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Porträts und Berichte über Leichtathleten und Funktionäre aus der Region (Seite 8)

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Fenja Hublitz TV Langen (10.7.2010)
Sören Ludolph LG Braunschweig (13.7.2010) 
Jonna Tilgner Bremer LT (17.7.2010) 
Helmward Möller LG Edemissen/Peine (17.7.2010) 
Waltraud Bayer LG Bremen-Nord (30.7.2010) 
Leonard Hermsdörfer LG Nordheide (31.7.2010) 
Alicia, Lennart und Niklas Wübbeler FTSV Jahn Brinkum (11.8.2010) 
Fabian Brunswig LG Braunschweig (12.8.2010) 
Oliver Nauermann TV Norden (19.8.2010) 
Silvia Braunisch LGG Ganderkesee (19.8.2010) 
Lea Meyer VfL Löningen (1.9.2010) 
Renate Ritter SV Germania Helmstedt (11.9.2010) 
Tim Saathoff SV Emden-Harsweg (16.9.2010) 
Xenia Rahn MTV Hanstedt (22.9.2010) 
Georg Diettrich LG Braunschweig (25.9.2010) 
Kathrin Scholl VfL Oldenburg (8.10.2010) 
Torben Ziesing LG Eichsfeld (8.10.2010) 
Rudi Lunk TV Loxstedt (16.10.2010) 
Elisabeth Gebauer LG Eichsfeld (21.10.2010) 
Sonka Kielmann SV Blau-Weiß Emden-Borssum (22.10.2010) 
Jobst von Palombini VfL Bückeburg (27.10.2010) 
Jonna Tilgner Bremer LT (28.10.2010) 
Carolin Nytra Bremer LT (10.11.2010) 
Vithushan Vigneswaran SV Brake (3.12.2010) 
Sophia Machill LG Nordheide (11.12.2010) 
Vero Merseburger VfL Bückeburg (16.12.2010) 
Eike Onnen LG ASV/DSHS Köln => Ab 1.1.2011 LG Hannover (17.12.2010)  
Deborah Brodersen LG Weserbergland (22.12.2010) 
Mareike Blum Norder TV (23.12.2010) 
Torben Ziesing LG Eichsfeld (23.12.2010)  
Martin Kaletka SV Borussia Salzgitter (27.12.2010) 
Fuzael Ul-Hasan TWG Nienstädt/Sülbeck (28.12.2010) 
Heinrich Hölscher MTV Messenkamp (30.12.2010) 
Alexander Klintworth TSV Wiepenkathen (19.1.2011)  
Jobst von Palombini VfL Bückeburg (19.1.2011) 
Gerd Prinzler TSV Wiepenkathen (26.1.2011) 
Vero Merseburger VfL Bückeburg (26.1.2011)
Frank Krüger TV Sottrum (29.1.2011) 
Erhard Stuckenberg KLV Schaumburg (1.2.2011) 
Laura Boss TV Langen (9.2.2011) 
Walter Schmidt LG Nordheide (10.2.2011) 
Horst Frense VfL Oldenburg (11.2.2011) 
Ann-Kathrin Kopf & Sean Hahnefeldt TSV Otterndorf (11.2.2011) 
Nadine Aselage VfL Löningen (17.2.2011) 
Maren Kock LG Emstal Dörpen (23.2.2011)  
Lena Saathoff SV Georgsheil (24.2.2011) 
Ruth Spelmeyer VfL Oldenburg (26.2.2011) 
Bernhard Sager VfL Oldenburg (2.3.2011)  
Fenja Hublitz TV Langen (12.3.2011)
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NORDSEE ZEITUNG vom 10. Juli 2010 
In der Weltklasse schon angekommen
Fenja Hublitz startet bei der WM der Leichtathleten in Kanada 

Von Erich W. Willmann
Langen. Fenja Hublitz scheint ein Naturtalent zu sein. “Ich habe es bei Bezirksmeisterschaften einfach einmal ausprobiert”, er-
innert sie sich an ihren ersten Dreisprung. Da war sie 14 Jahre alt und der Kampfrichter hat 10,60 Meter für gültig erklärt. Wenig
später, bei den Landesmeisterschaften in Papenburg, kam sie schon auf 10,95 Meter. Da fiel sie dem Landestrainer Frank Rein-
hard auf. Jetzt ist Fenja Hublitz 17 Jahre alt, sprang kürzlich in Mannheim 13,10 Meter und am Mittwoch fliegt sie so weit wie
noch nie. Nach Moncton in Kanada, zu den Leichtathletik-Weltmeisterschaften U20. Am Donnerstag lag die Einladung des
Deutschen Leichtathletik-Verbandes im Briefkasten des Elternhauses in Loxstedt. “Klar bin ich aufgeregt”, gibt sie zu, zumal
fliegen noch nicht ihre Sache ist. Aber gemeinsam mit ihrer engen Freundin Neele Eckhardt aus Asendorf, ebenfalls ein Top-
Talent der Leichtathletik, wird sie die Aufregung der Anreise, die Zeitumstellung und die Eingewöhnung in das neue Umfeld schon
meistern.
Man sollte es kaum glauben, aber Fenja Hublitz steht mit ihren 13,10 Metern schon an vierter Stelle der Weltrangliste ihrer
Altersklasse. Nur die Schwedin Khaddi Sagnin (13,37 Meter), die Chinesin Yan Lin (13,23 Meter) und Dovile Dzindzaletaite aus
Litauen mit 13,13 Metern stehen noch vor ihr. Ob sie die Konkurrenz in Moncton einholt? “Im Endkampf dabei zu sein wäre opti-
mal”, sagt Fenja Hublitz. Ihr Trainer Carsten Decker traut ihr viel zu: “Fenja ist ein Wettkampftyp.” Damit sie beim Wettkampf der
Konkurrenz die Hacken zeigen kann, trainiert sie fünfmal die Woche. Das wäre nicht einfach, wenn nicht die Familie wäre, die sie
mit dem Auto von Loxstedt nach Langen fährt und nach dem Training wieder abholt. “Ohne meine Mutter und meine Oma würde
es gar nicht gehen”, sagt Fenja Hublitz. Denn auch die Schule steht noch im Raum. “Im nächsten Jahr mache ich Abitur. Es läuft
alles ganz gut”, sagt sie. Sehr gut lief ihre Projektarbeit zum Thema, ob Dreisprung sinnvoll im Schulunterricht sei. “Das gab 14
Punkte, eine eins”, sagt sie stolz.
Im Training steht nicht nur der Dreisprung auf dem Programm. Fenja Hublitz läuft auch die 100 Meter (Bestzeit 12,60 Sekunden),
sie läuft mit ihren Freundinnen in der Staffel und sie ist noch im Weitsprung engagiert. Bei glatten sechs Metern liegt dort ihre
Bestmarke, die aber nicht zählt, weil bei diesem Sprung der Rückenwind zu stark war. “Da ist noch eine Rechnung offen”, sagt
Carsten Decker und Fenja Hublitz schmunzelt. Natürlich will sie im Weitsprung die Sechs-Meter-Marke knacken. Beim Weit-
sprung springt sie mit dem rechten Bein ab, beim Dreisprung links. Hop, Step und Jump heißen die drei Sprünge in der Fach-
sprache. Hop ist der erste Sprung, Step der zweite, bei dem sie ebenfalls mit dem linken Fuß abspringt und Jump der dritte, zu
dem sie sich mit rechts abstößt. Der Step könnte noch besser werden. Die biomechanische Leistungsdiagnostik ihres 13,10-
Meter-Sprungs von Mannheim ergab Zwischenweiten von 4,65 Metern, 3,30 Metern und 5,15 Metern. Da Fenja Hublitz im Leist-
ungskader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ist, erhält sie solche Auswertungen mit Fotos und Unmengen von Daten. Das
sind dann Trainingsgrundlagen.
Auf diesem hohen Niveau muss der Athlet ein funktionierendes Umfeld haben. Die medizinische Versorgung ist gut, nach dem
Training steht ein Physiotherapeut zur Verfügung und vom Verband gibt es diese wissenschaftlichen Auswertungen. Fenja Hublitz
kann viel weiter springen, wenn sie ihre Schnelligkeit noch besser in Weite umsetzen kann. Im Wettkampf nimmt sie nach dem
Auftakt, das sind die ersten Schritte, bei der Marke von 37 Meter Tempo auf und 17 Schritte Anlauf. Beim Absprung vom Balken,
elf Meter von der Sandgrube entfernt, wurde eine Geschwindigkeit von 9,1 Meter pro Sekunde gemessen. “So schnell wie noch
nie”, sagt Fenja Hublitz.
Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft ist nun der Höhepunkt der Karriere. Danach geht es nach Ulm zu den deutschen
Meisterschaften. “Dann sind die Ferien schon fast wieder vorbei”, lacht Fenja Hublitz. Dann nähert sich schon fast das Ende der
Freiluftsaison, aber der Ehrgeiz von Fenja Hublitz bleibt. “Ich bleibe bei der Leichtathletik. Das ist meine Leidenschaft”, sagt sie
und verweist auf die tolle Kameradschaft bei den Leichtathleten des TV Langen. “Das ist super hier. Wir sind alle echte Freunde.”

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 13. Juli 2010 
"Man wünscht sich, mal zu schlafen"
Sören Ludolph, 800-Meter-Läufer der LG Braunschweig, versucht Polizeidienst und Norm-Hatz zu verbinden

Von Ute Berndt
Braunschweig. Früh ins Bett gehen und zwischen den Trainingseinheiten Zeit haben, um dem Körper Ruhe zu gönnen - so sieht
der optimale Tag für einen Leistungssportler aus. Für Sören Ludolph allerdings ist das momentan nur eine Wunschvorstellung. Bis
zwei Uhr nachts war der 22 Jahre alte künftige Polizeikommissar in den vergangenen Wochen des öfteren unterwegs. Bei seiner
dualen Ausbildung an der Akademie in Nienburg ist gerade der Praktikums-Teil an der Reihe - und das heißt für den 800-Meter-
Läufer der LG Braunschweig Streifendienst auf der Dienststelle in Hannover. "Man wünscht sich, mal zu schlafen", stöhnt er. Da-
bei genießt er bereits die Privilegien und Freiräume der Spitzensportler, auf die diese Ausbildung in Nienburg zugeschnitten ist.
"Ich habe es von der Dienststelle so organisiert bekommen, dass ich oft auch früh rauskomme, um wenigstens abends noch
trainieren zu können", erzählt Ludolph.
"Ich traue mir die Norm zu"
Für das Morgentraining ist allerdings an den Arbeitstagen kein Spielraum. Das könnte ein Grund sein, warum der ehrgeizige Ath-
let seinem großen Ziel, der EM-Norm von 1:46,00 Minuten, bislang vergeblich hinterherläuft. Er hat sie bereits als zu hoch kriti-
siert und den Frust beschrieben, eine ganze Saison vergeblich solch einer Marke hinterherzulaufen in einer Disziplin, in der es
meist mehr auf Renntaktik als auf Spitzenzeiten ankommt. "Aber ich traue mir noch zu, die Norm in Braunschweig zu knacken,
wenn ich mit Arsch in der Hose laufe", sagt Ludolph selbstbewusst. Normalerweise passen Titelkampf und Normerfüllung
schlecht zusammen, auch weil bei Meisterschaften kein Tempomacher hilft. Doch Ludolph und seine nationalen Rivalen Robin
Schembera (Leverkusen) und Sebastian Keiner (Erfurt) haben keine Wahl. Wer nach Barcelona will, muss Tempo machen und
hoffen, dass er es bis ins Ziel durchsteht.
Am Wochenende ist der Braunschweiger beim Meeting im belgischen Heusden mit 1:47,29 Minuten seine zweitbeste Zeit ge-
laufen. "Das war ein Schritt nach vorne", urteilt er und will heute in Lüttich den nächsten Norm-Versuch starten. Doch selbst wenn
es nicht klappt, weiß Ludolph aus Erfahrung, dass auch bei der DM noch was geht: Im Vorjahr in Ulm rannte er nicht nur beherzt
zur Silbermedaille, sondern unterbot auch die Norm für die U-23-Europameisterschaft. Im Winter war er erneut mit dem National-
kader von Bundestrainer Henning von Papen im Höhentrainingslager in Flagstaff/USA und ist davon überzeugt: "Meine Ausdauer-
werte sind viel besser", erzählt er. "Ich kann höhere Intensitäten trainieren und schneller regenerieren."
Freundin in Wattenscheid
Der wichtigste Effekt allerdings: In Flagstaff hat Ludolph seine Freundin kennengelernt, Denise Krebs, die deutsche Hallen-
meisterin über 1500 Meter aus Wattenscheid. "Niemals", antwortet er fast entrüstet auf die Frage, ob er angesichts dieser Be-
ziehung möglicherweise bald in die Bochumer Leichtathletik-Hochburg wechseln werde. Zum einen binde ihn seine Ausbildung an
einen niedersächsischen Klub, zum anderen will er Landestrainer Jörg Voigt nicht missen. "So werde ich wohl für immer in
Niedersachsen bleiben." Ob es ihn zusätzlich motiviert, dass die deutschen Meisterschaften nun in Braunschweig über die Bühne
gehen? "Klar! Das ist doch mein Stadion", schwärmt Ludolph nicht nur als Eintracht-Athlet. "2005 bin ich auf der Bahn deutscher
Jugendmeister geworden."
==> Weitere Berichte über Sören Ludolph vom: 14. August 2002 / 23. Juni 2004 / 24. November 2007 

WESER KURIER vom 17. Juli 2010
Wettlauf mit der Zeit
Die Hürdenläuferin Jonna Tilgner rennt eineinhalb verlorenen Sekunden hinterher

Von Maike Albrecht
Bremen. Wenn es etwas gibt, das das Leben von Jonna Tilgner bestimmt, dann ist es die Zeit. Sie drängt, sie zwängt, sie
quetscht Jonna Tilgner in ein Korsett von Trainingsplänen, Wettkampfzeiten, Regenerationseinheiten. Die Zeit hängt über ihr wie
ein Pendel. Mal schwingt es auf die gute, mal auf die schlechte Seite. In dieser Saison schwingt es nicht - es baumelt auf der
schlechten Seite. Denn eine 400-Meter-Hürdenläuferin wird in Sekunden bewertet. Derzeit ist sie zwei Sekunden zu langsam.
Morgen ruft in Braunschweig der Starter zum Endlauf um die Deutsche Meisterschaft. Jonna Tilgner war zwei Jahre lang die beste
deutsche Hürdenläuferin über 400 Meter. 2008 und 2009 holte sie den Titel und verbesserte im vergangenen Jahr ihre persönliche
Bestzeit auf 55,71 Sekunden. 55,71 Sekunden, das ist gut. Gut, aber nicht Weltspitze. Da laufen Athletinnen wie Lashinda
Demus oder Melaine Walker Zeiten mit einer 52 vor dem Komma. 55,71 Sekunden aber reichten, um mit etwas gutem Willen des
Deutschen Leichtathletik-Verbandes bei der Weltmeisterschaft in Berlin dabei zu sein. Jonna Tilgner schaffte es ins Halbfinale.
 In diesem Jahr gibt es eine EM. In eineinhalb Wochen in Barcelona. Doch Jonna Tilgner und ihr Trainer Jens Ellrott planen nicht
einmal damit. 56,0 Sekunden ist die Norm für die EM - doch Jonna Tilgner, die von 2007 bis 2009 jedes Jahr Zeiten unter 56,0 lief,
ist plötzlich weit davon entfernt, die Norm zu knacken. Weit bedeutet in der Welt einer 400-Meter-Hürdenläuferin rund eineinhalb
Sekunden. Eineinhalb Sekunden sind auf der Stadionrunde mit den zehn Hürden mehrere Meter. Vier Rennen ist die 25-Jährige in
dieser Saison gelaufen, kein einziges Mal kam sie überhaupt unter die 57er-Marke. So schlecht war sie zuletzt vor vier Jahren.
Diese Frage im Kopf
Sie ist plötzlich nur noch fünftbeste in Deutschland - und der Sport hört langsam auf ihr Spaß zu machen. "Deswegen versuche
ich immer, mich daran zu erinnern, was mir der Sport sonst noch Schönes im Leben gibt", sagt sie. "Und das es nicht nur darum
geht, die Norm zu laufen." Doch Jonna Tilgner ist ehrgeizig, wahrscheinlich ehrgeiziger als sie zugibt. Seit zehn Jahren quält
sie sich in einer Disziplin, in der Qual ganz oben steht. Wer über 400 Meter Hürden Erfolg haben will, muss sich sehr weh tun
können. 400 Meter Hürden gilt als Sprintdistanz. Die Stadionrunde ist zu lang für einen Sprint, wird aber trotzdem als solcher ge-
rannt.
Das Training für Jonna Tilgner ist hart. Denn in der Bremer Gruppe um Landestrainer Jens Ellrott ist sie die Einzige, die über 400
Meter läuft. Die langen harten Ausdauerläufe muss sie alleine durchstehen, während ihre Kollegin Carolin Nytra über 100 Meter
längst fertig ist. 400 Meter Hürden ist eine der schwierigsten Disziplinen in der Leichtathletik. Alles muss passen. Der Rhythmus
zwischen den 76,2 Zentimeter hohen Hindernissen, die Schritte, die Kraft, die Spritzigkeit, der Wind, der Boden. Der Körper muss
perfekt vorbereitet sein, schon ein winziges Detail kann verheerende Auswirkungen haben.
Wo Jonna Tilgner ihre eineinhalb Sekunden verloren hat, weiß aber keiner. Weder sie noch ihr Trainer. Sie können nur mut-
maßen. "Zwei Trainingslager lagen zu dicht aufeinander, da hat die nötige Regeneration gefehlt", sagt Jens Ellrott. Der Fehler
liegt aber nicht bei ihm, dem Trainer, sondern auf Island. Als die Asche des Vulkanausbruchs im April weltweit den Flugverkehr
lahmlegte, wollte Jonna Tilgner gerade aus dem ersten Trainingslager in den USA zurückfliegen. Drei Tage hing sie in Washing-
ton fest. Stress pur. Jeden Tag zum Flughafen und zurück ins Hotel. Kein Training, keine Regeneration. Das nächste Trainings-
lager kam zu schnell. Nachdem vier Wettkämpfe mit einer katastrophalen 57-er Zeit endeten, zogen Trainer und Athletin die Not-
bremse. Keine Wettkämpfe mehr - bis heute, bis zu den Deutschen Meisterschaften. "Sie hat in Drucksituationen noch nie ver-
sagt, sodass ich ihr zutraue, dass sie hier nochmal einen 'raushaut", sagt ihr Trainer, und auch Jonna Tilgner selbst glaubt: "Ich
laufe Saisonbestleistung."
Sie fühlt sich wieder besser, frischer, spritziger. Die Laktatwerte sind wieder normal, die Beine leichter. Nur ihr Kopf ist schwer.
"Mit jedem Lauf, in dem man wieder langsam war, steigt natürlich die Frustration", sagt sie. Sie will das Brett vor ihrem Kopf nicht
noch dicker werden lassen. Dieses Mal will sie nicht sterben. "Sterben" nennt sie es, wenn auf den letzten hundert Metern die
Kraft weg bleibt. Wenn "die Impulse aus dem Kopf nicht mehr in den Beinen ankommen, die Füße instabil werden." Sterben ist
nicht gut für einen Sportler.
Das Studium als Anker
Jonna Tilgner ist jetzt 25 Jahre alt und manchmal geistert da in ihrem Kopf diese Frage herum. War es das? Waren ihre Zeiten
im letzten Jahr, war die 55,71 Sekunden ihr persönliches Limit, ihre Leistungsgrenze? "Aber dann müsste ich wenigstens auf
diesem Niveau laufen", sagt sie und hofft weiter. Sie hofft, dass sich ihr Körper vielleicht nur eine Auszeit nimmt. Es gebe mehr-
ere Beispiele, gerade bei solch trainingsintensiven Strecken, wo Läuferinnen Ende 20 noch mal einen Schub bekommen hätten.
"Wer weiß denn, wo die Grenze ist, das muss man ausprobieren." Jonna Tilgner ist optimistisch. Sie gibt nicht auf, ist reflektiert
und geht ganz offen mit ihrem Formtief um. Vielleicht liegt das an ihrem Studium. Sie studiert Psychologie und ist fast fertig.
Nach der Saison will sie ihre Diplomarbeit schreiben. Das Studium hat sie in Regelstudienzeit geschafft. Hier erfüllt sie die Norm.
Das gelingt bei weitem nicht jedem Studenten - auch nicht denen, die keinen Leistungssport betreiben. "Das Studium ist mein
Ausgleich, ich muss auch was für den Kopf machen", sagt sie. Das Studium ist aber auch ihr Anker. Denn ob es im Sport auf
Dauer für die Spitze reicht, ist fraglich. So kann ihr Kopf übernehmen, wenn ihre Beine an der Grenze sind. "Mit Anfang 30 wird
eh Schluss sein, und es ist mir wichtig, dass ich weiß, ich finde irgendwo anders Fuß und kann meine Energie und Kraft in etwas
anderes stecken."
Doch noch will sie das nicht. Noch steckt sie all ihre Energie in die Jagd auf die verlorenen Sekunden. Im vergangenen Jahr war
ihre Vorbereitung ebenfalls sehr holperig - rechtzeitig zu den Titelkämpfen aber lief es rund und Jonna Tilgner rannte eine neue
Bestzeit. Darauf hofft sie auch heute und morgen im Finale. Für einen dritten deutschen Meistertitel müsste sie einen gehörigen
Satz nach vorne machen, denn die Konkurrenz ist stärker geworden. Doch Jonna Tilgner würde sich auch freuen, wenn sie nicht
Deutsche Meisterin wird, aber die Zeit besiegt und die Anzeige an der Ziellinie irgendwo bei 56,0 stoppt. Dann weiß sie: Sie kann
es noch. Dann hat sie den Druck der Zeit ausgehalten und das Pendel ist wieder in Bewegung - dieses Mal auf die richtige Seite.
Und vielleicht sogar in Richtung EM in Barcelona.
==> Weitere Berichte über Jonna Tilgner vom 6. Januar 2005 / 20. Januar 2006 / 17. Februar.2007 / 25. März 2008

PEINER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 17. Juli 2010
Vom Sportstudent zum Talentschmieder

Als Aktiver war er kein Spitzen-Zehnkämpfer, mehr als Bezirksmeister lag nicht drin. Andere sind durch ihn allerdings groß raus-
gekommen: Helmward Möller arbeitet seit knapp 30 Jahren als Leichtathletik-Trainer der LG Edemissen/Peine, formt dabei viele
Talente und bringt sie an die Spitze. “Zum Teil war ich an 35 Wochenenden für die Leichtathletik unterwegs, habe dabei 10 000
Kilometer mit dem Auto runtergerissen”, erinnert sich Möller an Jahre, in denen er sich für seine Schützlinge aufrieb. Denn: “Ich
neigte dazu, mich zu überfordern und Dinge perfekt machen zu wollen. Das geht auf Dauer aber nicht. Man kommt nicht mehr zu
sich”, räumt er selbstkritisch ein. Inzwischen geht es der 62-Jährige ruhiger an, hat für sich eine “gesunde Mischung” aus Leicht-
athletik, Familie, Beruf, Freizeit und Hobby gefunden.
Viel um die Ohren in Sachen Laufen, Springen, Werfen hat der Realschullehrer immer noch. Zehn Stunden die Woche gehen
allein fürs Training “drauf”. Hinzu kommen ganze Tage für die Wettkämpfe. Manchmal sogar Wochenenden. So wird er Anfang
August die Edemisser 400-Meter-Läuferin Victoria Sack bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Ulm begleiten. “Sie hat gute
Chancen, in den Endlauf zu kommen”, sagt er. Auch die aus Hohenhameln und Adenstedt stammenden Leichtathletik-Talente
Sebastian Fiene und Thorsten Margis, die inzwischen für die LG/Olympia Dortmund beziehungsweise den Halleschen Lauf-
freunden starten, brachte der Ohofer nach oben. So wurde Fiene Deutscher Jugend-Vizemeister über 400 Meter, holte mit der
Staffel sogar den Titel. Margis erreichte bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2008 Platz vier im Zehnkampf.
Doch egal ob Leichtathletik-Ass oder Teilnehmer einer Kreismeisterschaft - Möller trainiert alle seiner Schützlingen, die alters-
mäßig zwischen 13 und 22 Jahren liegen, gern. “Es macht Spaß, mit jungen Leuten zu arbeiten. Ich freue mich, wenn ich sehe,
wie Fähigkeiten sich entwickeln, Zeiten und Weiten besser werden.” Junge Talente trainieren und begleiten soll auch zukünftig
seine Ehrensache sein. “So lange ich kann, möchte ich als Leichtathletik-Trainer arbeiten.”  

