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Zurück zur Übersicht (Porträts und Berichte über Leichtathleten) / Zurück zur vorherigen Seite / Zurück zur Startseite ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Michael Spöttel LG Kreis Verden (17.3.2011) Helmut Schweer SV Eintracht Neuenkirchen (19.3.2011) Kira Lages LG Eichsfeld (23.3.2011) Rüdiger Ullrich LG Kreis Verden (26. März 2011) Victoria Sack LG Peiner Land (16. April 2011) David u. Jörg Valentin TV Norden (21.4.2011) Natalie Moldrzyk OTB Osnabrück (3.5.2011) Hartmann Jung Läufer-Team Oker (18.5.2011) Stefan Koch LG Braunschweig (27.5.2011) Ingrid und Konrad Stölting MTV Wolfenbüttel (4.6.2011) ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ VERDENER ALLER-ZEITUNG vom 17. März 2011 Barfuß auf der Tartanbahn Michael Spöttel - ein Verdener Leichtathlet mit beeindruckenden Erfolgen / Mit Zwölf fing alles an Von Jürgen Thiele Verden. Er hält den niedersächsischen Rekord im Marathonlauf. Seit mehr als 25 Jahren. Er ist aber auch Mitglied im Leichtath- letikverein Verden (LAV), seit 40 Jahren. Dafür wurde er vor kurzem geehrt: Michael Spöttel - einer der besten Athleten der Verden- er Leichtathletik, der immer noch aktiv Mittelstreckenrennen läuft. Heute ist er 55 Jahre alt, mit zwölf Jahren taucht sein Name erstmals bei einem Waldlauf in Dörverden auf. Drei Jahre später beginnt er unter Anleitung vom jetzigen Sportwart Helmut Behr- mann ein geplantes Training. Bereits ein Jahr später, 1971, gewinnt er in der B-Jugend mit seinen Sportkameraden Jürgen Schulze und Ulf Ranke den Mannschaftstitel bei den Deutschen Waldlaufmeisterschaften (die in den Folgejahren “Crossmeisterschaften” heißen). 1974 folgt sein erster Länderkampf als deutscher Athlet gegen die Niederlande. Im Jahr 1977 erringt er die Titel Deutscher Juniorenmeister über die 10 000m-Distanz und auch mit der Mannschaft im Crosslauf. Bis zu 200 km in der Woche In den Jahren darauf mehren sich die Siegerplatzierungen bei Landesmeisterschaften und die Medaillenränge bei Deutschen Meisterschaften: Er wird Deutscher Marathonmeister 1979 und 25-Kilometer-Meister 1982. Der Deutsche Leichtathletikverband nominiert ihn in den Folgejahren für einige Länderkämpfe und Cross-WM-Teilnahmen. Bei der Universade 1983 in Edmonton/ Kanada erringt er die Bronzemedaille im Marathonlauf. 1987 läuft er bei der Weltmeisterschaft in Rom auf Rang 19 über diese Strecke. “Die Auswahl ist willkürlich, ich habe noch viele weitere tolle Wettkämpfe gehabt”, so Spöttels Bewertung im Rückblick. Seine guten Leistungen kommen nicht von ungefähr: Spöttel trainiert in seiner aktiven Zeit täglich 30 Kilometer, jede Woche etwa 200 Kilometer. Michael Spöttel kommt in seiner Läuferleben herum in der Welt. In Peking läuft er Marathon, trainiert in Bogota/Kolumbien und Kenia; mehrmals führt ihn der Weg in die USA. Dort erreicht er 1984 in Houston seine Marathonbestzeit: 2:12:51 Std., eine Zeit, die bis heute als Landesrekord in Niedersachsen nie wieder gelaufen wurde - seit 26 Jahren! Bis 1990 geht seine aktive Läuferzeit, danach trainiert und läuft er aber weiter mit unterschiedlicher Intensität. Als Senior startet er auch heute noch gern, besonders wenn es um Mannschaftswertungen geht. Anfang März erringt das LGKV-Läuferteam M50/55 mit ihm Rang fünf bei den Deutschen Crossmeisterschaften in Löningen. Der promovierte Philologe und Inhaber von zwei Damenmodegeschäften in Bremen hat natürlich auch eine kleine Sammelleidenschaft: Nationaltrikots, die er während seiner Aktivenzeit getragen oder mit seinen Gegnern ge- tauscht hat. Einen unsportlichen Ausgleich nimmt er sich heute neben der Leichtathletik: “Ich beschäftige mich gern mit