jährige müssen eine Zeit unter viereinhalb Stunden vorlegen, um sich zu qualifizieren. "Und hinterher
möchte ich mit stolz geschwellter Brust durch Boston laufen", so Hilbert. Zuvor möchte er allerdings noch einen weiteren Mara-
thon laufen: Bekannte luden ihn ein, für einen verletzten Läufer beim Athen Marathon im Oktober einzuspringen. Eigentlich ist die
Teilnahme an drei Marathons innerhalb von zwölf Monaten nicht üblich, da manchmal Überlastungserscheinungen auftreten - doch
das schreckt ihn nicht ab. "Einen Tag nach dem Hamburg Marathon habe ich schon wieder trainiert", sagt er lächelnd. Kaum vor-
stellbar also, dass dieser Mann tatsächlich seinen Ruhestand plant. Doch das bedeutet für ihn lediglich, keinen Marathon mehr
zu laufen. Den Sport selbst will er ausüben, bis er 80 ist - mindestens. Und einige Halbmarathons will er bis dahin auch noch
mitnehmen.    

VERDENER ALLER-ZEITUNG vom 11. Juni 2010
Weigel hofft auf den großen Wurf
16-jährige Verdenerin hat sich zur Spezialistin im Kugelstoß entwickelt / “Mit allen Spaß gemacht”

Von Jürgen Thiele
Verden. Stolz und zielbewusst läuft die dreijährige Sarah Weigel zur Siegerehrung und erhält ihre erste Urkunde. Sie ist 1997 die
jüngste Siegerin einer Leichtathletik-Veranstaltung. Schon damals wurde ihre besondere Leistung anerkannt. 13 Jahre später ist
sie immer noch ihrem Lieblingssport verbunden und erreicht immer wieder Platzierungen, die sie motivieren, auch weiterhin drei-
bis viermal in der Woche zu trainieren und Wettkämpfe zu absolvieren. Die Verdenerin Weigel hat sich zu einer Spezialistin im
Kugelstoßen entwickelt und hofft auf eine gute Platzierung bei den Landesmeisterschaften am 19./20 Juni im Verdener Stadion.
Die DOG-Schülerin startet in ihrer Altersklasse Jugend B (Jahrgänge 1993/1994) für die LGKV. An der zweitägigen Veranstaltung
nehmen aber auch die besten Frauen und Männer aus Niedersachsen und Bremen teil. Sarahs Erwartungen sind hoch: Sie strebt
eine Platzierung unter den ersten drei an. Auf den Weg dahin hat sie bereits Rekorde gesammelt. Kreisrekord bei den Schüler-
innen, Kreisrekord in ihrer Altersklasse Jugend B und sogar den Kreisrekord der Jugend A. Aber auch der Diskuswurf bringt für
sie Spaß, vielleicht folgt auch in dieser Disziplin schon zur Landesmeisterschaft ein Erfolg.
“Nein, spezielle Vorbilder habe ich eigentlich keine”, antwortet sie nach kurzer Überlegung. Aber ein Besuch beim ISTAF (Inter-
nationales Stadionfest) in Berlin, die größte und bestbesuchte Leichtathletik-Veranstaltung in den vergangenen Jahren in
Deutschland, war für sie ein herausragendes Erlebnis. Ihre persönlichen Ziele definiert sie klar: “Eine gute Platzierung bei der
Landesmeisterschaft im heimischen Stadion.” Aber damit nicht genug, will sie sich in den kommenden Jahren auch in der höher-
en Jugendklasse (A) bei Landesmeisterschaften behaupten. Natürlich steht für Sarah die Schule im Moment im Vordergrund,
aber ein erhofftes Praktikum bei der Sparkasse könnte den beruflichen Weg aufzeigen. Daneben wird auch immer mal wieder Zeit
bleiben für ihre musische Betätigung. Sie spielt Bratsche. Reisen macht ihr Freude, bisher meist zu Verwandten nach Polen.
Aber auch da ist sie für andere Ziele (vielleicht schon bald mit dem Sport) aufgeschlossen.
14 Jahre Leichtathletik in Verden, das heißt auch Training mit den unterschiedlichen Gruppen und Trainern, und denen spricht sie
dann auch ein besonderes Lob aus: “Mit allen hat es immer viel Spaß gemacht. Sie vermitteln nicht nur Wissen und Technik,
sondern sorgen auch für Abwechslung und gute Laune.” So gesehen vermisst sie nichts an “ihrem” Verein. Für die Landes-
meisterschaft wünscht sie sich gutes Leichtathletik-Wetter. Wenn der Wettergott eine so junge, charmante, langjährige und ziel-
strebige Leichtathletin belohnen möchte, dann kann er das am Meisterschafts-Wochenende im Verdener Stadion tun.