WESER KURIER vom 30. Juli 2010 
Auch mit 70 noch schnell auf den Beinen
Waltraud Bayer tritt erfolgreich bei internationalen Wettkämpfen an / Seniorensport wird immer bedeutsamer

Von Maren Beneke
Bremen. Waltraud Bayer läuft und läuft und läuft. Auch mit 70 Jahren lässt sie es sich nicht nehmen, fünf Mal in der Woche zu
trainieren. Bei internationalen Wettkämpfen tritt sie bis heute in den Distanzen 800, 1500 und 5000 Meter an. Die Bremerin ist
eine von vielen Rentnerinnen und Rentnern, die trotz ihres höheren Alters Sport betreiben. Ein Fünftel aller Mitglieder des Landes-
sportbundes Bremen (LSB) ist mittlerweile über 60 Jahre. Und auch die Vereine passen sich an: 95 Prozent von ihnen haben be-
reits Angebote für diese Klientel. "Ich bin mir sicher, dass der Bereich Seniorensport auch in Zukunft weiter wachsen wird", sagt
Renate Jonas, Referentin für Breiten- und Gesundheitssport und Sportentwicklung beim LSB.
Auch in der Öffentlichkeit wird der Breitensport im Alter ein immer größeres Thema. So porträtiert beispielsweise der Film
"Herbstgold", der seit diesem Monat in den Kinos läuft, das Leben von fünf Senioren jenseits der 80, die sich auf die Weltmeister-
schaften im finnischen Lahti vorbereiten. Muskelaufbau, Fitnesseinheiten und die richtige Ernährung gehören für die Athleten wie
für jeden anderen Sportler dazu. Aber eben auch Rückschläge wie Verletzungen und Krankheit. So tritt im Film der 100-jährige
Alfred Proksch aus Wien auf. Er will noch einmal im Diskuswurf antreten. Nach zwei Stürzen ist seine Teilnahme an dem Wett-
kampf gefährdet. Er muss für längere Zeit ins Krankenhaus, wird operiert - und fährt trotzdem nach Finnland. Mit winzigen
Schritten schiebt er seinen Gehwagen bis zum Kreis, wirft den Diskus und landet als einziger Teilnehmer seiner Altersklasse auf
dem Siegerpodest. Dabei sein ist alles.
Eine Menge Ehrgeiz
Oder die 85-jährige Kugelstoßerin Ilse Pleuger, die in Finnland unbedingt die Sechs-Meter-Marke noch einmal knacken will. "Es
ist das Bestreben eines jeden Sportlers, dass, wenn er in einen Wettkampf geht, er eine gute Leistung bringt", sagt die Kielerin
in einer Szene.
Auch bei Waltraud Bayer ist der Ehrgeiz noch heute spürbar. Vor 35 Jahren hat die Nordbremerin angefangen zu laufen. Damals
suchte sie nach einem Ausgleich zu Job und Familie. Nach einem Sport, dem sie nachgehen kann, wann immer sie möchte und
bei dem sie auf niemand anderen angewiesen ist. Nach kurzer Zeit wurde aus dem anfänglichen Hobby ein Leistungssport. An-
fang der 80er-Jahre lief sie Marathons unter drei Stunden, Distanzen über 100 Kilometer in unter neun Stunden. Das brachte sie
auf Platz sieben der Weltrangliste. 1981 wurde sie Bremer Sportlerin des Jahres.
Doch auch wenn ihre Zeiten gut waren, war an professionellen Leistungssport nicht mehr zu denken. "Eine 20-Jährige, die beim
Marathon in Hamburg eine schlechtere Zeit als ich gelaufen hat, hat einen Sponsor bekommen. Für mich als 40-Jährige hat sich
das wohl nicht mehr gelohnt." Schlimm findet sie das nicht. "Das ist eben so", sagt sie. Den Wettkampfgedanken hat Waltraud
Bayer über die Jahre nicht verloren. In Portugal, Spanien, Finnland und sogar in China war sie bei den Senioren-Europa- und Welt-
meisterschaften dabei. Vom 15. bis zum 24. Juli war sie auch in diesem Jahr wieder im ungarischen Nyíregyháza an den Start
gegangen und hat in ihrer Altersklasse W70 über 1500 Meter den sechsten Platz gemacht.
Dennoch blickt sie mit ein klein wenig Wehmut auf die Wettkämpfe zurück. Bei den 800- und 5000-Meter-Läufen konnte sie ver-
letzungsbedingt nicht antreten. "Der Rücken hat gezwickt", sagt sie. "Aber mir geht es vor allem darum, überhaupt vor Ort zu
sein." Für sie ist es das ganze "Drumherum", das sie immer wieder die weiten Reisen auf sich nehmen lässt. Auch mit über 70
Jahren noch. "Da gibt es eine Portugiesin, gegen die laufe ich schon seit Jahren. Immer wenn wir uns sehen, fallen wir uns in die
Arme. Auch wenn ich kein Wort Portugiesisch spreche und sie kein Wort Deutsch." Auch bei den nächsten Meisterschaften will
Bayer antreten. Bis dahin trainiert sie weiter. Damit es dann auch wieder für einen Spitzenplatz reicht.
==> Ein weiterer Bericht über Waltraud Bayer vom 6. März 2002  

HARBURGER ANZEIGEN UND NACHRICHTEN vom 31. Juli 2010 
Nordheide-Talent, das nächste bitte!

Hittfeld
. Jana Sussmann von der LG Nordheide ist gerade erst Deutsche Vizemeisterin über 3000-m-Hindernis geworden. Das
ist aber noch lange nicht alles. Bei der LG tummeln sich viele Talente. Eines von ihnen ist Leonard Hermsdörfer. Der 13-jährige
Schüler aus Hittfeld hat auf sich aufmerksam gemacht. Hermsdörfer hat in Stuhr (Kreis Diepholz) den Leichtathletik-Bezirksrekord
im Blockwettkampf Sprint/Sprung verbessert. Acht Jahre hatte die alte Bestmarke gehalten. Jetzt gehört der Rekord Hermsdörfer,
der seit fast fünf Jahren für die LG Nordheide startet. 2414 Punkte, nicht viele im Norden Deutschlands sind besser in seinem
Alter. Mehr als 2500 Punkte sollen es noch in diesem Jahr werden. Das Ziel ist ambitioniert. "Dafür muss ich mich auf 5,50 Meter
im Weitsprung steigern, 1,60 Meter hoch springen und im Sprint etwas schneller werden", erklärt der blonde Athlet selbstbe-
wusst.
Das Zeug dazu hat er, glaubt auch sein Trainer Georg Bernhart, einst selbst namhafter Zehnkämpfer. Aber es bedeutet hartes
Training. Bis zu viermal in der Woche ist Leonard auf der Kunststoff-Laufbahn in Winsen. Auf dem Programm steht viel Technik,
Sprint-ABC, Koordination, Hürdenlauf, auch Sprünge mit dem Stab. 2,30 Meter hat er dieses Jahr geschafft. 2,60 sollen es noch
werden. Leonard gehört zu den wenigen Jungs, die über viele Jahre der Leichtathletik treu geblieben sind. Während andere doch
lieber Fußball, Handball, Tennis oder Golf spielen, ist nichts von alledem für ihn eine Alternative zu seinem Sport. Leonard, der
mit sieben Jahren seine ersten Wettkämpfe für den TSV Eintracht Hittfeld absolvierte: "Leichtathletik liegt mir, auch wenn manch-
mal das Training schon anstrengend ist."
Leistungen, wie er sie bringt, lassen aufhorchen. Trotz seiner Jugend ist Hermsdörfer schon viele Jahre dabei. Als er mit acht
Jahren anfing, hatte er noch Stoppelhaare, die Füße passten in Turnschuhe Größe 32, heute reicht 44 nur knapp. Sein Talent war
aber schon damals zu erkennen. Als Achtjähriger war er bereits 3,75 Meter weit gesprungen. Doch während vor allem Jungen mit
schnellen Wachstumsschüben in der Pubertät Probleme haben, ihre Leistungen zu halten oder gar verbessern, legte Leonard be-
ständig zu. Sogar die Aufnahme in den E-Kader, der ersten Förderstufe für Talente auf Landesebene, scheint möglich. "Daran
aber denke ich nicht", bleibt Leonard bescheiden.
Das Umfeld jedenfalls stimmt. Die LG Nordheide, bei der unter anderem die deutsche Vizemeisterin über 3000 Meter Hindernis,
Jana Sussmann (19), und die mehrfache Landesmeisterin Sophia Machill (15) zu den Aushängeschildern gehören, peilt große
Ziele an. Als Mannschaft werden sich die 14- und 15-jährigen Mädchen dieses Jahr mit den besten Teams Deutschlands im
Mehrkampf messen. Das Finale zu erreichen - das hat noch keine Mannschaft der Region geschafft. Und Trainer Bernhart spricht
wohl zu Recht von einer Sensation. Das ist umso bemerkenswerter, da für die verwöhnte Konkurrenz aus Frankfurt und Watten-
scheid zum Teil hauptamtliche Trainer sowie Trainingszeiten und -mittel in Bundesleistungszentren zur Verfügung stehen. So
erfolgreich sind die Jungs noch nicht. "Aber, wir arbeiten dran", verspricht Leonard.  

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 11. August 2010 
Talentiert hoch drei
Hoffnungsvolle Leichtathleten: Alicia und Lennart Wübbeler für Deutsche Schülermeisterschaften qualifiziert

Von Constanze Wüstefeld
Brinkum. Drillinge - an und für sich schon ein recht seltenes Phänomen. Wenn sie sich dann noch für die gleiche Sportart
interessieren und diese sogar recht erfolgreich ausüben, ist das schon fast nicht zu glauben. Doch bei Alicia, Lennart und Niklas,
die allesamt beim FTSV Jahn Brinkum trainieren, trifft genau das zu. Die 14-jährigen sind Drillinge - und zeichnen sich alle in der
Leichtathletik aus.
Kürzlich haben sich Alicia und Lennart Wübbeler für die nationalen Schüler-Mehrkampfmeisterschaften qualifiziert - zum ersten
Mal. "Also, ein bisschen nervös bin ich schon", gibt Alicia zu, "dass ist ja meine erste Deutsche Meisterschaft". Landestitel habe
sie zwar schon fleißig gesammelt, "aber eine DM ist ja doch was anderes, weil da die Besten aus ganz Deutschland vertreten
sind." Für Lennart ist es ebenfalls die erste Teilnahme an einem solch großen Wettkampf - so viele Wimpel für jeden Landes-
meistertitel wie seine Schwester hat er nicht auf seiner Hose aufgenäht. Auf den bevorstehenden Wettkampf am kommenden
Wochenende ist er trotzdem und vielleicht gerade deswegen gespannt: "Aufgeregt bin ich auch", gesteht der Schüler. Dass ihr
Bruder Niklas, der sich dieses Jahr nicht qualifiziert hat, nächstes Jahr mit dabei sein wird, glauben sie beide: "Er musste dieses
Jahr ein bisschen pausieren und fängt jetzt gerade wieder langsam mit dem Training an", meint Alicia, und Lennart fügt hinzu:
"Nächstes Jahr ist er dann auch dabei."
Das Trio, das in Dünsen lebt und zu jedem Training mit dem Auto gebracht wird, übt in der Jugendgruppe von Björn Edelmann.
Bei Alicia ist er voller Zuversicht, dass sie mit einer guten Platzierung nach Hause fährt: "Wir rechnen schon damit, dass sie im
vorderen Bereich mitkämpfen wird." Für den langbeinigen, hochgewachsenen Bruder mag er noch keine Prognose abgeben: "Er
ist nicht ganz so wettkampferfahren wie seine Schwester, deshalb lassen wir uns überraschen und freuen uns einfach, dass er
mit nach Hannover reist", so Edelmann. Alicia und Lennart machen sich darüber noch keine Gedanken. Sie trainieren so für die
nationalen Titelkämpfe, wie sie es immer machen: "Wir haben dreimal die Woche Training, und dann gehen wir zu dritt nochmal
im Wald bei uns zu Hause joggen", sagt Alicia, "wir laufen gemeinsam los und dann entwickelt jeder sein eigenes Tempo." Der
Läufer unter den Dreien ist eindeutig Niklas: "Er absolviert die Langstrecken von einem, zwei und fünf Kilometer", verrät sein
Bruder.
Quali für den Blockwettkampf
Lennart selbst hat sich für den Blockwettkampf im 'Sprint und Sprung' qualifiziert. Bei der Schülermeisterschaft werden aus-
schließlich diese Blöcke ausgetragen; jeder umfasst dabei fünf Disziplinen. "Ich werde 100 Meter und 80 Meter Hürden laufen,
Hochsprung, Speerwerfen und Weitsprung machen", erklärt der 14-jährige. Seine Drillingsschwester hingegen wird in dem Block
'Lauf' antreten: "Dazu gehören 2000 und 100 Meter laufen, 80 Meter Hürden, Ballwerfen und Weitsprung", so Alicia.
Zur Leichtathletik sind die Geschwister "einfach so" gekommen: "Unser Papa war zwar Trainer, aber da war ich nur selten mit",
sagt Alicia. Niklas ist von Beginn an in Brinkum gewesen, sie selbst war zunächst in Harpstedt. "Und als Letzter kam dann ich
nach Brinkum", meint Lennart. "Aber acht Jahre alt waren wir, glaube ich, alle, haben also fast gleichzeitig angefangen", ergänzt
Alicia. Nach der Deutschen Meisterschaft wollen sie auf jeden Fall weitermachen, egal wie sie abschneiden: "Wir machen das ja
aus Spaß", sagen sie. Alicia möchte sich dann auf das Hürdensprinten oder den Weitsprung konzentrieren, ihr Bruder Lennart
entweder auf den Hochsprung oder den Zehnkampf. Diese Entscheidung kann aber auch bis nach der Schülermeisterschaft
warten.  

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 12. August 2010 
Länderkampf als Lohn für den Titel
Fabian Brunswig trägt im Kräftemessen der deutschen U-18-Leichtathleten mit Polen erstmals das Nationaltrikot

Von Ute Berndt
Sie war ganz schön schwer, die Favoritenbürde. "Ich war mega-nervös und konnte kaum schlafen", erzählt Fabian Brunswig (LG
Braunschweig)
über die zwei Tage vor seinem großen Finale in Ulm, wo er deutscher U18-Meister über 1500 Meter wurde. Als
deutlich schnellster Läufer mit dicken drei Sekunden Vorsprung vor dem stärksten Rivalen war er für die Titelkämpfe gemeldet
gewesen. Doch dass so eine Meisterschaft kein Selbstläufer ist, wurde dem Eintracht-Athleten im Vorlauf schnell klar. "Der lief
nicht gut", gestand er ein. "Da habe ich was ausprobiert, was nach hinten losging, nämlich einen Sprint am Ende." Das ist nicht
die Stärke des 17-Jährigen. "Hinten raus kann man mich schlagen", gibt er zu und überlegte sich zusammen mit Trainer Ralf
Weber für das Finale eine bessere Taktik. "Ich wollte das Rennen von Anfang an schnell machen und 300 Meter vor dem Ziel
endgültig wegziehen - das hat dann auch super geklappt."
Nun hat er seinen ersten Titel in der Tasche, eine Prämie vom Laufteam und dazu die Startberechtigung für seinen ersten Länder-
kampf. Am Wochenende tritt die deutsche U18-Nationalmannschaft in Borna gegen Polen an. "Das ist schon noch ’ne Nummer
cooler", sagt Brunswig über seine neuen Meriten. Schon im Vorjahr war er der schnellste Deutsche in seinem Alter gewesen,
doch als jüngerer Jahrgang in der B-Jugend hatte das noch nicht zu einem deutschen Titel gereicht.
Der steile Aufstieg des LG-Läufers mit enormen Leistungssprüngen begann 2009, als er von der längeren Strecke auf seine neue
Spezialdistanz wechselte. "Eigentlich wollte ich weiter über 3000 Meter starten und bin nur mal aus Spaß die 1500 gelaufen, um
Schnelligkeit zu entwickeln", erzählt er. Sein Trainer war begeistert und Brunswig auch: Die kürzere Strecke macht mehr Spaß,
weil man schneller läuft. Ich vermisse die 3000 Meter nicht wirklich." Dass es auch international für einen Deutschen über 1500
Meter etwas zu gewinnen gibt, hat gerade Carsten Schlangen bei der EM in Barcelona gezeigt. "Das habe ich im Fernsehen ver-
folgt, das ist echt ein Ansporn für mich", erzählt Brunswig. "Auch wenn ich bei so einem Endspurt natürlich schlecht aussehen
würde."
Die große Bühne der Männer ist noch weit weg für den Zwölftklässler, der in Veltheim im Kreis Wolfenbüttel wohnt. Brunswig hat
derzeit genug damit zu tun, sein Leben zu organisieren. Der Endspurt Richtung Turbo Abitur an der Gauß-Schule läuft, sechsmal
wöchentlich wird trainiert. Dass er dazu noch Zeit für seine Freunde und die Fahrschule gefunden hat, macht ihn sehr zufrieden.
Die Führerscheinprüfung hat er in den Ferien bestanden, und wenn ihn seine Mutter nun vom Training abholt, kann er sich schon
selbst hinters Steuer setzen. Für den Länderkampf hat sich Brunswig vorgenommen, seine Bestzeit von 3:55,7 Minuten um zwei
Sekunden zu steigern. Dann fehlen noch rund fünf Sekunden bis zu seinem nächsten großen Ziel: Für die U20-EM 2011 will er
sich qualifizieren oder für die U20-WM 2012. "Da sehe ich fast größere Chancen. Denn die Norm ist fast die gleiche, und ich bin
dann älterer Jahrgang." Bundestrainer Henning von Papen, auch für die Erwachsenen zuständig, habe ihm versprochen, ihn in
Startfelder größerer Meetings zu bringen, erzählt der Blondschopf. "Das wäre toll, da mal mit Kenianern zu laufen", schwärmt er.
"Und die EM-Norm schafft man sowieso nicht bei ’ner Landesmeisterschaft."
==> Weitere Berichte über Fabian Brunswig vom 8. Januar 2009 / 18. Dezermber 2009 

OSTFRIESISCHER KURIER vom 19. August 2010 (Auszug) 
“Ollo" Nauermann hat Frust überwunden
Leichtathletik: Nordens Sportler des Jahres trainiert wieder

Norden
(jan). Die letzten Monate waren für Oliver Nauermann nicht einfach. Wegen anhaltender Rückenbeschwerden konnte
Nordens Sportler der vergangenen drei Jahre nicht trainieren. Die gesamte Schinderei für die mit Spannung erwartete Freiluftsai-
son war damit für die Tonne. Der Frust saß tief. “Zwischendurch habe ich ernsthaft überlegt, alles hinzuschmeißen", sagt der 18-
jährige 800-Meter-Spezialist des NTV. Im April war “Ollo" Nauermanns sportliche Welt noch in Ordnung. Beim OLB Citylauf siegte
er trotz einer Erkältung souverän über die Fünf-Kilometer-Distanz. Einer starken Bahnsaison schien nichts mehr im Weg zu
stehen - bis sich der Rücken meldete und seiner Krankengeschichte ein weiteres bitteres Kapitel hinzufügte. “Das ist jetzt schon
das dritte Jahr, in dem es nicht richtig vorangeht", staunt Nauermann auch selbst über sein Verletzungspech. Als Ausgangspunkt
allen Übels gilt beim ihm der Rücken. Im April war dort alles durcheinander. Nach wochenlanger Zwangspause befindet sich der
Gymnasiast inzwischen wieder im Aufbautraining, lässt es dabei aber betont ruhig angehen. “Ich mache mir keinen Druck und
plane keine Wettkämpfe. Erst einmal will ich ein vernünftiges Aufbautraining absolvieren, dann sehen wir weiter", betont Nauer-
mann, dessen Bestzeit von 1:53,17 Min. nach wie vor Bestand hat. Aufgestellt hat er sie im vergangenen Jahr, als er das Ver-
gnügen hatte, beim ISTAF in Berlin im Rahmen des DKB-Jugendcups mitlaufen zu dürfen.
==> Ein weiterer Bericht über Oliver Nauermann vom 11. Februar 2010 

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 19. August 2010
Lange Anläufe führen zu Erfolgen
Leichtathletik: Die erfolgreiche Ganderkeseerin Silvia Braunisch gehört zu den "Späteinsteigerinnen"

Von Klaus Erdmann
Ganderkesee. Der Begriff "Spezialität" ist in diesem Zusammenhang sicherlich nicht passend, wirkt eher zu hoch gegriffen.
Wenn man aber nach einem Gespräch mit Silvia Braunisch behauptet (als eines von mehreren möglichen Faziten), sie favorisiere
lange Anläufe und diese führten in ihrem Falle zum Erfolg, ist das nicht falsch. Die Leichtathletin, eines der Aushängeschilder der
LGG Ganderkesee, hat wiederholt für Schlagzeilen gesorgt und unter anderem als Weit- und Hochspringerin Erfolge gesammelt.
Hierbei sind (relativ) lange Anläufe für sie unverzichtbar. Aber auch, wenn es um Braunischs sportliche Karriere und den privaten
Werdegang geht, spielen lange Anläufe durchaus nicht nur Nebenrollen.
So hatte die Fünfzigjährige, die aus dem Stuttgarter Raum stammt, ihren Ehemann Joachim bereits 1969 in der Grundschule
kennengelernt. "Später haben wir uns aus den Augen verloren", erzählt sie fügt schnell mit einem Lächeln hinzu: "Aber nicht aus
dem Sinn." Es folgte eine Brieffreundschaft. Später verschlug es Joachim Braunisch nach Bremen. Als er eine Anstellung bei der
Delmenhorster Firma Klingele fand und die Einarbeitungszeit in Süddeutschland auf dem Plan stand, brachte er sich bei seiner
Brieffreundin nachdrücklich in Erinnerung. "1990 war schnell klar, das ich mit hoch gehe", erinnert sich die Gesprächspartnerin,
die seinerzeit den Beruf der Arzthelferin ausübte. 1991 folgte (nach einem langen Anlauf) die Hochzeit, im Anschluss daran die
Kinder Corinna (17 Jahre) und Daniel (13).
Die Braunischs zogen nach Schierbrok und die Frau des Hauses lernte beim Kinderturnen eine Mutter kennen, die die Neugierde
für Aerobic weckte. "Mit 40 habe ich dann Aerobic gemacht", berichtet Silvia Braunisch, die sich im Alter von zwölf bis vierzehn
Jahren der Leichtathletik verschrieben hatte, ehe sie das Thema Sport lange Jahre ad acta legte, belustigt. "Zwei, drei Jahre
Aerobic", eineinhalb Jahre Walking, danach Jogging. Als sich Tochter Corinna in Ganderkesee der Leichtathletik widmete, lief die
Mutter zwei, drei Runden. "Nur 'mal so", sagt sie heute. Die "nur 'mal so"-Lauferei blieb nicht ohne Folgen: "Birgit Bischof sprach
mich an. Sie fragte mich, ob ich nicht Lust, hätte, in der Staffel zu laufen." Doch Braunisch unterzog sich zunächst einmal - in
Form des Sportabzeichens - einem Check. "Dann war ich in den Fängen der LGG Ganderkesee", lacht sie. Mit 44 Jahren, sagt
sie, habe sie die Leichtathletik ernsthafter betrieben. Erneut hatte sie also einen langen Anlauf gewählt.
Bei der LGG fühlt sie sich sehr wohl: "Der Einstieg in unseren Verein wurde mir sehr leicht gemacht und wir verstehen uns sehr
gut." Voraussetzungen, die dazu beigetragen haben dürften, dass der Leistungspfeil sehr schnell nach oben zeigte. Auf Anhieb
stellte sich der erste Landesmeistertitel ein und 2007 folgte in Düsseldorf die erste Teilnahme an einer DM ("Das war schon et-
was Großes"). Mittlerweile startet Braunisch über die 100, 200, 400 und 800 Meter langen Distanzen, beim Weit- und Hoch-
sprung, Kugelstoßen und Fünfkampf. Als "Highlights" bezeichnet die mehrfache Titelträgerin ihre Teilnahme an deutschen Titel-
wettkämpfen (unter freiem Himmel und und in der Halle). Zu den herausragenden Ereignissen gehört aber auch der Start beim
Senioren-Länderkampf Frankreich gegen Deutschland in der französichen Gemeine Yutz im Juli.
Nach diesem Einsatz im Trikot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) fuhren Silvia, Joachim und Daniel Braunisch von
Lothringen in den österreichischen Urlaubsort Bad Aussee. Warum ging's nicht nach Mecklenburg-Vorpommern (für jüngere
Leser: Meck-Pomm) oder Mallorca (Malle)? Die Antwort enthält Begriffe wie "Radtouren", "Wanderungen", "Badeseen" und
"Berge" ("Im Schwabenland haben wir zwar kein Gebirge, aber Berge"). Auch auf die Frage "Wenn Sie als Mitglied der Bundes-
regierung drei Tage lang ein Ministerium übernehmen könnten - für welches würden Sie sich entschieden?" bleibt die Leichtath-
letin die Antwort nicht lange schuldig: "Das Bildungsministerium". Begründung: "Ich bin für die Rückkehr zum Abitur nach 13
Jahren." Langeweile ist für sie kein Thema: “Ich führe ein kleines Familienunternehmen", schmunzelt sie. "Im großen Haus und
im großen Garten gibt es viel zu tun." Zudem seien Freundeskreis und Nachbarschaft groß.
Bestmarken, sagt Silvia Braunisch, seien ihr wichtiger als Siege oder Titel. Schließlich gehe es darum, sich stets zu steigern.
Eine neue Bestmarke steht in Aussicht, denn nach den Fünfkampf-Landesmeisterschaften am 5. September im Stadion be-
streitet sie eventuell ihren ersten Siebenkampf. Nach einem langen Anlauf. Natürlich.
==> Ein weiterer Bericht über Silvia Braunisch vom 1. Februar 2007 

MÜNSTERLÄNDISCHE TAGESZEITUNG vom 1. September 2010 
Ein Wassergraben als Wunsch
Leichtathletik: "Lauffloh" Lea Meyer läuft auch den Jungen davon

Lastrup/Löningen
(la). “Lea lief den Jungen davon”, titelten die Zeitungen, als die zwölfjährige Lea Meyer vom VfL Löningen
jüngst beim Barßeler Hafenfest im Hauptlauf über 5000 Meter nicht nur ihre weiblichen Gegnerinnen deklassierte, sondern auch
den Jungen ihrer Altersklasse in 19:25 Minuten keine Chance ließ. Die Achtklässlerin des Löninger Copernikus-Gymnasiums
taucht während der Leichtathletik-Saison regelmäßig in den Ergebnislisten ganz vorne auf.
“Laufen ist mein Hobby, aber ich schwimme auch gerne und mache Radtouren mit meinem Vater,” erzählt die zurückhaltende
Lastruperin, die in diesem Jahr gleich zweifache Niedersachsenmeisterin geworden ist. Im Frühjahr trug sie sich bei den Cross-
meisterschaften in der Klasse der W14 (!) in die Siegerliste ein. Aber auch auf der Bahn zeigte Lea Meyer bei den Landes-
meisterschaften in Göttingen allen Konkurrentinnen die Hacken und gewann in der Klasse W14 über 2000 Meter in 6:41,61 Mi-
nuten in neuer Kreisrekordzeit. “Die 2000 Meter sind meine Lieblingsstrecke, aber eigentlich mag ich alle Strecken ab 800
Meter”, betont die Oberschülerin, die zum ersten Mal als Erstklässlerin beim Lastruper Kirmeslauf in einem Wettkampf startete.
 Unterstützung erhält der “Lauffloh”, wie Lea Meyer wegen ihrer zierlichen Erscheinung auch schon bezeichnet wurde, von ihren
Eltern, die selbst gerne laufen und häufig bei Volksläufen starten. “Lea fährt nicht nur zweimal die Woche nach Löningen zum
Training bei Antonia und Armin Beyer, sie läuft auch allein oder mit einer Freundin, so dass sie etwa viermal in der Woche trai-
niert”, erzählt Vater Arnt. Beim Wettkampf entwickelt sie ihre Taktik schon vor dem Start, “Wenn ich weiß, wer startet. Die
meisten Gegnerinnen kenne ich ja. Aber meinen Endspurt kann ich noch verbessern. Damit sind wir jetzt im Training angefang-
en”, verrät Lea Meyer.
Wenn sie nicht läuft oder schwimmt - auch im Schwimmen wurde sie bereits Kreismeisterin -, spielt Lea Meyer gerne Querflöte
in der Bläserklasse des CGL. Natürlich chattet sie auch gerne - aber nicht übermäßig viel, wie sie meint. “Die drei Tage in Berlin
mit der Mannschaft des VFL Löningen waren toll”, berichtet die 12-Jährige von ihren schönsten Erlebnissen als Athletin. Und
wenn sie einen Wunsch zu ihrem 13. Geburtstag in knapp drei Wochen frei hätte, würde sie dafür sorgen, dass die Leichtathletik-
anlage bei der Sportschule Lastrup einen Wassergraben bekommen würde. “Es gibt sonst im Kreis keine Leichtathletikanlage,
auf der man Hindernislauf absolvieren kann, aber es gibt einige Athleten, die sich gern auf der 3000 Meter-Hindernisstrecke ver-
suchen würden”, wünscht sich Lea Meyer, denn auch sie würde später gerne über 2000- beziehungsweise 3000-Meter-Hindernis
starten.  