intellektu- ellen Themen, alternative Heilmethoden als Beispiel, aber stets aus einer kritischen Perspektive”. Natürlich interessiert er sich auch für das Umfeld in der Leichtathletik. Spontan fallen ihm mehrere Themen ein, was er in dieser Sportart ändern würde, wenn er eine entsprechende Funktion ausüben würde, zum Beispiel: “Förderkonzepte entwickeln, die beruf- liche und sportliche Ziele miteinander verbinden, um über die aktive Karriere hinaus eine Perspektive für den außersportlichen Be- reich zu haben.” Auch nach vielen Läuferjahren hat Michael Spöttel sein persönliches Markenzeichen noch nicht abgelegt: Bei Bahnläufen verzichtet er auf Laufschuhe, barfußlaufen gefällt ihm besser. ==> Ein weiterer Bericht über Michael Spöttel vom 19. April 2006
NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 19. März 2011 Er läuft und läuft und läuft... Für Helmut Schweer bedeutet das Laufen Lebensqualität Osnabrück. Dreieinhalb Mal ist der 52-jährige Helmut Schweer um die Erde gelaufen. Der Langstreckenläufer vom SV Eintracht Neuenkirchen hat bilanziert, dass er in seiner Laufbahn bisher über 140 000 Kilometer zurückgelegt hat. Das entspräche dreiein- halb Erdumrundungen. Dabei hat er ein paar Rekorde aufgestellt. Das Wichtigste ist ihm aber heute, seinen Gedanken beim Laufen freien Lauf zu lassen. “Man kann Stress abbauen, von schlechter Laune auf gute Laune umschalten, über vieles nachdenken und auf neue Ideen kommen”, zählt Helmut Schweer die Vorteile des Laufens auf. Wenn etwas “ansteht”, dann gehe er auf die Piste, meint der technische Angestellte. Das empfehle er auch seinen Kindern, wenn sie für eine Klausur oder für eine Prüfung lernen müssen, um den Kopf freizubekommen. Seine Tochter und sein Sohn haben die Leidenschaft fürs Laufen von ihrem Vater über- nommen. Tochter Jana war im Kader des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes der Mittel- und Langstreckenläufer; Sohn Jannek im Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes der Geher. Auch Helmut Schweer hat einige Meriten gesammelt in seiner langjährigen Laufbahn. Von 1985 bis 2005 hielt er den Streckenre- kord beim Osnabrücker OTB-Silvesterlauf. Er wurde erst von Europameister Jan Fitschen gebrochen. “Ein würdiger Nachfolger”, kommentiert Helmut Schweer mit trockener Ironie. Beim Stundenlauf lief er 18 768 Meter und den Marathon in 2:24 Stunden. Das ist bis heute Bezirksrekord. 1980 begann Helmut Schweer mit dem Laufen. Ein schwerer Schicksalsschlag hat seinen Drang noch gesteigert. Seine Mutter ver- lor bei einem Autounfall ihr Leben, als er 21 Jahre alt war. Er lief gegen den Kummer an. Viele Freunde fragten ihn, warum er so hart trainiere. “Ich bin so besser damit klargekommen”, sagt er. Heute läuft Helmut Schweer, weil es seine Lebensqualität erhöht. “Das gehört für mich wie Essen und Trinken dazu.” Am liebsten läuft er durch den Wald. “Da kann ich die Natur genießen und die Vögel hören.” Auf der Strecke unterhält er sich zudem mit seinen Lauffreunden vom SV Eintracht Neuenkirchen. Deswegen ist er auch nie mit einem Walkman oder MP3-Player unterwegs. “Musik hören kann ich zu Hause”, meint er lapidar. Den Ehrgeiz, Rekorde aufzustellen, hat Helmut Schweer nicht mehr, obwohl er gerne erzählt, dass er vor zwei Jahren den zweiten Platz bei den Landes-Crossmeisterschaften belegte. Der 52-Jährige steckt sich aber Ziele, um sich zu motivieren. “Vielleicht laufe ich doch noch mal einen Marathon”, sagt er und lächelt in sich hinein. Den letzten lief er vor 20 Jahren. Sein nächstes Ziel ist es aber, wieder ans Laufen zu kommen. Nach einer Operation an der Schulter musste er zwei Monate pausieren. Das müssen zwei bittere Monate für Helmut Schweer gewesen sein.