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 11. Juni 2010 
Lernfähiger Alleskönner
John-David Reiß ist eines der herausragenden Leichtathletik-Talente des SC Weyhe

Von Christiane Golenia
Weyhe. Fünf Starts - vier Siege. Bei den Schüler-Kreismeisterschaften der Leichtathleten in Sulingen hat John-David Reiß
ordentlich abgeräumt. Wieder einmal. Wie auch in den Vorjahren. Auf Kreisebene braucht der 13-Jährige keine Konkurrenz zu
fürchten. Und die Gegner? Werden die nicht allmählich sauer, weil sie keine Chance auf Platz eins haben? "Nee", versichert
John-David Reiß. "Das geht alles ganz locker zu. Wir haben Spaß und verstehen uns super." Spaß und Lockerheit als Erfolgs-
rezept. In der Trainingsgruppe von Imke Müller lernte John-David Reiß beides schon früh kennen. Die Leichtathletiktrainerin vom
SC Weyhe betreut den 13-Jährigen seit über fünf Jahren. Aus langjähriger Erfahrung weiß Müller, dass es beim Nachwuchstrai-
ning "ohne Druck" am Besten läuft: "So kann ich die Schüler besser und länger beim Sport halten."
Über 30 junge Athleten betreut Müller beim SC Weyhe, John-David Reiß ist derzeit das Aushängeschild. "Er kann eigentlich
alles, hat eine gute Sprungkraft und Grundschnelligkeit und ist sehr lernfähig", weiß Müller um das Talent ihres Schützlings, der
im vergangenen Jahr in seiner Altersgruppe gleich dreimal an der Spitze der niedersächsischen Landesbestenliste stand. Und
auch in diesem Jahr ist Reiß in der M13 zurzeit landesweit mit 9,58 Sekunden über 75 Meter sowie 5,50 Meter im Weitsprung
Landesbester.
"Das Talent habe ich wohl auch ein bisschen von Papa", vermutet John-David. Schließlich war Vater Maik Reiß ebenfalls ein
guter Leichtathlet. Alle Erfolge erzielt die Weyher Nachwuchshoffnung mit einem bescheidenen Trainingsaufwand. Einmal wöch-
entlich wird am Donnerstagnachmittag für zwei Stunden auf der ZSA trainiert. Nicht mehr, nicht weniger. Die zweite Trainingsein-
heit am Sonnabendvormittag fällt vorläufig wegen einer Knieoperation von Imke Müller ganz flach.
Nur einmal, aber richtig
Vor einem Jahr war es für Reiß von Leeste aus ein Katzensprung zum Training. Mit dem Umzug nach Wildeshausen ist jetzt vor
allem der Fahrdienst der Mutter gefragt. Doch unabhängig davon findet Reiß, dass das Training, so wie es aktuell ist, für ihn das
Richtige ist. "Ich habe das Kadertraining in Hannover schon mal mitgemacht. Das war ganz schön hart", berichtet der Real-
schüler. Dass andere Aktive in seinem Alter deutlich mehr trainieren, beunruhigt ihn nicht: "Lieber nur einmal, dafür aber richtig",
sagt er. Das lässt darauf schließen, dass Reiß den Anfragen von Trainern anderer Vereine ("Die gab es schon vor zwei Jahren")
auch in nächster Zukunft eine Absage erteilen wird.
Ein angemessenes Training, reichlich Talent und eine Portion Ehrgeiz, wie wird es denn nun weitergehen mit dem jungen Leicht-
athleten John-David Reiß? Zunächst einmal finden die Mehrkampf-Bezirksmeisterschaften Ende Juni in Moordeich ohne ihn statt.
Statt dessen geht es auf die Kartbahn nach Bassum. Wo Vater und Sohn Reiß sonst regelmäßig mit ihren eigenen Fahrzeugen
unterwegs sind, lockt ein hochklassiges Rennen zum Zuschauen. Auch bei den niedersächsischen Titelkämpfen der A-Schüler
wird der 13-Jährige in diesem Jahr noch fehlen. Als B-Schüler hatte er sich qualifiziert, doch der Meldeschluss ist verpasst.
"Nicht weiter tragisch", nimmt es John-David Reiß recht gelassen. "Dann geht es eben im nächsten Jahr zu den Landemeister-
schaften, und von da ab aufwärts.” 