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Helmstedt) vom 11. September 2010 
Sie läuft - so lange sie ihre Füße tragen
Renate Ritter räumt auf den langen Strecken ab / Marathon-Bestzeit der 62-Jährigen liegt bei 3:38 Stunden

Von Steffen Erkenbrecher
Helmstedt. "Sie ist eine Abonnementssiegerin", fasst Wolfgang Henze, Trainer beim SV Germania Helmstedt, passend zu-
sammen. Die Rede ist von der 62-jährigen Renate Ritter, die bis hin zur norddeutschen Meisterschaften im Marathon alles, aber
auch alles gewonnen hat. Die bereits dritte Nominierung zur Sportlerwahl 2010 war also die logische Konsequenz.
So lange sie ihre Füße tragen, hat Helmstedts Laufwunder vor, mit dem Laufen weiter zu machen. Ein Glück, denn nicht nur ihre
Erfolge würden den Germanen fehlen. "Sie ist sehr hilfsbereit und nett zu allen", berichtet Henze, der die Feinheiten seines
Schützlings bestens kennt. Nicht selten feilscht die Helmstedterin beim Training um den ein oder anderen Kilometer. Nichts-
destotrotz sind die Zeiten der 62-Jährigen beeindruckend. Bereits beim Debüt vor zehn Jahren benötigte Ritter für den Marathon
weniger als vier Stunden. "Ihre Bestleistung liegt nun bei 3:38 Stunden", sagt der SV-Coach und fügt hinzu: "Egal, wo wir auf-
kreuzen, gehört sie zu den Mitfavoriten." Und ihrer Rolle wird Renate Ritter auch nur allzu gern gerecht. So begannen die Erfolge
während des Nominierungszeitraums bereits im September 2009. In Halle wurde die Germanin im Halbmarathon sowohl nord-
deutsche Meisterin mit der Mannschaft W30 als auch Vizemeisterin in der Einzelwertung W60. Zwischen Oktober und Mai
folgten dann die nächsten Erfolge der Leichtathletin: Ritter wurde Landesmeisterin im Halb- und Marathon W60, norddeutsche -
und Landesmeisterin im 10-km-Straßenlauf, Bezirksmeisterin im Halbmarathon W60 sowie norddeutsche Meisterin im Marathon
W60.
"Als ich vor zehn Jahren angefangen habe, hatte ich nicht damit gerechnet, dass solche Erfolge möglich sind", erklärt Ritter, die
auch ein Lob für ihren Trainer parat hat. "Er kann mich sehr gut animieren und ist mit Leib und Seele dabei." Auch ein Grund,
warum die Helmstedterin bereits nach 2006 (Gold) und 2007 (Silber) zum dritten Mal ins Brunnentheater reist. 

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 16. September 2010 
Erst lief der Ostfriese - dann kam Usain Bolt
Pewsumer Tim Saathoff entdeckte in den USA sein Talent / Er trat mit Stars bei “Penn Relays” an

Von Sören Siemens
Pewsum. Von “Klein Venedig" aus machte sich Tim Saathoff (SV Emden-Harsweg) auf ins große Amerika. Nach einem Aus-
tauschjahr in den USA kehrte der 17-Jährige im Sommer nicht nur mit verbessertem Englisch und mehr Selbstbewusstsein ins
Elternhaus im Pewsumer Neubaugebiet “Klein Venedig" zurück. Im Bundesstaat Delaware an der Ostküste wurde auch sein
Sprint-Talent entdeckt und gefördert.
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten lief er sogar auf derselben Tartanbahn wie Weltrekordler Usain Bolt aus Jamaika. “Das
war sehr aufregend, vor mehreren zehntausend Menschen anzutreten", berichtet der Krummhörner. Die “Penn Relays" sind eine
der ältesten Leichtathletik-Veranstaltungen in den USA. In Philadelphia treten nicht nur Weltstars, sondern auch Schüler in Nach-
wuchsrennen an. Dass sich die “Wilmington Friends School" über die 4 x 400 Meter mit einem hinteren Platz begnügen musste,
lag sicher nicht am Schluss-Läufer aus Pewsum. Der Sohn des Krummhörner Bürgermeisters Johann Saathoff ist nämlich so gut
über seine Parade-Disziplin, dass er fast einen 20 Jahre alten Schulrekord gebrochen hatte. Adam Burawski lief 1990 die
Stadion-Runde in 50,64 Sekunden - Tim Saathoff schaffte mit 51,24 Sekunden eine persönliche Bestzeit. Er trat danach auch bei
den Landesmeisterschaften an. “Da habe ich dann den sechsten Platz erreicht."
Als der Schüler des Emder Johannes-Althusius-Gymnasiums im Sommer 2009 in den Flieger Richtung Amerika stieg, übte er
lediglich einmal die Woche Karate. “Ansonsten habe ich keinen Sport getrieben, auch wenn ich im Unterricht schon immer einer
der Schnellsten war. Ich war aber immer zu faul, etwas im Verein anzufangen", sagt der 17-Jährige. In den USA sollte sich das
ändern. Dort muss auf der High-School in einem Semester Sport betrieben werden. Saathoff entschied sich zunächst für Ameri-
can Football. Täglich stand er nach dem Unterricht auf dem Trainingsplatz. “Das hat richtig Spaß gemacht. Außerdem habe ich
so viele Leute kennengelernt." Der Pewsumer fand Gefallen am Sport, wählte im nächsten Semester Schwimmen und Anfang
des Jahres die in den USA beliebte Ballsportart Lacrosse. “Das war nichts für mich. Ich bin zum Glück zur Leichtathletik ge-
wechselt." Die Trainer sahen sein Sprint-Talent. “Wir haben fast täglich trainiert und auch alle ein bis zwei Wochen Wettkämpfe
bestritten."
Tim Saathoff hatte eine Leidenschaft entdeckt, die er nun auch in Ostfriesland weiter betreibt. Beim SV Emden-Harsweg übt er
dreimal die Woche. Mit einer kombinierten Staffel des LAC Aurich-Emden gewann der B-Jugendliche über 4 x 400 Meter jüngst
den Weser-Ems-Titel. Saathoff holte dabei als Schlussläufer einen 30-Meter-Rückstand auf - es war sein erster Wettkampf in
Deutschland überhaupt. Viele weitere sollen jetzt noch folgen. Zudem hat der Krummhörner ein weiteres Ziel: “Ich will die 400
Meter unter 50 Sekunden laufen." Das schaffte in seiner Altersklasse 2009 nur ein einziger Niedersachse. Fast wäre Tim Saat-
hoff übrigens für ein Jahr in Italien gelandet. “Ich stand für die USA lange auf einer Warteliste. Ich wäre auch nach Italien gegang-
en." Doch dann wäre das große Sprint-Talent aus “Klein Venedig" vermutlich nie entdeckt worden. 

HARBURGER ANZEIGEN UND NACHRICHTEN vom 22. September 2010 
Xenia Rahn: Wettkampfhart und noch nicht ausgereizt

Von Kaj Mortensen
Buchholz. "Ein Talent gedeiht in der Stille, ein Charakter bildet sich in den Stürmen des Lebens" heißt es bei Goethe. Die Leicht-
athletin Xenia Rahn aus Buchholz (MTV Hanstedt) ist erst 19, aber schon dabei, ihren Charakter zu bilden. Kürzlich hat sie
bundesweit Schlagzeilen gemacht: In Potsdam wurde sie Deutsche Siebenkampf-Meisterin der Jugend A. Jetzt steht der nächste
Karriereschritt bevor: Von der Saison 2011 an wird sie erstmals in der Erwachsenenklasse starten müssen. "Groß anders wird
das nicht sein, weil dort die gleichen Normen wie in der Jugend A gelten." Rahn will dann durchstarten: "Ganz klar, es ist mein
Ziel, einmal international zu starten!" Das könnte im Siebenkampf sein. Bei den Einzeldisziplinen könnten es auch Hürden oder
Weitsprung sein. Verbesserungspotenzial? "Im Sprint- und Ausdauerbereich. Mit meinen Zeiten über 200 und 800 Meter war ich
in Potsdam nicht zufrieden." Obwohl sie eine zierliche junge Frau ist, verfügt sie schon über Wettkampfhärte. Wegen einer hart-
näckigen Fußverletzung musste sie die Sommersaison 2009 sausen lassen und kam trotzdem aus dem Leistungstief heraus.
"Beim Run-for-Help-Meeting in Bremen im Mai 2010 bin ich im Weitsprung sechs Meter gesprungen. Da hat es Klick gemacht.
Ich bin damit quasi aus dem Loch gesprungen."
Effektiv zu sein, heißt, die richtigen Helfer zu haben. Das sind in erster Linie das Hanstedter Trainerpaar Wolfgang und Christa
Striezel. Für Rahn wie ein zweites Elternpaar: "Die sind immer für mich da." Das war aber auch der Hannoveraner Osteopath
Volkmar Reinecke, der es schaffte, Rahns Fußverletzung auszukurieren. Trainer Striezel meint: "Vom Trainingsumfang ist Xenia
noch lange nicht ausgereizt." Noch trainiert die junge Frau dreimal die Woche zwei Stunden lang. Im Frauenbereich möchte
Striezel Xenia behutsam aufbauen - damit der Spaß nicht verloren geht. "Sie ist ein absoluter Wettkampftyp", sagt der Trainer
aus Hanstedt, der schätzt, dass die Siebenkämpferin in zwei Jahren beim Ausbleiben von Verletzungen "obere 5000-Punkte-
Ergebnisse" erreichen wird.
Momentan prüft die 19-Jährige, ob der soziale Bereich für sie das Richtige sein könnte. Sie absolviert ein Freiwilliges Soziales
Jahr in einem Buchholzer Kindergarten. Die nötige Härte dürfte Rahn für ihren Berufswunsch Juristin oder Gerichtsmedizinerin
haben. Im Juli machte der spektakuläre Leichenfund in Harburg und Buchholz Schlagzeilen. Rahn machte zu diesem Zeitpunkt
ein Praktikum in der Gerichtsmedizin. Ekelgefühle? "Nein, ich fand es interessant und lehrreich."  

NORDWEST ZEITUNG vom 25. September 2010 
Diettrich lässt das Laufen nicht
Leichtathletik: Oldenburger feiert am Montag 40. Geburtstag - Viele Erfolge

Von Jan Baumgärtner
Oldenburg. Er läuft und läuft und läuft - und das erfolgreich: Am kommenden Montag wird Georg Diettrich 40 Jahre alt. Seit 20
Jahren ist er einer der besten Läufer in Niedersachsen. Vor allem über 10 km, aber auch über 5000 m, im Halbmarathon, im
Marathon und im Crosslauf. Seit 20 Jahren ist Diettrich in den Bestenlisten des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes
(NLV) auf den vorderen Plätzen vertreten, mehrmals mit den Jahresbestzeiten. Er war mehrfach norddeutscher Meister, Nieder-
sachsenmeister und Deutscher Meister mit der Mannschaft der LG Braunschweig. Und Diettrich zählt nach wie vor zur Landes-
spitze im Cross- und Straßenlauf.
Herausragende Bestzeiten
In der Tat: Im April dieses Jahres lief er bei den Landesmeisterschaften in Wolfenbüttel über 10 km gegen starke Konkurrenz in
30:46 Min. auf Platz drei - in seinem ersten Jahr in der Altersklasse M 40. Damit liegt er aktuell in dieser Altersklasse in der
Bestenliste des DLV auf dem ersten Platz. Herausragend sind seine Bestleistungen, einmalig ist aber die Konstanz, mit der er
sich seit 20 Jahren in der Spitze behauptet.
Seit 1992 lebt Diettrich mit Unterbrechungen (Studienjahr in den USA, Referendariat) in Oldenburg. Hier hat er studiert und hier
arbeitet er als Studienrat für Sport und Biologie. “Oldenburg ist meine Stadt. Oldenburg ist eine Laufstadt. Die Qualität an guten
Läufen ist sehr hoch. Neben den traditionellen Vereinen gibt es für Läufer ein vielfältiges Angebot”, erläutert Diettrich. Geboren und
aufgewachsen ist er in Wilhelmshaven. Er hat in allen Jugendklassen Fußball gespielt und hat erst mit 18 angefangen zu laufen.
Nach nur kurzem Training lief er die 3000 m 1989 in neun Minuten. Diettrich: “Der Erfolg hat dann überzeugt.” Als A-Jugendlicher
lief er noch im selben Jahr beim Abendsportfest in Papenburg über 5000 m zum ersten Mal unter 15 Minuten (14:52 Min.). 1991
gewann er u.a. in Lohne die 5000 m in 14:32 Min. und in Verden die 10 000 m in 30:20 Min. im Alleingang. Das war der Beginn
seiner Laufbahn als erfolgreicher Läufer auf den langen Strecken. “Ein Sprinter war ich nie”, sagt Diettrich, der bis 1998 für seinen
Heimatverein LG Wilhelmshaven startete und danach zur LG Braunschweig wechselte.
Seriensieger in Eversten
Das Laufjahr 2010 hat er mit einem Sieg beim Silvesterlauf in Oldenburg vor seiner Haustür eingeläutet. Er war erfolgreich bei den
niedersächsischen Landesmeisterschaften auf der Straße in Wolfenbüttel sowie im Cross-Lauf in Löningen. Als Seriensieger hat
er u.a. wieder den Matjeslauf in Emden (fünfmal in Folge) gewonnen und den Everster Brunnenlauf (sechsmal in Folge). Er ge-
wann die beiden ersten Etappen beim Ossiloop, bevor er wegen einer Klassenreise aussteigen musste. Zuletzt musste sich
Diettrich in Garrel trotz persönlicher Bestzeit nur knapp geschlagen geben. Nun folgen für ihn der Herbstlauf in Ofen, der City-Lauf
in Oldenburg, ein Rennen in Papenburg und vielleicht noch ein Marathon. Und dann? Georg Diettrich läuft weiter. 
 “Talent und harte Arbeit”
Von Jan Baumgärtner
Frage: Sie laufen seit 20 Jahren erfolgreich auf den langen Strecken. Was ist Talent, was harte Arbeit?
Diettrich: Beides ist wichtig. Vor allem habe ich Talent. Das habe ich von meinen Eltern mitbekommen. Und ich bin sehr trai-
ningsfleißig, kann mich richtig quälen. Zudem muss immer ein Ziel vorhanden sein.
Frage: Welche Rolle spielt die Konkurrenz?
Diettrich: Auch sie ist wichtig. Es sind viele Mosaiksteine. Wenn es dunkel, grau und nass ist und ich weiß, ich gewinne sowie-
so, lasse ich vielleicht ein Training ausfallen. Wenn ich aber weiß, 60 km entfernt geht jetzt einer raus und trainiert, um mich zu
schlagen, gehe ich ebenfalls raus. Auch wenn es manchmal schwer fällt, es muss sein, um ganz vorne mitlaufen zu können.
Frage: Sie werden am Montag 40 Jahre alt und haben unzählige Siege eingefahren. Was ist die Motivation, weiter zu
laufen und auf diesem Niveau zu trainieren?

Diettrich: Zweierlei. Erstens die Frage: Kann man dem Alter noch ein Schnippchen schlagen? Was ist da noch möglich? Mit 30
habe ich nicht gedacht, dass ich mit 40 noch so gut dabei sein würde. Zweitens: Die Freude, einfach loszulaufen, das einmalige
Laufgefühl, mit Freunden zu laufen, andere Läufer beim Training zu treffen. Ich werde nicht aufhören zu laufen. Die Zeiten und die
Ziele verschieben sich. Ich will bestmögliche Ergebnisse erzielen. Dafür laufe ich.
Frage: Wie sehen Sie die Entwicklung auf den langen Strecken?
Diettrich: Das Laufen hat deutlich zugenommen, die Teilnehmerzahl bei den Volksläufen wurde immer größer, die Zahl der Läufe
auch. Aber in der Spitze fehlt es. Dabei ist die Basis stabil vorhanden. Man müsste mal untersuchen, warum so wenig gute
Talente dabeibleiben. Sicher, die Leichtathletik muss sich auch gegen andere Sportarten behaupten. Vielleicht ist es auch ein
Wertewandel. Wir hatten früher Trainingsgruppen mit fünf bis acht guten Läufern, das fehlt heute. Für mich war es immer etwas
Großes, bei Landesmeisterschaften zu starten, zum Landeskader zu gehören, mich dafür zu quälen. 

NORDWEST ZEITUNG vom 8. Oktober 2010 
Kathrin Scholl startet in der Leichtathletik durch
Zweite Karriere: Frühere Handball-Nationalspielerin auf Anhieb Landesmeisterin im Fünfkampf

Von Otto-Ulrich Bals
Oldenburg. Der Sportarten-Wechsel lag eigentlich auf der Hand. Wer Kathrin Scholl (VfL Oldenburg) einmal beim Lauftraining
der Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg beobachtet hatte, den wundert es keineswegs, dass die junge Frau heute als
Leichtathletin für Furore sorgt. Immer vorne weg, ehrgeizig und gewissenhaft - einmal Musterprofi, immer Musterprofi. Kaddy, wie
Kathrin Scholl unter Sportlern nur gerufen wird, hatte ihre erfolgreiche Handball-Karriere im Sommer 2009 beendet, auch weil sie
ihre berufliche Zukunft als Bankkauffrau forcieren wollte.
Und rumms, schon war es passiert: Um sich für die Teilnahme mit dem OLB-Team auf die internationale Allianzmeisterschaft in
Ungarn vorzubereiten, begann sie im November 2009 bei den Leichtathleten des VfL mit dem Training, zunächst in der Halle. Bei
den Meisterschaften in Ungarn lief sie die 1500 m dann in 5:36 Minuten. Kaddy machte Tempo. In Wilhelmshaven wurde sie im
Mai Bezirksmeisterin über 800 m in 2:36,76. “Das Laufen lag mir ja schon immer”, kommentiert sie ganz bescheiden ihre ersten
Zeiten über die beiden Mittelstrecken. “Sicher, andere trainieren bis zu viermal die Woche”, sagt Kathrin Scholl. “Mehr als zwei-
mal die Woche schaffe ich derzeit nicht. Aber ich bleibe dabei”. Und ihr Trainer, Jürgen Wegner, stellt fest: “Sie macht enorme
Fortschritte, bei jedem Wettkampf wurde sie besser.” Als Leistungssportlerin will sie aber nicht mehr in Erscheinung treten. “Das
ist jetzt wirklich Spaß”, sagt sie, die sechs A-Länderspiele bestritt, mit Trier 2003 deutscher Meister wurde, und mit “ihrem” VfL
2008 erst den europäischen Challenge Cup und dann 2009 den deutschen Pokal gewann.
Nach weiteren Wettkämpfen in einzelnen Disziplinen trat die jetzt 30-Jährige im September bei den Niedersachsen-Meister-
schaften in Delmenhorst im Fünfkampf an und wurde auf Anhieb Landesmeisterin in der Altersklasse W 30 mit 2655 Punkten
(100 m: 14,05 Sek.; Weitsprung: 4,75 m; Kugelstoß: 9,87 m; Hochsprung: 1,31 m; 800 m: 2:35,31 Min.). Über ihr Hochsprung-
Ergebnis von 1,31 m möchte sie am liebsten nicht sprechen. “Da war plötzlich die Latte im Weg. Da habe ich verweigert.” Ende
September verbesserte sie in Papenburg ihre 100-m-Zeit auf 13,97 und lief erstmals die 200 m, in 28,68 Sekunden. Am 24.
Oktober startet sie beim 25. City-Lauf über 5 km. “Als Kind war ich schon beim City-Lauf dabei. Mal sehen, wie es läuft.” 

EICHSFELDER TAGEBLATT vom 8. Oktober 2010 
Torben Ziesing schlägt seinen eigenen Weg ein

Von Kristin Kunze
Sport und Schule unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer leicht. Um dies zu schaffen, hat der 15-jährige Torben Ziesing
aus Duderstadt seinen eigenen Weg gewählt. Seit Anfang des Schuljahres besucht der Athlet der LG Eichsfeld ein Sportinternat
in Hannover. Heute ist Torben ausnahmsweise einmal Zuschauer. Er steht an der Laufbahn im Sportzentrum “Auf der Klappe” und
verfolgt einen Wettkampf seines kleinen Bruders Malte. Torben nutzt die schulfreien Tage oft, um am Wochenende seine Familie
und Freunde im Eichsfeld zu besuchen. “Wenn keine Wettkämpfe anstehen, bin ich am Wochenende meistens Zuhause”, be-
richtet der Mehrkämpfer.
Seit rund zwei Monaten wohnt Torben unter der Woche in der Landeshauptstadt Niedersachsens. Fünf Minuten trennen ihn dort
von Schule und vom Sportgelände. “Ich habe im Internat einfach bessere Möglichkeiten, Schule und Sport zu verbinden”, erklärt
der Eichsfelder. Sein Tagesablauf habe sich zwar nicht grundlegend verändert, er habe jetzt aber die Möglichkeit zu variieren.
“Wenn wir die Trainingseinheit vor dem Unterricht absolvieren wollen, dann ist das kein Problem. Dann gibt es für uns eben Nach-
holunterricht am Nachmittag”, berichtet der Zehntklässler. Die Paradedisziplin des gebürtigen Duderstädters ist das Kugelstoßen.
Sein Rekord liegt bei 15,58 Metern. Diesen hat er in diesem Jahr als Dritter bei den Norddeutschen Meisterschaften aufgestellt.
Aber nicht nur mit dem metallenen Sportgerät muss Torben auf der Höhe sein. Als Mehrkämpfer gilt es, viele Disziplinen mög-
lichst gleich gut zu beherrschen. “Ich trainiere eigentlich alles. Momentan steht aber der Stabhochsprung im Mittelpunkt”, so
Torben. Perfekte Trainingsmöglichkeiten hat er nun in Hannover. “Die Anlagen hier sind einfach richtig gut, und das nutze ich
natürlich voll aus.”
Zur Leichtathletik ist der Eichsfelder durch seine Mutter gekommen, die selbst früher in diesem Sport aktiv war. “Ich hab mir ein-
fach mal das Training bei der LG Eichsfeld angeguckt und bin immer wiedergekommen.” Auch wenn er heute in Hannover zur
Schule geht, so startet er immer noch für seinen Eichsfelder Stammverein. Für den 15-Jährigen steht als nächstes die Aufbau-
phase auf dem Programm, in der er sich für die Landesmeisterschaften in der Halle vorbereitet, die direkt vor seiner Tür in Hann-
over stattfinden. Danach folgt die Deutsche Meisterschaft im Mehrkampf, für die er sich demnächst qualifizieren möchte, ehe es
nach einer kleinen Pause in die Sommersaison übergeht. “Eigentlich geht es für mich immer darum, meine Leistungen zu ver-
bessern”, sagt Torben und feuert danach wieder seinen Bruder an. 