EICHSFELDER TAGEBLATT vom 23. März 2011 Schnell zu rennen, macht ihr einfach viel Spaß Kira Lages: 14-jährige Gieboldehäuser Leichtathletin peilt die 100 Meter unter 12,9 Sekunden an Von Christian Roeben Der Händedruck ist zaghaft, die Begrüßung, mit leiser Stimme vorgetragen, ebenso - dabei hätte Kira Lages eigentlich doch gar keinen Grund zur Zurückhaltung. Die 14-jährige Leichtathletin vom TV Germania Gieboldehausen siegte jüngst nicht nur bei den Hallen-Bezirksmeisterschaften in Salzgitter im 60 Meter-Sprint, sondern wurde auch Meisterin in Niedersachsen und Bremen in derselben Disziplin in Hannover. In Salzgitter lief das Nachwuchstalent ihre Paradedisziplin statt in Spikes in normalen Turn- schuhen in beachtlichen 8,03 Sekunden. “Das”, beteuert Hartmut Hublitz, der die junge Leichtathletin als Trainer schon jahrelang betreut, “ist ganz hoch einzuschätzen.” Schon sehr früh, sagt Hublitz, habe man gemerkt, dass Kira ein Naturtalent im Sprint sei, “sie war von Anfang an schneller als die anderen.” Wie rasant die Realschülerin unterwegs ist, wissen mittlerweile nicht nur ihre Konkurrentinnen, sondern auch die Mitschüler. Wenn die schnelle Leichtathletin mal wieder in der Zeitung steht, wird Kira von den Klassenkameraden gerne darauf angesprochen: “Mir ist das dann immer etwas unangenehm, aber auf der anderen Seite ist man natürlich auch stolz.” Nach der Hallensaison steht aktuell eine kleine Ruhepause an, bevor die Vorbereitung auf die Sommersaison in Angriff genommen wird. Insgesamt zehn Wettkämpfe stehen in den kommenden Monaten auf der Agenda, darunter vier richtig wichtige Veranstaltung- en: Neben den Bezirks- und Landesmeisterschaften sowie einem Meeting in Osterode warten bei entsprechender Qualifikation auch die Deutschen Meisterschaften der B-Jugendlichen in Jena. “Das wäre natürlich ein Highlight”, schwärmt die Sprinterin, die früher auch noch Handball gespielt hat. Doch bei vier Trainingstagen pro Woche bleibt für andere Sportarten nun keine Zeit mehr. “Wenn man in Niedersachsen in der Spitze mitlaufen will, muss man drei- bis viermal in der Woche trainieren”, verdeutlicht Hublitz, der die nächsten Ziele schon deutlich vor Augen hat: “Wir wollen die 100 Meter unter 12,9 Sekunden laufen, das Potenzial dazu ist ganz sicher da.” An der Motivation mangelt es dem Mädchen jeden- falls nicht: “Schnell zu rennen, macht mir einfach richtig viel Spaß.” Um die Grundlagen für weitere Erfolge zu legen, ist im April ein Trainingslager in Italien in der Nähe von Rimini geplant. Gemütliche Urlaubsatmosphäre wird dabei jedoch wohl eher selten auf- kommen, schließlich wird in den zehn Tagen zweimal täglich trainiert. Gut, dass die Eltern das Hobby ihrer Tochter so gerne unter- stützen. “Ohne das ginge es nicht”, weiß auch der Trainer. Zum Abschied gibt’s einen leichten Händedruck und eine freundliche, aber leise Verabschiedung - deutliche Ausrufezeichen setzt Kira Lages lieber auf der Tartanbahn.