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 21. Juni 2010
Teamplayer mit Tempohärte

Von Michael Schön
Verden. Zu den Hoffnungsträgern unter den B-Jugendlichen im "Heimspiel" der LG Kreis Verden bei der Leichtathletik-Landes-
meisterschaft zählte Mittelstreckler Fabian Schmidt. Er löste die Erwartungen dann auch ein, indem er am ersten Tag des Cham-
pionats als Sechstbester der zwei Zeitläufe mit 2:03,14 Minuten eine neue persönliche Bestzeit über 800 Meter rannte. Über-
raschend kam das nicht. Der erst vor drei Wochen 17 Jahre alt gewordene Gymnasiast, der in Achim wohnt und für den TV
Oyten startet, hat in diesem Jahr mit eindrucksvollen Leistungssprüngen aufgewartet. Drei Sekunden schneller über 800 Meter,
sieben Sekunden schneller gar über 1500 Meter.
Das kommt natürlich nicht von ungefähr. Er trainiert hart. Drei Mal in der Woche. Nur so lässt sich die für die zwei Stadionrunden
nötige Tempohärte erwerben. "Und dazu kommen noch die Wettkämpfe. Im Sommer haben wir fast jedes Wochenende einen",
so der die elfte Klasse des Cato Bontjes van Beek-Gymnasium besuchende Schüler. Während er dort die naturwissenschaft-
lichen Fächer bevorzugt - und zumindest vorläufig auch mit einem Chemie-Studium liebäugelt, zieht er bei der Leichtathletik den
Wettkampf wie wohl jeder Sportler dem Training vor. "Bei Regen habe ich mich sicherlich schon manches Mal überwinden
müssen, zum Laufen zu gehen, besonders dann, wenn es an Trainingspartnern gefehlt hat." In der Gruppe macht es eben auch
Individualsportlern mehr Spaß, sich anzustrengen. Häufige Trainingsgefährten Fabian Schmidts sind die um einige Jahre älteren
Jens und Sven Niederkrome sowie Thiemo Klein. Dass er ein guter Teamplayer ist, stellte der 1,73 Meter große und 65 Kilo
leichte Mittelstreckenmann kürzlich bei der deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaft (DJMM) unter Beweis, wo er sich als
Punktesammler für die LGKV über 1000 m auf 2:48 Minuten steigerte. Die bis Sonnabend gültige persönliche Bestzeit über
800 m von 2:03,19 Minuten wiederum stellte er bei der Bahneröffnung in Verden Ende April auf. 4:21 Minuten über 1500 m waren
es im Mai in Zeven.
Das Talent für die Leichtathletik wurde dem drahtigen Jugendlichen in die Wiege gelegt. Vater Wilfried hat es über 400 m zu mehr
als passablen Resultaten gebracht, und er war es auch, der den Sohn vor fünf Jahren gedrängt hat, es mit der Leichtathletik zu
versuchen. "Meine erste Sportart war Ringen. Hat mir irgendwann aber nicht mehr den ganz großen Spaß gebracht, und ich habe
schließlich etwa ein halbes Jahr lang überhaupt keinen Sport getrieben." Inzwischen freilich läuft er, versichert Fabian Schmidt,
nicht mehr "fremdgesteuert", sondern aus ureigenstem Antrieb. Beim TSV Achim nahm er zunächst nur an Volksläufen teil. Erst
nach seinem Wechsel zum TV Oyten ein Jahr später ging es auf die Bahn, wo er sich schnell verbesserte und wo er auf eine
gute Grundschnelligkeit aufbauen konnte. Die 100 m legte er bereits in 12,1 Sekunden zurück. 