NORDSEE ZEITUNG vom 16. Oktober 2010 
Rudi Lunk fördert die Leichtathletik-Talente
Trainer des TV Loxstedt hat schon Assen zum Erfolg verholfen / Fenja Hublitz und Anika Hildebrandt erreichten so
die Tabellenspitze

Von Barbara Fixy
Loxstedt. Rudi Lunk steht auf dem Sportplatz in der Hackenburgstraße in Loxstedt und geht seiner Lieblingstätigkeit nach:
Leichtathletik-Talente fördern. Fenja Hublitz und Anika Hildebrandt sind zwei Asse, denen er an die Tabellenspitze half. Jetzt
schult der 61-jährige Trainer den neuen Jahrgang im TV Loxstedt, von dem er sich viel verspricht.
“Du musst langsam beginnen und dann ein bisschen schneller werden”, rät Lunk Thorben Innecken aus Büttel. Der Zwölfjährige
hat gerade erst mit dem Speerwurf begonnen und macht instinktiv so ziemlich alles richtig, was man richtig machen muss. Lunk
kommt es auf die Haltung beim Abwurf an: “Linkes Bein nach vorne, rechte Hüfte vorbringen”, sagt er. Dann noch den Speer oben
über die Schulter werfen. Thorben soll mal vorführen, wie das geht. Der schaut, als wisse er selbst nicht so recht, wie er zu der
Ehre kommt. Aber so ist das halt, wenn man Talent hat. Und dann, im Wettkampf, kann man sehen, wie Thorbens Speer im
hohen Bogen aufsteigt und dann federnd im Boden stecken bleibt. Das schafft nicht jeder.
Kimberly Albrecht (14) will unbedingt in den Landeskader - und zwar im Hammerwurf. Das Ziel ihrer Träume sind die Olympischen
Spiele. Als sie das erzählt, platzt es sofort aus Trainer Rudi hervor: “Ich war eingeladen zur Vorbereitung der Spiele, als ich 17
oder 18 war.” Er stand damals auf dem dritten Platz in Deutschland im Speerwurf.
Knapp 40 Jahre Trainer
“Aber ich konnte nicht fahren, weil ich in der Lehre war und dann zum Bund musste.” Seit wann Lunk Leichtathletik-Trainer ist,
weiß er nicht mehr so genau. Er schätzt “knapp 40 Jahre”. Damals sei die Abteilung aufgelöst worden. “Sie haben mich gefragt,
ob ich weitermachen will.” “Ich war besessen, habe fünf Tage die Woche mit den Jungs und Mädels gearbeitet. An den Wochen-
enden waren die Wettkämpfe.” Vergangenen Sonnabend war Werfertag in Loxstedt. Die Athleten kamen aus Oldenburg, Munster
und Buxtehude, um den Hammer, den Speer, den Diskus zu werfen und die Kugel zu stoßen. Lunks neue Schützlinge knackten
dreimal den Kreisrekord - Jan-Eric Christiansen (14), der im Land an erster Stelle steht, im Diskuswurf, die gleichaltrigen Leon
Ehrhardt und Kimberly Albrecht im Hammerwurf. Damit hat sich Kimberly ihr großes Trainingsziel erfüllt: Sie hat es in den
Landeskader geschafft. 

EICHSFELDER TAGEBLATT vom 21. Oktober 2010 
Elisabeth Gebauer läuft wieder
13 Monate Pause

Von Michael Bohl
Lange hat man nichts von ihr gehört: Elisabeth Gebauer (LG Eichsfeld), ehemalige Welt- und Europameisterin im Marathonlauf
der Senioren, hat eine 13-monatige Zwangspause hinter sich. “Ich hatte ein Loch im Knie”, berichtet die Tiftlingeröderin, die jetzt
aber mit drei Starts im Herbst ihr Comeback gefeiert hat. Nach der ernüchternden Diagnose im Frühjahr 2009 legte Gebauer zwar
die erforderliche Verletzungspause ein, aber nicht die Beine hoch. Mit regelmäßigem Aquajogging im Duderstädter Frei- und
Hallenbad hielt sich die Langstreckenläuferin in Form, wobei sie ihre Leistung beständig steigerte und immer mehr Tempoein-
heiten in die Übungsstunden einbaute. Im April dieses Jahres begann sie unter der Regie ihres Trainers und Ehemannes Helmut
wieder mit dem regulären Training. Allerdings absolviert sie noch nicht das alte Pensum, läuft derzeit “nur” rund 60 Kilometer
wöchentlich.
Ihren ersten Wettkampf nach der langen Unterbrechung bestritt die 56-Jährige dann in Alfeld, wo sie bei einem Zehn-Kilometer-
Rennen an den Start ging. Es folgte ein erster Halbmarathon in Hannoversch-Münden und nun ein zweiter im Rahmen des 25.
München-Marathons. In der bayrischen Landeshauptstadt lief es für Gebauer nicht nach Wunsch: Einerseits fühlte sie sich ge-
sundheitlich nicht 100-prozentig fit, andererseits litt die Laufveranstaltung unter organisatorischen Schwächen. Aus Anlass des
Jubiläums hatten die Münchner zum ersten Mal überhaupt einen Halbmarathon ausgeschrieben. “Die Strecke kollidierte mit der
vom 10 000-Meter-Lauf und vom Staffellauf, außerdem war der Kurs sehr kantig gestaltet und stellenweise so eng, dass man bei
der Fülle von Teilnehmern gleich mehrmals einen weiten Bogen laufen musste”, schilderte Elisabeth Gebauer, was ihr bei der
Großveranstaltung nicht gefiel und sie ihrer Ansicht nach um eine bessere Endzeit brachte. Nach 21 Kilometern und 1:44:25
Stunden erreichte die Tiftlingeröderin das Ziel und war enttäuscht, weil sie gehofft hatte, die Grenze von 1:40 Stunden zu
knacken. “Das ist schon ärgerlich - da fährt man so viele Kilometer, und dann leidet die Zeit unter solchen Umständen”, beklagte
sie. Zufrieden durfte Gebauer dennoch sein: In ihrer Altersklasse W 55 belegte sie mit ihrer vermeintlich bescheidenen Laufzeit
unter 61 Starterinnen den zweiten Platz. Mit der Italienerin Silvia Bolognesi (1:35:43) war nur eine Altersgenossin schneller als
sie. Insgesamt gelang der Eichsfelderin immerhin der Sprung in die Top-100.
In diesem Jahr wird Gebauer keinen Halbmarathon mehr laufen, obwohl demnächst in Schöningen einer auf dem Programm steht.
“Das ist zu kurz hintereinander”, erklärt sie. Nächstes Jahr will die Ex-Weltmeisterin wieder auf die internationale Bühne zurück-
kehren und bei der Straßenlauf-Europameisterschaft der Senioren über zehn Kilometer oder die Halbmarathondistanz starten.
“Dafür ist sie schon gut gerüstet”, ist sich Helmut Gebauer angesichts der Trainingsfortschritte seiner Frau sicher. Ob die Seni-
oren-Weltmeisterschaft 2011 in Sacramento/USA ein Ziel sein wird, haben die Eheleute noch nicht ausdiskutiert. Auf jeden Fall
möchte Elisabeth Gebauer irgendwann auch wieder die klassischen 42,195 Kilometer in Angriff nehmen: “Perspektivisch reizt
mich der eigentliche Marathon schon”, bekennt die Tiftlingeröderin, die anno 1994 auf der historischen, anspruchsvollen Strecke
von Marathon nach Athen in 3:16:02 Stunden Europameisterin in der Altersklasse W 35 geworden war. Den Weltmeistertitel ließ
sie ein Jahr später folgen, als sie im US-amerikanischen Buffalo in 3:09:38 Stunden in der Altersgruppe W 40 triumphierte. Mit
Mannschaftsgold und -silber im Cross- und Marathonlauf bei den Weltmeisterschaften im italienischen Riccione rundete Gebauer
2007 als Mitglied des deutschen Teams ihre Erfolgsbilanz ab. 

EMDER ZEITUNG vom 22. Oktober 2010 
Diskuswerferin Kielmann steht im DLV-Bundeskader
Hoffnungen auf Teilnahme an Europameisterschaften der U 20 in Tallinn/Estland

Emden
(moe). Ein großer Wurf in Richtung Sportler-Laufbahn ist Sonka Kielmann (19) gelungen. Die Borssumer Diskuswerferin
wurde in den Nachwuchsbundeskader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) berufen. Das teilte der Leichtathletik-
Spartenleiter von Blau Weiß Borssum, Lutz Spormann, gestern mit. "Eine tolle Entwicklung. Es geht wieder einen Schritt weiter",
freute sich ihr früherer Trainer. Mit einer gleichbleibend guten Wettkampfsaison empfahl sich die junge Sportlerin der Altersklasse
weibliche Jugend A dieses Jahr für höhere Aufgaben. Bei den Deutschen Meisterschaften im August in Regensburg wurde der
Bundestrainer Werner Goldmann, der beim DLV für den Bereich Diskuswurf zuständig ist, auf sie aufmerksam. Noch am gleichen
Wochenende sprach er Kielmann an und nahm die Emderin offenbar in seine Liste von jungen Talenten auf.
Happyend
Für Kielmann begann die Zeit des bangen Wartens, die jetzt mit der Nominierung für den Bundeskader ein Happyend fand. Dort
soll die 19-Jährige langfristig auf internationale Wettkämpfe und Meisterschaften vorbereitet werden. Die Normweite von 47 Metern
warf die Borssumer Athletin bei diversen Veranstaltungen gleich mehrfach. Mit einer persönlichen Bestleistung von 48,52 Metern
unterstrich sie ihre herausragende Form in dieser Wettkampfsaison.
Seit August diesen Jahres lebt die Borssumerin im Sportinternat in Hannover, wo sie unter dem Landestrainer Torsten Frey trai-
niert und weiter an ihrer Athletinnen-Laufbahn feilt. "Sie ist aber sehr heimatverbunden. Wir mailen regelmäßig", sagte Spormann,
der sie früher trainiert hatte. Zwei Jahre lang wird Kielmann eine fokussierte Ausbildung erhalten und gleichzeitig die Schule be-
suchen, die privat bezahlt wird. Am Ende könnte für die 19-Jährige die Aufnahme in den Sport-Kader der Polizei stehen. Das zu-
mindest ist das nächste Ziel der Emderin.
Ihr früherer Coach freut sich über den Werdegang seines ehemaligen Schützlings, auch wenn er fürchtet, dass Kielmann irgend-
wann von anderen Vereinen angesprochen wird und BW dann verlässt. "Vielleicht passiert es, vielleicht nicht. Wir müssen ihre
weitere Entwicklung abwarten. Aber wenn es soweit ist, muss man sie einfach ziehen lassen", so Spormann. Vorerst aber startet
Kielmann bei Wettkämpfen weiter für Borssum. Spormann: "Natürlich hoffen wir, dass sie es irgendwann schafft. Bis dahin unter-
stützen wir sie, so gut es geht." Demnächst wird Sonka Kielmann an einer Kadermaßnahme in Kienbaum teilnehmen. "Das Trai-
ning besteht aus Kraft- und Technik-Einheiten und ist richtig hart", sagte Spormann: "Auf dieser Ebene ist einfach großes Enga-
gement gefragt, aber sie will ja."
Große Hoffnungen
Sollte alles gut gehen, kann sich die Borssumer Athletin große Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Europameisterschaften der
U 20 in Tallinn/Estland machen. Laut Spormann "ein Riesenziel", das für "ordentlich Motivation sorgt". Insgesamt 22 Nieder-
sachsenmeister-Titel sowie drei Norddeutsche Meisterschaften und die guten Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften (9.
Platz 2008, 5. Platz 2009, 4. Platz. 2010) stellen die bisherigen Erfolge der Athletin dar. An dieser Bilanz hatte sicherlich auch
die gute Borssumer Schule großen Anteil. Zuletzt spornte das Training mit Thomas Dresp die Athletin zu immer besseren Leist-
ungen an. All die Mühen und der große Trainingsfleiß wurden nun mit der Berufung in den DLV-Bundeskader belohnt.

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 27. Oktober 2010
400. Marathon: Der Schaumburger Kenianer läuft und läuft...
Von Uwe Kläfker
Leichtathletik
. Er läuft und läuft und läuft: Jobst von Palombini vom VfL Bückeburg absolvierte vor wenigen Tagen seinen 400.
Marathon. Eine beeindruckende Leistung, da von Palombini nicht nur auf Langstrecken zu Hause ist, sondern auch über Quali-
täten auf Kurzstrecken und der Bahn verfügt und unzählige Siege und Kreisrekorde aufweisen kann. Seit 1992 ist der Lehrer aus
Petershagen in der Laufszene bekannt. Starts in deutschen Großstädten folgten Wettkämpfe im Ausland. Die laufende Saison
war für Palombini besonders erfolgreich, denn er verbuchte 17 Gesamtsiege und 28 Siege in seiner Altersklasse. Ein Highlight
war in diesem Jahr die Durchquerung Frankreichs. Die Strecke über 1.150 Kilometer führte den Extremsportler von der Bretagne
bis nach Narbonne ans Mittelmeer. In 18 Tagen und 18 Etappen ohne Ruhetag überwand von Palombini 13.000 Höhenmeter und
bisweilen auch den eigenen Schweinehund. Der dritte Platz war ein erstklassiges Ergebnis.
Von den 400 gelaufenen Marathons waren 124 Ultraläufe dabei, heißt, die Strecke war länger als die 42,195 Kilometer, die für
einen “normalen” Marathon absolviert werden müssen. Von Palombini legte dabei insgesamt eine Strecke von 19.173 Kilometern
zurück. In diesem Jahr schaffte der “Schaumburger Kenianer” 50 Ultraläufe und Marathons (2.688 Kilometer) und 18 Kurz-
streckenläufe mit 153 Kilometern. Unter anderem absolvierte er den “Chiemgauerbergultra” mit einer Strecke von 100 Kilometern
rund um Ruhpolding im Landkreis Traunstein. Von Palombini war “dank” 4.400 Höhenmetern mehr als 14 Stunden unterwegs. Der
Läufer des VfL Bückeburg (Jahrgang 1969) ist Mitglied im “MC 100 Hamburg” und “100 Marathon Deutschland Club” - aber bei
Weitem nicht der “verrückteste” Läufer, denn einige Mitglieder haben bereits an mehr als 1.000 Marathons teilgenommen. 
==> Ein weiterer Bericht über Jobst von Palombini vom 19. Januar 2011

WESER KURIER vom 28. Oktober 2010 
Eine runde Sache
Jonna Tilgner unterbricht Leichtathletik-Karriere und freut sich auf ihr erstes Kind

Von Jörg Niemeyer
Bremen. Zu sehen ist noch nichts - zumindest nicht an ihrem Bauch. Allenfalls in ihrem Gesicht ist abzulesen, warum Jonna
Tilgner (Bremer LT) als Leistungssportlerin eine Pause einlegt. Es ist dieses strahlende Lächeln, das die werdende Mutter verrät.
Ende April des vorolympischen Jahres 2011 werden die 25-Jährige und ihr schwedischer Ehemann Ola Eltern. "Ein Wunschkind",
sagt die 400-Meter-Hürdenläuferin. "Eine Überraschung", sagt ihr Trainer beim Bremer Leichtathletik-Team/TuS Komet Arsten,
Jens Ellrott.
Ein Wunder ist es nicht, dass sich die angehende Diplom-Psychologin weniger überrascht als ihr Coach zeigt. "Naja, wir haben
das schon in Angriff genommen", gibt Jonna Tilgner verschmitzt zu. Allenfalls die Tatsache, dass der Erfolgsfall so schnell einge-
treten ist, habe dann auch sie ein wenig überrascht. Im Sport stellen sich Erfolge jedenfalls nicht über Nacht ein. Es bedurfte
schon jahrelangen harten Trainings, das 2008 zu ihrem ersten deutschen Meistertitel und zur Olympia-Teilnahme in Peking führte.
Gute, aber eben noch nicht sehr gute nationale und internationale Resultate hatten die Studentin bereits 2006 und 2007 zu
Bremens Sportlerin des Jahres werden lassen. Neben der sportlichen Bühne betrat Jonna Tilgner in der Hansestadt fortan eine
zweite: die gesellschaftliche. Die Läuferin war und ist so gefragt, dass sie ihre Verpflichtungen inzwischen von der PR-Agentur
Reitzenstein/Lenk koordinieren lässt.
Doch in inzwischen fünf Jahren in Bremen mit Trainer Jens Ellrott hat die 25-Jährige auch erleben müssen, dass ihr Weg nicht
nur bergauf führt. Gerade die vergangene Saison lief überhaupt nicht so, wie es sich Coach und Schützling vorgestellt hatten.
2009, im Jahr ihres zweiten DM-Titels, hatte Tilgner mit 55,71 Sekunden ihre persönliche Bestzeit aufgestellt - 2010 lief sie als
Titelverteidigerin in 56,82 Sekunden zu DM-Bronze. Wenigstens Bestzeit in einem der wichtigsten Rennen der Saison, aber zu
schlecht, um sich für höhere Ziele zu empfehlen. Noch schlimmer: Niemand hatte eine Erklärung, warum die Läuferin trotz bester
Gesundheit und guter Trainingsbedingungen so weit hinter ihrem Leistungsvermögen zurückblieb. "Ich bin so euphorisch aus dem
Frühjahrs-Trainingslager in den USA zurückgekommen", sagt Jonna Tilgner, "da war es umso ärgerlicher, dass die Saison da-
nach so verkorkst war." Am Ehrgeiz, so unterstreicht sie, habe es jedenfalls nicht gelegen. Und dennoch: Die Motivation habe mit
jeder unbefriedigenden Zeit natürlich mehr gelitten. "So gesehen, passt mir die Pause aufgrund der Schwangerschaft ganz gut.
Ansonsten hätte ich im kommenden Winter sehr hart trainieren müssen." So wie sie es seit 2005 immer getan hat. Da kann sich
eine gewisse Müdigkeit durchaus einstellen.
Nachdem Jonna Tilgner vor Jahren schon einmal eine sportliche Schaffenspause eingelegt und sich danach zu ihrem Glück für die
Fortsetzung ihrer Karriere entschieden hat, folgt nun also die zweite Auszeit. "Jetzt ganz aufzuhören, war und ist aber überhaupt
kein Thema für mich", sagt sie. Im Gegenteil: Sie hat die Olympischen Spiele 2012 in London ganz fest im Blick, würde dann
nicht nur in der 4x400-Meter-Staffel, sondern zu gern auch als Einzelläuferin in ihrer Spezialdisziplin an den Start gehen. Zweifel
an einer Rückkehr in den Leistungssport hegt Jonna Tilgner jedenfalls nicht. "Es hat schon einige Beispiele dafür gegeben, dass
Frauen nach der Geburt ihres Kindes erfolgreich in den Sport wieder einsteigen." So könnte die Weitspringerin Bianca Kappler,
die 2006 Mutter wurde und danach wieder großartige Erfolge feierte, wichtige Ratgeberin werden. Denn logischerweise ist die
Schwangerschaft nicht nur für die angehende Mama, sondern auch für ihren Trainer etwas Neues. "Man lernt ja nie aus", sagt
Jens Ellrott, "ich werde mich jetzt mal umhören, was Jonna noch alles machen darf."
So überraschend die neue Situation für ihn auch ist - er freut sich riesig mit seiner Läuferin. "Meine ursprünglichen Planungen für
das Trainingsprogramm sind zwar über den Haufen geworfen, aber für Jonna kann's nichts Schöneres geben. Und vielleicht be-
kommt sie nach der unbefriedigenden Saison genau den richtigen Schub für Olympia 2012." Vorausgesetzt, dass alles gut läuft,
verbleiben nach der Geburt ja noch 15 Monate bis zu den Spielen. Das Fernziel ist klar, auch wenn der olympische Glanz derzeit
höchstens am Horizont schimmere, sagt Jonna Tilgner. Für London baut sie auf die Unterstützung ihres kompletten Umfelds. Da-
mit meint sie nicht nur ihren Coach, sondern auch ihren Ehemann, der sich dann verstärkt um den Nachwuchs kümmern müsse.
Doch vor London und vor der Geburt des ersten Kindes liegt buchstäblich noch eine weitere Prüfung vor der 25-Jährigen: Im De-
zember möchte sie an der Bremer Uni ihr Studium der Arbeits- und Organisationspsychologie zum Abschluss gebracht haben.
Derzeit schreibt Jonna Tilgner an der Diplomarbeit, die sich mit Strategien zur Bewältigung von hoher Arbeitsbelastung be-
schäftigt. Titel der Arbeit: "Wie viel Ausgleich braucht der Mensch?" Ein Titel, der aktuell auch als Zwischenzeile für Jonna
Tilgners Leben gut passen würde.
==> Weitere Berichte über Jonna Tilgner vom 6. Januar 2005 / 20. Januar 2006 / 17. Februar.2007 / 25. März 2008 / 17. Juli 2010

WESER KURIER vom 10. November 2010 
Bremen ist Vergangenheit
Carolin Nytra verlässt völlig überraschend die Hansestadt und geht nach Mannheim

Von Jörg Niemeyer
Bremen. Neun Jahre waren sie ein tolles Duo, gemeinsam wollten sie zu den Olympischen Spielen 2012 nach London: Carolin
Nytra, in diesem Jahr die schnellste Hürdensprinterin Europas und die Nummer drei in der Welt, und ihr Heimtrainer beim Bremer
Leichtathletik-Team/TuS Komet Arsten, Jens Ellrott. Zumindest für den Coach ist dieser Olympia-Traum geplatzt. Völlig über-
raschend verkündete die 25-Jährige ihren Abschied aus Obervieland, sie trainiert bereits unter Bundestrainer Rüdiger Harksen im
Olympia-Stützpunkt Rhein-Neckar in Mannheim.
"Für mich ist eine Welt zusammengebrochen." Als Jens Ellrott gestern diese Worte sagte, war ihm seine Trauer immer noch an-
zumerken, obwohl er bereits seit Anfang September von Carolin Nytras Entscheidung wusste. Die vierfache deutsche Meisterin
über 100 Meter Hürden, die gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, hätte eine neue Herausforderung gesucht.
"Na klar bin ich enttäuscht - es ist eine Riesenenttäuschung", sagte der Trainer. 2008 in Peking waren mit Carolin Nytra und 400-
Meter-Staffelläuferin Jonna Tilgner gleich zwei Schützlinge von Jens Ellrott bei Olympia. Und nun steht er urplötzlich vor einer
ungewissen sportlichen Zukunft. Carolin Nytra ist weg, und Jonna Tilgner erwartet im April ihr erstes Kind.
"Ich hätte nie damit gerechnet, dass Caro nach so einer Saison geht", sagte Jens Ellrott. Er war immer davon ausgegangen,
dass für eine Trennung - wenn überhaupt - nur zwei Gründe in Frage gekommen wären: entweder ein Leistungsstillstand bei der
Läuferin oder zwischenmenschliche Probleme des Duos. "Beides hat es aber nicht gegeben." Und trotzdem hatte Jens Ellrott
schon im August ein ungutes Bauchgefühl. "So was kann man ja nicht erklären", sagte er gestern. Vielleicht hing es damit zu-
sammen, dass der langjährige Hürden-Disziplintrainer beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), Rüdiger Harksen, nach
einem zweijährigen Intermezzo als DLV-Cheftrainer zwischen 2008 und 2010 jetzt wieder als Hürden-Bundestrainer fungiert.
"Rüdiger konnte immer gut mit Caro, und Caro konnte immer gut mit ihm", weiß Jens Ellrott um das intakte Verhältnis dieser
Beiden. "Ich freue mich auf die intensive Zusammenarbeit mit ihr", gestand Rüdiger Harksen, "Caro ist eine Athletin auf Welt-
klasseniveau, die sehr professionell arbeitet und mit der ich mich immer auch menschlich gut verstanden habe." Auch das Drei-
eck Ellrott - Nytra - Harksen hätte in all den Jahren der Zusammenarbeit von Heim- und Bundestrainer immer gut funktioniert.
Kein so großes Wunder, denn vor 20 Jahren erwarb der Bremer seine A-Lizenz beim Ausbilder Harksen.
Ausgerechnet jetzt, in ihrem mit Abstand erfolgreichsten Jahr, verlässt Carolin Nytra ihr Bremer Nest, das - man denke zwölf
Monate zurück, als ihr Lebensgefährte Sebastian Bayer nach Hamburg wechselte - ja auch ein bisschen nach den Wünschen,
Vorstellungen und Bedürfnissen der Hürdensprinterin eingerichtet war. In Bremen gibt es einen Vier-Jahres-Plan, der nach dem
zweiten Fortgang eines Topathleten mehr und mehr zur Makulatur verkommt. Was hatten sich Ellrott, der Bremer Leichtathletik-
Verbandsvorsitzende Matthias Reick und Arstens Klubchef Peter Zenner zerrissen, um Sponsoren für die Spitzenathleten zu
finden. Nun geht das Zugpferd der bremischen Szene. "Darüber möchte ich gar nicht nachdenken", antwortete Ellrott auf die
Frage, was Nytras Wechsel für den Leistungssport in Bremen bedeutet.
Gedanken hat sich der Coach natürlich doch gemacht. Aktuell engagiert er sich bereits wieder verstärkt im Nachwuchsbereich.
20 Talente versammelt er da um sich, ein oder zwei der Jüngeren könnten sich eines Tages vielleicht für eine deutsche Meister-
schaft qualifizieren. "Jetzt stehe ich da, wo ich vor zehn bis zwölf Jahren gestanden habe", sagte Jens Ellrott. Also wieder am
Anfang, an dem es noch keine Carolin Nytra und keine Jonna Tilgner gab. Ein schwacher Trost, wenn man zwei Athleten schon
zu Olympia geführt hat und eine davon, Carolin Nytra, 2012 in London möglicherweise sogar um eine Medaille mitläuft.
"Es ist schwer zu prognostizieren, was in Zukunft möglich ist für Carolin", sagte Rüdiger Harksen. Der Bundestrainer sieht als
Hauptziel weniger eine exakte Laufzeit als vielmehr einen bestimmten Zustand seines neuen Schützlings. "Sie muss sich in
internationalen Meetings weiter die Ellenbogen ablaufen." Soll heißen: Carolin Nytra muss sich Wettkampfhärte erarbeiten.
"Entscheidend ist", so Harksen, "dass ein Athlet zum richtigen Zeitpunkt seine Leistung abrufen kann." Wenn Carolin Nytra -
aktuelle Bestzeit seit 2010: 12,57 Sekunden - künftig konstant 12,60er-Zeiten laufen könnte, wäre das ein großer Fortschritt.
Der Bundestrainer bestätigte gestern übrigens nur den Wechsel von Nytra zu ihm - nicht den vom TuS Komet Arsten zur MTG
Mannheim. Die Vereinszugehörigkeit wäre derzeit noch nicht entschieden, vielleicht aber schon am kommenden Wochenende.
Das klingt danach, dass im Hintergrund noch einige Vertragsmodalitäten geklärt werden müssen. "Wir können ihr den Wechsel
aber nicht verbieten", sagte Jens Ellrott. Und das will wohl auch niemand in Bremen, schon gar nicht ihr bisheriger Coach. "Ich
könnte mit keiner Athletin zusammenarbeiten, die das nicht will." Es ist ein trauriges Ende nach neun gemeinsamen Jahren.