VERDENER ALLER-ZEITUNG vom 26. März 2011 Ullrich: Lieber laufen als in Mexiko Wälder abholzen Verzicht des Verdeners auf lukrativen Job / Ein Buch wegwerfen - geht nicht Von Jürgen Thiele Verden. Er studiert Forstwirtschaft und ist auch kurzfristig als Förster tätig. Aber die Perspektive in diesem Beruf überzeugt ihn nicht: Jahrelang hätte er Innendienst schieben müssen, bevor die eigentliche Tätigkeit in der Natur beginnen konnte. Das passt nicht in seine Vorstellung von diesem Beruf. Also studiert er weiter, erst Ethnologie und dann Philosophie - alle drei Ausbildungen an der Uni mit Abschluss. So unterschiedlich auch die Ausbildungen sind, eines bleibt konstant in seinem Leben: Die Liebe zur Leichtathletik hat Rüdiger Ullrich nie so richtig losgelassen. Und dafür ist er von seinem Leichtathletik-Verein Verden (LAV) ausge- zeichnet worden, für 40 Jahre Mitgliedschaft, obwohl sein Leben ihn in die ganze Welt führt und er seit langem in Göttingen wohnt. Heute ist er 59 Jahre alt, aber in den frühen 70er-Jahren macht er als talentierter Springer in Verden auf sich aufmerksam. 6,68 m im Weitsprung und 1,75 m im Hochsprung, 11,4 Sekunden über 100 Meter und 5399 Punkte im Zehnkampf sind seine besten Leistungen. Damit wäre er im vergangenen Jahr auf Rang eins der Kreisbestenliste platziert. Sohn Geronimo weckt Ehrgeiz Ende der 70er-Jahre unterbricht Rüdiger Ullrich seine leichtathletischen Aktivitäten für zwölf Jahre. “Das Leistungsniveau war ein- fach zu hoch in diesen Wettbewerben”, so urteilt er heute. Später beginnt er mit Gruppen erst Trainingseinheiten und dann Mittel- strecken zu laufen. Sein Ehrgeiz steigert sich, als sein Sohn Geronimo von Wartburg auch die Liebe zur Leichtathletik entdeckt. Als Trainervater führt er Geronimo 2008 zur Deutschen Juniorenmeisterschaft im Halbmarathon. Ihn begleitet er oft zu Wettkämpfen und am liebsten laufen beide in einem Rennen. “Irgendwie kriegen wir es oft hin, dass ich mit Geronimo zusammen starte. Er dann über 16 Runden, ich die kürzere Strecke über acht Runden”, der gemeinsame Wettbewerb motiviert ihn zu guten Leistungen. Da kommt es dann auch zu seinen schönsten Lauferinnerungen, vor zwei Jahren zum Beispiel beim Karwendel-Berglauf über zehn Kilometer mit 1400 Höhenmetern. Aktuell bringt seine Leistung auch beachtliche Erfolge: Bei den Norddeutschen Cross-Meisterschaften Anfang März in branden- burgischen Ludwigsfelde gibt es zwei Verdener Vizemeister: Sohn Geronimo im Lauf der Männer-Langstreckler und Vater Rüdiger in der Klasse der M60-Senioren. Ein weiteres gemeinsames Hobby verbindet beide: Sie angeln gern und am liebsten in Verden. Ruhe bestimmt auch sein zweites Hobby: Er liest gern, am liebsten Dostojewski. Kein Wunder, dass sich zuhause bei ihm Bücher stapeln. Er hat nicht alle gelesen, aber wegwerfen, ob gelesen oder ungelesen, das geht gar nicht. Und noch etwas, was für ihn gar nicht geht: Vor langer Zeit sollte er eine Holzfirma in Mexiko leiten. Die Versprechungen waren gut, nicht aber der Job: “Ich sollte Bergwälder abholzen. Das mache ich nicht, das passt nicht zu meiner Einstellung und Ausbildung.” So nimmt er den lukrativen und interessanten Job nicht an und läuft lieber in Deutschland.
PEINER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 16. April 2011 Victoria Sack läuft für Iowa-Uni Edemisser Leichtathletin studiert in USA Gerade das Abi geschafft, im Sommer bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften laufen und kurz danach geht es ab in die neue Welt. Die Rede ist von Leichtathletin Victoria Sack (LG Peiner Land), die ab August in den USA Mathematik studieren wird. Die Edemisserin hat ein Sport-Stipendium an der Universität von Iowa bekommen. “Der gesamte Sportkomplex ist neu, kostete 70 Millionen Dollar. Die Leichtathletik-Halle hat sogar eine 300-Meter-Bahn”, schwärmt die 400-Meter-Expertin von den Anlagen, die sie in fünf Monaten nutzen wird. Auch die medizinische Betreuung sei top, zudem gebe es von Krafträumen bis Whirlpools alles, was ein Leichtathlet braucht, um gute Leistungen zu bringen. Nicht zuletzt liegen Sportanlagen, Universitätsräume und Studentenwohnheim dicht zusammen. Somit wird die 18-Jährige viel Zeit sparen. Ähnliche Vorteile hat sie bald in Sachen Finanzen. “Die Uni bezahlt mir Bücher, Studiengebühren, Unterkunft, Essen und Sportausrüstung”, erläutert die Silberkamp-Gymnasiastin, dass sie sich allein ums Taschengeld kümmern muss. Diese Vorzüge würden andere Stipendiaten, die aus vielerlei Ländern kommen und für die Iowa-Uni in über 20 verschiedenen Sportteams unter dem Namen “Hawk- eyes” (Falkenaugen) antreten, ebenfalls genießen. Warum leistet sich Iowas Uni diese Ausgaben? “Sport hat in den USA einen ganz hohen Stellenwert. Viele Universitäten definieren sich sogar über Sport”, weiß Victoria Sack. Ihre Uni messe sich in Vergleichswettkämpfen in der sogenannten “Big Ten Conferen- ce” mit zehn anderen US-Hochschulen. Trainiert wird selbstverständlich auch - und das nicht zu knapp. “Rund 20 Stunden pro Woche werde ich runterreißen”, hat die Edemisserin in Telefongesprächen mit ihrem zukünftigen Trainer Clive Roberts erfahren, mit dem sie regelmäßig in Kontakt steht. Derzeit liegt ihr Pensum bei zwölf Stunden Training. “Bammel” vor der neuen Herausforderung und Angst, dass ihre Englischkenntnisse zu dünn sind, verspüre sie nicht. Allerdings: “Mal sehen, wie ich im August darüber rede.”