OLDENBURGISCHE VOLKSZEITUNG vom 22. Juni 2010  
Von Damme nach Missouri

Damme
(aha). So langsam steigt die Vorfreude bei Viktor Kuk. Zwei Monate noch, dann lässt der 20-Jährige seine Heimat
Damme hinter sich und startet in sein neues Leben. "Ich habe den Vertrag unterschrieben. Mitte August fliege ich ´rüber", erzählt
er zufrieden. Seit einiger Zeit schon hatte das Lauftalent vom OSC Damme an seinen Auswanderer-Plänen gearbeitet, jetzt
werden sie konkret: Statt für den OSC wird Viktor Kuk in Zukunft für das Team der Missouri Southern State University in Joplin im
Mittleren Westen der USA starten - und ein Lehramtsstudium in den Fächern Mathe und Sport aufnehmen. Seine sportlichen
Leistungen erwiesen sich dabei als Sprungbrett für den jungen Dammer. Über die Organisation Scholarbook erhielt er an der
"MSSU" ein Sportstipendium. "Wohnung, Studium und Essen sind für mich umsonst", berichtet Viktor Kuk. Der Vertrag läuft
erstmal für ein Jahr.
Sportlich erhofft sich das OSC-Talent, das erst vor wenigen Tagen seine 1500-m-Bestzeit auf 3:47,31 Minuten steigerte, durch
den Wechsel in die USA neue Impulse. "Trainiert werde ich dort von Coach Tom Rutledge, einem Trainer, der bereits zwei Ath-
leten zu den olympischen Spielen gebracht hat", sagt Viktor Kuk, der in diesem Jahr am Dammer Gymnasium sein Abitur ge-
macht hat und derzeit in einem Kino jobbt. Trainer Rutledge ist zugleich eine Art Manager für sein eigenes Leichtathletik-Team,
für das er sich Sportler aus der ganzen Welt zusammensucht. Bei der Wahl seiner Uni hatte Viktor Kuk die Qual der Wahl. Auch
die University of Notre Dame (Indiana), die University of Kansas und die berühmte Uni in Harvard zeigten Interesse. Das Gesamt-
paket und die Möglichkeit, sofort das Studium aufzunehmen, gaben schließlich den Ausschlag für Missouri.
==> Ein weiterer Bericht über Viktor Kuk vom 1. April 2009 

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 26. Juni 2010
Vereinswechsel für ihn keine Option
Geronimo von Wartburg ist in Göttingen aufgewachsen, studiert in Leipzig und hält der LG Kreis Verden die Treue