NORDWEST ZEITUNG vom 3. Dezember 2010 
Laufen bis zu den Olympischen Spielen
Leichtathletik: 14-jähriger Vithushan Vigneswaran trainiert beim SV Brake

Von Stefanie Dosch
Brake. “Die Tausend-Meter-Strecke will ich in unter 2:40 Minuten rennen und den Fünf-Kilometer-Lauf in maximal 17 Minuten.”
Vithushan Vigneswaran hat seine nächsten Ziele fest vor Augen. Bereits jetzt gehört der 14-jährige Leichtathlet des Sportvereins
Brake zu den Top-Ten in der Niedersächsischen Landesbestenliste: In seiner Altersklasse M14 ist er derzeit auf dem zweiten
Platz beim 2000-Meter-Lauf, 3000-Meter-Lauf und auch auf der Fünf-Kilometer-Strecke. Die tausend Meter lief er in 2:54 Minuten
und steht damit auf Platz vier.
Wind und Wetter
Zielstrebig arbeitet Vithushan auf die Wettbewerbe hin. Jeden Donnerstag um 15.30 Uhr treffen er und etwa 25 weitere Leichtath-
leten sich zum Aufwärmen in der Turnhalle der Pestalozzischule. Danach laufen die Sieben- bis 18-Jährigen bei Wind und Wetter
unter der Aufsicht von Sportpädagogin und Übungsleiterin Ewa Jäger draußen ihre Runde. Eine Stunde mindestens. Denn Laufen
ist der Schwerpunkt der Braker Leichtathleten, erklärt Ewa Jäger. Aber auch Springen, Werfen, Bodenturnen und Gymnastik
stehen auf ihrem Trainingsplan. Denn die Schüler sollen gleichermaßen Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Ausdauer aufbauen.
Stadion und Straße
Dieses Gruppentraining allein reicht jedoch nicht für Vithushans Wettbewerbserfolge. Zusätzlich nimmt er zwei bis drei Mal wöch-
entlich am Training der Leistungsträger, der großen Vereinshoffnungen, teil. Unter Anleitung von Ernst Bielefeld arbeitet er im
Stadion an seinem Tempo und auf der Straße an seiner Kondition - unter anderem mit einem Intervalltraining, bei dem sich Be-
lastungs- und Erholungsphasen schnell abwechseln. Der 78-jährige Übungsleiter ist stolz auf die Entwicklung seines Zöglings. Er
ist sich ganz sicher, dass dieser demnächst in den Niedersächsischen Leichtathletik-Kader aufgenommen wird.
Langsam macht sich Vithushan ernsthaft Hoffnung auf die Olympischen Spiele. Dass er so weit kommen würde, hätte er nicht ge-
dacht, als er im Alter von elf Jahren mit der Leichtathletik anfing. “Ich war etwas mollig und wollte einfach abnehmen”, erzählt er.
Doch nun sei das Laufen zu seiner Leidenschaft geworden. Er freut sich auf den nächsten Wettkampf. Schon am kommenden
Sonntag hat er die Chance, seine festgesteckten Ziele zu erreichen.

HARBURGER ANZEIGEN UND NACHRICHTEN vom 11. Dezember 2010 
Das Talent Sophia Machill

Von Karsten Schaar
Harmstorf/Winsen. "Ich mache jetzt eigentlich endlich alles wieder!" Erleichterung liegt in der Stimme von Sophia Machill. Die 15-
Jährige ist eines der großen Leichtathletik-Talente im Landkreis und war die vergangenen vier Monate wegen einer Oberschenkel-
verletzung "auf Eis gelegt". "Vor einer Woche habe ich wieder angefangen zu sprinten", so die Siebenkämpferin. Bei dem Sportfest
der LG Nordheide feierte die Harmstorferin, die für den TSV Winsen und die LG Nordheide antritt, ihr kleines Comeback. Sprint und
Hochsprung ließ sie noch links liegen und versuchte sich nur an der Kugel. 10,51 Meter bedeuteten am Ende Platz zwei hinter
Freundin und Trainingsgefährtin Anja Bäätger (11,03 Meter).
"Es war ja nicht so, dass sie gar nicht trainiert hat", sagt ihr Trainer Georg Bernhart. Es wurden halt die Dinge weggelassen, die
verletzungsbedingt nicht möglich waren, dafür andere in den Vordergrund gerückt. "Vielleicht stößt sie ja künftig die Kugel weiter
als zuvor", sieht Bernhart sogar mögliche positive Auswirkungen der zeitweiligen Trainingsumstellung.
So sind sich beide sicher, dass Sophia zum Beginn der Freiluftsaison wieder völlig fit ist. Solange geht sie die Hallensaison ent-
spannt an: "Wenn ich nicht fit bin, bin ich nicht fit." Das heißt aber nicht, dass die Gymnasiastin nicht alles dransetzt, sich für die
Landeshallenmeisterschaften im Januar in Hannover in Form zu bringen und ein gewichtiges Wort um die Titelvergabe mitzureden.
"Draußen und drinnen ist ein anderes Gefühl", so Machill, "es sei denn, ich starte auf einer Tartanbahn in der Halle, wo ich mit
Spikes laufen kann." Solche Gelegenheiten gibt es allerdings wenige, wie zum Beispiel im Leistungszentrum in Hannover. "Mit
Turnschuhen fehlt einfach das Wettkampfgefühl", findet Sophia. So steht im Winter für sie eher die Grundlagenarbeit im Vorder-
grund. "Draußen ist wichtiger", befindet sie angesichts ihres Trainingsrückstands. Die Priorität legt die 15-Jährige jedoch auf die
Deutschen Meisterschaften, wo sie auch in den Einzel-Sprungdisziplinen aufs Treppchen möchte: "Mal sehen, wie es läuft."
 Ihr Trainer traut ihr viel zu, auch über das nächste Jahr hinaus: "Es ist einiges möglich, sowohl im Siebenkampf als auch vor
allem im Weit- und Dreisprung." Die Harmstorferin habe sogar das Potenzial, international erfolgreich zu sein. So liegt sie im Weit-
sprung mit 5,78 Metern nur wenig hinter der Weltbesten ihres Jahrgangs 1995 zurück, einer Sportlerin aus der Ukraine (6,05
Meter). Der Trainer weiß jedoch, dass es ein langer Weg ist, in dem nicht nur Verletzungen dazwischen kommen können . . .

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 16. Dezember 2010 
Das Autogramm von Usain Bolt fehlt leider 

Leichtathletik
(cwo). Seit knapp zehn Jahren wird in Bückeburg unter der Leitung von Abteilungsleiter Erich Döllner wieder erfolg-
reiche Schüler- und Jugendleichtathletik betrieben. Eine der erfolgreichsten Athletinnen der Bückeburger Talentschmiede ist die 13-
jährige Vero Merseburger. Trotz ihrer noch jungen Karriere kann Merseburger bereits eine beeindruckende Erfolgsbilanz aufweisen.
Seitdem sie im Jahr 2005 erstmals an Leichtathletik-Wettkämpfen teilnahm, hat sie in jedem Jahr Bestleistungen und Rekorde er-
zielt. Auch trotz starker nachfolgender Jahrgänge steht sie in jeder ihrer bisherigen Altersklassen weiterhin zumindest in einer
Disziplin an der Spitze der Schaumburger Rekordliste.
In diesem Jahr stellte sie den Kreisrekord über 60 Meter Hürden ihrer Vereinskameradin Nadine Wölckert ein. Die Hürden zählt die
vielseitig begabte Merseburger neben dem Weitsprung zu ihren Lieblingsdisziplinen. “Und natürlich die Staffeln. Die kriegen wir
immer richtig gut hin”, schwärmt Merseburger vom geliebten Mannschaftswettbewerb. In diesem Jahr lief sie gemeinsam mit
Hannah Hart, Liv Marzinowski und Janina Steiner immerhin die sechstschnellste Zeit Niedersachsens. Dass die jungen Sportler-
innen inzwischen auch dicke Freundinnen geworden sind, ist im Umgang miteinander bei Training und Wettkampf nicht zu über-
sehen.
Wie lange die junge Gymnasiastin dem VfL Bückeburg noch erhalten bleiben wird, ist jedoch ungewiss. Merseburger liebäugelt mit
einem Wechsel an das Sportinternat Magdeburg. Dort könnte sie Sport und Schule besser unter einen Hut bringen und intensiver
trainieren. Erste Kontakte konnte sie über Bekanntschaften knüpfen, die sie beim “Supersprinter-Finale” in Berlin kennengelernt
hat. Insgesamt viermal schaffte es Merseburger, sich unter die schnellsten acht Mädchen ihres Jahrgangs in ganz Deutschland zu
laufen. Die Finals des Talentförderungsprogramms wurden im Rahmen des ISTAF in Berlin vor nahezu 70 000 Zuschauern ausge-
tragen. “Das ist unvergesslich und motiviert total”, beschreibt Merseburger das Erlebnis. “Wir konnten uns gemeinsam mit Stars
wie Ariane Friedrich aufwärmen und auch Usain Bolt habe ich gesehen. Ich hätte gerne ein Autogramm geholt, aber es waren
immer zu viele Leute um ihn herum.”
Merseburger, die ihre ersten sportlichen Erfahrungen im Ballett sammelte, trainierte im Sommer zweimal wöchentlich und nahm
am Wochenende an Wettkämpfen teil. “Im Winter haben wir mit der Bückeburger Gruppe leider nur eine Hallenzeit. Aber bald geht
ja das Kadertraining in Hannover los.” Merseburger wurde aufgrund ihrer guten Leistungen in den Talentförderkader des nieder-
sächsischen Leichtathletikverbandes berufen und wird von nun an einmal wöchentlich zusätzlich zum Vereinstraining bei den
Landestrainern Björn Sterzel, Beatrice Mau-Repnak und Astrid Onnen trainieren. Auf dieses Training freut sich die kontaktfreudige
Merseburger nicht nur, um sich sportlich zu verbessern, sondern auch um Athletinnen aus anderen Vereinen, die sie von den zahl-
reichen Wettkämpfen nun schon sehr gut kennt, wiederzutreffen.
Sportlich gilt Merseburgers volle Aufmerksamkeit der Leichtathletik. In ihrer restlichen Freizeit spielt sie aber gerne Klavier und
interessiert sich für Mode. “Ich könnte mir vorstellen später etwas mit Mode zu machen. Vielleicht Modedesign.” Richtig festlegen
möchte sie sich aber nicht. Erst einmal soll es mit der Leichtathletik klappen und noch viele Rekorde fallen. 

HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG vom 17. Januar 2010 
Zurück zu den Wurzeln
Hochspringer Eike Onnen kehrt nach Hannover zurück

Von Carsten Schmidt
Hannover. Hochspringer Eike Onnen kehrt nach Hannover zurück: Der Leichtathlet trainiert nach nur einem Jahr in Köln in Zukunft
wieder an der Leine. Von dort will er seinen Olympiatraum verwirklichen und in die Weltspitze zurückkehren. Wie die Alten sungen,
ignorieren heut' die Jungen. “Wir war'n im Osten, wir war'n im Westen, doch in der Heimat ist es am besten”, heißt es in einer han-
seatischen Volksweise, der jetzt auch der hannoversche Leichtathlet Eike Onnen im Kern zustimmen wird. Vor Jahresfrist zog der
heute 28-jährige Hochspringer vom heimischen SV Eintracht aus in die Fremde zur LG ASV/DSHS Köln. Anknüpfen an frühere
Höhenflüge wollte der Sportler, der 2007 mit 2,34 Metern ganz unvermittelt in die Weltklasse aufgerückt war, außerdem sein Abitur
im Wege einer Fernschuleinrichtung vorantreiben. Nun, beides hat nicht so recht geklappt, sodass sich Onnen zur Rückkehr nach
Hannover entschlossen hat und in vertrauter Umgebung bei der LG Hannover den nächsten Anlauf nimmt.
Wer jetzt allerdings auch noch das Gleichnis vom verlorenen Sohne bemühen möchte, schießt wohl doch über das Ziel hinaus.
“Ich bereue den Schritt nach Köln keinesfalls”, sagt Onnen heute. “Ich habe Ende 2009 in Hannover in einer Sackgasse gesteckt.
Da musste ich heraus.” Vor allem das Verletzungspech, das ihn 2008 die sichere Teilnahme an den Olympischen Spielen ge-
kostet hatte, verdüsterte seine Stimmung und raubte ihm die Lust am Sport. “Ich habe mich regelrecht zurückgezogen. Das hat
auch das Verhältnis zu meiner Mutter und Trainerin beeinflusst”, gibt Onnen zu. Deshalb konnte auch Astrid Fredebold-Onnen in
den gemeinsamen Übungseinheiten nicht die Wende zum Positiven einleiten. In Köln indes merkte Onnen, welche positiven As-
pekte Hannover bietet. “Im Training bei Wolfgang Ritzdorf musste man sich schon permanent zeigen und anbieten. Dieser Kon-
kurrenzkampf ist doch nicht meine Sache, ich bin eher jemand, der seine Topleistung im Wettkampf abruft”, sagt Onnen. Insofern
war das gemeinsame Üben mit gleich starken Partnern in der Gruppe eher kontraproduktiv. Außerdem setzte Ritzdorf auf weit
mehr Krafttraining, als es der Hannoveraner bisher betrieben hatte. Die Folge: Onnen legte an Körpergewicht zu, verlor aber sicht-
bar an Spritzigkeit. 2,22 Meter standen für ihn als Jahresbestleistung 2010 zu Buche, noch vier Zentimeter weniger als im “motiv-
ationslosen” Vorjahr in Hannover.
Den Weg zurück in die Heimat beschleunigte auch die Erkenntnis, dass es mit dem Abitur auf dem Fernschulweg in Köln über-
haupt nicht voranging. Onnen steigt nun im Februar wieder beim Abendgymnasium in Hannover ein. “Wenn alles gut läuft, dann
kann ich im Frühjahr 2012 die Abiturprüfung ablegen”, sagt der Hochspringer. Er weiß genau, dass dieser Abschluss auch eine
Voraussetzung für ein geordnetes Leben nach dem Sport ist.
Im Training setzt Onnen unterdessen auf die alten Rezepte aus seiner guten Zeit. Er ist in die Hochspringergruppe seiner Mutter
zurückgekehrt. “Es läuft im Training wieder gut”, sagt Onnen. Der Sprungfuß, der ihn Peking kostete, schmerzt schon länger nicht
mehr. Und auch die “Muskelberge” werden weniger. “Vier Kilogramm habe ich schon dank einer speziellen Diät abgenommen”,
sagt Onnen.
Den Traum von den Olympischen Spielen indes hat der Hannoveraner trotz dreier “Seuchenjahre” in Folge nicht begraben. “Ich
möchte 2012 nach London”, sagt er, und man spürt den Willen, wenn er diesen Satz spricht. Das kommende Jahr diene der Vor-
bereitung auf das Traumziel, ergänzt der Hochspringer, der mit einem analogen Rhythmus schon einmal gute Erfahrungen ge-
sammelt hatte. 2006 schufen Onnen und seine Mutter die Grundlagen für den Höhenflug auf 2,34 Meter und den 7. WM-Platz im
Folgejahr. “Damals war ich richtig locker”, sagt Onnen. Die Leichtathletik-Wettkämpfe in London beginnen am 3. August 2012. An
diesem Tag wird Onnen 30 Jahre alt. Könnte er das “runde” Wiegenfest in der britischen Metropole als Olympiakämpfer feiern,
dann hätte sich der Abstecher nach Köln gelohnt. Auch Sportler lernen zuweilen mehr aus Misserfolgen.  

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 22. Dezember 2010
Im Jahr 2011: Immer höher und höher...

Von Carolin Wolter
Leichtathletik. Deborah Brodersen hat im abgelaufenen Leichtathletikjahr 2010 viel erreicht. Die 17-jährige Rintelnerin, die für die
LG Weserbergland startet, qualifizierte sich im Hochsprung für die U-20-Weltmeisterschaft im kanadischen Moncton, gehört dem
C-Kader des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes an und gewann Ende August in Potsdam die deutsche Jugendmeister-
schaft im Siebenkampf.
Dennoch gibt sich die Nachwuchshoffnung kritisch: ”Titel sind in Ordnung. Aber mir ist immer die eigene Leistung wichtiger. Ich
werde lieber mit sieben Bestleistungen Zweite und weiß, dass ich alles gegeben habe, als mit für mich schlechten Leistungen zu
gewinnen.” So schätzt sie auch ihren Titelgewinn bei den Deutschen Meisterschaften ein. Ihre ärgste Konkurrentin Sara Gambetta
(TSG Schlitz) beendete die Mehrkampfsaison nach der Weltmeisterschaft und ging bei der Deutschen Meisterschaft nicht mehr an
den Start. Gegen die verbliebene Konkurrenz setzte sich Brodersen trotz eines nach eigener Aussage unterdurchschnittlichen
Hochsprungs (1,72 Meter) und durchwachsenen Weitsprung- (5,47 Meter) und Speerwurfleistungen (33,79 Meter) durch. Im Weit-
sprung und Speerwurf sieht die 17-Jährige bei sich selbst noch großes Verbesserungspotenzial. Deshalb war für Debbie, wie sie
überall nur genannt wird, der persönliche Höhepunkt 2010 auch nicht der nationale Titelgewinn, sondern die Teilnahme an der
U-20-WM - auch wenn dort bereits nach der Qualifikation Schluss war. ”Da habe ich mich richtig geärgert. Bei zwölf Finalteil-
nehmerinnen als 13. höhengleich auszuscheiden. Und das wegen Fehlversuchen bei 1,74 Meter, die sonst eigentlich kein Problem
sind.” Die Reise nach Kanada und die dort gesammelten Erfahrungen waren dennoch alle Strapazen wert. Da nahezu alle Gegner--
innen zwei Jahre älter waren, freut es Brodersen ungemein, überhaupt nominiert worden zu sein.
Für die im nächsten Jahr anstehenden U-20-Europameisterschaften hofft Brodersen auf eine neue Chance, die älteren Konkurrent-
innen zu ärgern. Das würde sie am liebsten im Siebenkampf tun. Da die Leistungsdichte in ihrer Schokoladendisziplin in Deutsch-
land aber zur Zeit äußerst hoch ist, würde sie notfalls auch wieder mit dem Hochsprung vorliebnehmen. Ziel für das Jahr 2011 ist
es, die derzeitige Bestleistung von 1,82 Meter um einige Zentimeter (”vielleicht so zwei bis drei”) zu verbessern. Damit würde sie
das Ticket für die Einzeldisziplin problemlos lösen. Langfristiges Ziel der 1,81 Meter großen Modellathletin ist es, sich dauerhaft in
der deutschen Spitze zu etablieren und in der Erwachsenenklasse, die sie in zwei Jahren erreicht, an einer internationalen Groß-
veranstaltung teilzunehmen.
Die Sommer-Olympiade 2012 in London kommt für die Tochter eines Briten leider zu früh. ”Das wäre natürlich toll, aber realistisch
werde ich dazu wohl keine Chance haben”, so Brodersen, die jährlich mindestens ein- bis zweimal ihre Großeltern in Ipswich,
etwa zwei Stunden von London entfernt, besucht. Große Chancen räumt sie dagegen ihrer Trainingsgefährtin Maren Schwerdtner
ein, die bei der Europameisterschaft 2010 in Barcelona Neunte im Siebenkampf wurde. Brodersen, die in Hannover im Sportinter-
nat wohnt, freut sich, von den Erfahrungen Schwerdtners und auch ihrer Trainerin Beatrice Mau-Repnak, die früher selbst erfolg-
reiche Mehrkämpferin war, zu profitieren. Außerdem passt es ihr sehr gut, in der erfahrenen Trainingsgruppe einmal ”nicht die Vor-
tänzerin” geben zu müssen.
Auch privat unternimmt sie gerne etwas mit ihren Trainingsgefährten, wie etwa Besuche der Bundesligaspiele von Hannover 96.
”Wenn man direkt neben dem Stadion wohnt, bleibt einem wohl kaum etwas anderes übrig, als Sympathien für die ”Roten” zu ent-
wickeln”, gibt Brodersen, die eigentlich Chelsea-Fan ist, zu. Zu Beginn ihrer sportlichen Karriere spielte die heutige Leichtathletin
selbst aktiv Fußball beim SC Rinteln. Und auch heute überredet sie ihre Trainerin hin und wieder, zum Aufwärmen Fußball ins Trai-
ning einzubinden. Bei siebenmaligem Training an sechs Tagen in der Woche, Wettkämpfen, Schule und Hausaufgaben bleibt
wenig Zeit für weitere Hobbys. Was sich Brodersen nicht nehmen lässt, ist das Gitarre spielen, auch wenn das in den vergangen-
en zwei Jahren oft zu kurz gekommen ist. Sie hört allgemein gerne Musik. Zur Zeit läuft, seit einem Konzertbesuch in Hannover,
die Musik von James Morrison rauf und runter.
Die Heimat der 17-Jährigen ist aber bei allen Vorzügen, die das Großstadtleben bietet, weiterhin Rinteln. Wenn keine Wettkämpfe
oder Trainingslager anstehen, verbringt sie die Wochenenden bei ihren Eltern in der Graf-Adolf-Straße. Und auch in der Leichtath-
letik bleibt sie trotz des Startrechts für die LG Weserbergland der Heimat verbunden. ”Bei den Wettkämpfen in Stadthagen fühle
ich mich rundherum wohl.” Die Schaumburger Wettkampftermine für 2011 hat sie sich bereits herausgesucht und wird versuchen,
bei möglichst vielen Terminen auf die alten Trainingsgefährten der VT Rinteln zu treffen.
==> Weitere Berichte über Deborah Brodersen vom: 29. Oktober 2008 / 9. Dezember 2009 / 26. Januar 2010

OSTFRIESISCHER KURIER vom 23. Dezember 2010
Mareike Blum verfolgt ehrgeizige Ziele
Leichtathletik: Norder Hochspringerin hat sich im Sportinternat in Hannover bestens eingelebt

Von Marco Ojemann
Hannover. Weit zum Training hat es Mareike Blum wahrlich nicht. In nur zwei Minuten ist die 20-Jährige von ihrem Wohnort am
Olympiastützpunkt Hannover angekommen. Und in der Sporttasche der Hochspringerin liegt immer ein Trikot ihres Heimatvereins
Norder TV griffbereit. Seit 1. Oktober ist Nordens vierfache Sportlerin des Jahres (2006 bis 2009) in Niedersachsens Hauptstadt zu
Hause, lebt, studiert und trainiert in der Nähe des Maschsees. ”Ich fühle mich hier richtig wohl", sagt Blum.
Nicht nur die optimalen Trainingsbedingungen am Stützpunkt im Sportleistungszentrum (SLZ), sondern auch das Leben in der
Wohngemeinschaft des Landessportbundes gefallen ihr. Zusammen mit sieben Leichtathleten, zwei Judoka, einem Schwimmer
und einer Tischtennis-Akteurin ist Blum in einem Sportinternat untergekommen. Der 1,80 Meter großen Hochspringerin stehen 25
Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, die sie sich gemütlich eingerichtet hat. ”Dazu gibt es eine große Gemeinschaftsküche
und einen überdachten Innenhof", beschreibt Blum. Verantwortlich für die Zusammensetzung der Sportler-WG ist Andreas Hundt,
Laufbahnberater des Olympiastützpunktes. Die sportlichen Leistungen der Bewohner sind ausschlaggebend. Bundes- erhalten vor
Landeskaderathleten den Vorzug, darüber hinaus muss eine sportlich vielversprechende Perspektive gegeben sein. Und natürlich
ein großer Wille, regelmäßig intensiv zu trainieren.
Der Elan der Norderin könnte größer nicht sein: Blum begibt sich zweimal am Tag zum Stützpunkt, zumeist morgens um 8 Uhr
und nachmittags um 16.30 Uhr. Dazwischen studiert sie an der Leibniz-Universität Hannover Germanistik und Sportwissenschaften
auf Lehramt. Den Trainingsplan gibt die Mentorin und ehemalige Weitspringerin Astrid Fredebold-Onnen vor. Neben Hochsprung
stehen Krafttraining, Sprints und Dauerläufe auf dem üppigen Übungsplan. ”Diesen erhalte ich stets am Montagvormittag", sagt
Blum, die jeden Tag um 6.30 Uhr aus dem Bett springt. ”Ich brauche ein vernünftiges Frühstück, um auf Touren zu kommen."
Die Deutsche B-Juniorenmeisterin von 2006 arbeitet hart an ihrem Ziel, bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro dabei
sein zu können. Olympia 2012 in London kommt nach dem Wechsel von der Juniorinnen in die Frauenklasse zu früh. ”Kurzfristig
habe ich das Ziel, wie auch schon im Juniorinnenbereich in den Bundeskader aufgenommen zu werden. Ich möchte mich aber
nicht unter Druck setzen und alles auf Olympia fokussieren." Die langwierigen Achillessehnenprobleme, mit denen Blum sich zwei
Jahre herum quälen musste, sind mittlerweile vergessen, Sie ist topfit. Ihre Bestleistung, 1,82 Meter, nimmt die 20-Jährige bereits
2011 ins Visier. Deutschlands Top-Hochspringerinnen Meike Kröger (Bestleistung 2,00 m) und Ariane Friedrich (2,02 m) dienen
Blum als Vorbild, wenngleich sie betont, dass es noch ein weiter und steiniger Weg ist, den sie gehen muss.
Eingelebt hat sich Blum in Hannover relativ schnell. Die zahlreichen Kader-Lehrgänge, die in der 521 000-Einwohner-Stadt in der
Vergangenheit im SLZ auf dem Programm standen, halfen ihr, bereits früh Kontakte zu knüpfen. Zudem arbeitet sie nun auch mit
dem Landestrainer und ehemaligen Norder Frank Reinhardt zusammen. ”Das hat mir den Einstieg leicht gemacht", sagt Blum, die
seit ihrem sechsten Lebensjahr Leichtathletik betreibt. Gefördert und gefordert wurde Blum von NTV-Ikone Ingrid Eilers und ihrer
jetzigen Heimtrainerin Tanja Davids.
Trotz des zeitraubenden Studiums und der zahlreichen Übungsstunden denkt die Norderin auch noch über einen Nebenjob nach.
Ein Praktikum beim Niedersächsischen Leichtathletik-Verband (NLV) hat sie bereits hinter sich gebracht, ab März 2011 möchte
sie für eine Sportstiftung arbeiten. ”Ich muss erst einmal schauen, wie ich das alles auf die Reihe kriege. Vor allem, wenn ab
Februar die ersten Klausuren anstehen."
Zwischen den Jahren will sich Blum aber erst einmal entspannen. Weihnachten feiert sie bei ihrer Familie in der Heimat. ”Darauf
freue ich mich besonders. Und auf den leckeren Braten." Bis zum 29. Dezember weilt Blum in Norden. ”Dann fahre ich wieder nach
Hannover. Wir haben in der WG eine große Silvesterparty geplant." Es ist ihr einfach anzumerken: Mareike Blum fühlt sich in
Hannover richtig wohl. Man kann also davon ausgehen, dass sie der Silvesterknallerei eine Leistungsexplosion folgen lässt.
==> Ein weiterer Bericht über Mareike Blum vom 17. Januar 2007 