OSTFRIESEN ZEITUNG vom 21. April 2011 Davids Weg in die Fußstapfen seines Vaters Sohn des Leichtathleten Jörg Valentin (TV Norden) zählt zu größten Lauftalenten des Landes Von Til Bettenstaedt Norden/Sprockhövel. Dienstagmorgen, 6.30 Uhr. Während die meisten Schüler in ihren Betten schlummernd die Vorzüge der Osterferien genießen, ist der 13 Jahre alte David Valentin längst auf den Beinen. Oder besser: Die Füße des Siebtklässlers stecken schon in seinen Laufschuhen. Am vergangenen Sonnabend hat das für den TV Norden startende Leichtathletiktalent beim Citylauf in Norden über 5 Kilometer durch eine beeindruckende Zeit auf sich aufmerksam gemacht. 16:40 Minuten bedeuten deutsche Bestleistung in der Altersklasse bis 14 Jahre. Nun, drei Tage später, steht bereits die nächste Trainingseinheit an - ein gut 45-minütiger Ausdauerlauf. “Das frühe Aufstehen macht mir nichts aus. Ich bin es ja gewohnt", sagt der junge Sportler trocken. Davids Vater Jörg Valentin begleitet seinen Sohn an diesem frühen Morgen auf der Strecke rund um ihren Heimatort Sprockhövel (Ruhrgebiet). Der 48-Jährige ist in Ostfriesland kein Unbekannter in der Laufszene. Für den TV Norden holte der Langstreckler zum Beispiel sechs deutschen Senioren-Meisterschaften über 10 000 Meter und wurde 2003 sogar Mannschafts-Weltmeister im Cross- lauf. Jörg Valentin lernte Ostfriesland in Urlauben als Kind kennen - und mit den Jahren lieben. “Die Region ist im Laufe der Zeit mehr als eine zweite Heimat geworden. So oft es geht, reise ich in den Norden, um die gute Luft und die tolle Atmosphäre zu ge- nießen", berichtet der Inhaber von zwei Ferienhäusern in Norddeich und Greetsiel. Mitte der 1990er Jahre schloss sich der leiden- schaftliche Läufer dann dem Norder TV an, für den nun auch sein Sohn startet. “Wir fühlen uns in diesem Verein einfach sehr wohl", sagt Jörg Valentin. Sein Filius David ist mittlerweile auf dem besten Wege, eines Tages in die erfolgreichen Fußstapfen seines Vaters zu treten. “Was für ihn ein langsames Tempo ist, ist für mich nun ziemlich zügig", erzählt Jörg Valentin. Zunächst hatte der Chefredakteur des Lauf- magazins “Condition" (?) einige Probleme damit, dass sein Sohn schneller wurde als er, jetzt aber “freue ich mich darüber und bin stolz auf seine Leistungen". David, der ohne Zweifel zu den größten Mittelstreckentalenten des Landes gehört, sieht seine sport- liche Zukunft ganz entspannt. “Mir macht es vor allem viel Spaß, in der Natur zu sein, beim Laufen immer wieder neue Dinge zu sehen", sagt er. Dass er dabei die eine oder andere Bestzeit aufstellt, nimmt der Gymnasiast gerne mit. Auch wenn er mal nicht Kilometer abspult, geht es natürlich sportlich zu. So schlüpft er als Rechtsaußen in seine Fußballschuhe oder düst mit einem Mountain-Bike durch die Gegend. Jörg Valentin traut seinem Sprössling eine große Zukunft zu, weiß aber auch, dass auf dem Weg in die Spitze einige “Gefahren" lauern. “Vielleicht verliert er ja eines Tages wegen Stress in der Schule oder einer Freundin die Lust am Laufen", sagt er. Zunächst aber ist David Valentin bei den fast täglichen Trainingseinheiten mit Freude dabei - auch morgens um 6.30 Uhr, wenn seine Mit- schüler noch von der unterrichtsfreien Zeit träumen.
NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 3. Mai 2011 Osnabrücker Sprint-Ass trainiert Westerkappelner Kinder Westerkappeln. “Die Bälle zu mir und in der Mitte zusammenkommen!”, ruft Natalie Moldrzyk (OTB Osnabrück) durch die kleine Turnhalle am Schulzentrum. Die Angesprochenen reagieren prompt. Moldrzyk schafft es gerade noch, die Bälle zu fangen, schon sitzen die Grundschüler still in der Mitte und schauen ihre Trainerin an. Keine Frage, die 24-jährige Ibbenbürenerin hat gelernt, sich durchzusetzen. Immerhin betreut sie die Leichtathletik-Gruppe der Westerkappelner Elterninitiative für Spielen und Erleben (Wespe) bereits, seitdem sie 19 Jahre alt ist. Damals war sie noch Schülerin. Heute studiert Natalie Moldrzyk in Osnabrück Sport und Deutsch. Lehrerin will sie werden. “Das ist genau der richtige Beruf für sie”, sagt Gabi Herrmann von der Wespe. Auch Petra Kleen, durch die Moldrzyk zur Wespe kam, ist von der blonden, jungen Frau be- geistert. Kein Wunder: Ihre Zeit widmet sie dem Sport und ihren Schülern. Fünfmal die Woche trainiert sie beim Osnabrücker Turnerbund (OTB). Sie ist Osnabrücks schnellste Sprinterin. Über die 100 Meter liegt ihre Bestzeit bei 12,6 Sekunden. Mit der Staffel nahm sie an den Deutschen Meisterschaften teil. Wenn Natalie Moldrzyk nicht selber auf der Tartanbahn zu finden ist, unterrichtet sie - beim OTB, in einer Eversburger Schule und bei der Wespe. “Mir macht das Spaß, und ich liebe die Leichtathletik. Doch aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwindet sie immer mehr. Eigentlich sieht man ja nur noch Fußball im Fernsehen. Ich möchte die Kinder für meinen Sport begeistern”, sagt die Sprinterin. Bei der Ganztagsbetreuung der Wespe geht es freilich nicht über die Grundlagen der Leichtathletik hinaus. Und auch die sind schön verpackt. “Natürlich machen wir das spielerisch. Oft merken die Kinder gar nicht, dass sie da Leichtathletik machen”, schmunzelt die Lehramtsstudentin. Die Kinder, die sie bei der Wespe betreut, wechseln regelmäßig. Zwölf sind es derzeit, wenn alle da sind. Aber die Teilnehmerlisten werden durchgewechselt, damit jedes Kind auch alles einmal ausprobieren kann. An diesem Dienstag sind neun gekommen. Die laufen schon vor der Stunde auf ihre Trainerin zu und begrüßen sie. Zwei Mädchen nehmen die Hände der jungen Frau und hüpfen: “Hallo Natalie”, rufen sie. Die Stunde kann endlich losgehen. Wer glaubt, Grundschüler seien zu jung, um sich mit Leichtathletik zu befassen, der irrt. Auch die Trainerin selber wurde in diesem Alter entdeckt. Schwer war das nicht, sie sei einfach immer die Schnellste gewesen, sagt Moldrzyk und lächelt verschmitzt. Die Lehrer empfahlen sie einer Trainerin und lagen richtig. Kürzlich wurde sie zur Sportlerin des Jahres beim OTB gekürt. Entscheidender als ihre sportlichen Qualitäten sind für den Umgang mit den Kleinen aber ihre menschlichen. Sympathisch, aber bestimmt gibt sie den Kindern eine klare Richtung vor - und trifft dabei offenbar den richtigen Ton. “Gut”, kommt es wie aus der Pistole geschossen, wenn die Schüler nach ihrer Meinung über die Stunde am Dienstagnachmittag gefragt werden. Sportliche Er- folgserlebnisse stellen sich fast automatisch ein. Zudem bringt Natalie Moldrzyks Unterricht noch einen großen Vorteil: “Sonst müssen wir oft die Jahrgänge enger fassen. Aber bei Natalies Stunde ist es kein Problem, wenn Zweit- auf Viertklässler treffen”, sagt Gabi