Von Michael Schön
Verden. Sein erstes 1000-Meter-Rennen geriet für ihn zum quälenden Fiasko. "War für mich als gerade Achtjährigen der blanke
Horror. Auf Wettkämpfe hatte ich zunächst einmal keine Lust mehr", verrät Geronimo von Wartburg. Die Lust am Laufen ließ ihn
aber irgendwie nicht mehr los, und die Leichtathletik hatte ihn bald wieder. Zum Glück für die LG Kreis Verden, für die der heute
22-jährige Student der Sportwissenschaften seit dem Schüler-Alter mit schöner Beständigkeit von Erfolg zu Erfolg rennt.
2008 war dabei vielleicht sein bisher bestes Leichtathletik-Jahr. Unter anderem gewann er in Calw (Baden-Württemberg) die
deutsche Juniorenmeisterschaft im Halbmarathon. Sie bezeichnet er als seinen bisher größten persönlichen Erfolg. Seine läufer-
ische Bandbreite ist groß. Aus dem vergangenen Jahr stammt seine Bestleistung von 30:57 Minuten über 10 000 Meter (10 Kilo-
meter)
, die er bei den deutschen Junioren-Meisterschaften in Otterndorf erzielte. Eine Klassezeit wie auch die 1:08:57 Stunden
im Halbmarathon, gelaufen bei der Junioren-DM in Bad Liebenzell, mit denen er für die entsprechende diesjährige Bestenliste vor-
gemerkt ist. 2008 war er sogar noch 17 Sekunden schneller. Geronimo von Wartburg liebt die Jagd auf die eigenen Bestzeiten.
Dabei ist die Bahn nicht das von ihm bevorzugte Terrain. Es zieht ihn vielmehr hin zu den Volksläufen und Straßenrennen. "In
schönen Landschaften, in einer angenehmen Atmosphäre zu laufen, gibt mir noch viel mehr", versichert Geronimo von Wartburg.
Die Alpen, den Harz und den Schwarzwald schätzt er besonders.
Rückschläge
Seine Affinität zum Langstreckenlauf ist aber keine ganz problemfreie. Der leichtgewichtige Athlet leidet unter asthmatischen Be-
schwerden, die ihn vorwiegend im Frühjahr heimsuchen. Und dazu gesellen sich auch noch Verletzungen, die ihn immer wieder
zurückwerfen und die ihm bisweilen schon einen dicken Strich durch seine Saisonplanung gemacht haben. Auch in diesem Jahr
konnten Planung und Durchführung überhaupt nicht zur Deckung gebracht werden. Zum Auftakt der Blühpflanzensaison hatte er
Atembeschwerden, dann musste er wegen einer Bronchitis aussetzen, und schließlich zwangen ihn hartnäckige Leistenbe-
schwerden zum Verzicht auf einen 5000-Meter-Start bei den Landesmeisterschaften in Verden. Während die Bronchitis sich im
Abklingen befindet, sind die Leistenbeschwerden noch akut. Unter Umständen muss er sich einer Operation unterziehen. Die
Saisonziele liegen damit in weiter Ferne. Eigentlich wollte Geronimo von Wartburg noch einige seiner Bestzeiten unterbieten. Die
über 5000 Meter beispielsweise (15:03 Minuten), die er 2005 mit 17 lief. "Vielleicht klappt es ja noch im Herbst", hofft Geronimo
von Wartburg.
Ein Aufenthalt in der Höhe von St. Moritz könnte dabei hilfreich sein. Sein Großvater mütterlicherseits besitzt dort eine Wohnung,
die der Enkel schon seit Jahren gerne nutzt. "Zum Höhentraining, zum Wandern, aber auch zum Angeln und Ausruhen." Von der
Mutter hat der in Göttingen aufgewachsene Geronimo seinen Nachnamen bekommen, vom Vater das leichtathletische Talent.
Rüdiger Ullrich war bei der LG Kreis Verden ein begabter Dreispringer, dessen Bruder Volker ein erfolgreicher Mehrkämpfer. "Ich
habe mich natürlich häufig bei ihnen aufgehalten, auch bei meiner Oma und daher zu Verden eine besondere persönliche Ver-
bindung." So ist er auch nach wie vor Mitglied der LG Kreis Verden, obwohl sich aufgrund seines Studiums an der Universität
Leipzig (viertes Semester) ein Vereinswechsel anbieten und bessere Trainingsbedingungen eröffnen würde.
Doch er findet, dass seine "persönliche Einstellung zum Laufen nicht in das extrem elitäre Umfeld" der sächsischen Wirtschafts-
metropole passt. Dort zähle nur die "blanke Leistung". Von Wartburg ist aber in sportlicher Hinsicht ein absoluter Freigeist. Die
kleinen Fluchten aus den Zwängen des Athleten-Alltages will er nicht missen. "Sicherlich betreibe ich vom Aufwand her echten
Leistungssport, doch ich lege gern auch einen Wettkampf zwischendurch ein, der im Trainingsplan nicht vorgesehen ist, und ich
nehme auch an Breitensportrennen teil, die hier verpönt sind. Kurz und gut: Ich lasse es gerne auch einmal etwas lockerer an-
gehen."
Dafür kommt er freilich auch nicht in den Genuss der ärztlichen Betreuung, die ihm durch den Wechsel zu einem entsprechenden
Verein zugänglich wäre. Dabei braucht er bei den hohen körperlichen Belastungen, die ihm der väterliche Trainingsplan auferlegt,
eine gründliche medizinische Versorgung. "Der Organismus arbeitet ja eigentlich immer am Limit. Da sind Unachtsamkeiten und
kleine Fehler oft gleich sehr verhängnisvoll." Die Atembeschwerden haben sich im Laufe der Jahre vermindert und hat er durch
den Einsatz eines cortisonhaltigen Inhalats endgültig in den Griff bekommen. Doch mit seiner Sprunggelenkverletzung aus dem
vergangenen Jahr musste er erst Zeit raubende Umwege über den Hausarzt gehen. "Lange gab es keine Diagnose, und die Aus-
fallzeit hat sich entsprechend verlängert."
Geronimo von Wartburg ist erst 22, hat den vielen Rückschlägen zum Trotz sein enormes Potenzial angedeutet aber noch lange
nicht ausgeschöpft. Sein nächstes Ziel ist die Steigerung auf den sogenannten Unterdistanzen, doch es zieht ihn mit zunehmen-
dem Alter immer stärker aufs Straßenpflaster. "Ich würde gerne auf den Marathon gehen. Mal gucken, was da für mich drin ist."
==> Ein weiterer Bericht über Geronimo von Wartburg vom 23. März 2006 