EICHSFELDER TAGEBLATT vom 23. Dezember 2010
Telefonrechnung ist inzwischen ”wieder im Lot”

”Driving home for christmas” - der Weihnachtssong von Chris Rea wird dieser Tage im Radio rauf und runter gespielt. In der Region
gibt es Nachwuchssportler, die in Internaten leben, um intensiver trainieren, sich mit starker Konkurrenz messen oder in höheren
Ligen spielen zu können. Auch sie kommen Weihnachten nach Hause, freuen sich auf freie Tage mit der Familie. Heute erzählt
Leichtathlet Torben Ziesing (LG Eichsfekld) von seinem Alltag in Hannover und den Feiertagen mit seiner Familie.
Eine Eliteschule des Sports besucht Torben Ziesing seit Beginn des Schuljahres 2010/11 in Hannover. Im neu errichteten Sport-
internat wohnt der Duderstädter, fünf Minuten Fußweg sind es zur Humboldtschule, einem Gymnasium. In unmittelbarer Nähe be-
finden sich auch die Sportstätten. Der Leichtathlet hat dort optimale Bedingungen, in der Halle des Olympiastützpunktes gibt es
auch eine Weitsprung- und eine Stabhochsprung-Anlage.
Mit dem Umzug vom Eichsfeld in die Landeshauptstadt hat sich für den 15-Jährigen viel verändert. Sein Zimmer zu Hause hatte er
für sich allein, das Doppelzimmer in Hannover teilt er sich mit dem Wolfsburger Judoka Giulian Greco. ”Ich hätte auch Wünsche
äußern können, aber ich kannte ja niemanden. Das war schon sehr spannend”, erzählt Torben von der Zimmereinteilung. Allerdings
sehen sich die beiden nicht so oft. ”Morgens passiert es zwar schon, dass man den anderen beim Aufstehen mal weckt. Aber
dann treffen wir uns meistens erst am Abend wieder.” 63 Schüler sind auf zwei Etagen im Internat untergebracht. ”Das ist alles
sehr modern und nagelneu. Wir haben sogar unser eigenes Bad”, erzählt der Athlet der LG Eichsfeld. Eine Trennung nach Ge-
schlechtern gibt es nicht. Da wohnen Turnerinnen neben Wasserballern oder Leichtathletinnen neben Schwimmern. ”Das läuft alles
problemlos”, sagt Torben. 50 externe Schüler verbringen einen Teil des Tages im Internat, essen dort, machen Hausaufgaben und
gehen von dort aus zum Training, ehe sie abends wieder nach Hause fahren.
Torben ist einer von 15 Leichtathleten, die Vollzeit im Internat untergebracht sind. Sein Tag beginnt um 7 Uhr. Nach dem Frühstück
geht er von 8 bis 13 Uhr in die Schule, hat eine Mittagspause und dann noch einmal bis 15.30 Uhr Unterricht. Eine halbe Stunde
bleiben ihm anschließend noch für Hausaufgaben, Lernen oder einfach nur zum Ausspannen, ehe er sich auf den kurzen Weg in
die Trainingshalle des benachbarten Olympiastützpunktes macht. Bis 18.30 Uhr, manchmal sogar 19.30 Uhr, arbeitet er mit zwei
weiteren Sportlern aus dem Internat und Trainerin Beatrice Mau-Repnak, einer ehemaligen Junioren-Weltmeisterin im Siebenkampf,
zusammen. Zu den fünf Nachmittagen kommen wöchentlich noch zwei frühe Einheiten in den ersten beiden Schulstunden. Dabei
versäumt Torben allerdings nichts, denn in den Stunden hätte er in der Schule auch Sportunterricht.
Schulisch sei der Wechsel vom Eichsfeld-Gymnasium an die Humboldtschule unkompliziert verlaufen. ”Ich bin gut vorbereitet ge-
wesen”, erzählt Torben. Seine Noten muss er den Betreuern im Internat melden. Fünf gibt es davon auf seiner Etage, einer von
ihnen ist der spezielle Ansprechpartner für den Leichtathleten. Eigentlich sollte seine Klasse eine reine Sportklasse werden, doch
dann waren es nicht genug Schüler in dieser Altersstufe. Aber immerhin 15 der 27 Mitschüler gehören zum Internat.
So problemlos wie der Schulwechsel sei auch der Trainertausch gelaufen. Sein Heimtrainer der LG Eichsfeld, Peter Donnerstag,
habe sich für ihn gefreut als die Zusage aus Hannover gekommen ist. Im Juni 2009 war er eingeladen worden, sich das - damals
noch alte - Internat anzuschauen. Im März 2010 gab es dann sportmedizinische, -psychologische und -praktische Tests. Kurz da-
nach kam die Zusage. Am 1. August ist Torben eingezogen, einen Vertrag hat er bis zum Ende der Schulzeit in der Tasche.
Kündigungsklauseln gibt es auch, beispielsweise bei schwerwiegenden Verletzungen. Selbst entschieden hat Torben, der bis zu
seinem elften Lebensjahr auch Fußball gespielt hat, dass er sich in Zukunft auf den Mehrkampf spezialisieren will. ”Nur Laufen
oder Springen ist mir zu langweilig. Vielleicht schaffe ich es in ein, zwei Jahren in den Bundeskader.” Seit seinem Wechsel nach
Hannover standen nur Training, Kader-Lehrgänge und ein Länder-Vergleichskampf für ihn an. ”Es waren noch keine richtigen Wett-
kämpfe, eher erst einmal Muskelaufbau”, erzählt der 15-Jährige. Da bislang eben nur Training anstand - der erste Wettkampf sind
die Landesmeisterschaften in der Halle Ende Januar - konnte der Duderstädter in den vergangenen Monaten regelmäßig am
Wochenende nach Hause fahren.
Mit dem Heimweh habe sich das in Grenzen gehalten. ”Wir sehen uns ja nach vier Tagen schon wieder. Ich denke im Frühjahr wird
sich mit dem Beginn der Wettkampfsaison dann einiges ändern”, vermutet er. Aus dem anfangs noch sehr intensiven Kontakt mit
seinen Eltern in Duderstadt (”Ich sollte mich täglich einmal melden”) sind inzwischen auch schon einmal nur kurze Gespräche ge-
worden. ”Das hat sich normalisiert. Die Telefonrechnung ist wieder im Lot”, sagt Vater Oliver Ziesing mit einem Augenzwinkern. Er
hat beobachtet, dass sein jüngerer Sohn den Bruder doch vermisst. ”Wenn Torben am Wochenende kommt, ist Malte schon sehr
anhänglich. Aber ich denke, die ganze Familie genießt die gemeinsame Zeit inzwischen viel intensiver.” Dennoch versuchen er und
seine Frau Steffi, eine Cross-Läuferin, die Torben als Sechsjährigen für die Leichtathletik motiviert hat, ”so viel Normalität wie mög-
lich” zu bewahren.
Auf die Weihnachtsfeiertage freut sich Torben. Auch wenn das Internat bis zum 3. Januar geschlossen ist, wird er ”sportliche
Hausaufgaben” mit nach Duderstadt bekommen und zwischendrin wohl auch mal zum Training nach Hannover fahren. Vorher wird
aber ordentlich gegessen. Raclette gibt es Heiligabend. So richtig zum Sattessen. ”In der Kantine bei uns in Hannover sind die
Portionen mittags nicht so groß. Aber inzwischen kennen mich die Frauen an der Essensausgabe und legen noch ein bisschen
drauf”, lässt der junge Sportler dort seinen Charme spielen.
==> Ein weiterer Bericht über Torben Ziesing vom 8. Oktober 2010 

SALZGITTER ZEITUNG vom 27. Dezember 2010 
Ein Leben für die Leichtathletik
Sportler, Trainer, Funktionär - Martin Kaletka setzt sich seit fast 40 Jahren in Salzgitter für seinen Sport ein

Von Manfred Spittler
Salzgitter-Bad. Martin Kaletka ist eine der sozialen Integrationsfiguren der Stadt, auch wenn er es nicht gerne hört. Er zählt seit
vielen Jahren zu den festen, aber stillen Größen der Ursprungssportart Laufen, Springen und Werfen. Der stellvertretende Vorsitz-
ende des NLV-Kreises Salzgitter lebt für die Leichtathletik, aber auch für die Menschen, die sie betreiben. Ende der sechziger
Jahre kam er über das Kinderturnen des TSV Salzgitter zum Sport. "Am Sport hatte ich große Freude, sobald wir jedoch an die
Turngeräte gingen, wäre ich am liebsten weggerannt. Rennen oder besser gesagt Laufen und Springen waren eher meine Welt",
so Kaletka.
1972 schnupperte er in die Leichtathletik und kam nicht mehr davon los. "Ich habe schnell in den Laufdisziplinen meine Leiden-
schaft entdeckt." Sein erster Trainer, Hansi Schraven, selbst ein ambitionierter Mittelstreckler der sechziger Jahre, war nicht ganz
unschuldig daran. Schnell erreichte Kaletka auf der Hindernis- und den Mittelstrecken vordere Platzierungen auf Bezirksebene.
Besonders seine 1000m-Bestleistung von 2:35,0 min. kann sich sehen lassen. Der 52-jährige Vater von zwei Kindern, Adrian und
Carolin, machte bald darauf auch erste Erfahrungen als Übungsleiter. Stolz blitzt in seinen Augen auf, wenn er von den Erfolgen
seiner Schützlinge berichtet: "Unter anderem durfte ich an der Entwicklung von Dirk Hofmeister, einem der erfolgreichsten Leicht-
athleten der Stadt mitwirken." Hofmeister ist mehrfacher Landes- und Bezirksmeister und war auch bei Deutschen Meisterschaften
oftmals vorne dabei. Besonders im Hochsprung (2,01 m), aber auch im Weitsprung, 110m Hürdenlauf und Zehnkampf erzielte er
hervorragende Leistungen. "Unsere 4x400m Staffel mit Hofmeister hat sich 1984 sogar für die Deutschen Jugendmeisterschaften
qualifiziert. So durften meine Jungs vor großer Kulisse im Rahmen der Erwachsenenmeisterschaften in Düsseldorf an den Start
gehen", erinnert sich Kaletka.
Einige Zeit später zog es den 52-Jährigen auch zur Funktionärsarbeit. Er wirkte im Team des NLV-Kreises daran mit, Salzgitter bei
der Austragung größerer Sportereignisse als feste Größe zu etablieren, beispielsweise die Norddeutschen Schüler- und Jugend-
meisterschaften im vergangenen Jahr. Kaletka, seit 2008 auch Abteilungsleiter der Borussia-Leichtathletik, blickt auch über die
Grenzen des Sports hinaus. "Der Verein hat zwar seine Heimstätte im schönen Stadion am See, auf einer Insel der Glückseligen
leben wir hier aber nicht." Fredenberg sei auf Grund seiner kulturellen Vielfalt ein sozialer Brennpunkt, "zumindest aber eine Her-
ausforderung für uns", so Kaletka weiter. So leistete der Verein mit verschiedenen, durch den Landessportbund unterstützten
Projekten Integrationsarbeit unter dem Motto "Sport für Übersiedler". Für das Engagement um die Integration von Menschen mit
Migrationshintergrund wurde die Borussia vom LSB mit einer Medaille ausgezeichnet. Kaletka war einer der Initiatoren.
Auch nach fast 40 Jahren ist der Salzgitteraner noch vom Leichtathletik-Virus befallen. Als Aktiver, Trainer und Funktionär setzt er
sich weiter für seinen Sport ein. Bei diesem Pensum weiß Kaletka genau, wem er zu danken hat: "Ohne die Toleranz meiner Frau
wäre das alles nicht möglich."  

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 28. Dezember 2010  
Die "Königsdisziplin" als großes Ziel

Von Heinz-Gerd Arning
Leichtathletik. Er ist ein knapp 1,90 Meter großer, schlaksiger, junger Mann und ein riesiges Schaumburger Leichtathletik-Talent:
Der Pakistani Fuzael Ul-Hasan blickt für das Jahr 2010 auf zwei Bezirksmeister-Titel und einen dritten Platz bei den Landes-
meisterschaften zurück. Vierkampf und der Blockwettkampf Wurf sind die Erfolgsdisziplinen des 14-jährigen Nienstädters. In der
einen oder anderen Einzeldisziplin fällt aber auch noch das eine oder andere gute Ergebnis ab: im Kugelstoßen eine Vizemeister-
schaft auf Bezirksebene und ein Kreisrekord im 300-Meter-Lauf.
Eigentlich ist Ul-Hasan noch ein Neuling. Erst seit drei Jahren betreibt er die Leichtathletik. Ein Freund nahm ihn Anfang des
Jahres 2007 mit zur TWG Nienstädt-Sülbeck, um ein bisschen mitzutrainieren. Es hat mir gleich gut gefallen”, erinnert sich Ul-
Hasan. Nur kurze Zeit später war er bei einem Hallenwettkampf in Helpsen dabei. Die erreichten guten Platzierungen waren An-
sporn, der Funke sprang endgültig über. Mit Mirko Hansch fand er einen Trainer, mit dem eine erfolgreiche Zusammenarbeit mög-
lich ist. Im Sommer trainiert Ul-Hasan rund dreieinhalb Stunden pro Woche, im Winter steht alle zwei Wochen Training im Sport-
leistungs-Zentrum Hannover auf dem Plan. Dann ist neben Hansch auch Wettkampfwart Torsten Eberhardt dabei.
Damit ist die sportlich verbrachte Zeit noch nicht erschöpft. Zweimal schnürt Ul-Hasan für je 90 Minuten die Fußballschuhe. Bei
den C-Junioren der JSG Liekwegen-Nienstädt-Sülbeck traf er in dieser Saison in zehn Spielen bis schon jetzt zwölf Mal. Mit
seinem Sturmpartner könne er aber nicht mithalten, so Ul-Hasan. Josua Kahlert heißt er, erzielte in ebenfalls zehn Spielen schon
25 Tore.
Da bleibt nicht viel Zeit für andere Hobbys. Wenn Zeit ist, spielt der Nachwuchs-Athlet Pool-Billard, fährt Fahrrad oder trifft sich mit
seinen Freunden. Der Ort der Entspannung in stressigen Zeiten ist und bleibt die Familie. “Zur moralischen Unterstützung”, meint
Vater Waqar. Dazu gehören seine Schwestern Madiha und Sayra sowie Mutter Nadia. Alle drei Kinder besuchen das Rats-Gym-
nasium in Stadthagen, das A-bitur ist das Ziel. Der weitere sportliche Weg ist offen. “Auf jeden Fall”, erklärt Ul-Hasan auf die
Frage, ob denn möglicherweise der Zehnkampf als Disziplin reizt. Von der bis jetzt erreichten Körpergröße her gesehen, scheint
die Königsdisziplin der Leichtathletik gar nicht so abwegig als Ziel. Bis es soweit ist, geht noch viel Zeit ins Land. Letztlich steht
die Schule immer an erster Stelle.  

NEUE DEISTER-ZEITUNG vom 30. Dezember 2010 
Zwei Jahre früher als geplant im Ruhestand

Von Jan-Erik Bertram
Leichtathletik. Eigentlich wollte er erst aufhören, wenn er 80 wird - jetzt hat Heinrich Hölscher aber doch schon zwei Jahre früher
als geplant seinen Abschied als Trainer beim MTV Messenkamp genommen. Kurz vor Weihnachten leitete er die letzte Übungs-
stunde. Eine gehörige Portion Wehmut war dabei. “Ich kenne die Athleten ja von klein auf und weiß, was bei einigen noch drin-
steckt.” Rauskitzeln müssen das jetzt aber andere. Aus gesundheitlichen Gründen ist Schluss für Hölscher - nach fast 30 Jahren.
1981 übernahm Hölscher in Messenkamp die Leichtathletik von Karl-Heinz Anderten. Zu der Zeit war er schon fast 30 Jahre ehren-
amtlich beim MTV aktiv gewesen: “Ich habe 1952 die Fußballabteilung mitgegründet”, erzählt Hölscher, der 1974 die goldene
Ehrennadel des NFV erhielt. Aktiver Leichtathlet war er bis zu seinem 20. Lebensjahr. Sprung und Sprint waren seine Disziplinen,
die 100 Meter lief er in 11,5 Sekunden, im Hochsprung schaffte er 1,65 Meter - das reichte für den einen oder anderen Kreis-
meister-Titel.
Größere Erfolge feierte er als Trainer. Sein größter: 1995 wurde die von ihm trainierte Christiane Meyer mit übersprungenen 1,87
Metern Deutsche Juniorenmeisterin. Später brachte er auch Ulf-Gerrit Pilz zu nationalen Titelkämpfen, wenn auch nicht zu einer
Medaille. “Für mehr Erfolge hätte ich noch viel mehr machen müssen”, sagt Hölscher. Er hat aber auch so genug Zeit investiert.
Viereinhalb Stunden Training in der Woche “war noch das wenigste”, erzählt er. Dazu kamen die vielen Stunden am Wochenende
bei den Wettkämpfen (“Ich war immer der erste und der letzte”). Und wenn kein Wettkampf anstand, “ging‘s mit den Athleten auch
mal sonntagmorgens in den Wald”, berichtet Hölscher.
Als Achtjähriger verlor er seinen Vater, “wir mussten uns als Familie durchschlagen”, sagt er. Damals entwickelte er wohl den Ehr-
geiz, der ihn auch als Sportler und Trainer auszeichnete - und den er auch seinen Schützlingen beim MTV immer zu vermitteln ver-
suchte: “Disziplin, Zuverlässigkeit, Ehrgeiz - das brauchen die Kinder alles im späteren Leben.” Der Spaß kam dabei im Training
nie zu kurz, “aber wenn es sein musste, habe ich die Kinder auch mal zusammengestaucht - zu gewissen Zeiten muss man eben
anziehen”. Viele Übungsleiter bemängeln, dass den Jugendlichen heute der Biss fehlt. Hölscher hatte damit nie Probleme. “Wenn
die Kinder da sind, sind sie auch begeisterungsfähig”, sagt er, “aber man muss sie auch ansprechen, dafür braucht man Zeit.”
Weil die vielen Ehrenamtlichen fehlt - etwa auch Hölschers Nachfolger Christian Hunschke -, wird man den drahtigen Senior mit
der markanten Sturmfrisur auch noch häufiger auf den Sportplätzen der Region antreffen, denn “einige Wettkämpfe werde ich noch
begleiten”, sagt er. Vielleicht erlebt er dann doch noch den einen oder anderen Erfolg hautnah mit. Potenzial sieht er, etwa bei
Hochspringern Aliah Scheffler: “Die Technik hat sie drauf, ihr fehlt nur etwas Selbstbewusstsein. Hätte ich die noch zwei Jahre
unter meinen Fittichen - 1,60 Meter würde sie garantiert schaffen.”  

STADER TAGEBLATT vom 19. Januar 2011  
Alexander ist auf dem Sprung
Hochspringer Alexander Klintworth vom TSV Wiepenkathen bereitet sich auf die Wettkampfsaison vor

Von Jens Lüneburg 
Stade. Es ist sein erstes Jahr in der Männerklasse - ein großer Sprung mit zahlreichen Umgewöhnungen. Der 19-jährige Hoch-
springer Alexander Klintworth vom TSV Wiepenkathen muss sich nun mit den ganz Großen seiner Sparte in Deutschland messen.
Wenn es dann auch auf internationaler Ebene klappt - er hätte nichts dagegen. Das ist nun meine erste Saison bei den Männern
und da springen vier bis fünf Jahrgänge zusammen', sagt Klintworth. “Die Chancen sind natürlich nicht mehr ganz so groß."
Die neue Hallensaison 2011 hat für Alexander Klintworth zumindest nicht schlecht begonnen. Bei seinem ersten Auftritt in der
neuen Altersklasse übersprang er in Bremen beim Sportfest des SV Werder die Höhe von 2,01 m und konnte damit die Halle als
Sieger verlassen. Nur einen Tag nach Neujahr - das war unter diesen Umständen schon eine tolle Sache", sagt er mit einem ver-
schmitzten Lächeln. “Da kann man schon darauf aufbauen,"
Der Sport muss allerdings in den kommenden Wochen ein wenig zurückstehen. Im Februar und März stehen für den Abiturienten
am Athenaeum in Stade die wichtigen Klausuren auf dem Zettel. Anschließend folgen dann die Abschlussprüfungen. Ein zehn
Stunden Tag mit jeweils fünf Kursen in seinen Prüfungsfächern Chemie, Mathematik, Politik, Deutsch und natürlich Sport ist da
keine Seltenheit. “Trotzdem ist das Lernen bei uns an der Schule ganz okay", sagt er. Trotz der zusätzlichen Belastungen durch
seinen Hochleistungssport sei es für ihn noch nicht so stressig geworden. Hauptsache sei das Abitur - einen genauen Berufs-
wunsch hat Alexander Klintworth noch nicht, aber er könnte sich durchaus ein Studium vorstellen. So könnte er seinem Sport
auch in den kommenden Jahren mit der Uni kombinieren.
Aktuell trainiert er fast täglich. Mehrmals in der Woche mit seinem Trainer Gerd Prinzler beim TSV Wiepenkathen, zusätzlich
schwitzt er bei mehreren Einheiten im Kraftraum oder im Fitnessstudio. Als nächster Wettkampf stehen die Hallen-Landesmeister-
schaften am kommenden Wochenende, 22. und 23. Januar, auf dem Programm. Um auch bei diesem Wettbewerb wieder in der
Spitzengruppe zu stehen, ist eine Leistungssteigerung unumgänglich. 2,05 m waren in der engen Leichtathletik-Halle in Bremen
noch etwas zu viel, in Hannover muss er diese Höhe aber bringen. Anschließend folgen am 5. und 6. Februar die Norddeutschen
Meisterschaften in Neubrandenburg. “Mal sehen, wie es bis dahin läuft", gibt er sich optimistisch. “Dort springe ich gegen so ziem-
lich die gleiche Konkurrenz." Seine bisherige Bestmarke in der Halle liegt bei 2,06 m, seine persönliche Bestmarke in der Freiluft-
saison liegt bei 2,12 m. "Das war schon ein Erfolg, der etwas aus dem Rahmen fällt," wertet Trainer Gerd Prinzler Alexanders bis-
herige Bestmarke als Richtwert. "Im Winter haben wir in Wiepenkathen leider nicht viele Möglichkeiten, aber wenigstens verringert
der Schwingboden in der Halle das hohe Verletzungsrisiko."
Für 2011 hat sich der Trainer vorgenommen, in gemeinsamer Arbeit mit seinem Schützling das erreichte Niveau zu stabilisieren.
“Der Rest kommt dann von allein", sagt Prinzler. Viel hänge von der Kraft ab. "Alex ist mit seinen 1,84 Meter Körpergröße ein
wenig im Nachteil. Seine Konkurrenten im Männerbereich sind lange Kerle um die zwei Meter und die profitieren natürlich von ihren
wesentlich besseren Hebelkräften." Dafür wirft Alexander andere Dinge in die Waagschale. “Er ist ein wirklicher Topspringer und
verfügt technisch über große Vorteile. Sein Anlauf ist sehr kraftvoll und die Bewegungsfähigkeiten über der Latte sind wesentlich
besser als bei der Konkurrenz", erklärt Prinzler.
Aber auch die psychologische Seite spiele bei Alexander eine Rolle: “Er ist ein typischer Schönwetter-Springer. Bei Sonne läuft's -
bei Regen hängen bei ihm die Ohren runter." Schönes Wetter hat der TSV-Coach für kommenden Juni bestellt. Bei den Deutschen
Meisterschaften am 25. und 26. Juni in Bremen könnte Alexander Klintworth versuchen, seine Bestmarke zu überbieten.