Herrmann. Die Kosten für die Wespe sind relativ gering. “Sie macht das für kleines Geld, wir haben ja auch nicht viel. Bei ihr steht die Motivation im Vordergrund”, sagt Petra Kleen dankbar. Ein Lob, dass Gabi Herrmann auch an die anderen Wespe- Übungsleiter weitergibt und hinzufügt: “Wir haben wirklich sehr gut ausgebildete und motivierte Leute. Darüber sind wir sehr, sehr froh.” Dienstälteste Trainerin Die Dienstälteste dieser Riege ist Natalie Moldrzyk. Im kommenden Februar wird sie vermutlich ihr Referendariat antreten - in Osnabrück, hofft sie. Der Wespe hat sie für diese Zeit noch nicht abgesagt. Erst will sie sehen, ob neben der neuen beruflichen Belastung nicht doch etwas Zeit bleibt. “Immerhin macht mir die Arbeit hier ja viel Spaß”, sagt die in Polen geborene Sportlerin. Wenig später steht Natalie Moldrzyk in der Halle. Die Arme hat sie verschränkt. Kurz ziehen sich die Augenbrauen zusammen “Alex, gleich gibt es eine Verwarnung”, ruft sie laut und ernst durch die Halle. Der Angesprochene guckt kurz und weiß, was die Stunde geschlagen hat. Sofort konzentriert er sich wieder auf die Inhalte. Natalie Moldrzyk kann sich eben durchsetzen - auf, aber auch neben der Tartanbahn.
VOKSSTIMME vom 18. Mai 2011 “Lauf-Papst” feiert den 70. Hartmann Jung blickt auf eine erfolgreiche Karriere zurück Oker. Der 1. Vorsitzender und Gründer des Läufer-Team-Oker e. V., Hartmann Jung, feiert am 19. Mai seinen 70. Geburtstag. Der Verein wurde am 14. Januar 1995 von neun Gründungsmitgliedern, die sich aus gemeinsamen Trainingsläufen und Wettkämpfen zusammengefunden hatten, ins Leben gerufen. Sinn und Zweck der Vereinsgründung war die Pflege und Förderung des Laufsports, insbesondere des Breiten- und Volkssports. Durch gemeinsames Training, Teilnahme an Wettkämpfen und Ausrichtung von eigen- en Laufveranstaltungen sollte dies verwirklicht werden. Daneben werden die folgenden, eigenen Veranstaltungen ausgerichtet: Lauf um die Eulenburg, Abendlauf um die Okertalsperre und die dreiteilige Harzer Talsperrenserie Mittlerweile sind zwei der Laufveran- staltungen als Wertungsläufe in den Südniedersachsen Cup aufgenommen worden. Hartman Jung hatte die Idee vor 35 Jahren, diese wohl einzigartige Serienwertung ins Leben zu rufen. An drei aufeinander folgenden Wochenenden werden der Schulenberger Arm der Okertalsperre, die Granetalsperre bei Astfeld und der Hauptarm der Okertalsperre umrundet. Hartmann Jung ist auch nach zwei Hüftoperationen immer noch als Läufer bei verschiedenen Veranstaltungen aktiv und wird noch oft von seiner Frau Heidrun, die selbst natürlich auch eine erfolgreiche Läuferin ist, begleitet. Als junger Läufer war Hartmann Jung ein sehr erfolgreicher Athlet. Unzählige Pokale, Medaillen und andere Trophäen schmücken die Vitrinen im Hause Jung. Marathon- bestzeit von 2 Stunden 50 Minuten mit Einlauf in das Olympiastadion in München und Bestzeit von 33:07 Minuten über zehn Kilo- meter waren einige seiner Schlüsselerlebnisse in seiner Läuferkarriere. Heute noch ist er als Skilangläufer und Biathlet in den Wäldern unterwegs. Heute setzt er den Schwerpunkt auf das Training seiner Läuferinnen und Läufer und es gelingt ihm immer wieder durch gezielten, langjährigen Aufbau, junge und bereits fortgeschrittene Sportler zu neuen Bestzeiten zu bringen. Auch über die Landesgrenzen hinaus genießt Hartmann Jung einen guten Ruf und steht bei jeder Veranstaltung mit Rat und Tat zur Seite.
BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 27. Mai 2011 Stefan Koch hat ein großes Ziel: Die olympischen Spiele in London Von Ute Berndt Stefan Koch kocht weitgehend sein eigenes Süppchen. Aber der deutsche Marathonmeister von der LG Braunschweig hat sich gut damit arrangiert. Er lebt als Laufprofi ganz ohne Kaderstatus, Verbandsförderung oder DLV-Trainingslager. Als er vor zwei Jahren die Weltmeisterschaft in Berlin wegen einer Oberschenkelverletzung kurzfristig absagen musste, flog der 26-Jährige laut eigener Aussage aus dem Kader des Deutschen Leichtathletikverbandes. Große Auswirkungen habe das aber nicht gehabt, erzählt er. Auslandstrainingslager mit anderen Läufern mag er ohnehin nicht. "Ich trainiere lieber zu Hause, da kann ich alles so steuern, wie ich es brauche, alles alleine durchziehen." Seinen Trainer muss er auch nicht bezahlen, es ist sein Vater Reinhard. Stefan Koch wohnt noch zu Hause in Rheine und hat so- mit keine großen Kosten. Den Lebensunterhalt bestreitet er mit Geldern seines Ausrüsters und der Vereins-Sponsoren. "Ich kon- zentriere mich ganz auf den Sport", betont er. Sein großes Ziel: Olympia 2012 in London. Auf dem Weg dorthin bringe das Auf- sich-allein-gestellt-Sein als Nebeneffekt auch die nötige Härte gegenüber sich selbst für die schweren Aufgaben - so wie den Ham- burg Marathon am Wochenende.
DELMENHORSTER KREISBLATT vom 4. Juni 2011 “Ich habe sie gleich abgepflückt” Leichtathletik: Ingrid und Konrad Stölting sind Spätstarter Delmenhorst (er). Der Sport hat sie beinahe ein ganzes Leben lang begleitet, doch den Wettkampfsport haben sie erst relativ spät für sich entdeckt. Die Rede ist von Ingrid und Konrad Stölting, die am letzten Wochenende in Delmenhorst zu den Teilnehmern der Leichtathletik-Landesmeisterschaften der Senioren gehörten. Die 79-Jährige, die sich heute und morgen an den norddeutschen Titelwettkämpfen in Berlin-Lichterfelde beteiligt, war im hiesigen Stadion die älteste Aktive. Ihr 80-jähriger Mann (ebenfalls MTV Wolfenbüttel) wurde “in Sachen Alter” noch von dem 85 Jahre alten Cuxhavener Werner Fiolka “übertroffen”. Ingrid (Sport, Geographie und Chemie) und Konrad Stölting (Sport, Geographie und Geschichte) haben einander während des Stu- diums in Göttingen kennengelernt. Sie absolvierte ihr erstes Semester. Man schrieb das Jahr 1952. “Ich habe für eine Festveran- staltung eine Dame benötigt”, berichtet Stölting. Die Frage “Hast du Lust?” beantwortete die junge Dame positiv. “Ich habe sie gleich abgepflückt”, fügt er während des kurzweiligen Gesprächs auf der Stadiontribüne mit einem Schmunzeln hinzu. Die Ehe- schließung erfolgte 1956. Zwischen 1958 und und ’74 erblickten fünf Kinder das Licht der Welt. Deren Erziehung und die Tatsache, dass die Stöltings bis zum 65. Lebensjahr im Schuldienst tätig waren, führten dazu, dass die Eheleute erst im Alter von 70 Jahren in den Leichtathletik-Wettkampfsport einstiegen. “Meine Frau ist der treibende Faktor”, betont Stölting mit einem Lächeln. Die Ath- letin ergänzt: “Ich habe die Ausschreibung der deutschen Meisterschaften gelesen und mir gedacht: ‘Das kannst du auch’”. Gesagt, getan. Starts und Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene schlossen sich an. Konrad Stölting begleitete seine Frau zu Wettkämpfen: “Ich habe zugesehen und mich gelangweilt. Und dann habe ich auch mitgemacht.” In Berlin-Lichterfelde kann er aufgrund einer Knieverletzung nicht mitmachen. Seine Frau, sagt Stölting, habe sich immer an “fünf, sechs Wettbewerben” beteiligt. Jetzt seien es allerdings auch schon mal “nur” drei Wettbewerbe, fügt er hinzu. Seine Begründung lässt nicht lange auf sich warten: “Man wird ja nicht jünger”. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Nach oben Zurück zur Übersicht (Porträts und Berichte über Leichtathleten) Zurück zur vorherigen Seite Zurück zur Startseite
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