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 1. Juli 2010
Ute Schröder erwirbt A-Lizenz Wurf
Leichtathletik-Trainerin des TSV Asendorf hat ihre Ausbildung in einem erlauchten Kreis bekannter Athleten
absolviert

Von Christiane Golenia
Asendorf. Der KLV Diepholz hat eine weitere Trainerin mit A-Lizenz in seinen Reihen. Nach eineinhalbjähriger hochqualifizierter
Ausbildung beim Deutschen Leichtathletikverband erhielt Ute Schröder vom TSV Asendorf die A-Trainer-Lizenz Wurf. Steffi
Nerius, Boris Henry, Oliver-Sven Buder, Peter Esenwein, um nur einige Namen zu nennen: Es war schon ein illustrer Kreis be-
kannter Werfer, die sich gemeinsam mit Ute Schröder Anfang 2009 der A-Trainerausbildung stellten. Im Frühjahr 2009 wurden 90
Unterrichtseinheiten im Bundesleistungszentrum in Kienbaum und in der Trainerschule in Mainz absolviert. Themenbereiche
waren: Techniktraining in allen Wurfdisziplinen einschließlich biomechanischer Analysen, Trainingsplanung, Coaching, Psycho-
logie und Pädagogik. Die mündliche Prüfung vor dem dreiköpfigen Ausschuss, bestehend aus dem Ausbildungsleiter Helmar
Hommel, dem fachlichen Leiter Jürgen Schult und dem Leiter der Mainzer Trainerschule, Dr. Wolfgang Killing, bestand Schröder
mit Bravour. Es folgten 20 Hospitationen bei Wurf-Bundestrainern und eine umfangreiche Hausarbeit zum Thema Trainingsplan-
ung. Am Beispiel eines aktiven Probanden wurde eine mindestens sechsmonatige Trainingsplanung bis ins Detail gefordert.
Nach Beurteilung durch den Prüfungsausschuss erhielt Ute Schröder vor wenigen Tagen besagte Lizenz, die sie theoretisch be-
fugt, als Bundestrainerin im Wurfbereich zu agieren. Praktisch wird Ute Schröder aber vorerst weiterhin als Landestrainerin in
Bremen und beim TSV Asendorf tätig sein. Zusätzlich wird sie im Lehrteam des niedersächsischen Leichtathletikverbandes im
Ausbildungsbereich angehenden Trainern ihr Wissen vermitteln. 
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