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 19. Januar 2011 
1150 Kilometer durch Frankreich

Jobst von Palombini wohnt in Bad Eilsen und ist in Petershagen Gymnasiallehrer für Latein und Englisch. Der 41-Jährige läuft seit
fast 19 Jahren und hat dabei unglaubliche 73.000 Kilometer “gefressen”. Von Palombini ist verheiratet und hat zwei Kinder. Wenn
er mal nicht läuft, geht von Palombini Hobbys wie Schwimmen, Radfahren, Spazierengehen oder Lesen nach. “Ich höre gern klass-
ische Musik und besitze 800 Compact Discs, die ich alle gehört habe”, fügt von Palombini an. Außerdem absolvierte der Lehrer im
vergangenen Jahr 60 Marathon- und Ultraläufe. 21 davon hat er selbst organisiert.
Auf welche Leistung im vergangenen Jahr sind Sie stolz?
Besonders stolz bin ich auf den Transe Gaule, ein Lauf über 1.150 Kilometer vom Ärmelkanal (Roscoff) bis nach Gruissan la Plage
am Mittelmeer. Über 13.000 Höhenmeter verlangten mir alles ab, aber ich konnte Dritter in der Gesamtwertung werden und damit
bester Deutscher.
Was mach den Reiz Ihrer Sportart aus?
Der Reiz liegt in der Bewegung in der schönen Natur, dem Erreichen von sportlichen Zielen wie Bestzeiten oder eben einfach der
Bewältigung vieler langer Strecken. Und natürlich das Wiedersehen und Zusammensein mit vielen netten Gleichgesinnten.
Wie viele Stunden trainieren Sie?
Im Jahr 2010 habe ich 4.940 Kilometer absolviert, davon waren etwa 1.600 Kilometer Training, der Rest, also 3330, Wettkampfkilo-
meter. Pro Woche laufe ich etwa 95 Kilometer á acht bis neun Stunden. Im Sommer gehe ich zusätzlich schwimmen.
Was wollen Sie noch erreichen?
Ich habe wieder für den Frankreichlauf gemeldet und werde versuchen, die 10,467 km/h, also ein Vier-Stunden-Marathontempo,
noch etwas zu steigern. Passieren kann natürlich viel, aber ich versuche es. Meine Bestzeiten zu verbessern wird schwierig mit
41 Jahren, dafür laufe ich auch zu viele Wettkämpfe, 85 im Jahr 2010.
Gibt es Vorbilder für Sie?
Ja, natürlich, tolle Läufer mit schnelleren Bestzeiten als ich sie habe. Vorbilder müssen für mich aber auch menschlich über-
zeugen, sonst kann ich nicht so zu ihnen aufschauen.
Ihre besten Eigenschaften?
Schwer von sich selbst zu sagen, vielleicht Hartnäckigkeit, Biss, Wille, immer weiterzumachen, Wettkampffreudigkeit, die Freude
am Ausloten eigener mentaler und körperlicher Grenzen - diese lassen sich schlecht trennen im Ultrabereich. Und das Ganze mit
Humor sehen zu können.
Welchen Sportler würden Sie gerne kennenlernen?
Dieter Baumann, Haile Gebreselassie, Friedel Schirmer, Armin Hary ... da könnte ich viele nennen, um nur bei den Sportlern zu
bleiben.
==> Ein weiterer Bericht über Jobst von Palombini vom 27. Oktober 2010 

STADER TAGEBLATT vom 26. Januar 2011 
Motivierte Talente beflügeln den Trainer
Gerd Prinzler bildet seit fast 25 Jahren beim TSV Wiepenkathen Leichtathleten aus - Unzählige Titel 

Von Jan Bröhan
Stade. Gerade hat einer seiner Schützlinge wieder mal den Sprung aufs Siegerpodest geschafft: Hochspung-Talent Alexander
Klintworth ist Landesmeister geworden. Solche Erfolge machen Leichtathletik-Trainer Gerd Prinzler stolz und bestätigen seine her-
ausragende Arbeit beim TSV Wiepenkathen. “Beim 100. Landesmeistertitel habe ich aufgehört zu zählen", sagt Prinzler lächelnd.
Fünf seiner Schützlinge schafften es gar, sieben deutsche Meistertitel zu gewinnen. Seit fast 25 Jahren engagiert sich der 57-Jähr-
ige beim TSV - dafür wurde er am gestrigen Dienstagabend beim Neujahrsempfang der Stadt Stade als vorbildlicher Ehrenamtlicher
ausgezeichnet. “Das ist eine schöne Anerkennung für meine Arbeit"
Das “Himmelpfortener Urgestein" zog 1979 mit seiner Familie nach Wiepenkathen. Der passionierte Ballspieler und Mannschafts-
mensch trat freilich sogleich in den Sportverein ein. Bis zum 51. Lebensjahr spielte Prinzler Handball, dann machte es “keinen
Spaß mehr gegen die jungen Hüpfer". Fußballspielen musste er wegen Knieproblemen schon früh aufgeben. Mittlerweile spielt
Prinzler nur noch Beach-Volleyball. “Danach wird sogar der Urlaub geplant", sagt er und lacht. Für seine Frau Beate, die dem viel
beschäftigten Trainer immer den Rücken freigehalten hat, müsse natürlich auch was dabei sein im Urlaub.
Bei aller Liebe zum mannschaftlichen Ballsport - Prinzlers Leidenschaft war immer die Leichtathletik. “Eine gute Basis für alle
anderen Sportarten." Die Spezialität des B-Lizenz-Trainers, der zudem einen Nachwuchskader des Landesverbandes betreut, sind
die Sprungdisziplinen und der Mehrkampf. Am liebsten würde Prinzler die Jüngsten beim TSV trainieren. “Die Kleinen kann man
noch formen und beeinflussen." Doch aus beruflichen Gründen schafft es der gelernte Meß-und Regeltechniker nicht mehr, seit-
dem er bei E.ON als freigestellter Betriebsratsvorsitzender teilweise drei Tage die Woche unterwegs ist. Solange es dem 57-Jähr-
igen noch Spaß bringt, solange er “immer mal wieder diesen Kick" bekommt, will er noch die TSV-Leichtathletikabteilung leiten.
Den Kick bekommt der Trainer von motivierten Talenten, die auf Ziele hinarbeiten, sprich Titel. 
==> Ein weiterer Bericht über Gerd Prinzler vom 27. August 2004 

SCHAUMBURGER NACHRICHTEN vom 26. Januar 2011
Der “Silberpfeil” aus Bückeburg

Kreis Schaumburg
(r). Seit sechs Jahren sieht die Konkurrenz nur ihre Hacken: Vero Merseburger gehört schon jetzt landesweit
zu den Supertalenten auf der Tartanbahn. Die 13-jährige Schülerin aus Bückeburg kam vor sechs Jahren zur Leichtathletik - und
schnell war klar: Der Sprint und das Springen sind ihre Domänen. Im vergangenen Jahr qualifizierte sich die Schülerin zum vierten
Mal für das Supersprintfinale in Berlin. Vero, die in ihrer Freizeit gerne Musik hört und Klavierspielen lernt, ist sich aber noch nicht
schlüssig, ob sie wirklich eine Karriere in der Leichtathletik anstrebt.
Auf welche Leistung in diesem Jahr bist Du stolz?
Zum vierten Mal in Folge die Qualifikation zum Supersprinterfinale im Rahmen der ISTAF im Berliner Olympiastadion geschafft zu
haben. Außerdem konnte ich mich in allen Disziplinen steigern, und endlich habe ich mit 5,13 Metern im Weitsprung die Fünf-
Meter-Grenze geknackt.
Was macht den Reiz Deiner Sportart aus?
Leichtathletik ist eine sehr abwechselungsreiche Sportart von Schnelligkeit über Kraft zur Ausdauer. Das ist sehr interessant und
nicht so einseitig wie in manch andere Sportarten. Darüber hinaus lernt man bei den Wettkämpfen viele andere Sportler kennen,
woraus sich schon jetzt einige Freundschaften gebildet haben. Leichtathletik ist nicht nur ein Einzelsport, sondern auch eine
Mannschaftssportart. Die Laufstaffeln haben immer einen ganz besonderen Reiz.
Wie viele Stunden trainierst Du?
Momentan etwa vier Stunden in der Woche. Die Möglichkeiten sind in Bückeburg leider begrenzt, obwohl mein Verein, der VfL
Bückeburg, eine tolle Leichtathletikabteilung hat.
Gibt es Vorbilder?
Na klar: Usain Bolt und Ariane Friedrich - beide habe ich in Berlin bei der ISTAF schon persönlich erleben können.
Was willst Du noch erreichen?
Ach, ich weiß nicht. Ich bin ja erst 13 Jahre alt, mal schauen, was da alles noch so auf mich zukommt. So richtig große Ziele gibt
es da noch nicht. Klar, Olympia hört sich schon interessant an, aber erst mal abwarten, was in den nächsten ein bis zwei Jahren
so passiert.
Deine besten Eigenschaften?
Das sollen lieber andere beurteilen. Auf jeden Fall glaube ich, sehr aufgeschlossen gegenüber anderen Menschen und nicht
zwanghaft ehrgeizig zu sein.
Welchen Sportler würdest Du gern kennen lernen?
Usain Bolt.
==> Ein weiterer Bericht über Vero Merseburger vom 16. Dezember 2010 

ROTENBURGER KREISZEITUNG vom 29. Januar 2011 
“Ich möchte kein Zampano sein”
Sottrums neuer Leichtathletik-Trainer Frank Krüger über den Wechsel, seine Aufgaben und die Ziele

Von Lars Kattner
Rotenburg. Mit dem Wechsel vom FTSV Jahn Brinkum zum TV Sottrum hat für den Leichtathletik-Coach Frank Krüger ein neuer
Abschnitt seiner Trainerkarriere begonnen. Seit Jahresbeginn leitet der A-Lizenz-Inhaber eine kleine Trainingsgruppe an der
Wieste. Im Interview mit der RK/VN erläutert Krüger die Hintergründe und wirft einen Blick in die Zukunft.
Herr Krüger, Sie haben drei äußerst erfolgreiche Jahre beim FTSV Jahn Brinkum hinter sich. Warum haben Sie den Ver-
ein Richtung Sottrum verlassen?

*Ich war als Cheftrainer und sportlicher Leiter der Leichtathletiksparte mit allen Kompetenzen ausgestattet. Das war ein sehr reiz-
voller Posten. Aber im vergangenen Jahr gab es Differenzen mit der neuen Abteilungsleitung, die mich zum Aufhören bewogen
haben. Immer gegen Windmühlen zu kämpfen, ergibt auf Dauer keinen Sinn.
Haben Sie Brinkum auch mit einem weinenden Auge verlassen?
Na klar! Ich habe mich vorher lange mit meiner Frau beraten, schließlich war der Verein mein Baby. Wir haben es innerhalb von
nur drei Jahren geschafft, uns in Niedersachsen unter den Besten im Schüler- und Jugendbereich zu etablieren. Ich bin auch froh,
ein Schiff übergeben zu haben, das gut fährt. Nun muss ich das Thema für mich aber abhaken.
Wie ist der Kontakt zum TV Sottrum zustande gekommen?
Ich habe bei Abteilungsleiter Volker Schmidt angeklopft, den ich vom Abendlauf und der Sommerlaufserie kenne. Er hat dann einen
Weg gefunden, wie sich die Zusammenarbeit realisieren ließ.
Welchen Aufgaben übernehmen Sie bei Ihrem neuen Verein?
Ich möchte kein Zampano sein. Es ist abgesprochen, dass ich mit einer kleinen Gruppe um die Rückkehrerinnen Franziska und
Natascha Schröder sowie meinem Sohn Florian leistungsorientiert arbeite. Dabei soll sich aber nicht der gesamte Verein in diese
Richtung bewegen. Natürlich stehe ich auch beratend für jeden Trainer und Freizeitsportler zur Verfügung, wenn der Wunsch be-
steht. Hauptsächlich möchte ich mich aber meiner Arbeit als Verbandstrainer des niedersächsischen E-Kaders widmen.
Welche Ziele verfolgen Sie und Ihre Schützlinge in dieser Saison?
Zunächst steht für Natascha Schröder am 2. April die Titelverteidigung bei den Landesmeisterschaften über zehn Kilometer auf der
Straße auf dem Programm. Im Sommer wollten wir dann versuchen, bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel mit einer
3 x 800-Meter-Staffel an den Start zu gehen. Dabei hoffe ich, dass uns die Sottrumer Vierkämpferin Dorothea Paar als “Aushilfe”
unterstützt. Florian hat das Ziel, bei den Deutschen Meisterschaften im Triathlon im einstelligen Bereich zu landen.
Haben Sie noch einen sportlichen Traum, den Sie verwirklichen möchten?
Irgendwann möchte ich einen meiner Schützlinge zum Deutschen Meister machen. 

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 1. Februar 2011 
Nützliche Dinge für unsere Frauen bauen

Von Carolin Wolter
Leichtathletik. 18 Jahre lang war Erhard Stuckenberg vom TV Bergkrug im Vorstand des Kreis-Leichtathletik-Verbandes (KLV)
Schaumburg tätig, über 14 Jahre davon an vorderster Front als erster Vorsitzender. Im Herbst des vergangenen Jahres hat sich
Stuckenberg nun endgültig aus der Vorstandsarbeit zurückgezogen, um endlich mehr Zeit für Familie, Haus und Garten zu haben.
“Ich bin handwerklich ganz geschickt. Statt in die Leichtathletik werde ich meine Zeit nun vermehrt dahin gehend verwenden, ge-
meinsam mit befreundeten Nachbarn einige nützliche Dinge für unsere Frauen zu bauen”, beschreibt Stuckenberg seine Pläne für
die nun unverplante Freizeit. Ganz geht Stuckenberg der Leichtathletik aber nicht verloren: “Bei den Wettkämpfen werde ich auch
weiterhin gerne als Helfer und Kampfrichter zur Verfügung stehen. Ich möchte aber nicht mehr der Ansprechpartner für alle großen
und kleinen Probleme sein. Daher wollte ich die Verantwortung in andere Hände legen.”
Bereits im Jahr 2006 trat Stuckenberg als erster Vorsitzender ab, stand aber als zweiter Vorsitzender weiter zur Verfügung und
unterstützte seine Nachfolger mehr als tatkräftig und sprang ein, als Not am Mann war. Paul Junk, der seit über 30 Jahren als
KLV-Vorstandsmitglied und Spartenleiter der TWG Nienstädt/Sülbeck in der Schaumburger Leichtathletikszene zu Hause ist, singt
ein wahres Loblied auf den scheidenden Stuckenberg: “Ich habe in den 30 Jahren viele Vorsitzende erlebt. Keiner war derart enga-
giert wie Erhard. Er hat sich immer mit voller Kraft für die Belange der Schaumburger Leichtathletik eingesetzt.” Der Respekt und
die Anerkennung, die sich Stuckenberg in den vergangenen Jahren verdient hat, sind auch an den zahlreichen Ehrennadeln und der
Verleihung des “Heinrich-Busche-Gedächtnispreises” im Jahr 2006 zu erkennen.
Seit 2008 steht nun Wolfgang Stroh an der Spitze des KLV Schaumburg und Stuckenberg sieht den richtigen Zeitpunkt gekommen
einen Schlussstrich zu ziehen. Im letzten Jahr investierte Stuckenberg viel Zeit und Mühe in die Beschaffung einer neuen Zeit-
messanlage. Aufgrund technischer Probleme konnte die Anlage aber bisher nicht wie geplant eingesetzt werden. “Das sehe ich ein
wenig als meine persönliche Niederlage. Aber ich laufe keinesfalls vor den Schwierigkeiten davon. Wir haben in den letzten Jahren
ganz andere Hindernisse überwunden und die Arbeit mit den Vorstandskollegen hat mir immer viel Spaß gemacht”, so Stucken-
berg. Der in Hespe lebende Vollblut-Ehrenamtliche hat in seiner Zeit im KLV viel bewegt: Er hat alle Stadionwettkämpfe der ver-
gangenen Jahre organisiert und an vorderster Front mitgestaltet, hat die Veranstaltungsbroschüren und Bestenlisten herausge-
bracht und für wettkampffähige Sportanlagen gesorgt.
Das Ausscheiden von Stuckenberg reißt Löcher in den sowieso schon spärlich besetzten Vorstand des KLV. “Um die anstehende
Wettkampfsaison wie geplant durchführen zu können, benötigen wir dringend einen neuen zweiten Vorsitzenden und einen Kampf-
richterwart. Auch die Posten des Schriftführers und Jugendwarts sind nicht besetzt. Auf je mehr Schultern wir die Aufgaben ver-
teilen können, um so einfacher und angenehmer ist es für uns alle”, hofft Vorsitzender Wolfgang Stroh, engagierte Mitstreiter finden
zu können. Der KLV appelliert an alle, die sich der Leichtathletik selbst oder auch über ihre Kinder verbunden fühlen, eine Mitarbeit
im Vorstand in Erwägung zu ziehen. “Jeder der signalisiert, helfen zu wollen, ist herzlich willkommen und wird auf jede erdenkliche
Art unterstützt. Wir können jede helfende Hand gebrauchen”, wirbt Stroh erneut. Und vielleicht findet sich ja bei den Wahlen auf
dem KLV-Verbandstag am 4. Februar im “Ratskeller Stadthagen” auch ein “neuer Erhard Stuckenberg” unter den Helfern.  

ALLGEMEINE ZEITUNG UELZEN vom 9. Februar 2011 
“Musste diesen Weg gehen”
Uelzens Spitzen-Dreispringerin Laura Boss startet ab sofort für TV Langen

Von Bernd Klingebiel
Uelzen/Langen. Die Uelzener Leichtathletik hat erneut eines ihrer erfolgreichsten Talente ziehen lassen müssen: Dreispringerin
Laura Boss startet ab sofort für den TV Langen. Langen, das liegt weit weg von Uelzen bei Bremerhaven. Im Trikot der LG Han-
stedt/Wellendorf/Wriedel hat die Uelzenerin 2008 unter anderem bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Berlin die Bronze-
medaille gewonnen. Sie vertrat die deutsche U18-Auswahl bei einem Länderkampf gegen Polen in Slubice mit einem zweiten Platz
glänzend. Und nicht zuletzt wählten die AZ-Leser Laura Boss 2008 zur “Sportlerin des Jahres”. Die heute 19-Jährige trainiert am
Sportleistungszentrum in Hannover und durchläuft eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau beim Niedersächsischen Leicht-
athletik-Verband. Laura Boss stand bei ihrem Vereinswechsel vor einer schweren Entscheidung: “Ich musste diesen Weg gehen,
obwohl ich lieber weiter für die LG gestartet wäre”, sagt sie im Gespräch mit der AZ.
Das Interview:
Laura, warum haben Sie sich für diesen Schritt entschieden?
Laura Boss: “Leider sind unsere Versuche, einen Sponsor sowohl für mich, als auch für meine Vereinskameraden zu finden, nicht
so gut verlaufen. Ohne finanzielle Unterstützung geht leider in der heutigen Spitzenleichtathletik nichts mehr.”
Wie schwer ist es Ihnen gefallen, dem Kreis Uelzen den Rücken zu kehren?
“Sehr schwer. Aber ich habe mit dem TV Langen wohl einen Verein gefunden, der finanziell stark von der dortigen Wirtschaft unter-
stützt wird. Somit kann ich mich ganz auf meinen Sport konzentrieren und brauche nicht ständig über die mir fehlenden Mittel und
Möglichkeiten nachzudenken.”
Was unterscheidet Langen von Uelzen?
“Die Leichtathleten in Langen haben eine tolle Wettkampfanlage, seit neuestem auch eine Trainingshalle, in der wir auch im Winter
Weit- und Dreisprung unter Wettkampfbedingungen trainieren können. All das fehlt den Vereinen hier in Uelzen.”
Wie sehen Ihre sportlichen Ziele aus?
“Im letzten Jahr lief alles irgendwie nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Verletzungen und auch andere Probleme haben mir
da so ein bisschen im Weg gestanden. Allerdings muss ich sagen, dass ich mich wohl dieses Jahr nur weiter auf 2012 vorbereiten
werde. Gesundheitlich ist leider noch nicht alles wieder in Ordnung. Mit meinem Landestrainer habe ich beschlossen, keine Hallen-
saison zu bestreiten. Mein Ziel ist eine gute Freiluftsaison zu absolvieren. Was dann noch kommt, werden die Ergebnisse zeigen.
Mal wieder im Deutschland-Trikot zu starten, wäre toll.”
Das sagt der Kreissportbund:
Jürgen Wöhling, Vorsitzender des KSB Uelzen: “Das ist ein herber Verlust für den Uelzener Sport. Ich persönlich kann die Ent-
scheidung nachvollziehen, der TV Langen ist auch national dafür bekannt, dass dort etwas gemacht wird. Wir haben seit Jahren
konkrete Pläne für eine wettkampftauglichen Leichtathletik-Anlage, doch es ist immer noch nichts geschehen. Die Sportanlagen -
auch für Schüler - sind nicht vorhanden. Wir hängen in der Leichtathletik allen hinterher, insbesondere die Stadt Uelzen.”
==> Weitere Reaktionen gibt's nur in der Druckausgabe der AZ vom 9. Februar 2011.
==> Ein weiterer Bericht über Laura Boss vom 21. November 2008 

WINSENER ANZEIGER vom 10. Februar 2011
Mit 71 noch fit wie ein Turnschuh

Borstel
. “Laufen bringt mehr Lebensqualität!” Mehr braucht Walter Schmidt (LG Nordheide) gar nicht zu sagen, den Rest sieht man
ihm an. Ihm macht das Leben Spaß, und das auch noch mit 71 Jahren. Der Sport habe immer schon sein Leben bestimmt, sagt
der Borsteler. Schon als Junge habe er Leichtathletik betrieben, später im Beruf als Taucher beim Bundesgrenzschutz sei körper-
liche Fitness für ihn überlebenswichtig gewesen. Über 7000 Stunden hat “Taucher” Schmidt unter Wasser verbracht, mit dem BGS
war er in allen deutschen Gewässern unterwegs, privat ist er schon in allen Meeren der Welt abgetaucht.
Im Dienst fehlte ihm die Zeit zum Laufen, heute hat er sie. Im Laufen verliere er sich manchmal, wird Walter Schmidt fast ein biss-
chen philosophisch: “Wenn ich unterwegs bin, dann kann ich gut nachdenken. Dabei vergisst man manchmal die Zeit. Dann muss
ich erstmal stoppen und überlegen, wo ich denn nun gerade bin.” So etwas nennt man wohl tiefenentspannt Sport treiben! Zuhause
stapeln sich sieben Paar Laufschuhe. Für verschiedene Untergründe, für Matsch und die Tartanbahn. Auf dem Jahnplatz dreht
Walter Schmidt seine Runden, dreimal in der Woche ist er mit der Stolpertruppe des TSV Winsen unterwegs, im Winter im
Schützengehölz, im Sommer im Borsteler Habichtshorst. Bei Wind und Wetter zieht der 71-Jährige die Laufschuhe an. “So 10 bis
15 km laufe ich am Tag”, erzählt er. Dazu kommen noch die Übungsstunden bei der Fitness für Ältere im MTV Borstel-Sangen-
stedt. “Da bin ich so eine Art Vorturner”, meint er lächelnd. Faustball und Tennis gehören seit Jahrzehnten ebenfalls zum sport-
lichen Repertoire des 71-Jährigen. Sport hält nicht nur körperlich fit, sondern “macht einen auch im Kopf fitter”, ist Schmidt über-
zeugt. “Man ist aufgeweckter und kann viel mehr machen als Menschen, die keinen Sport treiben.”
Wettbewerbe gehören für den Borsteler zum Sport dazu. In der großen Lauffamilie ist er voll integriert. Man trifft sich eben auf vielen
Laufveranstaltungen wieder. In seiner Altersklasse M70 gebe es zwar nicht mehr so viele Teilnehmer, “aber die, die an Läufen teil-
nehmen, sind noch richtig fit”. “Man erlebt die Welt, die Natur beim Laufen ganz anders”, beschreibt Walter Schmidt sein Hobby.
“Und wenn man im Ziel ist, ist man unglaublich zufrieden, irgendwie satt vor Glück. Ich möchte dieses Gefühl nicht mehr missen!”
Früher sei er auch mal Marathon gelaufen. “Das will ich heute nicht mehr, ist mir einfach zu viel”, berichtet der Borsteler. Vielleicht
auch ein Grund, warum der 71-Jährige keinerlei körperliche Beschwerden hat. “Ich hab es mit dem Sport eigentlich nie übertrieben.
Mein Motto war immer: Gibt 95 Prozent fürs Laufen und behalte fünf Prozent für die Gesundheit zurück”, meint Schmidt augen-
zwinkernd. Krank sei er eigentlich nie gewesen. Schnupfen kenne er quasi gar nicht. Auch ein Vorteil, wenn man jeden Tag an der
frischen Luft die Welt erlebt. 

NORDWEST ZEITUNG vom 11. Februar 2011 
Frense läuft von Erfolg zu Erfolg
Leichtathletik: VfL-Urgestein kämpft jetzt in Altersklasse M 70 um Meistertitel

Von Jan Baumgärtner
Oldenburg. Er läuft und läuft und läuft: Mit einem Sieg in der Altersklasse M 65 beim Silvesterlauf des VfL Oldenburg hat Horst
Frense (VfL Oldenburg) das alte Jahr abgeschlossen, mit einem Sieg in der M 70 bei der Sandkruger Schleife das neue begonnen.
Danach ging es ab ins Trainingslager in die Türkei, um die Grundlagen für neue Titel zu erarbeiten. 160 km in der Woche standen
auf dem Trainingsplan. “Sicher habe ich viel Talent mitbekommen”, sagt der Wahnbeker. “Aber für die Erfolge musste und muss
ich mich schon quälen.”
Rückblick: Als Jugendlicher in Paderborn war er in der A- und B-Jugend aktiv und zeigte Talent mit regionalen Erfolgen. Danach
war über 15 Jahre aus beruflichen und privaten Gründen Pause mit dem Sport. Der Wiedereinstieg begann mit einem Zufall. Von
Kameraden auf einen Wettkampf angesprochen, wurde er nach nur vier Wochen Training Divisionsmeister in der M 35 über 5000 m
in 17:12 Minuten. Das war der Start in die beispiellose Laufkarriere als Volks- und Straßenläufer in allen Altersklassen. Frense
hatte der Ehrgeiz gepackt, und er hat viel Fleiß und Zeit investiert. Seitdem ist er auf vielen Strecken unterwegs, vom Cross bis
zum Marathon, mit einer fast unglaublichen Erfolgsbilanz: Allein und mit der Mannschaft holte er 16 deutsche Meisterschaften, war
elfmal norddeutscher Meister und 35-mal Niedersachsenmeister - zuletzt 2010 im Cross über 6,9 km in Löningen.
Im Jahr 1982 warf die Fachzeitschrift für den Langlauf, Spiridon, die Frage auf, was möglich gewesen wäre, wenn er nicht 15 Jahre
ausgesetzt hätte. In der Tat hat er bei seinen Erfolgen viele ehemalige Nationalkaderläufer hinter sich gelassen. Besonders stolz
ist er auf seinen Niedersachsenrekord im Marathon in der M 40, den er 1983 in Frankfurt in 2:24:08 Std. gelaufen ist. Diesen hält
er seit 28 Jahren, obwohl bereits eine Reihe von Spitzenläufern versucht haben, diesen zu brechen. Und Frense hat noch viel vor.
In der M 70 greift der für den VfL Oldenburg startende 69-Jährige in 2011 nach weiteren Meistertiteln. Zum Auftakt tritt er am Sonn-
tag bei den Landesmeisterschaften im Cross an - bestens vorbereitet durch das Trainingslager.
Folgende Bestzeiten wurden von Horst Frense in der AK 40 und älter aufgestellt: 1500 m 4:06 Min. 3000 m 8:48 Min. 5000 m
15:00 Min. 10 000 m 31:19 Min. 25 km 1:21:36 Std. Marathon 2:24:08 Std.

NIEDERELBE ZEITUNG vom 11. Februar 2011 
Talente auf der Überholspur
Nachwuchs-Leichtathleten Ann-Kathrin Kopf (15) und Sean Hahnefeldt (16) sammeln zahlreiche Titel

Von Joel Grandke
Otterndorf. Das Rennen verläuft nach Plan. Sean Hahnefeldt gehört auf seiner Paradestrecke über 1500 Meter bis zur letzten
Runde der Spitzengruppe an. Die letzten 400 Meter heißt es dann nur noch volle Kraft voraus. An Kraft mangelt es ihm nicht, wie
er bei dem erfolgreichen Schlussspurt unter Beweis stellt. Es passt wieder mal alles: Er ist Landesmeister - genau wie seine
Leichtathletik-Kameradin Ann-Kathrin Kopf. Auch sie dominiert den 800-Meter-Lauf nicht zum ersten Mal. Wenn sich die Ottern-
dorfer Leichtathletik-Talente Ann-Kathrin Kopf (15) und Sean Hahnefeldt (16) im Startblock befinden, ist die volle Konzentration auf
den anstehenden Lauf fokussiert. “Doch es gehört natürlich weitaus mehr dazu, um als Sportler Erfolg zu haben", wissen die
beiden. Neben Talent ist ein straffer Trainingsplan der Schlüssel bei der Titeljagd. Sowohl Ann-Kathrin als auch Sean sind schon
seit mehreren Jahren als Läufer im TSV Otterndorf aktiv. Bei Ann-Kathrin sprang der Funke nach ihrem ersten Schülerlauf beim
Küstenmarathon 2006 über. Dort gelangen ihr trotz nicht allzu intensiver Vorbereitungen beachtliche Zeiten. Eine Freundin sowie
das Trainerteam der Leichtathletikabteilung um Martina Müller überzeugten sie, dem Laufsport im Verein nachzugehen.
"Keine Lust auf Fußball"
Sean begann bereits im Alter von sieben Jahren beim TSV Otterndorf, ein Jahr später bestritt er seinen ersten Wettkampf. “Ich
hatte keine Lust Fußball zu spielen, zudem konnte mir mein Vater aus langer Läufererfahrung natürlich nur Gutes erzählen", er-
innert er sich. Sein Vater Joachim ist heute sein ambitionierter Trainer, der ihn zu seinen Wettkämpfen, die im gesamten Bundes-
gebiet stattfinden, begleitet. “Knapp 30 Wettkämpfe absolvierte Sean im vergangenen Jahr, bei Ann-Kathrin waren es bestimmt
auch an die 20", so Joachim Hahnefeldt. Manchmal scheinen die Fahrten endlos. “Acht bis neun Stunden Fahrt für einen Wett-
kampf in Ulm sind natürlich recht anstrengend", sagt Sean.
Um Top-Platzierungen zu erreichen, ist ein langfristiger Trainingsplan für die beiden Nachwuchstalente unabdingbar. Ihre Trainer
arbeiten die Pläne, die sich über mehrere Monate erstrecken, schon frühzeitig aus. “Im Winter steht Krafttraining auf dem Pro-
gramm", erklärt Ann-Kathrin. “Schnelligkeit und Tempohärte trainieren wir ganzjährig." Von Regenerationsläufen bis hin zu den
Unterschieden von aeroben und anaeroben Training - das Lauftraining ist weitaus komplexer als einfach nur ein paar Runden auf
der Tartanbahn zu drehen. Die Pläne von Sean und Ann-Kathrin unterscheiden sich, da Sean Mittelstrecken- und Ann-Kathrin eher
Kurzstreckenläuferin ist. “Ich komme auf rund 50 Trainingskilometer die Woche", sagt Sean, der in der Regel sechs Mal die
Woche die Laufschuhe schnürt. Für Ann-Kathrin liegt der Schwerpunkt eher auf den Sprinteinheiten.
Erfolge auf Landesebene
Der Ehrgeiz zahlt sich für die beiden Otterndorfer regelmäßig aus. Ann-Kathrin holte sich die Landesmeisterschaften über 300 und
800 Meter, Sean sicherte sich diese Titel vor Kurzem über 1500 und 3000 Meter. “Solche Erfolge sind die größte Motivation, um
weiter an sich zu arbeiten", sind sich beide einig. Wenn sie mal nicht auf der Tartanbahn oder in der Halle ihre Runden drehen,
sind die Schüler auch anderweitig sportlich aktiv. Ann-Kathrin kümmert sich regelmäßig um ihre beiden Pferde, mit denen sie auch
an Wettkämpfen mit dem Reitverein teilnimmt. Sean schwimmt nebenbei noch bei der DLRG und geht gerne mit seinen Freunden
ein paar Körbe werfen. Das Training nimmt allerdings viel Freizeit in Kauf. “Es macht ja Spaß und man möchte natürlich neue Titel
und Bestzeiten erreichen", so die Nachwuchstalente. 

NORDWEST ZEITUNG vom 17. Februar 2011
Über alle Stolpersteine zur Meisterschaft
Porträt: Löninger Leichtathletin Nadine Aselage fiebert Titelkämpfen Anfang März entgegen

Von Stephan Tönnies
Löningen. Nadine Aselage ist eine, die laufen kann. Schnell laufen kann. Und das über eine große Distanz. Laufen ist für sie
Leidenschaft, das wissen auch ihre Konkurrentinnen. Die sehen im Crosslauf, über die 800 und die 1500 Meter regelmäßig nur die
Hacken der Leichtathletin des VfL Löningen. Wenn die 17-jährige Schülerin des Löninger Copernicus-Gymnasiums an den Start
geht, taucht sie anschließend regelmäßig ganz oben in den Ergebnislisten auf. Die Medaillen, die Pokale und die Urkunden in
ihrer Trophäensammlung sind Ausdruck dieser Erfolge.
Titelsammlerin
In Niedersachsen gibt es im Crosslauf nur wenige in ihrer Altersklasse, die besser sind als sie. Bei den Landesmeisterschaften am
Wochenende in Ostercappeln ging sie als Titelverteidigerin an den Start, wurde diesmal aber nur Vierte. Eigentlich kein schlechtes
Ergebnis, aber sie ist es nun einmal gewohnt, Titel am laufenden Band zu sammeln. “Nadine ist eine richtig Gute”, sagt Antonia
Beyer, die zusammen mit ihrem Mann Armin zum Trainerteam des VfL Löningen gehört. Und die erfahrene Trainerin hat Ver-
gleichsmöglichkeiten. Schließlich trainieren beim VfL gleich mehrere der talentiertesten Läufer Niedersachsens. So kommt es
schon mal vor, dass sich Nadine zusammen mit Steffen Brümmer und Lea Meyer auf Wettkämpfe vorbereitet. Sie trainieren hart
zusammen. Aber der Spaß kommt dabei keineswegs zu kurz. Dafür sorgt auch Nadine. Manchmal sogar unfreiwillig: “Es kommt
schon vor, dass ich mich beim Laufen auf die Nase lege. Dann müssen wir uns immer totlachen”, sagt sie.
Nadine hat vor sechs Jahren mit der Leichtathletik angefangen. Damals war noch nicht abzusehen, dass sie einmal Titel sammeln
würde. “Nadine war ein ruhiges und schüchternes Mädchen”, erinnert sich Beyer. Aber Nadine entwickelte sich weiter und über-
flügelte mit ihrem Trainingseifer selbst ältere Läuferinnen. “Nadine hat eine tolle Entwicklung genommen. Sie ist selbstbewusst und
weiß, was sie will”, freut sich Beyer. Und nicht nur sie: “Dem Sport und meinen Trainern habe ich einiges zu verdanken. Ich bin
heilfroh darüber, dass ich vor sechs Jahren mit der Leichtathletik angefangen habe”, sagt Nadine, die kurz vor der nächsten großen
Herausforderung steht.
Titelkämpfe in Löningen
Am 5. März finden die Deutschen Crosslauf-Meisterschaften statt. Und das auch noch quasi vor Nadines Haustür - in Löningen.
Kein Wunder, dass sie hoch motiviert ist. Nadine trainiert zurzeit sechs bis siebenmal die Woche, um sich bei den Titelkämpfen in
Topform präsentieren zu können. Sie trainiert schon auf der offiziellen Laufstrecke. “So kenne ich die Strecke bald in und aus-
wendig”, sagt Nadine. An die Titelkämpfe im Vorjahr hat sie keine guten Erinnerungen. In Stockach am Bodensee hatte sie nicht
ihr Potenzial abrufen können. Nadine weiß, warum sie unter ihren Möglichkeiten geblieben ist: “Wir sind damals nach Stockach
geflogen. Und der Flug hat mir nicht gut getan. Danach war mein Kreislauf ziemlich im Eimer.” Dafür, dass es diesmal besser läuft,
soll auch ihre Familie sorgen. Vater Dieter, Mutter Maria und Schwester Denise werden an der Strecke stehen und Nadine nach
Leibeskräften anfeuern. Allerdings könnte ein Familienmitglied fehlen: Es ist fraglich, ob auch die dreijährige Mischlingshündin
Senta dabei sein wird: “Senta hält nicht viel vom Laufen. Wenn man mit ihr joggen geht, kann es gut sein, dass sie irgendwann
keine Lust mehr hat und einfach stehenbleibt”, sagt Nadine und lacht.
Entspannung beim Lesen
Dagegen wird Nadine die Lust an der Leichtathletik wohl nie verlieren. “Ich mag diesen Sport. Gerade nach acht Stunden Schule
brauche ich die Bewegung, um den Kopf frei zu bekommen.” Angesichts des hohen Trainingsaufwands bleibt für andere Hobbys
allerdings wenig Zeit. Dennoch lässt sie es sich nicht nehmen, immer mal wieder ein gutes Buch zu lesen: “Lesen bereitet mir viel
Freude. Einfach mal abtauchen und den Moment genießen”, sagt Nadine. 

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 23. Februar 2011 
Kock eilt von Erfolg zu Erfolg
Lingenerin auch international am Start

Lingen
. Sie ist die Überfliegerin in der emsländischen Leichtathletik: Maren Kock, Mittel- und Langstrecklerin der LG Emstal
Dörpen, eilte 2010 von Erfolg zu Erfolg. Da verwundert es kaum, dass die 20-Jährige erstmals zu Niedersachsens Leichtathletin
des Jahres gewählt wurde. Selbst von Olympia 2012 darf Kock ein wenig träumen: Die Sporthilfe Emsland unterstützt sie dabei
und berief sie in das “Topteam für London”.
“Mit dem Jahr bin ich sehr zufrieden”, sagt die Lingenerin. “Ich habe alles erreicht, was ich mir zum Ziel gesetzt habe.” Ihren per-
sönlichen Höhepunkt erlebte sie schon zum Jahresbeginn, als sie bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe die
Silbermedaille über 3000 Meter gewann. “Damit hatte keiner gerechnet”, betont die Pharmazeutisch-Technische Angestellte. Der
Vizetitel war das Startsignal für eine ebenfalls erfolgreiche Saison unter freiem Himmel, die Kock bei der Junioren-DM in Regens-
burg mit dem Titel über 5000 Meter krönte.
Längst zählt Kock zum Stammpersonal in den Kadern des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV). So nahm sie mit dem
Bundesadler auf dem Trikot an einem U-23-Länderkampf im polnischen Bydgoszcz teil. Mit ihrem ersten Rang auf der 3000-Meter-
Distanz trug sie zum DLV-Gesamterfolg bei. Aufgrund der internationalen Erfahrungen, die Kock sammelte, stellte 2010 für ihren
Trainer Arno Kosmider eine weitere Steigerung gegenüber dem Vorjahr dar: “Es war noch mehr Dampf drin.” Das gilt auch für
Kocks Teilnahme an der U-23-Europameisterschaft der Crossläufer im portugiesischen Albufeira. “Das hat das Jahr abgerundet”,
so die 20-Jährige, die mit dem deutschen Team auf Rang fünf landete.
Arno Kosmider ist voller Zuversicht, dass sein Schützling 2011 in der Erfolgsspur bleibt: “Ich vermute, dass sie noch steigerungs-
fähig ist.” In einem DLV-Trainingslager im spanischen Chiclana wurde die Basis dafür gelegt. Mit der Hallen-DM in Leipzig am
kommenden Wochenende steht der erste große Wettkampf des neuen Jahres bereits vor der Tür. Ohne die verhinderte Favoritin
Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) zählt Kock dort zum erlesenen Kreis der Gold-Anwärterinnen über 3000 Meter.
==> Weitere Berichte über Maren Kock vom 19. Januar 2006 / 29. August 2006 / 12. Februar 2010 

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 24. Februar 2011 
Von Lenas Lächeln nach langer Leidenszeit
Leichtathletin Saathoff mischt nach gesundheitlichen Problemen bundesweit ganz vorne mit

Von Til Bettenstaedt
Georgsheil. Nichts und niemand kann Lena Saathoff in diesen Tagen die Laune vermiesen. Auch nicht die Abitur-Prüfungen, die
die 18 Jahre alte Leichtathletin aus Ihlow in wenigen Wochen zu bewältigen hat. Dass Lena Saathoff derzeit auf Wolke sieben
schwebt, liegt am vergangenen Sonnabend. Da gewann die Dreispringerin in Leverkusen nicht nur Bronze bei den Deutschen
Jugend-Meisterschaften, sondern wurde von der Bundestrainerin Elke Bartschat (Münster) zudem in den Nationalkader berufen.
“Sie hat mich sehr gelobt. Der dritte Platz und die Nominierung sind mein bislang größter Erfolg", sagt Lena Saathoff - und lächelt.
Dieser Coup ist umso bemerkenswerter, weil sich die für den SV Georgsheil startende Ostfriesin erst seit einem Jahr intensiv mit
der Disziplin Dreisprung beschäftigt. “Eigentlich hatte ich meine Stärken vor allem im Sprint über 100 oder 200 Meter", erzählt die
langjährige Mehrkämpferin, die auf Landesebene zahlreiche Erfolge feierte. Doch dann kam das Jahr 2009, das für Lena den Be-
ginn einer langen Leidenszeit darstellen sollte. “Ich fühlte mich mit einem Mal oft sehr schwach, war ständig erkältet." Ihre Lauf-
zeiten wurden in dieser Phase deutlich schlechter, Lena Saathoff brach im Verlauf der Rennen nach 30, 40 Metern regelmäßig ein.
“Sehr deprimierend war vor allem, dass ich zunächst überhaupt nicht wusste, was los ist", erzählt sie. Erst nach etlichen Bluttests
hatte die Leichtathletin eine Diagnose: Pfeiffersches Drüsenfieber. An intensives Lauftraining war in der Folge nicht zu denken. “Im
Sprint geht nun mal richtig die Post ab, da musste ich umdenken", erzählt Lena Saathoff. Weil sie schon zu Mehrkampfzeiten
immer gerne gesprungen war, entschied sie sich gemeinsam mit ihrem Vereinstrainer Michael Mücher für den Dreisprung. In der
Sandgrube kam Lena Saathoff anfangs nur schwer in die Gänge. “Mehr als elf Meter schaffte ich in dieser Zeit nicht." Saathoffs
Landescoach sagte ihr in dieser Phase, dass ihre Versuche nicht nach Dreisprung aussähen.
Mittlerweile ist die zukünftige Lehramtsstudentin längst wieder gesund, steigerte sich deutlich und feierte mit den 12,53 Metern in
Leverkusen ihren bisher größten Triumph. “Damit habe ich nicht gerechnet. Nun weiß ich, dass noch mehr drin ist. 13 Meter
sollten es irgendwann schon sein." Um dieses Ziel zu verwirklichen und weitere Erfolge bei Meisterschaften zu erringen, schuftet
Lena Saathoff fünfmal pro Woche an ihrer Fitness - auch wenn sie die Hallensaison nach der DM eigentlich beenden wollte. “Viel-
leicht werde ich aber noch zum Ländervergleich mit England und Frankreich Anfang März eingeladen. Daher trainiere ich weiter."
Doch ob die Leichtathletin des SV Georgsheil nun für den Wettkampf in Hamburg nominiert wird oder nicht -Lenas Lächeln ist
nach ihrer Leidenszeit ohnehin schon längst wieder zurückgekehrt. 

NORDWEST ZEITUNG vom 26. Februar 2011 
Spelmeyer trifft auf starke Konkurrenz
Leichtathletik: 20-Jährige startet bei Hallen-DM in Leipzig - Training und Studium in Hannover

Von Jan Baumgärtner
Oldenburg. Auf starke Konkurrenz trifft Ruth Spelmeyer vom VfL Oldenburg an diesem Wochenende bei den deutschen Hallen-
meisterschaften in Leipzig über 200 m. Eine Prognose ist schwierig. “Es bringt nichts, zu spekulieren. Ich will mich gut präsen-
tieren”, sagt die 20-Jährige. Dabei hat das Jahr in der Halle auf ihrer Paradestrecke für sie gut begonnen: Im Januar wurde Spel-
meyer Niedersachsenmeisterin in Hannover (24,82 Sek.) und Anfang Februar norddeutsche Meisterin in Neubrandenburg (24,60
Sek.).
Erstmals aufgefallen ist ihr Talent in der vierten Klasse der Grundschule Bümmerstede ihrer Lehrerin. Sie riet ihr, einem Verein bei-
zutreten. Seit 2004 trainiert sie beim VfL. Der erste Erfolg war die Vizemeisterschaft auf Bezirksebene über 100 m. 2005 wurde
Spelmeyer erstmals Landesmeisterin über 100 m und 300 m sowie norddeutsche Meisterin über 300 m. Als B-Jugendliche folgten
2006 die Titel in Niedersachsen und Norddeutschland über 100 m und 200 m. 2007 lief sie zur deutschen Vizemeisterschaft über
200 m. Als ihren bisher wichtigsten Erfolg bezeichnet Spelmeyer den Titelgewinn 2008 bei den deutschen Jugendmeisterschaften
im Olympia-Stadion in Berlin über 200 m (24,12 Sek.). Diesen verteidigte sie im Folgejahr in Rhede (23,82 Sek.) erfolgreich. Bei
den Jugend-Europameisterschaften 2009 in Novi Sad (Serbien) lief sie im Vorlauf ihre persönliche Bestzeit (23,69 Sek.), konnte
diese Zeit aber im Endlauf nicht wiederholen und verpasste als Vierte und beste Deutsche knapp eine Einzelmedaille. Europa-
meisterin wurde sie trotzdem, mit der Staffel über 4 x 100 m.
Nach ihrem Abitur im Mai 2010 zog sie nach Hannover um. Dort trainiert sie im Leistungszentrum und studiert Germanistik und
Philosophie. “Für Hobbys bleibt wenig Zeit”, sagt Spelmeyer, deren Freunde ihr wichtig sind. Zur Entspannung liest sie viel - und
reist gerne in andere Länder, um Neues zu entdecken. So war Spelmeyer im Heimatland ihrer Mutter in Argentinien sowie bei
Wettkämpfen und Trainingslagern u.a. in Portugal, Polen, Serbien, Frankreich und Spanien. Der Sport steht an erster Stelle. “Ich
bin nie zufrieden, auch wenn ich meine Ziele erreicht habe”, sagt sie ehrgeizig. Eine Olympiateilnahme hat sie im Hinterkopf. Der
Weg zu Olympia 2012 in London ist jedoch extrem schwer - die Qualifikationsnorm beträgt 22,80 Sekunden. Aber in Nieder-
sachsen ist sie auf ihrer Strecke die Nummer eins: Bei ihrer Premiere in der Frauenklasse wurde sie 2010 Landesmeisterin und
war in diesem Jahr in der Halle ebenfalls erfolgreich.
==> Ein weiterer Bericht über Ruth Spelmeyer vom 22. Juni 2006 

NORDWEST ZEITUNG vom 2. März 2011
Bernhard Sager freut sich auf 41. Auflage des VfL-Straßenlaufes
Leichtathletik: Initiator entwickelte Idee im Herbst 1970 - Oldenburger am 13. März wieder dabei

Oldenburg
. “Der ist ja verrückt! Wir brauchen mindestens 20 bis 30 Helfer.” Das dachte Klaus Sprenger, als Bernhard Sager im
Herbst 1970 der kleinen Leichtathletikabteilung des VfL Oldenburg den Vorschlag machte, 1971 einen Straßenlauf zu veranstalten.
Doch dessen Begründung überzeugte damals: “Wir fahren überall hin und bieten selbst nichts an.” So fand am 27. März 1971 der
erste Straßenlauf des VfL Oldenburg statt, organisiert von Bernhard Sager, Eduard Wilms, Gerhard Ehlert und der Abteilung, unter-
stützt vom damaligen Kreis- und Bezirksvorsitzenden des Verbandes, Herbert Kaschlun. Auch Klaus Sprenger und Jürgen Wegner
blieben bei allen Straßenläufen als Organisatoren dabei. 33 Läufer waren bei der Premiere am Start, 27 kamen ins Ziel. Sager
erinnert sich: “Ab Mitte der 60er Jahre fanden die ersten Straßenläufe statt, aber alle um Oldenburg herum. Wir mussten zum Teil
weit reisen, um zu laufen. Da wollten wir selbst einen Lauf organisieren.” Daraus wurde im Laufe der Jahre eine große Laufveran-
staltung, die am Sonntag, 13. März, zum 41-mal stattfindet.
Sager wechselte 1960 vom Fußball zur Leichtathletik und ist bis heute vor allem auf der Langstrecke aktiv. Über 40 Marathonläufe
hat er absolviert. Sein größter Erfolg: Deutscher Vizemeister mit der Mannschaft in Berlin 1991. Zudem wurde er mit der Mann-
schaft Landesmeister im Crosslauf, über 10 km und im Halbmarathon - zuletzt am 13. Februar dieses Jahres in Ostercappeln in
der M 70. Aber Sager ist nicht nur gelaufen. Mehrere Male musste er beim Fünfkampf und zweimal beim Zehnkampf “aushelfen”,
weil die Mehrkämpfer Sprenger und Wegner einen dritten Mann für die Mannschaft brauchten. Er war VfL-Abteilungsleiter Leicht-
athletik und ist seit über 30 Jahren Trainer, überwiegend für Schülerinnen und Schüler. Auch im Urlaub ist der ehemalige Maschi-
nenbauer und Lehrer aktiv. 2009 fuhr er mit dem Fahrrad an der Weser entlang über Fulda und Würzburg bis nach Erlangen, um
seine Tochter Annika zu besuchen. 2010 fuhr er von Dresden zur tschechischen Grenze und zurück in den Norden: 1300 km in
vier Wochen. Auch weiterhin ist Sager bei allen Veranstaltungen der Leichtathletikabteilung des VfL dabei: Beim Schüler-Hallen-
sportfest im Januar, beim Straßenlauf im März, beim Staffellauf im August und zum Abschluss des Jahres beim Silvesterlauf.

NORDSEE ZEITUNG vom 12. März 2011 
Fenja bleibt auf dem Teppich 
A-Jugendmeisterschaft in Dreisprung: Junge Athletin trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein

Von Georg Weber
Langen. “In zwei Tagen wird Fenja 18, dann kann sie alleine Auto fahren", atmet Karl Hublitz, Vater der Deutschen Jugend-Hallen-
Meisterin im Dreisprung, spürbar auf. Dann müssen er, Mutter Inke oder die Oma seine Tochter nicht mehr zum Training von Lox-
stedt nach Langen fahren und wieder abholen. Jetzt gab die Stadt für Fenja Hublitz im Rathaus einen Empfang. “Eine tolle Sache",
freut sich die junge Athletin über den Eintrag ins Goldene Buch.
Seit ihrem siebten Lebensjahr betreibt die Schülerin des Lloyd-Gymnasiums aktiv Sport. Mit Turnen und Ballett fing es an, und weil
sich das Kind schon immer gern bewegte, gerne lief und sprang, machte sie bald bei Mehrkampfmeisterschaften mit. Bis sie "in
die Hände" von Meistertrainer Carsten Decker am Leistungsstützpunkt Langen geriet. Dort fand sie die Rahmenbedingungen, die
der jugendlichen Leistungssportlerin des TV Langen zu ihrem sportlichen Erfolg verhelfen. “Hier sind nicht nur Trainingsgemein-
schaften junger Athleten, hier sind durch harmonisches Miteinander gute Freundschaften entstanden". freut sich der Vater. Die
Eltern haben Fenja nie unter Druck gesetzt. “Es muss ihr Spaß machen", sagt Mutter lnke. Dadurch und durch viel Fleiß hat sich
Erfolg eingestellt: Fenja ist deutsche A-Jugendmeisterin im Dreisprung.
Ohne Fleiß kein Preis: Sechs Mal in der Woche trainiert sie jeweils zwei Stunden die schwierige Dreisprung-Technik: “Hop - Step -
Jump". Ihre Bestleistung liegt bei 12,95 Metern. “Eine Super-Entwicklung", sagt Carsten Decker, die noch viel erwarten lässt,
“denn erst mit 20 Jahren ist die körperliche Vollreife erreicht". Derzeit wird der Weltrekord von einer 26-jährigen Sportlerin mit 14,20
Metern gehalten. So weit wird es für Fenja noch nicht gehen: 13,20 Meter strebt sie an. Sie will ihre Leistung stabilisieren.
Erst mal steht jedoch in einem Monat das Abi an. Ihr berufliches Ziel? “Ich will Grundschullehrerin werden", sagt Fenja. Das wird
sie mit ihrem Notenschnitt unter “2,0" erreichen. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London ist dabei eher das
Ziel von Bürgermeister Thorsten Krüger: “Ich glaub da dran", spornt er Fenja an. Würde sie sich für die Olympischen Spiele quali-
fizieren, wäre sie nach Ulrike Meyfarth die zweite A-Jugendliche, die an Olympischen Spielen teilnimmt. Erst mal durfte sie sich
ins “Goldene Buch" der Stadt eintragen und wurde in Anwesenheit etlicher Prominenter mit einer Urkunde geehrt. Unter ihren Be-
wunderern ist auch Vize-Bürgermeister Johann Lüdemann. Sein Kommentar zu Fenjas Leistung: “Hervorragend”.
==> Ein weiterer Bericht über Fenja Hublitz vom 10. Juli 2010   
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